Posts mit dem Label aussenwelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label aussenwelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. Oktober 2023

Get up, stand up ... [yes, Bob!]

Die Welt brennt an so vielen Stellen auf einmal. News habe ich ganz abgestellt. Mitbekommen tue ich trotzdem vieles. Doch die geballte Masse von Leid und die Bilder dazu ist nicht zu ertragen. Es lähmt mich. Lähmung vor Betroffenheit bringt mir nichts. Und ich will aktiv werden.

Es ist Zeit, den Mund aufzumachen, zu Handeln und zu Wählen. Was kann ich tun? Und wo? Was ist mir wichtig? Auch wenn es Tropfen auf den heissen Stein sind. Nichts tun geht gar nicht mehr.

Die anstehende nationalen Wahlen hier in der Schweiz beschäftigen mich. Weil ich nicht informiert bin und weder linken noch rechten Parolen traue. Werde mich noch schlau machen. Eher links orientiert bin ich. Mit gesunder Skepsis. Weil ich glaube, dass die Durchmischung mit verschiedenen Parteien in der Regierung wichtig ist.

Doch wenn ich kapiere, dass manche Mittigen oder rechts der Mitte wirklich den Sozialstaat als Steinbruch behandeln (obligatorische Krankenversicherung abschaffen) und auch gegen Mindestlöhne sind, weil ein Mindestlohn ja nicht wirklich die richtige Antwort auf Armut sei, dann kommt die Wut hoch. Dann kann es mir nicht gleichgültig sein.

Es gibt Parteien, die für mich schlicht nicht mehr wählbar sind. Als Einzelperson mag ich vielleicht jemanden wählen, aber nicht die ganze Partei. Alles sehr christliche oder extrem linke oder extrem rechte, sowie alle Hetzer, das ist für mich nicht wählbar. Beim allgemeinen Rechtsdrall, europäisch betracht, wird meine Wahl links ausfallen.

Der unvergessliche Berner Liedermacher Mani Matter hats 1970 schon in 50 Sekunden zusammengefasst: 

Freitag, 4. März 2022

"Normalzustand"

 ... den wünschten sich ja viele wieder. Zurück zu der Zeit VOR der Pandemie. Ich hab nicht daran geglaubt. 

Die ewigen Corona-Nachrichten werden nun durch krassere News ersetzt. Der Mann mit den kalten Augen spielt mit dem roten Auslöseknopf. Ich fühle mit den Ukrainern und auch mit allen Russen, die diesen Krieg nicht wollen, und es sind viele.

Persönliche Konsequenzen? Das Leben ist zerbrechlich. Wird mir wieder bewusst. Ich will mein eigenes Leben befrieden, will leuchten, beobachten, reden und dieser Welt Nutzen bringen. Bis zum letzten Atemzug!

Wir besprechen daheim Notfallszenarien falls der Krieg bis hierher kommt. Es fühlt sich bizarr an. Aber das Bizarre hat ja schon die letzten beiden Jahre gefüllt. Es hat sich nicht verändert, nur verschoben. 

Die Verblendeten sind verblendet geblieben und die Menschlichen sind immer noch menschlich. Und viele wollen einfach leben wie immer.

Ein anderes Betroffensein stellt sich ein und Mitgefühl mit allen Menschen, deren Leben gerade auseinanderbricht und gefährdet ist. 

Wer über hohe Energiekosten in unseren relativ sicheren Ländern jammert, aber Geld genug hat, Gas und Treib- oder Heizstoffe zu bezahlen ohne zu verlumpen, sollte einfach schweigen! Dies ist ein kleiner Tribut verglichen mit dem, was andere erfahren müssen. Während wir hier immer noch im Überfluss leben ... 

Wer immer noch den Eindruck hat, hier in einer Diktatur zu leben, könnte mal nach Gulag googeln und die Erfahrungen zB von Buber-Neumann lesen. Ich weiss auch nicht. Ich wünsche mir, dass Augen und Herzen aufgehen. 

Weniger Denunzianten, weniger Angstverbreiter ... und mehr Selbstverantwortung, Herz und gesunden Menschenverstand! 

Der Blick über den Tellerrand wäre das mindeste. Er darf ruhig auch weiter werden.

Dienstag, 2. März 2021

Tag 148 (Doppelbuchung, zweiter Job)

Die letzten Tage stand ich ziemlich unter Strom. Nervös weil plötzlich noch ein zweiter Job in Aussicht stand und ich noch ein Gespräch am Telefon dazu vor mir hatte. Dieses hab ich nun erfolgreich hinter mir, und eine zweite Stelle neben dem Gartencenterjob! Wow. 50% Bürojob im Homeoffice und 40% Gartencenter. Somit bin ich ab diesem Monat doppelt gebucht und zu 90% ausgelastet. ... Das muss ich erst noch fassen. Beides organisatorisch und kräftemässig nebeneinander zu jonglieren, wird lustig. Aber ich finds spannend, dies mal 3 Monate auszuprobieren. ... Und ich freue mich sehr, bei aller Nervosität. Probezeit gibts ja bei beiden Stellen. Und ich bin hungrig nach mehr und ausgeruht.


Donnerstag, 25. Februar 2021

Tag 143 (Buy a ticket, if you wanna win the lottery)

Ja, um in der Lotterie mitzumachen und den Jackpot zu gewinnen, braucht es mindestens ein Ticket! Und ich hab gleich mehrere gekauft. Im übertragenen Sinne. Die letzten Monate war ich fleissig und hab genetztwerkt, mich auf einige Stellen beworben, mit mir selber gerungen, hab an mir gearbeitet, bin gewachsen und so viel mehr. 

Heute Nachmittag hab ich noch ein Job-Interview am Telefon, First-Level-Support für ein Portal. Da ich nur digitalen Kontakt zu den Kunden haben werde, kann ich mir das vorstellen. Zudem kann ich von Zuhause aus Arbeiten. Ein weiteres Plus. Arbeit bei einer Telefon-Hotline wäre gar nicht meins, das ist keine Stärke, aber schriftlichen Support, das kann ich und hab ich auch schon beruflich gemacht.

Es ist vieles entstanden in den letzten Monaten. Gute neue Kontakte, ich werde geschätzt. Auch eine eigene kleine persönliche Website mit Jimdo hab ich aufgebaut. Wen es interessiert, dem schick ich gerne eine Mail mit dem Link, wenn ihr mir eure Email-Adresse bei den Kommentaren angebt. Ich werd meine Blogger-Persönlichkeit nicht derart mit meinem Real-Life verknüpfen, dass ich hier den Link poste, weil ich das Drauflosschreiben hier einfach mag und brauche. 

So weit, mich in diesem Blog 1 zu 1 "nackich" zu machen, mit Adresse und allem ... mag ich nicht gehen. Genauso hab ich auch noch keinen Blog auf meiner Website eingerichtet. Meine Schreiberinnenpersönlichkeit ist manchmal verletzbar, auf jeden Fall sehr "ich". Vielleicht kommts noch ... Etwas widersprüchlich, mag das sein, aber so bin ich. Mit Bloggen hab ich 2003 angefangen ... und seither hab ich nie mehr ganz aufgehört. Es war immer eine Art Tagebuch und ist das es noch. Und dafür brauche ich es auch. Das mit der Aussen-Anne in Verbindung zu bringen, ist eine Brücke, die erst als Idee da ist .. das wächst noch!

Achja, und das mit den Tickets: abwarten und Tee trinken wenn man einige Tickets für sich laufen hat, ist wichtig ... sonst wirds nur Stress und ungesund. Das war an eine Notiz an mich selbst .. ;)

Dienstag, 16. Februar 2021

Tag 134 (Vom Jubel, Durchhängen und Erholen)

Seit Samstag weiss ich, dass ich eine Stelle habe. Ist zwar auf 3 Monate befristet und 40% Pensum, aber ich konnte bereits Probearbeiten und es passte. Es ist eine Arbeit als saisonale Aushilfe in der Gartenabteilung in einem Baumarkt hier in der Region. Mit einem sehr sympathischen Team. Ich freu mich auf den Start dort im März!

Jetzt merk ich gerade, wie ich durchhänge nach dem Durchpowern in den der letzten Tagen. Substanz wieder aufbauen! Und mal wieder mehr meine introvertierte Seite zum Zug kommen lassen ...

Samstag, 15. Juli 2017

Politik und mein eigenes Leben

Was in der Welt geschieht, beschäftigt mich. Auch wenn ich kein informierter Mensch bin. Mich nerven rechte und linke Parolen gleichermassen. Von politischem Aktionismus fühle ich mich oft abgestossen. Partei-Grabenkämpfe lösen bei mir nur einen Gähnreflex aus. Sachpolitik finde ich interessanter -- und Wirtschaftsthemen sogar sehr hochspannend. 

So bekomme ich doch das eine oder andere mit. zB Block G20. Ich selber war noch nie an irgend einer Versammlung oder Demo. Weil das nicht zu mir passt, weil es für mich nicht stimmt. Weil Menschenmengen mir Angst machen. Weil ich gar nicht wüsste, wo genau ich mich einreihen soll. Weder von der politischen noch von der thematischen Agenda her. In einer Welt in der sich die Extreme (Politik, Ressourcenverteilung, Klima) sich immer stärker entwickeln, frage ich mich, ob das noch stimmig ist.

Müsste ich mich nun nicht einordnen, Farbe bekennen? Wo? Wie?

Wobei vieles für mich auch nicht transparent ist. Oft sitze ich beispielsweise ratlos vor meinen Abstimmungs- und Wahlunterlagen, was in der Schweiz ja das öfteren an der Reihe ist. Wer will mir was auf welche Art verkaufen und was steckt wirklich dahinter? Ich weiss es oft nicht genau. Kann mich nur auf die vorhandenen Informationen stützen.

Ich muss von gewissen Annahmen ausgehen und mich dann entscheiden. Bei vielem ist das so. Ob es nun um Politik geht oder um etwas anderes.

Was mir sauer aufstösst ist, wenn nur noch über "die" geredet wird, denn da wirds meistens kritisch, denn ab da wird gnadenlos heruntergekürzt.

Die PolitikerInnen, die AktivistInnen, die SozialschmarotzerInnen, die Bosse, die AusländerInnen, die Rechten, die Linken, die Behörden. Danach kommen gleich die Kampfansagen und Parolen und darauffolgend wird Stellung bezogen und gekämpft. Egal worum es geht, Hauptsache es gibt ein fixes Bild.

Die Wut und Verunsicherung vieler Menschen kann ich allerdings verstehen. Die Welt scheint komplett aus den Fugen geraten zu sein. Wir leben in einem seltsamen System, in dem wir viele Freiheiten haben und das sich trotzdem wie permanente Fremdbestimmung anfühlt. So geht es mir jedenfalls.

Die Arbeit ist nicht unbedingt mehr sinnstiftend, sondern ein abstrakter Vorgang geworden an dessen Ende der Lohn steht. Das ist wohl das, was man Digitalisierung nennt: alles wird virtueller. Das ganze Leben. Die Emotionen sind trotzdem noch da. Auch die Gefühle, Hoffnungen.

Die Wut und Verunsicherung vieler Menschen wird realer. Schent mir. Doch wogegen protestieren? Achja: Gegen die da oben!

Dass wir alle Teil des Systems sind, geht dann vergessen. Weil endlich der Kanal und das Feindbild geschaffen wurde, in den der ganze Frust fliessen kann. Auflehnung gegen die Autorität.

Dass durch die jüngsten Vorfälle in Hamburg nun politische Rechte und die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden könnten, Journalisten auf Watchlists der Behörden stehen etc. das gibt mir zu denken.

Ich bin kein Mensch, der sich dermassen weit aus dem Fenster lehnen würde, aber ich bewundere dennoch diejenigen, die es tun. Jene die sich für eine bessere Welt einsetzen. Weil ich das wichtig finde: Hinschauen und Aussprechen was es ist. Wenn es mehr ist, als nur Hass zu verbreiten, dann ist das wichtig.

Und manche schauen professionell hin und exponieren sich dadurch, zB eben auch JournalistInnen und PolitikerInnen. Nicht alle gehören einem extremen Lager an. Doch wer nicht laut ist, wird im globalen Tollhaus scheinbar nicht gehört. Das ist eine einfach Gleichung. Nur die Extreme gelangen auf Seite 1 und machen die Schlagzeilen. Schlagzeilen die wiederum den Hass schüren.

Mein Land ist im Ranking der Pressefreiheit recht weit vorne, weiter vorne als Deutschland. Trotzdem; wie weit würde ich gehen? Wo stehe ich selber? Wozu äussere ich mich und wie?

Ich lehne die Anwendung von Gewalt ab. Für mich ist dies einfach kein Mittel solange es noch andere Wege gibt. Besonders mutig bin ich nicht. Aber ich will mich frei äussern. Ich fühle mich manchmal ratlos angeischts der Geschehnisse in der Welt, muss das auch so benennen -- und ich kann nur meinem eigenen Gewissen folgen.

Ich glaube, dass diejenigen Menschen die laut Parolen brüllen und diejenigen, die durch ihr eigenes Leben und Handeln wirklich zur einer globalen Veränderung beitragen, nicht unbedingt die selben sind. 

Wie will ich selber handeln?
Bin ich selber bereit, mein Leben unter die Lupe zu nehmen?

Wozu schweige ich und wann mache ich den Mund auf? 

Nur noch kurz die Welt retten -- geht nicht. Denn die Welt zu retten, das geht auf jeden Fall nicht schnell und einfach ... Und Hass führt nur zu neuem Hass. 

Sind diejenigen, die in der westlichen Welt nach Umverteilung der Güter und anderem mehr schreien, bereit auf eigene Annehmlichkeiten zu verzichten oder tuns sies nur, weil es gerade chic ist, empört zu sein und irgendwo "gegen" zu sein? 

Diese Betroffenheitskultur mag zwar sinnstiftend sein, ist sie auch zielführend, dient sie denjenigen um die es geht wirklich? Nützt Globalisierungskritik den Opfern der Globalisierung?

Wer steht zu Kompromissen und den eigenen Grauzonen im eigenen bewussten Handeln?
Wer kann Schwächen und gemachte Fehler öffentlich zugeben?

Auf dem Teppich bleiben ... und menschlich veträglich.




P.S.
Ich merke, wie unfertig das ist, was ich schrieb. Trotzdem lasse ich es genau so stehen. Notizen von unterwegs sind immer Fragmente, laut Gedachtes, Momentaufnahmen aus meiner Welt und aus meiner Weltsicht. Ich glaube daran, dass die Welt nur aus dem Subjektiven heraus zum Besseren verändert werden kann. Aus persönlichem Engagement heraus, aus wahrgenommener Selbstverantwortung. Auch dadurch, dass man andere gelten lässt und sie nicht niederschreit. Es gibt zu viel Geschrei, auch digitales.





Dienstag, 13. Juni 2017

Im Stillen wirken

Das ist mein Ding. Je mehr die Welt spinnt, desto mehr igle ich mich ein, schotte mich ab. Schlechte Nachrichten verdaue ich sehr schlecht, sie setzen mir zu. Und das lasse ich nicht mehr zu. Ich nehme es in Kauf, weltfremd zu wirken, nicht informiert zu sein, nicht Bescheid zu wissen.

Informiert zu sein, nützt mir nämlich gar nichts gegen meine Angst vor der Welt. Sie wird dadurch nur stärker. Meistens sickert es dann doch wieder durch, wenn irgendwo wieder etwas Extremes und Schlimmes passiert ist.

Jetzt, wo es mir selber gut geht, bis sehr gut, bewegt mich der Gedanke, wie ich ich zu einer besseren Welt etwas beitragen kann und wie mein Beitrag genau aussehen soll. Da bin ich dran. Und das meine ich mit "im Stillen wirken". Etwas tun, so wie ich es eben vermag und wie es für mich stimmt. Ohne mich wieder zu verlieren, sondern mit meiner eigenen Präsenz standhalten und strahlen. Gegenüber dem Zerstörerischen, was in der Welt ist.

Mittwoch, 5. April 2017

Was für ein Tag

... Ein von Anfang bis Ende vermurkster Arbeitstag. Ich murkste, andere waren auch irgendwie vermurkst drauf und die Technikgötter waren mir auch nicht wohl gesinnt. Irgendwie hab ich schon morgens gespürt, dass "im Bett bleiben" eine gute Option gewesen wäre. Aber so bin ich ja nicht (mehr). Der morgige Tag kann nur besser werden. Abschütteln und weitergehen...

P.S. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich, was ich selber ändern kann. An Murkstagen zeigen sich manchmal Muster. In der letzten Zeit bin ich meinen Aufgaben nur hinterhergehetzt. Selten war Zeit um die künstlichen von den echten Prioritäten zu sortieren. Ich hab mich ins Bockshorn jagen lassen. Dadurch ist was liegen geblieben, was ich eher hätte angehen sollen. Ich merke auch, das solche Momente der Klärung dienen können und nicht einfach nur die "totale" Katastrophe sind. Wenn ich den Kopf an solchen Tagen nicht in den Sand stecke, habe ich auch Perspektiven. Diese schnelle Resignation will ich überwinden lernen und die Blockaden nach und nach auflösen. Das macht mir Mut. Weil ich mögliche Wege finde, das zu verbessern.

Mit dem Kopf im Sand ists einfach nur perspektivelos duster, staubig und Atmen ist dadurch auch schwierig ^_^

Samstag, 3. September 2016

Wider die Gleichmacherei, die Fülle geniessend

Ein ganz toller Betriebsausflug gestern. Mit viel Action, und dennoch konnte ich bei mir bleiben. Hab es völlig genossen. Und mir auch immer wieder ruhige Momente gesucht. Nur wenig Alkohol für mich, da bleibe ich standhaft. Was für andere passt, muss für mich nicht das Passende sein. Ich lasse mich nicht gleichschalten und bin dennoch dabei. Bin ein Teil eines Ganzen. Ein sehr gutes, ein stimmiges Gefühl. Erfüllt und dankbar fühle ich mich heute. DANKE.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Eine Mimose auf Reisen -- hochsensibel unterwegs (Erfahrungen, Tipps, Tricks)

Viel auf Achse
Ich war sehr viel unterwegs die letzten Monaten. Ich geniesse inzwischen den durchs Reisen entstehenden Tapetenwechsel. Zweimal ging es um eine Familienfeier.

Beim Reisen, da ist mir auch aufgefallen, wie ich mich verändert habe. Ich bin wirklich gelassener geworden, auch im Umgang mit anderen Menschen und neuen Situationen.

Da ist auch das Verständnis für mich selbst gewachsen. Was brauche ich wann? Und wo wird es kritisch? Und ich erkläre mich nicht mehr jedem. Ich muss selber wissen, was gut für mich ist. Auch wenn ich an einem Fest halt einen Programmpunkt verpasse. Die anderen stecken nicht in meiner Haut!

Früher war fast jeder Ortswechsel und jeder auswärtige Anlass mit grossem Stress für mich verbunden. Ich weiss nicht, ob man sich das vorstellen kann, wenn man es nicht kennt. Manchmal bin ich seelisch halbtaub und nassgeschwitzt irgendwem hinterhergehinkt, weil mir alles einfach zuviel war. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Ich erinnere mich an grossartige Schulausflüge (an die tollen Landschaften vor allem) -- aber auch schmerzhaft genau daran, dass ich jedesmal fast zusammengeklappt bin. Die Hitze, der Lärm und die vielen Eindrücke! Mein Kreislauf kam da fast nicht mehr mit.

Gegenseitige Rücksicht zu zweit
Hm, aber inzwischen ist die Schule zum grossen Glück Vergangenheit, und auch die Familienferien -- und ich bin mit einem Menschen zusammen (seit mehr als 12 Jahren), der ebenfalls sensibel ist. Und so können wir gegenseitig Rücksicht üben. Was vieles einfacher macht. Da brauche ich nicht mehr viel zu erklären, ich muss nur noch kurz melden, wenn etwas nicht geht -- und umgekehrt, auch er gibt an, wenn es schwierig wird.

Er schaut nicht blöd, wenn ich nicht mehr weiterkann. Und das passiert manchmal schnell. Da muss es dann auch nicht mehr Programm sein -- sondern wir setzen uns hin, trinken was und unterhalten uns. Vielleicht zeigen wir uns dann auch gegenseitig unsere Fotos. Irgendwann sind dann bei mir Seele, Geist und Körper beisammen -- und es geht weiter! 

Reise-Routinen
So, und inzwischen lass ich mich nun eben auf dieses Unterwegssein ein. Ich habe eine gewisse Routine bekommen. Dazu muss ich sagen, dass ich noch nie eine Überseereise gemacht habe, das stelle ich mir schon noch heftiger vor. Die Reisen die ich mache, wären für andere langweiliger Pipifax. Das weiss ich. Ich habs schon gemerkt. Doch das muss mich nicht kümmern. Ich merke, dass ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, und darum auch Dinge sehe, an denen andere achtlos vorbeigehen.

Und bis jetzt bin ich immer vom gleichen Flughafen losgeflogen, wenn es denn eine Flugreise war, nämlich von Zürich. Wenn ich nun von woanders aus fliegen würde, wäre das auch eine Hürde, die ich erst mal nehmen muss.

Nach wie vor habe ich zwar einen gewissen Stress dadurch, dass ich reise, doch er wirkt eher belebend auf mich. Ich mag eigentlich lieber, wenn die Dinge immer gleich bleiben ;) Was natürlich auch einschläfernd wirkt, mit der Zeit.

Und ich habe ein paar Tricks herausgefunden, die mir unterwegs helfen. Es ist hilfreich für mich:
  • immer ein Buch dabei zu haben und die Kopfhörern fürs Handy. Lesen oder Musikhören. Obwohl ich sonst gar nie Musikhöre!! So habe ich stehend sogar eine Zugfahrt von Milano bis Brig überstanden, mehrere Stunden in einem völlig überfüllten Zug (durch Zugausfall doppelt belegt), wir standen die ganze Zeit im Gang. Und ich weiss noch ganz genau, was ich gelesen hab ... Martin Suter!
  • mich zurückzuziehen, wenn es mir zuviel wird. Auch wenn ich dadurch etwas nicht sehen kann, was man gesehen haben muss! Und wenn es eine Ansprache an einer Hochzeit ist ...
  • möglichst nur mit Menschen unterwegs zu sein, die ich gut kenne und die Verständnis haben für mich.
  • mich über den Ort und das Land vorher zu informieren, dazu nutze ich auch das Web und Google Maps und Google Street-View. So kenne ich mich vorher schon etwas aus.
  • genügend zu Essen und auch Essen dabeizuhaben (Essen tue ich immer dann, wenn mir danach ist, auch wenns nur aus Stress ist, denn das hilft mir. Oder ich esse bereits im Voraus, wenn ich nicht weiss, wann es das nächste Mal etwas gibt. "Vernünftig" sein kann ich dann wieder daheim sein, wo alles von mir selber geregelt ist. Das sehe ich gelassen.)
  • genügend zu Trinken, manchmal Unmengen. Gerne auch etwas gesalzenes Wasser, wenn es heiss ist. Und vor allem auch bei/nach Strapazen wie Fliegen/Wandern/Sommersonne. Hilft bei mir auch gegen Überlastungs-Migräne.
  • nicht zuviel von mir zu erwarten. Ich muss nichts "schaffen", schliesslich bin ich zur Erholung und zum Genuss unterwegs.
  • mich zu Erholen vom Unterwegssein. Ich muss jeweils einfach die ersten ein bis zwei Tage nach einer Ankunft gelassen nehmen. Das gilt auch für die Rückreise. Wenn ich daheim bin, muss ich erstmal wieder ankommen -- und das dauert eben seine Zeit. Meinen Körper nimmt eine Flugreise von 4 Stunden mit, der bekommt es irgendwie mit, dass er mehr als 10 000 Meter über Meer war, der ist nämlich schlau!!
  • bequeme und schützende Kleidung. Diesen wichtigen Punkt spricht Luzia im untenstehenden Kommentar an. Für mich hat sich im Allgemeinen die Viskose für die Oberbekleidung als ideal herausgestellt. Ich schwitze damit viel viel weniger, als zB mit Baumwolle. Leinen trage ich nicht, das kratzt mir zu sehr. Zudem habe ich immer ein grosses Halstuch dabei, das für vieles dienen kann. Als Kleidungsstück am Hals natürlich (Klimaanlagen, ...), zum Warmgeben (auch anstelle eines Pullovers), als Sonnenschutz, als Sichtschutz, als Decke auf der Wiese oder als Zudecke, .. Auf Reisen habe ich auch meistens warme Beinstulpen dabei, sie nehmen nicht viel Platz weg.
... to be continued

Mittwoch, 27. Januar 2016

Mit Einschränkungen leben

Ich brauche immer wieder Zeit und Raum, um Eindrücke richtig verarbeiten zu können. Wenn ich dies nicht kann, gerate ich schnell unter Stress und es geht mir schlecht(er). Kurz darauf folgen Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen. Geht dies über längere Zeit so, spüre ich die körperlichen Folgen wie Erschöpfung und Eisenmangel.

Auch das Grübeln versuche ich zu meiden wo ich kann. Mich gezielt abzulenken von abwertenden Gedanken und sinnlosen inneren Monologen ist mir wichtig geworden.

Im logischen Denken bin ich manchmal weniger flink als andere. Oder es scheint mir so ... Oder denke ich einfach anders? Dies fällt beim geschriebenen Wort nicht auf, da ich Zeit zum Nachdenken und Formulieren habe. Ich mag keine schnellen Entscheidungen und brauche die Gelegenheit, meine Position in einer Angelegenheit herausfinden zu können.

Ich mache wahrscheinlich beim Denken Umwege und komme so zu anderen Lösungen als andere. Schwer zu erklären. Nach aussen scheine ich in gewissen Momenten geistig schwerfällig. Wenn ich nämlich blockiert bin. Andererseits erfasse ich Zusammenhänge manchmal viel schneller als andere. Kind wäre ich trotz "normaler Intelligenz" beinahe zur Sonderschülerin geworden. Weil ich nicht ins Schema passte und auffällig war, scheinbar.

Jemanden den ich kenne hat es wütend gemacht, dass ich mit so vielen Einschränkungen lebe. Unsere Wege haben sich zum Glück getrennt. Heute denke ich, vielleicht hat ihn das auch in seinem eigenen Leben gestört. Diese Limitierung der Kräfte, das nicht-so-können-wie-man-möchte. Aber so ist das. Ich erlebe diese Beschränkungen inzwischen eher als Herausforderung. Was kann ich trotz, mit und wegen meiner Einschränkung leisten? Wie weit kann ich gehen?

Vielleicht fällt manches meinem Umfeld gar nicht so auf. Aber es ist stete Arbeit, mithalten zu können wenn sich innen einiges ANDERS anfühlt als es für andere scheinbar ist.

Ich benutze "scheinbar" weil ich ja nicht weiss, wie genau andere ihr Leben sehen und erleben. Ich merke nur, dass ich mich mit dem ganz normalen Alltag schwerere tue als andere, dabei mehr Kraft brauche und viel mehr Ruhe zur Erholung.

Es hat sich vieles geändert für mich, zum Guten. Ich habe aus dem Überleben ein gutes Leben geschaffen. Für mich.

Dadurch dass ich ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch soviel gemacht habe, wie ich auch tragen konnte. Das liegt etwas mehr als ein Jahr zurück. Von 0 auf 100 und dann auf die Fresse -- wem dient das? Irgendwann habe ich die hochfliegenden Träume aufgegeben und angefangen, das Naheliegendste zu tun. Erst die Pflicht, jetzt die Kür.

Jetzt bin ich erst richtig dran, heraus zu finden, was ich mit meinem Leben anfangen WILL.

Ich bin froh, dass es Bücher zum Thema (Hoch)Sensibilität gibt. Dass es Thema wird. Auch wenn gerne darüber gespottet wird.

Ich will mich aber nicht (mehr) auf diese Position zurückziehen "ich gegen den unsensiblen Rest der Welt".

Vielmehr: Ich in dieser Welt und MIT genau dieser Welt.

Samstag, 3. Oktober 2015

Arbeitsintegration -- eigener Druck -- Handicaps -- Arbeit an mir selbst

Freitag, 7. August
An einem Tag wie heute wäre ich früher daheim geblieben. Jetzt bin ich da, bin bei der Arbeit, und versuche das Beste daraus zu machen. Es sind auch meine hohen Ansprüche an mich selbst, die den Druck auslösen. Wenn ich im Kopf keine Klarheit habe, fühle ich mich unsicher. Es hat mit dem alten Gefühl des Ausgeliefertseins zu tun, und mit dem Bedürfnis, mich schützen zu wollen. Aber manches klärt sich eben erst mit der Zeit. Es hilft mir, wenn ich eins nach dem anderen mache, mehr können andere auch nicht tun :)

Diesen Text liess ich unveröffentlicht, bin aber heute wieder darauf gestossen und finde ihn wichtig. Dass ich mir selber den meisten Druck mache, wurde mir erst mit der Zeit klar. Zum Glück ist mir das bewusst geworden. Ich bin heute so stabil und routiniert, dass ich auch die weniger guten Tage bei der Arbeit meistern kann.

Dieses Jahr hatte ich noch keinen einzigen Fehltag aus psychischen Gründen. Die letzten Jahre waren es immer mehrere Tage, an denen ich ausfiel. Einmal konnte ich aus Angstgründen kaum das Bett verlassen.

Dieses Jahr war ich zweimal krank, einmal erkältet und einmal grippig. Da ich bei der Grippe auch Fieber hatte, blieb ich einige Tage daheim. Das dauerte aber insgesamt einige Wochen, bis ich mich wieder richtig erholt hatte. Die Erkältung war zwar heftig, aber ich bin trotzdem zur Arbeit, da dort gerade Not an der Frau war. Nicht dass ich das propagiere, krank Arbeiten zu gehen, aber ich kann nun verstehen, dass man sein Arbeitsumfeld nicht hängen lassen will.

---

Ein Handicap im Arbeitsleben war lange noch mein Selbstmitleid und mein Opfergefühl. Aus dem geschützten Arbeitsumfeld war ich mir gewöhnt, ein "Star" zu sein und immer wieder Lob für meinen Einsatz zu erhalten. Dieses "Gestreichel" fiel dann im normalen Arbeitsumfeld weg. Daran hatte ich zu knabbern .. Den Selbstwert beziehe ich seither viel mehr aus mir selbst. Das musste ich erst lernen.

Für mich war diese vorherige Phase im geschützten Umfeld, die immerhin 5 Jahre gedauert hat, wichtig gewesen, denn ich bekam wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten. Durch Coachings wurde ich nach und nach mutiger. Aber dieses geschützte Umfeld hat seine eigenen Mechanismen und Tücken. Eine behütete Pflanze aus dem Treibhaus muss auch einmal ins Freiland .. so drückte es eine meiner fachlichen Begleitpersonen aus. Wie recht sie mit diesem Symbol hatte, das fällt mir erst im Nachhinein auf!

Ich habe Mittel und Wege gefunden, wie ich mich heute auch in schwierigen Zeiten entlasten kann. Das habe ich intus. Dabei hat mir auch die langjährige Psychotherapie geholfen (abgeschlossen 2013). Unter anderem bin ich auch so weit, dass ich es meinem Umfeld bei der Arbeit sage, wenn es mir nicht gut geht. Da ich ansonsten zuverlässig und genau arbeite, kommt auch mein Chef damit klar. Ich habe schon bei der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch keinen Hehl aus meiner lückenhaften Arbeitsbiografie und psychischen Schwierigkeiten der Vergangenheit gemacht -- und stets mit offenen Karten gespielt.

Meine guten Leistungen in der Berufsschule und einige gewonnene Gestaltungs-Wettbewerbe halfen dabei sicher mit. Ich bin froh, dass die Schule mir leicht fiel und ich damit einen Leistungsausweis hatte, denn für mich konnte ich mir kein anderes Vorgehen vorstellen als bei einem Vorstellungsgespräch ehrlich zu sein. Und da gehört eben meine gewundene Biografie dazu.

Erstaunlich dass es auf diese Art und Weise geklappt hat. Da kam mir auch viel Wohlwollen von seitens meines Arbeitgebers entgegen. Das muss auch gesagt werden! Eine solche Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten, ist nicht selbstverständlich.

---

Trotzdem war der Einstieg für mich eine harte Zeit. Meine Befindlichkeit wurde unwichtig und die Arbeit rückte in den Vordergrund. Kunden wollten zufrieden gestellt werden, Arbeiten speditiv und doch genau erledigt werden -- und das forderte mich heraus. Es sind nun 3 1/2 Jahre an diesem Arbeitsplatz, eine Zeit in der ich viel an mir und meinen Ängsten, auch meinen Eitelkeiten, meiner Egozentrik, gearbeitet habe. Es gab und gibt Krisen -- aber ich habe heute das Rüstzeug dazu, diese zu meistern. An schwachen Tagen schaue ich heute noch, wie ich mir selber helfen kann -- zB genaue Prioritäten setzen und auch mal fünfe grade sein lassen. Mich macht es Stolz, dass ich meinen Lebensunterhalt selber verdienen kann.

Es ist nicht immer nur das (Arbeits-)Umfeld, das den Einstieg schwierig macht. Man steht sich oft auch selbst im Weg. Psychische Krankheit kann wirklich egozentrisch machen .. die Gedanken kreisen stets um einen selbst oder um die eigene Wirkung nach aussen. Bis zum Exzess: Nachdenken hat einen grossen Teil meiner Kraft und Zeit in Anspruch genommen. Das Grübeln musste ich mir wirklich abgewöhnen! Die Gedanken immer wieder ins Konstruktive lenken -- oder sie einfach laufen lassen ohne ein Drama daraus zu spinnen.

---


Die Rente, die ich zusätzlich bekomme, macht nur 10% von meinem gesamten Verdienst aus. Ich verdienen einen Lohn, der unter dem schweizerischen Mindestlohn liegt, da ich nur Teilzeit arbeite. Ein 100% Pensum lassen meine Kräfte (noch) nicht zu. Mit meiner Erwerbsminderungsrente, damit decke ich nicht mal die monatliche Krankenkassenprämie. Trotzdem fühle ich mich reich. Ich habe einen langen Weg hinter mir und ich fühle mich in der Gesellschaft angekommen. Nach und nach entfalte ich mich und ich freue mich darauf, noch mehr bei mir und meinen Fähigkeiten anzukommen. Denn ich spüre, da geht noch was ...


Freitag, 18. Oktober 2013

Unverstanden?

Wenn selbst der Lebensgefährte sich wundert, dass ich  (plötzlich) keine Energie mehr habe... Dann wundere ich mich auch. Ich bin ihm gegenüber kein verschlossenes Buch mit 7 Siegeln, wir reden viel zusammen. Täglich. Über alles was uns beschäftigt. Und doch habe ich den Eindruck, er versteht nicht, wie sehr die Schwierigkeiten bei der Arbeit mich ausgelaugt haben .. und die anderen Baustellen.

Da habe ich zu lange damit gerungen. Irgendwann geht's so sehr an die Substanz, da macht auch der Körper schlapp. Vielleicht ist es die Schilddrüse, kann sein. Doch ich mag das nicht untersuchen lassen. Ich will das Problem bei der Wurzel packen statt Symptomen hinterher zu rennen.

Die Gesprächstherapie greift nicht mehr. Es ist Zeit für Neues. Vielleicht finde ich eine andere Art, meiner Seele den Raum zuzugestehen den sie fordert ... Ich verstehe mich ja, aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich das in den Arbeitsalltag übertragen kann. Ich suche nach dieser Brücke!