Februar. Immer noch. An meinem drittletzten Feierabend in der alten Firma laufen Kollege K. und ich ein letztes Mal zusammen nach Hause. Er erzählt von seinen Träumen. Seinem Wunsch, den Medien den Rücken zu kehren. Sich nur auf seine Musik zu konzentrieren. Das hier ist alles nichts für ihn. Ich höre zu und schmunzle in mich hinein. Die Anziehung ist längst verpufft.
M. treffe ich Anfang Dezember letzten Jahres zum ersten Mal. Er ist ein Tinderüberbleibsel der Kategorie „Kranker Mann“ – die Männer, die kurzfristig das locker geplante Date wegen allgemeinem Unwohlsein absagen. In meiner persönlichen Absageskala nur getoppt vom „Spontan-Urlauber“, der plötzlich in den Urlaub aufbricht ohne Aussicht auf Wiederkehr und – das ist vor allem wichtig – ohne Internet. Kann im Südsudan schon mal passieren. In gängigen Urlaubsländern allerdings doch recht selten. Ein Schelm, wer hier eine Masche vermutet…
Lang lang ist’s her. Umziehen ist anstrengend. Parallel ein altes Projekt abschließen und bei einer neuen Firma anheuern auch. Es kommt ja immer alles auf einmal. Hinter mir liegen ein paar sehr stressige Wochen. Vor mir liegen neue Herausforderungen. Immer noch Fernsehen, aber eine Zeit lang konzentriere ich mich jetzt auf Magazinbeiträge statt Dokusoaps zu drehen. Ob mir das liegt, weiß ich nicht. Deswegen probiere ich es aus. Und lasse mich überraschen.
Oh weh, ein Böhmermann-Fan. Weil das doch im deutschen Fernsehen der einzige ist, der noch anprangert und sich etwas traut. Jemand, der sich als „Hofnarr der Nation“ versteht. Den es braucht, weil er zeigt, was schlecht ist. Und wenn er sagt, es ist schlecht, dann ist es das.
Das wäre jetzt kein Problem, wenn der Fan nicht mein Date wäre und wir uns nicht gerade beim ersten solchen gegenüber sitzen würden.