….. haben wir noch die Gelegenheit zu einer kleinen Winterwanderung genutzt.
Ausgangspunkt war der Wiesbadener Kurpark, von dem wir Richtung Sonnenberg gewandert sind und da schien es, als würde die Sonne durch das diesige Grau des Himmels brechen. Das geschah dann aber doch nicht. Aber nach zwei Wochen Dauerfrost und einer geschlossenen Schneedecke von einigen Zentimetern ließen wir uns die Freude an einem Tag in frischer Luft und einer Temperatur knapp unter dem Gefriepunkt nicht nehmen. An der Ortsteilgrenze der Wiesbadener Stadtteile Sonnenberg und Rambach liefen wir im Goldsteintal in den Wiesbadener Stadtwald, dessen neues Wegenetz mit zahlreichen Knotenpunkten markiert ist, mit deren Hilfe sich im Internet eine Wanderroute zusammengestellt werden kann oder als Hilfe bei der Wanderung dient.
Was für Wiesbaden in diesem Jahr vollendet werden soll, findet man anderswo bereits seit geraumer Zeit, doch hier ist es neu, Informationen findet ihr HIER, auf der Website von Naturpark Rhein-Taunus.
Einige Knotenpunkte dienten uns bei dieser Wanderung bereits als Orientierungshilfe, von der wir uns leiten ließen und so nach gut 10 Kilometern am Neroberg ankamen. Ein letztes Stück Weg zur Talstation der Nerobergbahn und noch ein paar Meter zur nächsten Pizzeria, das war dann unsere Winterwanderung – und nun ist Elli mit Regen und einem etwas stärkeren Wind vor unserer Tür.
Die goldenen Kuppeln der Türme der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Neroberg in Wiesbaden strahlten, als wir zur Mittagszeit unser Zwischenziel erreichten.
Auf einer Vorwanderung zur Routenplanung für unsere Wandergruppe begleitete ich Karl, den Wanderführer. Wir starteten in der Nähe des Wiesbadener Kurhauses im Kurpark.
Auf den Wiesen lag noch der Raureif.
Durch das Aukammtal wanderten wir zum Stadtteil Sonnenberg, von dort durch das Goldsteintal, vorbei am Schützenhaus, heute ein Restaurant, und nach einem weiteren Kilometer durch den Stadtwald auf den Neroberg zu. Dort wollten wir bei Martha – Die Hütte einkehren, zunächst lockten jedoch die leuchtenden Zwiebeltürme der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Größe 222 x 16,7 cm. Gedruckt im Album „Erinnerung“, Original im Archiv des Fürsten zu Wied in Neuwied.
In Wiesbaden nennen wir sie „Russische Kapelle“, die in den Jahren 1847-1855 vom Herzog Adolf von Nassau als Grabeskirche für seine bei der Geburt ihres ersten Kindes gestorbenen Ehefrau, Großfürstin Elisabeth Michailowna Romanowa erbaut wurde. Nach Fertigstellung wurde die Tote und ihr ebenfalls gestorbenen Kind dort beigesetzt. (Weitere Informationen zur Architektur, Ausstattung und Geschichte der Kapelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Orthodoxe_Kirche_(Wiesbaden) )
Martha – Die Hütte ist eine für die Wintermonate aufgebaute Hütte im berühmten Opel-Bad auf dem Neroberg. Sie lädt ein mit zünftigen Hüttenessen wie Haxe oder Leberknödelsuppe aber auch mit feinen Salaten, Sauerbraten von der Hirschkeule oder Rumpsteak – und von der Lautstärke her erträglichem Hüttenmusikgedudel in Form von Partyhits von Costa Cordalis bis Mickie Krause – ein. Fazit: Leckeres Essen für jeden Geschmack und dazu Musik, die von den Gästen ausgeblendet werden kann. Genau das Richtige für eine Einkehr der Wandergruppe. Und der Name Martha: Benannt nach der Ehefrau des Stifters des Bads, Wilhelm von Opel.
Nach Schweishaxe und Lebserknödelsuppe gingen wir neben dem Gleis der Nerobergbahn zurück ins Tal, ins Nerotal. Schlängelten uns durch die Nerostraße. Nach einem Zwischenstopp auf einen Espresso bei Kaufmanns Kaffeerösterei steuerten wir den Schlossplatz an, an dem zu dieser Zeit der Sternschnuppenmarkt, der größte Weihnachtsmarkt der Stadt aufgebaut ist, auf einen Glühwein an.
Danach ging es zufrieden mit dem Bus nach Hause.
Auch wenn der Sternschnuppenmarkt im Januar wieder abgebaut ist: Diese Wanderung werden wir mit unserer Gruppe Anfang nächsten Jahres machen.
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Wanderer kommst Du nach Wiesbaden …..
…. vergiss nicht auf den Neroberg zu gehen, besser noch mit der Nerobergbahn hinauf zu fahren, schau dir das Kurhaus und alles an, was darum herum ist, auch die Museen – alt und neu – und die vielen Häuser aus der Zeit des Jugendstils und des Historismus.
Mitten in Wiesbaden steht die Marktkirche. Dort starten wir zu einer Wanderung, die als Taunus-Rundwanderweg vom DVV (Deutschen Volkssportverband) ausgeschildert wurde. Auf dieser Route will Karl unsere Wandergruppe in der nächsten Woche größtenteils führen. Eine Vorwanderung erscheint sinnvoll, denn nicht immer ist auf Kartenmaterial und Ausschilderung Verlass, zudem sollen auch noch einige kleine Varianten erkundet werden.
Zunächst gehen wir von der Kirche zum Kurhaus, von dort durch den Kurpark, am Salzbach entlang. Der Weg führt aus dem Kurpark in den Wald, weiter am Rambach, linker Hand liegt der Ortsteil Wiesbaden-Sonnenberg und schließlich wandern wir an der Burg Sonnenberg vorbei, folgen dem Weg noch ein gutes Stück, bis wir in die Nähe der Rambacher Straße kommen. Bis hierher waren die Wegmarken des DVV stets gut sichtbar. Wir befinden uns etwa bei KM 4,5 an der Rambacher Straße, in der Nähe der Bushaltestelle Goldsteintal.
Wir probieren noch einen Weg Richtung Rambach aus, entscheiden aber, zurückzugehen und kurz hinter der Bushaltestelle Goldsteintal rechts in das „Vogelschutzgebiet Wiesbaden.Sonnenberg“ abzubiegen.
Immer noch im Stadtgebiet Wiesbadens, wieder in herrlicher Natur.
Ein hübscher Ort, um eine kleine Rast zu machen. Neben einer Stulle ist im Rucksack ein Sasbachwaldener Spätburgunder.
So brauchen wir später nicht im noblen Das Goldstein by Gollners einkehren. Am Goldstein verlassen wir die DVV-Route, die neben einer Straße geführt ist und wandern im Zick-Zack weiter, bis wir in der Nähe der Kaiser-Friedrich-Eiche an der Schutzhütte wieder auf den Rundwanderweg stoßen.
Von dort sind es dann noch 1.5 Kilometer zum Neroberg mit dem Monopteros inklusive Blick auf Wiesbaden
Unten in der Stadt ist die Marktkirche zu sehen.
Nach einer kleinen Stärkung im Bistro „Der Turm“, geht es von der Bergstation der Nerobergbahn hinab zur Talstation – selbstverständlich zu Fuß und nicht mit der einzigartigen Bahn. Wir kennen sie, wer aber noch nicht mit ihr gefahren ist, sollte sie unbedingt bei einem Wiesbaden-Besuch erleben – auch wegen der besonderen Technik.
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Nerobergbahn – eine Fahrt im Kulturdenkmal
Als Wahrzeichen der Stadt sind der Neroberg und die historische Bahn seit der Eröffnung im Jahre 1888 ein bekanntes Ausflugsziel in Wiesbaden und als technisches Kulturdenkmal ist die Seilbahn für Bahnfans ein echtes Highlight. Mit einer Gesamtlänge von 438,5 Metern überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 83 Metern bei einer mittleren Steigerung von 19,5 Prozent und bringt somit Jung und Alt zum Staunen.
Die Nerobergbahn ist die älteste mit Wasserballast betriebene Drahtseil-Zahnstangenbahn Deutschlands. Als Standseilbahn wird ihre Geschwindigkeit durch eine Handbremse reguliert und der Antrieb basiert mittels Wasserballast auf Schwerkraft. Ein echter Tipp für Eisenbahnfans, die schöne Ausflugsziele suchen.
Von der Talstation flanieren wir durch die Nerotalanlagen und schließlich noch 800 Meter durch ein paar Häuserzeilen bis wir auf dem Kranzplatz stoßen, auf dem just zu dieser Stunde das beliebte Kranzplatzfest startet. Wir beschließen, an diesem Punkt unsere Wanderung zu beenden, schauen, was das Fest an Wein, Cocktails und Essbarem zu bieten hat, und entscheiden, die Wanderung hier ausklingen zu lassen.
Die Route:
Nicht immer war der Weg durch den DVV gut ausgeschildert, einige Male haben wir auch eine andere Route ausprobiert. Die eine Variante wird wohl bei der nächsten Wanderung unserer Gruppe gegangen, eine andere nicht. An einer Stelle war das Kartenmaterial nicht eindeutig zu interpretieren und so war es gut, eine Vorwanderung durchzuführen, sich bei der Planung nicht nur auf Wanderkarten zu verlassen und mit dem Finger auf der Karte zu planen. Und auf die Wegmarkierungen ist bei dieser Route auch nicht immer Verlass.
Hier die vom DVV aufgezeichnete Route:
Der Ausgangspunkt wie hier verzeichnet, „Tourist Information“, befindet sich ebenso wie die Marktkirche am Marktplatz
Unser Feriengast, die achtjährige Enkelin J., hatte in den letzten Jahren die Kinderparcours des Kletterwalds auf dem Neroberg in Wiesbaden schon mehrmals durchklettert. Nichts wäre langweiliger gewesen, als noch einmal bodennah die verschiedenen Elemente zu überwinden.
In diesem Jahr standen größere Höhe, schwierigere Parcours an. Auf diesen Kursen müssen Kinder unter 10 Jahren von Erwachsenen begleitet werden. Das kann vom Boden aus geschehen, ist aber beim ersten Mal nicht angeraten. Denn wenn mal was klemmt, hat die kleine Klettererin Schwierigkeiten.
Nach einer kurzen Einführung über das Klettern in dieser Anlage und die Funktion des Sicherungssystem, wurde Helm und Gurte übergezogen und festgezurrt.
So kam ich im Alter von 70 Jahren zu meiner ersten Klettertour über wacklige Elemente in beträchtlicher Höhe. Dabei war ich zwar gut gesichert, die Wackelei und das Überwinden des Netzes aus dicken Seilen hat dann aber doch eine beträchtliche Portion Mut erfordert, über die J. verfügte. Für mich war dieses Netz die größte Herausforderung, aber ich schaffte es trotz mickriger Muskulatur – und auch mit Mut. Es lief so gut, dass wir nach einer kurzen Pause uns auf einen zweiten Parcour wagten. Hier fiel es mir dann doch schon etwas leichter. Ich hatte mich an dieses Abenteuer gewöhnt.
J. war glücklich, dass sie so hoch über dem Boden klettern durfte und ich war am Ende zufrieden, dass ich meine Aufgabe geschafft hatte, von der ich einige Tage zuvor noch mächtig Schiss hatte.