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Weltkriegsbunker der Wäscherei IDE Berlin Weißensee

In der Liebermannstraße 24 bis 28 steht heute noch das Atelier der Vitascope Filmfabrik. Gebaut 1912 bis 1913 war es die größte Filmfabrik in Deutschland.

Mit dem aufkommenden Tonfilm in den 1920er Jahren konnten die Studios in der damaligen Franz-Joseph-Straße nicht mithalten und wurden nach nur wenigen Jahren geschlossen. Ende der 1920er siedelten sich in der alten Filmfabrik die IDE-Wäscherei und Färbereien an.

Die Wäscherei IDE saß jahrzehntelang erfolgreich auf dem Grundstück, bis sie wie viele andere Wäschereien in den VEB REWATEX überging und vom Privat- zum Volkseigentum wurde.

Zurück zu IDE und in den zweiten Weltkrieg. Die alten Filmgebäude erlitten im Bereich der Hallen, vor allem aber an der Fassade zur Liebermannstraße große Bombenschäden.

Der Originalbau hat geschwungene Jugendstilzüge mit gerundeten Oberlichtern, wohingegen die wiederaufgebaute Fassade im völligen Gegensatz einen geometrischen Bauhausstil imitiert.

Während der Recherche zu den noch erhaltenen Resten der Filmfabrik und der Wäscherei bin ich hinter den Hallen auf eine Betonkante mit Erdloch gestoßen.

Beim Nachschauen entdeckte ich den Teil einer Notausstiegsklappe. Meine Neugier war wieder geweckt. Den Bunker einmal durch das Gebüsch abgesucht, fand ich den vermauerten Eingang. Zu meinem Glück war er teilweise aufgebrochen.

Es war bereits dunkel geworden, also Stirnlampe aus dem Auto geholt und ab durch die kleine Öffnung ins Innere der Zeitkapsel.

Unter der Wäscherei IDE befanden sich bereits leichte Luftschutzräume mit den entsprechenden Normeinrichtungen, Luftschutztüren etc.

Einem direkten Treffer durch eines der Hallenbäder hätte die Anlage aber nicht standhalten können und so legte die Firmenleitung einen ausgelagerten, versteckten Erdbunker hinter den Hallen an.

Die Stahlbetondecke misst 1,5 bis 2 Meter. Durch das Loch ins Innere geklettert habe ich Mühe, mich auf der verschütteten Treppe hinab zu halten. Der Zugang ist extrem schmal gehalten.

Ich bin gespannt, was mich um die Ecke erwartet. Es ist ein einziger zentraler Schutzraum für schätzungsweise 20 bis 30 Personen. Der Bunker scheint auch keiner Norm zu entsprechen, sondern zeugt vielmehr von der Not, in der er hier errichtet wurde.

Im Inneren ist noch einiges zu finden. Abgesehen von zwei völlig verwitterten Kisten, oder vielmehr ihren Resten, steht noch ein einfaches Holzregal für Konserven  im Schutzraum.

Einweckgläser aus den 1940er bis 1980er Jahren, Textilreste der REWATEX sowie Kunststoffmüll der Nachwendezeit, der durch die leicht geöffnete Notausstiegsluke geworfen wurde.

Der Bunker ist sicher keine historische Sensation, er erzählt aber, verborgen hinter der sichtbaren und historisch geschätzten Fabrik, ein weiteres, eben so reales deutsches Stück Geschichte.

Nach dem Fotografieren des Weltkriegsbunkers wird es Zeit für frische Luft. Ich steige über eine blaue Mülltüte aus der mich ein DDR Kinderspielzeug anschaut. Es ist ein kleiner Plüschhase.

Zusammen mit anderen Textilien war er wohl bis zur endgültigen Betriebsaufgabe der REWATEX Wäscherei nicht abgeholt worden und kurzerhand in den Müll gewandert. Wie diese eine Tüte den Weg in den Bunker gefunden hat?

Reste von Textilien finden sich auch auf der Stufe des Notausstiegs, lange der einzige Weg ins Innere.

Beim Hinausklettern über die verschüttete Treppe fällt mir auf, dass die Wände links und rechts eine grüne Beauflagung haben, die ich so intensiv noch nie gesehen habe.

Der alte Welkriegsbunker wird umgehend wieder geschlossen und ein Betreten des Grundstück ist nur den Mietern erlaubt.

Was es zu sehen gibt, ist hier ganz gut dokumentiert. Der Artikel selbst stellt lediglich eine Erweiterung zu zwei Hauptartikeln dar.

Weitere Hauptartikel sind, „Die Vitascope Film-Fabrik Berlin Weißensee“, „Wäscherei IDE und REWATEX Weißensee“, sowie die Bunker unter den Askanier-Werken.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann

Weltkriegsbunker und Abteilung Personenschutz im Askaniahaus

In den 1920er Jahren befand sich in der Liebermannstraße 75 die Chemische Apparatefabrik Carl Otto Raspe. Die Fabrik benötigte schnell mehr Platz und so ließ Raspe 1939 bis 1941 ein L-förmiges Fabrikgebäude mit drei Etagen und einem siebenstöckigen Verwaltungsturm von Otto Schubert errichten.

Kurz darauf, im Jahr 1943, siedelten sich bereits die ausgebombten Askania-Werke an. Hierauf geht auch der Name Askaniahaus zurück.

Die Werke arbeiteten jetzt fast ausschließlich in der Rüstung. Instrumente und Apparate für die Luftwaffe wurden hier gebaut.

Mit Ende des zweiten Weltkriegs wird das Askaniahaus kurz als Rathaus genutzt, was heute noch gut am Schriftzug über dem Haupteingang zu sehen ist.

Ab 1946 ist das Areal Sitz der Hauptverwaltung der SAG-Betriebe, die Sowjetische Aktiengesellschaft in Deutschland.

Mit der allmählichen Übergabe der Staatsgewalt an die DDR-Organe zieht die SAG aus und das Ministerium für Staatssicherheit zieht in die alten Askaniawerke ein.

Im Gegensatz zur Kugellager- und Werkzeugfabrik Riebe haben die neuen Askaniawerke an der Berliner Allee den Krieg gut überstanden.

Mit dem Mauerfall in der DDR erobern sich Bürgerkomitees und Oppositionelle die alten Liegenschaften der Staatssicherheit, so auch in der Liebermann- und Neumagener Straße.

Viele waren schockiert über die Entdeckungen, die hier gemacht wurden. Mit Übernahme des Grundstücks hatte die Abteilung Personenschutz und die Staatseskorte hier ein überdimensioniertes Waffen- und Munitionslager angelegt.

Auf dem Hof befindet sich neben der erhaltenen Hauptwaffenkammer auch noch die unterirdische Raumschießanlage des MdI.

Seiner Entstehungszeit geschuldet verfügten die Askaniawerke über zahlreiche Schutzräume auf Kellerniveau.

Einige dieser Luftschutzeinrichtungen wurden von der Abt. Personenschutz ebenfalls als Waffenkammern genutzt, da die Schutzräume bereits über Luftschutztüren verfügten und einfach gesichert werden konnten.

Deutlich sind die Spuren der Zeit und die mehrmalige Umnutzung der Räumlichkeiten zu sehen. Immer wieder vermauerte Türen und Durchgänge.

Während die meisten dieser Kellerbunker heute von Künstlern oder kleinen Gewerbetreibenden genutzt werden, sind einige von ihnen noch im Zustand der 1990er Jahre, als die Waffen entfernt und die Räume für Jahrzehnte wieder verschlossen wurden.

In der Nachwendezeit befand sich das Finanzamt im Askaniahaus. Hiervon zeugt noch ein Fund Zehntausender Steuerunterlagen, die in der Waffenkammer der Staatseskorte von mir gefunden worden.

Kaum zu glauben, aber auf dem Hof des Askaniahaus ist die Zeit fast stehen geblieben. In den Kellern und Hofgebäuden sieht man noch die Reste der einstigen DDR.

Das gesamte Areal war ein Hochsicherheitsgebiet und mit Postentürmen gesichert. Geschichtsfreunde wird es freuen zu lesen, dass hier sämtliche Industriebauten denkmalgeschützt sind, soweit das Auge reicht.

Während wir Luftaufnahmen der Askaniawerke, Niles-Werke, der Kugellager-u. Werkzeugfabrik Riebe sowie den Resten vom Sternradio-Werk für neue Geschichten machen, sehe ich, dass eine der ehemaligen Bunkertüren offen steht.

Ich nutze die Gelegenheit gleich, um ein paar Fotos zu machen. Der Keller scheint so feucht zu sein, dass eine Nutzung ausgeschlossen ist. Das gleiche Bild wie in allen Kellern des Areals. Viel Grundwasser, viele Pumpen.

Fast ein Glück, in allen nutzbaren Kellereinheiten sind die Spuren der Geschichte verschwunden, in den unbenutzbaren steht die Zeit seit dem Auszug des Ministeriums für Staatssicherheit still.

Die Mischung aus Denkmalschutz und Unnutzbarkeit der Räumlichkeiten kommt mir hier zugute. Seit 2023 arbeite ich mich durch den Industriekomplex und bin überrascht, wie gut der Denkmalschutz hier gearbeitet hat, aber auch, wie viele ungenutzte und weitgehend erhaltene Teile es gibt, trotz einer so großflächigen Durchsanierung.

Der Keller, den ich betrete, gehört zur den wenigen Ungenutzten unter dem Produktionsgebäude Liebermannstraße. Das Gebäude wurde bei seiner Errichtung mit über einem Dutzend Luftschutzeinheiten im Keller ausgestattet. Diese waren damals noch untereinander verbunden und verfügten über mehrere Notausgänge.

Spätestens mit dem Einzug des Ministeriums für Staatssicherheit wurden die Bunkereinheiten getrennt. Türen und Gänge sowie die Notausgänge wurden vermauert. In den ehemaligen Askaniawerken saß jetzt die Abteilung Personenschutz und die Staatseskorte.

Das Ministerium benutzte die einstigen Luftschutzbunker und leichten Schutzräume als Waffenkammern. Die Hauptwaffenkammer befand sich wahrscheinlich auf dem Hof im alten Raspe-Werk, später auch Teil der Askaniawerke.

Gut erhalten haben sich auch die Parkplätze der Eskorte. Praktisch unberührt und nur teilberäumt harren die Räumlichkeiten der Zeit.

Nach den ersten Medienberichten über meine Entdeckungen auf dem Hof der Askaniawerke wurden sämtliche Räumlichkeiten nachgesichert.

Wer hier gearbeitet hat, wird von mir ermutigt sich zu melden und seine Geschichte zu erzählen.

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Hier finden Sie dutzende nutzbare Panoramen zum Beispiel von Kirchen, Parks, Schulen und historischen Anlagen auf dem Gebiet von Pankow. Fliegen Sie mit uns vom Arkenberge bis zum Mauerpark in einem 360° Erlebnis.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann, Guido Kunze, Pankowerchronik

Schacht zum  Polizeibunker Direktion 1 ÖS 14 in Niederschönhausen

Grumbkowstraße, Ecke Buchholzer Straße befindet sich die einstige Kfz-Stelle der Volkspolizei. Die Gebäude sind heute noch in Gänze erhalten.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Grundstück in mehrere Liegenschaften aufgeteilt. Heute befinden sich hier verschiedene Gewerbe auf dem Hof. Das Verwaltungsgebäude und der Hof zur Grumbkowstraße sowie die Raumschießanlage gehören der BIM (Berlin Immobilienmanagement).

Der große Garagenteil mit Lackiererei zur Buchholzer Straße ist vollständig vermietet. Nichts weist heute darauf hin, dass hier die einstigen langen Limousinen des Innenministeriums der DDR standen. Für die Garagen am Schloss Schönhausen waren sie schlicht zu groß. Bis heute war für die Stiftung Preußische Schlösser ungeklärt, wo die Autos des Ministeriums mit Überlänge untergebracht waren.

Die Staatseskorte in der Liebermannstraße und die Abteilung Personenschutz hatten in Weißensee nur die Motorräder und weitere Einsatzfahrzeuge an der Raumschießanlage und den Waffenkammern zu stehen.

Bevor wir zum Gesamtobjekt Kfz-Stelle der VP als eigenen Beitrag kommen, möchte ich noch die vergessene unterirdische Raumschießanlage und den Luftschutzbunker der Polizei zeigen, da diese sonst im Gesamtkomplex untergehen.

Hinter dem Plattenbau der Volkspolizei-Verwaltung befinden sich gleich mehrere Gullideckel und ein Klappgitter. Die Gullideckel sind aber nicht alle an die Kanalisation angeschlossen. Einer von ihnen führt über Leitersprossen abwärts in einen kurzen Kriechtunnel.

Am Ende befindet sich die unverschlossene Druckklappe in den Luftschutzbunker der späteren Direktion  1 ÖS 14 . Die zwei Bunkereingänge befinden sich jeweils am Kellerende der zwei Treppenaufgänge.

Sie waren mit serienmäßigen Luftschutztüren ausgestattet während im Inneren die Standardpapptüren zu finden sind. Notausgänge gibt es zwei. Zum Ersten der Kriechtunnel auf den Hof des Gebäudes und als zweiter ein Aufstieg bzw Abstieg in den Empfangsbereich der Direktion.

Ich steige in den vermeintlichen Gulli ab und krieche noch einige Meter bis an die Druckschutzplatte des Notausgangs. Für gewöhnlich ist hier Ende, da die Druckschutzeinrichtung oft verschlossen oder die Platte schon enfernt und der Kriechtunnel vermauert wurde. In vielen Fällen wissen nicht einmal die Eigentümer und Verwaltungen von den Notaustiegen am Gebäude.

Im Fall der Direktion Grumbkowstraße ließen sich die Riegel öffnen. Im Schein der Taschenlampe tauchte gleich die Bezeichnung des Objekts in großen Buchstaben an der Raumtür auf, Dir 1 ÖS 14 Wachpolizei. Zur Direktion 1 der Wachpolizei wurde die Kfz-Stelle der Volkspolizei nach dem Mauerfall. Die unterirdische Raumschießanlage soll kurz nach der Wiedervereinigung geschlossen worden sein, während die Wachpolizei das Verwaltungsgebäude noch bis 1994 als Direktion nutzte.

Ich betrete den ersten Raum, es ist feucht und riecht nach Schimmel. An beiden Enden des Flures fehlen bereits die Luftschutztüren. Über die Treppenaufgänge dringt Licht in den ehemaligen Bunker. Ich erkannte, dass es sich um einen vom Ministerium für Inneres gebauten SBW 300 handelte.

Die Deutsche Demokratische Republik baute in den 1960er Jahren eigene SchutzBauWerke in verschiedenen Klassen. Es waren die SBW-100, SBW-120, SBW-150, SBW-300 und der SBW-600. Vom SBW-600 soll es nur einen geben. Er steht als Garage getarnt in der Dresdener Liliengasse.

Der SBW wurde in den 1970er Jahren in leicht veränderter Bauweise gebaut. Die Zahl 100 bis 600 stand für die Kapazität der aufzunehmenden Personen. Mit steigender Zahl änderte sich aber auch die Bauart und Ausstattung, zum Beispiel Stampfbeton, Stahlbeton oder Mauerziegel. Das Ministerium für Inneres nutzte die Bunkerklassen A: SBW-600 und SBW 300 (500mm Stampfbeton oder Stahlbeton), B: SBW- 300 und SBW-600 (300 mm Stampfbeton), C: SBW-100 (490 mm Mauerziegel), Schutzklasse D war für die SBW-120 sowie die Ausweichführungstellen der Bezirke und Kreise vom Typ LP-09.

Unser SBW-300 in der Grumbkowstraße ist mit 6 Trockentoiletten (3 für Frauen und 3 für Männer) ausgestattet. Der 600er verfügt über insgesamt 12 Toiletten. Trockentoiletten bedeuten, es gibt normale Toilettenabteile, statt dem üblichen Abort stehen in den Toilettenzellen jedoch Eimer.

Einige der technischen Einrichtungen sind noch vorhanden. Belüftungsanlage, Brunnen und sogar ein spezieller Wiegetisch stehen noch im Bunker.

In einigen Toilettenzellen stehen noch die unbenutzten Eimer zur Verrichtung der Notdurft. Der Bunker ist mit seinen Einrichtungsgegenständen interessant, aber schnell abgelaufen.

Das von den Treppenaufgängen links und rechts eindringende Tageslicht lockt eine Etage höher in den Empfang der Direktion. Der Plattenbau entspricht dem Standard vieler Ostdeutscher Dienstabschnitte, hier zum Beispiel der Idastraße oder dem Abschnitt 13 Pankow.

Eine Etage höher staune ich nicht schlecht. Im ehemaligen Empfang der Dienststelle steht noch einiges an Einrichtungsgegenständen.

Telefone, Weiterleitungsapparate, Sessel, ein gestohlenener Gauselmann-Spielautomat aber auch Dutzende Tonerkartuschen für die alten Drucker. Keine Verwaltung ohne Toner, hat mir mal einer gesagt.

Wie schon gesagt, ähnelt der Empfang dem des Abschnitt 13 in der Hadlichstraße. Ein seltsames Gefühl das hier die Zeit vor 20 Jahren einfach stehen blieb. Es gab viele Vorschläge das Gebäude zu nutzen. Vom Asylbewerberheim bis hin zu einem Gymnasium war alles dabei.

Was eine Weiternutzung des Gebäudes angeht, wird es wohl keine geben. Über das Dach ist Wasser ins Gebäude eingedrungen und hat sich seinen Weg bis in den Keller gebahnt. Der verbaute Armierstahl ist korodiert und viele Betonplatten sind butterweich.

Es gibt unzählige leere Gebäude in Berlin, Zeitkapseln in dieser Qualität, die 20 Jahre brach liegen, sind für Großstädte heute selten.

Eine alte Scheibe mit der Aufschrift Wachpolizei erregt meine Aufmerksamkeit. Direkt daneben die übrig gebliebene Ecke zur Sicherung der Dienstwaffe.

Nachdem ich das Gebäude für einen Beitrag abfotografiert habe, ist es Zeit, wieder in den Bunker hinunter zu gehen und den Aufstieg in den Hof zu wagen.

Mehrere Stunden habe ich auf dem Gelände der Volkspolizei sowie den Grenztruppen verbracht. Mit zwei unterschiedlichen Zeitzeugen, jeweils einen zu jedem Grundstück wird das ganze Areal noch in diesem Jahr vorgestellt.

Weitere Bunkerbeiträge finden Sie unter Lunabunker, Luftbeobachtungsbunker Helios Klinikum oder Private Bunker in Pankow.

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann 

Link zum Einstiegsvideo:

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Folgeartikel der WELT zum 36. Jahrestag des Mauerfalls:

DDR-Relikt in Berlin: „Hier blieb alles zu. Die Leute haben Angst, von ihrer Arbeit zu erzählen“ – WELT https://www.welt.de/geschichte/article69085c9fc7e1bb1f164e47d3/ddr-relikt-in-berlin-hier-blieb-alles-zu-die-leute-haben-angst-von-ihrer-arbeit-zu-erzaehlen.html

Der gezeigte Gullideckel ist nicht der Einstieg. Zum Schutz von Minderjährigen wird der Richtige nicht gezeigt. Christian Bormann

Luftbeobachtungsbunker Klinikum Berlin-Buch

Im Juni 2025 hatte ich das Vergnügen einer Rücken-OP im Klinikum Buch. Ziemlich angeschlagen nach der OP machte ich einen der ersten Spaziergänge ums Krankenhaus. Ein paar der benachbarten Hoffmannbauten wollte ich mir anschauen. Und siehe da – kein Fußweg ohne Bunker. Was für eine Freude. Eine willkommene Ablenkung von den Schmerzen.

Beim Luftschutzbunker an der alten Lungenklinik handelt es sich nicht um Luftschutz im Sinne von Einschlagschutz. Im Gegensatz zu Anlagen wie dem Lunabunker, MfS Nachrichtenbunker Arkenberge, der Ausweichführungstelle oder Privatbunkern in Pankow stellen diese B-Stellen eine Besonderheit dar und ihre Funktion wird oft falsch gedeutet.

Die Bauwerke der B-Stellen standen in allen Landkreisen. Es waren Zivilschutzeinrichtungen zur Luftüberwachung. Von hieraus sollten die Einschlagstellen von Atomwaffen noch während des Anflug eingelesen werden.

Es gab Auswertungs- und Rechentrupps im Stab des Kreises. Diese konnten über Kenntnis der Standorte und die Gegenrechnung der gelieferten Daten den Einschlagsort bestimmen.

Zum Personal dieser Rechentruppen gehörten zivile Vermesser die in ihrer Zweitfunktion den Zivilschutz der DDR unterstützten.

Es gab unterschiedliche Typen von Luftraumbeobachtungsbunkern. Typ „A“ und „B“. Typ „A“ haben wir hier vor uns. Einfache Flachbauten mit Eingang und Beobachtungsscharten in alle vier Himmelsrichtungen.

Typ „B“ ist sehr gut am zusätzlichen Beobachtungsturm zu erkennen. Viele dieser Luftschutz- bzw. Luftbeobachtungsschutzanlagen stehen bis heute, da sie sehr einfach gehalten und oft unbekannt geblieben sind.

Wird mal einer entdeckt, so werden diese Objekte oft fälschlicherweise für Objekte der Nationalen Volksarmee gehalten. Wer sich fragt, wie hier eine Beobachtung des Himmels möglich war, dem sei gesagt, der Baumbestand existierte noch nicht, als der Bunker genutzt wurde. So ließ sich vom Boden aus über die Klinikdächer in die Ferne schauen.

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann

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Tiefenbunker Hobrechtsfelde – Ausweichführungsstelle der Kreiseinsatzleitung

Parallel zur Hobrechtsfelder Chaussee verläuft ein schmaler, befahrbarer Waldweg. Nach wenigen hundert Metern ist ein eingefriedetes Grundstück durch die Vegetation zu sehen.

Aus einer fast kreisrunden Erhebung ist ein Abstieg zu sehen. Ein weiterer kleiner Motorradunterstand liegt rechts vom Eingang.

Unauffällig links neben der Einfahrt befindet sich der betonierte Treibstofftank. Durch zwei Löcher, an denen ursprünglich das Befüllungsrohr sowie der Entlüfterpilz saßen, lässt sich ein Blick hinein werfen.

Abgesehen von etwas Regenwasser ist der Tank leer. Auf der Erderhebung sitzen zwei Luftschächte. Einer für die Zu- und ein zweiter für die Abluft.

An der Rückseite der Anlage befindet sich ein verschweißter Notausgang. Ohne Zweifel ein DDR Bunker.

Es handelt sich hier um den Tiefenbunker vom Bautyp LP-09. Die Gesamtanlage ist die Ausweichstelle der Kreiseinsatzleitung. Hier wären im Angriffsfall Luftschutz und Nachrichtentechnik der Kreisleitung zum Einsatz gekommen.

Das Objekt sollte Strahlen- und Verseuchungsschutz bieten. Davon zeugt heute noch das Duschsystem zur Dekontaminierung.

Ich sprach vor Ort eine gute Viertelstunde mit dem zuständigen Revierleiter Gunnar Heyne. Sein Vorgänger hatte den Tiefenbunker gut unter Verschluss gehalten.

Das erklärt auch den fast musealen Erhaltungszustand der Anlage. Alle paar Jahre wird die Ausweichführungsstelle aufgebrochen. Diesmal hatte man wohl unter Zuhilfenahme eines Kfz die Stahltür seitlich weggerissen.

Für mich Anlass, mit Duldung der Revierleitung das Objekt noch einmal zu erfassen und hier zu zeigen.

Es war der Anruf eines ehemaligen Angehörigen der Anlage. Von ihm bekam ich den Tipp, dass die Anlage derzeit offen stünde. Die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Die erste Druckschutztür geöffnet, verschlug es mir die Sprache beim Blick auf die Dekontaminierungseinheit und ihrem Zustand. Das Innere der Anlage wirkte auf mich, wie erst vor einigen Wochen verlassen.

Die in den 1960er Jahren gebaute Ausweichführungsstelle der KEL wurde in den 1980er Jahren schon einmal renoviert und nach dem Mauerfall verschlossen. Die Anlage wurde regelmäßig illegal geöffnet. Partys und Schmierereien waren das Ergebnis.

Abgesehen von den Farbschmierereien ist die Anlage vom Vandalismus verschont worden. Technisches Equipment wurde weitgehend entfernt. Das gilt aber nicht für die Versorgungsteile.

Von den als Einbaustandard beschriebenen technischen Einrichtungen existieren noch einige.

Zum Bunkertyp LP-09 aus den Anfängen der 1960er Jahre sollte standardmäßig eine Netzanlage mit Steuereinheit, Belüftung mit Kiesdruckwellendämpfer, ein Lufterhitzer, zwei bis drei Wassertanks, Boiler, Sanitäranlagen, ein Klimaschrank, ein Trockenschrank, Nachrichtenräume, Lageraum und Ruheraum gehören.

Der Tiefenbunker Hobrechtsfelde ist in seinem Zustand eine Besonderheit. Im Gegensatz zu den zahlreichen Bunkern, die sich noch in Pankow befinden, ist sein Zustand herausragend. Der Lunabunker aus dem 2. Weltkrieg in Schönholz, einst als Behelfsluftschutz für das Zwangsarbeiter-Lunalager in der Schönholzer Heide gebaut, ist heute nur noch eine Betonhülle.

Alte Fernmeldebunker der DDR wie der Nachrichtenbunker Arkenberge wurden zum Teil noch vom MdI demontiert und rotten seit den 1990er Jahren vor sich hin.

In Französisch Buchholz gibt es noch unzählige unterschiedlich erhaltene Privatbunker. Einige konnte ich mir in den letzten Jahren mit Erlaubnis der Eigentümer bzw. auf deren Einladung hin anschauen.

So manch ein Hausbesitzer nutzt den alten Luftschutzbunker im Sommer als Erdkühlschrank, da stand dann schon mal ein Dutzend Bierkästen. Einige wenige wurden 1945 aber auch einfach nur zugemacht und bis in die Gegenwart nicht weiter beachtet. Oftmals noch unbekannt sind die Luftschutzbeobachtungsbunker.

Die Technik im Tiefenbunker Hobrechtsfelde ist nur zum Teil zurückgebaut worden. Das Belüftungssystem sowie die Treibstoffversorgung, sanitäre Anlage, Dusche zur Dekontamination ist alles noch erhalten.

Auch der Herd, mit dem sich die Truppe im Ernstfall versorgt hätte, steht noch. Vom Dispatcherraum gehen kleine Schiebefenster in mehrere Richtungen  ab.

Der Lageraum ist der Größte. Im Anschluss folgen gleich mehrere mit Metallmatten ausgekleidete Nachrichtenräume, holzverkleidete und Ruheräume. Durchgänge und Stufen sind mit phosphoreszierender Farbe bestrichen.

Die Ausweichführungsstelle der KEL in Hobrechtsfelde wird wieder verschlossen und gesichert. Fledermäuse wie im Lunabunker gibt es hier nicht.

Auf der Rückseite der Anlage befindet sich im Inneren ein etwa 5 Meter langer Kriechgang zu einem Schacht mit Leitersprossen. Diese führen 4 Meter nach oben zum verschweisten Notaustieg.

Was genau war eine Ausweichführungstelle und wer sollte diese im Angriffsfall besetzen? Es gab Ausweichführungsstellen der Bezirke und der Kreise. Die Bezirkseinsat

zleitungen waren für die Führung innerhalb des eigenen Bezirks zuständig. Einschließlich Berlin teilte sich die DDR in 14 Bezirke auf.

Die Zusammensetzung der Bezirksleitung:

  1. Sekretär der Bezirksleitung der SED als Vorsitzenden
  2. Sekretär der Bezirksleitung der SED als Mitglied und Vertreter des Vorsitzenden
  3. Leiter des Wehrkreiskommandos der NVA als Mitglied und Vertreter des Vorsitzenden
  4. Leiter der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit als Mitglied
  5. Leiter des Bezirks der Deutschen Volkspolizei als Mitglied
  6. Vorsitzender des Rates des Bezirks und Leiter der Zivilverteidigung als Mitglied
  7. Leiter der Abteilung für Sicherheitsfragen der Bezirksleitung der SED als Mitglied und Sekretär

Daneben befand sich noch weiteres Personal in der Führungsstelle. Zu den Aufgaben im Verteidigungsfall gehörten der ständige gegenseitige Austausch von Lagemeldungen. Die gemeinsame Koordinierung der Kampfeinheiten zur Vernichtung sogenannter subversiver, feindlicher Kämpfeinheiten.

Die Erkennung gegnerischer Kampf- und Vernichtungsmittel sowie die rechtzeitige Warnung vor deren Auswirkungen. Auch die Planung, Organisation und Sicherstellung der Nachrichtenwege (zu sehen an den Tonstudios im Bunker).

Darüber hinaus gehörte auch die Koordinierung von Evakuierungsmaßnahmen, die Versorgung obdachlos Gewordener sowie der Strahlenschutz, Dekontamination und die Beräumung von Kampfmitteln zu den Aufgaben.

Als redundantes System zu den Ausweichführungsstellen der Bezirke hielt die Staatssicherheit ein paralleles Bunkersystem vor. Gebaut wurde die Ausweichführungsstelle der Kreiseinsatzleitung 1962 vom VEB Spezialbau Potsdam.

Unsere Ausweichführungsstelle in Hobtechtsfelde war für die Kreiseinsatzleitung und wird offiziell als Führungsbunker der Kreise bezeichnet. Die Zusammensetzung der Kreiseinsatzleitung glich der Zusammensetzung der Bezirke.

Die Zahl der Landkreise der DDR ist heute mit 189 angegeben hinzu kommen 26 Stadtkreise. Hieraus ergibt sich ein Soll von 215 Ausweichführungsstellen der Kreisleitungen.  Auch für die Führungsstellen der Kreise hielt die Staatssicherheit ein Parallelsystem vor.

Die Revierleitung Buch wird den Bunker umgehend wieder verschließen. Es bleibt zu hoffen, dass der heutige Zustand noch einige Jahrzehnte überdauert.

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze

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Die seit 30 Jahren vergessene unterirdische Raumschießanlage der Volkspolizei Berlin-Pankow

Seit einigen Monaten arbeite ich an der Geschichte der Grundstücke Buchholzer Straße/Grumbkowstraße. Es handelt sich um zwei Großkomplexe, zum einen das ehemalige Kasernengelände des Grenzkommando 35 sowie die alte Kfz-Stelle der Volkspolizei Berlin-Pankow.

Zu beiden Themenkomplexen konnten wir jeweils einen Zeitzeugen finden. Bei der letzten Begehung der alten Kfz-Stelle mit dem Zeitzeugen Bernd M., der hier seit den frühen 1960er Jahren bis zur endgültigen Schließung der gesamten Anlage 1996 arbeitete, konnten viele Fragen beantwortet werden.

Zum Einen stellte sich generell die Frage nach Schutzeinrichtungen, wie Bunkeranlagen auf dem Gelände. Wesentlich interessanter war aber die Frage nach einer unterirdischen Raumschießanlage der Volkspolizei Pankow, die hier vor 30 Jahren vermauert und vergessen worden sei.

Bis heute war die unterirdische Raumschießanlage nur ein Gerücht und ihre Lage, so sie denn tatsächlich existierte, unbekannt. Das Grundstück war zu DDR-Zeiten von Wachtürmen umgeben. Wer hier vor der Wende arbeitete, war Geheimnisträger.

Ehemalige Angehörige haben heute die verschiedensten persönlichen Gründe, über ihre Tätigkeiten auf der Anlage keine Angaben zu machen. Zeitzeuge Bernd M. war ein Glücksfall und auch er sagt, alles könne auch er nicht erzählen, da er auch heute im Alltag noch auf ehemalige Vorgesetzte treffe.

Einen Schutzbunker gibt es wirklich. Damals üblicher Standard. Er befindet sich unter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude und ist über einen Fluchttunnel erreichbar, der unter einem Gullideckel hinter dem Plattenbau endet.

Die gesuchte Raumschießanlage existiert tatsächlich. Parallel zur Grumbkowstraße verläuft 30 Meter weiter auf dem ehemaligen Gelände der Volkspolizei Niederschönhausen ein Grünstreifen. Er blieb übrig als Teil einer aus in den 1930er Jahren existierenden Kleingartenanlage.

Einzig verbliebene Zeugen der Kleingartenanlagen sind zwei Einfamilienhäuser aus den 1930er Jahren. Der Grünstreifen wurde ausgebaggert, die unterirdische Anlage ausgebaut und wieder verdeckt. Über der Anlage wurde auf einer zur Tarnung angelegten Wiese Sport betrieben.

Unter anderem gab es zwei Tischtennisplatten, wie sie überall in der DDR zu finden waren. Von der einst gepflegten Wiese ist nichts mehr zu sehen. Ein kleines Waldstück hat die Anlage überwuchert. Mit der Wende kam das Ende der Gesamtanlage. Die letzten Teile, wie das Verwaltungsgebäude, wurden noch bis 1996 genutzt.

Die Tischtennisplatten sind fast bis zur Unkenntlichkeit überwuchert. Zwei Schächte, die in die Anlage führten, wurden mit Schutt und Baumabfällen zugeschüttet. Der Zeitzeuge erklärt mir geduldig die Funktionen der Gebäude und gab die ein oder andere historische Anekdote zum Besten.

Nachdem wir das gesamte Areal durchstreift hatten, widmeten wir uns der Raumschießanlage.  Diese soll hier tatsächlich vor 30 Jahren vermauert worden sein. Die Gerüchte um die Existenz der Schießanlage waren also richtig.

Möglicherweise stimmt es dann auch, dass die Anlage nicht groß beräumt wurde und sich hier eine historische Zeitkapsel aus der Wendezeit vom Anfang der 1990er Jahre befindet.

Vorab wollen wir einen kleinen Einblick in die zwei Eingänge der unterirdischen Anlage gewähren. Es riecht nach Erde und altem Holz, der typische Geruch, wie er aus alten Bunkern und Gemäuer strömt.

Zu retten ist hier nichts mehr, Feuchtigkeit und die Natur haben ganze Arbeit geleistet. Spinnenweben soweit das Auge reicht, Rost und Schimmel überziehen Türen und Wände, von den Decken quillt der faulige Putz, in den Ecken steht das Wasser.

Im den nächsten Wochen erscheinen weitere Beiträge zum Komplex „Grenzkommando 35 Niederschönhausen“ und „Die Kfz-Stelle der Volkspolizei Niederschönhausen“.

Lesen Sie jetzt:

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Link zum Liftschutzbunker der KFZ Stelle:

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger, 21.04.2025

Bilder: Christian Bormann, Martin Fleischer, Guido Kunze

Der Lunabunker in Schönholz

Der Lunabunker ist im technischen Sinn kein Normbunker, vielmehr handelt es sich um eine behelfsmäßige Schutzanlage vor Luftangriffen. Entstanden ist er in einer von mehreren Erweiterungsphasen des Lagers. 

Lunabunker war die umgangssprachliche Bezeichnung der Bevölkerung, da er Teil des Zwangsarbeiterkomplexes Lunalager war, das hier auf dem Gelände des Vergnügungsparks „Traumland Schönholz“ auf Betreiben der „Deutschen Waffen und Munitionsfabriken AG“ gebaut wurde.

Der Lunabunker ist einer von mehreren Bunkern in und um die Schönholzer Heide. Erhalten sind noch der Bunker der Wachmannschaft und der Bunkerkomplex hinter Pflanzen-Kölle. Die Kopfbunker, die das Lager links und rechtsseitig der Straße vor Schönholz bewachten, wurden Ende der 1990er Jahre abgerissen.

Das Zwangsarbeiterlager existierte hier von 1940 bis 1945. Die Zwangsarbeiter mussten unter anderen in den Bergmann Elektrizitätswerken sowie den NS-Rüstungsbetrieben in Reinickendorf arbeiten. Der Lunabunker stand zwischen Unterkunftsbaracken, von denen aus er bei Luftalarm in wenigen Sekunden zu erreichen war.

Ob der Bunker auch als Nachrichtenbunker genutzt wurde, ist umstritten. Nachgewiesen werden konnte ein Bodenanker, wie er typisch war für Funkmasten. Der massive Betonanker mit Stahlöse ist komplett erhalten.

Unmittelbar nach Ende des 2. Weltkriegs suchte die Sowjetische Kommandantur in Pankow Lagerplätze für beschlagnahmte Reparationsgüter. Industriemaschinen aus dem Norden Berlins wurden in die Schönholzer Heide verbracht und von dort über den Güterbahnhof Schönholz in die Sowjetunion abtransportiert.

Die sowjetischen Soldaten betrieben den Verschiebepark bis in die 1950er Jahre, danach wurde die Anlage an die NVA übergeben. Eine weitere, aber weniger geläufige Bezeichnung im Sprachgebrauch ist Champignonbunker.

Der Beiname entstand nach erfolglosen Versuchen der DDR (Deutsche Demokratische Republik), den Bunker zur Champignonzucht zu nutzen. Fragmente der dafür eingebauten Heizung befinden sich noch im Bunker. Illegale Coronapartys 2021, bei denen auch Stromaggregate mit Verbrenner im Bunker zum Einsatz kamen, machten die Anlage zu einem Gefahrenort. Die Gedenktafel wurde im Mai 2022 als gemeinsames Projekt von mir, Frau Wagner (SGA) und dem Museum Pankow erstellt.

Die vom Bezirksamt Pankow vorgenommenen Versiegelungen wurden immer wieder gewaltsam aufgebrochen. Der Bezirk kam seiner Verantwortung für den Gefahrenort nach und sicherte den Lunabunker umfangreicher. Der aufgestellte Zaun trägt dem Rechnung. Bei einem Monitoring im Januar 2022 stellte der NABU (Naturschutzbund) fest, dass Fledermäuse den gesicherten Lunabunker als Winterquartier nutzen.

Sollten die Fledermäuse Ihrem Winterquartier treu bleiben, so ist nicht ausgeschlossen, dass zukünftige Generationen den Namen Fledermausbunker verwenden werden.

Der Bunker ist heute beräumt, nicht mehr zugänglich und steht unter Wasser. Für Interessierte, die sehen möchten, wie es im inneren aussah, bietet sich das Video von 2014 an.

Videolink in den Lunabunker:

https://youtu.be/W8MXGQivxs4?si=Y57wft5mFJ_lr0-t

Einweihung der gemeinsamen Gedenktafel:

https://www.facebook.com/share/v/16Bri6Yq2C/

Link, Christian Bormann und der RBB in Schönholz am Lunabunker:

https://youtu.be/IN2BFUmfOKg?si=nCnpB79LUbQzPkmi

Du interessiert Dich für unbekannte Bunker in Pankow? Auf dieser Seite findest Du viele Weitere Artikel. Zum Beispiel Der MfS Nachrichtenbunker Arkenberge oder Die Privatbunker in Pankow.

Buchtipp: „Berliner Geheimnisse Band 2“

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Foto:Christian Bormann, Guido Kunze, SGA Pankow, textpunktverlag, Museum Pankow, NABU (Naturschutzbund), Berliner Morgenpost

Vielen Dank an Cornelia Wagner (SGA) für das tolle Gedenktafelprojekt.

MfS-Nachrichtenbunker Arkenberge, Teil 2

Bereits 2018 habe ich über den MfS-Nachrichtenbunker am Kiessee Arkenberge berichtet. Damals war das gesamte Grundstück zugewuchert und der Bunker selbst stand unter Wasser.

Seit Februar 2025 wird das Grundstück von Mitarbeitern der Firma HEIM Recycling, die auch Eigentümerin der ehemaligen Deponie Arkenberge ist, beräumt.

Bei der Erkundung 2017 wurde nur der Bunker gefunden. Nachdem die Firma HEIM die komplette Vegetation vom Grundstück entfernt hatte, tauchten jetzt auch eine Garage für das Einsatzfahrzeug sowie Reste eines winzigen Gebäudes auf.

Auch die eigentliche Grundstückseinfahrt tauchte plötzlich wieder auf. Im ersten Beitrag von 2018 wird der Fernmeldebunker vom Typ SH-1 als Schalthaus der Abteilung N Berlin-Pankow genau beschrieben.

Der Fernmeldebunker wurde vom VEB SHB 2 gebaut. Neben dem MfS-Bunker aus den 1970er Jahren befinden sich in unmittelbarer Nähe zwei weitere Luftschutzbunker aus dem Deutschen Reich.

Die Luftschutzbunker sind bereits mit Kompost abgedeckt. Bei den Baggerarbeiten am Schalthaus N kommen gerade allerlei Bodenfunde zutage, die einst technisches Interieur der Anlage waren.

Nachdem mir 2018 nur einige Aufnahmen vom Bunkereingang und den drei Räumen gelangen, wollte ich die Chance, die sich 2025 durch die Baggerarbeiten ergab nutzen und das gesamte Grundstück mit seinen historischen Resten dokumentieren.

Auch in den Bunker selbst sollte es noch einmal gehen. Während ich 2018 noch eine Watthose brauchte, um nicht nass zu werden, lag der Bunker inzwischen trocken. In den 7 Jahren hatte sich hier außer dem zurückgegangen Wasser nicht viel getan.

Die Relaisstation in Raum 1 war genau so wie die Schaltstelle in Raum 2 nicht angetastet worden. Kein Wunder, das Schalthaus war von Hause aus schon versteckt. Zusammen mit der Vegetation konnte man, selbst wenn man zwei Meter davor stand, nicht ahnen, was sich hinter dem Grün verbarg.

Auf dem Grundstück selbst verschwindet in den nächsten Tagen alles Historische. Ich hoffe, dass der kleine Fernmeldebunker nur zugeschoben und nicht abgerissen wird. Dann bleibt er als kleine Zeitkapsel für nächste Generationen erhalten.

Du interessiert Dich für Bunker? Dann schaue Dir auch meine anderen Beiträge an. Zum Beispiel Der Lunabunker oder Die Bunker in der Schönholzer Heide. Das Deutsche Reich? Dann Schau Dir die Weltkriegstellung am Falkplatz im Mauerpark Berlin an oder das vergessene Soldatengrab in der Grellstraße an.

Videolink: Teil 2 von 2025 im trockenen Bunker

https://youtu.be/6VljLQus9UY?si=PvnED8Hmae70Bk5t

Videolink: Teil 1 von 2017 im überschwemmten Bunker

https://youtu.be/XYfB7qmlHdk?si=A2Ukj721IEUFmmK0

Videolink: Luftaufnahme März 2025

https://youtu.be/CzqWYhXMlTw?si=9jctpF-QJ_pxvIqk

Panoramalink zu FB: 360° interaktives Panorama vom Kiessee und Arkenberge. EIN MUSS!!!

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Weltkriegsstellung am Falkplatz im Mauerpark Berlin entdeckt

Am 18. Juli 2024 erreichten mich mehrere Nachrichten, unter anderem von meinem Bekannten Andy, über Baggerarbeiten in der Gleimstraße am Mauerpark. Andy berichtete von Gewehren, Stahlhelmen, Signalpistolen und allerhand gelbem Zierklinker, wie sie an historischen Einrichtungen der Nordbahntrasse einst zu finden waren.

Schnell vor Ort musste ich feststellen, dass es sich um Sondierungsarbeiten des Kampfmittelräumdienstes auf dem ehemaligen Todesstreifen handelt. Es war der letzte Zipfel vom Falkplatz, bevor dieser in die Wiesen des Mauerpark übergeht. Noch viel interessanter war, dass der geöffnete Bombentrichter, oder die Stellung, direkt unter der Vorlandmauer oder Hinterlandmauer lag, die im August 1990 oberirdisch abgetragen wurde.

Der Falkplatz ist nach dem Juristen und Politiker Paul Ludwig Adalbert Falk benannt. Der Platz hat viele Geschichten zu erzählen. Einige von ihnen sind tragisch, weil sie aus der Zeit des Weltkriegs von Elend und Tod erzählen. Auch nach Kriegsende werden die Zeiten zwar besser, aber mit der sowjetischen Besatzung dem Bau der Berliner Mauer zur Teilung Europas nicht wirklich gut.

Der ehemalige Exerzierplatz an der Gleimstraße wird 1906 bis 1913 als Berlins größter Zierplatz von der Stadt errichtet. Ein Gehweg teilte damals die in zwei Kreisen angelegte Anlage in Ost- und Westplatz. Bis zum Beginn der Bauarbeiten vermietete die Stadt Teile des Platzes auch als Schaubudenplatz und Ackerland. Südlich vom Platz entstanden in den 1920er Jahren temporäre Holzbauten, die sich bis in die 1930er Jahre zur Kleingartenanlage „Kolonie Schwedter Straße“ entwickelte. Der 1903 gebaute Gleimtunnel sorgte dafür, dass die Arbeiter im entstehenden Arbeiterviertel östlich der Nordbahn schnell in den Wedding gelangten, um dort Ihre Schichten in den großen Fabriken wie Osram, AEG und Siemens anzutreten.

Bis zum Ende der 1930er Jahre herrscht reges Treiben am beliebten Falkplatz. Dann kommen die 1940er Jahre und der zweite Weltkrieg tobt jetzt nicht mehr in den benachbarten Ländern, sondern auf den Straßen Berlins. Von Zeitzeugen ist übermittelt, dass es auf dem Platz sogenannte „Eintopfsonntage“ gab. Ein Feuerlöschteich wurde angelegt, aus dem sich die Anwohner trotz Seuchengefahr ihr Trink- und Kochwasser holten.

Am 22. April 1945 drangen die ersten sowjetischen Einheiten in die Gleimstraße vor und trafen auf Widerstand der SS. Auf dem Falkplatz hatten Soldaten eine Stellung eingerichtet, in der sie den Platz erbittert verteidigten. Der Falkplatz war jetzt Schlachtfeld. Zwischen Trümmern von Platzmobiliar, Bombentrichtern und Kampfmitteln lagen unzählige Tote, Soldaten wie Zivilisten. Überliefert ist, dass der Platz mindestens zweimal von den deutschen Soldaten zurückerobert wurde.

Während der Straßenkämpfe um den Falkplatz versuchten Anwohner vergebens, Lebensmittel aus der Versorgungstelle der SS zu bekommen. Nach dem Abklingen der Kampfhandlungen wurden die Toten in langen Reihen auf dem Platz abgelegt, um den Angehörigen eine Identifizierung zu ermöglichen.

An der Westflanke der Parkanlage entsteht als Folge der Aufteilung Deutschlands ab 1945 die Sektorengrenze, die 1949 zur Staatsgrenze wird. Bis auf einen überlieferten Zwischenfall aus den 1950er Jahren, wo ein Sowjetpanzer den Gleimtunnel sicherte und Soldaten für einige Tage ihr Biwak auf dem Platz errichtet hatten, blieb es ruhig im Gleimviertel.

Für die Berliner bis zum 13. August 1961 immer noch durchlässig, schließt sich jetzt der Eiserne Vorhang und parallel zur alten Nordbahntrasse wird der so genannte Todesstreifen errichtet. Die Gleimstraße wurde zur Sackgasse und dem Falkplatz fehlte jetzt fast ein Viertel seiner Fläche, die jetzt im Todesstreifen lag, ebenso wie die in den letzten Kriegstagen mit Trümmern des Platzes zugeschobene vergessene Soldatenstellung.

Die Stadt hatte sich bemüht, kurz nach dem Krieg den Falkplatz zu beräumen und neu anzulegen. So entstand in den 1950er Jahren eine Plansche für Kinder und eine Rollschuhbahn, die Anlage erhielt wieder Figuren, von denen heute einige verschwunden sind. Im August 1990 war es endlich soweit, nach über 28 Jahren wurde der Gleimtunnel wieder geöffnet. Um den in die Jahre gekommenen Platz entsteht mit dem Abriss der Berliner Mauer ein für Prenzlauer Berg damals typisches Szeneviertel und der Mauerpark.

In den Wendejahren 1991 bis 1995 wurde der Park wieder umgestaltet und viele neue Bäume gepflanzt, wobei die Weltkriegsreste auf dem inzwischen beräumten Todesstreifen unbemerkt blieben. Aufgrund seiner Historie galt das Areal pauschal als Verdachtsfläche, dass sich hier im Erdreich aber ein mehrere Tonnen schwerer Kriegsschrottplatz, in dem sich Trümmer, Munition, persönliche Gegenstände der gefallenen Soldaten und Zivilisten, eine Feldküche, ja sogar mindestens ein komplettes Pferdeskelett, das hier in der Stellung oder zum sogenannten „Eintopfsonntag“ auf dem Platz gekocht wurde befand, bemerkte niemand.

In den nächsten Jahren folgten immer wieder Arbeiten am Platz, Versorgungsleitungen mussten gelegt oder repariert werden. So berichteten Berliner Medien am 22. September 2008 von der Sperrung der Gleimstraße um den Falkplatz. Bauarbeiter waren auf ein Munitionsdepot der SS gestoßen.

Unter anderem beherbergte das Depot Maschinengewehre, Munition und Werfergranaten. Vermutlich befinden sich noch weitere unentdeckte Depots um den Falkplatz. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen Mauerpark, Teilabschnitt 2 Falkplatz wurde nun auch die Verdachtsfläche auf dem ehemaligen Todesstreifen sondiert.

Es dauerte nicht lange, bis der Bagger die ersten Bodenfunde ans Tageslicht brachte. Es handelt sich um zusammengeschobene Reste der Schlacht um den Falkplatz. Stark verdichtet liegt hier eine Zeitkapsel der letzten Schlacht um Berlin. Bei der Fundfläche wird es sich um einen großen Bombenkrater oder die Stellung selbst handeln.

Bezieht man die Granattreffer am Nordbahnviadukt mit ein, so ergibt sich schon der Verdacht, dass es sich bei dem Areal um die Stellung selbst handelt. Am Fundplatz selbst bietet sich ein Bild des Grauens für jene, die die Reste lesen können.

Neben dem klassischen Fundzusammenhang einer Soldatenstellung wie da wären: Kochtöpfe, Kannen, Flaschen alkoholhaltiger Getränke und persönlicher Schutzausrüstung oder Munition der Soldaten wie im Fall der kleinen Feldstellung in der Dietzgenstraße oder dem Landserdepot in der Mühlenstraße, lag hier gleich mindestens ein komplettes Pferdeskelett. An den Knoche waren deutliche Klingenspuren vom Abtrennen des Fleisches zu sehen.

Umgeben war das Skelett von Kochtöpfen, Spirituosenflaschen, Matratzenkernen und Trümmerresten. Ein „Draluma“ Schnellkochtopf neben den Pferdeknochen ist durchsiebt mit Granatsplittern. Kaum ein Kochtopf, der nicht durchlöchert ist.

Der Bagger hatte einiges zutage gefördert, bis auf wenige Glasflaschen  hatten die Explosionen und Granatsplittereinschläge während der Schlacht nichts verschont. Sogar eine Panzergranate, nie verschossen, explodierte durch Granatsplitter. 

Einige Stahlhelme, Gewehre und Pistolen hatte der Kampfmittelräumdienst schon gesichert. Zwischen den Pferdeknochen, zertrümmerten Küchenutensilien und den Resten eines geplünderten „Kobold“-Schokoriegelautomaten lagen immer noch zahlreiche persönliche Ausrüstungsgegenstände. Stahlhelme, Gasmasken, Magazintaschen und Stiefel. In selten Fällen wie beim vergessenen Soldatengrab in der Grellstraße finden sich heute noch menschliche Überreste in Vorgärten, Parkanlagen und Innenhöfen.

Etwas östlicher der ersten Fundstelle tauchten bei Gehwegarbeiten weitere Gasmasken, Tassen und Emailleschilder auf. Besonders beeindruckend ist der Vergleich einer historischen Postkarte vom Falkplatz, auf der die Gaslaternen zu sehen sind und dem Bodenfund einer dieser Laternen.

Bei den Bodenfunden scheint es sich um eine Mischung aus Militaria der Stellung und Haushaltsgegenständen der anliegenden Wohnhäuser Gleim- und Schwedter Straße sowie aus der anliegenden Kleingartenanlage „Kolonie an der Schwedter Straße“ zu handeln.

Auch auf der ehemaligen Ostanlage, wo sich heute das Walrosspaar und der Spielplatz befinden, sind durch die Erdarbeiten die Kriegsspuren zu sehen. Die Erdschicht aus dem 2. Weltkrieg wurde überschüttet. Deutlich sind noch Trümmer und Brandschichten zu sehen.

Während der Falkplatz und der Mauerpark gerade fit gemacht werden und ihre städtebauliche Herrichtung voran schreitet, befindet sich der Gleimtunnel immer noch im Dornröschenschlaf. Die Spuren der letzten Kriegstage sind hier auf jedem Quadratmeter zu sehen.

Die Säulen sind übersät mit Einschüssen, am Bauwerk selbst ist jeder Granateinschlag der Schlacht um den Platz zu sehen. Inzwischen ist die Fundstelle, beziehungsweise der gesamte ehemalige Todesstreifenabschnitt auf dem die Kriegsreste vermutet werden weiträumig abgesperrt.

Gelbe Fähnchen an roten Stangen markieren bereits weitere Verdachtsstellen. Bleibt abzuwarten, ob die Bodenfunde nur beräumt werden oder ähnlich wie beim Fluchttunnel im Mauerpark eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Auswertung stattfindet.

Die Emailleplatte des „Kobold“ Schokoladenriegelautomaten ist heute im Museum Pankow. Die Berliner Morgenpost und das Berliner Wochenblatt berichteten im August 2024 über den Gruselfund im Mauerpark.

Link zum Video 1 der Fundstelle:

Link zum Video 2 der Fundstelle:

Link zum Artikel der Berliner Morgenpost:

https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article406973141/berlins-indiana-jones-schauerliche-entdeckung-im-mauerpark.html

360°interaktives Panorama vom Falkplatz am Mauerpark:

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Vielen Dank für die Unterstützung meiner Recherche an das SGA-Pankow und die Berliner Wasserbetriebe.      

Andy, diese Geschichte ist Deine.

Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze, Pankowerchronik.de, Thomas Schubert / Berliner Morgenpost, Berliner Woche, Bundesarchiv, historische Postkarte, Luftaufnahme Tagesspiegel, Andy M. Henning/Gleimtunnel,

Die Waffenkammer und der Munitionsbunker der DDR-Regierungseskorte in Weißensee

Hinter dem roten Backsteinbau Berliner Allee, Ecke Liebermannstraße steht noch ein unscheinbares Verladegebäude der Raspe-Werke, bewacht von einem alten BT-6 Postenturm. Bei dem zweistöckigen Gebäude mit Keller und Gleisanschluss an die Industriebahn handelt es sich um einen Teil des Apparate-Werkes Carl Otto Raspe. Das kleine Fabrikgebäude wurde schon 1939 errichtet, hier begann die Rüstungsproduktion.

Raspe schloss 1941 einen Rüstungsgütervertrag mit dem Deutschen Reich. Im Anschluss bekamen die Brüder Hans und Carl Otto Raspe einen Kredit der Bank der Deutschen Luftfahrt AG. Sie mussten schnell expandieren, der gesamte L-förmige rote Backsteinriegel Berliner Alle Ecke Liebermannstraße wurde 1941 als Erweiterung der Raspe-Werke nach den Plänen von Richard Schubert für die Kriegsgüterrüstung gebaut. Heute ist der Gebäudekomplex unter dem Namen Askania-Werke am geläufigsten.

Denn ab 1943 wurden die ausgebombten Askania-Werke in den Raspewerken untergebracht. Beide Betriebe arbeiteten jetzt fast ausschließlich an der Fluginstrumentenfertigung. Kurz nach Kriegsende, im August 1946 zieht die SAG „Sowjetische Aktiengesellschaft in Deutschland“ in das Werk ein und übergibt es 1953 dem Ministerium für Staatsicherheit.

Während im Hauptgebäude mehrere Polizeidienststellen und das MfS sitzt, kommt dem alten Gebäude an der Industriebahn eine besondere Verwendung zu. Hier hat die Hauptabteilung Personenschutz die Motorradeskorte der DDR-Staatsregierung und das Wachbataillon untergebracht. Im Keller befinden sich die Raumschießanlage, die Waffenkammer und der Munitionsbunker.

Die Aufgaben der Regierungseskorte und des Wachbataillons waren zahlreich. Vom einfachen Objektschutz durch das Wachbataillon über die mobile Sicherung von Regierungsmitgliedern bei Veranstaltungen oder Reisen bis hin zum Schutz der Siedlung Wandlitz fiel vieles darunter. Nicht zufällig lag das Objekt an der Protokollstrecke nach Wandlitz. Während das Hauptgebäude an der Liebermannstraße schon seit Ewigkeiten saniert ist, hat sich auf dem Hof das alte Raspe-Werksgebäude am Gleis der Industriebahn erhalten.

Die Nordseite des Gebäudes ist noch von der Werksmauer umgeben und die Einfahrt heute zugewachsen. Der Gleisanschluss samt Prellbock aus den 1940er Jahren ist ebenso erhalten wie der 1970 vom Ministerium für Staatsicherheit errichtete Postenturm auf der alten Werksmauer. Selbst ein Teil der Signaldrahtanlage aus den 1970ern steht noch komplett erhalten auf ihr.

Eine unscheinbare Stahltür hinter Büschen war der einstige Werkseingang, dahinter befindet sich das Treppenhaus, heute der unscheinbarste Teil des Objekts, aber auch der am besten erhaltene.

Vom Hof der ehemaligen Askania-Werke aus gibt es eine Zufahrt für die Motorradeskorte in die im Keller gelegene Kraftradhalle. Ein paar Meter weiter an der Rückseite befindet sich der gesonderte Personenzugang der Eskorte und dahinter der Durchgang zum Schießstand, genauer gesagt zur Raumschießanlage, dem sogenannten Tunnel.

Ulbricht, Grotewohl und Chruschtschow auf der Protokollstrecke Ossietzkystraße zum Schloss Niederschönhausen, geschützt von vom Ministerium für Staatsicherheit Hauptabteilung Personenschutz, Motorradeskorte, Mai 1960

Von hier aus wollen wir unseren kleinen Rundgang durch die vergessene Waffenkammer und den Munitionsbunker starten. Als erstes geht es etwa zwei Meter die Treppen nach unten zur noch eingerichteten Umkleidekammer. Der Zahn der Zeit und das ständig eindringende Grundwasser haben die Holzeinbauten zusammenfallen lassen.

Umkleideschränke, Zugang zum Tunnel, Mai 2023

Das Tor der Eskorte, von hier aus geht es zum Tunnel der Raumschießanlage. Die meisten Einbauten wurden schon entfernt, der Verwendungszweck als Schießstand ist aber noch gut zu erkennen. Auf dem Boden liegen einige verkohlte Brandreste. Am Ende des Tunnels befindet sich eine Schleusentür zur Waffenkammer.

Im gesamten Keller riecht es modrig, kalt zieht es durch die Schleusentür als ich die Waffenkammer betrete. Unglaublich, die Waffenschränke, Tresore und Regale stehen alle noch an Ort und Stelle. Hier ist die Zeit vor 30 Jahren stehen geblieben, genauer gesagt am 23. Juni 1990. Zwanzig Vertreter des Runden Tisches Weißensee, darunter der Ingenieur Gert Schilling, später Bürgermeister von Weißensee, forderten Einlass in das Objekt des Ministerium für Staatssicherheit.

Der wurde Ihnen auch gewährt, was sie fanden, war unglaublich. Mitten im Wohngebiet stießen sie auf acht Waffenkammern und einen Munitionsbunker. Eine der Waffenkammern sowie der Munitionsbunker sind bis heute hier im alten Teil des Raspe-Werks erhalten geblieben.

Die rauen Mengen an Waffen und Munition waren schier unglaublich.

  • 4000 Handgranaten
  • 145 Panzerfäuste
  • 1089 Gewehre
  • 35 Scharfschützengewehre mit Zielfernrohr
  • 15 Maschinenpistolen
  • 1335 Pistolen

Die Zahl der Mitarbeiter des Wachbataillons Abt. Objektschutz wird auf 300 bis 800 geschätzt, die Eskorte soll bis zu 40 Mitarbeiter gehabt haben. Die Waffenkammern und der Bunker wurden unter Aufsicht eines Bürgerrates 1990 abtransportiert.

In das Hauptgebäude an der Berliner Allee Ecke Liebermannstraße zogen 1990 das Bezirksamt und das Finanzamt ein. Das kleine Werksgebäude Neumagener Straße samt Waffenkammer und Munitionsbunker fiel in den Dornröschenschlaf. Hier stehen sie bis heute und rosten vor sich hin. Schwere Tresore und Waffenschränke. In mehreren Räumen befinden sich Schwerlastregale für Waffen und Zubehör.

Eine schwere Gittertür fällt sofort auf. Dahinter befindet sich ein kleiner Flur mit mehreren Kammern, die mit Schleusentüren versehen sind. Es handelt sich um den Munitionsbunker. Hier lagen zeitweise bis zu 4000 Granaten.

Munitionsbunker, Mai 2023

Der Zugang zum Treppenhaus ist in Sichtweite. Dem Treppenhaus vorgelagert sind Mannschaftshygieneräume mit Toiletten und Waschhalle. Der gute Erhalt erklärt sich wohl aus der schlechten Nutzbarkeit wegen eindringendem Grundwasser und dem Denkmalschutz der Raspe-Werke.

Der Kraftradhalle ist noch ein Raum vorgelagert. Ich traue meinen Augen kaum, als ich über die Steuerunterlagen mehrerer Tausend Berliner stolpere. Ganz unbekannt ist mir der Anblick nicht. Bereits 1998 hatte ich als Jugendlicher Akten aus den verwaisten Werksgebäuden an der Liebermannstraße gesichert. Aber nach über 30 Jahren noch Steuererklärungen vom damals hier ansässigen Finanzamt zu finden, war eine Überraschung.

Es handelt sich um Steuererklärungen aus allen Bereichen aus den Jahren 1980 bis 1989 Berlin-Ost. Wahrscheinlich hat das Finanzamt in der ehemaligen Kraftradhalle der Eskorte Aktenbestände vor Ihrer Vernichtung gelagert. Warum diese hier einen Raum weiter liegen blieben, ist nicht bekannt.

Die Kraftradhalle ist in einem guten Zustand und wird als Hausmeisterwerkstatt für das ehemalige Askania-Werk genutzt. Hier haben heute viele Künstler ihre Räumlichkeiten.

Von den Einbauten der Kraftradhalle ist heute noch die Abgasentrauchungsanlage erhalten geblieben. Ebenerdig sollte sie die Abgase der ein- oder ausfahrenden Motorradeskorte absaugen, um Vergiftungen zu verhindern.

Die Kraftradhalle hat eine eigene Kellereinfahrt für die Motorradeskorte, durch diese verlasse ich das alte Raspe-Werk wieder auf den Hof der ehemaligen Askania-Werke.

Einfahrt in die Kraftradhalle der Eskorte, Zufahrt Hof Askania-Werk, Mai 2023

Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich und gut gesichert. Bleibt zu hoffen, dass diese gruselige Zeitkapsel noch lange erhalten bleibt.

Informationen zu Hans und Carl Otto Raspe Apperatewek Weißensee Rüstungskredit:

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/YEIFII3FOM3HEYQI32LGDMGEPN6LRBTK

Informationen zu Objektem, Mitarbeitern und Funktionen des Ministerium für Staatsicherheit:

http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/BStU_MfS_BV-Berlin_AKG-PI-Hhsch/index.htm?kid=f6d9271c-5622-43d6-be4d-3b62d26dd38d

Link: 360° interaktives Panorama:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=pfbid0dkBLh4orqm8mTd8UPDcAbCHSBiPoc8magH6FVrHZdu13PyfYGN37x5crKUeHP8WDl&id=100067457917674https://m.facebook.com/story.php?

Autor: Christian Bormann

Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger

Fotos: Christian Bormann, Guido Kunze, Bundesarchiv

Quellen: Berlin Pankow aus der Orts und Baugeschichte, BstU, Deutsche Digitale Datenbank