Es war kalt und es war diesig. Trotzdem ließen wir uns nicht davon abhalten, eine kleine Wanderung oberhalb des Rheins um den Oestrich-Winkeler Ortsteil Hallgarten zu unternehmen.
Eine kurze Route – 7,3 Kilometer – und nicht sehr anspruchsvoll – 180 Höhenmeter
Wir sahen viel Raureif, sonst wenig.
Wo sonst freier Blick bis zu Rhein herrscht, konnten wir kaum den Hattenheimer Steinberg erkennen, jene berühmte Weinlage mit der 3,8 Kilometer langen und bis zu vier Meter hohen Steinmauer, die die Mönche vom Kloster Eberbach einst mühevoll zum Schutz vor Traubendieben und Wild errichteten. Die Lage befindet sich heute im Besitz der Hessischen Staatsweingüter. Mittendrin und kaum zu erkennen der der weitgehend unterirdische Steinbergkeller, der seit 2008 die zentrale Kellerei der Staatsweingüter ist.

Während sich am nördliche, höhergelegenen Teil der Route der Dunst verzogen hatte, sahen wir den oberirdischen Teil der Kellerei und einen Teil der Mauer nur schemenhaft.
Der Versuch, im Foto mehr zu erkennen, war nicht sehr erfolgreich.
Kurz nach diesem „Aussichtspunkt“ erreichten wir eine kleine Hütte und hier wurden wir überrascht. Ein Mitglied unserer Wandergruppe war mit dem Auto an diesen Ort gefahren und hatte reichhaltiges Equipment für eine unerwartete Unterbrechung der Wanderung ausgeladen: Einen Pyrolysekocher, dazu Teller, Bestecke, Servietten, Gläser, außerdem eine größere Menge Thermosflaschen, Brötchentüten und einen riesigen Topf aus dem es verlockend duftete – nach Gulasch.
Damit hatten wir nicht gerechnet. Und so genossen wir zunächst einen Glühwein als Begrüßungstrunk. Bald darauf wurden die Teller gefüllt ….
….. und wieder geleert.
Dazu wurde übrigens ein wohltemperierter Rotwein aus der Thermosflasche gereicht, der wäre ja an diesem Tag hier zu kalt gewesen. Für die Autofahrer gab es selbstverständlich alkoholfreie Getränke.
An dieser Stelle: Das Essen? Fantastisch, pikant, mit einer gesunden Schärfe. Das Gulasch so zart, dass es keines Messers bedurfte, die Fleischstückchen zu teilen. Und dann noch erwähnenswert: Die sämige Soße. So gut, dass kräftig gelöffelt und auch noch ein Nachschlag verputzt wurde. Eine tolle Idee! Danke, lieber Jürgen, für dieses Wander- und Geschmackserlebnis!
Insgesamt eine Situation aus der wir uns schwer taten, die Wanderung fortzusetzen, aber schließlich gelang es uns aufzubrechen.
Da in diesem Gebiet noch immer die Gefahr besteht, dass die Afrikanische Schweinepest sich weiter verbreitet, hatte wir etliche Male Tore und Türen zu passieren, die unser Tor- und Türwächter stets sorgfältig nach uns schloss.
Wie zu sehen ist, eine umfangreiche Schutzmaßnahme. Möge sie nützen.
Wir kamen durch Tore und Türen Hallgarten wieder näher.
Vorbei an der Grunder Kapelle, benannt nach der Bezeichnung der Gemarkung „Im Grund“, erbaut 1861 im Neugotischen Stil als „Maria-Hilf-Kapelle“. Vor der Kapelle führt ein üppig angelegter Wirtschaftsweg vorbei mit einem Baum bestandenen Bächlein in der Mitte. Phänomenal!
Dann war die Tour auch schon fast zu Ende, wobei es auch an diesem Tag nicht ganz ohne Kultur ging. Wir gingen vorbei am ehemaligen Itzstein’sche Gutshaus, ein bedeutendes Baudenkmal der deutschen Demokratiebewegung des 19. Jahrhunderts. Hier fanden von 1832 bis 1847 geheime Parlamentarierkonferenzen statt, die als Vorstufe des ersten deutschen Nationalparlaments in Frankfurt (1848/49) angesehen werden können. (Quelle:https://www.rheingau.de/sehenswertes/sehenswuerdigkeiten/itzstein)

Das war die Wanderung auf der Hallgarter Sonnenrunde ohne Sonne stattdessen mit einer angenehmen Überraschung.
Den Rhein haben wir dann doch noch gesehen – beim Heimfahren.












































































