„Privatheitsfördernde digitale Infrastrukturen“ –
für eine grundrechtskonforme und datenschutzfreundliche Internetsuche

Wie kann die Suche im Internet so gestaltet werden, dass die Grundrechte gewahrt und die Privatsphäre geschützt werden? Dieser Frage gehen Teams der Universität Kassel und der Open Search Foundation in Starnberg im Forschungsprojekt PriDI nach.

Dazu begleiten sie die Entwicklung einer offenen europäischen Suchinfrastruktur an der Schnittstelle von Rechtswissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaftsinformatik. Ziel ist es, Grundwerte wie Privatsphäre und Datenschutz im Sinne von „values by design“ in einem offenen europäischen Webindex zu verankern, der derzeit entwickelt wird.

Auf dieser Website finden Sie Informationen zum Projekt, Zwischenergebnisse sowie News und Blogbeiträge rund um das Themenfeld „Recht & Internetsuche“. Unsere Jurist:innen ordnen aktuelle Urteile aus den Bereichen Internet, KI und Datenschutz ein. In der Rubrik „(R)echt bekannt!?“ gibt es Jura-Wissen für Nicht-Jurist:innen und praktische Tipps für ein datensparsameres Leben.

„Die bestehende Infrastruktur der Internetsuche ist an kommerziellen Interessen ausgerichtet, nicht an einer bestmöglichen Verwirklichung von Grundrechten. Damit die Digitalisierung ihre positiven Effekte entfalten kann, ist jedoch genau eine solche Ausrichtung an den Grundrechten erforderlich.“

Priv.-Doz. Dr. Christian Geminn, Mag. iur.
Universität Kassel, Geschäftsführer Projektgruppe provet

Das Projekt

Suchmaschinen als Gefahr für die Privatsphäre

Die Geschäftsmodelle von Suchmaschinen basieren auf der gezielten Vermarktung von Nutzerdaten der Suchenden, zum Beispiel für personalisierte Online-Werbung. Nutzerdaten sind die „digitale Währung” des 21. Jahrhunderts und damit eine wichtige Einnahmequelle für Online-Plattformen.

Das Sammeln von Nutzerdaten macht Menschen für Werbetreibende sehr berechenbar. Dadurch werden sie anfällig für Manipulationen, zum Beispiel durch Online-Werbung, die gezielt auf das individuelle Surfverhalten, die Interessen und Lebensumstände der Internetnutzenden zugeschnitten ist.

Monopolisierung auf dem Suchmaschinenmarkt

Der Suchmaschinenmarkt wird derzeit weltweit von nur vier Anbietern dominiert, allen voran Google mit einem Marktanteil von 80 bis 90 Prozent. Diese Anbieter (neben Google sind dies Bing, Yandex und Baidu) verfügen über eigene so genannte Webindizes. Ein Webindex ist eine Art Inhaltsverzeichnis des World Wide Web und als solches das Herzstück jeder Suchmaschine. Neue Suchmaschinen haben es sehr schwer, sich gegen die etablierten Anbieter durchzusetzen.

Marktöffnung und digitale Souveränität durch einen unabhängigen offenen Webindex

Ein offener Webindex als Alternative zu den geschlossenen, intransparenten Systemen der großen Plattformen wird einer Vielzahl von (neuen) Suchmaschinen eine Basis für ihre Dienste bieten. Auch Wissenschaftler:innen und Unternehmer:innen werden ihn für Forschung und Innovationen nutzen können, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz. Diese Öffnung des Suchmaschinenmarktes schafft Vielfalt und Wahlfreiheit bei der Internetsuche und stärkt damit die informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger.

Insgesamt fördert ein solcher offener Webindex die Informationsfreiheit und wäre ein wichtiger Schritt in Richtung digitaler Souveränität.

Juristische und wirtschaftsinformatische Expertise für eine offene Suchinfrastruktur

Damit diese neu entstehende offene Suchinfrastruktur ihre volle Wirkung entfalten kann, muss sie grundrechtskonform ausgestaltet werden.

Forschende der Open Search Foundation und der Universität Kassel werden die laufenden Aktivitäten der europäischen „Open Search Initiative“ zur Entwicklung einer offenen Suchinfrastruktur mit juristischem und wirtschaftsinformatischem Fachwissen unterstützen und eine Technik- und Datenschutzfolgenabschätzung für den Bereich der offenen Internetsuche durchführen. Ziel des Projekts ist es, die Gestaltung des entstehenden offenen Webindex und der darauf basierenden Suchmaschinen durch die Beantwortung rechtlicher Fragen zu unterstützen. Auch Anforderungs- und Gestaltungsmuster stehen auf dem Projektplan, etwa Handreichungen für Unternehmen, wie sie den offenen Webindex grundrechtskonform nutzen können.

Fragen sind beispielsweise im Kontext des „Rechts auf De-Indexierung“ zu beantworten. Auch die Auswirkungen und die Anwendung europäischer Rechtsakte wie Digital Services Act, Digital Markets Act, AI Act auf eine offene Suchinfrastruktur sind zu untersuchen. Darüber hinaus spielen Fragen der Data Governance eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Ausgestaltung einer offenen Suchinfrastruktur an den Grundrechten und Grundprinzipien auszurichten, die auch die Europäische Kommission zum Maßstab der „Digitalen Dekade“ erklärt hat.

Das Vorhaben soll (grund-)rechtliche Anforderungen an einen offenen Webindex sowie die darauf aufbauenden Dienstleistungen identifizieren und den Gestalter:innen und Entwickler:innen des offenen Webindex in verständlicher Weise zur Verfügung stellen.

Projektsteckbrief

Projektpartner:
Universität Kassel, Open Search Foundation e.V.

Projektdauer:
03/2024 – 02/2027

Projektförderung:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Pridi auf der Website des BMBF

Pridi auf der Website der Universität Kassel

Gefördert durch

Logo BMFTR

Forschung an der Schnittstelle zwischen Recht, Gesellschaft und Wirtschaftsinformatik

Internetsuche

Values-by-design

Grundrechte

Privatheit

Datenschutz

Partner

Logo Universität Kassel

Universität Kassel

Website

Logo Open Search Foundation

Open Search Foundation e.V.

Website

Logo ITeG

ITeG

Website

Das Projekt PriDI ist Teil der vom BMBF geförderten Plattform Privatheit. Darin untersuchen Expertinnen und Experten interdisziplinär Fragestellungen zu Privatheit und Datenschutz in der digitalen Welt. Ziel sind ganzheitliche Lösungen für einen innovativen Datenschutz. Das BMBF fördert das gesamte Verbundprojekt für drei Jahre mit 1,29 Mio. Euro.

Plattform-Privatheit-Logo

Plattform Privatheit

Website

Kernteam

Dr. Christian Geminn, Projektleiter des Projekts PriDI

Priv.-Doz. Dr. Christian Geminn, Mag. iur.
Projektleiter

Paul Johannes, Universität Kassel, Projekt PriDI

Paul C. Johannes
Wissenschaftlicher
Mitarbeiter

Matthias Söllner, Universität Kassel, Projekt PriDI

Prof. Dr. Matthias Söllner
Verbundpartner
Wirtschaftsinformatik

Sophia Meywirth

Sophia Meywirth
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin

Portraitfoto Sarah Götz

Sarah Goetz
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin

Portrait Martin Hähnel

Martin Hähnel
Wissenschaftlicher
Mitarbeiter

Dr. Stefan Voigt
Vorstandsvorsitzender
Open Search Foundation e.V.

Charlotte Werther Portrait

Charlotte Werther
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin

Carolin Bauer Portraitfoto

Carolin Bauer
Wissenschaftskommunikatorin

Portraitfoto Anka Schuler

Anka Schuler
Support Wissenschaftskommunikation

Portrait Ursula Gmelch

Ursula Gmelch
Events & Ecosystem

 Aktuelles und Termine

Ein teurer Sommeranfang für Google

Insgesamt 6,2 Milliarden Euro muss(te) Google in Rahmen dreier Gerichtsurteile von 2024-2026 zahlen. Im aktuellen Urteil von 2. Juli 2026 geht es um die Vorinstallationsvereinbarungen für Android Handys. Charlotte Werther hat die Details.
2. Juli 2026/von Team PriDI

Haften Suchmaschinen-betreiber für KI generierte Antworten?

Die Antwort hat das Landgericht München I im Mai 2026 gegeben. Charlotte Werther fasst sie zusammen.
17. Juni 2026/von Team PriDI

Alles eine Frage des Mindsets – Datenschutz durch Technikgestaltung als Wettbewerbsvorteil

"Unternehmen und Datenschutz: Stimmungsbild 2026" - PriDI-Juristin Charlotte Werther resümiert die Kernaussagen dieser Umfrage der Stiftung Datenschutz.
25. Mai 2026/von Team PriDI

Auskunft ja – aber nicht immer und in jedem Fall

Einem Auskunftsverlangen nach Artikel 15 DSGVO muss nicht immer stattgegeben werden – PriDI-Juristin Charlotte Werther fasst ein aktuelles Urteil des EuGH zusammen.
26. März 2026/von Team PriDI

Freunde finden leicht gemacht?

PriDI Team-Mitglied Charlotte Werther ordnet das Verfahren gegen Facebook und seine "Freunde finden"-Funktion ein.
2. März 2026/von Team PriDI

Technikgestaltung auf dem Prüfstand: Macht TikTok süchtig? Vorläufig ja.

PriDI Team-Mitglied Charlotte Werther gibt ein Update zum Untersuchungsverfahren der EU Kommission gegen TikTok
11. Februar 2026/von Team PriDI

Kommentierung des Digital Omnibus

Das PriDI-Team beteiligte sich an der öffentlichen Konsultation des Digital Omnibus der Europäischen Kommission.
3. Februar 2026/von Team PriDI

Hausaufgaben für Google in Sachen Interoperabilität und Datenzugang

PriDI-Juristin Charlotte Werther beobachtet das Verfahren der EU-Kommission zur Präzisierung der DMA-Pflichten von Google
29. Januar 2026/von Team PriDI

Privacy, Datenschutz & Surveillance

PriDI-Teammitglied Charlotte Werther zu Gast am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft.
18. Dezember 2025/von Team PriDI
Mehr laden

(R)echt bekannt!?
Jurawissen für Nicht-Juristen

Kennt ihr eigentlich eure Rechte in Puncto Datenschutz? Eher nicht? An dieser Stelle geben wir euch einen leicht verdaulichen Überblick. Es werden stetig neue Artikel ergänzt. Euch fehlt ein Artikel? Dann kontaktiert uns gerne.

Publikationen

An dieser Stelle veröffentlichen wir Publikationen, die im Rahmen unseres Forschungsprojektes entstanden sind. Sie richten sich an politische Entscheiden:innen, Wirtschaftsvertreter:innen und die interessierte Öffentlichkeit. Bei Fragen oder Gesprächsbedarf kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt zu uns aufnehmen

Wir freuen uns auf Ihre / Eure Fragen und Anregungen!

Allgemeine Anfragen
Fragen, Wünsche, Anregungen

 [email protected]

Presse / Medien
Interviewanfragen

 [email protected]

Auf dem Laufenden bleiben mit dem OSF-PriDI-Newsletter

Hinweis: Wir versenden die PriDI-News gemeinsam mit dem Newsletter der Open Search Foundation e.V. (OSF).

Das Projekt PriDI erforscht an der Schnittstelle zwischen Recht und Wirtschaftsinformatik, wie ein offener Webindex grundrechtskonform und privatheitschonend gestaltet werden kann, etwa wie Werte wie Privatsphäre und Datenschutz im Sinne von „value-by-design“ im Web-Index verankert werden können. Am Projekt beteiligt sind die Universität Kassel mit dem Wissenschaftlichen Zentrum für Informations- Technikgestaltung, die Open Search Foundation sowie die vom BMFTR geförderte Plattform Privatheit.

PridI auf der Website des BMFTR

Gefördert durch

Logo BMFTR