Es ist schon Tradition, dass ich im November von der ältesten Tochter und Freundin einen Gutschein für die neueste immersive Ausstellung in der Stuttgarter Schleyer-Halle geschenkt bekomme. Viva Frida Kahlo – ich war sehr gespannt.

Nun hatten wir endlich einen Termin gefunden und uns zusammen aufgemacht. Die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo empfängt uns auf einem Bild mit Dornenkette, flatternden Schmetterlingen und wandernden Augen. – Zu Hause hielt sie einen kleinen Zoo von Tieren.

Auf großen Tafeln sind Zitate aus ihrem Tagebuch angebracht. Ebenso sind auf großen Tafeln Stationen ihrer Vita zu lesen. Frida Kahlo wird 1907 als Tochter eines deutschen Fotografen und einer mexikanischen Malerin geboren.

2024 hatte ich beim Jahr der Briefmarke zum Thema Frida Kahlo folgendes Zitat von ihr umgesetzt. „Feet, what do I need you for, when I have wings to fly?“ – „Füße, wozu brauche ich sie, wenn ich Flügel zum Fliegen habe?“ Leider war von dieser Tafel mein Foto so schlecht. Doch zwei weitere Zitate habe ich festgehalten.

„Ich male Blumen, um sie unsterblich zu machen.“ und „Sie dachten, ich wäre eine Surrealistin, aber das war ich nie. Ich habe nie Träume gemalt. Ich male meine eigene Realität.“

Frida Kahlo erkrankte mit 6 Jahren an Kinderlähmung und hinkte. – Sie war 18 Jahre alt, als sich bei einer Busfahrt mit ihr und ihrem Freund im September 1925 ein schweres Unglück ereignete, indem eine Straßenbahn mit dem Bus kollidierte. Schwere Verletzungen veränderten das Leben von Frida für immer. „Der Bus“ 1929

In der imposanten 360-Grad-Projektion, untermalt mit Musik und begleitet von einer Sprecherin in der Rolle der Künstlerin, wird man über 45 Minuten Teil der Lebensgeschichte.

Fotos, Szenen aus ihrem Leben und ihren Werken tauchen auf, darunter auch das Blaue Haus, in dem Frida zunächst mit ihrer Familie und später mit ihrem Mann Diego gelebt hatte.
Das Busunglück wird skizzenhaft aus dem Tagebuch Fridas dargestellt.

Eine Eisenstange durchbohrte ihren Körper, mehrere Knochenbrüche in den Beinen, Rippen und der Wirbelsäule erforderten vielfache Operationen und lebenslange, immer wiederkehrende Klinikaufenthalte. Gleich nach dem Unfall musste sie mehrere Monate in einem Gipskorsett liegen. In dieser Zeit begann sie zu malen. Im Bild unten ist ein Foto eingeblendet, welches die Malvorrichtung über dem Bett zeigt, die ihre Mutter für sie anfertigen ließ. Ebenso wurde unter dem Baldachin ihres Bettes ein Spiegel angebracht. Entgegen den ärztlichen Prognosen konnte sie später glücklicherweise wieder gehen.

Ihr erstes Selbstporträt „Selbstbildnis im Samtkleid“ 1926. „Ich male mich selbst, weil ich so oft allein bin und weil ich das Motiv bin, das ich am besten kenne.“

1928 lernt die 22jährige Frida Kahlo durch eine Bekannte den 31jährigen, bereits berühmten Maler Diego Rivera kennen,

den sie 1929 heiratet. Die beiden verbindet nicht nur die Kunst, sondern auch die politischen Anschauungen.

„Eine Hochzeit zwischen einem Elefanten und einer Taube“, so spotteten ihre Eltern. – „Meine Großeltern, meine Eltern und ich“ Frida hatte dieses Bild, das an einen Stammbaum erinnert, 1936 gemalt. Selbst ist sie als kleines Kind dargestellt und mit einer „roten Nabelschnur“ sind alle miteinander verbunden.

Infolge ihres zerschundenen Körpers litt Frida lebenslang unter unerfülltem Kinderwunsch. Sie hatte einige Fehlgeburten und musste aus medizinischen Gründen Abtreibungen vornehmen lassen. 1931 – 1934 begleitete sie Diego in die USA, der dort an Wandgemälden arbeitete. Kurz nachdem sie dort 1932 eine Fehlgeburt hatte, die eine Notoperation nötig machte und sie fast das Leben gekostet hätte, verstarb ihre Mutter gerade in der Zeit, als sie dieses Bild malte.

„Selbstbildnis an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten“ 1932 – Mit der Flagge Mexikos in der Hand und auf dem Grenzstein zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten stehend, drückt Frida die Sehnsucht nach ihrem Heimatland Mexiko (zur linken Seite dargestellt) aus.

Ihre erste Einzelausstellung hatte Frida 1938 in New York. Dies war ein wichtiger internationaler Durchbruch, bei dem mehrere Werke verkauft wurden. Die nächste Einzelausstellung erfolgte 1939 in Paris. Der Louvre kaufte das Bild „Der Rahmen“ 1938.

Die Ehe von Frida und Diego war turbulent und leidenschaftlich. Diego, für den es die dritte Ehe war, hatte immer wieder Affären. Am schmerzlichsten war für Frida seine Affäre mit ihrer Schwester Cristina. 1939 ließ sich Frida scheiden. „Die zwei Fridas“ 1939 – Das Bild zeigt ihre Zerrissenheit in zwei nebeneinander sitzenden Selbstbildnissen, die durch eine Arterie miteinander verbunden sind.

„Es gab zwei große Unfälle in meinem Leben. Einer war der Wagen, der andere war Diego. Diego war bei weitem der Schlimmste.“ – Nach der Scheidung 1939 schnitt sich Frida ihre langen Haare ab, die Diego so sehr an ihr liebte. „Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar“ 1940, ein Jahr später heirateten Frida und Diego ein zweites Mal und blieben bis zu Fridas Tod zusammen.

Ab 1944 musste sie für den Rest ihres Lebens zahlreiche Operationen an der Wirbelsäule durchführen lassen und erhielt ein Stahlkorsett. „Der verletzte Hirsch“ 1946

Mir hat diese Immersive Ausstellung sehr gefallen! Sie ist informativ, berührend und bewegend. Zwar habe ich mich jetzt bei den Recherchen zu diesem Beitrag noch mehr mit Frida beschäftigt, doch dies entfacht sogar in mir noch den Wunsch, diese Ausstellung erneut zu besuchen. Ich würde die mexikanischen Gitarrenklänge, die Frauenstimme mit Akzent und die wunderbaren Bilder noch viel mehr genießen.

In Mexiko hatte Frida ihre erste Einzelausstellung 1953. Zur Eröffnung wurde sie liegend in einem Krankenbett gefahren.

Das letzte Gemälde entstand wenige Tage vor ihrem Tod. Es zeigt in kräftigen Farben aufgeschnittene Wassermelonen. Auf dem mittleren, intensiv roten Stück hat Frida die Inschrift „Viva la Vida“ (leider im Bild nicht zu sehen). Ich habe aber davon eine Postkarte. „Viva la Vida, Wassermelonen“ 1954 – „Es lebe das Leben“. Sie starb mit 47 Jahren an einer Lungenentzündung.

Nach dem 360-Grad-Erlebnis machen wir noch eine interessante 3D-Reise und anschließend kann man seine Eindrücke und Gedanken auf verschiedenen Karten loswerden.

„Was bleibt von Frida und was bleibt in dir?“ – Wir sind sehr angetan von dieser Ausstellung und stehen einige Zeit vor der Wand zum Lesen.

Eine beeindruckende, starke Frau und Künstlerin, die trotz allen unsagbaren Widrigkeiten des Lebens das Leben liebte.

„Ich bin nicht krank, ich bin zerbrochen. Aber solange ich malen kann, bin ich froh, dass ich am Leben bin.“
„Ich und meine Papageien“ 1941

Uuppps, ein Bild zu viel. Sorry, liebe Heike, ich möchte keines löschen, habe so lange daran gearbeitet. Heike sammelt alle unsere Monatsspaziergänge.
Nun noch zu meinen Freitagsblümchen, die ich zu Astrids Friday-Flowerday schicke. Der Mann hatte mir dieser Tage mal wieder Rosen mitgebracht. Beim Verlinken kam es mir in den Sinn, dass Astrid bestimmt auch schon über sie einen Great-Women-Beitrag geschrieben hat. Nachgeschaut und gefunden – hier. Sehr empfehlenswert!

Sie sind so herrlich aufgeblüht.

Und ROSA geht zu Niwibo sucht…

Damit setze ich mich virtuell an Andrea Karminrots Kaffeetisch beim Samstagsplausch. Meine Woche war mit einem grippalen Infekt „gespickt“. So langsam geht es mir wieder etwas besser. Aber es ist ärgerlich, denn wir wollten eigentlich jetzt am Sonntag mit der großen Familie den Geburtstag des Mannes feiern… Draußen war weiterhin Winterwetter mit Schneetreiben, das ich gerne durch die Fensterscheibe beobachtet habe. Seit gestern dominiert das Regenwetter.
Hab ein gemütliches Wochenende – und bleibe gesund!
Liebe Grüße
Ingrid
Diese vielen Glücksmomente schicke ich zur schönen Glücks-Momente Linkparty von Annette.









































































































