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Montag, 22. April 2024

Geröllhaufen und Geschenke

Gerade formt sich vieles neu. Ich habe intensiv nochmals im inneren Archiv und auf dem Geröllhaufen aufgeräumt. Da war soviel Trauer, Groll und Schmerz, auch Wut. Trümmer ohne Ende. Es war unerträglich. Da schreibe ich vielleicht noch was dazu. Mit mehreren Ansätzen konnte ich aus dem Gröbsten wieder herauskommen, ich bin immer noch daran. 

  • 1 Lektion bei einer Körper- und Bewegungstherapeutin hat mir etwas gebracht (da mach ich auch noch weiter). 
  • Viele Gespräche und Auseinandersetzungen mit Menschen in meiner Umgebung kamen dazu. 
  • Viele verschiedene Arbeiten hab ich umgesetzt, bezahlte und unbezahlte. Trotz dem Gefühl, nicht mehr zu können und mit meinem Latein am Ende zu sein, konnte ich etwas erreichen und bin froh, dass ich mich nicht nur unter der bettdecke verkrochen habe (hab ich zwischendurch gemacht).
  • 10 Tage habe ich mich einer Meditation (via App) zum Thema "Frieden schliessen mit der Vergangenheit". Ich muss nicht mit allem und allen einig sein, aber ich kann annehmen, was ist. Und ich kann mich mir selber mit Mitgefühl zuwenden, wenn ich zur Ruhe komme.

Solange der Fokus nicht nur auf dem Mist ist, geht es weiter. Denn dieser verengte Fokus trügt. Selbstmitleid tritt bei mir dann auf, wenn ich kein Selbstmitgefühl habe. Das ist ein spannender Unterschied den es weiter zu erforschen gilt...

Dieser intensive Weg gerade bringt mir Klarheit und Mitgefühl mit mir selbst. Ja, ich packe vieles einfach an und setze mich auseinander. Weil ich es mir wert bin, dass sich meine Lebensqualität verbessert.

Nun kann ich mich auch wieder nach aussen wenden, mich anderen zuwenden und mein Leben aktiv gestalten. Noch nie in meinem Leben ist mir soviel geschenkt worden wie jetzt gerade: Materielles wie ein (altes) fahrtüchtiges Auto und nichtmaterielles wie gute Gesellschaft und gemeinsame Projekte mit anderen. Mir kommt Verständnis entgegen, von einer Seite innerhalb der erweiterten Familie, von der ich sie nicht erwartet hatte, ich fühle mich gesehen.

Ich freue mich sehr an meinem Leben. Auf eine stille, starke, innere Art. DANKE.

Freitag, 12. Juni 2015

Sommer-Blues

Zurzeit wieder mit umwölkter Seele unterwegs. Ich kann es nicht genau zuordnen. Fühle mich traurig und etwas erschöpft. Dass mir eine langjährige Freundschaft quasi online aufgekündigt wurde, kommt dazu. Das tut einfach nur weh. Und es bleiben viele Fragen offen, da es ziemlich kompromisslos ablief. Es ist mir monatelang sehr gut gegangen, so dass ich jetzt etwas hilflos bin und erschreckt. Ich weiss, dass es wieder gut kommt mit mir, aber es braucht seine Zeit. Geduld.

Freitag, 26. August 2011

Umbau und Schlangenhaut

Ich habe meine Blogtapete gewechselt. Hab mich vorerst mal in der Bibliothek verschanzt. Was Altvertrautes wird als vorübergehende Bleibe ganz passabel sein. Mit Kaminfeuer und Ohrensessel. Währends draussen in der Welt stürmt und ich selber einen Kokon brauche. Cocooning. Die Nachrichten bleiben aussen vor, und ich studiere lieber die grösseren Zusammenhänge. Und ich versuche, vor allem, mich selber besser zu verstehen und meinen ganz normalen Alltag zu leben.

In meinem Leben ist ebenfalls Umbau. Ich habe eine neue Arbeit, läuft ganz gut. Mit vielen Unsicherheiten, doch auch ersten Erfolgen und in einem angenehmen Arbeitsklima. Der viel grössere Umbau findet währenddessen in mir selbst statt. Die Müdigkeit der letzten Jahre.. Kann ich die denn nie ablegen?! Ich spüre schon die nächste Krise herannahen, wenn man das so nennen will. In meinem Leben laufen die Veränderungen meist über schmerzhafte Metamorphosen. Schmerzhaft vielleicht deshalb, weil ich mich dagegen sträube, dauernd eine neue zu werden. Die uralte Schlange häutet sich, wälzt sich aus der zu eng gewordenen Haut. Es ist eine mühsame Prozedur.  Ich versuche zu verstehen, woran das liegt. Ist es Schicksal? Oder sehe ich das zu fatalistisch? Manchmal kann ich es einfach nur an- und hinnehmen. Worte reichen da nicht hin, wo der Urgrund dieser Gefühle liegt. Hm, ich kann es nicht Gefühle nennen, es ist elementarer. Elemente. Ungefärbt. Urschlamm. Es gibt kein Ankommen. Es gibt nichts zu erreichen. Nur ein Sein. WachSein. DaSein! Sei da; Denn DaSein heisst; da zu sein...
In meinem Erleben ist es auch nichts, was sich einfach so ändern liesse; ich lebe sehr stark in diesen Zyklen und Elememten, das wird mir immer deutlicher bewusst. Ich muss da durch. Gerade ist es eine immense Erdenschwere und eine tiefe Trauer, die ich spüre. Die Bürde der Existenz. Inkarnation. Vielleicht als Anker, um nicht davon zu driften, Form annehmen, irdisch sein, ...

Dienstag, 31. Mai 2011

Nichtorte

Gleisdreicke, Spazierwege an Eisen- und Autobahn, stilles Industriegelände am Sonntag, Recyclingplätze, Deponien, Komposthalden, Bauschutthalden, Steinbrüche. Ich mag auch die Brachflächen von Baustellen, ich liebe überwachsene Erdhaufen und Miststöcke. Diese Orte habe ich schon immer gemocht. Sie dienen dem Transit.

Sedimente. Meinen bisher besten und abwechslungsreichtsten Job hatte ich an einem solchen Ort. Für einen guten Lohn arbeitete ich halbtags in der Werkhalle eines Recyclingunternehmens. Es galt, Haushaltsmüll zu sortieren. Von Hand. Nicht auf dem Fliessband, sondern auf einem Werktisch, dieser Müll wurde dann in verschiedene Fraktionen aufgeteilt und die Daten erfasst. Das Ganze war eine Studie. Für mich wars reine Archäologie, wieviele Schichten und Geschichten sich da zeigten! Das Persönlichste, was ein Mensch von sich gibt sind seine Hinterlassenschaften und sein Müll! Vor dem Aufschneiden eines Müllsacks weiss man nie, was einen erwartet … Diese Arbeit würde ich (für diesen Lohn) jederzeit wieder tun. Für eine Geschichtensammlerin wie mich ist so was eine reine Goldgrube …