21.5.21

Schnipsel

    es gab Bilder und Texte, Rezepte und Mitschnitte für‘s lange Wochenende, schon formulierte Tweets, aber zum Bloggen hat es nicht gereicht.

Dann kam der Hexenschuss, der mir die Zeit ab Samstag noch ein bisschen erschwerte.

Außerdem habe ich sehr viele Sätze zum Themenkreis Schule formuliert, ich bin aber nicht sicher, ob ich das machen soll. Ab 31.5. wieder normale Präsenz wie gehabt, alle wollen oder müssen noch Klassenarbeiten schreiben, man weiß ja überhaupt nicht, wie man die Kinder beurteilen soll! Kleiner Tipp: wer hat alles regelmäßig teilgenommen, wer kann gelobt werden für pünktliche Abgabe der Aufgabe, mal ein kleines (möglicherweise motivierendes) Feedback zwischendurch statt Versandenlassen der eingereichten Sachen. Die Klassenarbeit morgen hätte man zum Beispiel in Deutsch durch das Verfassen eines Lesetagebuch ersetzen können über die Distanzlernzeit, bisschen Aufgabenverteilung, statt am Wechselunterrichtstag dann eine Arbeit anzusetzen. Ich habe das nicht zu kritisieren, und mache das tatsächlich lieber hier auf my own private site, und es könnte ja jetzt jedeR kommen. (Über die Lektüreauswahl hülle ich den Mantel des Schweigens) 

Außerdem zieht sich das Fensterthema zu einer neverending story. Dasselbe gilt für die Heizung/Warmwasserproblematik. Kalt ist es weiterhin. Das prangern übrigens auch die Tomaten an, die mir jetzt auf der Fensterbank gelbe Blätter bekommen. Sicher ist es seit der Beginn der Tomatenaufzeichnungen noch selten passiert, dass die Pflänzchen am 20. Mai noch nicht rausgesetzt werden konnten! 

Was allerdings lustig war: Die Fensterbauer hatten ihre Namen auf den corporate identity T-Shirts stehen, und so haben wir einen kleinen Ausflug nach insta gemacht. Was heute eben alles so möglich ist. 

Was schön war: die Glühtulpen zwischen all den Regenschauern und Shades of Grey. Überhaupt, wie schön auch verblühende Tulpen einfach immer noch sind.




13.5.21

#12von12 am 13.

so einen hashtag kann ich mir doch nicht entgehen lassen, wenn ich -warum eigentlich?- gestern nicht bei twitter oder insta mitgemacht habe. 

Aufstehen, fertigmachen, warten, ob der Anruf zum Einspringen kommt, nein, gut, sehr gut sogar, noch ein freier Tag, das Kind zur Schule fahren.

Wieder zu Hause, Lieblingsfrauenmantel. 

Ich trage die Haar heute offen, zum ersten Mal seit, keine Ahnung, gefühlt einem Jahr, es sieht garnicht mal so gut aus.

Den Vormittag verdaddle ich, lasse mich ablenken durch Neuigkeiten und Melancholien. Ich suche immer noch ein Bild von der Concorde, aufgenommen aus der damalilgen Küche, und eins von Highgate Cementary (Douglas Adams ist gestern seit 20 Jahren tot). Dann 115. Geburtstag meiner Tante Anna, an ihrem 50. haben sich meine Eltern verlobt, Familiendiplomatie. Komischer Erinnerungstag.

Zwischendurch mache ich Wäsche. No Filter.

Am Morgen kommt ein bisschen Vorsommerfeeling auf, die Wolken sind schön und die Sonne glitzert ins Kalte. Im Garten blüht die Azalee und der kleine kräftig rote Rhododendron, aber das Bild wird nicht besonders. Dafür Ernteverheißung seitens der Johannisbeeren.


Kind wird nach der 4. wieder abgeholt, es gitbt ein was Gutes: die schwangere Lehrerin, mit Beschäftigungsverbot hat ihren Unterricht ins Digitale verlegt und bleibt so erhalten. 

Markttag. Fisch, Gemüse, Blumen, Pflanzen. Die Blumen sind toll, ich erfreue mich so daran, dass sie zwei Mal vorkommen: dunkle Papageien, einmal kriechend, einmal stehend, mal sehen, ob der Unterschied rauskommt. Sie haben gegen Pfingstrosen gewonnen. Die liebe ich auch, aber die Tulpenzeit geht ja nun zu Ende.

Während ich noch so brokle der Blick auf den Kalender: Kieferorthopädinnentermin ist schon um 15:00! Schnell schnell, #WaZiFuBo , heutzutage im Stehen vor der Praxistür.

Danach Drogerieeinkauf und Eis. Heute auch #wegendersituation Eisbecher to go zu Hause.

Blumen sehen auch in der Vase toll aus, Fotots sind nicht befriedigend.

  Spinatpuffer. (Rezept von hier. Ich hab jetzt den Newsletter, das gibt noch ein paar neue Ideen)

Scholzinterview. (So wie hier in der süddeutschen beschrieben empfand ich es auch)

Die Kinder können sich tatsächlich aufraffen, etwas gemeinsam zu spielen, juhuu!

Der Abend endet für mich plötzlich, nach einem Schlückchen Bristol Cream auf die alten Zeiten falle ich aufs Sofa. No fotos please!

11.5.21

was dann geschah

Ich habe frei, das ist eigentlich so nicht vorgesehen, macht mich deshalb froh. Jeden Morgen zwar die Sorge, doch irgendwo hinspringen zu müssen, aber wegen #deraktuellensituation bleibe ich wohl verschont.
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame (ist ein geflügeltes Wort in meiner Familie, ich bin mir nicht sicher, wo es seinen Ursprung hat, Radio vielleicht?) nehme ich mir die Zeit zum Bloggen. Nicht dass ich keine Themen hätte, aber andere machen das so viel besser, und so viel ist eigentlich auch wieder nicht zu sagen. Nun denn, Spaß macht es ja. Danke fürs Anstupsen!

Mein Arbeitsalltag ist eintönig, einerseits nicht besonders anstrengend, dennoch fordernd. Noch bin ich unsicher, was davon ich hier berichten kann. Es gibt schon einige Gedanken. Sie ist ja quasi prekäre Carearbeit mit kleinem konkretem Auftrag ohne pädagogische Grundlage mit großen Fragestellungen. Noch dazu suche ich weiter meine Rolle im großen Komplex Schule. Wenigstens gibt es ab und zu Eis!

Die Hausinstandhaltung kostet viel Hirnschmalz, geht schleppend und macht Dreck. Das Neue ist überraschend gewöhnungsbedürftig. Ich verstehe langsam, weshalb man aufhören möchte, sich zu kümmern, Stichwort Renovierungsstau. Die neue Haustür ist schön, macht aber auch viel Arbeit. Das Strukturglas der 1970 hat viel Dreck geschluckt, jetzt sieht man jeden Regentropfen. Nervig. Es ist außerdem ein neuer Briefkasten auszusuchen. Bei diesen Gelegenheiten macht sich Recherchemüdigkeit breit. Bin ich nicht doch schon lange genug durchs Internet gesurft auf der Suche nach dem optimalen Ding und stoße auf Immergleiches? 

vorher
nachher


Über Töchterschule, Impfen, Inzidenzen, Urlaub der Mantel des Schweigens.

Dienstags kommt die Gemüsekiste, mit leckerem Brot, 10 Eiern, 1l Milch, Salatbeilage und Rohkost ist gesichert bis Donnerstag.

Mittwochs klingelt die Kochboxbringedienst. Zwei Mahlzeiten mal was Neues, jedenfalls meistens. 

Für Hashtag Flucht in Kuchen (aber natürlich auch meinen Seelenfrieden) arbeite ich mich am 70er Jahre Gewürzkuchenmuster ab, ich hoffe, bald liefern zu können. Ansonsten wird viel gebacken hier, viel Hefe, viel Weizenmehl, viel Sahne, das macht sich bemerkbar. Nicht nur passen viele Hosen nicht mehr, es wird auch gealtert. Das beobachte ich ohne Gnade, es gefällt mir auch nicht.

Zu Muttertag gibt es Verwicklungen mit meiner Mutter, der ewig rührigen. Zu den eigenen bleibt die Ambivalenz, gutes Backen gegen schlechtes Aufräumen abzuwägen und mit Freude zu mischen. Überhaupt Freude, alles bisschen freudlos geworden. Und in alles mischt sich dieses Tröpfchen Schwermut. Blackbox zur re:publica bestellt und mich gefreut, aber ach, werden ich nochmal hinfahren können? Sehnsucht nach dem Gefühl im frühlingshaften Berlin. Was von der Concorde gelesen und Bilder rausgesucht aus früheren Wohntagen. Das ist eine Melancholie, aber auch die Feststellung, dass die jahrelang zelebrierte Praxis der Vorfreude 'was machen wir wie wenn' nicht mehr greift. Stattdessen frage ich mich, wie viele Jahre ich Anlauf nehmen muss, um noch einmal zu springen.

ich bestehe auf einen gemeinsamen Anschnitt des für mich gebackenen Kuchens. In einem von meinem Vater gestalteten Fotoalbum heißt es unter einem gemeinsamen Bild von mir und meiner Schwester: so einträchtig sind die Geschwister selten. Hm.

Ein paar Ausflüge haben wir noch gemacht, zur Halde mit dem Tetraeder, kleine Radtour am ersten Mai mit Schafen und am Außenzaun des Zoos entlang. Die Tiere beschäftigen sich auch ohne uns. Es ist so rührend und süß, wie die Robbe sich einen Stein schnappt, diesen auf die Rutsche wirft, um dann selbst hinterherzurutschen, den Stein aus dem Wasser fischt, repeat. Man soll einfach keine Tiere essen.


Wir können auch Idylle!

Ich lebe mit meiner netten Timeline, den Menschen dahinter, leide, hoffe, trauere, freue mich mit. Den Rasen hab ich zwar vertikutiert, jetzt aber doch zu viel Zeit vergehen lassen für die Weiterarbeit. Vielleicht heute, vielleicht jetzt. Gebloggt habe ich endlich wieder, und ich habe frei. 






#wmDedgT Oktober 2024

  Frau Brüllen fragt das Internet  'was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten  das am 5. jeden Monats mit dem Ha...