Buch: „Permafrost“
Autor: Peter Georgas-Frey
Verlag: Selbstverlag
Ausgabe: Taschenbuch, 132 Seiten
Der Autor: Peter Georgas-Frey ist ein 1970 geborener Autor, der seit 1999 am schönen Bodensee lebt. Er veröffentlichte bereits Erzählungen und Gedichte wie „Als Paolos Hände reden lernten“, „Soantà“ und „Zeitspuren“, den Roman „Die Revolte“ sowie eine Trilogie rund um die außerirdischen Aurumer, bestehend aus „Die Heimkehr“, „Die Rückkehr“ und „Projekt Epilog“. Zuletzt erschien der Thriller „Alphavirus“, sowie die „Grenzlandgeschichten“, rund um den Bountyhunter Joe.
Das Buch: Für einen Moment scheint es, als habe Joe endlich Frieden und vielleicht sogar das große Glück gefunden. Da gerät innerhalb von Stunden die Welt aus den Fugen. Joe, der sich kurz davor sah ein ruhiges und beschauliches Leben zu führen, muss Hals über Kopf die Flucht ergreifen.
Es ist das letzte Abenteuer des Bounty-Hunters.
Fazit: Würde man dieses Buch verfilmen, erhielte man ein Roadmovie. Denn die Protagonisten – deren fünf – sind in Peter Georgas-Freys sechster und letzter Ausgabe der Grenzlandgeschichten mit dem Kopfgeldjäger Joe in der Hauptrolle schon sehr viel unterwegs.
Dabei nimmt alles seinen Anfang an der Küste Alaskas, wohin sich Joe und seine Freundin Beth zurückgezogen haben. Beide scheinen, ausgehend von Joes Gedanken hierzu, zwar grundsätzlich ganz zufrieden zu sein, vermitteln tatsächlich aber eher den Eindruck einer Zweckgemeinschaft, als den einer intensiven Liebesbeziehung.
Dann steht plötzlich Claude vor der Tür. Ehemals in der Wirtschaft tätig und finanziell unabhängig, versucht Claude nun, in der Abgeschiedenheit Alaskas einen Roman zu schreiben, erinnert diesbezüglich aber eher an „Grand“ aus Camus‘ „Die Pest“, denn trotz seines Verweises auf den angeblichen Umfang seines Manuskriptes hat er so richtig viel vielleicht nicht vorzuweisen.
Claude jedenfalls setzt Joe und Beth davon in Kenntnis, dass aufgrund eines Bebens vor der Küste mit einem Tsunami zu rechnen ist, und die Bevölkerung aufgefordert wurde, die Küstengebiete zu verlassen, und sich im Landesinneren in Sicherheit zu bringen. Joe und Beth steigen zu Claude ins Auto, kurz darauf steigen noch eine junge Meeresbiologin sowie ein älterer Indigener dazu, und los geht es, weg von der Küste und in vermeintliche Sicherheit.
Was folgt ist, wie erwähnt, primär ein Roadtrip, und insofern weicht „Permafrost“ deutlich von den vorangegangenen Teilen der Grenzlandgeschichten ab. Der Autor verzichtet also sowohl auf schurkische Fieslinge, die das Schicksal der Welt in ihrem Sinn ändern wollen, als auch auf temporeiche Action. Vielmehr wirkt das Buch selbst wie eine Reise, primär wie eine des Protagonisten zu sich selbst.
Anstatt also erneut spannenden, uralten Geheimnissen auf die Spur zu kommen, den oben erwähnten schurkischen Fieslingen ins Handwerk zu pfuschen oder alternativ auch atemlos vor selbigen zu fliehen, beschäftigen sich die Charaktere in „Permafrost“ in erster Linie mit sich selbst und miteinander. Begünstigt wird das dadurch, dass in ganz Alaska – vielleicht auch darüber hinaus – das Internet ausgefallen ist, die Charaktere also ein bisschen auf sich selbst zurückgeworfen sind, als wären sie wieder in den 80ern. Wer die vorangegangenen Teile kennte, weiß, dass Joe und sein Kumpel Crunchy daran vielleicht einen gewissen Anteil gehabt haben könnten …
Nachdem klar wurde, dass die Handlung zu nennenswerten Teilen auch daraus besteht, die Figuren untereinander über das Wesen des Menschen, die Verantwortung aller für den Planeten sowie die Bedeutung des Einzelnen vor dem Hintergrund der Ewigkeit reden zu lassen, empfand ich das Ganze erst als gewöhnungsbedürftig, dann aber als angenehm entschleunigend, schließlich als schlüssig, und letztlich eigentlich als absolut folgerichtig, zumal da durchaus kluge Gedanken dabei waren.
Am Ende der Reise stellt man dann einerseits fest, dass man die Grenzlandgeschichten zu keinem passenderen Ende hätte bringen können, und dass selbige ohne diesen letzten Teil erkennbar unvollständig gewirkt hätten.
Und letztlich habe ich sogar mit Joe selbst meinen Frieden machen können, so wie er mit sich auch.
Und das ist alles, was ich darüber sagen kann.
Ich danke Peter Georgas-Frey für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.
Demnächst in diesem Blog: „INTOXIKATION“ von Kristina Schippling und Matthias A. K. Zimmermann.