30.11.2013 um 22:13 Uhr
Vom Kommentar zum K.A.M.M.-Prinzip …
Das bisschen Haushalt … ist doch kein Problem, sagt jedermann …
Frau Blum nicht … und deshalb denke ich jetzt darüber nach. Über Haushalt, Prokrastination und ihre Auslöser. Und darüber, was mich letztlich antreibt, die „verwüstete“ Wohnung zu entwahrlosen. Immer wieder.
Als ich noch alleine lebte … damals, vor fast 19 Jahren … da konnte ich zwar Boheme verbreiten, allerdings war mit einem Stündchen Rundumschlag alle paar Wochen dann auch alles wieder so ordentlich und sauber, dass ich mich wohl fühlte. Bei 38 Quadratmetern mit Teppichboden und Bad und Küche mit je zwei Quadratmetern fiel das auch sehr leicht! Zugegebenermaßen bin ich nicht pingelig und war es damals noch weniger als heute. Ich hatte damals eine Gabe, die mir gut anstand. Die Gabe, Unordnung und leichte Schmutzränder einfach nur zu übersehen und mich gut dabei zu fühlen. Gestört hat es niemanden. Nur meine Mutter meckerte gelegentlich, aber die wohnte ja nicht bei mir.
Später doch … denn mein Gatte ähnelte ihr im Naturell allzu sehr. Es hat schon etwas sehr Beklemmendes, wenn jemand die Wohnung betritt, in der du gerade saubergemacht hast und sofort ein Tuch nimmt und dir hinterherwischt … (BTW ich hatte ein Kötzelkind, das in hohem Bogen säuerlich spuckte und kam mit dem Wischen gar nicht mehr nach … denn außerdem war der gute Blue auch ein Schreikind!).
Die Trennung vom Röllchenvater war dann auch ein Aufatmen in Sachen Haushaltspflichten. Kleinere Wohnung und keiner, der den Kontrolleur gibt. Allerdings zwei Röllchen, die sich als Riesentalente im Schmutzen erwiesen. Und dieses Talent haben sie durch jahrelange Übung noch ausbauen können. Gestern zum Beispiel verliess ich morgens eine einigermaßen aufgeräumte Küche mit der Anweisung, abends eine aufgetaute Tomatensuppe zu erwärmen und einen TK-Zwiebelkuchen im Ofen zu backen. Das Schlachtfeld war übersät von Krümeln, Töpfen, halbaufgegessenen Suppen, leeren Tellern, Abfall und … und … und … und damit kommen wir zum wichtigsten Haushaltsprinzip aller Singles … egal ob mit oder ohne Nachwuchs: K.A.M.M.!
Keiner Außer Mir Macht’s!
Und deshalb bin ich so verdammt froh, endlich in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Und weniger Kram zu haben. Damit ich eben NICHT das ganze Wochenende die Putzfee geben muss, sondern auch Privatleben habe … und nicht nur deshalb, weil ich den Haushalt standhaft ignorieren könnte. Samstage ohne Verabredung (wieder die Frau Blum) fand ich übrigens bis vor einigen Jahren auch ganz fürchterbar. Doch seit ungefähr einem Jahr bin ich da etwas entspannter – kann auch gut mit mir alleine klarkommen. Voraussetzung ist aber ein Grundpegel an Aktivität … Bewegung. Mit Sonntagen umzugehen, fällt mir da schon schwerer, zumal ich ein Stadtmensch bin, der Geschäftigkeit liebt. Ich mag die Sonntagsruhe nicht, mochte sie noch nie. Glücklicherweise lebe ich bald in einer Gegend, in der auch sonntags noch Leben ist. Hier in Dorf ist ja schon Wochentags alles fast ausgestorben.
Vom K.A.M.M. zum Umzug:
Wie heute nachmittag geschrieben, tut es unendlich gut, endlich anzupacken. Dank Schwager konnte ich heute nachmittag noch meinen Balkon ausräumen und die Pflanzbottiche zu meinen Eltern bringen und die dorthin gelieferten Pakete, die meiner Mutter solche Wallungen bereiteten, abholen. Und Unmengen von Putzzeug, Küchenrollen etc. einzukaufen. Und ich hatte sogar zwischendurch Zeit für ein heißes Bad in aller Ruhe vor der letzten Fuhre! Und nun habe ich einen vollen Keller und nach Ankunft der Möbel schon Zugriff auf ein paar wichtige Dinge. Die Weihnachtsdeko zum Beispiel, die Badewannenfaltwand und die Teppiche für Schlafzimmer und Wohnzimmer. Einen Webteppich habe ich gekauft. Sehr schön, mollig warm auf dem Holzboden und sogar günstig. Und einen Flokati für das Schlafzimmer. Einen runden.
Als Schwager und ich alles in den Keller gebracht hatten, liess ich ihn alleine heimfahren und spazierte ganz genüsslich in die Stadt. Ein so kurzer Weg! An meiner Lieblingsbude auf dem Weihnachtsmarkt trank ich einen Punsch und genoss es, das bunte Treiben zu beobachten … Weihnachtslieder im inneren Ohr und glücklich lächelnd. Mein Lieblingsoutlet löste dann das Nikolaus-Problem. Blue und Wirbel bekommen neue Jacken … Blue in schwarz, Wirbel in blau. Und der Röllchenvater zahlt die Hälfte. Und dann fand ich noch einen gar entzückenden Handfeger mit Kehrschaufel … NICHT mein Nikolausgeschenk 😉
Und ich glaube, ich habe endlich eine Kaschmirjacke gefunden, die die von Motten befallene ersetzen könnte … ob „sie es ist“, entscheide ich Montag. Habe sie noch nicht gekauft …
Fein, dass ich es inzwischen schaffe, das Einkaufen zu prokrastinieren …
30.11.2013 um 15:12 Uhr
Die letzten Rätsel der Menschheit … Männer …
Die Männer in meinem Leben, mal wieder. Nicht die Liebe. Selbst das ziellose Vermissen ruht sich gerade aus, weil die innere Möbelpackerin das Kommando über die Hormon-Chicas übernommen hat und die Bande mit Kisten beladen hin und her scheucht: Üben für den Ernstfall! Das Seelchen bekam in allgemeinem Konsens Urlaub von der Truppe und wurde gut unterrichteten Kreisen zufolge zuletzt unter einer ruhigen Palme in der Südsee gesichtet. Frau Ratio hingegen ist in ihrem Element, plant, ordert, wirbelt Umzugswichtel und Warenlieferungen durcheinander und brennt darauf die inneren Hilfstruppen aka Chicas endlich in den Kampf aka Umzug führen zu können.
Was die Männer damit zu tun haben? Nicht viel … und doch geben sie mir gerade wieder zu denken. Der Hirnwerker, der mir, auch wenn er, wie ich seit heute weiß, anderweitig verliebt in ein junges Huhn ist, fleißig beim Umziehen helfen will. Der Cineast … Funkstille. Ich bin schuld. Ich habe „unseren“ Kommunikationskanal geschlossen. Andere sind ihm bekannt. Aber die benutzt er nicht. Was ich wusste. Aber der Abstand tut gut. Wir waren uns auf einer geistig-emotionalen Ebene viel zu nah gekommen. Gerade noch den Absprung geschafft.
Erstmal die Welt retten …
28.11.2013 um 12:50 Uhr
Stöckchen: Vier aus unendlich …
Wie einige der geneigten Mitblogger wissen, triggern mich interessante Blogs dergestalt an, dass ich von Anfang an lesen MUSS. So manche(r) fragte sich wahrscheinlich schon, wer da die alten Kamellen aufblättert … ich war’s! So auch beim Blog einer dem Fantasy-Rollenspiel und dem Irischen Tanz verfallenen Dame. Ungefähr 2006 oder 2007 fand ich dort ein Stöckchen … und das erweitere und kommentiere ich jetzt mal, ganz unjahreszeitlich.
viel zu lang: im Dorf am Zellophanfluss
aus Unwissenheit: in die schlimmste Gegend Mallorcas
aus Lust am Reisen: immer wieder nach Frankreich
niemals: Krisengebiete und Orte in the middle of nowhere
liebend gerne irgendwann: die Tempellandschaften in Asien
mit Suchtpotenzial: Fisch (auch gerne roh) und Meeresfrüchte
gefolgt von: La Boum
Seelenbalsam: The Holiday (Liebe braucht keine Ferien)
umzugshalber: drei bis fünf Secondhandbörsen und sonstige Dealer
27.11.2013 um 15:55 Uhr
Poison Xmas 😉
Soooooo … das habt Ihr nun davon … jetzt bin ich angefixt!
Die Lady hatte alte Stöckchen und Zusatzfragen!
Magst du Weihnachten?
Absolutely! Seit ich es selbst gestalten kann …
Feierst du Weihnachten?
Ja … und mehr und mehr so, wie ich es mag.
Das Schönste an der Adventszeit ist …
Kerzenlicht, Plätzchenduft und Weihnachtsmärkte … letztes Jahr habe ich vier besucht und ein traumhaftes Schneewochenende in einem kleinen Städtchen verbracht.
Was war dein schönstes Weihnachten?
Das kommt erst noch … ganz bestimmt!
Was war dein schrecklichstes Weihnachten?
Da muss ich nicht überlegen. Es gibt sogar einen Highscore der schlimmsten Weihnachtsfeste:
2000 – Röllchenvater hat in Kindermesse Kreislauf, bricht zuhause völlig zusammen und ich warte auf Notarzt während Röllchen (3 und 1) die Pakete aufreissen. Am 2. Feiertag habe ich ihn in die Klinik eingeliefert, weil er wegen depressiver Angstanfälle die Kinder nicht um sich haben konnte … aber die konnte ich nirgendwohin verfrachten.
1996 – ich hochschwanger, Schwiegervater liegt Heiligabend auf Intensivstation, Schwiegermutter ernährt sich von Psychopharmaka, meine Eltern streiten, dass die Fetzen fliegen. Also Gatte und ich immer hin und her zwischen Intensivbett, aufgelöster Schwiegermutter (4. Stock) und ehelichem Zerwürfnis. Am nächsten Tag noch für die Eltern plus Schwiegermutter stundenlang Gans gebraten. Ab dem 2. Feiertag war ich krank bis zur Entbindung im März …
Und dann war da noch … 1994 … ich als Single allein mit meinen Eltern. Die beiden wieder in Weihnachtskrise. Und ich explodiere. Wieder eingekriegt, in die Kirche gegangen. Dann mit einer Bekannten noch in Nachbarstädtchen eine Bar besucht und alten Klassenkameraden (früheren Schwarm!) getroffen. Beschlossen, noch in Disco zu fahren. Waren beide schon etwas betrunken und der ansonsten eher mit der Gelassenheit des Tai-Chi beschenkte Kerl entwickelt James Dean-Allüren … dass in der Auffahrt zur Schnellstraße der Fluss ein neues Bett gefunden hatte, merkten wir erst, als wir im Wasser saßen. Also zum Fenster raus, Auto noch fünf Meter geschoben und interessanterweise fuhr es sogar noch! Der Rest des Abends war übrigens sehr, sehr, sehr schön … und trieb uns noch Jahre später bei einer zufälligen Begegnung (er Notarzt, ich Nackenverspannung vom Babyheben am Feiertag) ein leises Grinsen ins Gesicht. Sehr leise, denn mein Mann stand daneben …
Was war das schönste Weihnachtsgeschenk, das du bekommen hast?
Ein blaues Klapprad – ich war wohl acht Jahre alt … von meinem Opa.
Und das Schönste, das du verschenkt hast?
Das habe ich nicht zu Weihnachten verschenkt … und es war wohl ein Fehlgriff. Mehr wird nicht verraten.
Was war das schlimmste Weihnachtsgeschenk?
Ein Gebrauchsgegenstand, über den ich mich „freuen“ musste … ist lange her zum Glück.
Mit wem feierst du?
Mit Blue, Wirbel, der Familie und der Wahlfamilie (natürlich nicht gleichzeitig).
Gehst du am 24.12. in die Kirche?
Verschieden. Im letzten Jahr habe ich meine Eltern begleitet und das war sehr schön. Eventuell werde ich dieses Jahr in die Mitternachtsmesse der Kathedrale unweit meiner neuen Wohnung gehen.
… paar Fragen ausgelassen … gestern schon beantwortet im anderen Stöckchen …
Was kommt traditionell zum Abendessen auf den Tisch?
Wenn ich ein Menü plane, dann oft Kürbissuppe, Fisch oder Ente à l’orange. Im letzten Jahr war ich müde und aß die Reste vom Freundinnentreffen vom 23. auf.
In diesem Jahr werde ich ja mit Blue und Wirbel kochen und deshalb etwas anders als für mich alleine. Eine Kürbissuppe mögen die beiden aber auch. Und danach Hühnchen, Süßkartoffeln und Gemüse und eine selbstgemachte Panna Cotta.
Schreibst du Weihnachtskarten oder Emails?
Ich gestehe, ich bin eine lausige Weihnachtsgrußverteilerin! Die wichtigsten Menschen sehe ich persönlich oder rufe sie an. In Communities werfe ich einen ganz herzlichen, aber gesammelten Gruß in die Runde. Beruflich schreibe ich Mails bzw. reagiere auf die, die ich bekomme. Und in diesem Jahr habe ich eine soooo feine Entschuldigung!!!
Welchen Monat haben wir jetzt?
November
Machst du schon Weihnachtseinkäufe?
Nein … wie auch … siehe Umzugskisten.
In welchen Farben schmückst du den Baum?
Der Baum und der Raum bekommen weiß, gold, altgold und nougat und viele kleine Lichter …
Magst du Weihnachtsdeko?
Blättert mal zwei Einträge zurück … I LOVE! Ich bin da bekennend barock …
Bist du der erste oder der letzte, der alle Geschenke zusammenhat?
Irgendwo dazwischen … und ich entscheide öfter um, wer was bekommt ..
Gibst du viel Geld für Weihnachtsgeschenke aus?
Ich ruiniere mich nicht, bin aber gerne großzügig.
Gekauft oder gebastelt?
Gekauft – bekennende Nichtbastlerin!
Selbst verpacken oder verpacken lassen?
Letzteres, wenn möglich. Ich bastle ja nicht gern …
Papier oder -tüte?
Och, ich finde Geschenktüten schön. Man kann sie wiederverwenden und sie machen viel her …
Beschenkst du dich an Weihnachten selbst?
In der Regel ja … meist aber erst nach Weihnachten. An einem freien Tag fahre ich dann in eine benachbarte Stadt und gehe ganz genüsslich shoppen und mittagessen. Ganz alleine. Und ich finde es toll!
Adventskalender kaufen oder selber füllen?
In diesem Jahr weder noch. Keine Lust, die Dinger noch herumzuschleppen.
Was wünschst du dir?
Dass der 24.12. ist, keine Kiste mehr herumsteht und ich mich im Sofa zurücklehnen darf.
Ein letzter weihnachtlicher Satz:
Verdammt noch mal, lasst mich endlich mal in RUHE!!!
Wann stellst du den Baum auf und wann fliegt er wieder raus?
Meist am letzten Wochenende vor Weihnachten – weil ich dann meine Freundinnen und Söhne zum Schmücken einlade. Raus fliegt er irgendwann in der ersten oder zweiten Januarwoche, je nachdem, wann mir auffällt, dass die städtische Abfuhr die Dinger einsammelt.
Schon mal ein Geschenk weiterverschenkt?
Ehm … ja. Süssigkeiten ständig, Ostern wie Weihnachten. Irgendwann auch mal ein Buch, das ich mir bereits selbst gekauft hatte.
Heiligabend chic oder Alltagskleidung?
Da ich nur schwarz und rot trage, sieht das schon per se nicht nach schlunzig aus. Aber das kleine Schwarze mit Nylons und Heels wird es im heimischen Wohnzimmer allein mit Blue und Wirbel dann eher doch nicht.
Erfinde ein Alternativ-Fest, solltest du Weihnachten nicht mögen …
Ich mag Weihnachten, aber eigentlich würde ich es gerne anders feiern. In einer größeren Runde mit Menschen, die vor Gesprächen sprudeln. Mit Wein vor dem Kamin. In festlicher Kleidung und dem Gefühl, dass alle sich füreinander schön machen. Mit dem Gefühl einer schönen Cocktailparty … nicht diese steife Mittagessensveranstaltung, die jedes Jahr auf mich wartet.
Und ich hätte gerne ein Mittsommerfest mit Lagerfeuer …
Mein größter Weihnachtswunsch dieses Jahr?
Geht in Erfüllung! Den ersten Schlüssel habe ich schon … und ab dem Zwölleften schließt er auch die Wohnungstüre auf, auf der momentan ein Bauzylinder steckt …
Ein paar andere Wünsche hätte ich zwar auch … aber die vertraue ich dem Universum an. Schließlich hat es auch in Sachen Wohnung zuverlässige Arbeit abgeliefert! Braves Universum 🙂
27.11.2013 um 06:53 Uhr
Christkind oder Santa Claus?
26.11.2013 um 20:59 Uhr
My merry little Xmas!
So … jetzt auch ich … allerdings mit Tablet-Handicap und deshalb ohne Stöckchen-Copy-and-Paste. Mal sehen, ob das Gedächtnis noch taugt!
1. Magst du Weihnachten?
Ja … mag ich. Den eigentlichen Sinn des Festes ebenso wie die Atmosphäre. Was ich nicht mag, ist das, was meine Familie daraus macht. Und deshalb gestalte ich mir mein eigenes „merry little xmas“ … zunehmend erfolgreicher.
2. Schmückst du Weihnachten deine Wohnung?
Ja … zunehmend opulenter. Schuld ist meine ehemalige Vermieterin, die jedes Jahr Ende November ein Kirschholz-Treppenhaus in einem alten Backsteingebäude in eine knallbunte, blinkende Weihnachtsattraktion verwandelte. Mit Girlanden und Dekokitsch, Glitzer und Glimmer. Sizilianisch überschäumend. Im zweiten Jahr machte ich dann mit … und es machte Spass! In der derzeitigen Wohnung, in der ich zwei Weihnachten verbrachte, schmückte ich halbherzig vor mich hin und fand das Ergebnis eher traurig. Und in diesem Jahr lasse ich es erst einmal und hole am 3. Advent alles wieder auf! Denn Holzdielenboden SCHREIT nach Weihnachtsdeko!
3. Backst du gerne Platzchen?
Nein … aber ich habe eine Mutter, die immer mindestens ein Dutzend Sorten plus Stollen (den leider unerträglich trocken, aber das traut sich niemand zu sagen) backt.
4. Kaufst du Weihnachtsgeschenke frühzeitig oder rennst du am 24.12. los?
Total verschieden. Manchmal sehe ich im Oktober etwas, das zu einem Menschen einfach nur PASST … und dann kaufe ich es auch sofort. Aber im allgemeinen bin ich doch eher Prokrastiniererin mit kurzer Effizienzphase. Heisst: ich entere in letzter Minute einen der Läden, die möglichst viel für möglichst viele liebe Menschen bieten und packe die halbe Nacht Geschenke ein. In diesem Jahr werde ich wahrscheinlich am Wochenende vor Weihnachten einkaufen … dann ist der Umzug durch.
5. Dein LIeblingsweihnachtslied und -film?
Winter Wonderland vom Glenn Miller Orchestra, Single-Bells mit Martina Gedeck (herrlich gegen Familienfrust!). Und in der Kirche: Menschen, die Ihr ward verloren
6. Deine Lieblings-Weihnachtsnascherei?
Berliner Brot … das ist ein Weihnachtsgebäck, das mit Mandeln und Schokolade gemacht wird. Lecker. Aber eigentlich stehe ich wie Nicci auf die herzhaften Dinge. Für mich ganz persönlich ist Ente a l’orange ein wunderbares Weihnachtsessen.
7. Christkind oder Weihnachtsmann?
Christkind, natürlich. Ganz früher sogar noch am 25. morgens, ganz traditionell. Und Heiligabend kam „wir warten auf’s Christkind“ im damals noch öffentlich-rechtlichen Fernsehen
8. Hast du einen Weihnachtsbaum?
Hoffentlich ja … siehe Wettlauf mit den Umzugskisten. Einen echten natürlich. Ich mag keinen Plastikkameraden. Zumal bei uns im Stadtwald das Nadelholz sowieso überhandnimmt und Herr Förster eifrig daran arbeitet, einen gesunden Buchenmischwald wiederherzuzüchten. Ich nehme einen kleinen Baum … große mag ich nicht. Geschmückt wird er in diesem Jahr mit creme, braun und altgold und einer Lichterkette mit kleinen warmgelb leuchtenden Sternchen (Schlaumeier-ich …. die brauche ich nicht um die Zweige zu friemeln!)
9. Glühwein oder Eierpunsch?
Eierpunsch von diesem einen bestimmten Stand … oder weißer Glühwein. Oder Glögg … oder … eigentlich egal, Hauptsache mit guten Freunden vor einer Holztheke. Zuhause Glühwein für Gäste, dann aber selbst gemacht ohne Glühfix oder so. Mit einem lieblichen Wein und Gewürzen schmeckt er köstlich und macht im Gegensatz zu diesem industriellen Zeug keine Kopfschmerzen.
10. Was wünschst du dir?
Den Wettlauf zwischen Christkind und Umzugskiste zu gewinnen und am 22. mit vielen lieben Freundinnen in meinem neuen Wohnzimmer ganz entspannt auf Weihnachten anzustoßen und den Baum zu schmücken. Denn das hat Tradition. Am 22. oder 23. lade ich mir liebe Menschen ein und ich finde, es bringt Glück, wenn sie mit dekorieren.
Übrigens: so wenig Weihnachtsstress wie in diesem Jahr hatte ich noch nie. Für das eine oder andere ist der Umzug die perfekte Wunderwaffe. Und im Gegensatz zu so vielen Vorjahren steht auch schon die Planung mit Familie wie Wahlfamilie! Am 22. Damenrunde bei mir (ok … selbstgemachte Herren aka Söhne sind zulässig … und werden im Kinderzimmer geparkt), Heiligabend Kochen mit Blue und Wirbel, am ersten Feiertag der große Familientag bei Schwester und Schwager, abends ein Essen bei der Limette, am zweiten Feiertag mal frei und vermutlich auf dem Crosstrainer die Kalorien runterstrampelnd. Damit ich dann am 27. beim Weißwäscher wieder geburtstagnaschen kann. Und Silvester bei Glamour Girl zu einem gemütlichen Dinner in kleinem Kreis nicht aus dem Kleid platze. Neujahr wollte ich dann abends mal die Familie einladen und am 2. abends sind wir dann wieder bei der Limette, ihre Tochter kennenlernen, die aus ganz, ganz, ganz weit weg über den großen Ozean angereist kommt. Bisher kennen wir sie ja nur vom gemeinsamen Happy Börsday Singen via Sky*pe!
Feierstrecke … und diesmal soooo einfach dank neuem Wohnort! Der einzige schlecht zu erreichende Ort ist Schwesters Haus in Kaff … aber das nehme ich locker in Kauf,wenn ich dafür alles andere sooooo bequem erreiche. Nur noch 20 Minuten zu GlamourGirl und zur Limette statt vorher 50. Nur noch eine halbe Stunde zum Münchner Kindl. 15 Minuten zum Weißwäscher. 25 zur Tangoqueen. Und nur 10 Gehminuten bis in die City … hach, ich freu mich so.
Weihnachten ist in genau vier Wochen. Am 24.12. werde ich morgens entspannt frühstücken mit Blue und Wirbel. Vielleicht sogar in der Stadt. Dann werden wir in aller Gemütsruhe für unser Abendessen einkaufen. Das, worauf wir Lust haben. Noch ein paar kleine Geschenke aussuchen und gleich einpacken lassen. Irgendwo einen Kakao trinken oder einen Tee. Ohne Fahrplan und ohne volle Bahn… herrlich!
Die Bahn übrigens tut gerade alles für einen fulminanten Abschiedseindruck! Zwei Tage Mega-Verspätungen in Reihe … aller guten Dinge sind drei? NICHT!
26.11.2013 um 06:56 Uhr
Kaczmarek I Like!
Es ist ein schmaler Grat zwischen interessiertem Nachfragen und Nerven. Ganz besonders bei Menschen der handwerklich tätigen Fraktion. Nachdem ich Mitte Oktober den Kaczmarek aka Hausmeister meines künftigen Stadtsitzes mit einigen Fragen belästigt hatte und wir vereinbart hatten, dass ich Ende November den Kellerschlüssel erhalte, wartete ich mit dem Anruf, wann wir denn nun und überhaupt, brav bis zum letzten Freitag. Gestern morgen nun rief er zurück und … ALLES WIRD GUT!
Die Küche ist fertig gefliest und gerade verrichtet der Maler sein aufgrund der vorher an den Wänden befindlichen (schwache Nerven bitte keinesfalls weiterlesen) Strukturtapeten seeeeegensreiches Werk, während die nächste Woche dem Parkettleger gewidmet wurde, der die Dielenböden von ganz erbärmlich auf wunderschön trimmen wird. Dafür hat er eine Woche Zeit. Und ich kann dann ganz entspannt (sic!) (sic????) zum dritten Adventswochenende einziehen. Morgen treffe ich Kaczmarek zur Kellerschlüsselübergabe. Und werde gleich mal nach dem offiziellen Übergabetermin fragen. Und wenn ich den auf den Ölften legen könnte … dann wäre nicht nur alles gut, sondern noch viiiiiel besser.
Ansonsten liegt im Zimmer von Wirbel gerade eine halbe Küche herum (ich konnte den Unterschränken mit Auszug jetzt doch nicht widerstehen) und ich frage mich ernsthaft, wie ich in meiner Wohnung voller Möbel 80 Umzugskisten stapeln soll. So viele werden es nämlich nach Schätzung meiner fleissigen Umzugswichtel. Und so viele konnte ich auch ergattern. Ergattern, nicht kaufen. Vierzig Kisten liegen seit dem letzten Mal, d.h. seit meinem Einzug hier, auf dem Speicher und sind mirakulöserweise trocken geblieben. Die Kollegin will sie nicht zurück … verständlicherweise, ich würde auch nicht gerne 40 Kisten statt meines Autos in der Garage haben, so ich denn eines hätte. Die anderen 40 kommen von Kollegin Schwester … Schwester würde ja gerne, findet aber noch nichts zum Umziehen..Und so verstopfen bei ihr die geschenkten Gäule … ehm … KIsten … den ohnehin bis zum Türstock gefüllten Keller. Kisten hätte ich also genug … jetzt muss ich nur noch jemanden finden, an den ich sie nach dem Umzug wieder elegant loswerde …
Eine besonders gute Art von Kiste kapere ich mir gerade im Büro. Sogar mit wohlwollendem Blick des/der örtlichen Kaczmareks! Die gelbe Postkiste ist bei Insidern längst als ideale Büchertransportkiste bekannt. Die ersten vier stehen schon in meinem Büro. Und die anderen zwöllef bis fuffzehn werde ich in den nächsten Tagen beiseitestellen. Also nächsten Samstag Schwesterauto in Einfahrt Parkplatz geklemmt (oder sogar Karte für Parkplatz von Kaczmarek erbetteln) und dann Kisten abtransportieren. Zurück kann ich sie ja notfalls paarweise aufs Rad packen.
Nächsten Samstag jedenfalls wird schon mal der Keller evakutiert. Da kann ich dann notfalls ein paar Möbel zwischenlagern, wenn ich Platz für … RICHTIG! … Kisten brauche. Schwer wird es mir fallen, auf Adventsdeko zu verzichten.So ein bisschen hätte ich ja schon gern.Aber es ist Blödsinn. Nicht für ein einziges Wochenende, denn am 2. Advent bin ich fortbildend in der Pampa aka einem hübschen kleinen Tagungshaus, während der dritte Advent im Zeichen des Fluchens und Schwitzens unter KIsten stehen wird. Ich glaube, ich spreche noch mal mit den Wichteln … vielleicht könnten sie ja am Ölleften schon die Teile der Küche abbauen, die ich nicht mehr brauche … denn am Zwölleften ist Sperrmüll … da könnte ich so einiges gleich loswerden! Also … Hirn an Rolle: Chefwichtel anrufen und anbetteln, mir am Ölleften zwei Kurzzeitwichtel zu schicken, die die halbe Küche demontieren …
Hirn war übrigens gestern auch so brav, mich endlich an den Jahreskontrolltermin bei der Dentistin meiner Qual zu erinnern. Hat es gut gemacht! Denn seit Krankenkassens auf dem jährlilchen Servicestempel bestehen, ist ein Jahr ohne Zahnarztbesuch unter Umständen das finanzielle Aus bei größeren Instandhaltungsmaßnahmen im Kauwerk.
Last not least stehe ich staunend am Fenster und beobachte, wie es wettert. Heute morgen wurde ich mal wieder vor dem Aufwachen wach. Da regnete es Bindfäden. Wie schon öfters in den letzten Wochen. Dann schlief ich weiter und beim Aufwachen … weg. Trocken. Nix. Mirakulös. Und nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen. Ich habe fast den Verdacht, dass da oben im Himmel ein freundlicher Kaczmarek die Regenarmaturen extra für mich bedient … halt … gleich geht Rolle laufen … nix mit Wasser marsch ….
In diesem wie im obigen Falle: Kaczmarek, I like!
22.11.2013 um 07:11 Uhr
Countdown
Eigentlich … eigentlich hätte ich heute mal wieder Viva la vida von Coldplay oben bei Musik angeben müssen. Allerdings habe ich mich gestern kräftigst daran überhört. Ich war auf einem Event, bei dem jeder auf dem Podium Vortragende zu diesem musikalischen Leitmotiv „einmarschierte“. Und das hatte ob der Gäste manchmal recht skurile Züge. Nur ein südeuropäischer Gast „lebte“ diesen Einmarsch wirklich, abgesehen vom Moderator, der sich – wieder mal – in seiner eigenen Wichtigkeit sonnte. Adrenalinhighlight des Tages war allerdings kein Programmpunkt, sondern meine Schussligkeit. Merkte ich doch erst im nächsten Sitzungsraum, dass mein Handy fehlte … und mein Ausweis, der in derselben Hülle steckte. Ich fragte an der Empfangstheke, suchte die infragekommenden Räume ab und hatte Glück – es lag tatsächlich noch auf dem Stuhl, auf dem ich vorher saß. Glück gehabt!
Einen persönlichen Genuss bescherte mir die Veranstaltung gegen Ende. Der oben erwähnte Südeuropäer nämlich ist nicht nur eine Persönlichkeit, die Großes bewirkte, dort, wo er zuhause ist, sondern auch ein sehr unterhaltsamer und eloquenter Mensch … und er hat mehrere Bücher veröffentlicht, die mehr als lesenswert sind – zwei habe ich gestern gekauft und bereits im Zug zurück zu lesen begonnen. Fein!
Zurück zum Countdown aber … Umzug, was sonst? In einer Woche habe ich hoffentlich den Kellerschlüssel. In drei Wochen stehen die Möbelpacker hier. Und nur noch zwei Wochen arbeiten … dann kann ich mich endlich Vollzeit um meine Dinge kümmern und muss erst wieder ins Büro, wenn alles durch ist. Hoffentlich, denn ich habe keine Vertretung und ein kleines Gerät, das mich mit dem Job verbindet, auch wenn ich es vielleicht gerade gar nicht brauchen kann. Jedenfalls: ich werde heute versuchen, Daten für die Schlüsselübergaben auszumachen. Und ich muss dringend die Nachmieter meiner Wohnung sprechen und herausfinden, was sie übernehmen wollen.
Und auf der anderen Seite zerrt das Privatleben. Ab nächste Woche klinke ich mich komplett aus. Diese Woche werde ich wohl um Sonntagskaffee mit Münchner Kindl und GlamourGirl nicht herumkommen. Ist ja auch immer schön … aber eigentlich habe ich anderes zu tun und im Kopf zurzeit.
Für die D*schungelerkundung fehlt mir gerade völlig der Sinn. Münchner Kindl ist gerade wieder abenteuerlustig unterwegs. Mir ist es zurzeit nur langweilig und lästig … brauch ich nicht 😉
20.11.2013 um 07:28 Uhr
Genialität und Geldmache
Die allgemeine Bildungsverunsicherung in Verbindung mit einem instabilen Arbeitsmarkt treibt gar seltsame Blüten. Da hatte Wirbel gestern so ein blödsinniges Institut in der Schule, das eine sogenannte Potenzialanalyse durchführte. Er wollte nicht teilnehmen und wir hatten deshalb auch das Formular nicht vorab ausgefüllt, noch den zugehörigen Elternabend besucht. Blue hatte so etwas ähnliches einmal absolviert und meine Meinung dazu …. passt zu dem, was dann gestern geschah. Vorlaufend rief ein hektischer Klassenlehrer SONNTAGS noch den Röllchenpapa an (wieso eigentlich? Ich mache doch die Termine in dieser Schule …) und rang ihm eine Einwilligung ab. Und gab die Info, dass ein Elterngespräch „später“ stattfinde. „Später“ hieß allerdings dann, dass ein wütender Röllchenpapa mich gestern mittag um 14 Uhr im Büro anrief und den Termin für 16 Uhr des GLEICHEN TAGES ankündigte. Eigentlich hätte ich gemein sein sollen und den, der zustimmte, einen halben Tag Urlaub nehmen lassen sollen. Aber ich bin ja menschenfreundlich und kurz vor dem Umzug, weshalb ich den Röllchenpapa auch nicht vergrätzte, sondern seufzend meinen Chef darüber in Kenntnis setzte, dass er ab 15.45 Uhr leider ohne meine wertvollen Beiträge zur Gesamtrezeptur auskommen möge. Mit einem brummigen Wirbel im Schlepp enterte ich also das temporäre Schulgebäude (die Kids containern gerade, weil umgebaut wird) und traf als erstes den Hektik verbreitenden Lehrer, dem ich dazu durchaus ein paar Takte zu sagen hatte. Es folgte ein Gespräch mit einem Mäuschen. Freundlich, offenkundig frisch gebrieft, Informationen herunterspulend. Und dann kam die Auswertung von Wirbels Tests. Zwei Dinge bestätigten meine langjährige Einschätzung. Der Rest und vor allem die Schlussfolgerungen? Ein völliger Schuss in den Ofen! Massentest halt … mit Null Raum für Individualität und offensichtlich mit sehr groben und zum Teil unpassenden Rastern. Allein die Fragen, aus denen die Neigungen für bestimmte Berufsgruppen hervorgehen sollten, waren so bescheuert formuliert, dass die Hälfte der Achtklässler gar nicht wusste, was sie da ankreuzten. In Verbindung mit der Tatsache, dass er die Wichtigkeit von Aufgaben in eine Reihenfolge bringen konnte, ergab das bei meinem Sohn Eignung für „verwaltende Tätigkeit“. Nur leider würde er die Aufgaben nie in der selbst gesetzten Priorisierung abarbeiten … und sein motorisches Geschick am Umgang mit einem Cuttermesser zu beurteilen … nunja … da war das Kind, das schon im Kindergartenalter mit Klebstoff, Schere und Papier die phantasievollsten Gebilde herstellte, plötzlich motorisch ungeschickt?
19.11.2013 um 07:10 Uhr
Alibi?
Da las ich bei meinem Postfach-Provider die Kurznachricht, unsere mehrheitslosen Parteien hätten sich auf eine Frauenquote geeinigt. Die Hälfte aller Aufsichtsratspositionen soll weiblich besetzt sein.
Und ich fasse mir an den Kopf … denn das ist wieder mal ein Schritt in die faule Richtung. Ein Aufsichtsrat ist ein kleines Gremium. Die wenigen Frauen, die auch nach der Quote darin sitzen werden, machen es nicht aus. Denn not täten ganz andere Dinge, um den Anteil von Frauen in verantwortlichen und lohnhöheren Regionen zu steigern. Wie eine wirklich funktionierende Kinderbetreuung, die auch Puffer für „Sonderzeiten“ hat, die eine Frau in Führungsposition nun mal einkalkulieren muss …
Der zweite Lacher der Woche war das, was im Englischen unter „Yearly Appraisal“ bekannt ist. Ein Mitarbeiter-Jahresgespräch. Mit einem vorgefassten Raster und vorgegebenem „Notenschnitt“. Und einem nervösen Cheffe, der das zum ersten Mal machte. Irgendwann griff ich mir den Bogen und einen Bleistift und korrigierte …
Und nein … ich fühle mich nicht „jahresgelobt“ … denn dazu würde gehören, dass die guten Noten der Beurteilung auch mal zu realen Verbesserungen für mich führen würden. Tun sie nicht. Verbessern kann ich nur selbst … indem ich nach außen gehe und mir zusätzliche Möglichkeiten schaffe. Ich bin manchmal ganz schön „angepisst“ …
Die gute Laune zurück gab mir dann mein Umzugs-Ansprechpartner, der preislich gut in meiner Marge bleibt. Bis zu 300 Euro hätte ich noch draufgelegt und freue mich, dass ich davon jetzt meinen neuen alten Kleiderschrank bezahlen kann. Und viel Leistung bietet er dafür. Der Küchenab- und -aufbau ist nämlich ebenso mit drin wie die Montage gelieferter Möbel vom Schweden in den Zimmern von Blue und Wirbel, alle Anschlussarbeiten und das Aufhängen von Bildern, Vorhangstangen etc.. Die Planung wird aufgehen. Da bin ich ganz zuversichtlich.
Und dann durfte ich gestern abend noch einen Blick in ein ganz anderes Leben tun … in einen Teil davon, der Geschichte ist nicht nur in der persönlichen Erinnerung, sondern auch in den Zeitungen und Geschichtsbüchern. Es ist anders, wenn die Schießereien und die Nacht im Gefängnis, die Todesangst und die Kälte in einem Winter ohne Heizung, der Kampf um das Notwendigste für sich und andere … wenn das „echte Menschen“ betrifft. Jemanden, den ich inzwischen gut kenne. Sie war 19 und es war Krieg.
Streiflichter heute … unzusammenhängend, aber nötig. Der Cineast hat wieder Oberwasser. Und ich frage mich, wohin das führen soll …
17.11.2013 um 22:41 Uhr
He scares me so …
So viele Männer auf so viele Arten hatte sie. Nur dieser eine, der beunruhigt sie, der macht ihr Angst, mit seiner Begeisterung, seiner Intensität und seiner bedingungslosen Liebe. Etwas sehr rührendes hat es, wie sich die ehemalige Hure auszieht und über ihre sexy graue Wäsche ein langes, weißes Tanktop streift, bevor sie zu ihm geht, der hinter dem Vorhang auf sie wartet. Was danach geschieht, erlebt sie unschuldig – so unschuldig, dass sie nicht glauben kann, was danach geschieht. Die Gerichtsverhandlung mit dem von vornherein feststehenden Urteil, die Gewalt der Staatsmacht, die Scheinheiligkeit und die hemmungslose Gier und Mordlust der Masse. Und er stirbt, bejohlt von der Masse und beweint von ihr.
Und so kam es, dass mich eine Geschichte, die ich von klein auf kenne, ganz neu berührte. Die Frau war Maria Magdalena, der Mann Jesus … und der Ort eine Theaterbühne, auf der Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ von wunderbaren Sängern und Musikern zum Leben erweckt wurde.
17.11.2013 um 13:36 Uhr
Der Hang zur Entblössung …
Neugierig geworden? Wie toll, ein E*hibitionistenblog!
16.11.2013 um 23:33 Uhr
What a difference this day makes …
… 24 little hours, die Dinge veränderten.
Ich glaube, dass mir heute morgen ein Durchbruch gelungen ist. Nicht für mich. Sondern für meine Familie. Ich besuchte meine Eltern und irgendwann sprang meine Mutter zum Thema Vorsorge. Abrupt und ohne dass ich zunächst verstanden hätte, was sie überhaupt wollte. Ruckweise kam es heraus: mein Vater und sie haben (endlich!) Patientenverfügungen unterschrieben und meine Schwester als entscheidungsbefugt eingesetzt. Nun hatte sie Angst, ich könnte mich dadurch zurückgesetzt fühlen.
Tue ich nicht. Ich finde ihre Entscheidung richtig. Denn meine Schwester ist der Denkweise meiner Mutter näher als ich. Also wird sie die richtige Entscheidung treffen. Außerdem wird sie mich einbeziehen. Und ich glaube, meine Mutter hat endlich verstanden, dass unterschiedlich sein nicht ungerecht behandeln heißt. Wenn ich der Denkart und dem Fühlen meiner Eltern unähnlicher bin, dann ist es doch normal, dass manche Dinge mit meiner Schwester für sie einfacher sind.
Auf diese Weise kam jedenfalls auch noch einmal das Thema Haus aufs Tapet. Das Thema Eigentum und das Thema Umzug. Und ich glaube, sie haben es jetzt endlich verstanden … dass sie JETZT etwas unternehmen müssen. Und dass sie es mit meiner Schwester tun sollen. Jedenfalls habe ich ihnen geraten, sich mit Schwester und Schwager zusammenzusetzen und eine Lösung für den Eigentumsübergang zu finden. Und ich habe ihnen erläutert, wie ich mir eine gute Wohnsituation für sie vorstelle, nämlich groß genug für zwei und im alten Umfeld. Bei Dreizimmerwohnung fingen beide direkt an zu meckern … aber ein kleiner Plan auf einem Blatt Papier schuf Abhilfe. Was die beiden sich nicht vorzustellen vermochten, war nämlich das Konstrukt zweier Wohn-Schlafzimmer und eines gemeinsamen Wohn-Esszimmers. Da sie momentan getrennte Schlafzimmer und getrennte Wohnzimmer haben, fiel es ihnen schwer, Räume anders zu denken. Aber Fakt ist nunmal, dass ein allein schlafender alter Mensch kein Doppelbett braucht. Warum also nicht ein gemütlich eingerichtetes Zimmer mit Bett, Kleiderschrank, Kommode, kleiner Couch oder gemütlichem Sessel, Fernseher, Musik und Nähtischchen für meine Mutter, Computertisch und großem TV für meinen Vater. Das gemeinsame Wohn-Esszimmer in der Mitte und eine Küche mit Türe zum Zumachen. Jetzt noch ein altengerechtes Bad und fertig ist die Laube. EG sollte es sein, wegen des Rollators, den mein Vater braucht. Sicher nicht so leicht zu finden, vor allem da der Suchradius klein ist. Aber machbar. Und das sickert jetzt … und sickert … und sickert … mal sehen wie lange …
Drückt mal die Daumen … ich fände es für die beiden einen Segen, wenn sie sich nicht mehr um das zu große Haus kümmern müssten und sicher sein könnten, dass meine Schwester es pfleglich behandelt.
Ich werde alles unterschreiben … möchte durch den Verzicht dann nur so abgesichert sein, dass kein Amt sich bei mir noch zusätzlich Geld „abholen“ will. Heisst nicht, dass ich nicht für meine Eltern da wäre, wenn es Not tut … aber verzichten UND zusätzlich draufzahlen möchte ich nicht. Aber da Schwager rechtskundig ist, werden wir das schon hinkriegen.
Kleines Gespräch mit großer Wirkung …
Ansonsten? Ich traf den Hirnwerker. Wir waren im Kino und Sushi essen … und es war entspannt. Keine Achterbahn, keine emotionalen Höhenflüge, einfach nur entspanntes Miteinander. Den Film kann ich übrigens empfehlen .. B*lue J*asmine … gucken! Wohin die Reise geht? Keine Ahnung …
16.11.2013 um 10:15 Uhr
Von einer, die auszog, Gefühle zu steuern …
Mag mich jemand als Controllerin einstellen? Nein? Kann ich gut verstehen, denn ich wäre eine verdammt miese Wahl. Nicht nur, dass ich mit Formularen und Konten nicht gerne umgehe, sondern vor allem, weil ich es noch nicht mal auf die Reihe bekomme, meine eigenen Gefühle in vernünftige Bahnen zu lenken. Halbherzig bin ich. Fast gleichgültig. Tagsüber. Und zu den Männern, die sich um mich bemühen. Mann, Singular. Nicht Männer. Der Hirnwerker ist gemeint. Inzwischen ruft er sogar an, statt zu mailen oder smsen … und fragt immer wieder nach Terminen und Treffen. Er ist ein angenehmer Gesellschafter. Ich bin gerne mit ihm zusammen. So vieles könnte bei uns passen.
Wenn da nicht die zwei riesengroßen ABER wären.
ABER was wäre, wenn er wieder vor und zurück springt?
ABER …jau … das ganz ganz große ABER, das einen Namen trägt. Dieses ABER, das ich zu verdrängen und wegzuschieben versuche. Ein Jahr Gedankenteilen hat ihn verdammt nah rücken lassen. Jeden Tag haben wir geschrieben. Oft mitten in der Nacht telefoniert. Wir hatten uns nie nichts zu sagen. Zwei, drei Wochen war der Faden mal getrennt. Nicht, weil wir beide uns entfernten, sondern weil er aus anderen Gründen „unserer“ Kommunikationsplattform kurzzeitig den Rücken kehrte. Dieser eigentlich ganz profanen Dingen gewidmeten Plattform, die inzwischen unser virtuelles Sofa ist. Und während unsere Mails jeder lesen könnte und nichts darin fände, das auf mehr als Freundschaft deutet, gärt es im Subtext. Ich mag es nicht eingestehen, aber ich bin zweidrittelverliebt. Kopf und Herz sind bei diesem Mann, der nicht frei ist. Bauch ist noch nicht soweit. Die Hormonmädels relaxen im Thalasso-Bad, während Frau Ratio sich über den Spiegelgeist freut und das Seelchen Nähe fühlt. Und ich bin verdammt froh über das fehlende Drittel. Das Drittel, das mir wahrscheinlich den Hals aus der Schlinge zieht.
Lesson learnt, Frau Rolle: ein Mann ist kein guter Mann, nur weil du ihn nicht haben kannst oder besonders viel erdulden musst, bis es so sein könnte! Er ist de facto ein untreuer Ehemann. Jemand, der sich aus einer jahrzehntelangen Beziehung nicht konsequent löst, wenn es ihm nicht gut geht, sondern erst mal Ablenkung außen sucht. Und der im letzten Jahr dann auch noch Ablenkung von mir suchte. Tolles Konstrukt, gelle? Mann trennt sich nicht, ist eigentlich in beste weibliche Freundin aka Frau Rolle verliebt, fängt aber nichts mit ihr an, weil er sie genug wertschätzt, um es nicht zu versauen. Stattdessen reitet er sich von einer missglückten Affäre in die nächste … missglückt, weil er mit seiner zugewandten, liebevollen Art es nicht schafft, einfach nur S*x zu haben, sondern immer großes Gefühlskino bei den Damen auslöst. Und das dann Stress macht, weil er ja von vornherein gerade das nicht wollte. Da nützt auch klare Ansage VORHER nichts und auch die Tatsache nicht, dass die Damen selbst „beringt“ sind.
Dieses Theater habe ich mir ein Jahr lang angehört. Und war mir mit ihm einig, dass wir beide tunlichst platonisch bleiben. Redete ihm ins Gewissen, lieber sein Leben neu zu sortieren, statt von einer Katastrophe in die nächste zu schliddern. Redete ihm auch zu, seine Gefühle zuzulassen und wenn irgendwie möglich einen Neuanfang mit seiner Frau zu suchen. Denn meine Gefühle für ihn waren keine „habenwollen“-Sorte, sondern ein „ich lasse dich sein und wünsche das beste für dich“.
Und jetzt? Wo stehe ich jetzt? Ich mag diesen Menschen sehr. Wir haben einen Grad gedanklicher Intimität, der selten und schön ist. Aber ich sehe, dass er noch viel Zeit braucht, um bei sich wieder anzukommen und sein Leben zu überdenken. Und ich möchte nicht in das Muster „es wird besser, wenn ich nur genug aushalte“ zurückfallen, in dem ich zu lange war. Ich möchte die Türe nicht schließen für den Freund … ich möchte aber das darunterliegende Vielleicht loslassen.
Ich habe es in dieser Woche schon einmal geschrieben … es muss bald passieren. Mit dem Umzug werde ich die Reißleine ziehen. Loslassen. Die Träume kann ich nicht kontrollieren. Aber das, was ich im Wachen tue. Zum Beispiel mit dem Hirnwerker essen gehen. Heute.
15.11.2013 um 06:18 Uhr
I go where I have never gone before …
I go where I have never gone before
to do what I have never done before
sagt der Held und wirft sich stolz in die Toga respektive Brust. Dummerweise ist der Held Hägar the Horrible, der vom Pech verfolgte Comic-Wikinger. Und das große Unbekannte ist das Badewasser, das seine Frau Helga gerade für ihn einlässt.
Ein schönes Bild, wie ich finde, für die vielen kleinen Mutproben des Lebens. Die für uns selbst riesengroß erscheinen und von außen nur Bagatellen sind, Peanuts, Nichtigkeiten.
Mein unbekanntes Ziel heute morgen ist Brot backen. Nachdem ich mit meinem „aus der Hüfte“-Bananenbrot in der letzten Woche Erfolge bei Wirbel erzielte, habe ich heute morgen die Vorräte im Schrank (muss wech … Umzug!!!) kritisch beäugt und die Mehlreste mit Polenta, Öl, Salz, Wasser und Hefe (Neuland für mich!!!) zu einem Teig verarbeitet. Wenn ich Glück habe, wird es ein Maisbrot. Wenn ich Pech habe … muss die Gefriertruhe liefern.
Nebenbei köcheln auf dem Herd Kartoffeln und ein gedünsteter Blumenkohl kühlt vor sich hin. Ein Auflauf soll es werden. Vorher geröstete Aubergine und Paprika aus dem Ofen … mit dem Maisbrot. Zum Nachtisch Obstsalat. Wir haben Gäste heute abend. Münchner Kindl und ihr Sohn kommen zum Essen.
Vor sich hin köcheln auch die Gedanken. Der Cineast schmollt nicht mehr. Bzw. weiß ich gar nicht, ob er schmollte oder einfach nur mit anderem beschäftigt war. Die Gedanken vom vorletzten Eintrag sind trotzdem da. Und die Frage, wie ich mit MIR umgehe in meiner derzeitigen Gefühlslage im luftleeren Raum.
Vielleicht treffe ich am Samstag den Hirnwerker ..
Und weil dieser Eintrag in „Diverses“ steht, muss jetzt der Impuls, den mir Ginablums Frage nach Frisuren und weiblichen Attraktivitätshöhepunkten gab, auch noch dran glauben:
Die Frage, die Suzie in einem Kommentar richtig aufwirft, ist die nach dem gefühlten Höhepunkt der Attraktivität. Denn ich glaube, es gibt mehrere davon im Leben einer Frau.
Die Kindheit schließe ich bei mir jetzt mal aus. Glatte Haare mit DIY-Schnitt von Mama. Nicht sehr kleidsam.
Erster Attraktivitätspeak mit 18. Selbst Geld verdient, neu eingekleidet und radikaler Liza-Minelli-Kurzhaarschnitt. In der Abi-Zeitung stand ein verblüfftes „hat sich zum flotten Käfer gemausert“. Tja … mit Geld ist vieles möglich. Auch Friseurbesuche alle vier Wochen. Und mit Größe 36 sah der Schnitt wirklich gut aus. Aber so wirklich toll fühlte ich mich nicht.
Frisurtechnische Wende jedoch war die wesensangleichende Behandlung, die ein Friseur meinen Haaren ein gutes Jahr später angedeihen ließ – wirre Haare, wirres Temperament! Attraktiv fühlte ich mich zu diesem Zeitpunkt aber nicht wirklich.
Auf dem Zenit meiner jugendlichen Schönheit (strunz!!!!) war ich mit 25 Jahren. Auf unter 60 Kilo heruntergehungert und gesportelt, lange Lockenmähne. Ein Schuss … wie man hier sagt. Da fühlte ich mich auch schön. Für eine kurze Zeit.
Meine heutige Frisur hingegen schlich sich einige Jahre und 10-15 Kilo später in mein Leben. Irgendwann fand ich es praktisch und auch schön, meine Haare nicht offen, sondern öfter mal hochgesteckt zu tragen. Wenn ich nicht gerade Kinder bekam und die typische Vermuttisierung mit „praktischem“ Haartod erfuhr, liess ich wachsen, was das Zeug und die Spangen hielten. War ich damit attraktiv? Nö. Weil übergewichtig und unglücklich.
Attraktivitätsspitze Nr. 3 folgerichtig erst, als sich auch innerlich etwas änderte. Der Sommer, als ich mich vom Röllchenvater trennte, war der Sommer, in dem ich mich in das Leben und auch ein bisschen in mich selbst verliebte. Mit hochgesteckten Haaren, einer erfolgreichen Gewichtsabnahme von damals 25 Kilo und einer lasziven Lässigkeit, die ich von mir bis dato nicht kannte.
Die hochgesteckten Haare sind geblieben. Die objektive Attraktivität nicht so ganz. Das Gewicht ist wieder höher, allerdings dank Sport auch der Grad an Fitness und Körperbewusstsein. Doch subjektiv fühle ich mich gerade attraktiv. In rot und schwarz auf hohen Hacken nehme ich mich anders wahr.
Ist Attraktivität eine Frage äußerer Parameter oder des Lebensgefühls? Ich glaube, letzteres …
Und um Ginas Frage zu beantworten: nein, ich wählte die Frisur nicht in einer Hoch-Phase, sondern eher im Gegenteil .. aber ich denke, sie wird noch länger zu mir passen. Jedenfalls, so lange die Haare noch Volumen haben und nicht „verkehrt“ aussehen in meiner wegen Ausbleichens ab und zu nachgetönten Naturfarbe dunkelbraun. Denn graue, dünne, zisselige Altfrauenhochsteckfrisuren, die finde ich furchtbar. Dann wird es vielleicht auch der „praktische“ Kurzhaarschnitt. Hoffentlich aber erst in vielen Jahren …
14.11.2013 um 07:08 Uhr
Zwischen unbequemen Stühlen
„Es ist kompliziert“
Auf Beziehungen bezogen, pflegt dieser Ausdruck die Tatsache zu verschleiern, dass jemand sich in einem Schwebezustand oder auf einer Achterbahn befindet, meist mit mehr Mitfahrern als zulässig.
Da ich seit fast zwei Jahren als Single-Rolle durchs Leben gehe, bedeutet der Ausdruck ein momentanes Gefühl der Machtlosigkeit in mehreren Lebensbereichen. Nur temporär, aber trotzdem fühlt es sich seltsam an.
Es ist, als ob der bevorstehende örtliche Wechsel mein Leben gerade komplett bestimmt. Und vor allem die erzwungene Untätigkeit tut das. Maschinenstillstand. Obwohl an so vielen anderen Ecken Aktivität wichtig wäre. Noch ein Monat, dann darf ich endlich handeln.
Betrachte ich die Männer in meinem Leben – Plural, aber ein neutraler Plural, da keiner von ihnen auch nur ansatzweise nah ist – dann fühle ich irgendetwas zwischen nichts und Verwirrung. Langeweile. Überdruss. Und auch hier Ungeduld. Für Hirnwerker bin ich momentan wohl eher ein Strohhalm … Stress im Job und Einsamkeit in seinem selbstgewählten Kuhkaff-Exil. Dazu kommt, dass sein Sprungtheater vom letzten Jahr tief sitzt bei mir. Ich mag ihn, aber ich vertraue seinen Gefühlen nicht. Al Dente und ich mögen uns, aber mehr ist da nicht und wird da nicht. Potenzial Freundschaft.
Und dann ist da das, was ich wegschiebe. Weil es nicht passt. Nicht richtig ist. Nicht nur ich schiebe. Gerade ist mal wieder Sendepause. Mit einer meiner unangenehmen Fragen bin ich wohl zu tief geraten. Aber meine eigene innere Reaktion auf das folgende Schweigen zeigt mir, dass ich auf keinem guten Weg bin. Ich werde mir noch etwas Zeit lassen und keine übereilte Entscheidung treffen. Aber vielleicht muss ich eine Freundschaft aufgeben, um frei für eine Liebe zu sein. Denn ich habe das Gefühl, dass die Art dieser Freundschaft mich daran hindert, offen für jemand Neuen zu sein. Dieser Mann ist meinen Gedanken und Gefühlen sehr, sehr nah. Aber NUR das. Und das reicht mir nicht. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich das andere mit ihm wollen würde. Ich erkenne nur allmählich, dass die Nähe, die unser meist schriftlicher Austausch erzeugt, mir nicht reicht.
Auf der anderen Seite genügt mir aber auch das Angebot körperlicher Nähe nicht. Deshalb halte ich den Hirnwerker auf Abstand. Und träume im Halbschlaf von einem Mann ohne Gesicht, den ich fühlen, aber nicht sehen kann. Es ist kein realer Mann. Sondern mein inneres Bild davon, wie sich Zusammensein anfühlen kann. Eine bestimmte Art, mich zu berühren, die Hand auf meine Wange zu legen und mich mit einer sanften und doch kraftvollen Bewegung an sich zu ziehen. Eine Bewegung, die „du gehörst zu mir“ sagt. Das ist es, was ich mir wünsche in meinem Halbschlaf und manchmal auch in „richtigen“ Träumen.
Seltsame Pfade gehen meine Gedanken da. Auf der einen Seite organisiere ich mein Leben gerade so, wie es zu meiner Singelei passt, auf der anderen Seite wünsche ich mir einen Partner. Es ist gut und richtig, aus Dorf wegzugehen. Feline hat es nicht verstanden, als ich ihr erklärte, dass Dorf kein Ort für Singles sei. „Willst du deinen Wohnort von einem Mann abhängig machen?“ fragte sie. „Nein, Feline. Aber ich mache ihn von meiner eigenen realen Lebenssituation abhängig. Und Fakt ist, dass ich mich in meiner Single-Lebenssituation hier nicht wohl fühle. In einer Paar-Situation wäre das anders, weil das Leben eines Paars sich mehr nach „innen“ richtet, während das eines Singles mehr nach „außen“ geht.“ Und das ist der Kern. Wer sein Privatleben zuhause hat, dem ist der Ort meist ziemlich wurst. Wer für sein Social Life nach außen geht, der braucht Infrastruktur. Blue, Wirbel und ich können unser Familienleben an jedem Ort haben – aber zumindest für Wirbel und mich spielt sich soziales Leben in Arbeitsstadt ab. Und auch Blue geht mehr und mehr nach außen, wie es für einen Teenager gut und richtig ist. Hat sich in der Fahrschule angemeldet, trifft sich auch mal abends mit Freunden für ein paar Stunden, geht ab und zu aus. Und überlegt, was er wo studieren könnte nach seinem Abitur im Sommer 2015. Seine Ideen sind übrigens gar nicht schlecht. Würde zu ihm passen. Und dann wäre wahrscheinlich auch die Wohnungsentscheidung für ihn nachträglich legitimiert. Er beginnt zu sehen, dass der neue Ort nach einer kurzen Fahr-Belastung für ihn viele Vorteile haben wird.
Ich mag Dorf sehr. Aber ich mag meine eigene Lebensqualität noch mehr. Und das hat dann auch Feline verstanden.
Stand by für Gefühle bis Dezember? Ist das die Lösung?
Vielleicht muss ich einfach nur meinem Kopf und meinen Händen anderes zu tun geben bis dahin. Überfällige Dinge erledigen. Mein Leben sortieren. Aber die Wartezeit reizt dazu, wirren Gedanken- und Gefühlsschleifen sich zu überlassen … unsortiert bin ich. Und deshalb gehe ich jetzt eine Extralänge am Zellophanfluss .. ich brauche den Rhythmus meiner Schritte, um ein bisschen mehr bei mir anzukommen heute.
Und du, lieber Freund … lass es dir heute gut gehen …
11.11.2013 um 15:01 Uhr
Rückzug aus dem Netz?
Ein gerade gefundener Eintrag von „poisonist“ macht mich nachdenklich. Sie hinterfragt die Sinnhaftigkeit sozialer Netze und verabschiedet sich für eine Weile. Als ich das las, fragte ich mich, ob das wirklich der richtige Weg ist. Denn es sind die Menschen und nicht die Netze, die aus dem Ruder laufen. Für mich ist Internet von Anfang an eine Erweiterung von Netzwerken gewesen, nicht der Austausch des Realen gegen das Virtuelle. In Zeiten, in denen ich freiberuflernde „Einzelkämpferin“ war, fand ich „Kolleginnen“ im Netz. Einige davon wurden über den fachlichen Austausch zu echten Freundinnen, die mich seit fast 15 Jahren begleiten. Als meine Kinder klein waren, wurde das Netz mein Stammcafé, in das ich zwischendurch immer mal wieder für ein paar Minuten gehen konnte, wenn mir nach „erwachsenen“ Themen und humorvollem Austausch war. Auch diesem „Stammcafé“ verdanke ich mehrere inzwischen langjährige und sehr reale Freundschaften. Immer war das Netz auch Arbeitsmittel. Wenn ich heute in Sozialnetzwerk Nr. 1 aktiv bin, dann auf eine Art und Weise, die oft berufliches mit Privatem verknüpft. Und ich bin mir bewusst, dass ein „Like“ von mir Projekte und Anliegen weitertragen kann. Deshalb setze ich es besonders gerne unter Dinge, die mir am Herzen liegen, teile Mitteilungen von Organisationen, die ich unterstützen möchte und kommentiere intelligente Postings, die zum Nachdenken anregen. Außerdem organisiere ich gemeinsam mit anderen über Sozialnetzwerk Nr. 1 eine Freizeitgruppe in meinem beruflichen Umfeld: wir wandern gemeinsam. Von mir wird der geneigte Leser keine peinlichen Videoclips oder Witze-Postings finden. Meine virtuellen Alarmanlagen sind recht sensibel eingestellt.
Und selbst Blogigo bleibt nicht virtuell. Dachte ich noch vor zwei Jahren, dass Tagebuchschreiben ein eher selbstbezogen-einsames Vergnügen sei, so bin ich längst eines Besseren belehrt und pflege einige Kontakte in dieser Plattform, die über persönliche Mails, Telefonate und Treffen zunehmend an Realität gewinnen. Echte Menschen mit echten Leben, lesbar reichem Geist und anziehender Persönlichkeit.
Menschen wie die, die mir begegneten – die sind es, weshalb ich das Internet so schätze. Und weshalb es mir so wichtig ist, mich hier zu bewegen.
Und gerade deshalb stelle ich die Frage, ob es nicht der falsche Weg ist, dass sich die Sensiblen und Denkenden aus dem Netz verabschieden, angeekelt von der dummdreisten Masse? Sollten nicht gerade sie bleiben, um Leuchtfeuer zu sein? Beispiele dafür, wie virtuos virtuell sein kann und dafür, dass virtuell nie virtuell ist, sondern immer so real wie die Menschen am Bildschirm?
Ich gebe Poisonist recht – vieles löst auch bei mir Fremdschämen aus! Aber ich habe mich bewusst für den anderen Weg entschieden. Denn nur wenn ich es selbst anders und für mich richtig mache, habe ich einen Hebel, um auch andere davon zu überzeugen.
Es sind nicht die Medien … es sind immer die Menschen …
11.11.2013 um 08:18 Uhr
Startbox
Kennt ihr den Moment, wenn überzüchtete Vollblüter zur Startbox an der Rennbahn geführt werden? Tänzelnd, den Kopf unruhig hin und her werfend. Nun … genau so geht es mir gerade. Nur, dass meine Startbox etwas länger geschlossen bleiben wird, während ich den Tumult der Menge höre und die offene Bahn vor mir nur ahne. Noch fünf Wochen bis zum Vertragsbeginn. Noch drei Wochen bis Kellerschlüssel. Und dann die Hoffnung, an besagtem Wochenende schon die Keller ausstatten zu können. Und Bücher und Geschirr fahren zu können, um die Kisten wiederverwenden zu können. Ich werde wohl meine Wanderer fragen, ob sie mir bei der Kelleraktion helfen können. Einige von ihnen haben Kombis, mit denen die vier Schränke aus den Kinderzimmern und die paar Regalleitern kein Problem sein dürften. Noch zwei „untätige“ Wochenenden …
Heute oder morgen werde ich erst mal mit der Telefongesellschaft konfererieren müssen … irgendwie passt die Korrespondenz nicht zusammen. Das muss der freundliche Mitarbeiter mir entwirren … ich rufe nicht mehr an, sondern gehe persönlich im Laden vorbei. Geht schneller und ich habe einen namentlich bekannten Menschen vor mir statt des anonymen Call Centers.
In dieser Woche habe ich noch einiges auf der beruflichen Abhakliste. Doch ab nächste Woche ist dann die Umzugskorrespondenz dran. Adressänderungen mitteilen. Gottseidank habe ich beim letzten Umzug fast alles recherchiert und muss jetzt nur noch mit der neuen Adresse ausdrucken und faxen/scannen/mailen.
Wartezimmer-Feeling total eben. Und wie beim Warten üblich, schweifen die Gedanken. Wie kann es sein, dass Männer, sobald ich gleichgültig bin und zeitarm, um so emsiger werden? Hirnwerker zum Beispiel schlägt mir einen Termin nach dem anderen vor, die ich bislang, „busy“ wie ich bin, in Reihe ablehne. Vielleicht treffe ich ihn am nächsten Wochenende. Mal sehen. Im Grunde aber auch nicht wichtig.Jetzt ist nicht die Zeit für emotionale Kapriolen. Jetzt ist die Zeit für wirkliche Veränderung. MEINE.
Und wohl nicht nur meine. Der Cineast macht mir Sorgen. Zusätzlich zu den Krankheiten in seiner Familie schlägt der Stress ihn jetzt KO. Sehstörungen und Schwindel. Irgendwann macht der robusteste Mann mal schlapp. Und emotional scheint er auch in die Schlussphase seines inneren Kampfes einzutreten. Er gesteht sich gerade ein, dass es eine Frage der Zeit ist, wann er und seine Frau sich trennen. Es fällt ihm schwer, die gemeinsame Vergangenheit loszulassen und es fällt ihm schwer, das Gefühl von Familienleben loszulassen. Aber er wird es tun müssen, wenn er nicht völlig vor die Hunde gehen will in einer Ehe, die keine mehr ist. Ich würde ihm gerne helfen, kann es aber nicht. Diesen Weg kann er nur alleine gehen, denn so eine Entscheidung muss in eigener Verantwortung getroffen werden … auch wenn es dann länger dauert, als Außenstehende nachvollziehen können. Von innen sieht halt vieles anders aus. Das Einzige, was ich ihm mit auf den Weg geben kann ist eine Warnung: Trennung funktioniert nur von etwas weg, nie zu etwas hin. Und jeder, der sich trennt, muss das Weggehen ganz vollziehen und dann die Phase des bei sich selbst Ankommens durchleben. Erst dann ist der Zeitpunkt da, wieder auf etwas neues … auf JEMANDEN … zuzugehen. Und das Weggehen ist eine sehr, sehr einsame Entscheidung und ein einsamer Prozess. Freunde können nur da sein … an der Seite.
10.11.2013 um 10:22 Uhr
Bierchen Al Dente und der „Rouge et Noir“-Effekt
Gestern abend trafen Al Dente und ich uns zum „Bierchen“. Ein Ereignis, das bereits im Vorfeld für neugierigste Fragen sorgte. Vor allem beim Münchner Kindl, das ich nachmittags in Arbeitsstadt beim Stiefelkauf beraten durfte. Denn natürlich hatte ich ob der gewählten Bierlokalität ein etwas anderes Outfit gewählt als sonst für Shopping und Kaffee üblich. Wobei es eigentlich nur die 5 cm mehr Absatz, eine gemusterte Strumpfhose und der rote Schal waren, die den knielangen Wildlederrock und die kurze gefilzte Jacke im Bikerstil zu einem Abendoutfit machten. Münchner Kindl jedenfalls fiel der schwarzrot-Effekt ebenso auf wie zwei Männern, die am Tisch vor dem Durchgang zu den „Erfrischungsräumen“ aka WC sassen. Und im Gegensatz zu den unbekannten Kaffeetrinkern fragte sie nach. Wer? Wie lange kennst du ihn? Woher? Und staunte, als ich wahrheitsgemäß „fast fünf Jahre“ antwortete. Und dabei merkte, wie anders es sich anfühlt, Menschen wiederzutreffen als sie neu kennenzulernen.
Gut nämlich. Und das vom ersten Moment an. Al Dente hat sich nicht verändert. Ein bisschen ruhiger ist er geworden. Zugenommen hat er, wobei er schon damals mehr als stämmig war. Was sich aufgrund einer körperlichen Einschränkung erklärt, die ihn von Bewegung abhält. Vom Eindruck her ist er der Gleiche wie vor knapp fünf Jahren. Ein intensiver Mensch und sehr interessanter und aufmerksamer Gesprächspartner, mit dem ich mich keine Minute lang langweilte und den ganzen Abend lang wohlfühlte. Wir probierten uns durch die Karte des Galliers, genossen köstlichste Schalentiere und unsere Unterhaltung. Und anschließend zeigte ich ihm, der seit Jahrzehnten in Nachbargroßstadt lebt, noch einen Ort, den er nicht kannte – das urige Bierhaus nebenan nämlich, in dem wir nach dem Gelage unseren „Absacker“ nahmen.
Wie endete der Abend? Für Al Dente und mich mit einer festen Umarmung und dem Vorsatz, nicht wieder fünf Jahre verstreichen zu lassen bis zu unserem nächsten „Bierchen“.
Für mich mit einer Bahnfahrt nach Dorf und einem Schrecken. Der soll aber hier unerwähnt bleiben und betrifft nur BesteFreundin und mich.
09.11.2013 um 08:20 Uhr
Kehraus … virtuell
Meine Freunde sind mir näher als meine (Herkunfts-)Familie.
Deshalb tue ich mich auch so schwer damit, dass virtuelle Plattformen jeden Kontakt direkt in den Freundesrang erheben wollen. Und kämpfe gerade mit der Technik, die mir ermöglichen soll, das etwas nivellierter zu handhaben. Denn meine „Freundesliste“ in der marktführenden Kontakthof-Einrichtung umfasst mittlerweile gut 200 Menschen. Und die bezeichne ich, obwohl ich fast alle persönlich und zum größten Teil recht gut kenne, nicht sämtlich als Freundinnen oder Freunde. Und so mache ich mir anlässlich des physischen Umzugs auch Gedanken darüber, wie ich mit meinen virtuellen Kontakten künftig umgehen mag. Und wo ich die feine, aber wichtige Informationstrennlinie ansetze.
Blogigo bekommt eine eigene Kategorie „Küchentisch“ … denn mit Euch hier sitze ich gedanklich an einem großen Tisch in einer gemütlichen Wohnküche. Und das tut gut. Immer wieder zwischendurch. Eine angenehme Präsenz, die mir schon viele Impulse gegeben hat. Dabei dachte ich mal, bloggen sei eine einsame Angelegenheit!
Meine Wahlfamilie, meine Job-Kontakte … und ein Sammelbecken für Menschen, die ich mal irgendwann traf, interessant fand und mit denen es ganz dünne, aber haltbare Kommunikationsfäden gibt – zum Teil sehr weite Distanzen überwindend.
Tja … und die schwierigste Kategorie. Kontakte, die ich eigentlich als nicht existent betrachte, deren Löschung aber vielleicht Vergrätzung auslöst. Kollegen, die mich addeten, mit denen ich aber selbst beruflich kaum zu tun habe. Dorfbewohner, die ich auf der Straße grüße, mit denen ich aber im Virtuellen nie eine Zeile tauschte. Und Menschen, die ich über ehemalige Partner kennenlernte, mit denen aber keine „eigenen“ Freundschaftsbande mich verknüpfen.
Wie seht Ihr das? Kann ein virtueller Kontakt eine Lebensphase lang intensiv sein und hat dann keinen Anspruch auf Dauer? Oder ist jeder Kontakt „zementiert“?
Ist die Sichtweise legitim, einen für mehrere Jahre inaktiven Kontakt, dessen Leben sich von meinem entfernt hat, zu löschen, wenn mich seine Entwicklung nicht (mehr) interessiert? Auch wenn der Mensch im realen Leben vielleicht drei Häuser weiter wohnt?
Ich denke, es ist Interesse, das echte Freundschaften ebenso auszeichnet wie ihre virtuellen Abbilder. Und allein aus Interesse löschte ich zum Beispiel Al Dente nicht aus meinen Kontakten. Auch, wenn wir Jahre nicht direkt miteinander kommunizierten, sondern nur streiflichtartig Nachrichten über Statusmeldungen auffingen. Und auch, wenn ich mich noch in Grund und Boden schäme für die Zeit, als dumme kleine Online Bauernspiele die Bildschirme denkender Menschen verspämmten. Es scheint ihn nicht vergrätzt zu haben … siehe Eintrag „Bierchen“ vor ein paar Tagen.
Fazit für mich: meine Netzpräsenz spiegelt immer mein Leben und meine Interessen … und der Begriff Freundschaft ist real. Und eben weil ich den virtuellen Freundesbegriff nicht teile, werde ich in den nächsten Tagen mal durchforsten, wem ich welche Information zeigen mag und wem nicht.
Schön, auch mein virtuelles Zuhause klarer zu gestalten …
08.11.2013 um 18:25 Uhr
Vorratshaltung
Jetzt, wo ich aussortiere, merke ich erst, wie viel in meinen Schränken ist. Und wie wenig ich eigentlich brauche. Angefangen bei den Lebensmitteln. Ein- bis zweimal pro Woche eine gemischte Tüte … und unser Vitaminhaushalt ist so gut wie sichergestellt. Und wie ich der Unmengen Bananen Herr werde, die der Marktmensch immer ganz unten hineinpackt, so dass sie ziemlich weich werden, weiß ich jetzt auch: Bananenbrot. Gerade zum ersten Mal ausprobiert, Mengen frei Schnauze und statt Backpulver Hefe hineingekippt, dazu einen Rest Müsli. Lecker ist es geworden – sagt auch Wirbel! Jetzt muss ich nur noch herausfinden, durch was ich das Hühnerei ersetzen muss, damit der leckere Kuchen vegantauglich wird … einfach mehr Öl? Und ich frage mich, ob Bananenbrot vielleicht auch als herzhafte Variante schmecken könnte … mit Curry? BIs zum Umzug werde ich sukzessive die Vorräte verkochen … und dann nur noch kaufen, was ich in der gleichen Woche verbrauche. Die Vorratshaltung betrifft auch anderes … Kerzen zum Beispiel. Auch hier: Kaufstopp.
08.11.2013 um 17:09 Uhr
Das Schweigen der Würmer
Ein mysteriöser Massenselbstmord erschütterte heute das rechte Ufer des Zellophanflusses. Passanten bahnten sich ihren Weg durch Leichenberge und die Aasfresser, die eilfertig herbeigeeilt waren. Woher kamen diese Fremden? Und was bewog sie, zu Hunderten ihrem Leben ein Ende zu setzen? Es konnte noch nicht lange hersein, denn einige krümmten sich sogar noch. War es ein religöser Akt? Eine Protestaktion?
Wir werden es nie erfahren. Denn das Massensterben wird nicht in die Öffentlichkeit gelangen. Niemand wird eine Untersuchung anordnen. Nicht wegen ein paar hundert Regenwürmern.
Aber befremdlich war es doch …
07.11.2013 um 07:02 Uhr
Kaleidoskop
Obwohl jahreszeitlich noch Herbst auf dem Etikett steht, fühlt sich das Dunkle nach Winter an. Während in meinem Leben umzugsbedingt Aufbruchsstimmung herrscht, blicke ich um mich herum auf Jahresschlussstress und verschiedenste Sorgen und Traurigkeiten. Ein Freund, der mir sehr am Herzen liegt, kämpft gerade an besonders vielen Fronten. Zusätzlich zu den „normalen“ Baustellen seiner Entfernungs-Ehe sind gleich zwei Familienmitglieder schwerst erkrankt. Und gerade versucht er den Spagat, hier in Arbeitsstadt zu funktionieren und immer wieder nachmittags in einer 1,5 Fahrstunden entfernten Intensivstation jemanden daran zu hindern, sich aufzugeben. Fast nichts kann ich für ihn tun … nur zuhören.
In meiner eigenen Familie ist passiert, was ich befürchtete. Obwohl meine Schwester das Thema Haus in einem guten Moment vorbrachte, sind meine Eltern zu sehr in Gewohntem verhaftet, um eine Entscheidung treffen zu wollen. Doch nicht Entscheiden ist auch eine Entscheidung. Ich sehe die Gesundheit meines Vaters rapide verfallen. Bald wird er mit seinem „Gehfrei“ auch nicht mehr den Zuweg hinaufkönnen. Geschweige denn die Treppe im Haus bewältigen, die zu Küche, Wohnzimmer und seinem Schlafzimmer führt. Kurzsichtig ist dieses „noch nicht“. Und wird bedeuten, dass irgendwann ein Umzug unter Umständen stattfinden muss, die für beide unangenehm sind. Ich bin froh, in dieser Diskussion nicht zu stecken …aber ich befürchte, dass irgendwann die Konsequenzen auch mich treffen.
Gut, dass ich gleich den Weg und die kühle Luft habe. Es geht so viel durch meinen Kopf derzeit. Arbeitsprogramme, Details zu meinem Umzug und die Menschen um mich herum. Vor allem zum Job muss ich mir noch ein paar Gedanken machen, bevor ich in meine „Winterpause“ gehe … diesmal sogar für vier Wochen. Denn ich habe noch zwei Überstunden-Wochen (nur eine darf ich „mitnehmen“ ins nächste Jahr) und sogar noch Resturlaub aus 2012. Kommt mir in Anbetracht des Umzuges sehr entgegen. Die Woche vor Weihnachten wird zwar hektisch, weil ich die „Basics“ gerne bis zum Fest fertig haben will, aber ich werde es sehr geniessen, dass wir drei uns in den Weihnachtsferien in Ruhe „einleben“ können an unserem neuen Ort. Im Job tut sich gerade viel … und Mitte des Monats werde ich mein Jahresgespräch mit Cheffe haben. Im Prinzip nichts Wildes. Denn in unserer Großküche sind diese Gespräche in einen engen formalen Rahmen gegossen. Aber da sich bei uns gerade alles neu sortiert, möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine Verantwortlichkeiten klarer zu definieren. Klar machen, dass meine spezialisierten Beiträge weder Zuarbeit noch „Vorkochen und andere den Dreck wegmachen lassen“ bedeuten. Ich habe halt diese eine spezielle Aufgabe, oder zwei, oder drei … und die mache ich gut und schnell. Sie bedingt aber auch, dass ich in ungewöhnlich großem Maße in Projekten anderer involviert bin. Hier möchte ich eine Klärung meiner Rolle. Von der Seite. Nicht oben oder unten. Das entspricht den tatsächlichen Erfordernissen. Ich gehe in der Küche herum und würze nach, einfach ausgedrückt. Und manchmal entwickle ich auch Rezepte, die zu bestimmten, neuen Gewürzen passen, die unsere Lieferanten mir anbieten. Oder ich treibe mich in den Versuchsküchen dieser Lieferanten herum. Und sorge dafür, dass einige unserer Rezepturen ein wenig öfter und woanders auch gekocht werden. Was will ich? Ich will, dass diese Stand Alone Merkmale in meiner Job-Beschreibung auftauchen. Für mich. Auch wenn es wirtschaftlich nichts bewirken wird. Aber meine Zufriedenheit generiert sich derzeit eh aus dem Privaten. Der Umzug ist reine Freude!
Eine Entwicklung freut mich übrigens besonders: Blue versteht allmählich, dass der neue Wohnort auch für ihn Vorteile hat. Denn Arbeitsstadt ist für ihn Hobbystadt. Die Jugendeinrichtung, in der er sich ehrenamtlich engagiert , ist vom neuen „uns“ aus viel schneller zu erreichen. Per Bus gerade mal eine Viertelstunde. Er wird ruhiger, der Blue, erwachsener. Und ich denke, in der neuen Wohnung wird vieles an unserem Zusammenleben auch noch reibungsloser und angenehmer.
05.11.2013 um 16:04 Uhr
Vorweihnachtliche Rezeptsammlung
War es Kieselstein oder Lousalome, die das Männer-Stöckchen angeregt haben? Und in Anbetracht der Tatsache, dass bald Advent ist und allethalben die Supermarktregale von Gebackenem bersten, könnten wir uns ja einfach den idealen Mann backen. Einen gleichnamigen Blog gibt es ja schon, aber hier sind die zehn wichtigsten Zutaten für MEINEN „gebackenen Mann“:
1. Hirn, Hirn, Hirn – die Tochter einer Freundin sagte mal, dass die meisten Jungs nicht intelligent genug seien, um nett zu sein. Abgesehen davon, dass nett für mich die kleine Schwester von Sch … ist, hat sie recht!
2. Humor – und zwar pechschwarzen, klugen, britischen, messerscharfen. Nichts ist tödlicher als ein Kerl, der dumme copy&paste Witzchen weiterverschickt oder über Alleinunterhalter-Frauenfeind-Witze lacht.
3. Eigenständigkeit – alles andere als ein Mitläufer. Unabhängiger Selbstdenker. Ein bisschen Freigeist.
4. Entscheidungsfreudigkeit – ich mag Menschen, die entscheiden und Verantwortung übernehmen.
5. Globale und urbane Denkweise (Ich bin ein Stadtmensch und eher international in meinen Kontakten und meiner Art – das würde nicht zu einem sesshaft-bodenständigen Landmenschen passen)
6. Soziale Bindungen und Netzwerke – jemand, der Freunde und Kontakte hat und diese Beziehungen pflegt.
7. Gefallen – nicht bestimmte Kriterien, sondern der Gesamteindruck. Mir gefallen allerdings eher große als kleine Männer.
8. Bewegung – körperlich wie geistig – und Veränderung … alles, nur keine Stagnation
9. Er ist in mich verliebt und ich in ihn.
10. Er ist ebenso wie ich frei, aus diesem Gefühl auch eine Beziehung wachsen zu lassen.
04.11.2013 um 07:57 Uhr
Bin ich oberflächlich?
Und genausowenig, wie ich mir den bodenständigen Häuslebauer vorstellen kann, der mich zu zweisamen TV-Abenden vor seinen Elektrokamin und fröhlichem Laubrechen verdonnern will, kann ich mit dem Gegenteil etwas anfangen: dem „Mann mit flexibler Tagesfreizeit“, für die es ja auch mehrere Gründe geben kann. Den Frührentner, den finanziell Unabhängigen oder auch den Mann, der irgendwie aus allem Regulären gerutscht ist. Für eine Bekanntschaft/Freundschaft ok. Aber für eine Beziehung unterscheidet sich unser Leben zu sehr. Da möchte ich doch auch mein Leben teilen und nicht nur am Lebenskonzept des anderen teilhaben. Und das müsste ich insbesondere bei den beiden letzten Kategorien. Ich würde mich abhängig fühlen. In beiden Richtungen. Verpflichtet.
Und deshalb suche ich weiter nach dem Mann „auf Augenhöhe“ …
04.11.2013 um 07:41 Uhr
Shopaholic
Die Bücher von Frau Kinsella habe ich vor einigen Jahren mit Amüsement in irgendwelchen Zügen gelesen. Reisefutter. Und dann vor gut einem Jahr wieder mit leisem Schaudern…. sie stehen noch im Regal und ich werde sie wieder lesen. Nicht, weil sie so wunderbar geschrieben wären. Sind sie nicht. Sondern weil mir die ruhelos nach dem nächsten Einkaufskick suchende Heldin in mancher Szene einen Spiegel vorhielt. Und nicht nur mir. Jahrzehntelang kaufte ich Kleidung ohne Plan. Immer, wenn mir etwas gefiel oder manchmal auch, weil es gerade so schön heruntergesetzt war. Nicht so extrem wie im Buch beschrieben. Niedrigere Preisklasse vor allem. Nicht bis zum finanziellen Ruin. Und was ich kaufte, trug ich auch, bis auf sehr, sehr wenige Schnäppchen-Fehlkäufe. Allerdings war mein „Umschlag“ groß, da ich immer wieder ab- und zunahm in den letzten drei Jahrzehnten und so sich durchschnittlich alle drei Jahre der Schrankinhalt änderte, weil ich bei jeder Abnahme optimistisch und bei jeder Zunahme traurig die nicht mehr passenden Stücke weggab.Und ich kaufte aus den falschen Gründen. Nicht, weil ich etwas wirklich brauchte, sondern aus Unsicherheit und Nervösität, wenn ich eine „Rüstung“ brauchte, aus Lust am Suchen und Finden und aus Frust. Und auf der Suche nach dem „perfekten“ Teil viele nicht perfekte Teile, die dann als Kompromiss den Schrank füllten und das Konto leerten.Meine Farb-Entscheidung in diesem Sommer war weit mehr als eine modische Richtungswahl. Das merke ich bei jedem Stadtbummel. Das Beste zuerst scheint kein willkürlicher Blogtitel, sondern ein funktionierendes Programm. Ich bin im Reinen mit mir, meinem Körper und meinem Stil. Und ich stelle fest, dass ich nichts mehr haben will, was nicht wirklich zu mir passt. Selbst keine Super-Sonderangebote und auch die schönen Sachen von Carol nicht. Weshalb ich das schreibe? Weil ich Samstag mit Glamour Girl in der Stadt war. Und mir plötzlich auffiel, wie wahllos sie einkauft. Und in Selbsterkenntnis feststellen musste, dass ich da noch vor einem halben Jahr locker mitgezogen hätte …Die Dinge, die sie kaufte, waren für sich gesehen preiswert bis billig. Und nur ein einziges Teil hätte ich auch gekauft. Ein Basisteil, einen schönen und individuellen Mantel. Ich glaube, die anderen 10 Teile wird sie ein oder zweimal tragen und dann verschwinden sie in den tiefen ihres Schranks, wo in jedem Fach vier Stapel Kleidung liegen – zwei vorn, zwei dahinter.
Ich kaufte auch ein an diesem Samstag. Ein Merinotop in strahlendem rot. Im Outlet und für unter 20 Euro. Dieses Top werde ich oft tragen und es ist hochwertig. Schön, dass ich mir diesen Luxus selbst im Umzug noch gönnen kann.
04.11.2013 um 06:51 Uhr
Hmmmmmpf …
Da sucht Frau Rolle zwecks Verwirklichung ihres Einrichtungstraums nach einem Sessel mit Ohren. Und findet auch einen. Sehr schön, schwarzledern und mit eleganten Formen.Sogar preiswert. Und merkt dann, dass sie vergass, in der Secondhand-Plattform die Regionalsuche einzustellen. Und dummerweise das Angebot viele km den Zellophanfluss hinauf ist. In der Stadt, die im Quadrat lebt, wie sie selbst behauptet. Der Stadt, die früher öfter mal mit künstlich erbuntetem Wasser auf sich aufmerksam machte dank der ebenso freundlichen wie versehentlichen Unterstützung eines ansässigen Wirtschaftspartners. Böse Zungen würden das auch als C*emieunfall bezeichnen.
Jedenfalls steht dieser Traumsessel in Quadratstadt und Frau Rolle könnte sich gerade in den A … beissen. Hätte ich ihn nicht gesehen, würde es jetzt auch nicht „nagen“ …
Ich habe jetzt mal den Anbieter angeschrieben, ob er „bitte, bitte“ auch versenden würde … ist ja nicht die Kaufbucht, sondern eine kleinere Plattform und definitiv ein Privatmensch …
03.11.2013 um 19:21 Uhr
Tu was du willst … und zahl den Preis!
Die CD Eigensinn (Sprenger) hat mir vor Jahren eine gute Freundin geschenkt. Damals brauchte ich sie dringend, um wieder eigenen Sinn zu fühlen. Und sie hat mich als stiller Soundtrack jetzt fast 10 Jahre begleitet. Stiller Soundtrack deshalb, weil ich sie eigentlich bis auf die ersten zwei Monate der damaligen Krise nie wieder abgespielt habe. Nur einmal für jemand anderen. Und viele Male im eigenen Kopf. Drei verschiedene Lieder. Eines handelt von Entscheidungsfreiheit und Konsequenz. Und es hat mir geholfen, zu verstehen, wie teuer manche Entscheidung wirklich ist. Oder wie preiswert, je nach Perspektive. Jede Entscheidung kostet. Manchmal nur in Geld. Aber oft genug viel teurer im immateriellen Bereich. Sie kostet Aspekte von Lebensqualität. Sie kostet künftige Verpflichtung. Sie kostet Beziehungen.
Für viele Entscheidungen in meinem Leben habe ich mit Tränen und Sorgen bezahlt. Für andere zahle ich noch. Mit Atemnot und Platzangst, mit Zukunftssorgen und lähmender Verantwortung. Meine Entscheidung für einen Umzug war gleichzeitig ein Ketten sprengen. Den genauen Preis dafür kenne ich noch nicht. Aber ich bin bereit, ihn zu zahlen. Mit allen Konsequenzen. Heute habe ich einen Aspekt schon einmal gefühlt. Ich werde künftig nicht mehr im Wald laufen. Heute nachmittag lief ich meine Lieblingsstrecke sehr bewusst. Und ich werde auch zwei, drei andere Strecken noch einmal laufen, bevor ich gehe. Davon kann ich mich verabschieden. Es ist Teil des Deals. Und ich gewinne anderes dafür.
Dorf sehe ich inzwischen mit anderen Augen. So lange mein Gefängnis. Jetzt wieder einfach mein Heimatort, den ich liebe. Aber ich kann das auch aus einigen km Entfernung tun … und mich in Arbeitsstadt wohler fühlen. Ich muss Dorf nicht ablehnen, um wegzugehen. Auch damit habe ich jetzt endlich meinen Frieden gemacht. Ich KANN einen Ort lieben, ohne dort leben zu müssen.
Heute will meine Schwester mit meiner Mutter reden … das große Loslassen … und nach wie vor halte ich es für richtig.
03.11.2013 um 08:40 Uhr
Bierchen?
Al Dente und ich haben in den letzten Tagen wieder etwas gesmalltalkt … zwischendurch immer mal wieder einen oder zwei Sätze online in die Sprechblasen geschrieben. Nach der Feststellung „wir müssen mal wieder ein Bier trinken gehen“ wurde ein Termin gesucht und gefunden. Gestern abend nun kam ich von GlamourGirl zurück und fand einen Link im Postfach. Zu einem Brauhaus, das ich kenne. Dachte ich und fand ich gut.
Aber nein, es ging nicht um das Brauhaus heimischer Ausrichtung und solider Preisgestaltung, sondern um das gallische Etablissement nebenan. Er schickte mir einen zweiten Link und bei mir setzte der Speichelfluss ein … unmittelbar gefolgt von einem Angstschweißausbruch. Denn dieses Lokal hatte zwar alles auf der Karte, was Frau Rolle zu kulinarisch induzierten Höhepunkten treiben könnte, leider aber auch sehr unschöne Zahlen hinter den Appetit anregenden gallischen Namen. Mein Verhältnis zu Meeresfrüchten ist ja nun ein ganz besonderes. Denn ich bin einer der Menschen, die die meisten dieser leckeren Dinge bisher nur am Küchentisch mit Plastiktischdecke aßen, meist sogar selbst beschafft mit Eimerchen und Gummistiefeln oder frisch von im Austernwesen arbeitenden Freunden respektive tauchenden und fischenden Familienangehörigen „angeliefert“. So kam es, dass ich in einer etwas über zweijährigen Beziehung mit einem Normannen mehr Schalen- und Krustentiere aß als der durchschnittliche Gourmet in einer Dekade.Und ich mag sie, sehr. Wobei ich bei Austern immer noch die Sauce aus Schalotten und Rotweinessig der klassischen Zitronenvariante vorziehe und zwar in der Lage bin, einen Hummer schnell und effizient mit dem Absatz oder dem Nußknacker zu knacken, aber den Betrieb einer Hummerzange bis heute nicht verstanden habe (für die Tierschützer: mein letzter Hummer war … 1995? Auf einer Firmenfeier. Man hatte ihn dekorativ mitten aufs Buffet gesetzt. Was fehlte, war die Zange dazu. Also nahm die Kollegenschaft an, es handle sich um einen Dekorationsartikel der Plastikfraktion. Der Praktikant, mein Stilettoabsatz und ich waren anderer Ansicht. Und so aßen wir vor den Augen der neidischen Kollegen genüsslich Meeresgetier … und da soll noch mal jemand den Gebrauchswert hoher Absätze anzweifeln!!!).
Jedenfalls gehen wir Crustaces essen. Nicht zu verwechseln mit Crudites, was nämlich Rohkost bedeutet und schon manchen Touristen in Gallien zunächst zu preislichen Freudensprüngen und später zu enttäuschter Miene verführte 😉
Der Angstschweiß betraf natürlich die Finanzen … also trat ich die Flucht nach vorne ein. Und schrieb Al Dente, dass ich seine Restaurantwahl zwar kulinarisch äußerst verlockend, aber angesichts des bevorstehenden Umzugs und der doch prioritäten Notwendigkeit von Kaution, Umzugswagen etcetera für mich derzeit nicht finanzierbar ansehe. Es folgte eine Einladung. Bei Al Dente kann ich die auch annehmen. Weil er a) dazu mühelos in der Lage ist und ich b) direkt einen Vorschlag für eine Gegeneinladung in einem Restaurant meiner künftigen Umgebung machte und wir uns c) ja bereits seit Jahren kennen und einiges übereinander wissen. Also muss ich keine Angst haben, in eine Ecke zu geraten, in die ich nicht will.
Bei einem Menschen, den ich noch nicht kenne, hätte ich mich wahrscheinlich komplett quergestellt und auf dem ursprünglichen Bier-Plan bestanden. Aber so kann ich mich einfach auf einen schönen Abend mit einem sehr sympathischen Menschen freuen und neugierig darauf sein, welche Art von Bekanntschaft oder sogar Freundschaft sich aus diesem sehr elastischen Kontakt entwickeln könnte.
Und last not least das hübsche schwarze Kleid ausführen, das Carol Zee mir wie auf den Leib schneiderte … mit den unmöglich hohen und schalentierknacktechnisch optimierten Stiefelletten (die ich wahrscheinlich erst an der letzten Ecke vor dem Restaurant anziehen werde, um mir auf dem Kopfsteinpflaster in Nachbargroßstadt nicht alle Knochen zu brechen … )
02.11.2013 um 07:17 Uhr
Männer und Schokolade
Ein Buchtitel behauptet, dass Männer wie Schokolade seien, während die einschlägige Copy&Paste-Literatur behauptet, dem braunen Kakaobohnenerzeugnis sei jederzeit der Vorrang vor dem männlichen Geschlecht einzuräumen. Nicht ganz ernst zu nehmen, denn die gegengeschlechtliche Variante ersetzt Kakao durch Gerstenerzeugnis aka Bier. Frau Herr bezieht entschiedene Gegenposition und postuliert den Männerkonsum.
Was sagt das allerdings einer normalen Single-Rolle?
Null. In Worten: NIX.
Gestern allerdings erhielt ich im ganz wahren Leben sachdienliche Hinweise dafür, dass alle drei Strömungen im Recht sein könnten.
Hinweis 1: Schokolade macht glücklich, aber nicht satt. Männer einer bestimmten Kategorie auch
Hinweis 2: Auch nach der Begegnung mit einem Mann hört das Verlangen nach Schokolade nicht auf.
Hinweis 3: Es steht fest, dass Schokolade in größeren Mengen deutliche Spuren hinterlässt, ein Mann jedoch in der Regel nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel bzw. das Ausbleiben derselben)
Ich weiss … grau, grau ist alle Theorie.
Der Hirnwerker ist nun zweifelsfrei ein Mann. Und er hätte nichts dagegen, genossen zu werden. Sozusagen. Ernährungstechnisch fällt er jedoch in die Rubrik „emotionaler Fastfood“, denn nach dem, was ich mit ihm erlebte und aus inzwischen vielen Gesprächen über ihn weiß, ist er keiner, der „sättigen“ kann. Ein wohlschmeckender Snack, sozusagen. Mit der Garantie, nach einigen Stunden wieder hungrig zu sein. Gefühlsmäßig. Und den man/frau nicht im Übermaß geniessen sollte.
Frau steht aber nicht auf Fastfood, sondern – emotional gesehen – auf zelebrierte Menüs im Slowfood-Modus. AKA liebevolle Beziehungen. Also – um wieder im kulinarischen Bild zu bleiben – hat sie ein Dilemma, wenn kein solches Menü in Aussicht. Und eine Lösung dazu gefunden: Warum nicht ab und an ein wenig Fastfood … aber eben nicht den Hauptgang, sondern nur das Amuse-Gueuille … den kleinen Appetizer zum Aperitif?
Also verbrachte ich den gestrigen Tag mit dem Hirnwerker, wandernd, plaudernd und „snackend“. Als sehr hilfreich für die Appetizer-Variante erwies sich auch die U18-Anwesenheitsquote in der Wohnung 😉
Als der Hirnwerker nach dem Nachmittagskaffee fuhr, fühlte ich mich wohl. Scheint gut für mich zu sein, dieses Konzept. Nur eines machte mich nachdenklich: dieser plötzliche, unbändige Hunger auf Schokolade!
02.11.2013 um 06:49 Uhr
Je veux!
Im Unterschied zu Frau ZAZ will ich gerade nicht nur Liebe, Freude und gute Laune. Sondern ganz konkrete Dinge. Der Kleiderschrank ist im „grünen Bereich“ gelandet. Ich bin viel kritischer, wenn ich in der Stadt bin. Kaufe immer noch ab und an spontan etwas bei meinem Lieblingsoutlet, aber eben dann nur noch ein Teil statt einer Riesentüte. Ein schöner Blazer war es letzten Monat, ein echtes Basisteil. Und dafür geht wieder eine kleine Tüte Alt-Teile weg. Z.B. das Kleid mit den komischen Rostflecken am Saum, die nicht mehr rausgehen. Und auch beim Besuch meiner Lieblingsdesignerin Carol Zee, die Dank ihrer und meiner Freundin Glamour Girl endlich mal wieder in Deutschland aufschlug und einen Koffer mit ein paar schönen Stücken für uns mitbrachte,, blieb ich einigermaßen standhaft. Ich beschränkte mich auf ein schönes zweilagiges „kleines Schwarzes“ und einen hinreißenden roten Mantel aus weichem Jerseystoff mit einem sooo vorteilhaften Schnitt. Die schöne schwarze Jacke überliess ich einer anderen Freundin und das Mesh-Ausbrennerkleid legte ich tapfer zurück in den Koffer. Mein wirklicher Kaufrausch betrifft den Umzug. Mit glühenden Wangen surfe ich mich durch die Secondhand-Angebote. Denn ich habe wie bereits festgestellt ja inzwischen eine deutliche Vorliebe für Dinge mit „Patina“. Dinge wie Duschabtrennungen betrifft das natürlich nicht. Die werden neu bestellt, sobald ich sie zeitlich in die neue Wohnung liefern kann. Und auch Blue und Wirbel bekommen „neu“. Jeder einen Schiebetürschrank, ein Regal und eine Tischkombination in schwarzbraun vom Schweden. Drei mal 60 x 100 statt eines langen Tisches. Damit die Möbel flexibler sind, wenn sie später vielleicht mal einem anderen Zweck dienen sollen, z.B. als Esstisch zusammengeschoben. Finanziell hält sich der Aufwand in Grenzen, 350 Euro pro Zimmer sind machbar, zumal meine Patentante ja weihnachtshalber großzügig war. Dafür wird die Küche doch nicht aufgepeppt. Ich versuche, möglichst viele der alten Schränke zu integrieren und beide Arbeitsplattenstücke zu verwenden. Kommt halt beim weniger tiefen Stück Lochblech zwischen Wand und Platt oder wasauchimmer. Und die Theke muss auch warten, erstmal wieder Tisch und Stühle. Für mich gibt es zwei neue Schränke für insgesamt 400 Euro. Neue gebrauchte Schränke. Einen Vitrinenschrank für das Wohnzimmer und einen schönen Kleiderschrank für das Schlafzimmer. Weichholz alle beide und zu meinen bereits vorhandenen Möbeln gut passend. Der Schlafzimmerschrank soll schräg gestellt werden, was das Zimmer zwar verkleinert, aber für mich harmonischer aussieht, als wenn alle Möbel an den Wänden entlang „aufgereiht“ werden. Alternative wäre, die Kommode in die Ecke schräg zu stellen, falls der Schrank zu „wuchtig“ werden sollte dort. Aber bisher wird es der schräge Schrank. Und ich habe eine schöne Efeu-Lichterkette gekauft, die abends für sanftes Licht sorgen wird. A propos Licht. Ich überlege mehr und mehr, ob ich überhaupt noch Deckenlampen im Wohnbereich möchte. Mein Kronleuchter ist zwar toll, lässt sich aber leider nicht dimmen. Aber ich denke, ich werde ihn, wenn es von der Position her passt, wieder aufhängen über dem Esstisch. Darüber hinaus wird es aber nur „indirektes“ Licht geben. Mal sehen, wie lange meine Papierlampen es noch machen. Sie schwächeln leider ein wenig. Notfalls werde ich die Birnen herausschrauben und mit einer LED-Lichterkette arbeiten, die ich um den innenliegenden Leuchtstab wickle. Sie sind einfach zu schön, diese großen Papier-Paravents, die der Schwede leider nicht mehr im Programm hat … Vorhänge werde ich wohl keine neuen brauchen. Blue kann seine blauen mitnehmen, für Wirbel müssten auch noch welche da sein. Ins Wohnzimmer kommen wieder die edlen vanillegelben mit den Ornamenten, die BesteFreundin mir schenkte. Sie passen zu meinen Einrichtungsfarben. Und für das Schlafzimmer habe ich zwei oder drei Möglichkeiten im Schrank. Auch wenn ich langfristig gerne dunkelroten Samt hätte. Vorhangstangen werde ich allerdings brauchen. Mein „Je veux“ allerdings bezieht sich auf etwas ganz bestimmtes. Auf einen Teppich. Ich möchte im Schlafzimmer unbedingt einen runden Teppich haben. Und beim virtuellen Spiel mit dem V*iseno-Raumplaner fand ich einen cremefarbenen Teppich mit ornamentalen Mustern innen, der mir gut gefiel. Allerdings stand da nirgendwo, was das für ein Teppich ist und wo man ihn beziehen kann. So etwas ähnliches hätte ich gern. Am liebsten nicht ganz hellgrundig, eher beige bis sisalfarben und in der mitte dann weinrot bis aubergine mit anderen Farbakzenten. So ein bisschen Bollywood, ein bisschen Quilt, ein bisschen Zen …. die eierlegende Wollmilchsau in Teppichgröße eben. Und der Durchmesser sollte zwischen 1,30 und 1,70 liegen. Alternativ ginge auch ein schöner Kelim in dunklen Rottönen. Und ich habe natürlich ein Preislimit … bis zu 150 würde ich für ein wirklich schönes Stück ausgeben. Und natürlich darf er auch gebraucht sein. Geht nicht? Vielleicht findet ja eine von euch „meinen“ Teppich?
01.11.2013 um 08:58 Uhr
Große Erwartungen …
Vorwarnung: Ihr werdet hier nicht lesen, was ihr erwartet. Zugegeben, es ist auch anderes, als ich selbst erwartete. Wer also jetzt die Chips neben Couchen platziert, sollte die Schüssel vielleicht nicht allzu groß werden.
Sidekick: Angerufen werden ist schwer, wenn das Telefon von Wirbel auf dem Klo vergessen wurde bis der Akku leer ist … grrr.
Gestern also stylte ich mich zur Vorstufe von Gentlewoman-Vampir mit schwarzem Samtjackett, hohen Stiefeln, enger Hose und weißer Rüschenbluse, was morgentlichen Flussgang mit dickem Rucksack bedeutete. Nach der Arbeit (und raschem Ankauf eines weißen Stifts für die Vampirzähne) gingen BesteFreundin und ich dann mit großen Erwartungen und dickem Rucksack (ich, wg. dreckigem Sportzeugs und schnellen Einkäufen auf dem Weg) auf den großen Friedhof. Das Event fand in einer alten Kapelle statt. Wir wussten ja, dass es kein Grusel-Halloween-Abend würde, aber auf das, was dann passierte, waren wir wenig gefasst. Die Kapelle war voll. Stuhltechnisch hatte man sich darauf eingestellt, also auch wohl eine annähernde Gästezahl erwartet. Nicht wirklich einkalkuliert war allerdings ein Kamerateam, das nicht statisch in einer Ecke abgestellt war, sondern den ganzen Abend durch das Kirchlein lief, alle mit seinen Lampen blendete und einen Höllenlärm veranstaltete. Nicht eingeplant war auch das chaotische Bezahlverfahren. Kassiert (der absolut moderate Betrag von 3 Euro) wurde nämlich nicht am Eingang, wo es unkompliziert gewesen wäre, sondern durch einen während der laufenden Veranstaltung durch die Reihen wuselnden Menschen, der problemlos als übler Geselle in jedem Harry P-Film hätte mitwirken können. Hätte das Kirchlein übrigens auch können.
Um im Bild zu bleiben, trat dann eine ältere Professorin im Look einer verrenteten Muggelin an das nicht vorhandene bzw. schwächelnde Mikrofon und haspelte gegen den Hintergrundlärm an. Nachdem sie uns zunächst versicherte, dass wir in der falschen Veranstaltung seien, begann sie, uns ein paar Dinge über die Geschichte des Friedhofs und den „christlichen Hintergrund von Allerheiligen und Halloween“ zu erzählen. Ersteres war interessant, letzteres bekannt bis hahnebüchen … „gut, dass die Kirche diesem Feiertag einen christlichen Sinn gegeben hat“ (Anm. d. Redaktion: die armen Heiden hätten ja sonst auch nicht gewusst, was sie zu Samhain tun sollten!). Wir saßen ganz vorne und verstanden die Gute kaum. Lag an ihrer nervösen Art vorzulesen aka abzulesen ebenso wie an dem Höllenlärm, den das ebenso unnötige wie ungeschickte Medienteam veranstaltete.
Als der „Vortrag“ vorbei war, freuten wir uns sehr auf den Rundgang. Doch alsbald stellten wir fest, dass dies mit geschätzt 70 Personen, keiner vorbereiteten Beleuchtung und nur einer „Führerin“ OHNE Mikro ein ziemlich warteschlangenähnliches und völlig sinnfreies Vorhaben war. Also bogen wir alsbald durch das schmiedeeiserne Tor in die Neuzeit ab und sparten uns die sicher ähnlich chaotisch ablaufende Krimi-Lesung. Stattdessen erweiterten wir unseren kulturellen Horizont und unseren Taillenumfang durch orale Aufnahme fernöstlicher Kultur – mit anderen Worten: wir gingen Sushi essen. Und danach waren wir entgültig so weit von Halloween entfernt, dass das Makeup von Bester Freundin unverwischt und meine Zähne ungemalt blieben. Stattdessen gab es zwei Sekt in einem Innenstadtcafe und ein wenig Leute beobachten, bevor wir (recht früh, aber beide müde – wir werden alt! – heimfuhren)
Allerdings finde ich, dass die paar Verkleideten zu Halloween ein bisschen verloren aussehen. Es ist halt doch ein „Importfest“, das hier keine eigene Kultur hat. Und ich selbst tue mich ein bisschen schwer damit. Ich weiß noch, als ich 2000 in Straßburg war und mir die Halloweenartikel in jedem Geschäft auffielen. Ein Jahr später schwappte die Bewegung nach Deutschland. Und ich … konnte absolut nichts damit anfangen. Nicht, dass ich mich nicht gern verkleide … so etwas liegt Menschen meiner Herkunft im Blut … aber ich fühle keine Stimmung bei diesem Fest. Gruseln ist nicht mein Metier, es sei denn, es hat einen komischen Aspekt. Die Kostüme, die wir sahen, waren phantasievoll … aber irgendwie kam nichts rüber und bei mir an.
Den Friedhof allerdings werde ich noch einmal besuchen, denn er ist wirklich wunderschön. Und die kleine Kirche hat eine besondere Geschichte. Ein Ziel für einen Ausflug im nächsten Jahr …. tagsüber und ohne Menschenmassen.