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Dienstag, 25. Oktober 2016

Genug gewinkt (Schiff nach Nirgendwo)

Sehnsucht ist nur eine schlechte Angewohnheit. Es ist doch so, dass man Dinge bedauert/betrauert, die nicht so sind, wie man es gerne hätte. Damit beschäftigt man sich. Die Wunde darf nicht heilen. Man betrauert Momente, die mal waren und nun vorbei sind. Oder dass die Dinge anders gekommen sind, als man es sich gewünscht hat. Bedauert Freundschaften, die vorbei sind. Oder man erwartet etwas von jemandem, dass dieser jemand (jetzt oder generell) nicht im Stande ist zu geben.

Darüber vergisst man, dass dies kein Zustand ist -- sondern, ab einem bestimmten Punkt, eine hausgemachte Misere. Weil die Sehnsucht sich ab da im Innern epidemiemässig ausbreiten kann. Wehmut ist eine süsse Sucht.
Man vergisst/übersieht nun Menschen, die einen mögen, übersieht Gesten der Zuwendung, wenn sie von anderen oder (noch) Fremden kommen. Man vergisst das Gute. Das was jetzt gerade gut ist. Man kann es nicht zulassen, weil das Schiff nach Nirgendwo schon lange weg ist, während man noch am Ufer steht und dem leeren Horizont nachwinkt. In einer seltsamen Hoffnung auf Wunder.

Und man verpasst das, wozu man als Erwachsene/r jetzt selber im Stande ist. Das was man sich selber geben kann. Selbstfürsorge ist wichtig. Vor lauter Wehmut hat man das aber komplett vergessen und verlernt, verdrängt. Die Sehnsucht ist vertraut und ist ein warmer aber schwerer Mantel, den man eben aus Gewohnheit trägt.

Ich möchte diesem Bedauern immer weniger Raum geben. Ich habe jetzt lange genug am Ufer gewinkt! Es ist gut. Es frisst nur Kraft und macht traurig. Ich will mehr in dem leben, was wirklich da ist. An Gutem. An Sinnreichem. Ich will auch das mehr wertschätzen, was bei mir vorhanden ist. Es gibt einiges, worauf ich aufbauen kann. Mut zum Neuen, einmal mehr.

In diese Richtung zu gehen, fühlt sich kraftvoll an.

Samstag, 22. Oktober 2011

Freitag, 21. Oktober 2011

BeWerbung

Sich zu bewerben ist eine komische Sache. Werbung hausgemacht: Was schreib ich? Wie schreib ich es? Wieviel schreibe ich? Was ist wichtig für diesen Job? Was ist mir wichtig? Wie komme ich rüber, worauf wird geachtet.

Einerseits hats was von einer Inszenierung, andererseits möchte man doch ganz locker rüberkommen,vor allem beim direkten Gespräch oder am Telefon - auch wenn es man in diesem Moment gar nicht ist. Nervenkitzel, Vorfreude, Neugier und eine kleine Prise Existenzangst - das macht diese unvergleichliche Bewerbungs-Mischung aus.

Mittwoch, 10. August 2011

Nichts, amorph

Es ist eine seltsame Zeit, die ich gerade erlebe. Ich habe keinen Plan, keine Vorstellung über meinen weiteren Weg. Ich habe keinerlei Ambitionen mehr; nirgendwo und bei nichts, der Ehrgeiz (was für ein Wort..) hat unbezahlt frei genommen, null Checkung. Und doch ... Die aufsteigende Panik weicht einem Schmunzeln: Es ist schön, dieses Nichts!

Dienstag, 5. April 2011

Rückzug

Luisa Francia schrieb gestern genau über das, worüber ich mir auch schon länger Gedanken mache; über den Rückzug ins Private. Dass sie genau für diesen (sehr bewusst gelebten) Rückzug angegriffen wird, passt zu dem, was ich allgemein beobachte: Hektik, Wut und Ratlosigkeit. Man muss doch jetzt sofort etwas "tun", das scheint die allgemeine Devise zu sein.

Geht es jetzt nicht eher um Besinnung anstelle von Aktionismus? Schon länger lese ich keine Zeitungen mehr, weil ich mich dadurch überfordert und gelähmt fühle. Politisch finde ich mich auch nicht zurecht.
Was soll ich denn glauben?

Verantwortung zu übernehmen heisst doch erst einmal, für sich selber verantwortlich zu sein! Was ist daran anrüchig? Ist das nicht gerade das Zentrale; sich selber und die eigenen Bedürfnisse zu kennen?
Was ist so falsch daran, nach innen zu gehen, sich zu besinnen, ganz eigene Entscheidungen zu treffen, ohne sich in einen Mainstream der Betroffenheit hineindrängen zu lassen?

Ich stellte mir vor Kurzem die Frage: Wo ist mein Platz und meine Aufgabe, wie finde ich diese? Die erste Antwort darauf lautet: Schau erstmal, dass es dir selber gut geht! 

Bei sich selber anzukommen, sich zu besinnen und die Kräfte zu bündeln. Ich glaube, dass das besonders wichtig ist, wenn im eigenen Leben das Wort "Katastrophe" vorkommt. Ich meine damit Erfahrungen und Erlebnisse, bei denen man mehr als nur über seine Grenzen gehen musste und die einen schockiert, verheert und beschädigt haben, leidvolle Tatsachen, die mit viel Schmerz verbunden sind. Egal welcher Art sie sind. Ich glaube, jeder Mensch muss selber erkennen, was es dazu braucht, damit er es überlebt und für sich ein lebenswertes Leben findet. Den Schmerz eines anderen Menschen kann man nur erahnen aber nie ermessen. Es gibt keine Grenzwerte und Richtlinien für Gefühle. 
Ich sehe eine Verbindung zwischen den globalen und den persönlichen Katastrophen. Das Gefühl von Ohnmacht, Trauer und Schmerz ist das gleiche.

Für mich haben die Besinnung auf das Eigene und der Rückzug dadurch einen Sinn. Das heisst nicht, dass ich allein und isoliert bin, denn mir gefällts nicht mehr, mich auf ewig in diesem Zimmer im Elfenbeinturm einzunisten. Ich finde auf diesem Weg aber nach wie vor meinen persönlichen Zugang zur Welt. In dem ich mich zurückziehe, mich zentriere und meine Kräfte bündle, rücke ich in meinem Inneren alles an seinen Platz. Dann tue ich wirklich etwas, das der Welt nützt … und alles Weitere folgt daraus …

Dienstag, 29. März 2011

Individuum

Lateinisch = das «Ungeteilte»!