27.02.2013 um 07:10 Uhr
Glückskonzepte
BesteFreundin ist der Mensch, der mich am allertiefsten kennt. Gestern hatte sie Geburtstag. Und entgegen der Planung waren wir beide bis auf gelegentliche kühlschrankmarodierende Teenager bis Kleinkinder (ihre plus Freunde) ganz allein. Denn ihr Mann hatte doch noch in weitweitweg zu tun und die Freunde, die abends kommen wollten, waren mangels Babysitter schon nachmittags da gewesen.
Und so hatten wir uns. Und genossen es. Plus lecker Pasta und Prosecco. Und kamen vom Hölzchen auf’s Stöckchen und die Männer und die Liebe und das Leben. Und da war sie plötzlich. Diese blöde, kleine, unbequeme Frage nach dem Glück.
Dieser Frage werden wir jetzt nachgehen … als Schreiberinnen mit Leib und Seele natürlich mit 20 Fingern und jeder Tastatur, die wir finden. Und ich hoffe, wir finden nicht nur Tasten, sondern greifbare Antworten …
Mein erster Brief ist unterwegs … ich bin gespannt auf ihre Antwort!
26.02.2013 um 07:50 Uhr
Neues aus dem Single-Dsch*ungel
Weather Girls … It’s raining men. Mein gute Laune Lied Nr. 1 aus den Partyjahren. Diese strahlend gut gelaunten Afroamerikanerinnen, die nicht nur aufgrund ihrer stolz zur Schau getragenen Körperfülle, sondern vor allem wegen ihrer genialen Stimmen einfach nur sympathisch überkommen.
Bei mir regnet es natürlich keine Männer. Es schneit sie noch nicht mal. Womit ich beim Thema Nr. 1 dieser Tage wäre: dem Wetter … da passen die Weather Girls natürlich auch prima. Wobei ich eine Männervorhersage eine wirklich gute Idee fände … Nicci, etwas für euren Sender?
Hier jedenfalls die allgemeine Männerlage der letzten Tage mit einer vorsichtigen Vorschau:
Aufgrund von Windstille im Gefühlsbereich hatte der Kontakt zum Lampenmann schlechtes Segelwetter und läuft momentan nur mit Hilfsmotor, d.h. Mailkontakt ja, aber als freundschaftlich definiert.
Über Ungarn hingegen ein gemäßigtes Hochdruckgebiet, nur unwesentlich bewölkt aufgrund von unaufgeklarten Beziehungstiefdruckgebieten, die sich nur langsam auflösen. Aber das ist seine Aufgabe, nicht meine. Und ich halte Abstand, bis er sie gelöst hat.
Der falsche Finne hingegen, der eigentlich Niederländer ist, bewegt sich derzeit im Golf Stream in einem anhaltenden Hoch. Kaltluftblockaden kommen aus südlicher Richtung, beeinträchtigen aber die allgemein heitere Tendenz nur unwesentlich. Unsere Zeitpläne sind halt völlig asynchron, da er vier Tage pro Woche im Süden arbeitet und sowieso schon ein Stück entfernt wohnt.
Turbulenzen im Wechsel mit extremen Hochwetterlagen bringt Mr. Trouble mit. Ein charismatischer Sturmwind mit riesigen Fragezeichen. Meine Seele mag Stürme … keine Frage. Aber mein derzeitiges Leben wäre eher mit dem ruhigen Fluss kompatibel … innen und außen, mein altes Thema.
Für die nächsten Tage wird sich die Wetterlage nicht wesentlich ändern … denn ich bin erst einmal mit anderen Dingen beschäftigt. Dem Geburtstag von bester Freundin, der ersten Vernissage des feinen Menschen, der seine Fotos ausstellt, mit einer Wanderung, die ich am Samstag organisiere, und mit jeder Menge Job inklusive langer Abendtermine.
Aber intuitiv würde ich sagen, dass Finnland oder Ungarn Frühlingsluft mit sich tragen könnten …
25.02.2013 um 13:17 Uhr
Glücklicher Single?
Ich bin Single. Und war es weit mehr als die Hälfte meines Erwachsenenlebens. Nicht, weil ich mir das so gewünscht hätte. Das war nur kurze Zeit so … bis etwa Mitte 20. Als meine Ehe, die mich aus der Endzwanziger-Torschusspanik rettete, sich als fataler Irrtum erwies, trennte ich mich aktiv. Aber Single war ich auch dann nicht „gern“. Nein, ich wünschte mir einen Partner, mit dem ich nicht nur eine Beziehung, sondern eine gute Beziehung habe. Wenn das allerdings nicht klappt, dann bin ich lieber Single als in einer schlechten Beziehung … selbst, wenn ich kein „glücklicher Single“ bin. Der ist für mich nämlich qua definitionem einer, der aus freien Stücken Single ist und es bleiben möchte. Ich kann glücklich sein, während ich Single bin. Durchaus. Aber das macht mich nicht zu einem „glücklichen Single“.
Gerade musste ich ein schweres Telefonat führen. Mit visavis, der mich anrief. Offensichtlich geht sein Telefon wieder bzw. er hat die Prepaid-Karte endlich aufgeladen. Zurückrufen musste ich ihn doch, denn die Verbindung brach zweimal ab. Es war ein hartes Gespräch, aber ich bin mir selbst treu geblieben. Habe ihm unmissverständlich klar gemacht, dass ich keine Liebe für ihn empfinde und nicht mit ihm zusammen sein will und werde, auch in einer fernen Zukunft nicht. Und gleichzeitig versucht, ihm zu helfen. Denn er schadet sich selbst. Sehr.
Wie heute morgen geschildert … Ursache und Auslöser. Das habe ich ihm erklärt. Und auch klar gemacht, dass selbst bei mehr Gefühl meinerseits der „Auslöser“ gereicht hätte, damit ich die Beine in die Hand nehme und laufe, so schnell ich kann. Das Gefühl ist nicht da und so war die Entscheidung klar und eindeutig. Und trotzdem: Es tut mir leid um diesen Menschen, der sich selbst und andere belügt und sich damit und mit dem Alkohol zugrunde richtet …
Nachtrag: gerade ein Telefonat mit BesterFreundin … Balsam für die Seele. Morgen hat sie Geburtstag und wir beide freuen uns wie die Schneeköniginnen aufeinander. Sie sei stolz auf mich, sagt sie … und ich weiss warum …
25.02.2013 um 07:42 Uhr
Und täglich grüsst der Murmelschnee …
Ob dieser Vorhang aus Schnee nicht in Wirklichkeit eine Zeitschleife ist? Eine, die mir meinen eigenen Stillstand verdeutlichen soll? Diese Abwesenheit von Gefühl macht mir Angst. Da ist keine Wut mehr und keine Angst, kein Vermissen und keine Sehnsucht, kein Kribbeln und Verlangen … und morgens beim Aufwachen einfach nur ein Gefühl der diffusen Leere und etwas, das sich wie ein schlechtes Gewissen anfühlt, ohne eines zu sein. Un-Wohl-Sein. Unter dem allgemeinen „mir geht es gut“, das die Aussensituation gut umreisst und in vielen Situationen auch mit Wohlbefinden und häufig auch Dankbarkeit einhergeht, da liegt das grosse Fragezeichen.
Das Fragezeichen des wohin. Das „von etwas weg“ habe ich in 2012 gemeistert. Eigentlich dachte ich, dass 2013 mir zeigt, wo es HIN geht.
Zum Jahresanfang dachte ich sogar, dass der neue Mensch in meinem Leben, visavis, eine Teil-Antwort darauf sei. Fehlgedacht, wie ich inzwischen weiss. Und aus dieser Sache kam ich zum Glück ohne Narben und Blessuren heraus. Ich achte immer noch ein bisschen darauf, vor meiner grossen Fensterfront im Wohnzimmer nicht allzu sichtbar zu sein, merke aber, dass ich immer mehr entspanne beim „wohnen“, da sich da drüben eh nichts regt. Aber Gefühle sind nicht geblieben. Da ging nichts unter die Haut. Er tut mir leid. Und das ist das einzige Gefühl, das ich für ihn noch habe.
Daran ändert auch der Brief nichts, den ich wieder in meinem Kasten fand. Er schreibt, er vermisse mich. Sorry, visavis, das ändert aber nichts. Meine Gefühle haben nie gereicht und meine Entscheidung habe ich klar und in völligem Einklang mit mir selbst getroffen. Die Ereignisse, die mich so schockierten, waren nicht der Grund, nur der Auslöser. Ich habe ihm noch einmal geschrieben. Einen sehr deutlichen Brief, der mit der Bitte endet, eine fest stehende Entscheidung nun auch zu respektieren und sich nicht in etwas Zweckloses zu verrennen. Denn ich habe keine Gefühle mehr für ihn … nur Mitleid. Aber das werde ich ihm nicht schreiben. Denn ich möchte ihn nicht noch mehr verletzen, als er es schon selbst tut. Der Mann ist ganz unten, da trete ich nicht noch nach.
Hart wird es für ihn sowieso – spätestens, wenn mich zum ersten Mal ein anderer Mann zuhause besucht. Das wird zwar sicherlich nicht so bald sein, aber irgendwann halt schon. Allerdings: je mehr ich nachdenke, desto mehr drängt sich die Erkenntnis auf, dass 2013 das Jahr wird, in dem ich mich nur mit mir allein beschäftigen soll. In dem ich lernen soll, allein zu sein. Nicht einsam, denn das bin ich ganz bestimmt nicht. Aber allein und mir selbst genügend.
Und ich muss darüber nachdenken, wie ich die Perspektive setze. Ein bisschen fühle ich mich wie in einer Warteschleife. Im Job ausgebremst und ohne Chance auf Aufstieg, in Dorf „geparkt“. Der Schlüssel für beides liegt in Verantwortung für Blue und Wirbel. Für mich allein würde ich das Risiko eingehen, aus der relativen Sicherheit, da fast-Unkündbarkeit meines Jobs herauszugehen und das Wagnis Stellenwechsel und Zeitverträge einzugehen. Für mich selbst würde ich sofort in die Innenstadt ziehen.
Mit Blue und Wirbel geht beides nicht. Sie sind finanziell von mir abhängig … und um mich herum sind so viele Mittvierziger und Mittfünfziger, die trotz exzellenter Ausbildung und Erfahrung immer wieder an widrigen Umständen scheitern. Die Firma verschlankt sich und entlässt die neuesten Mitarbeiter. Man fühlt sich im neuen Job nicht wohl. Oder man hat Qualifikationen, die gerade den Bedarf nicht treffen.
Ich weiss, was ich kann. Aber für nichts davon habe ich ein Diplom. Ich kann es nur einfach und ich tue es. Eine Beraterin im Job-Center würde mich in die Buchhaltung eines Mittelstandsbetriebs schicken und sich prima dabei fühlen, weil ich vor Jahrzehnten einen entsprechenden Ausbildungsabschluss machte. Für das, was ich jetzt tue, gibt es keinen Abschluss. Wenn ich studiert und promoviert hätte, würde ich vermutlich nicht anders arbeiten als jetzt … nur besser bezahlt werden.
Das schlechte Bauchgefühl ist wohl Orientierungslosigkeit … und Murmeltierfrust angesichts der Aussicht, noch lange Zeit in der „Schleife“ gefangen zu sein, Veränderung zu wünschen und keinen Hebel zu haben, sie herbeizuführen, ohne Verantwortung zu verletzen.
Und mich auch damit abzufinden, dass es immer schwieriger werden wird, eine neue Partnerschaft einzugehen, je älter ich werde.
24.02.2013 um 08:08 Uhr
Leise rieselt der Schnee …
Leise rieselt der Schneeee …. ratsch …. stopp ….die Platte hat doch einen Kratzer! Es ist der 24. Februar … und alles, aber auch alles in mir und Millionen anderen Menschen um mich herum schreit „Frühling“!
Objektiv gesehen sind die weißen Dächer und die tanzenden Flocken ein hübscher Anblick. Aber ihre Zeit ist vorbei. Heute möchte ich wandern gehen … und werde mich wieder in zusätzliche Schichten packen, Stöcke mitnehmen, erst frieren, dann zu sehr schwitzen, hoffen, dass die Atemwege mitspielen und mit dem harten, gefrorenen Boden kämpfen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der „Glücksbringer“ (Vertreter eines mit guten Omen belegten Berufsstandes) der mich mitnehmen will, sich noch nicht meldete … kann also sein, dass ich gleich vergeblich warte …
Ansonsten? Singleleben back to normal. Gestern gleich drei schöne Treffen, allerdings völlig ohne Dschungel und weiblich. Eine Bekannte bot mir an, den Großeinkauf für mich mit zu erledigen und ich lud sie als Dankeschön dann zum Mittagessen bei mir zuhause ein. Später traf ich mich mit Glamourgirl zum Wein und bekam eine wunderschöne Halskette aus ihrer Heimat geschenkt … und danach hatte ich mich noch kurzfristig mit einer beruflichen Bekannten verabredet zu einem entspannten asiatischen Abendessen. Voller Tag … und dabei völlig entspannt. Und shoppen war ich auch noch! Zwischendurch. Und ergatterte beim Outletshop eine tolle Jacke für gerade mal 20 Euronen.
Hatte ich schon über das Date mit der spannenden Stimme berichtet? Der Mann dazu, den ich vor einigen Tagen traf, war nicht ganz so spannend. Und er hat eine völlig andere Lebensausrichtung und Lebensphase als ich. Während ich mich über das langsame Nachlassen der Verantwortung für Blue und Wirbel freue wie eine Königin und glücklich bin, mehr und mehr „erwachsene“ Zeit zu haben (auch mit den beiden gemeinsam inzwischen), hat er kleinere Kinder und arbeitet darauf hin, sie 100 Prozent zu betreuen, weil er seiner ehemaligen Partnerin die Erziehung nicht zutraut. Und so verging auch der ganze Abend mit Ex-Geschichten.
Ich habe ihm gestern eine Mail geschrieben, dass ich ihn sympathisch finde, aber daraus nicht mehr als Bekanntschaft wachsen werde … und zum Glück sieht er das ähnlich (ich glaube auch, ich habe meine Meinung recht vehement vertreten und hinreichend klar gemacht, dass ich kein Teil von Bilderbuchfamilie werden mag …)
Die Entscheidung der Woche betrifft übrigens nicht einen Mann, sondern gleich zwei. Blue, Wirbel und ich haben uns entschieden, wo wir unseren Urlaub verbringen … diesmal nicht im Ausland, sondern in Regierungs-City. Und nun suche ich im Netz nach schönen Angeboten. Da wir nur fünf Tage haben, möchte ich eher ein „gutes“ Hotel nehmen als die Jugendherberge … mal sehen, was sich finden lässt!
23.02.2013 um 00:16 Uhr
My year, my love, my life?
Glamour Girl sagt, 2013 werde ihr „year of fun“, das Jahr, in dem sie sich ganz bewusst Gutes tut und Vernunft nicht die grösste Rolle spielt. Nach einer vierjährigen eher „ernsthaften“ Beziehung mit einem männlichen „Pflegefall“ geniesst sie Flirts mit vielen Männern, eine kleine Affäre mit einem verheirateten Mann aus ihrem Heimatland, Mode, die Suche nach einer neuen Wohnung und vieles mehr.
Heute hat die Hummel Geburtstag. Der Mann, der mir schon oft gezeigt hat, dass unmöglich ganz nah ist. Und weil ich gerade wieder das Gefühl habe, gegen eine Wand zu laufen, frage ich mich: Was für ein Jahr ist 2013 für mich?
2012 war das Jahr der Bewegung, innerlich wie äußerlich. Ich habe sehr viel verarbeitet und noch mehr gelernt.
Anfangs dachte ich, 2013 sei das Jahr, die Früchte der Arbeit zu ernten … der inneren wie der äußeren. Trugschluss allerdings, denn berufliche Arbeitsfrüchte wurden noch zwei Etagen höhergehängt und private Früchte erwiesen sich als faule Früchtchen. Was also bleibt?
Ich denke, 2013 wird die Fortsetzung von 2012. War ich 2012 damit herausgefordert, von jemandem weg zu gelangen und Vergangenheit zu verarbeiten, so ist meine Aufgabe für 2013, im luftleeren Raum zu gestalten. Denn es ist ein luftleerer Raum. Da ist niemand, zu dem meine Gefühle mich ziehen. Niemand, den ich vermisse. Einerseits beruhigend, weil die Schmerzen fehlen, andererseits beängstigend, weil ich mich frage, ob da jemals oder zumindest in absehbarer Zeit wieder jemand sein wird. 2013 wird wohl das Jahr, in dem ich das Alleinsein wirklich lernen und annehmen muss, obwohl oder vielleicht gerade weil ich eigentlich bereit bin für einen anderen Menschen.
Meine zweite Aufgabe wird es sein, über meine Lebensgestaltung nachzudenken. Und dazu gehört auch das Thema Wohnung. Denn ein Umzug scheidet derzeit aus, weil Blue nur von hier zur Schule kommt und weil ich erst in die Stadt ziehen kann, wenn ich ein Zimmer weniger brauche … die Mieten sind teuer hier.
Hier mal ein paar Vor- und Nachteile:
V: Die Wohnung ist groß, 110 qm, hat zwei Bäder und einen großen Balkon
V: keine Schlange vor dem Bad mehr und ich habe eine Badewanne für mich
N: Die Wohnung ist groß … also viel zu putzen … und das Laminat zieht Wollmäuse an
N: statt einer hellen Wohnküche wie bisher habe ich einen dunklen Raum mit hässlichen braunen Fliesen
N: Der Balkon ist nicht überdacht, ich kann also weder Wäsche trocknen, wenn ich selbst nicht da bin noch im Sommer wirklich draußen sitzen, da ich keine Sonne vertrage
V: Lage in meinem „alten Kiez“, mitten in einem gewachsenen Dorf, in dem ich aufwuchs und viele Menschen kenne, und in einem schönen alten Innenhof mit hübschem Ambiente
N: Mich kennt jeder.
N: Die Infrastruktur ist leider sukzessive ausgestorben und abgewandert – 1 km zum nächsten Bäcker, obwohl hier noch vor einigen Jahren die gesamte Grundversorgung war. Die Grundversorgung ist beschwerlich, da die Straße den Berg hoch führt.
N: 10 min zum nächsten Bahnhof, Busse fahren am Wochenende nur stündlich (vorher direkt neben Bahnhof)
V: Blue und Wirbel haben große Zimmer, beide sehr hell, gut gegliedert und Blue hat sogar Balkonzugang.
N: Ich habe das kleinste Zimmer, eigentlich nur einen Abschnitt des Wohnbereichs, der notdürftig abgetrennt und nur durch die Küche zu betreten ist. Und ich kann noch nicht mal einen Kleiderschrank stellen, sondern behelfe mich mit Kleiderstangen und vollgestopften Regalen hinter Paravents
N: Das Wohnzimmer hat durch die Fensterfront und Balkontür mit gegenüberliegender Eingangstür eine „Durchgangssituation“. Ich finde es nicht wirklich gemütlich, obwohl ich schon einiges ausprobiert habe. Dummerweise lässt sich die Lage der Fenster und Türen halt nicht ändern.
Ich denke, ich habe mir die Antwort schon gegeben … das einzige, was ich momentan ändern kann ist meine eigene Einstellung und ein paar Kleinigkeiten. Und entrümpeln …
Und ich werde Frau BesteFreundin bitten, mal mit kritischem Auge vorbeizukommen …
Der nächste Bereich von Veränderung ist die Rückkehr zu 2U1D … 2 Units a Day. Sobald die Atemwege und die Laufwege frei und hell sind, ist es Zeit für das Sommerprogramm. Endlich. So gut hat mir der Sport getan im letzten Jahr. Und die Bahnhofsentfernung vereitelt morgendliche Besuche im Fitnessclub, wie ich sie früher, vor dem Umzug, durchaus im Programm hatte.
Gerade habe ich „es“ wieder gesehen … die Show mit den verzweifelten Dicken. Und mir wieder geschworen, dass ich diese Abzweigung niemals nehmen werde …
22.02.2013 um 07:25 Uhr
Erinnerungen, Schnee und eine Feststellung
One night in Bangkok …
Bangkok kommt noch, versprochen …
Aber erstmal zum Thema Nr. 1 … dem Wetter. Eiskalt ist es und in sanften Bewegungen sinken einzelne Schneeflocken herab auf die Straßen und Dächer, wo sie eine dünne, aber hartnäckige Puderschicht bilden. Und ich … ich kann mich gar nicht freuen an der Eleganz dieses Tanzes und der Schönheit der kristallinen Flocken, am reinen Weiß der Dächer … nein, ich habe einfach nur die Nase voll vom Winter. So richtig.
Ich friere bis ins Mark. Zugegeben, gestern war es eigene Blödheit bzw. Eitelkeit, in Rock und Stiefeln zu gehen. Und dann ausgerechnet an der Haltestelle einzusteigen, die aufgrund ihrer Anlage wie ein Windkanal ist. Es ist nunmal so, dass dieser blöde Zug ständig Verspätung hat und ich ab Bahnhof in Dorf nochmal fast zehn Minuten gehen muss. Aber manchmal, nur manchmal, möchte ich morgens in den Spiegel sehen und auch im Winter gut finden, was ich da sehe.
Und so kommen wir zum nächsten Thema … dem Grund, warum ich so lange durch die Kälte laufe. Meiner Wohnung. Seit genau zwei Jahren meine, am 21.2. bin ich eingezogen. Und immer noch ist da ein Gefühl des noch nicht Angekommenseins. Was kann ich bloss ändern, damit ich mich in meiner Wohnung heimischer fühle, wärmer? Anstrich? Deko? Ausmisten werde ich demnächst mal wieder. Und zwar rigoros. Zu viel Kram. Aber der ist nicht der Grund für das Gefühl. Der Grund ist tiefer. Und ich suche noch den Hebel, es zu ändern. Denn ich möchte nicht noch über zwei Jahre das Gefühl haben, falsch zu leben. Und umziehen kann ich nunmal erst, wenn Blue mit der Schule fertig ist.
Ich denke, es wird besser, wenn der Winter endlich loslässt und ich wieder auf den Balkon kann … momentan liegt die Kälte wie ein erstickender Film auf allem …
Herr Visavis hat mir gestern (m)eine CD in den Kasten geworfen. Hätte er behalten können, ich hätte sie ihm geschenkt. Ich war nicht da gestern abend. Treffen mit einem Dschungelmann. Dem, der mir am Telefon gut gefiel. Real hat sich das leider nicht wirklich bestätigt. Höflich (old school, mir fast schon zu steif), angenehm, sympathisch und (hier kommt Bangkok) ein leckeres Thai-Essen … aber zu viel, mit dem ich Schwierigkeiten hätte bei allem, was über Freundschaft hinausginge. Das wichtigste: Einem Freund kann ich zuhören, wie er sich zwei Stunden über seine Ex beschwert, einem Partner nicht …und ich glaube, dass unsere Lebensorientierung nicht zusammenpassen würde.
21.02.2013 um 06:32 Uhr
Traum-Bilder
Die letzten beiden Tage gärte ich im Hintergrund. Ich hatte einen sehr seltsamen Traum. Kann mir sogar denken, woher das „Motiv“ kam. Ich befand mich auf einem Kreuzfahrtschiff (die Tangoqueen macht gerade eine) das aussah wie eine Kanalfähre. Auf dem Schiff gab es ein wildes Bacchanal. Jeder trank, Paare in allen Ecken. Ich wollte nicht mitmachen und zog mich auf meine Kabine zurück. Sie hatte ein Bullauge zum Deck. Ich beobachtete den Kapitän (meinen Vater, der aber nicht aussah wie mein Vater, sondern wie der Vater in einem Film, den ich gesehen hatte). Der Kapitän war betrunken und jemand sagte ihm, er solle den Kohlenstoff herauslassen. Er übergab sich und griff nach der nächsten Flasche. Ich schämte mich und versteckte mich hinter meinem Bullauge. Das nächste Bild zeigt das Deck überflutet und ein Kanu kommt an meinem Bullauge vorbei. Darin der Kapitän hinten mit einem Paddel, ein anderer weiß gekleideter Traumschiff-Offizier vorn und in der Mitte ein weinendes Kleinkind mit blonden Haaren. Das Kanu schwankt. Und ich brülle aus dem Fenster, das das mit dem Kind nicht gehe. Ich trage übrigens auch eine weiße Uniform, warum auch immer. Und dann klingelte der Wecker.
Gestern war ich bei Frau Laufpartnerin zum Reiki. Wegen der Visavis-Geschichte hatte ich das Gefühl, eine „Reinigung“ zu brauchen. Und ich sah die ganze Zeit Bilder. Es ging dabei um meinen rechten Eierstock. In dem Moment, in dem Frau Laufpartnerin ihre Hände über mich hielt, begannen die Schmerzen. Normalerweise stelle ich mir meinen Körper immer als ein Netz orangeglühender Ströme mit sanft pulsierenden Knotenpunkten vor. Und wenn etwas nicht in Ordnung ist, sind die Knoten schlackig, grau, blubbernd statt pulsierend. Gestern aber sah ich ein Seelebewesen … eine Art Qualle, einen Tubus, der sich durch Hautbewegungen vorwärtsschob und innen eine hohle Röhre war. Die Haut war klar und darunter befand sich eine grüngraue, schleimige Substanz. Das Tubus-Tier lag in einer Bucht und das Meerwasser strömte hindurch. Die Entspannungsmusik, die ich real hörte, beinhaltete Meeresrauschen in regelmäßigen Abständen. Zunächst wurden die Schmerzen heftiger. Ich sah dabei, wie auch die Strömung stärker wurden und die Wellen mit Wucht durch den Tubus spülten. Und er langsam heller wurde, bis durch die durchsichtige Gallerthaut eine klare Substanz schimmerte, die durch das blaue Wasser türkis strahlte. Damit verschwanden die Schmerzen.
Ich habe mich nie als esotherisch bezeichnet. Reiki habe ich nur ausprobiert, weil Frau Laufpartnerin für den zweiten Grad regelmäßige Praxis braucht. Aber mittlerweile fühle ich, dass Reiki bei mir etwas auslöst und ich bin ihr sehr, sehr dankbar dafür.
Trotzdem: Es wird Zeit, dass ich wieder laufen kann nach Dunkelheit und Erkältungszeit … damit sich wieder mehr von der Gärung im Wachen vollziehen kann.
20.02.2013 um 07:53 Uhr
Schicksale und Stories
Wenn ich mich durch Blogs klicke, fallen mir zwei Dinge auf. Das eine ist die absolute Zufälligkeit des Findens. Hier gibt es keine wirkliche Suchfunktion, um nach Themen oder bestimmten Blogs zu suchen. Eine Schlagwörtersuche geht nur „von aussen“, mit Herrn Gugl. Hat frau einen Blog einmal entdeckt, weil jemand anders ihn als Favoriten listete oder weil gerade ein Eintrag neu ist, muss sie ihn auch erstmal als Favorit speichern, um ihn wiederzufinden. Und so entsteht im Laufe der Zeit eine lange und faszinierend unterschiedliche Liste.
Einige lese ich regelmäßig. Einige stehen noch auf der Leseliste. Ich habe nämlich die Macke, jeden Blog, den ich mitverfolge, von Anfang an lesen zu wollen, die Geschichte zu kennen.
Und ich mache mir Gedanken darüber, wie die Schicksale dahinter aussehen. Die meisten Blogs, die ich lese, stammen von Frauen. Und sie werden zum Teil seit Jahren geschrieben. Und die meisten haben etwas Wichtiges zu erzählen. Wenige einfach eine „gute Geschichte“, die anderen ein „Schicksal“.
Da sind Veränderungen im Leben, neue und alte Lieben, Krankheiten, Kampf gegen äußere Umstände und immer wieder dicke rote Ziegelsteinmauern, gegen die sie – wir – rennen. Emotionale Auseinandersetzung mit Männern, Müttern, Menschen schlechthin. Die Blogs sind eine Gefühlswerkstatt, ein emotional laboratory. Meiner auch.
Und besonders spannend daran finde ich die Kommunikation innerhalb dieses riesigen wabernden Netzwerks, das sich im Kern auf einige wenige Personen reduziert, die füreinander langsam vom Alias zum Menschen werden. DAS ist die Art von Kontakten, die im Internet entstehen sollen. Von Anfang an. Nicht die Beliebigkeit einer „Freundesliste“, von der der angeblich Befreundete vielleicht 50 Prozent gerade mal persönlich kennt. Es sind die Beziehungen zwischen Menschen. Entkleidet der äußeren Umstände. Geografie spielt keine Rolle, Bildung nur als Voraussetzung für Kommunikation, Status ist unwichtig … und so kommuniziert Frau Global Player mit Frau ohne Jobaussicht und Frau Künstlerin mit Frau Beamtin und Herrn Rentner (fiktive Beispiele). Und sie alle haben sich etwas zu SAGEN.
Heute mal nichts von Männern … weil sie mir gerade gar nicht wichtig sind.
Heute geht es mir gut …
19.02.2013 um 07:50 Uhr
Durchbeissen …
Ich friere und niesse … immer noch. Irgendwie will es gar nicht wirklich besser werden. Gestern war an Sport nicht zu denken und die Verabredung mit dem feinen Menschen zwecks Planung einer Wanderung hatte ich glücklicherweise auch bereits am Wochenende abgesagt. Heute wird Blue mit seinem Vater zum Infoabend zum Schüleraustausch gehen … da der Bus nach Schuldorf nur stündlich verkehrt, befürchtete ich Niessattacken während des Lehrervortrags und weitere Verschlimmerung der Erkältung durch Herumstehen am zugigen Busbahnhof. Auch heute werde ich direkt nach der Arbeit ins Bett verschwinden. Hin gehe ich eigentlich nur wegen der Teambesprechung heute vormittag und wegen des Termins mit der Zuhörerin, die ich seit den visavis-Ereignissen noch nicht sah.
Gestern abend habe ich trotz Erkältung noch telefoniert. Es war wieder ein langes Gespräch. Und nun sind wir beide neugierig darauf, wie wir uns dreidimensional wahrnehmen. Bei einem asiatischen Essen in ein paar Tagen. Da er ziemlich asienerfahren ist, darf ich mich sicher auf mehr als die übliche auf Europa getrimmte Standardauswahl freuen. Und natürlich auf ein Gespräch, das alles andere als langweilig ist.
Ich wundere mich gerade über mich selbst. Die kurze Geschichte mit Visavis scheint mich nicht wirklich verletzt zu haben … da ist kein Schmerz. Nur Mitleid mit einem Menschen, der nicht „ankommt“ …
Bin ich stärker geworden?
18.02.2013 um 07:44 Uhr
Innen, aussen, assessment center …
In meinem Leben gab es zwei Männer, die ich wirklich liebte. Die Beziehungen zu ihnen waren so, dass ich sie aus existentiellem Selbstschutz beenden musste. Und einen, den ich gerade zu lieben begann, als er es beendete … am Tag vor meinem 40. Geburtstag übrigens.
Nein … in meinem Leben gibt es niemanden, dessen Klon ich finden möchte. Ich glaube, es ist eher das „like me“ als das „like you“, das es zu finden gilt. Nämlich das Gefühl, das ein Mann in mir auslöst. Liebe ist, wie ich mich mit einem Mann fühle. Mein Bedürfnis, bei ihm zu sein und ihm gut zu tun. und mich dabei selbst klar, vollständig und gut zu fühlen. Dieses „alike“ suche ich. Nicht das „alike“ von ungesunden Beziehungen.
Und so war es richtig, nicht so sehr das – objektiv seltsame – Verhalten von visavis auf den Prüfstand zu stellen als meine eigenen Gefühle.
Gestern habe ich mit „Herrn Nachbarn“ von oben gesprochen, der ja visavis auch kennt. Er und seine Freundin hatten beobachtet, wie er mit der Rose heimkam. Und ich wurde direkt gefragt, „wofür visavis sich habe entschuldigen müssen?“. Den beiden war die verrammelte Wohnung auch aufgefallen. Herr Nachbar und ich waren dann lange mit den Hunden draussen, während Frau Nachbarin mit ihrer Tochter klavierte. Hat gut getan. Und die beiden schauen jetzt auch genauer hin, was da drüben passiert. Auch, wenn ich diesen Mann als Partner nicht will … es tut mir einfach leid, was er gerade mit sich selbst macht und vielleicht kann ja Herr Nachbar ein bisschen unterstützen …
Innen und außen … so hat die liebe Anna vor zwei Einträgen ihren Blog überschrieben.Aufhänger war ein konkreter Raum. Ich habe den Gedanken aber genommen und ein bisschen gewälzt. Immer dann, wenn mein Leben innerlich Aufruhr ausstrahlt, sieht man das auch in meiner Wohnung. Insbesondere mein Schlafzimmer mit dem Platzproblem „verwahrlost“ dann ganz, ganz schnell. Dass ich innerlich klar bin, merke ich immer daran, dass ich meine Räume und mich „entwahrlose“. Aufräume, sauber mache, die Bügelwäsche erledige, aufwändig koche, alte Sachen aus dem Kühlschrank entsorge, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, Kontakte in Mailfach und Internet aufräume … mit einem Wort: Struktur schaffe. Nicht immer alles auf einmal. Aber die Tätigkeiten sind schon charakteristisch. Gestern ging es mir nach den Erkältungsattacken der letzten Tage erstmalig besser … und schon sieht es um mich herum etwas freier aus.
Zum Sommer hin werde ich mir noch mal Zeit nehmen und den Kleiderschrank entfrachten … Darin ist zu viel, das nicht zu mir passt, mir nicht passt und nur Platz wegnimmt. Und ein paar „Kruschecken“ gibt es auch noch, die Ballast sind.
„Sortierwut“ habe ich auch, was „Kontakte“ anbelangt. Deshalb habe ich gestern telefoniert. Im Rückblick war das fast surreal: drei Telefonate mit drei Männern. Dschungelmännern. Ich fange mal chronologisch an:
Den Lampenmann kenne ich seit einigen Monaten, wollte mich aber nie mit ihm treffen. Bin ja so ein oberflächliches Wesen, das dem Satz „Size matters“ ein wenig Wahrheit nicht absprechen mag. Und Lampenmann ist nun einmal mit Längenzentimetern nicht reich beschenkt worden. Gerade mal fünf cm höher als ich … d.h. ich überrage ihn mit normalen Alltagsschuhen. Und da spielt mein Körpergefühl wahrscheinlich nicht mit. Wie aus meinem Dialog mit Töle, Kater und Zudick hervorgehen mag, ist Rolle ja kein willkürlich gewählter Blogname … von der Statur her bin ich eher Walküre als Elfe … eine Frau, die mit knapp 1,70 m Körperhöhe wesentlich größer wirkt. Also kein Tönnchen, sondern eine „Präsenz“. Wenn ich dann einen schmächtigen Mann treffe, ist mein Körpergefühl „ich mach’s kaputt, wenn ich es in den Arm nehme“.
Das waren die Bedenken. Trotzdem … das Schreiben machte immer Spass. Er beendete unseren Kontakt irgendwann wegen Aussichtslosigkeit. Schrieb mich aber nach meinem Wiederaufleben im Dschungel sofort an und es entwickelte sich ein witziger Mailkontakt.
Das Telefonat dazu fand dann gestern morgen statt. Es war recht unterhaltsam, die Stimme sympathisch. Gemeinsamen Termin fanden wir nicht. Also vertagten wir uns ergebnislos. Ein Ergebnis gab es aber … und zwar bei mir. Da ist kein großer Drang, ihn zu treffen. Belanglos.
Dann ist da der Ungar. Er ging ein Risiko ein, als er mir seine Nummer gab, denn er lebt mit seiner Familie unter einem Dach und die Trennung ist akut. Sehr sympathische Stimme. Sehr verworrene Lebenssituation. Seine Gattin hat einen anderen Mann in ihrer entfernten Heimatstadt und würde gern umziehen. Problem: neben Zwillingen im Pubertätsalter gibt es noch ein Mini-Kind. Ungar hat die Trennung mittlerweile verinnerlicht, aber Gattin wabert plänemäßig vor sich hin. Mein Eindruck ist, dass Ungar gerade in der „jetzt erst recht“-Phase ist und die Gefahr des Selbstüberholens nicht weit. Ich habe ihm deshalb gesagt, dass ich ihn mit Rücksicht auf meine eigenen Gefühle erst treffen möchte, wenn er „klar“ ist. Einen Selbstüberholer hatte ich schon zu oft. Das brauche ich nicht in meinem Leben. Als Brieffreund ist er toll … aber für alles weitere muss er erstmal heilen und klären.
Tja … und dann … hatte ich morgens einen spontanen Impuls. Da gab es diesen Mann. Zwischen uns gab es ein paar Mails. Und immer passierten parallel Dinge, die uns davon abhielten, mehr als Mails zu wollen und zu können. Zuletzt hatte ich ihm geschrieben, dass ich dschungelmüde sei und er mir, dass er aufgrund Sterbefall in seiner Ex-Schwiegerfamilie derzeit kindertechnisch 100 Prozent gefordert sei. Ich meldete mich also bei ihm als „wieder im Dschungel“. Darauf folgte ein Mailwechsel über den Nachmittag und am Abend ein Telefonat. Und was für eines!
Da ist einiges an „objektiven“ Kriterien, was schwierig ist … z.B. seine Kinder-Situation, denn es wird darauf hinauslaufen, dass er 100 Prozent-Vater wird. Einiges an offenen Fragen.
Auf der anderen Seite steht das wirklich wichtige: seine Stimme bewegt etwas in mir. Und das, was er sagt, auch. Wir haben Themen gestreift, die sehr, sehr tief gingen. Und auch sehr körperlich waren. Aber auf eine Art und Weise, die nicht anzüglich war, sondern nur Gefühle betraf. Diese Fähigkeit der Differenzierung hat mir gut gefallen. ER hat mir gut gefallen. Über zwei Stunden haben wir geredet. Es wäre sicherlich länger geworden, wenn ich es dann nicht beendet hätte. Weil ich Hunger hatte und auch, weil ich nicht das erste Gespräch bereits zu „tief“ haben wollte. Ich brauchte die Reflektion nach unserer „Begegnung“.
Er ist auch der einzige, der meinen Klarnamen bereits kennt – durch das Gesichtsbuch wissen wir jetzt einiges mehr voneinander. Und wir stellten fest, dass wir einen gemeinsamen Freund haben … für ihn ein Klassenkamerad, für mich mein „Fast-Bruder“ … Teil der in diesem Jahr 25 Jahre bestehenden Wahlfamilie ebenso wie BesteFreundin und der Mann-der-geht (was nach einer inkompletten Querschnittlähmung ein kleines Wunder ist!).
Und bei diesem Mann war die Frage nach einem Treffen nur noch eine zeitliche. Wir sehen uns bald. Noch diese Woche. Und das ist gut so. Es fühlt sich gut an. Schon am Telefon.
Da sind noch mehr spannende Mails im Dschungel. Das Konzept, anspruchsvolle Texte mit einem eher langweiligen Bild (einer Nahaufnahme meines Profils) zu kombinieren, ist absolut aufgegangen. Ich spreche keine männlichen „Schlüsselreize“ an in meiner Wandermütze. Wer sich interessiert, muss lesen. (Lady, vielleicht solltest du das auch mal probieren?)
Ich werde mich jetzt dennoch nicht verzetteln … ich denke, dieses eine Treffen ist wichtig. Es fühlt sich wichtig an.
17.02.2013 um 00:38 Uhr
Von Rippen und Rosen …
Gut getan hat er, dieser Nachmitttlag. Auch wenn einige Nachdenklichkeiten dabei waren. Zwei von uns sind mittlerweile leider ohne Job, der dritte kämpft mit den Widrigkeiten von schärfer werdendem Wettbewerb an einem kleiner werdenden, durch Regulierung noch verdichtetem Markt.
Gute Gespräche, leckerer Käsekuchen … und abends dann das angekündigte „Gelage“ in einem schönen Landgasthaus. Zum letzten Mal aß ich vor über zehn Jahren Spareribs … und damals schmeckten sie mir nicht. Das, was ich heute aß, hatte damit nichts zu tun … das war einfach nur … LECKER! Zusammen mit guter Stimmung am Tisch, aufmerksamer Bedienung und neuen Wochenendplänen (vielleicht eine Fahrt in die Normandie im April) war alles „rund“. Und die Rückfahrt verging mit dem Thema „Vernissage“. Die des feinen Menschen und seiner Fotos nämlich, in zwei Wochen. Ich bin sehr gespannt, seine Arbeiten mal im Großformat zu sehen und suche noch eine leere Wand ..
Die Nachdenklichkeit kam erst wieder, als ich vor meiner Haustür stand … und eine rote Rose in meinem Briefkasten sah. Visavis natürlich. Aber ohne eine Zeile. Ich habe sie mit hineingenommen, die Rose. Und ihr Wasser gegeben. Denn auch in Filmen tut es mir immer um die Blumen leid, wenn die Hauptdarstellerin sie dramatisch in den Papierkorb pfeffert. Die Blume ist schön … trotz dem, was sie bedeuten soll.
Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen noch einmal mit ihm reden. Es ist aus … und da würde auch eine ganze Rosenzucht nichts ändern …
16.02.2013 um 08:33 Uhr
Vorbei
Gerade klingelte es. Blue, Wirbel und ich gammeln zwar Samstags gerne, doch wach sind wir früh. Trotzdem erschreckte uns der frühe Besucher an der Türe. An der Gegensprechanlage war natürlich Visavis. Er sagte, er habe mir etwas in den Postkasten geworfen und bestätigte, dass er meinen Brief hat. Sein Brief enthielt ein Foto, das er im letzten Sommer aufgenommen hatte und das mir gut gefiel. Es zeigt eine unerwartete Perspektive eines Ortes, den ich auch kenne. Und eine kurze, handschriftliche Notiz, die mir zeigte, dass ich richtig entschieden habe. Er dankte mir für die letzten Wochen, äußerte sein „Begehren“ und ein PS sprach davon dass ich „einen Idioten angezogen hätte, der mich liebe“.
Mit keinem Wort geht er auf meine Entscheidung ein. Mit keinem Wort auf sein erneutes Untertauchen und die ignorierte Verabredung vom Donnerstag. Liebe heisst tun, nicht reden oder schreiben.
Die Entscheidung war richtig.
Und ich habe gerade wieder einen Dankbarkeitsflash. The Oscar goes to:
– Seelchen mit alertem Bauchgefühl
– Frau Ratio für beherztes Eingreifen im richtigen Moment
– Freundinnen für Visavis-unabhängiges Karneval-Feiern
– einen Schotten aus dem Süden für eine improvisierte Trennungs-Selbsthilfegruppe
– meine Wandergruppe und insbesondere den Ausrüstungsprofi und seine Liebste für eine sehr schöne Einladung für heute abend („man“ wollte erst den Honeymoon nicht stören und war sofort da, als dessen Ende bekannt wurde)
– Blue und Wirbel, die wirklich langsam erwachsen werden
Der Jungle (hallo Lady!!!) hat momentan so einiges an Unterhaltung zu bieten. Wobei ich erstaunt bin über die Qualität meiner Kontakte (die Quantität bei dir, liebe Lady, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass du – ohne Neid – einfach bildhübsch und fast zehn Jahre jünger bist als ich und dazu nur EIN Kind hast. Bei der Option, die ich anklicken musste, vermutet Mann dann schon Schlafsaal statt Kinderzimmer *g*).
Besonders gefreut habe ich mich über zwei Mails. Eine kam vom Cineasten. Dieser Mailwechsel ist aber schon lange in mein privates Postfach gewandert. Er ist verheiratet, aber der Art unseres Kontaktes ist so, dass wir auch seine Frau mitnehmen könnten. Gespräche bei einem Wein oder demnächst mal Kino (da er in der Branche ist, ist das umsonst und für ihn Teil des Jobs). Und da ist der Mann, mit dem ich es nie zu telefonieren schaffte, obwohl wir einige Monate mailten. Witziger Mailwechsel über den gestrigen Nachmittag. Ich nenne ihn mal den Lampenmann, weil er gestern mit Riesenbrimborium das Anbringen einer solchen vorbereitete. Und da ist der Ungar. Wieder mal ein frisch getrennter Mann. Aber ein spannender, intelligenter Typ. Und Herr „AusdemLeben“ … ein Handwerker aus dem Umland von Nachbargrossstadt, der witzig überkommt. Meine Favoriten sind der Ungar und der Lampenmann, wobei letzterer mir eigentlich zu klein ist … nur 1,75. Aber er hat einen guten Humor und Interessen, die passen könnten. Ich denke, ich werde diese beiden treffen – sobald meine Stimme ihr hochmütiges Näseln verloren hat und meine Oberlippe nicht mehr wie eine Mischung aus Schuppenflechte und misslungenem Permanent-Makeup aussieht!
Lady, wie sieht es bei dir aus? Was macht Andrew II?
15.02.2013 um 19:29 Uhr
Return to sender …
Ich habe es getan.
Nämlich für die an mich ergangene Hauslieferung des Universums einen Rücksendeantrag gestellt. Sprich: Visavis die „Kündigung“ zugestellt. Und das ist in diesem Fall der richtige Ausdruck, denn seit Montag ist der Gute … SURPRISE … wieder untergetaucht. Ich hatte ihm zugesagt, Donnerstag den Abend mit ihm zu verbringen und mir lediglich zwecks Arbeiten und Nachdenken Funkstille für Dienstag und kein Treffen am Mittwoch ausgebeten. Von ihm, der mich so liebt und der für mich sein Leben ändern will (O-Ton), kam aber weder Mittwoch noch Donnerstag etwas, noch nicht mal die Frage nach einem Zeitpunkt für unser Treffen. Und die Wohnung wirkte mal wieder … SURPRISE … unbewohnt. Ich nahm mir viel Zeit zum Nachdenken und auch der Kranktag gestern war dem ausgesprochen dienlich. Und stellte fest, dass mein wachsendes NEIN zu dieser Beziehung nicht ursächlich den Vorkommnissen geschuldet war, sondern etwas viel Wichtigerem: mein Verliebtsein war so schwach, dass ich ihn nicht einmal vermisste, wenn er nicht da war. Da war kein Himmelhochjauchzendgefühl, keine Sehnsucht und kein Drängen. Da war Wohlfühlen, wenn er da war, aber leider nicht mehr.
Die Vorkommnisse der letzten Tage haben im Prinzip beschleunigt, was sowieso gekommen wäre: die Erkenntnis, dass er trotz des Convenience-Charakters unseres Wohnens nicht der Richtige war!
Und während ich in der letzten Woche die Skala von Sorge, Wut, Mißtrauen, Schock und Mitleid durchlief, wurde mir immer klarer, dass dieser Mann nicht der ist, mit dem ich eine Beziehung „Ende offen“ und womöglich irgendwann eine Ehe (davon sprach ER, nicht ich) führen wollte.
Und das habe ich ihm geschrieben. Und ihm meine Freundschaft angeboten. Mehr geht nicht. Nicht mit einem Mann, den ich nicht liebe und dem ich als Partner nicht vertrauen könnte.
Er war nicht da vorhin. Alles dunkel. Ich habe nicht geklingelt, sondern leise den Brief vor die Türe gelegt. Es tut mir leid. Er tut mir leid.
15.02.2013 um 06:58 Uhr
Durchstarten
Gerade stellte ich fest, dass die Dicken-Show wieder startet. Die Show, die mir im letzten Jahr die Mitleidstränen in die Augen trieb, als ich eher zufällig die Startfolge sah. Und die ich danach mit fast morbider Faszination verfolgte. Und die bei mir dann einen Motivationsschub sondergleichen auslöste. Denn SO möchte ich niemals aussehen.
Die Beteiligten tun mir leid, denn die meisten von ihnen werden nur kurze Zeit am Programm teilnehmen und dann mit doppeltem Frust wieder in alte Gewohnheiten verfallen. Und doch wünsche ich mir oft, auch mal so eine Auszeit für mich und meinen Körper zu bekommen. Ohne hungrige Jugendliche, die mit Salat nicht zufrieden sind. Ohne Job und „Mittagsloch“. Ohne Männerstress.
Dieser Sommer wird mein Sommer. Noch liegt draussen Schnee und verhindert wirkliche Aktivität. Aber sobald die Wege frei sind und die Helligkeit am Morgen ein paar Minuten früher einsetzt, wird das große Programm wieder gestartet … erstmal eine Einheit pro Tag, ab Mitte März dann wieder zwei (Laufen in der Kälte geht, Rad fahren ist einfach nur eklig).
Im Gegensatz zum letzten Jahr ist nicht mehr die seelische Gärung Grund des Bewegungsdrangs, sondern die schiere Lebenslust und die Freude auf eigene Entwicklung.
Also lege ich gedanklich schon mal den Rocky Song auf und schnüre die Laufschuhe … auch für die Rolle gibt es eine Version 2.0!
15.02.2013 um 06:16 Uhr
Stille Nacht
Zickende Narben: -1
Schlafstunden: 9
Taschentücher: ca. 2 Tonnen
Zustand: BESSER!
Valentinssträuße: 0 (ich war nicht einkaufen, sondern habe Blue zum Taschentücherholen geschickt)
Aussprachen: 0
Kontaktversuche: 0
Und das war’s eigentlich schon. Der Mann, der um ein Treffen für gestern fast bettelte, hat sich nicht bei mir gemeldet, um eine Zeit auszumachen. Und er hat auch abends nicht bei mir geklingelt. Sein Problem, nicht meins. Denn ich bin klar in dem, was ich will und brauche und kann das auch schriftlich kommunizieren. Werde ich auch. Den Brief bekommt er dann heute abend. Es ist vorbei, mehr als Freundschaft kann er von mir nicht mehr erwarten.
Gesundheitlich geht es mir besser. Die Nase ist freier, die Narbenschmerzen haben sich dank Wärmekissen erwartungsgemäß verzogen und ich werde auch gleich ins Büro fahren. Und morgen nachmittag zum Sparerib-Gelage mit einigen Wanderfreunden auch.
Verpeilt bin ich allerdings immer noch … auf dem Weg vom Bett zum Wasserkocher erst im Wärmekissen hängengeblieben und den linken Fuss mit kaltem Tee geduscht und dann den Dampfbesen beim vergeblichen Lichtanschaltversuch in den gelben Recyclingsack abstürzen lassen … brrrrrrr.
Und draussen ist schon wieder weisse Weihnacht … könnte mal jemand den PC vom alten Petrus auf das korrekte Datum einstellen?
14.02.2013 um 16:37 Uhr
Ein Hühnchen zu rupfen …
Merke: als Mutter sollte frau nie … NIE … damit rechnen, das in weiser Voraussicht für abends mitgekochte Essen am Kranktag auch wirklich geniessen zu dürfen. Jedenfalls nicht, so lange damit zu rechnen ist, dass ausgehungerte Jugendliche spontan nach Hause kommen, obwohl sie doch Donnerstags eigentlich beim Vater …
Blue jedenfalls kam, sah, tilgte … eh … vertilgte … mein Abendessen bis auf den letzten Krümel.
Der Abend nähert sich und damit das Gespräch mit visavis. Es wird schwierig werden, dieses Gespräch. Und ich denke, ich sollte es besser bei ihm führen als bei mir. Weil ich dann einfach gehen kann, wenn ich gesagt habe, was zu sagen ist.
Ich bin nervös … sehr.
14.02.2013 um 07:06 Uhr
Der Körper will sein Recht …
Aus. K.O.
Mein Körper hat heute morgen klar und deutlich den Laden zu gemacht. Der Schnupfen liess mich kaum schlafen und nun zickt auch noch die alte OP-Narbe wieder. Gut 13 Jahre ist es jetzt her. Wirbel war gerade drei Monate alt, als das böse K diagnostiziert wurde. Ich hatte Glück. Höllisches, himmlisches Glück. Glück, dass meine Ärztin ebenso schnell wie tough wie gut vernetzt war. Glück, dass ein Chefarzt seinen Urlaub für mich um einen Tag verschob. Und so erfuhr ich nach einer kleinen ambulanten OP, die ich zuhause auskurierte, an einem Donnerstag Ende Oktober 1999, was mit mir los war. Danach ging alles so schnell, dass ich erst nach der OP wieder begriff, was geschah. Aber durchatmen, zur Ruhe kommen und heilen … die Zeit dafür liess mir niemand. Am dritten Tag danach hatte ich den kleinen Wirbel im Arm. Und schlich schwerstoperiert mit Infusion links und 8 kg Wirbel rechts durch die Flure. Röllchenpapa hatte nicht genug Verve, um in seiner Firma Urlaub durchzusetzen. Und nach zwei Wochen war ich wieder zuhause. Und bald tagsüber allein mit einem Blue, der das letzte Stück Kraft forderte, weil er trotzte und nicht verstand, warum seine Mama ihn „im Stich gelassen“ hatte. Freundinnen halfen. Ich bekam zum Beispiel einen Platz in einer Vorkindergartengruppe für Blue, die eigentlich niemanden mehr aufnahm. Ich werde nie den Vormittag vergessen, als Blue auf dem Rückweg trotzte und ich ihn mit einem Arm über den Kinderwagen mit dem schreienden (Hunger) Wirbel werfen musste, um irgendwie heimzukommen. Das Resultat von der Geschichte habe ich heute noch … meine OP-Narben wuchsen nicht richtig zusammen. Wie auch? Außen ein schmaler Strich am Unterbauch, kaum grösser als Wirbels Kaiserschnitt, innen Chaos. Alle paar Monate „verklemmt“ sich da etwas … und dann quäle ich mich mit Schmerzen für einen Tag. Aber „reparieren“ würde eine schwere OP bedeuten und mehrere Wochen Totalausfall. Also Zähne zusammenbeissen und durch … alle paar Monate geht doch noch. Ein bisschen Ziehen und ein Bauch, der nicht wieder flach wird, sind ein kleiner Preis fürs Überleben …
Bis gestern abend um 17.30 habe ich irgendwie funktioniert. Die Arbeit, die uns alle so in Rotation versetzte, ist zu einem wesentlichen Teil geschafft. Ich werde ausruhen heute. Ein Erkältungsbad nehmen. Eine Wärmflasche auf meinen Bauch legen.
Visavis hat sich nicht gemeldet. Ich werde ihm wohl einen Brief schreiben, falls er heute nicht klingelt. Ich bin sehr klar inzwischen. Die guten Aspekte dieser Beziehung, wie sie sich bis vor einer Woche darstellten, reichen nicht aus, um die Risiken zu kompensieren. Er ist unzuverlässig und extrem instabil. So jemanden kann ich als Nachbarin und Freundin begleiten und vielleicht auch etwas geben. Ich kann aber nicht die Verantwortung einer Partnerin übernehmen. Alles „dazwischen“ scheidet aus, weil ich damit seine vorhandenen Gefühle verletzen und ausnutzen würde. Also „saubere“ Entscheidung: Single-Rolle und back to the jungle.
Heute ist übrigens Valentinstag … und weil es ja sonst niemand tut:
Liebe Rolle,
ich wünsche dir alles Gute zum Valentinstag. Und nachher, wenn ich zum nächsten Supermarkt von Dorf gehe, um den dortigen Taschentüchervorrat leerzukaufen, werde ich dir den schönsten Frühlingsstrauss kaufen, den Dorf zu bieten hat!!!
Please be my Valentine, Rolle!
Deine dich innig liebende
Rolle 😉
Allen wunderbaren Menschen wünsche ich hiermit einen schönen Valentinstag und einen virtuellen Strauß der buntesten Frühlingsblumen!!!
13.02.2013 um 06:55 Uhr
Abstand, Überleben und zurück in die Wildnis
A*rsch huh, Zäng ussenander, Frau Rolle!
Es ist nicht nur Tag 2 nach der Aussprache, sondern auch Countdown für eine berufliche Stressaufgabe unter großem Zeitdruck … und Tag 2 einer fetten Nebenhöhlengeschichte. Ich versuche also, meinen Kopf einigermaßen fit und frei zu bekommen, während wahlweise Erkältung und Visavis die Synapsen blockieren. Gestern habe ich bereits Bockmist abgeliefert … heute MUSS es klappen.
Ich habe mir gestern die Arbeit gemacht, alle Einträge, in denen es um visavis ging, einmal herauszukopieren. Ich brauchte das für mich. Nochmal gesammelt lesen, wie es mir in den letzten Wochen ging. Dabei fiel mir auf, dass ich bereits ganz am Anfang Anzeichen für große Labilität beobachtet hatte … und das hat sich jetzt manifestiert. Nicht falsch verstehen: zu meinen Freunden zählen Menschen jeder psychischen und physischen Konstitution … von knallhart bis butterweich, von topfit bis chronisch krank. Aber als Partner … da brauche ich allmählich mal jemanden, der „gegenhalten“ kann. Ich habe mich jahrelang von Partnern als seelische Krücke benutzen lassen. Jetzt möchte ich das bitte mal auf Gegenseitigkeit haben … mal ich, mal du.
Visavis und ich reden von den gleichen Dingen und meinen doch so unterschiedliches. Ja, Visavis, ich möchte eigentlich keine nach oben hin gedeckelte Beziehung. Ja, ich würde auch irgendwann gern mal wieder mit jemandem sein, der sich uneingeschränkt zu UNS bekennt … mein Mann, das klingt schön. Aber mit dir, Visavis, da kann ich mir das nicht vorstellen. Da hätte ich zu viel Angst, dich „schleppen“ zu müssen. Logistisch war unsere Geschichte genial. So unglaublich unkompliziert. Aber die letzte Woche hat alles geändert. So, wie du dich da gezeigt hast, kann ich mir eine Beziehung nicht vorstellen. Und ich kann nicht darauf zählen, dass du das in den Griff kriegst. Weil du so ziemlich alles in den Sand gesetzt hast, was dir wichtig war und wofür du jemals Verantwortung übernommen hast. Freundinnen, Firma, Hund. Nein, Visavis, mich wirst du nicht in den Sand setzen. Nicht nach dem Lernprozess des letzten Jahres.
Schade, dass meine Zuhörerin gestern wegen Kinderkrankheit absagen musste. Gestern hätte ich ihr Ohr und ihr Nachfragen dringend gebraucht. Nein, ich bin nicht in einer großen Krise. In der war ich vor einem Jahr. Das hier geht nicht so tief. Weil viel weniger Gefühl darinnensteckt und kaum gemeinsame Geschichte. Trotzdem frage ich mich, wie ich bei unserer nächsten Begegnung mit visavis umgehen soll. Denn ich muss ihm jetzt klar und deutlich sagen, wie ich mich entschieden habe. Unter seinen Bedingungen gegen ihn und gegen uns. Jedenfalls als Paar. Oder eigentlich: für mich. Denn eine Beziehung mit ihm hieße für mich die Garantie auf Schmerz und Belastung – jedenfalls in der Ernsthaftigkeit, in der er die Messlatte steckt.
Mit jemandem wie ihm kann ich mich auf eine lockere Geschichte einlassen … einfach laufen lassen. Aber der Anspruch, den er für sich selbst gesetzt hat … Liebe, Heirat … den kann ich keinesfalls da stehen lassen.
Freundschaft geht. Vielleicht auch eine freundschaftliche Affäre. Aber die großen Worte … die gehen nicht. Nicht mit ihm. Nicht so. Also werde ich es beenden müssen, um ihn nicht zu verletzen. Weil ich eben kein Feigling bin ..
Driss-Spiel … da lerne ich jahrelang Kerle kennen, die sich nicht binden wollen. Und jetzt treffe ich einen, der es wollte, aber absolut unfähig dazu ist …
Etwas Gutes steckt in allem Leid … und auch diesmal sind es Menschen: Freunde und Fremde, die langsam näher rücken. Meine BesteFreundin, die gestern den ganzen Tag „im Hintergrund“ für mich da war, das Münchner Kindl und zwei Wanderfreundinnen … und die unglaubliche Damencrew aus Blogigo. Und da dachte ich mal, Tagebuchschreiben sei eine einsame Angelegenheit!!!!
Merci, Mädels 🙂
P.S. Er steht nicht auf Valentinstag. Ich finde den Tag nicht besonders wichtig. Aber JA …ich hätte gern mal Blumen bekommen oder eine schöne Karte. Ich bin eine Frau, ich freue mich über Gesten. Und trotz meiner manchmal toughen Art bin ich auch für Romantik empfänglich!!! Kapiert Ihr das vielleicht endlich mal, Kerle? Oder wie kann es sein, dass ich noch NIE in meinem Mittvierziger-Leben eine Valentinskarte oder einen Blumenstrauß bekam? Und wie kann es sein, dass meine Partner nie kapieren, dass ich Blumen generell mag? Nein, sie kriegen nicht mit, dass ich jedes Wochenende für mich selbst welche kaufe … nein … das sieht MANN ja nicht.
P.S. 2 … Ich glaube, die Jungle-Kategorie kriegt wieder „Futter“ …
12.02.2013 um 07:12 Uhr
Nach der Nacht
Ich bin immer noch sprachlos. Das, was gestern auf mich einstürzte, war ein bisschen viel.
DAS Gespräch fand statt. Und ich erlebte es zu einem großen Teil als zynisch lächelnde Beobachterin. Zum ersten Mal in meinem Leben putzte ich einen Mann herunter wie ein kleines Kind. Und das hat sich besch… en angefühlt. Frau Ratio hatte komplett übernommen. Die Latinas schwangen improvisierte Cheerleader-Pompons und das Seelchen schaute aus seiner Hängematten-Loge zu. Es wurde ein regelrechtes Verhör. Aber weil Visavis ein wahrer Münchhausen zu sein scheint, dem eine gute Geschichte wichtiger ist als das Wahre dahinter, suche ich noch immer nach einigen Antworten.
Er sagt, er habe tiefe Gefühle. Er liebe mich. Und könne sich vorstellen, mich zu heiraten irgendwann. Er leidet.
Tja, Visavis, das hättest du dir mal früher überlegen sollen. Denn was bei mir jetzt gerade innerlich gärt, hat nichts mit der weissen Kutsche mit zwei Schimmeln und Rosenbukett zu tun. DAS sind ganz andere Gefühle. Bis vor einer Woche war ich verliebt. Und verliebt heisst immer: nach oben offen … wenn es sich denn so entwickelt. Danach war Ratlosigkeit, Sorge, Wut, Enttäuschung über Vertrauensbrüche, Feigheit und Lügen … und nun … Verwirrung, Mißtrauen und Mitleid. Ja … Mitleid. Du tust mir leid, Visavis. Und diese Schieflage ist eigentlich keine Basis für eine Beziehung.
Wenn Frau Ratio lenkt, ist da kein Platz für „weiche“ Gefühle. Dann ist da nur Kontrolle. Kontrolle, die mich eine Zeitlang trägt, aber vieles ausschliesst, das ich dringend brauche.
Du sagst, du willst mir beweisen, dass es anders geht. Aber ich kann dir nicht versprechen, dass sich der Funke Verliebtheit wieder anfachen lässt. Ich mag dich, ich kann mit dir lachen … selbst gestern abend konnte ich das in Teilen … zum Ende des Abends. Aber … das große Aber … ich halte dich für emotional nicht zuverlässig. Ich habe zweimal in meinem Leben tief geliebt … und zweimal stand ich kurz vor dem Abgrund, krank an Körper und Seele. Ein drittes Mal wird mir das nicht passieren.
Visavis, im Moment kann ich dir wohl nur Freundschaft anbieten … und ich kann dir auch nicht versprechen, dass sich das ändern wird. Und das weisst du auch. Du hast es verstanden …. und in diesem Augenblick sprach dein Blick die Wahrheit.
11.02.2013 um 17:51 Uhr
Klarheit
Ich habe meine Erklärung. Und sie tut weh. Kein A … , aber ein verdammter Feigling. Er hat sich regelrecht vor mir versteckt in den letzten Tagen. Weil er Angst vor den eigenen großen Gefühlen hatte. Und weil er mir etwas sehr, sehr wichtiges verschwiegen hatte, das unsere Beziehung nachhaltig beeinflussen wird.
Wenn ich auf Frau Ratio hören würde, müsste ich jetzt die Beine in die Hand nehmen und laufen, so schnell ich kann. Ob ich das tue, kommt darauf an, was in den nächsten Tagen geschieht. Nach einem Monat Beziehung war ich verliebt … und gerade dabei, tieferes Vertrauen zu fassen. Ich bekam viel von ihm … Zuwendung, Aufmerksamkeit, Interesse an Dingen, die mir wichtig sind, Zeit, gute Gespräche. Das, was ich jetzt erfuhr, ist eine tickende Zeitbombe. Ich muss entscheiden, ob ich damit umgehen kann und möchte.
Heute abend reden wir …
11.02.2013 um 08:24 Uhr
Zwischen Traum und Tag
Kennt ihr diesen kurzen Moment des Auftauchens aus einem bewegten Traum?
In meinem Traum ging es um eine Zeitreise oder ein Portal im Universum. Ein Mann (also nicht ich) reiste durch und bat jemanden, noch einmal zurückzugehen und ein Buch zu holen. Eine Erstausgabe, die er sich in der Bibliothek geliehen hatte. Mit Briefen. Ich habe nicht geträumt, wer sie schrieb. Nur, dass das Buch einen orange-weiß-schwarzen Einband im Stil der 1950er/1960er Jahre hatte. Ich weiss auch nicht, wer der Mann war und woher er kam und wohin er reiste.
Der Traum brach ab und einen kurzen Augenblick lang lag ich in einem watteweichen Kokon unter meiner warmen Decke. Fühlte mich sicher, geborgen, beschützt. Bis alles wieder über mich hereinbrach.
Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selber bin, dann sind die Gefühle nicht „ich vermisse dich“. Ich war einen Monat mit ihm zusammen … und meine alte Seelenhornhaut wurde nur langsam weich an den Rändern. Meine Gefühle sind eher bei „ich bin stinkwütend“. Weil ich nicht verstehe, was der Grund ist. Und weil ich angesichts der frühen „Offenlegung“ dieser Beziehung, die ja wegen der Wohnsituation unvermeidbar war, jetzt Menschen, an denen mir etwas liegt und denen ich etwas bedeute, zu erklären habe, warum schon wieder eine hoffnungsvolle Beziehung scheiterte. Sie bekommen normalerweise viel weniger mit, diese Menschen. Weil meine Fehlstarts sich nicht in Dorf abspielten bisher. Und das war gut und richtig so.
Gleich kommt Blue nach Hause. Er möchte mit mir einen Karnevalszug sehen. Das Münchner Kindl und ihr Sohn kommen auch, und die Karnevalstouristin und ihr Sohn. Blue denkt immer noch, dass Visavis mitgeht. Das jedenfalls hatte er noch am letzten Wochenende verkündet. Und auch Wirbel, der den Tag bei einem Freund verbringt, wird fragen.
Braucht eine neue Beziehung erst „Quarantäne“?
Jedenfalls ist die ganze Situation mir rechtschaffen unangenehm. Aber solange sich visavis einer Klärung entzieht, kann ich daran nichts ändern. Nicht, solange ich in dieser Wohnung lebe. Und daran kann ich bis Sommer 2015 nichts ändern. Weil Blue dann (hoffentlich) Abitur hat und nicht mehr nach Bergdorf in die Schule muss. Und Wirbel und ich dann endlich, endlich in die Stadt können. Blue natürlich auch, falls er mitwill.
Was mache ich also mit dieser blöden Situation? Normalerweise einmal schütteln und weiterleben. Aber normalerweise hätte ich meinen Fehlversuch auch nicht jeden Tag vor Augen und müsste mit einer Begegnung rechnen.
FY nochmal, visavis …
11.02.2013 um 01:33 Uhr
Ein Konzert und eine Erkenntnis …
Es ist Karneval. Eine Zeit, um ausgelassen zu feiern. Und sonntags traditionell die Zeit, um in eine kleine Kneipe zu gehen, dunkel und lang wie ein Schlauch, ohne besonderes Ambiente und mit preiswertem Bier. Nur an diesem einen Abend im Jahr sind wir dort. Weil ER da ist. Und SIE. Eigentlich ist er Chemiker, aber einen Abend im Jahr bringt er den Saal zum Kochen … dieses schmächtige Männlein im Rüschenhemd und lächerlich enger weißer Jeans auf hohen Plateauschuhen. Der Drummer trägt eine Elvis-Perücke, der Keyborder eine Tastenkrawatte. Dem Bassisten hängt ständig die Perücke vorm Gesicht und die beiden Sängerinnen können sich seit Jahren nicht einigen, wer denn nun Agneta sein darf und deshalb gibt es eben zwei Agnetas für „Waterloo“. Die fünf haben Spass auf ihrer improvisierten Bühne. Die Technik ist miserabel. Gesungen wird geil und laut und der Saal kocht. Viele tragen Seventies-Kleidung. Schrill ist das Motto des Abends.
Ein Knaller jagt den Nächsten … von Abba bis Boney M bis Udo Jürgens bis Mary Roos bis Howard Carpendale. Schlager und Disco vom Besten. Fast drei Stunden spielen sie. Und wie jedes Jahr ist „Ti amo“ der Höhepunkt. Und dieses Jahr höre ich mal auf den Text.
Und meine Mittelfinger zucken. FY, visavis …
An dieser Stelle mal ein Danke an den Schlagerfreund, der erst das Münchner Kindl und dann uns alle in diese kleine Kneipe schleppte. Ich war 2008 das erste Mal mit … und fand es jedes Mal genial. Auch heute, trotz visavis-Ärger. Gegen Mitternacht fahre ich nach Hause. Allein und sehr nachdenklich. Die Stimmung hielt nur bis zur Kneipentür. Und wieder schleiche ich im Dunkeln durch den Flur, mache kein Licht an und schaue vorsichtig über den Hof. Alles dunkel.
Das muss aufhören. FY, FY, FY!!!
10.02.2013 um 11:16 Uhr
back to normal
Auch das Schlechte, das uns widerfährt, gehört zum Leben … Sie haben recht, liebe Frau Piaf!
Wenn ich darüber nachdenke, wie viel Zeit in meinem Erwachsenenleben ich in Beziehungen verbracht habe, überwiegt der Single-Anteil. Der Anteil der glücklichen Beziehungszeit war kleiner als der der unglücklichen. Die Single-mit-Kindern-Zeit ist mittlerweile länger als die freie Singlezeit. In diesem Jahr überwiegt die Beziehungszeit … von sechs Wochen des neuen Jahres verbrachte ich fünf in einer Beziehung. Wenn das mein Jahresschnitt gewesen sein soll, ist er immerhin besser als 2012 … ändert aber an der Gesamtstatistik wenig.
Diese trockene Statistik steht für wachsenden Zynismus. Ich bin die Frau für’s schlechte Timing. Für den falschen Ort. Für verschrobene Problemkisten. Für Umbruchsituationen.
Visavis lebt noch. Die Klappläden, die seit Freitag halbgeöffnet waren, sind seit heute früh ganz offen. Und ja … ich würde gern den Grund kennen für diese komplette Kehrtwende. Nur, damit ich abschließen kann. Das Münchner Kindl plädiert für eine spektakuläre Racheaktion … schliesslich habe ich ja noch seinen Schlüssel. Mir ist nicht nach Rache. Nur nach Klarheit.
Frau Ratio weiss es längst: es gibt keine logische Erklärung … nur eine verletzende. Will ich die wirklich hören? Brauche ich sie? Wahrscheinlich ja, denn solange ich mir nicht meinen „Fangschuss“ abhole, wälze ich die unglaublichsten Szenarien in meinem Hirn herum. Das Seelchen kauert in ihrer Hängematte und summt autistisch vor sich hin. Die Latinas wetzen ihre Messer und ziehen sich die Lippen nach, um im Karneval vielleicht noch für schlechte Zeiten vorzusorgen. Mein Club ist uneins. Wird wohl das beste sein, wieder einmal Frau Ratio die Führung zu überlassen … die Frau für’s Überleben macht das schon.
Aber wie sehr wünsche ich mir wieder mal einen volltönenden Dreiklang … wir waren so kurz davor.
We could have had it all … rolling in the deep …
09.02.2013 um 13:52 Uhr
Absturz
Wolke Nr. 7 ist verdampft. Und Frau Rolle sitzt auf dem harten Boden der Tatsachen und reibt sich ihr geprelltes Seelensteissbein. Da ist jemand abgetaucht. Seit Tagen telefonisch nicht mehr zu erreichen. Er lebt noch. Ich habe ihn nach zwei Tagen Schweigen gestern morgen angetroffen. Leider auch aus dem Schlaf geklingelt. Seitdem Schweigen. Eigentlich wollten wir heute gemeinsam etwas unternehmen. Seine Wohnung sieht leer aus. Ich glaube nicht einmal, dass er dort geschlafen hat.
Da ist etwas passiert. Aber etwas, das mich wahrscheinlich nichts mehr angehen wird. Und deshalb werde ich gleich das, was wir gemeinsam tun wollten, allein tun. Nicht ganz allein. Nur ohne ihn. Denn eine Wanderfreundin wird dort sein und ich werde das Münchner Kindl und eine aus der Landeshauptstadt angereiste Freundin treffen. Bei meiner Wanderfreundin habe ich auch ein Sofa sicher, falls ich nicht mehr nach Dorf zurückfahren will nach der Feier in Nachbarstadt. Es ist Karneval … und ich werde den Teufel tun, hier Trübsal zu blasen.
Wie gut, dass die Seelenhornhaut noch ziemlich dick war. Wie gut, dass ich vorsichtig war und meine Gefühle noch ein bisschen zügelte.
Dann mal auf gute Nachbarschaft, Herr Visavis …
07.02.2013 um 06:32 Uhr
„Klick“
Es muss „Klick“ machen, heisst es …
Und das stimmt, auch wenn ich den Ausdruck nicht mag. Nicht nur beim Verlieben gilt das, sondern auch beim Arbeiten. Nach dem „Klick“ ist alles anders. Adrenalin im Körper, neue Synapsen im Hirn. Die körpereigene Datenautobahn hebt die Geschwindigkeitslimits auf und Gedanken werden Raser und Drängler. Frau Ratio setzt ihre gespiegelte Brille auf, bindet die Haare streng zurück und zieht ihren schwarzen Ledermantel mit den schwindelhohen Stiefeln an. Und nimmt den Fuss nicht mehr vom Gas. Die Latinas sitzen kreischend auf dem Rücksitz. Und das Seelchen wurde in einem gemütlichen „Relais des Routiers“ eingemietet, denn ihr wird immer schlecht, wenn die Fahrt zu schnell wird.
Es geht los …
Ich weiß nicht, ob ihr dieses Gefühl kennt … um eine Aufgabe gedanklich herumzuschleichen und dann in die „Effizienzphase“ einzutreten … wenn sich plötzlich alles sortiert und die Ideen nur so sturzbachen.
Es wird anstrengend werden … der Zeitdruck ist groß. Aber es hat „Klick“ gemacht …
05.02.2013 um 07:26 Uhr
Ich gehe also bin ich …
Um mit Bridget zu sprechen:
Erkältungsviren: 0
Karnevalszüge: 1
Gelaufene Km am Wochenende: 20
Hanteln gestemmt: yepp
Und es klappt auch mit dem Nachbarn. Herrlich unkompliziert und immer wieder positiv überraschend.
Das einzige Problem ist ein allmählich überhand nehmender Telefonrückstau mit engen Freunden. Aber das ist ein Luxusproblem.
Und nun gebe ich mir mal die Entspannungspackung … es wird mal wieder Zeit, den Tag mit einem Lauf am Zellophanfluss zu beginnen. Endlich wieder eisfrei auf den Wegen. Endlich wieder laufen und den Geist schweifen lassen.
Gut.
01.02.2013 um 11:39 Uhr
Watteweich und Schwellenangst
Irgendjemand hat meinen Kopf in gefühlte drei Meter weiche Watte eingewickelt und dann heftigst mit einer Eisenbahnschwelle darübergehauen. So jedenfalls war meine erste Empfindung morgens vor dem Aufwachen. In dem Dämmerstadium, in dem lediglich Blase und Gehwerkzeuge so kommunizieren, dass ein rasches Entleeren derselben möglich ist, ohne dass Hirn und weitere Körperteile ihren REM-Schlaf unterbrechen. Und auch der Weiterschlaf „danach“ brachte keine wesentliche Besserung. Die Schwelle hinterliess dankenswerterweise keine nennenswerte Beule, aber die Watte konnte auch eine Dusche und der schnelle Weg zum Bahnhof nicht restlos entfernen. Ein Schuldiger liess sich leider auf die Schnelle auch nicht wirklich finden. Dabei sind Sündenböcke so was feines! Bock gefunden, Schublade auf, Bock rein, fein! Aber nein … kein einziges Bockshorn zum jagen so weit frau schaut.
Also tue ich das, was ich am besten kann … in gedanklicher Effizienz mit minimalem Aufwand brillieren. Es hat schon etwas für sich, die eigene Denkgeschwindigkeit und -Kapazität nach außen nicht immer völlig transparent darzustellen*gg*
So jedenfalls ist Vorgesetzter mit seiner Auf-die-Schnelle-Präsentation für morgen überglücklich. Was ein bisschen Laufzeilen-chichi und Fachbegriffs-Bullshit-Bingo doch ausmacht!
Und nun schädige ich noch etwas den eh angeschlagenen Berufsstand der Mediziner … guten Appetit!!!*
* An apple a day keeps the doctor away 🙂