Against all Odds?

Der Segler und ich haben gerade die Phase der logistischen Imponderabilien. Heute abend wollen wir uns sehen. Nach langer krankheitsbedingter Fernbleibezeit. Dummerweise hat er sich letzte Woche einen Zahn angeknackst. Doppeldummerweise brauchte der Zahnarzt lange. Tripeldummerweise bedeutet das, dass wir uns abends wieder erst spät sehen. Dann wieder über eine Woche nicht. Sporturlaubshalber. Und quadrupeldummerweise hat seine werte Frau Mama jetzt auch noch einen Rohrbruch.

Frau Argh …. leihen Sie mir bitte mal ein AAAAARRRRRRGHHHHHHH!

 

100 Things to hate … Kleinkram … ziemlich genervt

Eigentlich … könnte ich jetzt noch ein, zwei Tage zum Ausspannen brauchen. Jetzt, wo die chirurgisch verursachten Schmerzen nachlassen und auch die Sekundärbeschwerden des Atemwegsinfekts zurückgehen. Ich war zu gut für diese Welt. Hielt es für schlau, mich erstmal kürzer krankschreiben zu lassen. Die Tücke liegt aber wie immer im Detail. Und so habe ich jetzt die Wahl zwischen Pest und Cholera. Cholera ist das Wartezimmer meiner Allgemeinpraxis, in der ich Stunden für eine zweitägige Folgekrankschreibung verbringen müsste. Pest ist der Schreibtisch. Dünnpfiff mag nicht. Also wähle ich Pest und gehe arbeiten. Zumal am Freitag Obercheffe neu zum ersten Mal die heiligen Küchenhallen inspiziert und ich aus vielen Gründen dabei nicht fehlen möchte.

Genervt auch vom bevorstehenden Wochenende. Natürlich freue ich mich darauf, GlamourGirls Geburtstag nachzufeiern. Hat aber auch ein paar Haken, die Sache. Haken 1 ist der Ort. Die Jalapena stellte ihr Haus zur Verfügung. Großzügig ist das. Sie ist so, die Jalapena … warmherzig und absolut gastfreundlich. Was auch mit ihrer Herkunftskultur zu tun hat. Welcher Deutsche würde das tun? Mal eben das eigene Haus für eine 30-Köpfe-Party öffnen? So weit, so fantastisch. Leider liegt aber Jalapenas Haus in einem Teil der Stadt, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine halbe Weltreise entfernt ist. Doppelleider feiert GlamourGirl am Freitag (Haken 2). Und bat um kulinarische Beiträge. Heißt für mich also Arbeitstag, backen und Weltreise mit Backerzeugnissen und Geschenk (ebenfalls unhandlich) – Haken 3. Ohne Trag- und sonstige Hilfe. Und ein Taxi wollte ich mir wenn überhaupt nur zurück leisten. Der Abend kostet mich eh genug (Haken 4). Und weil der Segler ja jetzt Freitag schon Richtung Sportevent fährt, bin ich auch noch Single an dem Abend. Dabei hatten wir uns eigentlich beide zusammen darauf gefreut.

Weiterer Nervgrund ist der Feiertag und folgende Sonntag. Ich war jetzt über eine Woche eingeschränkt und freute mich eigentlich mal auf ein wenig Stadtbummel. Fehlgefreut, denn den verkaufsoffenen Sonntag legte man klug eine Woche zuvor. Und in der gesamten Umgebung ist auch alles zu. Ich könnte aber gerade an diesem Wochenende mal Trubel gebrauchen. Um mich abzulenken von den trüben Gedanken und dem Strohwitwendasein.

Was noch? Kündigungsfrist der Probebahncard versäumt. Jetzt Bahncard 25 für ein Jahr plus eine dämliche Rücktrittsversicherung an der Hacke. Aber die wird HEUTE gekündigt! Und hoffe, dass ich wenigstens genug Bahn fahre bis nächsten Herbst, um das blöde Ding zu amortisieren.

Jau … ich brauche einen Punchingball. Und zwar bevor ich meine Laune an Falschen auslasse …

 

 

 

Ab und an mag ich Stöckchen …

Ein gefundenes Stöckchen … wer mag, findet eigene Antworten

1. – Münchener Oktoberfest? (Unbedingt! / Keinesfalls! / Was ist das?)
 Irgendwie würde es mich ja mal reizen. Aber nur, wenn ich a) nicht bei Patentante wohnen muss und b) es auch tiefschwarze Dirndl gibt

2. – Haben Sie Ihren Volkswagen schon abgestoßen?
Als Nicht-Autofahrerin bin ich nicht Zielgruppe dieser Frage.

3. – Erinnern Sie sich noch an das erste Musikstück, das Sie sich gekauft haben? (Vinyl, CD, Download?) Hören Sie sich das heute noch gerne an?
Wow – wenn ich das irgendwo erzähle, ernte ich immer anerkennende Blicke. LP „Wish you were here“ von Pink Floyd mit 15 und gerade im Besitz eines 300 Mark teuren Plattenspielers (zu Weihnachten bekommen). Meine allererste nicht selbstgekaufte Single im Alter von 5 ist allerdings vieell peinlicher: Roy Black und Anita „Das Schönste im Leben ist die Freiheit“. Und die selbstgewünschte LP mit 12 … auweia … GREASE! Und NEIN … keins von den dreien höre ich derzeit überhaupt, geschweige denn gerne …

4. – Spielen Sie ein Musikinstrument? Trauen Sie sich damit vor Zuhörer?
Musik ist in unserer Familie auf meine Schwester beschränkt. Die Männerchormitgliedschaft meines Vaters fällt weder unter Musik und fiel auch inzwischen natürlichem Aussterben der Chormitglieder zum Opfer.

5. – Im Preisausschreiben gewinnen Sie eine Penthauswohnung in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien. Welche suchen Sie sich aus?
Keine Frage. Paris. Aber ich bin wählerisch. Bitte direkt am Canal St. Martin oder mitten im Marais.

6. – Bevor Sie den Löffel abgeben: Welches Ding müssen Sie vorher unbedingt noch gedreht haben?
Aus tiefer Liebe heiraten und mit diesem Mann glücklich zusammenleben.

7. – Halb acht Uhr abends. Sie kommen völlig gerädert (aus der Arbeit) nach Hause. Was passiert, sobald der Mantel an der Garderobe hängt und die Schuhe in der Ecke stehen?
Derzeit passiert zu 80 Prozent, dass ich noch in Schuhen auf Rufe der Nachwuchsmänner antworte, mich in die Küche stelle und innerhalb der nächsten 45 Minuten große Mengen von Mahlzeittauglichem fabriziere, das mir dann in 45 Sekunden aus den Händen respektive Töpfen gerissen wird.
In den luxuriösen 20 Prozent merke ich, dass ich allein in der Wohnung bin, schalte im Vorbeigehen den Wasserkocher an, ziehe meine Schuhe aus, eventuell etwas Bequemeres an, koche mir einen Tee, werfe Zutaten in eine Mikrowellen- oder Salatschüssel und setze mich erstmal mit Tee und PC gemütlich hin, während in der Welle ein gar köstliches Dinner for One entsteht oder mein Salat bereits auf die Gabel wartet. Entspannung pur!

8. – Kochen Sie selbst? Was kommt auf den Tisch, wenn die leeren Teller schon nach einer Stunde im Geschirrspüler stehen müssen?
Überzeugte Selbstkocherin … aber auch Verwenderin von Convenience. Schnelles Gericht Nr. 1: Nudeln mit scharfen Garnelen (mag Blue auch, Wirbel aber nicht). Nr. 2: Spätzleauflauf (Spätzle frisch, in der Mikrowelle gedünstete Zwiebel, fertige Bechamel und Emmentaler), dazu Salat mit Joghurtdressing – auch homemade), Nr. 3: Nudeln mit scharfer Zucchinisauce.

9. – Golf, Ski, oder Tennis? (Oder doch lieber die TV-Fernbedienung?)
Laufen oder Walken.

10. – Wir schreiben das Jahr 2025. Was ist für Sie die auffälligste Neuerung im Vergleich zu heute?
Die positive Utopie: wir sind in einer globalen, multikulturellen und multilateralen Welt angekommen.
Die Zynikerin: Werbung auch beim Öffnen des Klodeckels.

11. – Sie packen Ihren eigenen Flüchtlingskoffer. Was muss da rein? (Fünf Dinge braucht der Mensch.)
Fünf DInge? Viele, die heute flüchten, haben wahrscheinlich nur noch ihr Handy und das Ladegerät … um irgendwie mit zuhause in Kontakt zu bleiben. Egal, was ich in diesen „Koffer“ packe – es wird zu wenig sein. Und abhängig von der Frage, wovor ich flüchte. Wenn es um das nackte Überleben in einer feindlichen Umwelt geht, werde ich eher Überlebenswichtiges wie ein Set zum Behandeln von Trinkwasser einpacken als Technikschnickschnack oder Ausweisdokumente. Lässt sich also nicht pauschal sagen. Als noch nie geflüchtete bin ich Theoretikerin. Und in der Theorie würde ich mich für folgende Dinge entscheiden:
Am Körper:
– warme Jacke
– bequeme, sehr robuste Schuhe (gut eingelaufene Wanderschuhe)
– Funktionskleidung mit Sonnen-/Regenschutz

– Ersatzkleidung (ein Satz)
– Hygieneartikel/Medikamente (inkl. Wasserdesinfektionstabletten)
– Ausweise
– leichte Decke
– Kommunikationsgerät (was auch immer dann noch taugt)

Es ist leicht, sich so über Fluchtausrüstung Gedanken zu machen. Weil es Theorie ist. Die Menschen, die jetzt zu uns kommen, sind zumeist froh, mit dem nackten Leben und einem Erinnerungsfoto ihrer Lieben gerade noch entkommen zu sein. Die haben nicht vernünftig ihren Rucksack gepackt wie vor einer Hüttentour … die sind einfach nur … geflohen. Ich habe ein furchtbares Gefühl im Hals, wenn ich daran denke.

Und ich hoffe, dass ich nie in die Lage kommen werde, wirklich Koffer packen zu müssen.

131.

Es hat getroffen, das Schwein. Die weiße Brust, die Flügel, den Kopf mit Kugeln durchsiebt. Unter johlendem Beifall der Freunde. Die Trophäe vor ihm hergetragen, als er sich vom Tatort davonmacht.

Das Schwein ist mein Patensohn. So benannt nach seinem plüschigen Outfit im regionalen Brauchtumsreigen (2012), in dem gut aussehende Männer auch mal zu grunzenden Säuen werden – rein optisch natürlich nur. Und das Opfer kein gemeuchelter Kadaver, sondern ein ramponiertes Stück Holz. Die Freunde der örtliche Brauchtumsverein. Immerhin seit dem 17. Jahrhundert aktiv. Der Tatort ein Kirchhof irgendwo am Zellophanfluss.

Und obwohl es eigentlich alles gerade gar nicht passt, gibt es wohl kaum einen stolzeren König als die Nummer 131. Das Schwein. Beziehungsweise meinen ziemlich tollen Patensohn. Und seine Königin, die leider nur noch in diesem Amt seine Königin ist und ansonsten seine Ex.

Gratulation, Nr. 131 … ich wünsche dir ein saumäßig gutes Königsjahr!

1000 things to hate before you die: Koinzidenz von Krankheiten

Krank sein ist Sch …

Manchmal im wörtlichen Sinne. Besonders dann, wenn sich zusätzlich zu den chirurgisch verursachten (bzw. in Bereinigung des ursprünglichen Mißstandes entstandenen) Schmerzen noch eine fette Sekundärerkrankung hinzugesellt. In meinem Falle eine Erkältung mit verstopfter Nase und ebensolchen Nebenhöhen.

Doppelbesonders dann, wenn seine eigene Viruskultur den Segler an jedweder Besuchsaktivität hindert (sozial akzeptabler Hinderungsgrund) und selbiger sowieso in Vorerwartung der für nächstes Wochenende geplanten Sportreise am Rad dreht (der …ehm… wirkliche Grund). Wer behauptet, dass Frauen viel in den Urlaub mitschleppen, muss sich nur mal seine Planungen für die Sportreise anhören. Klar braucht er die Funktionsklamotten für den Reisezweck. Klar nehmen die Platz weg. Aber im sonstigen könnte er sich ja ein wenig beschränken. Und auch darüber nachdenken, dass zwei kleinere weiche Taschen besser zu stauen sind als ein Trumm von Koffer … Kerle!

Ich geh dann mal niessen. Womit ich auch schon beim vermutlichen Höhepunkt dieses strahlenden Septembertags angelangt wäre …

 

Stadt – Land – Flucht!

Dass ich kein Landmensch bin, ist kein Geheimnis. Aber ab und zu bestätigt das Leben meine Entscheidung für die Stadt so ganz en passant auf charmante Weise. Wie gestern morgen, als vor meinem Küchenfenster ein Grünspecht herstolzierte. Nach Dorf hätte der sich nicht getraut. Aber hier, mitten in der Stadt, bewegt er sich frei und selbstverständlich. Ist in seinem Element, der Herr Specht.

Wie ich auch.

 

(Nicht mehr) Kindermund …

„Blue, hast du gefrühstückt?“
„NEIN“
„Du solltest regelmäßig frühstücken, jetzt, wo du arbeitest und durch den Sport so viel abgenommen hast.“
„Ich habe die Nase voll davon, dass mir alle sagen, was ich tun soll“
„Dafür sind Mütter unter anderem da …“
Grummelnder Blue schippt sich eine Riesenschüssel Knuspermüsli zurecht und kippt einen Becher griechischen Joghurt drüber … that’s what moms are for …

Und umgekehrt werde ich nicht schlau aus meinem Vater, der mich gerade erst in ein „Fachgespräch“ über Erkrankungen und Medikation verwickelte und bei Eingehen darauf nicht zuhörte … that’s what daughters are for?

Kindermund ist irgendwie einfacher zu dechiffrieren …

 

Im Kissen nichts Neues

Alt. Gebrechlich. Langsam. Bin ich. Alles. Heute brauchte ich endlose Momente, um eine Frau im Rollator vorbeizulassen am Regal in der Apotheke. Über den Weg dorthin breite ich den Mantel des Schweigens. Einen langen und sehr weiten Mantel.

Der Tag ist ein Zyklus von neuen Schmerzen, Schmerzmitteln, einer kurzen Zwischenphase der Drogenwirkung und des relativen Wohlbefindens … und wieder neuen Schmerzen. Unausweichlich, denn bestimmte Dinge im Körper lassen sich nicht abstellen. Und sorgen für Schmerznachschub an der operierten Stelle. Brrr.

Also lenke ich mich mit Karamellfilmchen und ebensolchem Tee ab. Der Segler ist als Krankenbesuch inzwischen ein Totalausfall. Denn der arme Kerl liegt viruskrank bis halbtot in seinem eigenen Bett und hustet sich die Seele aus dem Leib. Ein Versuch, die Nachwuchsmänner als Pflegekräfte zu rekrutieren, war nur mäßig erfolgreich. Blue kam nicht nur spät von der Arbeit, sondern ging gleich noch in den Sportclub. Den Gang zum Großeinkauf ersparte ich ihm trotzdem nicht – den erledigte er dann fluchend um viertel vor neun Abends. Immerhin. Wirbel hingegen ist eher Sorgefall als Pfleger. Auch er ein schönes Beispiel für den blumigen Reichtum der deutschen Sprache, als er heute mittag meine bestellte Salbe aus der Apotheke abholen sollte. Sein Pech. Wer essen will – und das tat er gut und reichlich – muss auch Botengänge erledigen. Ansonsten kriegt er Fertigsalate. So!

Das kurze Kampfkochen heute früh ergab dann aber auch satte sieben Portionen Huhn mit Reis. Zwei davon sind für die Perfektionistin und mich heute abend. Es ist Bayram und sie bringt einen traditionellen Kuchen aus ihrer Heimat mit. Schöne Abwechslung. Und eine, die mich freut. Mehr jedenfalls als die abwechslungsreichen Drängelmails aus meinem Küchen-Fon, die ich diese Woche weitestgehend ignoriere (nachdem mit Cheffe telefoniert).

Zurück zu den wichtigen Dingen … der nächste Karamellfilm wartet. Sehr entspannend. Und manchmal auch aufschlussreich. So erfuhr ich per Schmonzette, wie der Segler in etwa 30 Jahren aussehen könnte … der Schauspieler ist wirklich ein sehr ähnliches Lookalike! Für heute Abend bewahre ich mir ein besonderes Goodie auf … Rosamunde und die grünen Hügel Englands.

Wer sagt da, dass Kranksein verblödet? (Er/sie hat recht!)