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Narzisstenquatsch

Ich hätte gern mal eine Hochzeit. In den meisten Fällen macht sie Situationen allerdings komplizierter, als sie ohnehin schon sind. Deswegen wäre eine valide Überlegung, ob es nicht am Entspanntesten wäre, von den zahlreichen Möglichkeiten, zwischen denen man sich entscheiden müsste, abzusehen und sich einfach selbst zu heiraten.

Menschen mit multiplen Persönlichkeiten (wie es bei Rollenspielern beizeiten der Fall ist) bieten sich da als besondere Zielgruppe an, schließlich könnte man da selbst offiziell verschiedene Vornamen, die man verheiratet, wählen – und man müsste nicht einmal diskutieren, wer wessen Nachnamen übernimmt, ganz abgesehen von komplizierten Doppelnamen. Die zwei(oder mehr)-in-eins-Version könnte den ihrigen einfach behalten, da braucht man sich nicht mal eine neue Unterschrift zulegen. Polyamorie mit sich selbst! Gleichzeitig alle Geschlechter haben und heiraten, die man will! Größtmögliche Liberalität!

Eine gänzlich neue Perspektive auf die Welt eröffnet sich für all jene, die diese Zukunft für sich in Betracht ziehen und sich nicht der Launen- und Einschränkungsdiktatur eines Ehegatten unterjochen wollen. Dies bezieht sich sogar auf jegliche kulturellen Produkte, in die das Thema Liebe eingeflossen ist, wie etwa Romane und Lyrik. Und man lese sich nur die unüberschaubare Menge an Songtexten durch, die sich in irgendeiner Weise mit dem Verliebtsein beschäftigen. Es ergibt plötzlich alles einen viel tieferen Sinn – und ist gleichzeitig unglaublich profan, weil es wie das Logischste auf der Welt erscheint. „I’ll go wherever you will go“, ja, natürlich werde ich das tun! „I just wanna make love to you“, wen sollte man auch sonst als Allererstes zufrieden stellen wollen? Also fangen wir einfach mal damit an: Let’s do it – let’s fall in love. Und zwar mit uns selbst. Der Papierkram um die Selbstheirat wird automatisch kommen, in unserer pluralistischen Gesellschaft.

 

Hinweis: Dies soll in keinem Falle in Text und Überschrift angedeutete ernsthafte Persönlichkeitsstörungen durch den Kakao ziehen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 7. November 2013 in Musik, Spielereien

 

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