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Das neue Rathausdach

Am 30. September 2024 begann die denkmalgerechte Sanierung des alten Rathausdaches. Über Jahre hinweg wurde das Dach immer wieder kleinteilig repariert.

Sturm Xaver hatte dem alten Dach im Oktober 2017 ebenfalls schwer zugesetzt, so dass am östlichen Seitenflügel die Sanierung schon vorab erfolgte. Hier hatte das Dach bereits große Löcher und Regenwasser suchte sich seinen Weg ins Rathaus.

Zu den Aufgaben der Sanierung zählten Gerüstbau-, Zimmer-, Klempner- und Dacharbeiten. In erster Linie stand hier die Gefahrenabwehr und der Denkmalschutz der noch vorhandenen Substanz.

Immer wieder hatten sich über die Jahre Ziegel gelöst oder Autofahrer standen im Stau, weil mal wieder kleine Teile des Gesims ausgebrochen und auf den Gehweg gestürzt waren, was zu einem Feuerwehreinsatz führte.

Die Kosten für die Dachsanierung sollen sich laut Pressemitteilung vom 30.09.2024 auf 1.380.000 Euro belaufen.

Die Hoffnung vieler Pankower, den historischen Preußischen Adler wieder auf dem Rathaus an seinem angestammten Platz zu sehen, wurde nicht erfüllt. Die Aufstellung der Figur war auch nie geplant.

Mehrere Kulturschaffende um den Rosenthaler Kunsschmied Gösta Gablick hatten sich um die Wiederinstalation des historischen Kunstwerks bemüht. Bis heute vergebens.

Ging es in den vergangenen Jahrzehnten um persönliche Kränkungen, so scheinen es jetzt Geldforderungen zu sein, die seine Wiederkehr verhindern.

Die umfangreiche Restaurierung, für die das Hochbauamt verantwortlich war, wurde vom Denkmalamt sowie dem NABU begleitet. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Schutz von Turmfalken und Mauerseglern.

Eine weitere gute Nachricht ist die erfolgte Sanierung des Haupteinganges. Unschön für Paare, die während der Arbeiten an Dach und Eingang geheiratet haben. Sie hatten keine schöne Fotokulisse.

Freuen kann sich, wer sich zukünftig traut. Die letzte Sanierung des Haupteinganges war zur 750-Jahrfeier Berlins. Die war 1987. Nach über 35 Jahren war es wieder soweit.

Die Türen wurden in verschiedenen Zeitabschnitten entfernt, erst die Seitenteile dann die Haupttür. So blieb der Haupteingang für Gäste immer passierbar.

Die mittlere Haupttür wird um Automatiköffner ergänzt und das Erscheinungsbild zeigt jetzt wieder die historischen Holztüren ohne Farbauftrag.

Die Kosten für die Sanierung des Haupteinganges 2024 wurden in der Pressemitteilung vom 09.06.2023 mit 120.000 Euro angegeben.

Das Gerüst ist weg und das Rathaus begrüßt seine Gäste wieder in einem frischen historischen Gewand. Wer sich künftig traut der kann das vor einer wunderschönen historischen Flügeltür.

Video Luftaufnahme vom neuen Rathausdach 2025 auf YouTube.

Video Luftaufnahme vom alten Rathausdach 2017 auf YouTube.

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Autor: Christian Bormann

Red. Bearbeitung: Martina Krüger

Bilder: Christian Bormann, Guido Kunze, Freundeskreis der Chronik Pankow

Restaurant Bellevue Breite Straße

Der Rheinländer Anton Ringel war neben seinen Tätigkeiten als Gemeindevertreter und Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr seit 1890 auch Präsident des Deutschen Gastwirtsverband. Der Träger des Deutschen Kronenordens 4. Klasse gehörte zu den großen Pionieren der Pankower Gastronomie.

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Werbe-Dose Restaurant Bellevue 1900

Begonnen hatte er mit Ringels Gesellschaftshaus in der Kreuzstraße 3 bis 4, heute noch als Tanzschule Schmidt-Hutten am Bürgerpark bekannt. In der Kreuzstraße 5 verbrachte ich meine Kindheit. Wir sammelten gerne die alte Flaschenverschlüsse, die hier noch zu hunderten im Erdreich steckten.

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A. Ringel’s Bellevue Breite Straße 21a

Mit seinem Gesellschaftshaus sammelte Ringel erste Erfahrungen, bevor er 1888 das Bellevue eröffnete. Mit dem neuen Standort Breitestraße 21a, schräg gegenüber dem Rathaus, gehörte das Bellevue zu den ersten Adressen am Platz. Eine Haltestelle der Elektrischen Straßenbahn trug maßgeblich zum Erfolg bei. Hiervon zeugt die Werbedose von 1900. Es schien wohl nicht mehr erforderlich, auf die Adresse des bekannten Restaurants hinzuweisen. Viel wichtiger war die Erwähnung der Haltestelle.

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Tanzschule W. Tietz im Bellevue 1905

Der berühmte Tanzlehrer Wilhelm Tietz unterhielt hier 1900 seine Tanzschule. Das Museum Pankow ist noch im Besitz einer sehr seltenen Werbedose, mit der historischen Ansicht des Restaurants.

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M. Höpfner’s Restaurant Bellevue 1902

Die kleine Blechdose ist wohl spätestens 1900 entstanden, denn auf den Ansichtskarten ab 1902 wird bereits M. Höpfner als Inhaber genannt. Neben dem Bellevue befanden sich zur Jahrhundertwende etwa ein Dutzend Gastwirtschaften am Pankower Anger.

Autor: Christian Bormann, 15.02.2016
Redaktionelle Bearbeitung: Martina Krüger, 31.03.2016