28.3.21

Flucht in Kuchen II

 Gestern wurde in meiner Twitter-Timeline gebacken. Eierlikörkuchen in fancy Förmchen. Frau Miest hat sogar einen hashtag ausgerufen: #twitterhupf Seit einem Jahr schleiche ich um die Formen herum. Wir haben einen Kuchendekoladen im Nachbarstädtchen, die haben die Formen im Sortiment und (edit:) habe es geschafft, dort noch rechtzeitig mit Abstand und Maske aufzuschlagen und habe also natürlich mitgemacht!

Das Familienrezept für Eierlikörkuchen ist von meiner (Groß)tante Gertrud und wurde mir von meiner Schwester übermittelt. Da ich es komischerweise in meiner eigenen Rezeptesammlung fehlt aka nicht gefunden wurde schreibe ich es hier schnell hin:

4 Eier

250 g Zucker (mit Vanillezucker wenn gewünscht)

1 Tasse Öl (edit: eine klassische Kaffeetasse, 200ml)

2 Tassen Eierlikör

1 Pck Backpulver

250 g Mehl.

Bei 175 Grad ca 1 Stunde backen.

Um den lokalen Einzelhandel zu unterstützen habe ich auch mal Backtrennspray gekauft und zum ersten Mal benutzt. Die Ladenfrau hatte empfohlen, den Kuchen bald zu stürzen, das erwies sich als schwierig. Kuchen löste sich nur suboptimal.



Schokoladenglasur bevor der Kuchen erkaltet ist. Leider griff ich aus Versehen zur Tüte mit der hellen. 

Voila!



(wir haben eine Tischdecke, nur, falls es sonst nicht aufgefallen wäre ;)

27.3.21

Flucht in Kuchen I

letztes Wochenende buk ich einen Kuchen. Erstens war er unglaublich lecker, zweitens, ich möchte mal wieder bloggen und drittens treibt mich #dieaktuellesituation und der Umgang damit entweder in den Wahnsinn oder in die Küche. Meine Flüche und Verzweiflung sind so groß wie die der anderen Vernünftigen, es gibt hervorragende Threads und Formulierungen, ich habe den Glauben komplett verloren, wenden wir uns also etwas zu was mein Vater mit ‚der beste Mohnzopf, den ich je gegessen habe‘ lobte. Das rührt mich natürlich als Papakind ungemein und ist es also wert, verbloggt zu werden. 



Vorgeschichte geht so: Bei unserer Kettenbäckerei im e*deka gibt es einen Mohnstreusel, den wir sehr gerne essen und schon lange darüber nachdenken, ihn mal nachzubacken. Vor einiger Zeit habe ich mit TochterR Meisters Mohnkranz aus dem Klassiker ‚Backvergnügen wie noch nie‘ gebastelt, und es war da schon klar, dass diese Mohnrolle mit kleinen Zusätzen zu unserem neuen Streuselmodell verbacken werden könnte. Hat geklappt! Muss man in diesen Tagen ja auch mal sagen können, uff.

In 500g Mehl (hier durch Zufall Dinkel 630)

aus 40 g Hefe

einem Teil der  auf dem Rand verstreuten 100 g Zucker und

1/4l warmer Milch einen Vorteig herstellen und 30min gehen lassen.

Dann einen Teig herstellen durch Zugabe von

125 g Butter, 

2 Eiern

Zitronensaft und Schale einer halben Zitrone und

1 Prise Salz 

und diesen 30 Min bis 1 Stunde gehen lassen. Bei mir ging der Teig bis ich vom Einkauf wieder da war.

Da uns beim letzen Mal deutlich zu wenig Mohn im Kuchen war,  habe ich mich an die selbstgemachte Mohnmasse bei Frau Kaltmamsell Kleckerkuchen erinnert und nach ihrem Vorbild 

200 g Dampfmohn (schöner ist natürlich selbst gemahlener Mohn, aber irgendwas ist bekanntlich immer) in 

120 ml Milch mit

120 g (selbtgemachtem) Vanillezucker kurz aufgekocht, dann

Schale und Saft der anderen Zitronenhälfte zugegeben

sowie 1/2 TL Zimt

1 EL Rum (keine Rosinen bitte! aber klar, alle wie sie möchten) und 

1 Ei untergerührt

Da noch eine Tüte Industriemohnmampf kurz vor dem Ablaufdatum war und in der Dampfmohntüte nur 200 statt der geforderten 250 g haben wir noch eine Tüte Mohnmasse dazugegeben. (ja, Ehrlichkeit wird belohnt. Es gibt noch eine Gerechtigkeit!)

Den Teig rechteckig ausrollen, mit der Mohnmasse bestreichen und aufrollen und in einer gebutterten Kranzform weiter gehen lassen bis die Streusel fertig sind.

Streusel nach Lieblingsart herstellen. Ich mag sie eigentlich nach der 1-1-1-1 Teilmethode, also zu gleichen Teilen Butter - Zucker - (gehackte oder gestiftete) Mandeln - Mehl, meist je 100g, habe aber auf die Mandeln dieses Mal verzichtet und 

300g Mehl,

150 g Zucker, und wie so oft nicht zimperlich das Rezept an die Gegebenheiten anpassen, nur

250 g Butter und einer Prise Salz Streusel gebröselt und auf dem Teigkranz verteilt.

Bei 200 Grad ca 50 Min backen.

Ist etwas eskaliert, gehört ja gerade auch dazu. (Gute Fotos dann im nächsten Leben)



Guten Appetit!


12.3.21

Donnerstag, 11.3.2021

Spät losgefahren zur Arbeit, Verkehr ist wieder fast praepandemisch. 

Strategisch günstig geparkt, um nach der Schule noch auf den Markt huschen zu können. Dort beim Metzger des Vertrauens eingekauft für Lyonerbrot und Maultaschen. Dazu hat er mir asiatisch gewürzte Füllung in Probiergröße geschenkt (er erzählt auch immer von seinen Gitarrensessions, er ist ein Guter).

Zu Hause halbherzig Dim Sum probiert, mit Teig aus Stärkemehl, ist nicht soooo gut gelungen, also garnicht, es ist zerfallen bei Kochen. Ich ahne, dass ich das nicht allzu professionell angegangen bin, aber mich beschäftigen Impfdebakel und Wechselunterricht, ich berichtete. Langsam regt sich Elternprotest, allein, der Schule sind die Hände gebunden, das ist mir klar.

Donnerstag mache ich ein paar Schritte mehr als sonst durch Klavierstundenbegleitung, aber weder hatten wir so schicke Wolken wie in Berlin, noch hatte ich mein Handy dabei, nass und kalt war es auch, aber Hauptsache noch mal kurz an die Luft.

Ich möchte kaufen, kaufen, kaufen. Im Moment beschränke ich mich auf Wachstuchtischdecken für die Terrasse, der Auswahlprozess läuft noch. Mehl hab ich bestellt (siehe oben), Bernsteinseife liegt noch im Warenkorb. Die Ferienwohnung für den Urlaub in den Herbstferien wurde angezahlt, Rücktrittsversicherungen recherchiere ich noch. Es liest sich alles etwas beliebig hier, aber es hat System! Möglicherweise gebe ich bald Geld für eine neue Frisur aus, stay tuned!

Bei der donnerstäglichen Heidi ernte ich erste Früchte des Erfolgs. Die Kinder stellen fest, dass anwesende ältere Männer da einen Job mit ihren Augen machen. Dies geschieht aus vertraglichen Gründen, nicht aus Gefälligkeit, gar Freundschaft. Dass ein Mann hier nicht zu urteilen hat wird auch verstanden. Gutso, wenigstens.





11.3.21

es bleibt kompliziert

 # Schule

ab nächster Woche wieder Wechselunterricht. Ich habe es schon geschrieben, es ist alles sehr traurig,  wir sind alle müde, es ist unsere erste Pandemie, aber ich bin auch wütend. 

Das Konzept der Schule sieht vor, dass alle Stufen jetzt zur Schule gehen, ein mal pro Woche bis zu den Herbstferien, also zwei Mal pro Klasse.

'Bitte haben Sie Verständnis' kommt recht häufig vor als Formulierung im Elternbrief. Es gibt keine weiteren Videokonferenzen weil die Lehrer:innen natürlich mit Präsenz beschäftigt sind. Eine Zuschaltung der Kinder zu Hause ist leider nicht möglich. 'Leider' kommt auch oft vor im Elternbrief.

Dann habe ich noch mit den Kindern gestritten, weil Riverdale doch zu spannend ist als abendliches Vergnügen.

#Impfen

Ein Telefonat mit meinen Eltern brachte zum Vorschein, dass Versäumnisse meinerseits vorliegen bzgl Kümmern um Impftermine. Hiermit endet dieser Beitrag, ich muss Impfzentren klicken. (Danke an @odenwaelderin für die Tipps)

Schön, dass ich das gestrige Höch-chen genießen konnte.


9.3.21

ein guter Tag

das Dunkel vom Mai 2020 wurde heute gerichtlich verglichen. Das war gut. Und gibt Hoffnung. Hier fließt jetzt Prosecco und da das Weiße Album auf dem Plattenspieler liegt wird es vielleicht bald Frühling. (Sprung bei Dear Pruden*hicks*ce)

7.3.21

Wochenende 6./7.März 2021

 da dachte ich, so ein Ritual hilft mir besser, wieder tagebuchzubloggen. Aber die Wahrheit ist, ich habe nichts zu sagen. Das ist natürlich ein bisschen wenig, wenn eine sozialmedial unterwegs sein möchte, aber irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Das Wochenende stand unter dem Stern, dass ich mir fest vorgenommen hatte, ans Meer zu fahren. Eine ideale Gelegenheit, der Mann arbeitet auf halbem Weg und ist zum Wochenenddienst dort, Übernachtung mit Familienanschluss also garantiert. Gegen Ende der Woche wurde mir jedoch klar, dass Aufgabenstellung und Teenager sowie meine Wochenmüdigkeit dagegen sprachen. Keineswegs möchte ich damit sagen, dass ich mich von der Lustlosigkeit der Pubertierenden habe abbringen lassen, oder vielleicht doch. Na ja, die geputzten Fenster, die saubere Küche und das vom Staub befreite Wohnzimmer machen sich im Frühling auch ganz gut. Das eine Kind hat im Garten gefegt, das andere vorne, das war gut. (die Ölweide verliert sehr viele Blätter, wahrscheinlich erfroren, das ist leider schlecht).

Am Sonntag war ich leider auch nicht am Meer, na ja, alter Hut. Mausgeburtstag, Sonne war schön, Luft war kalt. Haarfärbeversuch bei der Tochter. Blau auf Rot gestaltet sich ohne Vorbleichen nicht ganz so erfolgreich, aber fürs erste war sie zufrieden.

Lesestündchen auf der Terrasse, Avocados an die befreundeten Nachbarn weitergegeben. Es war so unspektakulär langweilig heute, unfassbar. Pizza am Abend, dazu Riverdale und so ein anderes Zeugs. Wenigstens ist es soweit aufgeräumt. 

Bilder vom Schaukeln hätte ich noch, leider sind die aber von vor drei Wochen, das poste ich natürlich leider doch nicht heute.

Naturschauspiel des Tages: in winterlich kaltem Himmel treffen sich ca sieben Greifvögel (Milane?)

Bier gegen den Pizzabrand.

Fußball soll wieder starten. Das macht mich auch nicht gerade froher.

Als Rausschmeißer dann wenigstens noch die Maus aufm heimischen Sofa.

6.3.21

was machst Du eigentlich den ganzen Tag? #wmDedgT März 2021

 Frau Brüllen fragt ins Internet, und wir beantworten am 5. jeden Monats den Hashtag #wmdedgT

Wie, schon wieder der 5.?

Wie, schon wieder so lange nichts gepostet?

Freitag also. Letzten Freitag irgendwo den Begriff 'wochenmüde' gelesen, und das trifft ganz genau auch auf mich zu.

Später als sonst ins Bett und aufgewacht, als der Mann sich gegen 4:30 in sein Arbeitswochenende aufmacht. Noch kurz weitergeducktelt, gegen halb sieben dann doch aus dem Bett geschält und letzte Vorbereitungen getroffen. Spülmaschine, Waschmaschine, Joghurt richten, Banane essen. An Tagen, an denen der Mann das Haus so früh verlässt, ist die Kaffeemaschine vorgerichtet und ich 'profitiere' von bereits fertigem Kaffee. Die Anführungsstriche werde ich nicht weiter erläutern.

Kinder wecken, Arbeit. Freitag ist freitag, also nur reduzierte Kinderzahl, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Es macht Spaß, macht aber auch Arbeit. Mehr kann ich nicht sagen. In der Pause bietet die Klassenlehrerin foodsharing- Ware an, das ist nett. 

Später muss ich recherchierren, dass ich leider noch nicht an der Reihe bin, die vorgezogenen Impfreihenfolge für mich nicht greift und ich mich erst sechs Monate nach positivem Testergebnis werde impfen lassen können. Dafür telefonieren ich allerdings mit einer netten Gesundheitsamtsmitarbieterin und das ist soweit natürlich auch ok. Ich möchte mich ja nicht vordrängeln. Möglicherweise gibt es in anderen Stadt- bzw. Landkreisen die Möglichkeit, sich für übrig gebliebene Impfdosen auf einer Art kurzem Dienstweg (there's an app for that!) registrieren zu lassen, das ist cool! Link folgt nach Recherche.

Ich sammle Brötchen und Toast aus der foodsharingkiste, Pistazien und schokolierte Nüsse.

Feierabend, wie gut der Freitag tut! Dann Distanzlauschen. Es gibt Probleme in Klasse 7c, hierzu eine Krisenvideokonferenz. Bevor sich alle aufregen, möchte ich aus erster Hand wissen, um was es geht, wer was sagt (oder vorwirft) und dann beschlossen wird. Bleibt aber alles harmlos. Das Wetter: kalt und freundlich. Kaffeetrinken mit dem neu gelieferten Stoff. 

Wo ist der Nachmittag geblieben? Jedenfalls bringe ich Zeug zur Post und kaufe bei der Gelegenheit gleich einen Schwung Jubiläumsbriefmarken zum 50. Geburtstag der Maus. Klar, dass wir davon einen Vorrat anlegen.

Dann mache ich ein bisschen Küche, Gurkensalat und Salatbuffet (leider kein Foto, also Joghurtdressing, geraspelte Karotte, Gurke, Avocado, hartgekochte  Eier, Tomaten, Fenchel, Rucola) und verabschiede mich nach Berlin. Entschuldigung, aber diesen Witz mache ich natürlich schon seit Buchung! Wann habe ich denn die Gelegenheit, eine Aufführung des Gorki Theaters verfolgen zu können, na?! Also ein was positives der Pandemie fällt mir hier schon ein!

Jedenfalls treffe ich mich mit einer Freundin über zoom, zum ersten Mal seit Sie-wissen-schon. Daher quatschen wir auch fast anderhalb Stunden. Dann stellen wir uns den livesteam an und schauen unabhängig voneinander Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden von Sibylle Berg. Ich kann mir da kein Urteil erlauben, ich musste zwischendurch die Kinder kurz ins Bett verabschieden (pun intended) möchte aber sagen, dass mir ausnehmend gut gefallen hat, dass ich als mittelalte Frau endlich mal ein Stück gesehen habe, das meine Lebenswelt widerspiegelt. Selbstverständlich bin ich daran gewöhnt, die Welt der Autoren zu erfahren und sehen, aber diesmal war ich nicht mitgemeint, sondern es wurden meine Themen auf die Bühne gebracht. 

Dabei sitze ich allerdings vor dem Laptop an einem Tisch aus dem Ende 19. / Anfang 20. Jahrhunderts, dessen Tischplatte mich seit längerem mit ihren Fratzen fasziniert. Ist mir nie so aufgefallen, aber jetzt frage ich mich schon, was sich der Möbelbauer dabei gedacht hat. Litt er unter einem frühen Anfall von #Icanseefaces ? (ich weiß, es gibt einen Fachbegriff dafür). Sie sehen das doch auch?!


Zwei positive Dinge der Pandemie: gendergerechte Sprache in den Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen (bitte geben Sie möglichst eine positive Rückmeldung dazu! Es wird nötig sein, bislang melden sich zu viele, denen es missfällt) und diese Streamingangebote. Mir gefällt es, und ich hoffe, dass sich endlich etwas tut.)

Nun. Kurze Plauderei mit der Freundin nach dem Stück, dann übersende ich -erste Male!- peripandemisch eine Buchungsbestätigung für die Herbstferien, es dürfen Daumen gedrückt werden! Und verabschiede mich nach diesen Zeilen ins Bett.

Leider fahre ich morgen nicht an die See. Schade. Just another weekende in the Doppelhaushälfte.



#wmDedgT Oktober 2024

  Frau Brüllen fragt das Internet  'was machst Du eigentlich den ganzen Tag?' und wir beantworten  das am 5. jeden Monats mit dem Ha...