Was will ich in meinem Leben haben? Da habe ich noch einige Fragezeichen.
Denn ich weiss mehr darüber, was ich NICHT will. Etwas ablehnen, das kann ich.
FÜR etwas zu sein, ist finde ich weitaus anspruchsvoller und auch ungewohnter ...
Es ist einfacher, alles hinzuschmeissen und mit was/wem anderem oder woanders vorne anzufangen, oder immer einen Kontrakurs zu fahren, als bei mir selber anzufangen und eingefahrene bestehende Strukturen zu verändern.
Alles. Und. Das. JETZT! Ob es um Freundschaften und Beziehungen geht, um Arbeit, Freizeit, Urlaub oder etwas anderes. Heute herrscht so eine Instant-Kultur. Dem mag ich mich nicht anschliessen. Lebensgewohnheiten zu verändern, Wünsche zu realisieren, zum Eigenen zu finden, das braucht nach meiner Erfahrung: Kraft,
Konsequenz, Mut und Zeeeeeeeeit. Das ist nicht "instant" lösbar. Somit brauche ich auch einiges an Geduld. Da muss
ich mich auch immer wieder an der Nase nehmen ...
Mein Leben darf inzwischen als GANZES wachsen. Dafür habe ich
mich vor 14 Jahren entschieden. Danach wurde ich ziemlich
durchgerüttelt, aber ich habe auch vieles endlich sortieren können.
Ich habe mir geschworen, dass ich nie niemals zu den Menschen gehören
werde, die für unerfüllte Lebenswünsche immer jemanden anderes verantwortlich
machen. Da habe ich mehrere sehr abschreckende Beispiele erlebt, wie das dann
ausschaut. «Ich konnte nicht, weil XYZ ...». «Mein Mann/meine
Eltern/die Gesellschaft ist schuld ...».
Und dann immer diese
Bitterkeit, dieser Groll und diese Verzweiflung dahinter. Und
natürlich die Selbstgerechtigkeit, weil ja immer andere Schuld sind, nie man selber. Die ganze
vorhandene Energie wird ins Negative und in den Widerstand gelenkt.
Was kann ich selber für mich tun? Im Rahmen meiner Kräfte? Welche Grenzen sind in meinem Kopf und welches sind die Grenzen, die ich (zumindest in diesem Moment) respektieren muss?
Meine Erkenntnis heute: Ich will keine Flucht- und Suchstrukturen mehr. Danach hatte ich noch jedes Mal den
Blues -- und reichlich Trümmer zum Aufräumen.
Alte Träume vom Aussteigerleben kommen hoch, vom unkonventionellen, freien Leben. Diese Vision hatte ich schon als Kind. Am wohlsten fühlte ich mich, wenn ich ohne Struktur und nach meinen eigenen Regeln leben konnte. Am liebsten schnappte ich mir einen Hund und zog in der Natur herum, stundenlang. Dieses Gefühl von Freiheit und Verbindung mit der Natur hat sich mir eingepägt und ich sehne mich danach. Aus dem Leben einer Taugenichts ;)
Mir geht es so, dass ich gerade schneller wachse, als ich mein Leben
umstellen kann. Da ist ein Druck vorhanden, weil der nötige Raum in
meinem Leben gerade noch nicht da ist. Mir die Vision zur Umsetzung
fehlt. Neues tut sich auf, behutsam. Weil ich mich mental auf die Veränderung einstelle. Dazu stehe, dass sich meine Bedürfnisse verändern.
Es gibt für mich in jedem Moment die Möglichkeit, mich für das eigene Leben zu entscheiden und den eigenen Weg. Ja, zu sagen zu dem, was sowieso da ist.
Wie das konkret aussehen mag, ist eher zweitrangig. Wünsche können überprüft, umgebaut und neu ausgerichtet werden. Schrittweise ausprobieren was geht, das kann man. Und daran glaube ich.
Manchmal ist man nur zu verbohrt, weil man den Eindruck hat, dass es genau auf diese oder jene Weise gehen muss! So verbohrt, dass man andere Möglichkeiten für sich ausschliesst und übersieht.
Es ist möglich. Wenn ich diesen Gedanken denke, komme ich weiter.
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Sonntag, 23. Juli 2017
Samstag, 13. Mai 2017
Der Krieg ist vorbei
... der Krieg in deinem Leben ist doch vorbei, du kannst die Waffen endlich ruhen lassen, sagt mein Freund. Das stimmt.
Doch es ist nicht nur eine Kopfsache. Keine Sache, die ich einfach entscheide und dann ist es so. Deshalb ist mir bewusst geworden, dass ich jetzt Hilfe brauche. Und diese habe ich auch in Gang gebracht.
Die letzten Monate stand ich dermassen unter Druck, dass ich wieder in den Stressmodus geraten bin.
Geredet über alles, das habe ich in meinem Leben und in der Therapie genug. Aber Reden, das ist wie zu kleine Pflaster aufkleben. Ich kenne Ursachen und Auswirkungen. Nur die Ausmasse des "Krieges", über die stolpere ich immer noch. Lange Jahre meines Lebens wurde ich gehetzt. Das hat mich traumatisiert. Punkt.
Ich scheute dieses grosse Wort lange Zeit: Trauma. Da haben andere weitaus Schlimmeres erlebt. Aber der sich erneuernde Schrecken lähmt mein Leben, Fühlen und Denken, wiederholt. Und zu gewissen Zeiten in einem Ausmass, das mir den Atem und die Lebensfreude nimmt.
Schlimm ist das, was man als schlimm erlebt (hat). Und das ist sehr individuell. Es gibt keinen Massstab.
Ich merke ... wenn ich mir die Wahrheit eingestehen, nimmt der Schrecken ab und auch der Schmerz. Ich werde weicher und menschlicher, fühle mich wieder, fühle mich lichter und lebendiger, statt nur taub zu sein.
Man hat es früher zu lange marginalisiert, wie es mir wirklich geht. Und es ist eine Erlösung, wenn ich mich selber in meiner Not anerkenne.
Da ist seit einer Woche unter Schmerzen leide, ist auch klar, dass es nicht von heute auf morgen gehen wird, dem Frieden zu vertrauen. Vertrauen in andere Menschen ist da, wenigstens zwischendurch. Und das Vertrauen zu mir selber wächst auch.
Ich möchte es wieder fühlen können, dass der Krieg vorbei ist!
Doch es ist nicht nur eine Kopfsache. Keine Sache, die ich einfach entscheide und dann ist es so. Deshalb ist mir bewusst geworden, dass ich jetzt Hilfe brauche. Und diese habe ich auch in Gang gebracht.
Die letzten Monate stand ich dermassen unter Druck, dass ich wieder in den Stressmodus geraten bin.
Geredet über alles, das habe ich in meinem Leben und in der Therapie genug. Aber Reden, das ist wie zu kleine Pflaster aufkleben. Ich kenne Ursachen und Auswirkungen. Nur die Ausmasse des "Krieges", über die stolpere ich immer noch. Lange Jahre meines Lebens wurde ich gehetzt. Das hat mich traumatisiert. Punkt.
Ich scheute dieses grosse Wort lange Zeit: Trauma. Da haben andere weitaus Schlimmeres erlebt. Aber der sich erneuernde Schrecken lähmt mein Leben, Fühlen und Denken, wiederholt. Und zu gewissen Zeiten in einem Ausmass, das mir den Atem und die Lebensfreude nimmt.
Schlimm ist das, was man als schlimm erlebt (hat). Und das ist sehr individuell. Es gibt keinen Massstab.
Ich merke ... wenn ich mir die Wahrheit eingestehen, nimmt der Schrecken ab und auch der Schmerz. Ich werde weicher und menschlicher, fühle mich wieder, fühle mich lichter und lebendiger, statt nur taub zu sein.
Man hat es früher zu lange marginalisiert, wie es mir wirklich geht. Und es ist eine Erlösung, wenn ich mich selber in meiner Not anerkenne.
Da ist seit einer Woche unter Schmerzen leide, ist auch klar, dass es nicht von heute auf morgen gehen wird, dem Frieden zu vertrauen. Vertrauen in andere Menschen ist da, wenigstens zwischendurch. Und das Vertrauen zu mir selber wächst auch.
Ich möchte es wieder fühlen können, dass der Krieg vorbei ist!
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Dienstag, 24. Januar 2017
Fight for your rights [Notiz an mich selbst]
(Aus Selbstschutz ohne genauen Sachverhalt geschrieben, aber trotzdem verständlich.)
Warum ist es ok für mich, jemand anderen zu verteidigen, emotional zu unterstützen, oder mich sonstwie für ihn/sie einzusetzen, aber bei mir selber knicke ich ein?! ...
Ich weiss, dass ich in einer Sache Recht(e) habe und bin dann doch vor eine Wand gelaufen. ... Systemabsturz. Vor Wut und Verwirrung kann ich dann fast nicht mehr sprechen, geschweige denn Denken. Es kommt zu Blockaden auf vielen Ebenen. Und ich liege Nachts wach, weil ich so unter Strom stehe. Das passiert immer seltener, aber wenn es vorkommt, ist es akut.
Doch eben erst wenn ich so richtig wütend oder verletzt bin, mache ich den Mund auf. Ich werde trotzig. Oder/und ich beginne zu heulen. Nicht besonders cool im Alltag und vor anderen. Aber es ist mal wieder soweit gekommen, grosser Gefühlsausbruch. Dadurch hat sich die Sachlage scheinbar wieder "ein paar Meter" zum Besseren verändert. Bin auch schön bei den "Ich-Botschaften" geblieben und habe einfach geschildert, wie ich mich in dieser Zwangslage fühle. Das vermochte scheinbar etwas zu bewegen.
Doch bevor es soweit kommt, da (ver)zweifle ich schier an mir. Immerhin kommen die Gefühle inzwischen raus, statt dass ich auf längere Zeit depressiv werde -- und ich habe auch den Weglauf-Reflex im Griff. Früher habe ich einfach alle Brücken hinter mir abzubrechen versucht, mich aus dem Staub gemacht, wenn der Druck durch die Emotionen zu gross wurde. Einfach weg, nur weg.
Diese Blösse mag ich mir nicht mehr geben, klein beizugeben. Letztendlich macht Davonlaufen mich nur verletzbarer. Das ist mir bewusst geworden. Ich kann gut mit Worten umgehen, also mache ich es halt Schritt für Schritt, Wort für Wort statt in einem grossen umfassenden Plädoyer das alle sprachlos macht und sie auf meine Seite bringt. Etwas durchzustehen und wieder bei mir selber anzukommen, lässt mich wachsen und stärker werden. Flüchten schürt Ängste und hält mich in Unsicherheit. Mich für mich selber zu wehren hilft mir dabei, meine Gesundheit zu schützen. Es ensteht dadurch kein Hass sondern es entsteht Klarheit.
Für mich da zu sein heisst auch, dass ich eben akzeptiere, dass ich in manchen Situationen meine (emotionalen) Grenzen habe und ich mir deswegen Sorge tragen darf. Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle. Punkt.
Warum ist es ok für mich, jemand anderen zu verteidigen, emotional zu unterstützen, oder mich sonstwie für ihn/sie einzusetzen, aber bei mir selber knicke ich ein?! ...
Ich weiss, dass ich in einer Sache Recht(e) habe und bin dann doch vor eine Wand gelaufen. ... Systemabsturz. Vor Wut und Verwirrung kann ich dann fast nicht mehr sprechen, geschweige denn Denken. Es kommt zu Blockaden auf vielen Ebenen. Und ich liege Nachts wach, weil ich so unter Strom stehe. Das passiert immer seltener, aber wenn es vorkommt, ist es akut.
Doch eben erst wenn ich so richtig wütend oder verletzt bin, mache ich den Mund auf. Ich werde trotzig. Oder/und ich beginne zu heulen. Nicht besonders cool im Alltag und vor anderen. Aber es ist mal wieder soweit gekommen, grosser Gefühlsausbruch. Dadurch hat sich die Sachlage scheinbar wieder "ein paar Meter" zum Besseren verändert. Bin auch schön bei den "Ich-Botschaften" geblieben und habe einfach geschildert, wie ich mich in dieser Zwangslage fühle. Das vermochte scheinbar etwas zu bewegen.
Doch bevor es soweit kommt, da (ver)zweifle ich schier an mir. Immerhin kommen die Gefühle inzwischen raus, statt dass ich auf längere Zeit depressiv werde -- und ich habe auch den Weglauf-Reflex im Griff. Früher habe ich einfach alle Brücken hinter mir abzubrechen versucht, mich aus dem Staub gemacht, wenn der Druck durch die Emotionen zu gross wurde. Einfach weg, nur weg.
Diese Blösse mag ich mir nicht mehr geben, klein beizugeben. Letztendlich macht Davonlaufen mich nur verletzbarer. Das ist mir bewusst geworden. Ich kann gut mit Worten umgehen, also mache ich es halt Schritt für Schritt, Wort für Wort statt in einem grossen umfassenden Plädoyer das alle sprachlos macht und sie auf meine Seite bringt. Etwas durchzustehen und wieder bei mir selber anzukommen, lässt mich wachsen und stärker werden. Flüchten schürt Ängste und hält mich in Unsicherheit. Mich für mich selber zu wehren hilft mir dabei, meine Gesundheit zu schützen. Es ensteht dadurch kein Hass sondern es entsteht Klarheit.
Für mich da zu sein heisst auch, dass ich eben akzeptiere, dass ich in manchen Situationen meine (emotionalen) Grenzen habe und ich mir deswegen Sorge tragen darf. Ich schäme mich nicht mehr für meine Gefühle. Punkt.
Donnerstag, 12. Januar 2017
Macht über sich haben
Kürzlich Hitchcocks "Marnie" gesehen. Welcher mich beeindruckt hat, trotz seiner übertriebenen psychologischen Zeichnung. Danach im Netz etwas recherchiert. Und in einer Filmkritik diesen Satz gefunden, von dem sich mir der erste Teil besonders eingeprägt hat.
Wer wirklich Macht über sich selbst besitzt, muss keine Macht über andere ausüben; er kann anderen mit wirklicher Zuneigung oder Sympathie oder auch mit Antipathie begegnen, ohne allerdings in blinden Hass zu verfallen.
Ein Zitat einer Filmgrösse passt auch gut dazu, geht aber bereits aufs nächste Level ;)
Macht brauchst du nur,
wenn du etwas Böses vorhast.
Für alles andere reicht Liebe,
um es zu erledigen.
Charlie Chaplin
Wer wirklich Macht über sich selbst besitzt, muss keine Macht über andere ausüben; er kann anderen mit wirklicher Zuneigung oder Sympathie oder auch mit Antipathie begegnen, ohne allerdings in blinden Hass zu verfallen.
Ein Zitat einer Filmgrösse passt auch gut dazu, geht aber bereits aufs nächste Level ;)
Macht brauchst du nur,
wenn du etwas Böses vorhast.
Für alles andere reicht Liebe,
um es zu erledigen.
Charlie Chaplin
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