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Weltkriegsbunker und Abteilung Personenschutz im Askaniahaus

In den 1920er Jahren befand sich in der Liebermannstraße 75 die Chemische Apparatefabrik Carl Otto Raspe. Die Fabrik benötigte schnell mehr Platz und so ließ Raspe 1939 bis 1941 ein L-förmiges Fabrikgebäude mit drei Etagen und einem siebenstöckigen Verwaltungsturm von Otto Schubert errichten.

Kurz darauf, im Jahr 1943, siedelten sich bereits die ausgebombten Askania-Werke an. Hierauf geht auch der Name Askaniahaus zurück.

Die Werke arbeiteten jetzt fast ausschließlich in der Rüstung. Instrumente und Apparate für die Luftwaffe wurden hier gebaut.

Mit Ende des zweiten Weltkriegs wird das Askaniahaus kurz als Rathaus genutzt, was heute noch gut am Schriftzug über dem Haupteingang zu sehen ist.

Ab 1946 ist das Areal Sitz der Hauptverwaltung der SAG-Betriebe, die Sowjetische Aktiengesellschaft in Deutschland.

Mit der allmählichen Übergabe der Staatsgewalt an die DDR-Organe zieht die SAG aus und das Ministerium für Staatssicherheit zieht in die alten Askaniawerke ein.

Im Gegensatz zur Kugellager- und Werkzeugfabrik Riebe haben die neuen Askaniawerke an der Berliner Allee den Krieg gut überstanden.

Mit dem Mauerfall in der DDR erobern sich Bürgerkomitees und Oppositionelle die alten Liegenschaften der Staatssicherheit, so auch in der Liebermann- und Neumagener Straße.

Viele waren schockiert über die Entdeckungen, die hier gemacht wurden. Mit Übernahme des Grundstücks hatte die Abteilung Personenschutz und die Staatseskorte hier ein überdimensioniertes Waffen- und Munitionslager angelegt.

Auf dem Hof befindet sich neben der erhaltenen Hauptwaffenkammer auch noch die unterirdische Raumschießanlage des MdI.

Seiner Entstehungszeit geschuldet verfügten die Askaniawerke über zahlreiche Schutzräume auf Kellerniveau.

Einige dieser Luftschutzeinrichtungen wurden von der Abt. Personenschutz ebenfalls als Waffenkammern genutzt, da die Schutzräume bereits über Luftschutztüren verfügten und einfach gesichert werden konnten.

Deutlich sind die Spuren der Zeit und die mehrmalige Umnutzung der Räumlichkeiten zu sehen. Immer wieder vermauerte Türen und Durchgänge.

Während die meisten dieser Kellerbunker heute von Künstlern oder kleinen Gewerbetreibenden genutzt werden, sind einige von ihnen noch im Zustand der 1990er Jahre, als die Waffen entfernt und die Räume für Jahrzehnte wieder verschlossen wurden.

In der Nachwendezeit befand sich das Finanzamt im Askaniahaus. Hiervon zeugt noch ein Fund Zehntausender Steuerunterlagen, die in der Waffenkammer der Staatseskorte von mir gefunden worden.

Kaum zu glauben, aber auf dem Hof des Askaniahaus ist die Zeit fast stehen geblieben. In den Kellern und Hofgebäuden sieht man noch die Reste der einstigen DDR.

Das gesamte Areal war ein Hochsicherheitsgebiet und mit Postentürmen gesichert. Geschichtsfreunde wird es freuen zu lesen, dass hier sämtliche Industriebauten denkmalgeschützt sind, soweit das Auge reicht.

Während wir Luftaufnahmen der Askaniawerke, Niles-Werke, der Kugellager-u. Werkzeugfabrik Riebe sowie den Resten vom Sternradio-Werk für neue Geschichten machen, sehe ich, dass eine der ehemaligen Bunkertüren offen steht.

Ich nutze die Gelegenheit gleich, um ein paar Fotos zu machen. Der Keller scheint so feucht zu sein, dass eine Nutzung ausgeschlossen ist. Das gleiche Bild wie in allen Kellern des Areals. Viel Grundwasser, viele Pumpen.

Fast ein Glück, in allen nutzbaren Kellereinheiten sind die Spuren der Geschichte verschwunden, in den unbenutzbaren steht die Zeit seit dem Auszug des Ministeriums für Staatssicherheit still.

Die Mischung aus Denkmalschutz und Unnutzbarkeit der Räumlichkeiten kommt mir hier zugute. Seit 2023 arbeite ich mich durch den Industriekomplex und bin überrascht, wie gut der Denkmalschutz hier gearbeitet hat, aber auch, wie viele ungenutzte und weitgehend erhaltene Teile es gibt, trotz einer so großflächigen Durchsanierung.

Der Keller, den ich betrete, gehört zur den wenigen Ungenutzten unter dem Produktionsgebäude Liebermannstraße. Das Gebäude wurde bei seiner Errichtung mit über einem Dutzend Luftschutzeinheiten im Keller ausgestattet. Diese waren damals noch untereinander verbunden und verfügten über mehrere Notausgänge.

Spätestens mit dem Einzug des Ministeriums für Staatssicherheit wurden die Bunkereinheiten getrennt. Türen und Gänge sowie die Notausgänge wurden vermauert. In den ehemaligen Askaniawerken saß jetzt die Abteilung Personenschutz und die Staatseskorte.

Das Ministerium benutzte die einstigen Luftschutzbunker und leichten Schutzräume als Waffenkammern. Die Hauptwaffenkammer befand sich wahrscheinlich auf dem Hof im alten Raspe-Werk, später auch Teil der Askaniawerke.

Gut erhalten haben sich auch die Parkplätze der Eskorte. Praktisch unberührt und nur teilberäumt harren die Räumlichkeiten der Zeit.

Nach den ersten Medienberichten über meine Entdeckungen auf dem Hof der Askaniawerke wurden sämtliche Räumlichkeiten nachgesichert.

Wer hier gearbeitet hat, wird von mir ermutigt sich zu melden und seine Geschichte zu erzählen.

Nutzen Sie den Link zum 360° Panorama, egal ob mit der VR-Brille oder mit dem Handy. Erkunden Sie bequem von zuhause das Areal.

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Hier finden Sie dutzende nutzbare Panoramen zum Beispiel von Kirchen, Parks, Schulen und historischen Anlagen auf dem Gebiet von Pankow. Fliegen Sie mit uns vom Arkenberge bis zum Mauerpark in einem 360° Erlebnis.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann, Guido Kunze, Pankowerchronik

MfS-Nachrichtenbunker Arkenberge, Teil 2

Bereits 2018 habe ich über den MfS-Nachrichtenbunker am Kiessee Arkenberge berichtet. Damals war das gesamte Grundstück zugewuchert und der Bunker selbst stand unter Wasser.

Seit Februar 2025 wird das Grundstück von Mitarbeitern der Firma HEIM Recycling, die auch Eigentümerin der ehemaligen Deponie Arkenberge ist, beräumt.

Bei der Erkundung 2017 wurde nur der Bunker gefunden. Nachdem die Firma HEIM die komplette Vegetation vom Grundstück entfernt hatte, tauchten jetzt auch eine Garage für das Einsatzfahrzeug sowie Reste eines winzigen Gebäudes auf.

Auch die eigentliche Grundstückseinfahrt tauchte plötzlich wieder auf. Im ersten Beitrag von 2018 wird der Fernmeldebunker vom Typ SH-1 als Schalthaus der Abteilung N Berlin-Pankow genau beschrieben.

Der Fernmeldebunker wurde vom VEB SHB 2 gebaut. Neben dem MfS-Bunker aus den 1970er Jahren befinden sich in unmittelbarer Nähe zwei weitere Luftschutzbunker aus dem Deutschen Reich.

Die Luftschutzbunker sind bereits mit Kompost abgedeckt. Bei den Baggerarbeiten am Schalthaus N kommen gerade allerlei Bodenfunde zutage, die einst technisches Interieur der Anlage waren.

Nachdem mir 2018 nur einige Aufnahmen vom Bunkereingang und den drei Räumen gelangen, wollte ich die Chance, die sich 2025 durch die Baggerarbeiten ergab nutzen und das gesamte Grundstück mit seinen historischen Resten dokumentieren.

Auch in den Bunker selbst sollte es noch einmal gehen. Während ich 2018 noch eine Watthose brauchte, um nicht nass zu werden, lag der Bunker inzwischen trocken. In den 7 Jahren hatte sich hier außer dem zurückgegangen Wasser nicht viel getan.

Die Relaisstation in Raum 1 war genau so wie die Schaltstelle in Raum 2 nicht angetastet worden. Kein Wunder, das Schalthaus war von Hause aus schon versteckt. Zusammen mit der Vegetation konnte man, selbst wenn man zwei Meter davor stand, nicht ahnen, was sich hinter dem Grün verbarg.

Auf dem Grundstück selbst verschwindet in den nächsten Tagen alles Historische. Ich hoffe, dass der kleine Fernmeldebunker nur zugeschoben und nicht abgerissen wird. Dann bleibt er als kleine Zeitkapsel für nächste Generationen erhalten.

Du interessiert Dich für Bunker? Dann schaue Dir auch meine anderen Beiträge an. Zum Beispiel Der Lunabunker oder Die Bunker in der Schönholzer Heide. Das Deutsche Reich? Dann Schau Dir die Weltkriegstellung am Falkplatz im Mauerpark Berlin an oder das vergessene Soldatengrab in der Grellstraße an.

Videolink: Teil 2 von 2025 im trockenen Bunker

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Videolink: Teil 1 von 2017 im überschwemmten Bunker

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Videolink: Luftaufnahme März 2025

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Panoramalink zu FB: 360° interaktives Panorama vom Kiessee und Arkenberge. EIN MUSS!!!

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Autor: Christian Bormann

Foto: Christian Bormann, Marvin Fleischer,

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

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Wie das alte Sporthotel Weißensee Teil des Sportforum Berlin Hohenschönhausen wurde.

Das damalige Sporthotel Weißensee wurde 1960 bis 1962 auf Anweisung des Ministeriums des Inneren und dem Ministerium für Staatssicherheit als Erweiterung für die Sporthalle des SC Dynamo gebaut.

Die Sporthalle für den SC Dynamo enstand schon 1958 als Teil des Gesamtensembles Sportforum, das Arbeitskollektiv wurde geleitet von Walter Schmidt. Als Vorzeigeanlage des DDR-Sports wurde die Sporthalle unter Anwesenheit von Walter Ulbricht am 25. Januar 1958 eingeweiht.

Das Sporthotel Weißensee gehörte als Erweiterung ab 1962 zur Anlage Sport- und Kongresszentrum Berlin der DDR zum Sportforum Berlin. Neben dem rechteckigen Plattenbau, in dem die Hotelzimmer untergebracht waren, gab es über die Rezeption, die im würfelförmigen Haupteingang am Weißenseer Weg lag einen Übergang zum Restaurant und Kongresszentrum.

Das Kongresszentrum mit seiner auffälligen geometrischen Architektur beherbergte neben dem Restaurant auch eine Großküche, Kinosaal, Konferenzräume und zahlreiche andere kulturelle Angebote rund um den Sport.

Inzwischen ist das Sporthotel nach Jahrzehnten gar nicht mehr als Sporthotel Weißensee, sondern nur noch als Sportforum Berlin oder Sportforum Hohenschönhausen bekannt.

Ähnlich wie bei dem Sport- und Erholungszentrum SEZ an der Landsberger Alle wurde auch diese Immobilie von der öffentlichen Hand abgestoßen und unter Investoren herumgereicht.

Während sich Teile des SEZ noch im Wachkoma bis heute erhalten haben, ist das Sporthotel schon seit zwei Jahrzehnten Geschichte. Die Pläne der Investoren waren groß. Sogar Drillingshochhäuser wollte man hier 2011 errichten.

Aus dem Abriss 2015 wurde auch nichts, dafür hat die Immobilie hat seit 2023 wieder einen neuen Besitzer. Dieser plant, hier Wohnungen zu errichten.

Die Immobilie ist heute vom Sportforum Berlin ausgegliedert. Während die Zukunft des Grundstücks trotz neuer Pläne in den Sternen steht, bemüht sich der Berliner Senat um eine Aufwertung der Gesamtanlage Sportforum Berlin und hatte hierfür schon 2021 einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Vom Sport- und Kongresszentrum ist heute kaum mehr geblieben als eine schaurige Lost Place-Kulisse. Viele Menschen verbinden Erinnerungen mit diesem Ort. Geschichten, die schon oft erzählt wurden und jene, die noch darauf warten von Zeitzeugen, die hier zu Besuch waren oder arbeiteten erzählt zu werden.

So erfuhr ich, dass mein Opa damals mit seiner Brigade für die Installation der gesamten Telefon- und Nachrichtenanlage zuständig war. Im Keller soll sich eine Bäckerei befunden haben, so schildert es einer der Zeitzeugen. Wenn sie als Kinder vom Sport kamen und am Gebäude vorbei liefen, gab es schonmal ein paar warme Schrippen für die Kinder durchs Kellerfenster auf die Hand.

Ich war als Erwachsener das erste Mal 2014 mit meinem Bekannten Nick im Sporthotel. Damals war die Einrichtung zwar schon stark beschädigt aber noch zum größten Teil erhalten. Die Hotelzimmer waren noch eingerichtet und auch im Kongressanbau waren Böden, Decken und Wände erhalten geblieben. Viele Möbelstücke und Interieur waren vor Ort zurückgeblieben.

Damals konnte ich noch einen Aktenbestand in den Trümmern der Einrichtung retten. Die Unterlagen reichten von Einkaufslisten und Dienstplänen für das Restaurant bis hin zu Lageplänen des Gebäudes. Während wir uns also mehrere Stunden durch das Gebäude fotografierten, versuchten wir noch die Funktionen der einzelnen Räumlichkeiten zu erkennen.

Die Hotelzimmer waren mit Ihrer Einrichtung noch gut zu erkennen, abgesehen von vergilbten Gardinen und der abgeplatzten Deckenfarbe, die die alten Möbel überzog, glich die Einrichtung noch sehr dem Original bei der Eröffnung .

Auf den Fotos von Ulrich Kohls, die zwei Jahre nach der Eröffnung entstanden, sind die Hotelzimmer mit ihrer ursprünglichen Einrichtung noch zu sehen. Bei meiner Begehung 10 Jahre später ist der Hotelbau schon teilweise entkernt.

Über die Rezeption im Eingangsbereich geht es zum Übergang ins Kongresszentrum. Hier hat ein Brandstifter ganze Arbeit geleistet. Die Anlage weist mehrere Brandherde auf, aber nirgends zeigt sich das ganze Ausmaß der Brandstiftungen so deutlich wie im Gebäudeübergang.

Der Aufgang zum Restaurant ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das Dach ist unter dem Feuer eingestürzt, zwischen verbogenen Metallgeländern wachsen die ersten kleinen Bäume Richtung Himmel. Übriggeblieben ist nur noch der Treppenaufgang zum Restaurant.

Die Räumlichkeit des Hotelrestaurants ist als solche erhalten geblieben, jedoch ohne jegliche Einrichtung. Auf den Fotos von Ulrich Kohls ist auch der 60er Jahre-Charme des recht einfach ausgestatteten Restaurants zu erkennen.

Der heutige Rohbau ließ nicht mehr viel von seinen zahlreichen Funktionen erkennen, aber einige Bereiche sind dennoch unverwechselbar. So ging ich über die große Steintreppe, die sich mittig im Eckbau befindet, in den zweiten Stock. Während im 1. OG noch Deckenpaneele und einige Wandverkleidungen vorhanden waren, schien das 2. OG fast gänzlich entkernt.

Zu meiner Überraschung war nicht das gesamte 2.OG entkernt. Teile der Großküche existierten noch und nicht nur die. Bei der Begehung 2014 mit Nick hatten wir in der Großküche eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.

Der Raum der zur Küche gehörigen Ausgabe war in der Mitte geteilt und der Zugang von der Küche aus vergittert. Das  haben wir uns damals genauer angeschaut und waren überrascht, als wir eine Waffenkammer entdeckten. Es war die Kulisse einer Sat.1 Produktion aus den 1990er Jahren.

Dennoch war es kein alltäglicher Anblick, hinter der Essenausgabe eine vermeintliche Waffenkammer in der Großküche zu finden. Sinn ergab das schon, so wäre im Notfall die Essenausgabe zur Waffenausgabe geworden. Die Staatssicherheit hatte auch hier hin und wieder internationale Gäste zu schützen.

Noch größer war meine Überraschung aber, dass die Kulisse der Waffenkammer 2024 immer noch so erhalten war wie 2014. Trotz aller Zerstörung ringsum war der kleine Raum wohl uninteressant für Randalierer und deswegen verschont geblieben.

Ich war mir anfangs nicht einmal sicher, ob ich die Kammer noch finden würde angesichts des schlechten Zustands des Gebäudes. Die Gittertüren in der Küche waren aber nicht zu übersehen.

Von der Ausgabe der Großküche ging es weiter in den Kinosaal oder besser Vorführsaal. Komplett zerstört ließ er sich dennoch gut erkennen. Abgesehen von seiner Größe ist die Rückseite der Leinwand noch zu erkennen.

Neben den Aufbauten der Leinwand sind auch große Teile der Saalverblendung, hinter denen sich die Technik befand erhalten geblieben. Ein Blick zur Decke hinauf lässt den Vorführraum erkennen.

Eine Stahltreppe fürt hinauf zum technischen Herzen des Vorführsaals. Auch dieser ist in Gänze zerstört. Schaltschränke sind zerschlagen und  umgeworfen. Am Boden liegen Schallschutzmatten zertreten herum und an der Wand kündigt ein Poster noch Kultur von 1992 an.

Der Blick vom Vorführraum in den Saal lohnte den Aufstieg. Von hier aus konnten Techniker über Stahltreppen hinter die Saalverblendung.

Der Abriss wurde oft angekündigt und deshalb hier nochmal dokumentiert. Die Waffenkammer ist eine von vielen Geschichten, die wie das Gebäude selbst und die Menschen die ihm einst Leben einhauchten auch irgendwann Geschichte sind.

Für die interaktiven Panoramen benötigen Sie ein Facebook-Zugang.

360° interaktives Panorama 1:

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360° interaktives Panorama 3:

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Da kiekste wa?

Hier kommt noch mehr…

Video/Luftaufnahmen vom Sport- und Kongresszentrum:

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze, Ulrich Kohls 1964 Bundesarchiv,

Die Waffenkammer und der Munitionsbunker der DDR-Regierungseskorte in Weißensee

Hinter dem roten Backsteinbau Berliner Allee, Ecke Liebermannstraße steht noch ein unscheinbares Verladegebäude der Raspe-Werke, bewacht von einem alten BT-6 Postenturm. Bei dem zweistöckigen Gebäude mit Keller und Gleisanschluss an die Industriebahn handelt es sich um einen Teil des Apparate-Werkes Carl Otto Raspe. Das kleine Fabrikgebäude wurde schon 1939 errichtet, hier begann die Rüstungsproduktion.

Raspe schloss 1941 einen Rüstungsgütervertrag mit dem Deutschen Reich. Im Anschluss bekamen die Brüder Hans und Carl Otto Raspe einen Kredit der Bank der Deutschen Luftfahrt AG. Sie mussten schnell expandieren, der gesamte L-förmige rote Backsteinriegel Berliner Alle Ecke Liebermannstraße wurde 1941 als Erweiterung der Raspe-Werke nach den Plänen von Richard Schubert für die Kriegsgüterrüstung gebaut. Heute ist der Gebäudekomplex unter dem Namen Askania-Werke am geläufigsten.

Denn ab 1943 wurden die ausgebombten Askania-Werke in den Raspewerken untergebracht. Beide Betriebe arbeiteten jetzt fast ausschließlich an der Fluginstrumentenfertigung. Kurz nach Kriegsende, im August 1946 zieht die SAG „Sowjetische Aktiengesellschaft in Deutschland“ in das Werk ein und übergibt es 1953 dem Ministerium für Staatsicherheit.

Während im Hauptgebäude mehrere Polizeidienststellen und das MfS sitzt, kommt dem alten Gebäude an der Industriebahn eine besondere Verwendung zu. Hier hat die Hauptabteilung Personenschutz die Motorradeskorte der DDR-Staatsregierung und das Wachbataillon untergebracht. Im Keller befinden sich die Raumschießanlage, die Waffenkammer und der Munitionsbunker.

Die Aufgaben der Regierungseskorte und des Wachbataillons waren zahlreich. Vom einfachen Objektschutz durch das Wachbataillon über die mobile Sicherung von Regierungsmitgliedern bei Veranstaltungen oder Reisen bis hin zum Schutz der Siedlung Wandlitz fiel vieles darunter. Nicht zufällig lag das Objekt an der Protokollstrecke nach Wandlitz. Während das Hauptgebäude an der Liebermannstraße schon seit Ewigkeiten saniert ist, hat sich auf dem Hof das alte Raspe-Werksgebäude am Gleis der Industriebahn erhalten.

Die Nordseite des Gebäudes ist noch von der Werksmauer umgeben und die Einfahrt heute zugewachsen. Der Gleisanschluss samt Prellbock aus den 1940er Jahren ist ebenso erhalten wie der 1970 vom Ministerium für Staatsicherheit errichtete Postenturm auf der alten Werksmauer. Selbst ein Teil der Signaldrahtanlage aus den 1970ern steht noch komplett erhalten auf ihr.

Eine unscheinbare Stahltür hinter Büschen war der einstige Werkseingang, dahinter befindet sich das Treppenhaus, heute der unscheinbarste Teil des Objekts, aber auch der am besten erhaltene.

Vom Hof der ehemaligen Askania-Werke aus gibt es eine Zufahrt für die Motorradeskorte in die im Keller gelegene Kraftradhalle. Ein paar Meter weiter an der Rückseite befindet sich der gesonderte Personenzugang der Eskorte und dahinter der Durchgang zum Schießstand, genauer gesagt zur Raumschießanlage, dem sogenannten Tunnel.

Ulbricht, Grotewohl und Chruschtschow auf der Protokollstrecke Ossietzkystraße zum Schloss Niederschönhausen, geschützt von vom Ministerium für Staatsicherheit Hauptabteilung Personenschutz, Motorradeskorte, Mai 1960

Von hier aus wollen wir unseren kleinen Rundgang durch die vergessene Waffenkammer und den Munitionsbunker starten. Als erstes geht es etwa zwei Meter die Treppen nach unten zur noch eingerichteten Umkleidekammer. Der Zahn der Zeit und das ständig eindringende Grundwasser haben die Holzeinbauten zusammenfallen lassen.

Umkleideschränke, Zugang zum Tunnel, Mai 2023

Das Tor der Eskorte, von hier aus geht es zum Tunnel der Raumschießanlage. Die meisten Einbauten wurden schon entfernt, der Verwendungszweck als Schießstand ist aber noch gut zu erkennen. Auf dem Boden liegen einige verkohlte Brandreste. Am Ende des Tunnels befindet sich eine Schleusentür zur Waffenkammer.

Im gesamten Keller riecht es modrig, kalt zieht es durch die Schleusentür als ich die Waffenkammer betrete. Unglaublich, die Waffenschränke, Tresore und Regale stehen alle noch an Ort und Stelle. Hier ist die Zeit vor 30 Jahren stehen geblieben, genauer gesagt am 23. Juni 1990. Zwanzig Vertreter des Runden Tisches Weißensee, darunter der Ingenieur Gert Schilling, später Bürgermeister von Weißensee, forderten Einlass in das Objekt des Ministerium für Staatssicherheit.

Der wurde Ihnen auch gewährt, was sie fanden, war unglaublich. Mitten im Wohngebiet stießen sie auf acht Waffenkammern und einen Munitionsbunker. Eine der Waffenkammern sowie der Munitionsbunker sind bis heute hier im alten Teil des Raspe-Werks erhalten geblieben.

Die rauen Mengen an Waffen und Munition waren schier unglaublich.

  • 4000 Handgranaten
  • 145 Panzerfäuste
  • 1089 Gewehre
  • 35 Scharfschützengewehre mit Zielfernrohr
  • 15 Maschinenpistolen
  • 1335 Pistolen

Die Zahl der Mitarbeiter des Wachbataillons Abt. Objektschutz wird auf 300 bis 800 geschätzt, die Eskorte soll bis zu 40 Mitarbeiter gehabt haben. Die Waffenkammern und der Bunker wurden unter Aufsicht eines Bürgerrates 1990 abtransportiert.

In das Hauptgebäude an der Berliner Allee Ecke Liebermannstraße zogen 1990 das Bezirksamt und das Finanzamt ein. Das kleine Werksgebäude Neumagener Straße samt Waffenkammer und Munitionsbunker fiel in den Dornröschenschlaf. Hier stehen sie bis heute und rosten vor sich hin. Schwere Tresore und Waffenschränke. In mehreren Räumen befinden sich Schwerlastregale für Waffen und Zubehör.

Eine schwere Gittertür fällt sofort auf. Dahinter befindet sich ein kleiner Flur mit mehreren Kammern, die mit Schleusentüren versehen sind. Es handelt sich um den Munitionsbunker. Hier lagen zeitweise bis zu 4000 Granaten.

Munitionsbunker, Mai 2023

Der Zugang zum Treppenhaus ist in Sichtweite. Dem Treppenhaus vorgelagert sind Mannschaftshygieneräume mit Toiletten und Waschhalle. Der gute Erhalt erklärt sich wohl aus der schlechten Nutzbarkeit wegen eindringendem Grundwasser und dem Denkmalschutz der Raspe-Werke.

Der Kraftradhalle ist noch ein Raum vorgelagert. Ich traue meinen Augen kaum, als ich über die Steuerunterlagen mehrerer Tausend Berliner stolpere. Ganz unbekannt ist mir der Anblick nicht. Bereits 1998 hatte ich als Jugendlicher Akten aus den verwaisten Werksgebäuden an der Liebermannstraße gesichert. Aber nach über 30 Jahren noch Steuererklärungen vom damals hier ansässigen Finanzamt zu finden, war eine Überraschung.

Es handelt sich um Steuererklärungen aus allen Bereichen aus den Jahren 1980 bis 1989 Berlin-Ost. Wahrscheinlich hat das Finanzamt in der ehemaligen Kraftradhalle der Eskorte Aktenbestände vor Ihrer Vernichtung gelagert. Warum diese hier einen Raum weiter liegen blieben, ist nicht bekannt.

Die Kraftradhalle ist in einem guten Zustand und wird als Hausmeisterwerkstatt für das ehemalige Askania-Werk genutzt. Hier haben heute viele Künstler ihre Räumlichkeiten.

Von den Einbauten der Kraftradhalle ist heute noch die Abgasentrauchungsanlage erhalten geblieben. Ebenerdig sollte sie die Abgase der ein- oder ausfahrenden Motorradeskorte absaugen, um Vergiftungen zu verhindern.

Die Kraftradhalle hat eine eigene Kellereinfahrt für die Motorradeskorte, durch diese verlasse ich das alte Raspe-Werk wieder auf den Hof der ehemaligen Askania-Werke.

Einfahrt in die Kraftradhalle der Eskorte, Zufahrt Hof Askania-Werk, Mai 2023

Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich und gut gesichert. Bleibt zu hoffen, dass diese gruselige Zeitkapsel noch lange erhalten bleibt.

Informationen zu Hans und Carl Otto Raspe Apperatewek Weißensee Rüstungskredit:

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/YEIFII3FOM3HEYQI32LGDMGEPN6LRBTK

Informationen zu Objektem, Mitarbeitern und Funktionen des Ministerium für Staatsicherheit:

http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/BStU_MfS_BV-Berlin_AKG-PI-Hhsch/index.htm?kid=f6d9271c-5622-43d6-be4d-3b62d26dd38d

Link: 360° interaktives Panorama:

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Autor: Christian Bormann

Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann, Guido Kunze, Bundesarchiv

Quellen: Berlin Pankow aus der Orts und Baugeschichte, BstU, Deutsche Digitale Datenbank

Der MfS-Postenturm in Weißensee

Wir befinden uns in der Neumagener Straße 33, zwischen dem alten Askania-Werk und dem Gebäude vom VEB Stern-Radio Berlin. Zwischen den zwei großen, altehrwürdigen und bekannten roten Backstein-Werken befindet sich ein Verladegebäude mit Gleisanschluss zu einer Seite und LKW-Laderampe zur anderen.

Ein unscheinbares altes Wellblechtor, vor dem sich von Moos überwachsene Betonplatten und Gleisreste befinden, ist der Eingang zu einem ganz besonderen Lost Place. Hinter dem Tor befindet sich ein alter MfS-Postenturm.

Im Sommer durch die üppige Vegetation kaum zu sehen, bietet sich dem Betrachter im Winter ein ganz anderer Anblick. Glaubt der Laie doch, hier vor einem Grenzwachturm der DDR zu stehen. In Weißensee?

Weit gefehlt! Der Wachturm vom Typ BT6 wurde nicht nur zur Grenzsicherung eingesetzt. Er war viel mehr der Standardbausatz seiner Zeit und sollte ab 1969 die Holzwachtürme ersetzen. Die Grenzwachtürme sind in Erinnerung geblieben und so werden sie oft sofort mit der innerdeutschen Staatsgrenze in Verbindung gebracht. Beim Typ BT6 handelt es sich noch um eine der ersten Varianten eines Wachturms. Der Turm bestand aus Betonringen und einem Aufsatz, der je nach Größe des Ausgucks um mehrere Betonwaben erweitert werden konnte.

Zum Vergleich, der fast gleiche Typ,  wie er am Stasigefängnis Hohenschönhausen zu finden ist, hat größere Betonringe, davon noch mehr, um Höhe zu gewinnen und auch die Turmkuppel hat mehr Seitenwaben und ist somit um einiges größer. Der Postenturm Neumagener Straße ist denkmalgeschützt und Baujahr 1970. Wie kommt der Turm aufs Werksgelände und was bewachte der Posten?

Der Turm überwacht die alte Güterverladehalle und den Werkshof der ehemaligen Askania-Werke. Das Askaniahaus und die Erweiterung, Berliner Allee, Ecke Liebermannstraße wurden 1939 auf Geheiß der Luftfahrtindustrie gebaut. Mit der Eroberung Berlins durch die Siegermächte wurde das Askania-Werk von den Sowjets beschlagnahmt. Ab 1953 zog das Ministerium für Staatssicherheit mit der Hauptabteilung für Personenschutz in das Objekt ein. Umliegende Gebäude wurden teilweise von der Polizei genutzt.

Die Hauptabteilung Personenschutz hatte bis zu 3800 Mitarbeiter. Ihr Aufgabenbereich lag im Schutz der Staatsführung, ihrer Gäste und der Absicherung von Auslandsaufenthalten der Regierungsangehörigen. Das Gelände im Norden von Weißensee hatte nicht nur die benötigte Größe, es lag auch noch günstig für Einsatzkräfte auf der Protokollstrecke nach Wandlitz.

Protokollstrecke Ossietzkystraße, Ulbricht und Grotewohl mit Staatsgast Chruschtschow, 19. Mai 1960

Im Gebäudekeller befand sich die bis heute erhaltene Waffenkammer und die Eskorte, gleich darüber saß das Wachbataillon. Das Gelände muss in den 1980er Jahren einer Festung geglichen haben. Nicht nur der Postenturm weckt Erinnerungen an die Berliner Mauer.

Beim genauen Hinschauen ist eine einzelne Leitersprosse auf der Mauer zu erkennen. Unglaublich, es ist die baugleiche Signaldraht-Meldeanlage wie auf der innerdeutschen  Staatsgrenze. Die Drähte sind weg aber der komplette technische Aufbau ist original erhalten.

Während der Hof zwischen den ehemaligen Askania-Werken und der Güterhalle jetzt eine Künstlerstadt beherbergt, erinnert außer einer großen DDR-Wagenhalle an der Einfahrt Neumagener Straße nichts mehr an den Hochsicherheitsbereich des MfS. Anders verhält es sich hinter dem Güterschuppen auf der Bahnsteigseite,hier haben viele bauliche Zeitzeugen die Zeit überdauert. Angefangen vom Postenturm, über das Verladegleis bis hin zur Signal-Meldeanlage haben sich hier sicher noch mehr Fundstücke erhalten.  

Das Gelände ist öffentlich nicht zugänglich und wer einen Blick auf den Turm werfen möchte, tut das am besten im Winter, dann ist er von der Neumagener Straße aus zu sehen. In weitaus besseren Zustand sind die Wachtürme am Stasigefängnis Hohenschönhausen. Wer sich für die Thematik interessiert, kann hier eine Führung buchen.

Nächsten Samstag nehmen wir Euch mit in die MfS Waffenkammer Weißensee. Trau Dich. Abonniere uns. Keine Newsletter, kein Spam!

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann

Luftaufnahmen: Guido Kunze, Christian Bormann

Der MfS Nachrichtenbunker am Kiessee Arkenberge

Nur wenige kennen den heute noch zugänglichen Fernmeldebunker der Staatssicherheit am Kiessee. Kein Wunder war er doch als geheim eingestuft und entging damit bei Abwicklung der Deutschen Demokratischen Republik seiner Zerstörung.

MfS Schalthaus der Abteilunge N bei Berlin Pankow 23.02.2018

Der kleine dreiräumige Fernmeldebunker vom Typ SH-1 ist einer von drei Bunkern am Fuße des Arkenberge bei Pankow. Das MfS betrieb hier das Schalthaus der Abteilung N bei Berlin Pankow.

Relaisstation SH-1 Arkenberge

Bei dem kleinen Bunker handelte sich um eine Schaltstelle für geheime Regierungsaufgaben. Es ist eine recht kleine Version des Typ SH-1 die Abmaße betragen gerade einmal 8,5×4,5m. 

Schaltraum SH-1 Arkenberge

Das Grundstück bildet die linke Spitze der kleineren südlichen KGA Arkenberge und befindet sich nur wenige Meter enfernt vom Ufer des Kiessee. Betrieben wurde der Bunker vom Ministerium für Staatssicherheit.

Relaisstation SH-1 2018

Der Bunker ist aus den Anfängen der 70.er Jahre. Bauherr war das MfS selbst. Zuständig für solche Sonderbauten war die Abteilung VEB SHB2. Vermutlich wurde die Anlage von zuvor in der KGA Arkenberge installierten Stasimitarbeitern die sich als Kleingärtner ausgaben bewacht.

Raum 1 Relaisstation SH-1 2018

Zum Bunker gehörten die Fernmelderelais und auch ein Funkmast. Auf den Luftaufnahmen vom Grundstück ist das Fundament des Funkmast noch zu sehen. 

Zugang zum Schaltraum und der Empfangs- u. Sendeankage

Raum 1 beherbergt die Relaisstation, im Nachbaraum 2 befindet sich die Schaltstelle mit Verbindung zum Sende- und Empfangsmast.

Luftbild 2018, Schalthaus der Abteilung N bei Berlin Pankow

Beim erkunden des Kartenmaterials stießen wir auf eine alte DDR-Karte. Hierbei fanden wir 2 weitere Funkmasten und die Besonderheit der umgenutzen Gesamtanlage.

Lagekarte 1972 Schalthaus SH-1 der Abteilung N bei Berlin Pankow 

Die Kleingartenkolonie Arkenberge teilt sich in den kleinen südlichen Teil direkt am Kiessee, hier stand SH-1 und den großen nördlichen Teil, hier befanden sich an der Hauptstraße zwei weitere Fernmeldemasten.

Lagekarte 1972, kurzzeitig umgenutzte Luftschutzbunker von 1940

Im Gegensatz zur kleinen Schaltstelle SH-1 die vom MfS errichtet wurde, handelt es sich an der Hauptstraße um Bunker aus dem Dritten Reich. 
Sie dienten seit 1940 als Luftschutzbunker dem Schutz der Anwohner und sind auf zahlreichen Karten verzeichnet.

Lagekarte 1989, Luftschutzbunker an der Hauptstraße von 1940 

Das MfS nutze hier vermutlich kurzzeitig die bereits  aus dem Weltkrieg vorhandene Luftschutzanlage bestehend aus beiden Bunkern. 

Luftaufnahme 1956, Luftschutzbunker Hauptstraße KGA Arkenberge

Die Anlage an der Hauptstraße existiert heute noch. Sie ist aber bereits mit Kompost und Mutterboden überschüttet und nicht zugänglichen.

Luftaufnahme 2018, zugeschüttete Luftschutzbunker Hauptstraße KGA Arkenberge

Der Zustand der Schaltstelle 1 am Kiessee ist eher schlecht. Grundwasser ist eingedrungen und die Bunkerkonstruktion ist schon gerissen. 

Panorama Kiessee Arkenberge

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Autor: Christian Bormann, 25.02.2018

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze, historisches Kartenmaterial