Überraschung auf der Riesling-Schleife Hallgarter Sonnenrunde

Es war kalt und es war diesig. Trotzdem ließen wir uns nicht davon abhalten, eine kleine Wanderung oberhalb des Rheins um den Oestrich-Winkeler Ortsteil Hallgarten zu unternehmen.

Eine kurze Route – 7,3 Kilometer – und nicht sehr anspruchsvoll – 180 Höhenmeter

Wir sahen viel Raureif, sonst wenig.

Wo sonst freier Blick bis zu Rhein herrscht, konnten wir kaum den Hattenheimer Steinberg erkennen, jene berühmte Weinlage mit der 3,8 Kilometer langen und bis zu vier Meter hohen Steinmauer, die die Mönche vom Kloster Eberbach einst mühevoll zum Schutz vor Traubendieben und Wild errichteten. Die Lage befindet sich heute im Besitz der Hessischen Staatsweingüter. Mittendrin und kaum zu erkennen der der weitgehend unterirdische Steinbergkeller, der seit 2008 die zentrale Kellerei der Staatsweingüter ist.

Während sich am nördliche, höhergelegenen Teil der Route der Dunst verzogen hatte, sahen wir den oberirdischen Teil der Kellerei und einen Teil der Mauer nur schemenhaft.

Der Versuch, im Foto mehr zu erkennen, war nicht sehr erfolgreich.

Kurz nach diesem „Aussichtspunkt“ erreichten wir eine kleine Hütte und hier wurden wir überrascht. Ein Mitglied unserer Wandergruppe war mit dem Auto an diesen Ort gefahren und hatte reichhaltiges Equipment für eine unerwartete Unterbrechung der Wanderung ausgeladen: Einen Pyrolysekocher, dazu Teller, Bestecke, Servietten, Gläser, außerdem eine größere Menge Thermosflaschen, Brötchentüten und einen riesigen Topf aus dem es verlockend duftete – nach Gulasch.

Damit hatten wir nicht gerechnet. Und so genossen wir zunächst einen Glühwein als Begrüßungstrunk. Bald darauf wurden die Teller gefüllt ….

….. und wieder geleert.

Dazu wurde übrigens ein wohltemperierter Rotwein aus der Thermosflasche gereicht, der wäre ja an diesem Tag hier zu kalt gewesen. Für die Autofahrer gab es selbstverständlich alkoholfreie Getränke.

An dieser Stelle: Das Essen? Fantastisch, pikant, mit einer gesunden Schärfe. Das Gulasch so zart, dass es keines Messers bedurfte, die Fleischstückchen zu teilen. Und dann noch erwähnenswert: Die sämige Soße. So gut, dass kräftig gelöffelt und auch noch ein Nachschlag verputzt wurde. Eine tolle Idee! Danke, lieber Jürgen, für dieses Wander- und Geschmackserlebnis!

Insgesamt eine Situation aus der wir uns schwer taten, die Wanderung fortzusetzen, aber schließlich gelang es uns aufzubrechen.

Da in diesem Gebiet noch immer die Gefahr besteht, dass die Afrikanische Schweinepest sich weiter verbreitet, hatte wir etliche Male Tore und Türen zu passieren, die unser Tor- und Türwächter stets sorgfältig nach uns schloss.

Wie zu sehen ist, eine umfangreiche Schutzmaßnahme. Möge sie nützen.

Wir kamen durch Tore und Türen Hallgarten wieder näher.

Vorbei an der Grunder Kapelle, benannt nach der Bezeichnung der Gemarkung „Im Grund“, erbaut 1861 im Neugotischen Stil als „Maria-Hilf-Kapelle“. Vor der Kapelle führt ein üppig angelegter Wirtschaftsweg vorbei mit einem Baum bestandenen Bächlein in der Mitte. Phänomenal!

Dann war die Tour auch schon fast zu Ende, wobei es auch an diesem Tag nicht ganz ohne Kultur ging. Wir gingen vorbei am ehemaligen Itzstein’sche Gutshaus, ein bedeutendes Baudenkmal der deutschen Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts. Hier fanden von 1832 bis 1847 geheime Parlamentarierkonferenzen statt, die als Vorstufe des ersten deutschen Nationalparlaments in Frankfurt (1848/49) angesehen werden können. (Quelle:https://www.rheingau.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/itzstein)

Das war die Wanderung auf der Hallgarter Sonnenrunde ohne Sonne stattdessen mit einer angenehmen Überraschung.

Den Rhein haben wir dann doch noch gesehen – beim Heimfahren.

Bevor Elli uns besucht …..

….. haben wir noch die Gelegenheit zu einer kleinen Winterwanderung genutzt.

Ausgangspunkt war der Wiesbadener Kurpark, von dem wir Richtung Sonnenberg gewandert sind und da schien es, als würde die Sonne durch das diesige Grau des Himmels brechen. Das geschah dann aber doch nicht. Aber nach zwei Wochen Dauerfrost und einer geschlossenen Schneedecke von einigen Zentimetern ließen wir uns die Freude an einem Tag in frischer Luft und einer Temperatur knapp unter dem Gefriepunkt nicht nehmen. An der Ortsteilgrenze der Wiesbadener Stadtteile Sonnenberg und Rambach liefen wir im Goldsteintal in den Wiesbadener Stadtwald, dessen neues Wegenetz mit zahlreichen Knotenpunkten markiert ist, mit deren Hilfe sich im Internet eine Wanderroute zusammengestellt werden kann oder als Hilfe bei der Wanderung dient.

Was für Wiesbaden in diesem Jahr vollendet werden soll, findet man anderswo bereits seit geraumer Zeit, doch hier ist es neu, Informationen findet ihr HIER, auf der Website von Naturpark Rhein-Taunus.

Einige Knotenpunkte dienten uns bei dieser Wanderung bereits als Orientierungshilfe, von der wir uns leiten ließen und so nach gut 10 Kilometern am Neroberg ankamen. Ein letztes Stück Weg zur Talstation der Nerobergbahn und noch ein paar Meter zur nächsten Pizzeria, das war dann unsere Winterwanderung – und nun ist Elli mit Regen und einem etwas stärkeren Wind vor unserer Tür.

Aar-Schleife „Aarway to Heaven“, 2. Teil

Als wir Mitte Juni bei hochsommerlicher Temperatur auf dieser Schleife darauf verzichteten, über die Felder dem Himmel ganz nah zu kommen, war klar, dass wir den 2 Teil zu kühlerer Jahreszeit gehen wollten – und drei Monate später ist es soweit.

Wir starten wiederum am Bürgerhaus von Rückershausen,

auf der nachfolgenden Karte mit dem Parkplatz-Symbol gekennzeichnet durch den Ort, gehen dann den gelb markierten Zuweg zu Punkt 3. Hier erreichen wir die Schleife und wandern nun zum Hahnebachgraben und weiter Richtung Wehrholz.

Und das ist der Abschnitt, dem diese Route den Namen verdankt. Wir sind auf dem Weg Richtung Himmel!

Am Wehrholz (Punkt 5) angekommen, können wir an einem Wegekreuz in Verlängerung des jeweiligen Wegs in die Ferne sehen. Zwar ist an diesem Tag Richtung Norden der Kahle Asten in gut 100 Kilometern im Dunst verborgen – nach Aussagen von Kennern dieser Route bei optimaler Fernsicht sichtbar – aber der Feldberg im Taunus (gut 30 Kilometer entfernt) zeigt sich im Osten,

ebenso im Süden die Hohe Wurzel, von diesem Punkt aus hinter Taunusstein gelegen und etwa 18 Kilometer entfernt. Zu sehen ist der Fernsehturm rechts hinter dem Hochspannungsmasten.

Wie auf der Karte oben eingezeichnet ist, gibt es dort auch einen kleinen Rastplatz, von dem aus wir in allen Richtungen den grauer werdenden Himmel genießen können, nachdem wir den höchsten Punkt des Aarways erreicht haben.

Von da an geht es bergab zum Ufer der Aar, wo die Reste eines ehemaligen Wehrs das Wasser sprudeln und rauschen lassen.

Und hätten wir nicht Ohren zu hören, könnten wir vom Sprudeln und Rauschen der Aar lesen – das tun wir natürlich auch -.

Dann lassen wir das Wasser fließen und fließen und fließen der Aar und erkennen: Es ist Herbst, die Pilze wachsen.

Kurz bevor es anfängt zu regnen, erreichen wir Parkplatz und Auto, kommen trocken wieder nach Hause.

Eine kleine Runde von 8 Kilometern haben wir hinter uns und somit den Aarway to Heaven im zweiten Anlauf zu Ende geschafft.

Auf der Rückfahrt trällern wir nicht das romantisierende „Valera“ von „Im Frühtau zu Berge“, sondern versuchen uns an Led Zeppelins melodramatischen Song von der Lady, die eine Treppe zum Himmel kauft.

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Der Link zum 1. Teil der Wanderung: HIER

Wandern auf der „Höhenluft“

Nachdem wir uns bereits an der Aar-Schleife „Augenweide“ ergötzt haben und auch schon einen Teil des „Aarways to Heaven “ zurückgelegt haben, stand nun die dritte von inzwischen vier Aar-Schleifen auf dem Programm. Der empfohlene Startpunkt für „Aar-Höhenluft“ ist der Parkplatz am Sportplatz in Born, einem Ortsteil der Untertaunus-Gemeinde Hohenstein nordwestlich von Wiesbaden. Auf der großen Übersichtstafel am Startpunkt können

Streckenführung

Höhenprofil

eine Beschreibung der Route

angesehen werden. Zudem gibt es auf der Tafel weitere Informationen zu Schutzhütten, Picknickplätzen, Aussichtspunkten etc.

Wir entschieden uns jedoch vom Eibachtal zu starten (sh. Punkt 6 in Abbildung des Höhenprofils). Dort gibt es an der Kreisstraße Richtung Born von der B 54 kommend einen kleinen Platz vor dem Verbotsschild zu einem Forstweg, auf dem 2-3 PKW abgestellt werden können.

Von dort wanderten wir im Uhrzeigersinn Richtung Punkt 5, der Schutzhütte am Eulenberg.

Wie wir auf dem Schild in der Hütte entdeckten, befanden wir uns nun bis zu dem Sendemast bei Adolfseck auf dem „Pionierweg“, der beim Kaisermanöver 1913 von Pioniersoldaten aus Mainz-Gonsenheim erbaut wurde. Dank an Kaiser, seine Pioniersoldaten und die Firma Faust, der wir diese Information zu verdanken haben.

Der Pionierweg ist auch heute noch in gutem Zustand, nur hatten die Soldaten wohl keine größeren Sägen dabei, um dieses Hindernis abzuräumen:

Ohne weitere Erschwernisse erreichten wir den Sendemasten.

Einige Zeit später hatten wir dann einen Blick ins kleine Örtchen Adolfseck mit der um 1500 entstandenen Valentinskapelle in der Mitte.

Um eine bestimmte Vermutung gar nicht erst aufkommen zu lassen: Erstmals urkundlich erwähnt wurde Adolfseck als Adolfsekke in einem Lehensbrief des Mainzer Erzbischofs Gerlach von Nassau zu Gunsten seines Bruders, vom 18. Februar 1356. (Quelle: Wikipedia). Und weil es so schön ist, Adolfseck in der Totale:

Knapp einen Kilometer vor dem Sportplatz fanden wir am Waldrand eine schattige Bank und genossen den Blick auf das Kornfeld vor uns und die Sicht in die Weite der Landschaft.

Nach einem kurzen moderaten Anstieg erreichten wir den Sportplatz – und von da aus ging es fast vier Kilometer bergab bis zu unserem Startpunkt im Eibachtal.

Wir hatten den Verlauf unserer Tour so geplant, dass wir in der Mittagszeit die gut 200 Höhenmeter aufwärts hinter uns hatten und konnten so ohne mühelos teils in der Mittagssonne, teils im Wald den 2.Teil der Strecke zurücklegen.

Wie immer auf den von Deutschen Wanderinstitut zertifizierten Premium-Wanderwegen „Aar-Schleifen“, „Limesspuren“ und „Wisper Trails“, die in den letzten Jahren unter der Führung von Robert Carrera, dem Untertaunus-Tourismuskoordinator, entstanden, ist die „Aar-Höhenluft“-Route überwiegend auf Waldwegen und grasbewachsenen, gepflegten Feldwegen angenehm zu begehen. Die Beschilderung mit Wegzeichen und Übersichtstafeln ist hervorragend.*)

Unsere „Leistung“ ist den Übersichtstafeln zu entnehmen, wobei wir es mit einer längeren Pause und dem Betrachten von Landschaft und Adolfseck gemächlich angehen ließen und so nach vier Stunden zurück am Startpunkt waren.

Wir waren zufrieden mit der Wahl dieses Startpunkts und der Gehrichtung im Uhrzeigersinn. Allerdings ist es sicher empfehlenswert, vom Parkplatz am Sportplatz in Born aufzubrechen, denn dort ist sicherlich immer ein Parkplatz frei.

Zusammengefasst: Die Aar-Schleife „Aar-Höhenluft“ ist ein Genuss

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*) Dank an Robert Carrera und sein Team für die Schaffung dieser interessanten und landschaftlich schönen Wander-Route und der anderen Aar-Schleifen, Wisper Trails und Limesspuren

Aar-Schleife „Aarway to Heaven“

Nach der Aar-Schleife „Augenweide“ wollten wir nun den „Aarway to Heaven“, ebenfalls eine der neuen, vor wenigen Wochen offiziell eröffneten Aar-Schleifen, wandern. Die Route liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Aarbergen im Untertaunus etwa 25 Kilometer nordwestlich von Wiesbaden.

Wie es bei Wanderungen der kleinen Gruppe aus einem Wiesbadener Vorort üblich ist, gibt unser Wanderführer zunächst eine kurze Einführung in die Wanderung, erklärt die Route, die Topographie und Besonderheiten.

Startpunkt war der große Parkplatz vor dem üppig dimensionierten Bürgerhaus von Rückershausen – es ist so groß, dass es gar nicht ganz auf ein Foto passt, aber den gut 800 Einwohnern des Aarbergener Ortsteil sei es gegönnt.

Ein kurzer Weg durch den Ort – und schon erreichten wir den Antonius-Sprudel….

…. mit dessen Geschichte und dem heilenden Wasser.

Zwischendurch gab es immer wieder herrliche Ausblicke in die Landschaft

Schließlich stiegen wir auf einem Zick-Zack-Pfad in einer Runse – dieser oben im Foto beschriebenen Erosionsrinne – etwa 20 Höhenmeter hinunter bis zum Grund und auf der anderen Seite wieder hinauf. (Hier versagte die Fähigkeit des Fotografen eine präsentable Aufnahme zu machen. Der Wiesbadener Kurier zeigt jedoch in dem Artikel zur Eröffnung der Route ein eindrucksvolles Bild des Pfads: https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/kreis-rheingau-taunus/aarbergen-kreis-rheingau-taunus/aar-schleife-fuehrt-durch-grand-canyon-von-aarbergen-4505101 )

Nach knapp 5 Kilometern kamen wir zu der Teilung des Weges, an der es weiter Richtung Wehrholz geht, mit dem Anstieg an dem man nur den Horizont sieht, quasi dem Namensgeber dieser Schleife. Wir entschieden uns wegen der hochsommerlichen Temperatur für den Zuweg nach Rückershausen, da wir die pralle Sonne auf dem Weg zum Wehrholz meiden wollten. So gingen wir am Waldrand im Schatten zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Den zweiten Teil des „Aarway to Heaven“ werden wir zu einer kühleren Jahreszeit genießen. An diesem Tag zog es uns zunächst in den Hünstettener Ortsteil Görsroth nahe der Bundesstraße zum Abkühlen in die „Eiszeit“.

Unsere Route In Kurzfassung:

Der Link zum 2.Teil der Wanderung: HIER

Aar-Schleife „Augenweide“ – eine Augenweide

Auf der Aar-Schleife „Augenweide“ nördlich von Wiesbaden wollten wir wandern. Empfohlen wird der Start im Taunussteiner Ortsteil Hambach am Salon-Theater, an dem es einen recht großen Parkplatz gibt. Da unser Motto beim Wandern aber „Erst ruff, dann runner“ ist, fuhren wir nach Niederlibbach, wo es neben dem Feuerwehrgerätehaus vor der Kirche einen kleinen Parkplatz gibt, auf dem wir unser Fahrzeug abstellten.

Dort befindet sich der niedrigste Punkt der Route

So wanderten wir zunächst 4 km auf gut befestigten Wegen und auch über gepflegte Grasnarben auf sehr sorgfältig gekennzeichneter Route bergauf. Das berauschende Gelb der blühenden Rapsfelder, die wir in dieser Gegend noch vor Kurzem sehen konnten, war abgelöst durch das Gelb der Ginsterblüte.

Immer wieder gab es herrliche Ausblicke auf die leicht hügelige Landschaft des Taunus, der hier schon fast in den Rheingau übergeht. Oftmals eine echte „Augenweide“.

Außer ein paar Spaziergängern mit Hund in Ortsnähe begegneten wir keinen Zweibeinern. Das erklärt vermutlich das Interesse eines Galloway-Rindes, als wir an einer riesigen Weide mit einer Anzahl seiner Artgenossen vorbei gingen.

Schließlich erreichten wir Hambach – nicht so berühmt wie das Hambacher Schloss, aber:

Bekannt ist dieser Taunussteiner Stadtteil durch das beliebte Salon-Theater sowie die Schillereiche, einem Naturdenkmal, gepflanzt 1905 in Gedenken an Friedrich von Schiller, der 100 Jahre zuvor in Weimar gestorben war und von dem einige Dramen im Salon-Theater aufgeführt wurden.

Die Schiller-Eiche in Hambach

Von dort ging es über schmale Pfade noch einmal 2 km bergab, vorbei am wenig spektakulären Hambacher Weiher. Den letzten kleinen Hügel ersparten wir uns und kamen schließlich nach 10 ,4 km wieder an der kleinen Kirche in Niederlibbach an. Die Original-Route ist mit 11.3 km und 280 Höhenmetern ausgewiesen.

Fazit: Eine herrliche Route mit schönen Ausblicken und einigen Strecken im schattigen Buchenwald. Eine Wanderung zum Genießen und Entspannen.

Aar-Schleifen, Wisper Trails und Limesspuren, Wanderrouten im Taunus und dem Rheingau

In den letzten Jahren sind unter der Leitung von Robert Carrera als Koordinator zahlreiche neue Wanderrouten zunächst im Wispertaunus geschaffen worden. Zur Zeit entstehen im und um das Tal des kleinen Lahn-Nebenflusses Aar neue Routen. Im Wispertaunus umfasst das Wanderwegenetz mit 217 Kilometer mit 15 Rundwanderwegen und dem 44 km langen Wispertaunussteig. Dieses Netz ist vom Deutschen Wanderinstitut e.V. zertifiziert und inzwischen bin ich mit meiner Wandergruppe etliche davon gewandert. Dazu kommen in diesem Gebiet noch die neu geschaffenen „Limesspuren“

Auf der Limesspur „Villa Rustica“ bin ich vor Kurzem mit einem Wanderfreund gegangen. Wir hatten uns entschieden, am Hofgut Georgenthal zu starten.

Das Hofgut liegt in der Gemarkung Hohenstein im Rhein-Taunus-Kreis.

Es ist eine kurze Route von 7,4 km bei 130 Höhenmetern, demnach nicht so anspruchsvoll.

Wir entschieden uns, im Uhrzeigersinn zu gehen. Die Strecke führt zunächst am Golfplatz des Hofguts vorbei, von da in ein leicht hügeliges Gelände mit Wiesen und Feldern, zum Teil auch durch Wald zurück über den Golfplatz zum Startpunkt.

Die Wege sind gut zu begehen, zum Teil verlaufen sie auch auf einer Grasnarbe.

Ab und zu genossen wir den Blick in die Ferne.

Die Route ist vorzüglich ausgeschildert

Zudem gibt es mehrere kleine und größere Infotafeln, auf denen nicht nur die Route aufgezeichnet ist, sondern auch das Höhenprofil.

sowie Informationen für große und kleine Wanderer.

Parkplätze, Haltestellen des ÖPNV, Einkehrmöglichkeiten sowie besondere Aussichten sind ebenfalls auf den Tafeln vermerkt.

Wir sind diese Route mit Vergnügen bei bedecktem Himmel gegangen, sind zum Schluss im Hofgut, einem Hotel mit Golfplatz und für Tagungen eingekehrt – zu einer kleinen Mahlzeit, denn die gibt es dort auch. Während der Terrassensaison (1 .April – 31. Oktober) bei gutem Wetter können sich die Wanderer dienstags bis samstags an einem Kiosk im Innenhof mit Getränken und Speisen von einer kleinen Karte zu moderaten Preisen bedienen und bedienen lassen. Bei nicht so gutem Wetter, das wir an unserem Tag hatten, durften wir im Restaurant von der kleinen Karte ordern.

Fazit: Eine nette kleine Wanderung, bei der alles erfüllt wird, was wir von einer gut geplanten und verwirklichten Route erwartet haben.

Konsequenz: Nächste Woche beabsichtigen wir, mit unserer kleinen Wandergruppe die Aar-Schleife „Augenweide“ zu gehen.

Marleen van de Camp: Unheimliche Wanderungen PFALZ. 20 Touren – Düstere Sagen und verlassene Orte

Anregungen und Tipps zu Wanderungen in der Pfalz. Bei wem Namen von Plätzen wie Teufelstein und Galgenwald eine Gänsehaut hervorrufen, wer bei schauerlichen Sagen wirklich erschauert, der erhält mit diesem Buch viel Stoff zum Gruseln. Jeder, der ausziehen möchte, um Zähne klappernd durch die Pfalz zu wandern, wird seinen Spaß beim Lesen der 20 Tourenvorschläge haben. Beim Wandern durch dieses herrliche Wald- und Weingebiet wird man sich dann aber doch nicht so vor ruhelosen Geistern und verfluchten Burgen fürchten müssen.

Interessante Orte wie der Kriemhildenstuhl, den Altschlossfelsenoder der Dom zu Speyer, dazu der unendlich erscheinende Wald laden zu Touren ein, die erholsam, die Rezilienz steigernd und geschichtlich von Bedeutung sind, wobei das Hambacher Schloss hier nicht als Anlaufpunkt einer Wanderung gefunden wird, da es offensichtlich weder ein verlassener Ort ist, noch durch eine „düstere Sage“ belastet ist. Zudem finden sich darin keine Empfehlungen für die zahlreichen vorzüglich bewirtschafteten Hütten des Pfälzer Wald Vereins – das ist schade.

Sei’s drum.

Marleen van de Camp gibt mit ihren Empfehlungen ein Hintergrundwissen, damit wir mit offenen Augen dieses Gebiet erwandern können und auch die eine oder andere Sage oder gruselige Geschichte mit dabei herumtragen können. Zum Wandern kann mittels QR-Code eine Karte mit der jeweiligen Route heruntergeladen werden, mit der die Tour sicher begehbar ist, ohne befürchten zu müssen, dass man an einem Lost Place strandet oder in einer Schlucht verloren geht.

Mit diesen „Unheimlichen Wanderungen PFALZ“ liegt eine peppige Einladung für 20 Touren vor, die je nach Belieben mit oder ohne Grusel gewandert werden können, dabei auf nette Art viel Wissen zu dem vermittelt, was links und rechts der Pfade zu sehen ist und sich (möglicherweise) ereignet hat

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Marleen van de Camp: Unheimliche Wanderungen PFALZ. 20 Touren – Düstere Sagen und verlassene Orte

Erschienen bei Belser (2023)

Blattgold glänzt im Sonnenschein

Die goldenen Kuppeln der Türme der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Neroberg in Wiesbaden strahlten, als wir zur Mittagszeit unser Zwischenziel erreichten.

Auf einer Vorwanderung zur Routenplanung für unsere Wandergruppe begleitete ich Karl, den Wanderführer. Wir starteten in der Nähe des Wiesbadener Kurhauses im Kurpark.

Auf den Wiesen lag noch der Raureif.

Durch das Aukammtal wanderten wir zum Stadtteil Sonnenberg, von dort durch das Goldsteintal, vorbei am Schützenhaus, heute ein Restaurant, und nach einem weiteren Kilometer durch den Stadtwald auf den Neroberg zu. Dort wollten wir bei Martha – Die Hütte einkehren, zunächst lockten jedoch die leuchtenden Zwiebeltürme der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Größe 222 x 16,7 cm. Gedruckt im Album „Erinnerung“, Original im Archiv des Fürsten zu Wied in Neuwied.

In Wiesbaden nennen wir sie „Russische Kapelle“, die in den Jahren 1847-1855 vom Herzog Adolf von Nassau als Grabeskirche für seine bei der Geburt ihres ersten Kindes gestorbenen Ehefrau, Großfürstin Elisabeth Michailowna Romanowa erbaut wurde. Nach Fertigstellung wurde die Tote und ihr ebenfalls gestorbenen Kind dort beigesetzt. (Weitere Informationen zur Architektur, Ausstattung und Geschichte der Kapelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-Orthodoxe_Kirche_(Wiesbaden) )

Martha – Die Hütte ist eine für die Wintermonate aufgebaute Hütte im berühmten Opel-Bad auf dem Neroberg. Sie lädt ein mit zünftigen Hüttenessen wie Haxe oder Leberknödelsuppe aber auch mit feinen Salaten, Sauerbraten von der Hirschkeule oder Rumpsteak – und von der Lautstärke her erträglichem Hüttenmusikgedudel in Form von Partyhits von Costa Cordalis bis Mickie Krause – ein. Fazit: Leckeres Essen für jeden Geschmack und dazu Musik, die von den Gästen ausgeblendet werden kann. Genau das Richtige für eine Einkehr der Wandergruppe. Und der Name Martha: Benannt nach der Ehefrau des Stifters des Bads, Wilhelm von Opel.

Nach Schweishaxe und Lebserknödelsuppe gingen wir neben dem Gleis der Nerobergbahn zurück ins Tal, ins Nerotal. Schlängelten uns durch die Nerostraße. Nach einem Zwischenstopp auf einen Espresso bei Kaufmanns Kaffeerösterei steuerten wir den Schlossplatz an, an dem zu dieser Zeit der Sternschnuppenmarkt, der größte Weihnachtsmarkt der Stadt aufgebaut ist, auf einen Glühwein an.

Danach ging es zufrieden mit dem Bus nach Hause.

Auch wenn der Sternschnuppenmarkt im Januar wieder abgebaut ist: Diese Wanderung werden wir mit unserer Gruppe Anfang nächsten Jahres machen.

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Wanderer kommst Du nach Wiesbaden …..

…. vergiss nicht auf den Neroberg zu gehen, besser noch mit der Nerobergbahn hinauf zu fahren, schau dir das Kurhaus und alles an, was darum herum ist, auch die Museen – alt und neu – und die vielen Häuser aus der Zeit des Jugendstils und des Historismus.