19.2.20

Montag bis Mittwoch

zwillingsseits wurde ein neues Level freigeschaltet, es heißt "nicht ins Bad kommen". Nur, wo bekommen wir jetzt auf die Schnelle noch zwei-drei neue Bäder her?
Der Montag verfliegt, er ist schon so weit weg, achach, was gibt es darüber zu berichten? Eine Linsensuppe vielleicht, ganz gut gelungen.
Der Dienstag bringt Schulverdruss, ein Kind leidet, ich habe es langsam begriffen, dass es viel auszuhalten hat. Es ist, wie man so schön sagt, mit der Gesamtsituation unzufrieden.
Das schlägt sich auch aufs häuslichen Verhalten ni(e)der.  Einen schönen Streitanlass bietet hier die Zubereitung der Haarfrisur. Ohne mütterliches Handwerk geht es dabei noch nicht. Da das Kind allerdings einen Zopf wünscht, die Launen morgens unterirdisch und mit normaler Morgenmuffeligkeit nicht mehr zu entschuldigen sind, gibt es regelmäßig Streit.(Abgesehen davon ist der Hochzopf für meinen Geschmack  viel zu Vicky Pollard mäßig, aber das nur  nebenbei). Nun habe ich wohl verstanden, welche Sorgen das Kind umtreibt und das auch gesagt, mal sehen was das macht mit uns.
Dienstag gab es Leckeres mit Hefe, da dürfen natürlich schöne Bilder nicht fehlen, auch wenn ich sie schon bei twitter gepostet habe. Dampfnudeln (mit Vanillesoße, heute aus der Tüte, aber dies zum letzten Mal, ich wollte die Vorräte verkochen, aber die war wohl doch zu lange abgelaufen. Ich habe die anderen beiden Tüten jetzt entsorgt. Jedoch, 6 Eigelb in eine selbstgemachte? Da sieht man mal wieder. Wenigstens rückt es die Maßstäbe etwas zurecht.) Da die Dampfnudeln kalt und am nächsten Tag nur noch bedingt schmecken habe ich kurzerhand umgesattelt und nicht ganz artgerechte Zimtschnecken aus dem restlichen Hefeteig gebacken. Nennen wir sie crossover zwischen Schneckennudeln und Zimtschnecke.






















Und dann ist tatsächlich noch etwas geradezu bahnbrechendes passiert! Letzten Freitag ist es mir gelungen, die Gemüsekistenbestellung nach einem Vorschlag von Frau Novemberregen zu ändern. Dadurch bekommen wir mehrheitlich Obst und Gemüse, die am besten roh zu verspeisen sind, und was soll ich sagen: die Orange, die Birnen und die Paprika haben den Liefertag nicht überlebt. Dazu zehn statt sechs Eier und einen Liter Milch von hofeigenen Kühen. Mal sehen, wie lange das reicht (und den Kindern nicht auffällt, dass sie nicht behandelt ist...)
Abends verfolge ich ja recht erfolglos eine FrühinsBett Politik, die gestern dazu geführt hat, dass wir zwar ab halb neun in ebendemselben waren, aber, wie rührend! Suchbilderbücher von früher angeschaut haben. Das war sehr nett. (edit: Ich sehe was... heißt die Buchserie. Die Clowns sind bisschen creepy, aber insgesamt auch was für ältere Kinder). Und, es scheint mir zur Gewohnheit zu werden, schon wieder von halb zehn bis kurz vor sechs geschlafen. Krass.

Mittwoch die übliche Hetze, aber morgens großer Kinderfrust, da eine private Karnevalsparty abgesagt wurde. Vormittags was total Vorgestriges gemacht: eine Großcousine hatte letzte Woche Geburtstag, den hatte ich zunächst vergessen, dann keine Zeit. Ideal, mal wieder wo anzurufen! Gutes Werk getan, die 45 Minuten hätte ich auch am Handy mit Nachrichtentippen verdaddelt, aber da ich wusste, dass sie wegen Knieoperation zu Hause saß. Wie früher! Und hat garnicht weh getan. Zunächst stand ich ratlos vor dem Chinakohl aus der Kiste, aber mit in Stücke gebrochenen vorgekochten Lasagneblättern und bacon hat es fast wie früher Schinkennudeln geschmeckt. Zwischendrin das Unfallauto abgeholt, vorher natürlich den Leihwagen geputzt. Jetzt beginnt das große Zittern. Auf dem Heimweg vom Fußballtraining buntes Haarzeugs und Lippenstifte besorgt, das mit dem Weiberfastnacht hat sich wohl bis in den Pott rumgesprochen.
Abends in die Mein Song Staffel eingestiegen, ich erledige währenddessen noch ein paar Bürodinge.


17.2.20

Wochenende in Bildern 14.-16.2. (wenige)

unser Wochenende beginnt diesmal schon am Freitag. Ich sage meinen Büchereidienst ab, die Tochter hat Schmerzen wegen der neuen Spange, da soll die Kieferorthopädin vor dem Wochenende nochmal draufschauen und der letzte verfügbare Termin ist um 11, mitten im Dienst. Das passt mir auch gut, so kann ich Haus, Auto und Klamotten gut vorbereiten. Nachdem ich den Fahrdienst geschafft habe, hole ich noch die T-Shirts in der Stadt ab, kaufe im Suppenladen Proviant, füttere den Hund, besorge Blumenmitbringsel und hole verspätet die Kinder ab. Während der Fahrt ins Süddeutsche hadere ich zwar mit der vorgeschlagenen Route, verlasse mich aber wie so oft grummelnd aufs Navi ich Kurve quer durch den Lahn-Dill-Kreis. Wir kommen pünktlich im Kraichgau an, sind aber nicht sicher, was uns erwartet, daher steigt die Anspannung etwas. Die Restfamilie ist auch noch nicht eingetroffen.
Wir sind im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim und werden das Spitzenspiel (erste gegen zweite) der Frauenbundesliga sehen. (Dazu Interessantes in der süddeutschen: Warum Hoffenheim vor den Bayern steht. Via Julian auf Twitter.)


Um 19:15 startet das Spiel, bei dem die Wolfsburgerinnen überlegen sind. Die Hoffenheimerinnen fangen sich etwas in der zweiten Hälfte, es gelingen schöne Spielzüge und doch auch noch zwei Tore. Die Töchter begeistern sich am schönen Freistoßtor von Alex Popp. Das Spiel endet 2:5
Das eigentliche Highlight erleben die Mädchen allerdings nach dem Spiel. Es gelingt ihnen, von allen Lieblingsspielerinnen Autogramme zu ergattern. Als wir dann entdecken, dass auch die Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg anwesend ist, wird das Glück perfekt, weil auch sie Autogramme vergibt. Es ist eine nette Atmosphäre, die Kinder sind glücklich. Und oh, Segnungen von social media: Frau Popp bedauert über insta, dass wegen Dopingkontrolle keine Autogramme möglich waren. So haben sich die T-Shirts also doch gelohnt, und die Eddings hatten wir auch dabei (man muss sich loben wo möglich!). Zu Hause bei meinen Eltern eine späte Gulaschsuppe, Bett gegen Mitternacht.

Nach dem Aufstehen ist der Frühstückstisch schon aufs Üppigste gedeckt, so ein Luxus! Wir verplempern viel Zeit mit rituellem Zopfgestreite, kommen aber doch pünktlich zum Treffpunkt, um mit meiner Schwester wieder nach Sinsheim zu fahren, diesmal in die Klimaarena. Absurderweise gibt es keine realistische Möglichkeit, mit dem ÖPNV anzureisen. Überhaupt ist ÖPNV und ländlicher Raum wieder Thema, die An- und Aussichten der Klimaarena frustrieren mich in erster Linie. Der angelegte Außenbereich zeigt unfreiwillig die Krux des modernen Lebens: gut angebunden neben der TSG Arena (mit recht absurdem Namen) erblicke ich die angelegte Streuobstwiese garnicht, sondern sehe auf ein Meer von parkenden LKWs. Inzwischen spielen nebenan die Männer Fußball, wir hören kurz zu und nutzen die günstige Verkehrslage zum Zurückfahren.


Wir holen den Mann vom Bahnhof ab. Den insgesamt eher dunklen Ausblick auf die Zukunft artikulieren wir beim Kaffeetrinken. Hier stoßen dann wieder die charakterlichen innerfamiliären Voreinstellungen aufeinander: unerschütterlicher Optimismus prallt auf fatalistisch Sorgenvolles. Wird sich wohl in diesem Leben nicht mehr lösen lassen.

Abends lädt mein Vater zum Nachfeiern seines Geburtstages zum Essen ein. Die Schwesterfamilie macht danach noch einen kurzen Abstecher zum Lokalderby der ersten Handballherren und nimmt unsere Töchter mit. Lokalkolorierte Fankultur erleben.
Bett gegen Mitternacht.

Kurzes Frühstück, Abfahrt zum Schwiegervater. Dort Mittagessen gekocht und einem spontanen Einfall folgend dem Neffen (und Cousin) kurz beim Handballspielen im schwiegerelterlichen Nachbarort zugeschaut.
Heimfahrt. Bisschen Englischvokabeln gelernt dabei (adder, nie gehört, aber halt auch nie gebraucht). Bei zunehmendem Sturm als Ankommer ein Eis am See genommen, bisschen den Wind um die Nase pusten lassen.
Zu Hause noch ein Äpfelchen, Auto ausgeräumt, anschwellendem Geschwisterstreit entkomme ich, indem ich den Polizeiruf mit Graf Falko schaue. Die Kinder schlafen noch nicht als der Krimi zu Ende ist, also lege ich mich dazu. Nachtschlaf von 10 bis 6.

13.2.20

#12von12 im Februar 2020

schlecht ins Bett gefunden, spät aufgewacht, zu spät. Schnell ne Milch geschäumt für TochterJ, damit sie was im Magen hat.

Kaffee kochen. Für jetzt (warum ist der Henkel links?)


Und später (die Geschichte zur Tasse hebe ich mir auf)



Verabschiedung.
TochterR bleibt, wir schieben die Bilder von gestern hin und her. Die Mailapp hat keinen Zugriff auf die Fotos, warum eigentlich nicht. Aber wir kriegen es hin, hurra.

Dann ist es schon spät und wir brechen auf.


Kurzaufenthalt im Wartezimmer. #WaZiFuBo


R bekommt heute ne feste Spange (und ich bin fast ein bisschen neidisch, hat man Töne ;)



Ausblick auf den eher mickrigen Markt. Das für uns nächstgelegene Stadtteilzentrum mit Fußgängerzone und Zweigstelle der Stadtbücherei, wir nennen es „kleine Stadt“. Was ich vor dem Ruhrgebiet nicht kannte: keine Erzeuger auf dem Markt, nur Händler. Schwierig. Aber heute sehe ich sie eh nur aus dem Fenster.


Ich werde die geplanten Dinge nicht erledigen, sondern die ganze Zeit dabeibleiben. Es geht erstaunlich schnell, ist u.a. deshalb interessant, weil eine Schulpraktikantin zuschaut und auch mal den Lichtkleber halten darf. Nebenbei unterhalten wir uns also über Schulpraktika.

Aus den veranschlagten 2 Stunden werden zweieinhalb, ich fahre R schnell noch zum letzten Unterrichtsblock und sehe in der Schule genau den ‚Graffitikasten‘ (OTon) auf den sie nicht gehen wollte. Sabine hat auch eine Jalousie geschrottet, ist aber schwer zu erkennen. Schularchitekturtristesse

Ich nutze die Zeit und gehe schnell zum Bioladen,

Hier wieder Idylle, bevor ich R wieder abhole, denn die Pferdestunde liegt zeitlich und geographisch auf dem Weg. Isländer mit Winterfell sind sehr hach.
Plüschpony

J geht in die nichtstattfindende AG bzw. zur Freundin.

Kurzes Intermezzo zu Hause, dann auf zum Fußballtraining, aber, juhu, endlich wird es wieder merklich heller.
Wetter allerdings weiter Dramaqueen.



Zu Hause schnell die Kinder abgeworfen, mit dem Mann zum Kurzsport, viel zu spätes Abendessen (Spangenkindwunscherfüllung Kartoffelpü, Feldsalat und Fleischkäse)  und weil morgens irgendwie unfreiwillig diverse Tassen vorkamen (so ist das wohl mit dem ungeplanten Mikroblogging) bleibt mir nichts, als das Tassenthema noch einmal aufzugreifen, mit Bier, natürlich isotonisch alkoholfrei.


Lange auf die Zubettgehung der Kinder gewartet, selber nur noch gedaddelt, geschrieben und geplant, dabei Badly Drawn Boy gehört, zwei Maschinen Wäsche und eine Spülmaschinenladung nebenher erledigt.








11.2.20

Beschwerlicher Alltag am Dienstag, 11.2.

Heute möchte von einer meiner wie ich finde typisch doofen Alltagssituationen berichten. Möglicherweise ist das Leben doch zu komplex für mich, oder ich bin doch zu einem gewissen Grad lebensuntüchtig, oder das Schicksal liebt es, mir Steine in den Weg zu werfen.
Jedenfalls habe ich schon wieder mehrere Nocciolatabrote essen müssen.
Wir fahren am Freitag in den Kraichgau zu einem Bundesligatopspiel. Die ersten treffen die zweiten. Heimatlich sind wir mit der TSG verbunden, die Kinder sind riesige Alex Popp Fans, VfL Wolfsburg, wir haben sie schon mehrfach live erlebt, davon gibt es auch Fotos. Nun gab es die Idee, große TShirts mit dem Foto der jeweiligen Tochter mit Alex Popp bedrucken zu lassen. Heute also im Copyshop in der Stadt angerufen, Einzelheiten erfragt: T-Shirts gibt es vor Ort, der Druck dauert 1bis 2 Tage, die Fotodateien können per bluetooth vor Ort übertragen werden. So weit, so gut. Im Internet gecheckt: Laden hat bis 20:00 geöffnet. Nach dem Klavierunterricht in die Stadt zum Copyshop Ankunft gegen 19:30.
T-Shirts anprobiert, sie müssen ja wegen Witterung über die Jacken passen (die wir extra dabeihatten).
Ich wollte die Aktion mit den Mädels machen und vor Ort um - die T-Shirts probieren zu können, - die Expertise der Leute dort zu nutzen um die fragliche Qualität der Fotos zu besprechen um dann evtl andere Fotos aussuchen zu können. TochterJ hat extra ihr altes Handy geladen, die Fotos sind vom Herbst, TochterR war ebenfalls vorbereitet. Als wir die Fotos übertragen wollten stellt sich raus: mit Apfelprodukten keine Bluetoothübertragung möglich.
Wenigstens konnte Js Anliegen erledigt werden.
Und dann wurde alles ziemlich hektisch und nervig, denn ich konnte mich mit meiner Tochter nicht verständigen, von ihrem Handy aus das Foto per E-Mail an den Laden zu schicken. Inzwischen schlug die CopyshopFrau vor, das Bild von zu Hause aus zu schicken, ich hätte die Sache aber sehr gerne über die Bühne gebracht. Stellt sich raus, der Laden schließt um 19:00 Uhr (Ich hatte die Öffnungszeiten des Mutterhauses gecheckt , Filiale schließt eher).
Stellt sich raus, die Fotos von Tochter R sind auf dem neuen Handy nicht abrufbar (irgendwas mit cloud?), inzwischen haben wir uns aber schon schön öffentlichkeitswirksam gestritten, wie man jetzt wohl am besten ihr Emailprogramm öffnet. Eine Übertragung an Js Androidgerät war nicht erwünscht, wegen Zwillingsrivalität und weil die Qualität über wa natürlich auch gelitten hätte. Bluetooth wäre evtl. noch gegangen, AirDrop ja leider nicht, aber die Bilder waren eh nur zum Anschauen, nicht bewegbar.
Zu Hause dann so entnervt den blöden Geschirrkorb der alten Spülmaschine auf den Fliesenboden gepfeffert, dass der Griff absprang, hochspratzte und mehrer Kratzer ins Acrybild des großen Patensohnes ritzte. Kleine Sünden straft der Herr sofort, ne.
Viel Generve, wenig Ertrag.
Setz‘ ich mich halt jetzt mal hin und schicke das Foto von zu Hause aus, geht ja schnell (harhar). Ich hoffe, ich kann alles am Donnerstag abholen. Bitte Daumen drücken! (Mal abgesehen davon, dass wir noch nicht wissen, wie wir hinkommen sollen, es bleibt also so oder so spannend)

Update I: die Bilder sind nicht in der cloud. Das Kind schläft, ich werde morgen mehr erfahren.
Update II: wir haben es geschafft. Morgen können wir das Ergebnis abholen.

Wochenend- und Freier-Montag-Schnipsel

das ganze Getöse auf politischer Bühne seit Mittwoch intensiv verfolgt. Menschen in meiner näheren Umgebung sind der Meinung, das sei nicht nötig, da der Lauf der Welt sowieso nicht änderbar. Ich jedoch möchte live dabei sein und die Entwicklungen, Schritte und Hintergründe in Echtzeit erleben. Dadurch explodiert meine Onlinezeit.
Abseits der Entwicklungen ein unaufgeregter Lichtblick in jeglicher Hinsicht: Igor Levit bei aspekte

Samstag Fußball, Schule, Sturmvorbereitungen. Abends ‚Bend it like Beckham‘ geschaut mit den Kindern, gut gealtert, schlecht synchronisiert. Ab wann kann man die Kinder zwingen davon überzeugen, solche Filme im Original zu schauen?

Sonntag ausgeschlafen, Geburtstagsfeier der Freundin, vergnüglich. Danach gemütliches Rumgammeln, recht erfolgloses Origamifalten, Oper wurde abgesagt, mir auch recht, die Kinder hatten eher Sorge, alleine bleiben zu müssen bei Sturm. Und ein unverhofft verlängertes Wochenende durch schulfrei am Montag, juhu.
Abends ‚Kroos‘ geschaut.

Gegen meine sonstigen Gewohnheiten Fertiggerichte von der Metzgertheke des Supermarktes mitgenommen (Blätterteigschnecken mit verschiedener Füllung, Schupfnudelpfanne mit Sauerkraut) und mal wieder mindestens massiv enttäuscht gewesen über den Geschmack. Akute Unlust und Unfähigkeit, selbst was Gescheites zu fabrizieren, aber das Fertigzeug ist wirklich keine Lösung (wer hätte es gedacht). Trotzdem immerwährendes Thema. 


Kurt Kister in der süddeutschen über Scheinriesen und Führerlein

Krisenmanagerin Merkel (Danke dafür, wir werden alle mal noch, Siewissenschon)
Porträt Paul Ziemiak, süddeutsche.de von 2017.

Ich möchte mir nicht anmaßen, AKK zu beurteilen, mit Interesse habe ich beobachtet, dass sie sich damals durchgesetzt hat. Die Kandidaten, die sich jetzt wieder bereitmachen, bereiten mir eher Unbehagen. Obwohl ich ihr Agieren auch als ungeschickt bezeichnen würde, finde ich den Aspekt interessant, wie weiblich ihr Rückzug wohl  ist.

Den unverhofft freien Tag verbringen wir mit rituellem Streiten (über Schulzeug, empfundene Ungerechtigkeiten, Routinen), bisschen draußen Kicken (das bisschen Rasen hat sich in eine Sumpflandschaft verwandelt), Vorlesen, Glotzen, abends backt TochterR einen Marmorkuchen (sie werden WIRKLICH schnell groß).

Wenigstens ein bisschen heile Welt im Sinne von Frühlingsahnung ins Wohnzimmer geholt.



6.2.20

#wmdedgT Februar 2020

Frau Brüllen fragt wie immer am 5. eines jeden Monats "was machst Du eigentlich den ganzen Tag, und ich antworte für den 5. Februar 2020 dies:*

What. A. Day.

Schwer rausgekommen um 6:30, Milch geschäumt, Brote gerichtet, die Kinder verabschiedet. Sorgen gemacht wegen der Autosache aber total erwachsen erstmal wieder überall angerufen. Mietwagen bestellt.  Büroarbeit, Krankenkassenanruf, Bewerbungsabsage verdaut (Stelle ist seit Dezember schon wieder besetzt, ja, so schnell ist man nicht bei der Agentur, klar). Überm Essen gebrütet, einen Einfall gehabt fürs Kochevent, Mürbteig hergestellt, soviel kann verraten werden.
Gegen 11 aufgemacht, mit dem Bus zu Werkstatt 1 gefahren (Busfahren tagsüber, wie herrlich!). Dabei schon ein paar Schritte in der Sonne spaziert, allerdings gestört worden durch den Anruf einer aufgelösten Tochter, Klassenzeugs. Kurze Beratung mit der Chefin, ob ich das Auto selbst fahren kann (nicht verkehrssicher!) oder doch auf eigene Kosten abschleppen lasse. Fürs Selbstfahren entschieden, hat mich einige Nerven gekostet, ging aber erstaunlich glatt. (Note to Self: möglicherweise muss ich doch auch nicht mehr alles selber machen).
Fahrt zur Vertragswerkstatt, dort den Ersatzwagen in Empfang genommen, kurz Einkauf, es ist sowieso schon viel zu spät für den üblichen Mittwochsrun. 13:30 aufgelöstes Kind getroffen, das von problematischer Eltern-Kind-Situation einer Mitschülerin berichtet, in die die anderen mit hineingezogen werden. Die Lehrer überblicken das jetzt und wollen handeln. Oha. Email an Lehrer geschrieben. Dabei allerdings auch ein bisschen Wetter und Sonne genossen und Punkte fotografiert, die sich unterhalten haben.


Und dann, mein mittwöchlicher Quell der Freude: #Icanseefaces also in dem Fall einen Scottisch Terrier in einem kaputten Fensterglas aufm Reiterhof. Kennen Sie schon? Egal, ich finde es klein aber fein.

Zu Hause dann der Anruf des Lehrers in dieser Sache. Kurzes Intermezzo zu Hause, dann auf zum Fußball.
Während ich warte der Dammbruch in Thüringen. Hat nicht gestern Lukas Bärfuss noch gesagt, er erwarte, dass es im Großen und Ganzen nicht allzu schlimm würde? 
Aber auch: 
Sie sind also nicht plötzlich wieder da, die Nazis und ihr Gedankengut sind überhaupt nie weg gewesen, und jeder Demokrat, der darüber staunt, sollte sich vielleicht fragen, warum er es vergessen hat, und vor allem, wer uns all dies in Zukunft ins Gedächtnis rufen wird“.
(Bärfuss, Lukas: es ist zwischen uns. Rede zum Georg-Büchner-Preis 2019, Wallstein, Göttingen, 2019, S.14).
Wie machen wir weiter, Leute?

Direkt zum Kurzsport, wieder bisschen angefangen damit, aber vorsichtig. Danach Orzo mit Chamignons und Spinat gekocht, lecker, aber ich habe es nicht soo gut vertragen. J hält noch einmal ihren Vortragsteil, späte Zubettgehung der Kinder. Ich sitze noch lange, um die vom Lehrer erbetenen Vorfälle auf die Reihe zu bringen. Dann schreibe ich diesen Eintrag, höre dem Käuzchen zu und werde nicht mehr spülen. Morgen kommt die neue. Hoffentlich. 


*es ergibt sich hier ein Fontproblem, das ich heute Nacht aber nicht mehr lösen möchte. 

5.2.20

Dienstag, 4.2.20

ein ganz normaler Dienstag.
Mehrere Stunden in Hotlines verbracht und auf Informationen gewartet, die man mir dann doch nicht geben wollte konnte, aus verschiedenen Gründen, die jedoch alle 'modern' sind: entweder arbeitet die Callcenterfrau nur 'im Auftrag' und kann deshalb die Fakten nicht einsehen, oder es handelt sich um ein 'reines Onlinekonto' über dessen Einzelheiten am Telefon zu sprechen daher untersagt ist. Gesellschaft of late capitalism.
Bewerbung geschrieben.
Die Tomatensoße von Montag mit Pumpernickel zu Canelloni gestreckt. Die Kinder haben es ohne großen Genuss gegessen, ich fand, es schmeckte, war aber insgesamt zu viel Brot, das mir schwer im Magen lag, von der Konsistenz fand ich es ok, dem Mann ist nichts aufgefallen.
Normaler Alltagsnachmittag.
Abends hat aufgrund der Umstände Lukas Bärfuss gewonnen. Wir waren ja versucht, nach Köln zu stereophonics zu fahren, aber. Großes Zuhörvergnügen, hat mir sehr gut gefallen, ich wurde hervorragend unterhalten, aus aktuellem Anlass empfehle ich noch einmal, Bärfuss' Rede anlässlich der Büchnerpreisverleihung zu lesen* oder zu hören.
Das Publikum setzt sich aus älteren belesenen und beflissenen Menschen der gesetzteren Gesellschaft zusammen, das ist jetzt eventuell meine Hood (zuhülf).
Und dann haben wir auch noch festgestellt, dass Erzählungen wohl die adäquate Lektüredarreichungsform für den aktuellen Lebensabschnitt sind.
Als Rausschmeißer der Link zu Jan Philip Reemtsmas Rede zur Demokratie, gehalten an dem Schreibtisch in Kalifornien, von dem aus Thomas Mann sein Wort über die bbc nach Deutschland richtete (via twitter @textundblog ).

* es gibt die Rede jetzt als Buch

4.2.20

Eine Woche mit Gedöns

Montag:
Holocaustgedenktag, Pilates, Kieferorthopädentermin mit J, R besucht eine Freundin  und fährt zum ersten Mal alleine Zug. Ich verbuche das unter zunehmde Selbständigkeit (es sind zwei Stationen, wir sind am Tag vorher zum Bahnhof Haltepunkt gefahren, haben alles angeschaut und besprochen. Die Eltern des besuchten Kindes fanden es unmöglich. Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich, wessen Wahrnehmung verrutscht ist.) Abends Ikea mit Abendessen und neuen Nachttischen

Dienstag:
Schwestergeburtstag, Post und Krankenkassengedöns. Lauchsoufflee ist nicht die Lösung. Die Kinder glotzen jetzt das magische Kochbuch und sind sehr erstaunt, dass dort zu einem Mutter-Tochter-Tag ein Nagelstudiobesuch gehört.

Mittwoch:
wieder Kieferorthopädie, wegen schlechter Absprachen nur Tütensuppe, abends wieder kein Training. Dafür den Polizeiruf aus Rostock nachgeglotzt und wie immer sehr gut unterhalten worden. Ich mag das Fünkchen Hoffnung in der Trostlosigkeit (und Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner).

Donnerstag:
die Woche nimmt Fahrt auf. Als erstes geht morgens die Vase kaputt, die ich sehr selten benutze, sie ist ein Geschenk der verstorbenen Schwiegermutter. Die Traurigkeit zieht sich durch den Tag. Obwohl ich nur Blumen kaufen wollte gehe ich mit einer neuen Vase aus dem Blumengeschäft meiner Freundin P (Prozente machen es einfacher). Abendessenbesuch der Freudin C, es gibt Mangoldquiche. Wir sind zu einem Spielabend verabredet, aber Heidi drängt sich rein. Keine Diskussionen, sie werden es schauen dürfen wegen der Peergroup. Allerdings müssen sie meine kritischen Kommentare ertragen. Das Sendeende kurz vor elf ist nur eine der Zumutungen.

Aus elternpädagogischer Sicht enspinnt sich eine interessante Situation. Es ist ein Präsentation für den Biounterricht in Gruppenarbeit zu erstellen. Die Gruppenkonstellation ist suboptimal, die Kinder nicht gut eingestellt, das Thema ist problematisch, bzw. die Kombination Kind/Thema schwierig. Ich bespreche mit den Lesekreisfrauen die Problemtik (Danke Euch!!) hoffe, KindJ so weit zu stärken und im Hintergrund bereit zu sein, dass sie ihren Part für sie zufriedenstellend macht. Unsere Idee eines Treffens bei uns zur gemeinsamen Bearbeitung wird ventiliert.

Freitag:
7:45 Arzttermin bringt etwas Linderung, allerdings keine Wendung. Danach Büchereidienst und Zeugnisausgabe, Schule nur bis 10:45, juhuu!
Zeugnissushi. Fußballtraining.

Samstag:
Früh aufgestanden da Ligaspiel der D-Juniorinnen um 10:00. Um 12 sind wir schon wieder zu Hause, Spätstück mit Laugen. Der Mann ist unterwegs, wir backen Kuchen (den ich hoffentlich noch verblogge). Das Kind hilft und findet die Gelatine, die für diesen Kuchen notwendig ist, sonst im Haushalt zwar vorhanden, aber nie benutzt wird und experimentiert. Später soll es dann Gummibärchen geben. Ich bin froh, denn obwohl so ne Gelatine sicher länger haltbar ist als auf der Packung steht, werde ich gerne unsere Vorräte los. (Dasselbe gilt für Vanillepuddingpulver. Ist 201hust abgelaufen). Mir gefallen diese Versuchsreihen in Küche und Haushalt, natürlich deshalb, weil ich es selbst sehr geliebt habe. Abends schnelle Kartoffelsuppe. Später Sportstudio verpasst.

Wendung zum Thema Präsentation. Der Vater des beteiligten Jungen ruft an und möchte sich besprechen. Wir verhandeln und einigen uns darauf, dass jedes Kind seinen Part bearbeitet und J dann mit meiner Hilfe eine ppp strickt. J verbreitet diese Übereinkunft per wa an die Gruppe, der beteiligte Junge möchte das so nicht. Daher wird unter den Kindern ein Treffen für Montag verabredet. Ich möchte alles anzünden. Nur unter Aufbietung aller Nerven flippe ich nicht aus. Also von mir aus auch so. Ich biete an, die Kinder dann nach Hause zu fahren.

Sonntag
bis halb zehn geschlafen, Schulzeugs. Die Gummibärchen sind nicht genießbar. Allerdings wenigstens fest geworden, zuckrig und rot. Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich sie zwar zum Experimentieren ermutigt habe, nicht jedoch für Erfolg gesorgt durch Anleitung, lieber ein Rezept zu nehmen? (Sie lasen einen kleinen Einblick in meine geschundene helikopternde Mütterseele) Dann machen R und ich uns auf Richtung Schulmuseum, wir wollen dort Bekannte treffen. Durch Falscheinschätzung erzeuge ich einen Auffahrunfall. Nur Blech aber nachhaltige Verstörung. R ist schwer mitgenommen, es ist ja auch das Auto der toten Oma das jetzt kaputt ist, dass es in Strömen regnet hilft auch nicht. Polizei erklärt das Auto für fahrbereit, meine Sorge gilt der ungeklärten Versicherungssituation. Ungeklärt im Sinne von Klärung von Versicherungsdetails, das eine Abstimmung mit der Schwiegerfamilie bedeutet. Ich möchte nichts anzünden sondern erwäge eine Umschulung zur Eremitin.
Ein geplantes Treffen mit dem Internet muss ebenfalls abgesagt werden. Wieder zu Hause ist es kurz sehr schön, als ich es mir mit R auf dem Sofa gemütlich mache und sie beim Vorlesen einschläft. Nach Rückkehr des Mannes machen wir uns auf, die erfolgreiche Beendigung des ersten Schulhalbjahres in einem Restaurant der Töchterwahl zu feiern.

Auf dem Nachhauseweg erreicht mich eine wa in ungehaltetem Ton des oben erwähnten Vaters, sein Sohn könne an dem Treffen nicht teilnehmen. Außerdem habe er erfahren, dass wir nicht fahren könnten (J hat also schon unseren Unfall in die Gruppe getragen) und überhaupt. Gehe die Option durch, alle mobilen Geräte abzuschaffen und halte Vorträge über die Schwierigkeit der Rezeption moderner Kommunikation. Tochter J hadert, will aber an einem Treffen mit der Freundin festhalten.
Tatort aus Dortmund nachgegeglotzt und trotz aller Bedrückung für sehr gut befunden. Allerdings ein bisschen genervt gewesen von der Moriartychkeit des Herrn Graf.

Montag
Vatergeburtstag, zu kurz geschlafen. Das Auto ist ja kaputt, nicht fahrbereit wie ich finde, daher mit dem Rad zum Pilates, ist ja sowieso mein Vorsatz. Auf dem Weg treffe ich Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, die Schilder für Ersatzhaltestellen aufstellen, es gibt eine Baustelle, das betrifft den Schulweg der Kinder. Ich fühle mich extrem gut vorbereitet und habe eine Einzelstunde Pilates, da die Mitturnerinnen nicht kommen. Mir gefällt das, ich bin erstaunt und begeistert von der Einfachheit und Effektivität der Übungen. Danach fahre ich das kaputte Auto in die Werkstatt meines Vertrauens. Die Chefin ist nicht da, ich sitze im Bürrro und lausche den Unterhaltungen der Bürokräfte. Es ist eine klassische Situation, aber leider darf man ja nicht mehr rauchen. Die Chefin ist vielleicht garnicht die Chefin sondern die Juniorchefin aber sie ist auch Autorin. Ihre Krimis stehen auf einem Beistelltischchen, nachher werde ich endlich mal recherchieren. Der kleine Schaden stellt sich als großer Schaden heraus, so ist es bekanntlich immer. Der Mann möchte die Formalitäten in die Hand nehmen, was bedeutet, dass sie mir gebunden sind. Ich kann also nicht schnell herausfinden, ob es eine Werkstattbindung gibt, ich gehe innerlich in eine genervte Warteposition. Die Busfahrt zurück ist sehr entspannend, an der Bushaltetstelle nerven allerdings die lauten Autos. Ich sags ja immer. Spaghetti mit Tomatensoße.
Nachmittags arbeiten die Kinder an der Präsentation, allerdings haben sie (wie erwartet) hauptächlich Spaß daran, mit dem Layout rumzuspielen. Mit dem Teilzeithund und Töchtern eine kleine Runde gedreht zur Ersatzhaltestelle um den Schulweg ab Dienstag vorzubereiten.
Spoiler: zwei Busse fahren am Dienstag Morgen um 7:10 und 7:20 an den wartenden Kindern vorbei und lassen sie so stehen. (funfact: ich hab ja kein Auto, um sie zu bringen.)  Der Dienstag Morgen beginnt also in der Warteschleife der Kundenkommunikation. Außerdem steht noch aus: gibt es eine Werkstattbindung, wie können die Details der Versicherung in Erfahrung gebracht werden und warum lässt sich die pdf des Personalfragebogens des anderen Vorgangs nicht öffnen?

#wmDedgT Oktober 2024

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