Monat: August 2017
Geschützt: Sunday, bloody (Single-)Sunday!
Hallo wach, Dornröschen!
Derzeit lese ich zwei Arten Blogs besonders intensiv – Minimalismus-Blogs und Plus Size Blogs. Die einen, um endlich Motivation zur Verringerung des eigenen „Kruschs“ … in Englisch „Clutter“ zu finden. Die anderen, um mir bewusst zu machen, dass Gewicht und Stil sich nicht notwendigerweise ausschließen und mich darin zu bestärken, unabhängig von eventueller Gewichtsabnahme in der Zukunft JETZT meinen Stil zu leben, zu tragen, auszustrahlen.
Beides zusammen ergibt dann ein Projekt: „Shopping my Wardrobe“. Während die Minimalistin im Nachbarblog notgedrungen nur trägt, was sie hat, sei es auch oll, löchrig oder zu klein, möchte ich mit diesem Projekt das Potenzial meines Kleiderschranks besser kennenlernen. Es fing an mit einer Kleiderwoche Ende Juli – weil ich in Gedanken doch morgens eher zur Hose greife, gerade im Sommer, wenn Oberschenkelreibung droht und ich die Radlerhose darunter scheue.
Und nun geht es weiter mit einem Großprojekt. Ich kaufe ein in meinem Kleiderschrank. Und versuche, wenigstens ein- oder zweimal pro Woche nicht zu meinen Lieblingsstücken zu greifen, sondern Teile anzuziehen, die in den Tiefen des Schranks einen Dornröschenschlaf schlummern.
Hier das erste Dornröschen-Outfit.
Die weiße Jeans habe ich mir im Frühling gekauft mit Blick auf ein bestimmtes Event mit Dresscode weiß. Dummerweise habe ich es verpasst. Und die Hose nie getragen. Dann sah ich ein Plus-Size-Outfit mit einer weißen Hose … und voilà.
Der oberschenkellange Mantel ist aus Faux-Wildleder und von Hund M. Wegen der nur 3/4-langen Arme und des fehlenden Verschlusses trage ich ihn zu selten. Silvester kombinierte ich ihn mit einem Kleid, sah toll aus … aber Blusen mit langem Arm gehen gar nicht und für den Hochsommer ist er zu warm. Die Länge passte aber gut zum Look, weil ich weiße Jeans nicht „Po-zeigend“ trage.
Die Bluse ist ein hochwertiges Stück aus einem ganz leichten, rohseidigen Crepe-Material in naturweiß mit grau-schwarzem Muster, pobedeckend. Leider muss sie gebügelt werden. Und das Muster passt nicht zu allem. Aber in dieser Kombi wirkt sie großartig.
Die Schuhe sind kein echtes Dornröschen … nur ein halbes. Sie sind von der Gesund-Firma mit dem Ausrufezeichen, die zum Denken aufruft. Leider hält der Komfort nicht wirklich das Markenversprechen, was auch an meinem Hallux liegen könnte oder am Kopfsteinpflaster in unserer Stadt. Jedenfalls sind sie zauberhaft, aber nicht langstreckentauglich. Deshalb viel seltener am Start als meine Siebenmeilenfliegen.
Ein weiteres Dornröschen ist nicht im Bild – meine hochwertige und Superduperteuerhandtasche, die mir die Mädels zur Fetten Fuffich schenkten … mit ihrem feuerrot und ihrer Tote-XXL-Größe ein Hingucker, den ich sonst eher im Winter mit einem klassischen Look in schwarz-weiß-rot mit Goldschmuck trage.
Aber ich finde, dass sie sich als Statementpiece sehr gut dazu macht.
Fazit: weiße Hosen sind unpraktisch, weil sofort schmutzend … aber in Kombination mit grau und schwarz durchaus eines zweiten Blicks wert. Alle Teile waren es wert, sie einmal wieder wachzuküssen.
Mode-Wunschzettel an die dicke Fee
Im Laufe der Zeit finde ich mich damit ab, dass mein Körper nie wieder schlank sein wird. Aber nicht damit, dass es Mode in meiner Größe entweder sackförmig, aus schaurigen Stoffen, aus Fast Fashion oder überteuert zu kaufen gibt … oder gleich alles zusammen. Dass bequeme Schuhe selten schön sind. Dass es gut geschnittene Stücke nicht in klassischen Farben gibt … damit frau sie bloß nicht zu lange trägt? Dass Läden große Größen oft gar nicht führen, sondern hämisch grinsend auf den Online-Shop verweisen. Dabei sind gerade Frauen mit großen Größen doppelt auf Anprobe und Service angewiesen. Warum also nicht ein Teil bevorraten und dann für die Kundin die gewünschte Farbe online direkt im Geschäft ordern? Die Stärke des Einzelhandels ist nun einmal Beratung. Und warum nicht die Not aka den Onlinetrend zur Tugend machen und mit „Mustershops“ die Kundin beraten? Ich hörte neulich von einem teuren Kinderkleiderladen, der Beratungsgebühr fordert, die auf den Preis angerechnet wird. Fände ich gar nicht übel, wenn ich diese Beratung brauche. In einem Mustershop könnte ich als „selbständige“ Kundin anprobieren und kostenfrei nach anderen Farben fragen. Wenn ich aber unsicher bin, könnte ich das Beratungspaket für … sagen wir mal zehn Euro … in Anspruch nehmen und wüsste, dass die Summe bei Kauf dann sowieso angerechnet würde. Ich hätte die Auswahl, mir den anprobierten und daher (zumindest im höherwertigen und daher größenverlässlichen Segment) passenden Artikel direkt nach Hause liefern zu lassen gegen eine Versandkostenbeteiligung oder ihn kostenlos im Shop abzuholen. Ich finde, so ein Modell würde allen helfen – nicht nur der Kundin, sondern auch den Menschen im Verkauf, deren Jobs wieder Beratung enthielte statt nur noch Ware verräumen. Und aufgrund zentraler Lagerhaltung könnte auch ein wesentlich breiteres Sortiment angeboten werden.
Wenn ich weiter spinne, dann wäre das auch ein Geschäftsmodell für eine neue Linie mit klassischer, weitestgehend in Details, Farben, Längen und Stoffen diversifizierter Mode.
Ich kann nur von mir selbst sprechen – aber ich zumindest wünsche mir in den Schnitten in meiner Figurlinie gar nicht mehr so viel Vielfalt. Ich möchte, dass meine Sachen gut sitzen, idealiter aus hochwertigen Stoffen bestehen und Stretchanteil haben. Wenn ich einmal „meinen“ Schnitt gefunden habe, dann bin ich damit zufrieden. Wenn ich schwarz erhalte, noch mehr. Farben sind bei mir schwarz und als Akzent rot und klassische Muster zwischen schwarz, weiß, rot und grau.
Und wenn ich jetzt bitte eine Herbstgarderobe bei der dicken Modefee wünschen darf, dann sind es folgende Teile für eine Kapselgarderobe (einige davon besitze ich sogar schon … aber leider nicht alle).
- Schwarzer, wirklich knielanger (also nicht oberschenkellanger) Trenchcoat im Burberry-Stil. Fester Stoff, breiter Gürtel mit Schnalle, doppelreihig. Ein Stück für Jahrzehnte.
- Peacoat/Cabanjacke, schlicht, doppelreihig, Wolle
- ganz dünner, weiter schwarzer Leichtdaunenmantel Po bedeckend, idealiter schwarz-rot zum Wenden und mit abknöpfbarer Kapuze
- Lederjacke sportlich, rot
- Lederjacke sportlich, schwarz
- Lederjacke Wasserfall, schwarz
- schwarzer Hosenanzug aus Ein-Knopf-Jackett (hinten ein bisschen länger) und sehr weiter Marlenehose (Bügelfalte) aus einem schönen leichten Woll-Rips mit Stretchanteil
- schwarzer Hosenanzug aus Blazer im Gehrockschnitt, leicht ausgestellt, Stehkragen und schmaler, knöchellanger Hose aus dünnem, festem Samt oder Cordsamt mit Stretchanteil
- Hosenanzug aus Glencheck-Wollstoff (Cool-Wool, Stretch) mit tailliertem Pixie-Blazer und sehr weiter Marlenehose (Bügelfalte)
- schwarzer Rock in A-Linie in Woll-Rips, passend zu Anzug 1, kniebedeckend!
- schwarzer Rock wie vor, aber aus weichem Nappaleder
- feuerrote Hemdbluse mit Empire-Abnähern in ganz dünnem Baumwollstretch, hinten etwas länger und den Po bedeckend
- schwarzweiße Hemdbluse in A-Linie in Baumwollstretch
- schwarze Hemdbluse wie Bluse 1
- schwarzes Tunika-Kleid, schlicht, knielang, Baumwoll-Technostretch
- schwarzes Stehkragentop in schnell trocknender Crepe-Qualität
- V-Top Kurzarm in Crepe-Qualität
- rotes Wasserfalltop mit kurzem Arm in Crepe-Qualität
- weiße Hemdbluse wie Bluse 1
- schwarzes Blusenkleid durchgeknöpft, A-Linie, in Woll-Crepe-Qualität, kniebedeckend (geht auch als Mantel)
- Kleines Abendkleid aus Microfaser-Technostretch. A-Linie, Wasserfallausschnitt, 3/4 Arm, kniebedeckend. Schlicht, schwarz bis Hüfte, dann Folkloreblumenmuster bis zum Saum. Edel, schlicht und vielfältig einsetzbar.
- Jeans gerade, dunkel, Stretch
- Jeans skinny, dunkel, Stretch, knöchellang
- Crepe-Hose im Marlene-Stil
- schlichte, schwarze Hose aus Stretchqualität
- Rollkragenpulli, Kurzarm, schwarz
- Rollkragenpulli, Langarm, lang und weit und hinten länger
- Cashmere-Strickjacke im Pixie-Stil, schwarz
- Cashmere-Strickjacke Po bedeckend, feuerrot
- Cashmereschal schwarz
- Cashmereschal rot
- Cashmereponcho schwarz
- auffälliger Musterschal als Statement-Piece
- hohe Schaftstiefel mit halbhohem Blockabsatz und Schaftweite 42 aus glattem Leder, eher sportlich mit dicker Sohle (Kopfsteinpflaster-Capital!!!), aber edel genug für Röcke, schwarz
- Chelsea-Stiefeletten schwarz, Glattleder, mit halbhohem Blockabsatz, fein genug für Hosenanzüge
- Schnürstiefeletten, schwarz, Glattleder mit halbhohem Blockabsatz und Budapester Muster
- Brogues als Statement Pieces, Leder, schwarz mit Muster
- schwarze Pumps aus Leder mit Spange und halbhohem Blockabsatz mit bequemer Laufsohle
- Schnürstiefeletten rot, Wildleder, halbhoch
- Wildlederstiefeletten, halbhoch, elegant, schwarz
- Handtasche feuerrot Tote
- Handtasche Crossover schwarz
- Rucksack schwarz
- Handtasche Tote mit breitem Schulterriemen schwarz
Von diesen 44 (wenn die Hosenanzüge als 2 Teile gelten, dann 47) Teilen besitze ich immerhin 23. Die meisten leider nicht die wesentlichen Basics.
Wer aufmerksam liest, wird feststellen, dass sich meine Wünsche eigentlich gar so sehr nicht von den Wünschen schlanker Frauen unterscheiden. Stretch macht das Leben in Bewegung auch für Schlanke bequemer. Für Dicke allerdings ist er lebenswichtig, denn er entscheidet oft darüber, ob ein Kleidungsstück zur Figur passt oder nicht. Stretch gleicht aus, wo unstretchiger Stoff zum Problem würde. Po-Bedeckend ist nicht nur ein optisches Goodie, sondern auch im Herbst eines, das nicht nur Dicken lästige Blasenentzündungen ersparen kann.
Ich jammere nicht. Denn ich stehe nicht vor leerem Schrank. Im Gegenteil. Und wenn ich mir die Zusammenstellung so ansehe, habe ich einiges, das dem nahekommt. Die skizzierte Garderobe ist eine All-Time-Basic-Businessgarderobe. Einiges lässt sich natürlich auch in der Freizeit tragen, aber Turnschuhe u.ä. fehlen in der Liste bewusst. Die 40 Teile sind ein Langzeitprojekt. Doch auf der saisonalen Wunschliste für den Herbst stehen vor allem ein Hosenanzug in Glencheck und der schwarze Lederrock. Und eine stretchige rote Bluse. Weil ich diese Teile wunderbar kombinieren kann mit vorhandenen Dingen.
Mittlerweile überlege ich ernsthaft, ob ich mir den Anzug nähen lasse. Weil ich dann wirklich mal hätte, was ich brauche. In dem Stoff, den ich gerne hätte.
Aber dringend … dringend ist es nicht. Nur Wunsch. Und Feen erfüllen schließlich Wünsche, gelle?
Geschützt: Weihnachten ist öfter …
Geschützt: Die unheilige Familie
Sich Regen bringt Segen?
Könnte mal jemand den Verantwortlichen mitteilen, dass Regen in diesem Fall Antrieb, Bewegung, Aktion bedeutet und NICHT Wasser? Ja? DANKE!
Da draussen ist nämlich seit den Nachtstunden mal wieder hydro-oxygene Dauerberieselung angesagt. Nervt. Braucht kein Mensch. Jedenfalls nicht jetzt. Die Landwirtschaft hätte sich ein bisschen früher gefreut. Und ein bisschen weniger konzentriert. Und ich freue mich gar nicht. Hätte nämlich gerne noch ein bisschen Sommer gehabt vor der heftigsten Hochsaison aller Zeiten. Hätte gerne ein paar von den hübschen Biergartenkonzerten gehört, die diesen Monat sämtlich absoffen. Würde gerne abends draußen sitzen und die Sommernacht genießen am Fluß.
Nix Singing in the Rain. Schwüldampfender Muddel und Gießkannenprinzip. Und das Schlimmste ist, dass regenadäquate Kleidung leider alles andere als temperaturadäquat ist. Trocken von außen und nass geschwitzt ist nicht wirklich eine Lösung. Nass von außen aber auch nicht.
Also … Pazifist*innen vor und Petrus (der soll ja angeblich für Wetter zuständig sein) ein paar vehemente Stoßgebete verpassen!
Oder Regentänze? Als ich gestern versehentlich auf eine unbemerkt heruntergefallene kleine Haarklammer trat, ähnelte das Ergebnis sicherlich einem solchen. Aber leider ohne meßbaren Regenverlust.
Letztes Mittel? Laut Rudi C hören und mitgrölen … Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
Die geschenkte Freibadkarte jedenfalls habe ich genau EIN Mal benutzt. Teils wegen des ätzend langen Anwegs, den ich gerade bei großer Hitze scheute und der einen Besuch unter der Woche unmöglich macht, teils wegen Pannen im Bad nicht (ich stand vor verschlossener Tür), teils wegen wichtigerer Termine und nun wegen des grauslichen Wetters. Ein bisschen auch aus Faulheit. Nicht wegen des Schwimmens, sondern wegen der Umstände.
Aber, wie Freund Irischer Frühling schon sagt … das Wetter ist doch prima für November!
