Ein gefundenes Stöckchen … wer mag, findet eigene Antworten
1. – Münchener Oktoberfest? (Unbedingt! / Keinesfalls! / Was ist das?)
Irgendwie würde es mich ja mal reizen. Aber nur, wenn ich a) nicht bei Patentante wohnen muss und b) es auch tiefschwarze Dirndl gibt
2. – Haben Sie Ihren Volkswagen schon abgestoßen?
Als Nicht-Autofahrerin bin ich nicht Zielgruppe dieser Frage.
3. – Erinnern Sie sich noch an das erste Musikstück, das Sie sich gekauft haben? (Vinyl, CD, Download?) Hören Sie sich das heute noch gerne an?
Wow – wenn ich das irgendwo erzähle, ernte ich immer anerkennende Blicke. LP „Wish you were here“ von Pink Floyd mit 15 und gerade im Besitz eines 300 Mark teuren Plattenspielers (zu Weihnachten bekommen). Meine allererste nicht selbstgekaufte Single im Alter von 5 ist allerdings vieell peinlicher: Roy Black und Anita „Das Schönste im Leben ist die Freiheit“. Und die selbstgewünschte LP mit 12 … auweia … GREASE! Und NEIN … keins von den dreien höre ich derzeit überhaupt, geschweige denn gerne …
4. – Spielen Sie ein Musikinstrument? Trauen Sie sich damit vor Zuhörer?
Musik ist in unserer Familie auf meine Schwester beschränkt. Die Männerchormitgliedschaft meines Vaters fällt weder unter Musik und fiel auch inzwischen natürlichem Aussterben der Chormitglieder zum Opfer.
5. – Im Preisausschreiben gewinnen Sie eine Penthauswohnung in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien. Welche suchen Sie sich aus?
Keine Frage. Paris. Aber ich bin wählerisch. Bitte direkt am Canal St. Martin oder mitten im Marais.
6. – Bevor Sie den Löffel abgeben: Welches Ding müssen Sie vorher unbedingt noch gedreht haben?
Aus tiefer Liebe heiraten und mit diesem Mann glücklich zusammenleben.
7. – Halb acht Uhr abends. Sie kommen völlig gerädert (aus der Arbeit) nach Hause. Was passiert, sobald der Mantel an der Garderobe hängt und die Schuhe in der Ecke stehen?
Derzeit passiert zu 80 Prozent, dass ich noch in Schuhen auf Rufe der Nachwuchsmänner antworte, mich in die Küche stelle und innerhalb der nächsten 45 Minuten große Mengen von Mahlzeittauglichem fabriziere, das mir dann in 45 Sekunden aus den Händen respektive Töpfen gerissen wird.
In den luxuriösen 20 Prozent merke ich, dass ich allein in der Wohnung bin, schalte im Vorbeigehen den Wasserkocher an, ziehe meine Schuhe aus, eventuell etwas Bequemeres an, koche mir einen Tee, werfe Zutaten in eine Mikrowellen- oder Salatschüssel und setze mich erstmal mit Tee und PC gemütlich hin, während in der Welle ein gar köstliches Dinner for One entsteht oder mein Salat bereits auf die Gabel wartet. Entspannung pur!
8. – Kochen Sie selbst? Was kommt auf den Tisch, wenn die leeren Teller schon nach einer Stunde im Geschirrspüler stehen müssen?
Überzeugte Selbstkocherin … aber auch Verwenderin von Convenience. Schnelles Gericht Nr. 1: Nudeln mit scharfen Garnelen (mag Blue auch, Wirbel aber nicht). Nr. 2: Spätzleauflauf (Spätzle frisch, in der Mikrowelle gedünstete Zwiebel, fertige Bechamel und Emmentaler), dazu Salat mit Joghurtdressing – auch homemade), Nr. 3: Nudeln mit scharfer Zucchinisauce.
9. – Golf, Ski, oder Tennis? (Oder doch lieber die TV-Fernbedienung?)
Laufen oder Walken.
10. – Wir schreiben das Jahr 2025. Was ist für Sie die auffälligste Neuerung im Vergleich zu heute?
Die positive Utopie: wir sind in einer globalen, multikulturellen und multilateralen Welt angekommen.
Die Zynikerin: Werbung auch beim Öffnen des Klodeckels.
11. – Sie packen Ihren eigenen Flüchtlingskoffer. Was muss da rein? (Fünf Dinge braucht der Mensch.)
Fünf DInge? Viele, die heute flüchten, haben wahrscheinlich nur noch ihr Handy und das Ladegerät … um irgendwie mit zuhause in Kontakt zu bleiben. Egal, was ich in diesen „Koffer“ packe – es wird zu wenig sein. Und abhängig von der Frage, wovor ich flüchte. Wenn es um das nackte Überleben in einer feindlichen Umwelt geht, werde ich eher Überlebenswichtiges wie ein Set zum Behandeln von Trinkwasser einpacken als Technikschnickschnack oder Ausweisdokumente. Lässt sich also nicht pauschal sagen. Als noch nie geflüchtete bin ich Theoretikerin. Und in der Theorie würde ich mich für folgende Dinge entscheiden:
Am Körper:
– warme Jacke
– bequeme, sehr robuste Schuhe (gut eingelaufene Wanderschuhe)
– Funktionskleidung mit Sonnen-/Regenschutz
– Ersatzkleidung (ein Satz)
– Hygieneartikel/Medikamente (inkl. Wasserdesinfektionstabletten)
– Ausweise
– leichte Decke
– Kommunikationsgerät (was auch immer dann noch taugt)
Es ist leicht, sich so über Fluchtausrüstung Gedanken zu machen. Weil es Theorie ist. Die Menschen, die jetzt zu uns kommen, sind zumeist froh, mit dem nackten Leben und einem Erinnerungsfoto ihrer Lieben gerade noch entkommen zu sein. Die haben nicht vernünftig ihren Rucksack gepackt wie vor einer Hüttentour … die sind einfach nur … geflohen. Ich habe ein furchtbares Gefühl im Hals, wenn ich daran denke.
Und ich hoffe, dass ich nie in die Lage kommen werde, wirklich Koffer packen zu müssen.