Was vom Lesen übrig blieb II – 3 Kurzrezensionen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

nachdem WP gerade aus unerfindlichen Gründen einen Teil meines bereits getippten Textes gefressen hat, verzichte ich auf das erneute Einhacken der eben noch in epischer Breite ausgeführten Vorrede, die sich eigentlich auch dahingehend ganz gut zusammenfassen lässt, dass ich beschlossen habe, fürderhin regelmäßig alles, was schon so lange auf meinen Stapeln gelesener Bücher liegt, dass sich eine erschöpfende Rezension schwierig gestalten würde, wenigstens kurz in Worte zu fassen. Den Anfang macht

„Die Grasharfe“ von Truman Capote

Der elfjährige Colin lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seinen eher verhaltensoriginellen Tanten Verena und Dolly. Verena ist Geschäftsfrau, die ihre Hände unter anderem in allerlei Immobilien des kleinen Städtchens hat, Dolly dagegen macht sich nicht viel aus Geld, und hat ihr Auskommen, indem sie mit ihrer Freundin Catherine, die eigentlich das von ihrem Vater geerbte Dienstmädchen der Tanten ist, im Wald Kräuter sucht, um daraus Arzneien zu brauen und in aller Herren Länder zu verschicken.

Als Verena darauf aufmerksam wird, wittert sie ein großes Geschäft. Dolly jedoch hat überhaupt kein Interesse daran, ihre Arznei übermäßig zu monetarisieren und die Verantwortung für so ziemlich das Einzige, wofür sie alleine verantwortlich zeichnet, abzugeben, und es kommt zum Streit zwischen den Tanten. Dieser endet damit, dass Dolly, Catherine und Colin aus dem Haus ausziehen, und in einem Baumhaus im sogenannten „Paternosterbaum“ unterkommen.

Nach kurzer Zeit hat die kleine Gruppe den einen oder anderen Mitstreiter, während der Großteil der Einwohner dahingehend insistiert, dass besagte Gruppe nun aber doch bitte mit dem Blödsinn aufhören und nach Hause zurückkommen möge. Schließlich schreckt man auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurück …

Wenn man vorher Capotes „Kaltblütig“ gelesen hat, dann ist dieses Buch hier so etwa der ziemlich genaue Gegenentwurf dazu.  „Die Grasharfe“ bietet eine kleine, vergleichsweise kurze, warmherzige Geschichte voller verschrobener Charaktere, die dazu animiert, Menschen einfach so sein zu lassen, wie sie sind, die Fragen nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortung thematisiert, und die das faszinierenderweise ganz ohne zeitgenössisches identitätspolitisches Genörgel oder Gefasel von „Bevormundung“ schafft.

Ich hätte „Die Grasharfe“ vor etwa 25 Jahren lesen sollen, dann hätte sie mir noch besser gefallen, so bleibt dennoch eine charmante Geschichte mit durchaus aktuellem Ansatz, die auch wegen des überschaubaren Umfangs wärmstens zu empfehlen ist.

„Unterm Rad“ von Hermann Hesse

Die „Ich hätte das vor 25 Jahren lesen sollen!“-Erkenntnis trifft auch auf Hermann Hesses „Unterm Rad“ zu. Protagonist des Buches ist der junge Hans Giebenrath. Hans ist ein überdurchschnittlich guter Schüler und bereitet sich auf sein Landexamen vor. Diesem Ziel ordnet er bereits ziemlich viel unter, trotzdem prasseln von außen immer weitere Hoffnungen, Erwartungen und Anforderungen auf ihn ein. Letztlich sitzt der bislang eigentlich sehr naturverbundene junge auch in den Ferien auf Anraten seines Schulleiters nur noch vor den Büchern, um sich auf das Examen vorzubereiten.

Nach Bestehen desselben wird der Druck auf Hans weiter verstärkt. Zu den Erwartungen, die sein Vater, sein Schulleiter, eigentlich die ganze Stadt, in ihn legen, kommt nun noch die der Lehrkräfte an der Klosterschule Maulbronn, in die Hans nach dem Examen wechselt.

Nachdem er diesen Lauf der Dinge zwar leidlich beklagt, dessen Sinnhaftigkeit aber nicht wirklich infrage gestellt hat, gerät er schließlich in Kontakt zum eher musisch veranlagten Mitschüler Hermann Heilner. Hermann ist ein Freigeist, der über den Dingen zu stehen scheint, und sich aus dem Unterrichtsstoff im Allgemeinen nicht wirklich viel macht. Das hinterlässt großen Eindruck bei Hans. Seine Leistungen werden schwächer, sein nervlicher Zustand ebenso, insbesondere nachdem Heilner die Schule verlässt. Schließlich kehrt auch Hans nach Hause zurück. Vorübergehend, wie es heißt.

Es gäbe zahllose Gründe, die Geschichte von Hermann Hesse zu mögen, und im Grunde tue ich das auch. Sie ist phasenweise gut erzählt, so ist beispielsweise der Kontrast in Atmosphäre und Sprache zwischen dem gehetzt wirkenden ersten Kapitel, in dem man Giebenraths Umfeld und Situation kennenlernt, und dem zweiten, sehr viel ruhigeren, das teilweise in der freien Natur spielt, die der Junge eigentlich so schätzt, großes Kino.

Und die Geschichte rund um den Leistungsdruck, dem sich ein junger Mensch ausgesetzt sieht, hat zudem eine bemerkenswerte Aktualität.

Das einzige Problem, das ich mit der Geschichte habe, ist, dass sie eben nicht im geringsten Maße subtil wirkt. Hesse lässt nichts ungesagt, lässt die Drucksituation, in der sich sein Protagonist befindet, nicht für sich sprechen, damit sich die Leser ihre eigenen Gedanken dazu machen können, sondern er thematisiert diese Drucksituation immer wieder ganz plakativ, verweist darauf, dass der Junge ja gar keine Zeit mehr für sich selbst habe, und ähnliches. Das nimmt „Unterm Rad“ massiv die Wirkung, weil man sich schon recht früh denkt: „Ja, Hermann, ich hab es ja begriffen: Übersteigerter Leistungsdruck ist kontraproduktiv!“.

Wahrscheinlich hätte ich, wie erwähnt, das Buch mehr zu schätzen gewusst, wenn ich es vor einem Vierteljahrhundert gelesen hätte, so bleibt jedoch der Eindruck eines Klassikers, den man gelesen haben kann, aber nicht gelesen haben muss.

„Dunkelblum“ von Eva Menasse

Wir schreiben das Jahr 1989 in dem kleinen österreichischen Örtchen Dunkelblum. Menasses fiktiver Ort steht dabei für das Städtchen Rechnitz an der Grenze zu Ungarn. In den letzten Kriegsmonaten 1945 kommen 200 Zwangsarbeiter nach Rechnitz, die vorher an Hitlers Südostwall arbeiten mussten. Während eines Festes des ortsansässigen Grafenehepaares werden 180 von ihnen von einigen Teilnehmern dieses Festes erschossen. Die Geschehnisse gehen als „Massaker von Rechnitz“ in die Geschichte ein.

Knapp 45 Jahre nach diesen Ereignissen werden in Eva Menasses Roman die Bewohner Dunkelblums, die bislang beharrlich geschwiegen haben, erneut mit diesen Gräueltaten konfrontiert: Einige Studenten haben es sich zum Auftrag gemacht, den überwucherten jüdischen Friedhof vom Wildwuchs zu befreien, ein Unbekannter kommt in die Stadt und stellt unangenehme Fragen zur Vergangenheit und zudem entzweit sich das Örtchen in der Frage um die Neugestaltung der Wasserversorgung. Diesbezüglich ist für die Altvorderen in der Kommunalpolitik lediglich klar: Großflächige Buddelei muss in jedem Fall verhindert werden …

Hätte ich mich mit Menasses Roman auf die einzig angemessene Art auseinandergesetzt, so hätte man in jüngerer Vergangenheit mal eine ultimative Lobhudelei dazu gelesen. So muss ich es dabei belassen, dass die Autorin sich ihres Themas zwar auf absolut angemessene Weise zuwendet, diesen aber, um ihn eben wegen dieses Themas nicht vollends im Dunkeln enden zu lassen, mit einer ganzen Reihe verhältnismäßig schräger Figuren sowie einem gewissen Charme, auch und gerade in sprachlicher Hinsicht, füllt, den ich irgendwie als typisch österreichisch empfinde.

Menasse gelingt es so, Interesse für die historischen Fakten ihres Romans zu erzeugen, ohne ihre Leserschaft aber gleichzeitig in mehrere hundert Seiten lange Trübnis verfallen zu lassen. In der heutigen „Das-wird-man-wohl-noch-sagen-dürfen-Vogelschiss-Mahnmal-der-Schande-Maus-ausgerutscht-alimentierte-Messermänner-Zeit“ ist „Dunkelblum ein bemerkenswert wichtiges Buch! Wer es also noch nicht gelesen hat: Unbedingt nachholen!

„Dreh dich nicht um“ von Karin Slaughter

Buch: „Dreh dich nicht um“

Autorin: Karin Slaughter

Verlag: rororo

Ausgabe: Taschenbuch, 464 Seiten

Die Autorin: Karin Slaughter ist eine der weltweit berühmtesten Autorinnen und Schöpferin von über 20 New-York-Times-Bestseller-Romanen. Dazu zählen „Cop Town“, der für den Edgar Allan Poe Award nominiert war, sowie die Thriller „Die gute Tochter“ und „Pretty Girls“. Ihre Bücher erscheinen in 120 Ländern und haben sich über 40 Millionen Mal verkauft. Ihr internationaler Bestseller „Ein Teil von ihr“ ist 2022 als Serie mit Toni Collette auf Platz 1 bei Netflix erschienen. Eine Adaption ihrer Bestseller-Serie um den Ermittler Will Trent ist derzeit eine erfolgreiche Fernsehserie, weitere filmische Projekte werden entwickelt. Slaughter setzt sich als Gründerin der Non-Profit-Organisation »Save the Libraries« für den Erhalt und die Förderung von Bibliotheken ein. Die Autorin stammt aus Georgia und lebt in Atlanta. (Quelle: Harper Collins)

Das Buch: Gerichtsmedizinerin Sara Linton und ihr Ex-Mann Jeffrey Tolliver werden zu einem neuen Einsatz gerufen. Ein Student hat Selbstmord begangen – so scheint es zunächst. Doch während Sara und Jeffrey die Leiche in Augenschein nehmen, geschieht ganz in der Nähe ein grausames Verbrechen. Saras hochschwangere Schwester wird mit einem Messer attackiert und ringt um ihr Leben. Schnell stellt sich heraus, dass beide Taten zusammenhängen, und als sich ein weiterer Todesfall ereignet, nimmt ein dramatischer Showdown seinen Lauf. (Quelle: Thalia)

Fazit: Wenn ich mir zu Karin Slaughters „Dreh dich nicht um“ die „Ist das Kunst oder kann das weg?“-Frage stelle, komme ich nach relativ kurzer Überlegung leider zu dem Schluss, dass Letzteres der Fall ist. Vielleicht tue ich ihr damit aber auch ein wenig unrecht.

„Dreh dich nicht um“ ist nämlich der dritte Teil einer mehrteiligen Serie rund um die Gerichtsmedizinerin Sara Linton, erschien bereits 2005 und muss in mysteriöser Weise durch irgendwelche dubiosen, semilegalen Grabbeltisch-Kanäle auf meinen Stapeln ungelesener Bücher gelandet sein. So genau lässt sich das rückblickend nicht mehr herleiten. Und erklären erst recht nicht. Wenn man nun aber die ersten beiden Teile der Reihe nicht gelesen hat, dann ist eine Beurteilung des dritten Teils für sich alleine vielleicht ein wenig unfair – ich tue es trotzdem.

Denn eigentlich hat „Dreh dich nicht um“ ausreichend Potenzial, um ein richtig guter Thriller zu sein. Als da wäre beispielsweise das Figurenensemble. Auch wenn man deren Vorgeschichte nicht kennt, versorgt die Autorin die dahingehend kenntnislose Leserschaft mit ausreichend Informationen, um die Charaktere greifbar zu machen, und auch vor dem Hintergrund einer Vorgeschichte, die man niemals gelesen hat, verständlich zu gestalten. Allen voran wäre da die ehemalige Polizistin Lena Adams, die aufgrund diverser traumatischer Erfahrungen in vorangegangenen Bänden in eine Alkoholsucht abgleitet, und auch in „Dreh dich nicht um“ so einiges über sich ergehen lassen muss. Auch die Protagonistin Sara Linton wirkt in Summe manchmal vielleicht etwas anstrengend, kann als Hauptfigur insgesamt aber überzeugen. Dass ihr Ex-Mann, der Polizei-Chef Jeff Tolliver zuweilen wie ein gruselig-besitzergreifendes Alphamännchen – nicht das einzige Alphamännchen des Buches – wirkt, muss ebenfalls benannt sein, tut den insgesamt aber gut gelungenen Figuren kaum einen Abbruch.

Und ich kann auch damit leben, dass das Buch Passagen enthält, die man schon eher als eklig empfinden kann, obwohl ich ja gelegentlich erwähne, wie sehr mir so etwas missfällt. Aber wenn die Autorin schon Slaughter heißt und die Hauptfigur Gerichtsmedizinerin ist, dann kann man vermuten, dass sich die Handlung des Buches nicht darin erschöpft, dass Sara, Lena und Jeff gemeinschaftlich Kastanienfiguren und Traumfänger basteln und Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ singen, sondern dass es eben auch mal mittels expliziter Beschreibung von allem Möglichen ans Eingemachte geht. Es muss mir nicht gefallen, aber ich sollte es erwarten.

Insofern hätte ich, wenn ich die gesamte Reihe gelesen hätte, wahrscheinlich ein anderes Urteil gefällt. Ich hätte die Vorgeschichte der Figuren auf Basis eigener Erfahrungen kennengelernt, hätte deren Entwicklung über zwei vorangegangene Bände beobachtet, mich an die zuweilen explizite Beschreibung der Folgen von Gewaltanwendungen gewöhnt, an die „Schreibe“ im Allgemeinen – und hätte dabei dann vielleicht besser ausblenden können, dass die eigentliche Thriller-Handlung eigentlich wenig erwähnenswert ist.

Wenn man das Buch aber als Einzelband liest, dann ist exakt das nun aber ein elementares Problem. Schon die anfänglichen Ereignisse, die die Handlung in Gang setzen, wirken irgendwie wenig überzeugend. Da haben wir also eine Gerichtsmedizinerin, die nichts anderes zu tun hat, als ihre Schwester, weil sie eben gerade mit dieser unterwegs ist, mit zu einem Tatort, oder wenigstens nah dran, zu nehmen, obwohl ungeklärt ist, ob der Todesfall ein Unfall oder nicht doch Folge der Tatsache ist, dass da vielleicht irgendwie noch ein Spinner rumläuft. Wird schon gutgehen, ne!? Nein, tut es natürlich nicht.

Schon nach wenigen Seiten setzt daher beim Rezensenten Stirnrunzeln ein, das aber wenigstens ein bisschen davon ablenkt, dass Frau Slaughter gerade mit offensichtlich einiger Verve irgendwas von gehäuteten männlichen Geschlechtsorganen schreibt. Und eigentlich hat dieses Stirnrunzeln bis zum Ende des Buches nicht mehr nennenswert nachgelassen. Die Ermittlungen wirken irgendwie ziellos, willkürlich, zufällig. Fragestellungen, die anfangs aufgeworfen werden, und entsprechende Ermittlungsansätze finden später nicht mehr die geringste Beachtung, ohne dass man sich vorher nochmal damit beschäftigt hätte. Insgesamt hilft Kommissar Zufall vergleichsweise oft nach. Man hat als Leser nie den Eindruck, hier einen Fall vor sich zu haben, den man selbst durch Nachdenken lösen kann. Auch der Schluss bzw. die Auflösung ist dann wenig spektakulär.

Und irgendwann ist man dann an diesem wenig spektakulären Ende angekommen, legt das Buch mit einem achselzuckenden „Aha …“ zur Seite und kommt zum Schluss, dass es schon so seine Gründe hat, warum man derlei Bücher eigentlich nicht mehr liest.

Demnächst in diesem Blog: Mal schauen. Es warten Hesse, Capote, Asimov und Mishani auf entsprechende Rezensionen. Ich werde mal sehen, wonach mir ist …

Nochmal in eigener Sache …

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

mit Eigenwerbung in jeglicher Form ist das ja immer irgendwie so ’ne Sache. Nicht, dass ich selbige oft betreiben würde, aber wenn, dann ist mir das häufig in irgendeiner Art ein bisschen unangenehm. Deswegen tun wir mal so, als wäre Folgendes keine Eigenwerbung, sondern eher nur so etwas wie … ein Lesehinweis … eine Follower-Information … oder so …

Jedenfalls, im Zuge der Midlist-Wahl des Skoutz-Awards – ich sprach kürzlich davon – hat man nicht nur die Möglichkeit, für meine Wenigkeit abzustimmen – wer das bisher verpasst hat, kann das meinetwegen gerne nachholen, übrigens noch bis zum 1. Oktober; Gleiches gilt für das Rühren der Werbetrommel, der Organisation einer sündhaft teuren bundesweiten Werbekampagne oder der telefonischen Belästigung von Elon Musk -, nein, man könnte auch, wenn man denn wollte, ein in diesem Zusammenhang mit mir freundlicherweise geführtes Interview nachlesen. Und zwar genau hier.

Wer also Dinge über mich erfahren möchte, die sie oder er, je länger hier mitgelesen wird,mit entsprechend steigender Wahrscheinlichkeit schon weiß, kann ja gerne mal reinschauen.

Für alle anderen gilt dann eben: Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Gehabt euch wohl.

„Imperium“ von Christian Kracht

Buch: „Imperium“

Autor: Christian Kracht

Verlag: Fischer

Ausgabe: Taschenbuch, 256 Seiten

Der Autor: In Saanen in der Schweiz wurde Christian Kracht am 29. Dezember 1966 geboren. Nach der Schule nahm er in den USA das Studium der Filmwissenschaften auf, arbeitete bei verschiedenen Presseerzeugnissen und begann dann zu reisen – durch Asien ebenso wie durch Afrika oder den Südpazifik. Er zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Werke sind in 30 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt Christian Kracht den Wilhelm-Raabe-Preis, für den Roman »Die Toten« 2016 den Schweizer Buchpreis sowie den Hermann-Hesse-Literaturpreis; als auch 2022 den Wolfgang-Koeppen-Preis.. Zuletzt erschien der Roman »Eurotrash« (2021). (Quelle: S. Fischer Verlage)

Das Buch: Die Welt wollte er retten, eine neue Religion stiften, gar ein eigenes Reich gründen – eine Utopie verwirklichen, die nicht nur ihn selbst, sondern die Menschheit erlöst, fernab der zerstörerischen europäischen Zivilisation, die gerade aufbricht in die Moderne und in die Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Doch in der Abgeschiedenheit der Südsee, in einer Kolonie des wilhelminischen Deutschland, gerät ein von einem vegetarischen Spleen besessener Sonnenanbeter in eine Spirale des Wahnsinns, die die Abgründe des 20. Jahrhunderts ahnungsvoll vorwegnimmt. In seinem vierten Roman zeichnet Christian Kracht die groteske, verlorene Welt von Deutsch-Neuguinea, eine Welt, die dem Untergang geweiht ist und in der sich doch unsere Gegenwart seltsam spiegelt. Zugleich aber ist Christian Krachts »Imperium« eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns. (Quelle: S. Fischer Verlage)

Fazit: Wir schreiben das Jahr 2012: Der Arabische Frühling ist noch in vollem Gange, Bundespräsident Wulff tritt zurück, in der Ukraine kann man noch eine Fußball-Europameisterschaft abhalten, das gesellschaftliche Aufreger-Thema sind sogenannte „Nacktscanner“ an Flughäfen und noch kennt niemand das Kürzel AfD. Sind wir mal ehrlich: Wenn wir gewusst hätten, was in den nächsten gut zehn Jahren alles noch kommt, hätten wir 2012 vermutlich mehr zu schätzen gewusst. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, die Maya-Kalender-Weltuntergangsapologeten hätten recht behalten.

2012 war aber eben auch das Jahr, in dem Christian Kracht seinen Roman „Imperium“ veröffentlichte – und sich daraufhin mit Rassismus-Vorwürfen auseinandergesetzt sah. Allen voran durch „Spiegel“-Redakteur Georg Diez, der in seinem damaligen Artikel „Die Methode Kracht“ kein gutes Haar am Autor oder dessen Buch ließ. Für seine Vorwürfe reißt er, meines Erachtens, einzelne Sätze aus dem Zusammenhang und beruft sich zudem auf einen E-Mail-Austausch zwischen Kracht und David Woodward, dem Co-Autor von Krachts Buch „Five Years“, und darauf, dass sich Kracht von diesem nie distanziert habe. Nun hat es den Anschein, als hätte besagter Woodward, salopp formuliert, tatsächlich einen veritablen Schatten – die Vorwürfe, „Imperium“ zeige „die Nähe des Autors zu rechtem Gedankengut“, wirken jedoch an eben jenen Haaren herbeigezogen, die Diez nicht an Kracht gelassen hat. Und ein Jahrzehnt voller Mausabrutscher, „Messermänner“-Demagoginnen und erklärter Faschisten später, hätte man den ursprünglichen Artikel vermutlich mit noch mehr Befremden wahrgenommen.

Nun stellt Diez selbst in seinem Artikel fest, man könne „das Buch auch lesen als eine Satire“ – und ich bin der Ansicht, dass man das nicht nur kann, sondern dass man das sogar muss. Und es ist nicht so, als wäre diese Satire sonderlich subtil im Text versteckt. Und das wiederum ist für mich Fluch und Segen gleichermaßen.

Kracht beschreibt in seinem Roman den deutschen Aussteiger August Engelhardt, der das wilhelminische Deutschland zu Beginn des letzten Jahrhunderts verlässt, um auf der Insel Kabakon, im damaligen Neupommern und heutigen Papua-Neuguinea, zu leben, indem er sich nur von Sonnenlicht und Kokosnüssen ernährt. Er kauft von der Unternehmerin Emma Kolbes eine Kokosplantage, um dort nicht nur dem von ihm propagierten Kokovorismus zu frönen, sondern sich mit dem Verkauf der aus den Kokosnüssen hergestellten Waren seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Ebenso wie – natürlich – die einseitige Ernährungsweise ist aber auch Engelhardts Wirtschaftsplan eher nur so semi-erfolgreich.

Fun fact: Wenn man „August Engelhardt“ googelt, dann steht unter seinem Bild das schöne Wort „Ernährungsberater“. Gut, nun ist „Ernährungsberater“ keine geschützte Berufsbezeichnung, trotzdem tue ich mich schwer, jemanden, der die Ansicht propagierte, man könne ausschließlich von Kokosnüssen und Sonnenlicht leben, als „Ernäh…“- ach, egal.

Wie auch immer, Engelhardt beschließt letztlich, seine Lebensweise zu verbreiten und Mitstreiter zu suchen. Spätestens als der zu diesem Zeitpunkt in Deutschland recht renommierte Dirigent und Musiker Max Lützow in Engelhardts Paradies auftaucht und euphorische Briefe über das Leben in der Ferne und den von Engelhardt mittlerweile gegründeten „Sonnenorden“ nach Deutschland schickt, bekommt dieser sogar eine relative Bekanntheit – nach einigen, mitunter ungeklärten Todesfällen unter Engelhardts Ordensmitgliedern ist sein Projekt jedoch wieder im Niedergang begriffen.

Kracht bedient sich eines oft überaus gestelzten und übertrieben abgehoben wirkenden Vokabulars, erzählt die Geschichte dafür aber auch in einem heiteren, zuweilen beiläufigen Ton, der den mitunter gar nicht so heiteren Ereignissen entgegensteht, ihnen aber auch den Schrecken nimmt, und den satirischen Ansatz stützt. Und es gibt kaum etwas, über das sich Kracht nicht in mehr oder weniger satirischer Form lustig macht. Sei es die Deutschtümelei aus Teilen des vergangenen Jahrhunderts, sei es der Selbstoptimierungswahn der letzten Jahre und Jahrzehnte. Das dauerhafte Beibehalten einer gewissen erzählerischen Nonchalance kann vermutlich auf Dauer recht anstrengend wirken, mir hat es jedoch ziemlich gut gefallen.

Um seinen Roman mit Leben zu füllen, greift Kracht praktisch vollständig auf ein seinerzeit tatsächlich existierendes Figurenensemble zurück, erlaubt sich hier jedoch auch einige Freiheiten. Zu viele, für meinen persönlichen Geschmack. So findet Engelhardts erster Mitstreiter August Bethmann überhaupt keine Erwähnung, anderen Personen wird ein nach Abschluss der Ereignisse von den realen Begebenheiten teils deutlich abweichender alternativer Lebenslauf spendiert usw.

Und ähnlich verhält es sich mit der Handlung des Romans selbst. Wenn man sich ein bisschen mit der Thematik beschäftigt, fallen einem teils deutlich Abweichungen zwischen Roman und Wirklichkeit auf, was Ereignisse oder deren Abfolge angeht.

Nun kann man so etwas natürlich machen, und es mag spannend sein, wenn sich Historie und Fiktion hier und da verwischen. Ich persönlich bin bei Romanen, die tatsächliche, historische Begebenheiten zum Thema haben, allerdings ein Anhänger davon, sich doch bitte auch möglichst nah an diesen Fakten zu bewegen. Schließlich leben wir in einer Zeit, in der die Leute die Inhalte des Oliver-Stone-Filmes „JFK“ für bare Münze nahmen, oder Alice Weidel für eine kompetente Politikerin halten, anstatt für die Anführerin der Reptiloiden, die sie ja nun zweifelsohne ist. /s

Wenn sich der Autor, wie es beispielsweise John Williams im kürzlich beschriebenen „Augustus“ getan hat, die Zeit genommen hätte, in einem Vorwort zu erläutern, dass er sich entsprechende Freiheiten genommen habe, so wäre mir das weniger sauer aufgestoßen – wenn ich aber nach einer solchen Lektüre correctiv.org zwecks eines Faktenchecks anrufen muss, missfällt mir das persönlich deutlich.

Natürlich ist dieser Aspekt ein sehr subjektiver, aber in meinem Fall machte er letztlich den Unterschied zwischen einem wohlwollenden Nicken am Ende des Buches, zu dem es andernfalls wohl gekommen wäre, und einem ratlosen Schulterzucken, das es dann letztendlich auch wurde.

Demnächst in diesem Blog: „Dreh dich nicht um“ von Karin Slaughter

„Augustus“ von John Williams

Buch: „Augustus“

Autor: John Williams

Verlag: dtv

Ausgabe: Taschenbuch, 480 Seiten

Der Autor: John Edward Williams (1922 -1994) wuchs im Nordosten von Texas auf. Er besuchte das örtliche College und arbeitete dann als Journalist. 1942 meldete er sich widerstrebend, jedoch als Freiwilliger zu den United States Army Air Forces und schrieb in der Zeit seines Einsatzes in Burma seinen ersten Roman. Nach dem Krieg ging er nach Denver, 1950 Masterabschluss des Studiums Englische Literatur. Er erhielt zunächst einen Lehrauftrag an der Universität Missouri. 1954 kehrte er zurück an die Universität Denver, wo er bis zu seiner Emeritierung Creative Writing und Englische Literatur lehrte.

Williams war vier Mal verheiratet und Vater von drei Kindern. Er verfasste fünf Romane (der letzte blieb unvollendet) und Poesie. John Williams wurde zu Lebzeiten zwar gelesen, erlangte aber keine Berühmtheit. Dank seiner Wiederentdeckung durch Edwin Frank, der 1999 die legendäre Reihe ›New York Book Review Classics‹ begründete, zählt er heute weltweit zu den Ikonen der klassischen amerikanischen Moderne. (Quelle: dtv)

Das Buch: Octavius, Großneffe und Adoptivsohn von Julius Caesar, später Kaiser Augustus: Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes so plastisch, so mitreißend, als würden sich die Geschehnisse in unseren Tagen ereignen. Fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist«. (Quelle: dtv)

Fazit: Dieses Buch war Bestandteil eines mir von einer ganz zauberhaften Person eigeninitiativ zugeschickten Care-Pakets, das neben dem Buch unter anderem Schokolade, Tee und Ingwer enthielt, und mich aus dem Grund, dass bzw. zu einer Zeit als es mir in physischer und mentaler Hinsicht ziemlich schlecht ging, erreichte. Ja, solche Leute kenne ich, und ich nutze jede Gelegenheit, „um dies selt’ne Glück zu preisen“, um es mal mit den Worten des großen zeitgenössischen Philosophen Otto Waalkes zu sagen.

Und dann – tja, dann lag „Augustus“ da so eine Weile rum. Eine ganze Weile. Eine ziemliche Weile. Oft angelesen, als etwas sperrig empfunden, und wieder zur Seite gelegt, drohte es, ein unwürdiges Dasein als Dauergast auf meinen Stapeln ungelesener Bücher zu fristen und es sich dort  neben Richard Fords „Die Lage des Landes“ im Rahmen der Möglichkeiten gemütlich zu  machen.

Schließlich unternahm ich unlängst einen als letzten Versuch eingestuften Anlauf, mit dem Vorsatz, trotz des vermeintlich sperrigen Anfangs durchzuhalten – und sehr bald stellte sich die Erkenntnis ein, die sich bei Büchern, mit denen ich eine gewisse Zeit fremdele, vergleichsweise oft einstellt: Dass ich es nämlich schon längst hätte lesen sollen.

Einmal, weil es so anders ist, als die beiden anderen Bücher, die ich bislang von John Williams gelesen habe. Sowohl „Butcher’s Crossing“ als auch „Stoner“ beinhalten entweder nicht gerade vom Glück verfolgte und/oder gar etwas unscheinbar wirkende Protagonisten und ein überschaubares geografisches Gebiet. In „Augustus“ widmet er sich niemand anderem als dem Herrscher der antiken Welt: Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, der das Römische Reich in eine Blütezeit führte und den Grundstein dafür legte, dass es nur wenige Jahrzehnte später unter Kaiser Trajan seine größte Ausdehnung erreichen würde.

Zum Zweiten, weil der Aufbau des Romans so gut gelungen ist. Der Autor lässt, von Altbekannten wie Marcus Agrippa oder Cicero bis hin zu – zu mindestens mir – vergleichsweise unbekannten Persönlichkeiten eine Fülle von Erzählstimmen zu Wort kommen, beispielsweise in Form fiktiver Briefe oder Tagebucheinträge. Williams selbst macht klar, dass es sich um ein rein fiktionales Werk handelt, das keine originalen Dokumente wiedergibt – und wenn doch, dann nur in kurzen Auszügen -, und sich zwar weitgehend an die historischen Fakten hält, sich aber auch hier Freiheiten nimmt, wenn es beispielsweise darum geht, zeitliche Abfolgen von Geschehnissen aus dramaturgischen Gründen abzuändern. Für gewöhnlich bin ich bei historischen Romanen ein Verfechter der Vorgehensweise, sich möglichst nah an den geschichtlichen Fakten zu orientieren, hier kann ich jedoch – anders beispielsweise als beim bald zu besprechenden „Imperium“ von Christian Kracht – gut damit leben.

Unter anderem eben deswegen, weil durch die Vielzahl an Erzählstimmen ein vielschichtiges und sich teils widersprechendes Bild von Williams Protagonisten entsteht. Den Auftakt in der Reihe prominenter Erzähler macht der große Gaius Julius Cäsar, in Form eines Briefes aus dem Jahr 45 v. Chr. an seine Nichte Octavia, in dem er ihr darlegt, wie er die Zukunft seines Adoptivsohn Octavian plant. So richtig viel dieser Zukunft erlebt Cäsar nun aber selbst nicht mehr, denn nach seiner Ernennung als Diktator auf Lebenszeit machen sich diverse Senatoren gewisse Sorgen um den Fortbestand der Republik und nur ein Jahr nach dem genannten Brief wird Cäsar mit einem angeblichen „Tu quoque fili“ sein Leben aushauchen.  Ironischerweise wird sein Nachfolger Octavian mit seiner Einsetzung als späterer Kaiser Augustus die Römische Republik für immer untergehen lassen.

Der junge Octavian ist an der Seite seiner Freunde Marcus Agrippa, Gaius Maecenas sowie dem unseligen Quintus Salvidienus plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert, das ihm aufgrund eines entsprechenden Testaments zustehende politische Erbe Julius Cäsars anzutreten. Und das ist alles andere als leicht, denn verständlicherweise stehen ihm insbesondere die Verschwörer gegen Cäsar misstrauisch gegenüber. Und das völlig zu recht, wie sich in vielen Fällen zeigen wird. Es folgt nämlich ein Lehrstück in Sachen Intrigen, Macht und Machterhalt, das überaus vergnüglich zu lesen ist, für den einen oder anderen de Verschwörer jedoch eher weniger vergnüglich endet, und das einen überdies für die Gnade der späten Geburt danken lässt, die zwar vielleicht dazu führt, dass man den Verbalauswurf eines Faschisten, der das Land von der Inklusion „befreien“ will, ertragen muss, man aber wenigstens keine Sorge mehr haben muss, von aktuellen Machthabern beseitigt zu werden, nur weil man die Gegenseite unterstützt hat. Nun ja – hier zumindest.

Während der titelgebende Augustus erst im letzten Kapitel eine eigene Erzählstimme bekommt, in Form eines langen Briefes an Nikolaos von Damaskus gegen Ende seines bewegten Lebens, ist unter den anderen Erzählerinnen und Erzählern insbesondere Augustus Tochter Julia herauszuheben. Julia befleißigt sich eines eher liederlichen Lebenswandels, vermittelt irgendwie den Eindruck einer antiken Lucrezia Borgia – oder dem, was die Nachwelt aus Lucrezia Borgia lange Zeit gemacht hat -, verstößt letztlich genau gegen die Sittengesetze, die ihr eigener Vater Jahre früher erlassen hat, und muss deshalb ins Exil gehen. Dort entstehen Tagebucheinträge, die, so wie alle anderen Quellen auch ein von der Art der persönlichen Beziehung zu Augustus gefärbtes Bild des Kaisers vermitteln, das aber im Gegensatz zu allen anderen Erzählstimmen nicht der unreflektierten Lobhudelei verdächtig ist, sondern den Augustus, den die Welt als strahlenden Kaiser kennt, eben auch kritisch betrachtet.

Und so entsteht in Summe dann ein vielschichtiges, komplexes Bild eines Protagonisten, der nach 480 Seiten soooo sehr viel anders als frühere Williams-Hauptfiguren dann auch nicht mehr wirkt. Augustus ist beispielsweise zeit seines Lebens kränklich, noch in verhältnismäßig jungen Jahren ist des Öfteren sogar sein frühzeitiges Ableben zu befürchten. Und der junge Octavian, der unverhofft in eine – zumindest zu diesem Zeitpunkt wohl noch ungewollte – Machtposition gelangt, wirkt oft unsicher und zweifelnd. Und auch wenn der spätere Kaiser Augustus mit harter Hand regieren wird und beispielsweise Menschen nach seinem Gusto zu Zwecken des Machterhalts mit anderen Menschen verheiratet, so wird im letzten Kapitel des Romans der Eindruck bestätigt, dass Augustus eben mehr ist, als der skrupellose Herrscher eines Weltreiches: Ein im Grunde einfacher Mensch, der den Zwängen seiner Zeit und denen eines Amtes, um das er nicht gebeten hat, unterworfen ist.

Wer die anderen Williams-Romane mochte, einen Hauch Interesse für die Historie und zudem einen Sinn für collagenhafte Erzählweise aufbringen kann, dürfte mit „Augustus“ glücklich werden.

Klare Leseempfehlung.

Weitere Rezensionen:

aus.gelesen

AstroLibrium

Leseschatz

Buch-Haltung

Demnächst in diesem Blog: „Imperium“ von Christian Kracht

Skoutz-Award 2023 – Wahl zur Shortlist

Guten Morgen, liebe Leserinnen  und Leser,

zugegeben, in den letzten, na, sagen wir so vier Wochen, ist es hier vergleichsweise ruhig gewesen. Geplantes wurde auf Wiedervorlage am Sanktnimmerleinstag gelegt, Rezensionen harren ihrer Ausfertigung. Die Gründe sind Legion – dennoch sollte sich das bald wieder ändern, und an dieser Stelle wieder ein bisschen Leben einkehren.

Bevor es so weit ist, habe ich aber zunächst noch vergleichsweise Wichtiges zu verkünden: Im vergangenen Mai – aufgrund eines Vertippers schrieb ich gerade „Maui“, sah aus dem Fenster in Regen und Gewitter, und beschloss, dass mein Unterbewusstsein hier eine Rolle gespielt haben muss – im Mai also ließ ich in aller Bescheidenheit verlauten, dass ich die große Ehre hatte bzw. habe, bei der Wahl zum Skoutz-Award 2023 in der Kategorie „Buchblog“ auf die Midlist gekommen zu sein.

Nun steht bereits die Wahl zur Shortlist an. Auf der Seite des Skoutz-Awards kann man jetzt seine Stimme in allerlei Kategorien abgeben.

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn sich der eine oder die andere aus meiner Leserschaft bereit finden würde, mich mit einer Stimme zu unterstützen. Oder damit, die frohe Kunde zur Shortlist-Wahl über eigene Kanäle weiterzuverbreiten, auf dass noch viel mehr Menschen davon erführen. Oder es ihren Familien, Freunden und Bekannten zu berichten. Oder diesen Beitrag in sechsstelliger Anzahl auszudrucken und an die Laternen des eigenen Landkreises zu kleben. Oder sein gesamtes Erspartes für eine bundesweite Fernsehwerbekampagne auszugeben. Oder Elon Musk anzurufen, um ihn davon zu überzeugen, dass er das tut. Oder sich fünf Millionen Wegwerfmailadressen anzulegen, um damit – okay, nein, das nicht. Alles Andere bzw. Vorbenannte würde ich jedoch ausdrücklich begrüßen. :-)

Ich bedanke mich schon mal vorab für die Unterstützung.

Gehabt euch wohl.