Im Rahmen des FID-Netzwerks NordOst veranstaltete der Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa (FID Ost) ein Webinar zum Recherche- und Analysetool „Integrum Social Networks“ (ISN).1 Alexander Smoljanski von der Firma Integrum stellte dabei die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten des Tools für die Analyse von Diskussionen in sozialen Netzwerken des postsowjetischen Raums vor.
Social Media als wissenschaftsrelevante Informationsquelle – Webinar zur Benutzung von „Integrum Social Networks“ am 18. Juni um 14:00 Uhr
Welche Themen dominieren mit Bezug auf das östliche Europa aktuell die private und öffentliche Diskussion, und welche sind in den Hintergrund getreten? Welchen Niederschlag fanden die Ereignisse des russischen Überfalls auf die Ukraine in sozialen Netzwerken? Welche Fakten und Fakes lassen sich identifizieren? Wie werden diese von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Herkunftsländer diskutiert? Wo zeigen sich politischer Konsens oder Dissens? Die systematische Analyse von Beiträgen in sozialen Medien ermöglicht es, solche Fragestellungen empirisch zu untersuchen. Mit „Integrum Social Networks“ steht hierfür ein leistungsfähiges Recherche- und Analysetool zur Verfügung, dessen Funktionen im Webinar vorgestellt werden.
Understanding Political Thought in the Russian Empire Through Translation: A Research Project and Database of the Max Weber Network Eastern Europe
Gastbeitrag von Vladislav Rjéoutski, Max Weber Netzwerk Osteuropa

Homepage of the Corpus of Russian Translations – English Version
It was in the eighteenth century that Russian political language was born. The digital project The Corpus of Russian Translations of Social and Political Works of the Eighteenth Century of the Max Weber Network Eastern Europe1 explores the process of the transfer, adaptation and reception of key European political ideas and concepts in the Russian Empire during this period.
Multiplikatoren – Feedback-Kanal – erweiterte Zielgruppe: FID-Netzwerk NordOst im Dialog mit Fachreferaten und Spezialbibliotheken
Um den Dialog mit Fachreferaten und Spezialbibliotheken zu intensivieren, hat das FID-Netzwerk NordOst – bestehend aus dem FID Nordeuropa, dem FID Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa sowie dem FID Slawistik – im Rahmen der 113. BiblioCon 2025 in Bremen erstmalig eine öffentliche Arbeitssitzung zur FID-übergreifenden Vernetzung mit Bibliothekskolleginnen und -kollegen ausgerichtet. Die Veranstaltung wurde von der VDB-Kommission für Fachreferatsarbeit mitbeworben und moderiert. Auf der BiblioCon, die vom 19.–22. Mai 2026 in Berlin stattfindet, wird das bewährte Format fortgesetzt.
„Zeitung ohne Papier“ – die Anfänge des Radios in der Sowjetunion

Lenin spricht in ein Phonogramm im Moskauer Kreml, 29.3.1919. Radioslušatelʹ (Radio-Hörer) Nr. 9, 1928, S. 1. Link zum Titel in BSB DISCOVER!
„Hallo! Hallo! Hier spricht Moskau! Hören Sie zu! Hören Sie zu! Hören Sie zu! Heute erscheint die erste Ausgabe der Radio-Zeitung der Russischen Telegrafenagentur ROSTA.“ Mit diesen Worten startete der nach der Kommunistischen Internationale benannte Moskauer Komintern-Radiosender am 23. November 1924 den regulären Betrieb. Dieser Tag gilt als das Gründungsdatum des sowjetischen öffentlichen Hörfunks.
Verbesserung der Qualität von Normdatensätzen zur Ukraine in der Gemeinsamen Normdatei (GND)

Logo der Gemeinsamen Normdatei (GND)
Wie sichtbar ist die Ukraine in der Gemeinsamen Normdatei (GND)? Ein Projekt des Fachinformationsdienstes Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa (FID Ost) an der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) arbeitet seit 2025 daran, die Qualität ukrainischer Normdatensätze systematisch zu verbessern. Der Blogbeitrag gibt Einblick in Ziele, Herausforderungen und den aktuellen Stand des Projekts – von der Korrektur überholter Namensformen bis hin zur Anpassung an veränderte Suchgewohnheiten von Nutzenden – und zeigt, warum diese Arbeit für Wissenschaft, Bibliotheken und Informationsinfrastrukturen von zentraler Bedeutung ist.
germandocsinrussia.org – Portal zu deutschen Trophäenakten im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation (CAMO)

Screenshot von germandocsinrussia.org: Auswahl von Findbüchern aus dem Bestand 500 © 2026 Max Weber Stiftung
Das Portal germandocsinrussia.org eröffnet der internationalen Forschung einen einzigartigen Zugang zu rund 25.000 deutschen Beuteakten aus dem Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums in Podolsk. Der Gastbeitrag1 von Matthias Uhl (Max Weber Netzwerk Osteuropa) zeichnet die Entstehungsgeschichte eines außergewöhnlichen Digitalisierungsprojekts nach und gibt einen detaillierten Einblick in Umfang, Struktur und historische Bedeutung der Bestände. Damit werden zentrale Quellen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungspolitik kostenfrei und dauerhaft online verfügbar gemacht.
Russische und belarussische Exilverlage – Überblick und Einordnung in die aktuelle politische Lage
Gastbeitrag von Leonid Mejibovski, Esterum
In den vergangenen drei Jahrzehnten sind in der westlichen Welt zahlreiche Verlage entstanden, die von Emigranten aus Russland und Belarus gegründet wurden. Der erste war der Verlag „Literaturnyj Evropeec“, der seit Anfang der 1990er Jahre in Frankfurt am Main ansässig ist und lange Zeit der einzige „neue“ Emigrantenverlag blieb. Mit dem zunehmenden innenpolitischen Druck in Russland und Belarus zu Beginn des 21. Jahrhunderts setzte in den vergangenen Jahren eine neue Welle von Verlagsgründungen im Ausland ein.
LGBTQ und Soviet Woman – Quellen und Literatur für die Gender Studies zu Ländern des östlichen Europas
Zugegeben: Die Vielfalt und Facettierung von Begriffen wie LGBTQ, LGBT, LGBTI, LGBTIQ, LGBTIQ+ -etc.1, stellvertretend gebraucht zur Beschreibung von in der Gesamtgesellschaft noch nicht durchweg geläufigen Geschlechtern und Lebenskonzepten, zusammengefasst in Akronymen, die mal mit der einen, mal mit der anderen Schwerpunktsetzung abgeändert und gebraucht werden – all das lässt sich teils nicht unmittelbar entschlüsseln und kann auf den ersten Blick verwirren. Genau in dieser Heterogenität drückt sich letztlich aber eines der wichtigsten Anliegen der LGBTQ-Community aus: Das Erklären von Nicht-Heteronormativität, Vielfalt und das Werben um individuelle sowie gesellschaftliche Offenheit und Toleranz gegenüber bislang Nicht-Anerkanntem oder Marginalisiertem. Denn die Welt ist nun einmal faktisch nicht eindimensional – sie war es nie und wird es nie sein! Und auch wenn Schwarz-Weiß-Denkmuster in summa leichter verständlich sein mögen, so dient letztlich – um in der Logik der Farblehre zu bleiben – die Gesamtheit eines reichhaltigen Farbspektrums mit allen Übergängen, symbolisiert im Regenbogen der entsprechenden Bewegung, doch wesentlich besser zu ihrer adäquaten Beschreibung. Diese Vielfalt macht eine nicht geringe auch intellektuelle Leistung erforderlich, sowohl beim Erklären als auch beim Verstehen. Und für Länder und Gesellschaften, die noch in stärker traditionellen Erlebenswelten verhaftet sind, gilt dies gewiss in noch größerem Maße. Derlei geistigen Aufwand verdeutlicht eine bislang einzigartige Quellensammlung zur LGBTQ-Thematik in Ländern Ostmittel- und Südosteuropas besonders anschaulich.
Die beste und schönste Metro der Welt
„Wir hörten: 80.000 haben die Metro gebaut, viele noch nach der täglichen Arbeit, oft die Nächte durch.“ So fängt das Gedicht Inbesitznahme der Großen Metro durch die Moskauer Arbeiterschaft an, das Bertold Brecht – gerade in der Sowjetunion auf Besuch – in der in Moskau erscheinenden kommunistischen Deutschen Zentral-Zeitung am 16. Mai 1935 veröffentlichte.i
Am Vortag, am 15. Mai 1935, wurde in Moskau die erste Linie der Metro feierlich eröffnet: eine 11,5 km lange Strecke mit 13 Stationen unter dem Zentrum der Stadt.
Heute gehört die Moskauer Metro mit 271 Stationen, über 470 Kilometern und 2 Milliarden Fahrgästen jährlich zu den U-Bahnen mit dem längsten Streckennetz und dem größten Passagieraufkommen weltweit. Bekannt sind ihre mitunter sehr aufwändig gestalteten Stationen, die man auch als „unterirdische Paläste“ bezeichnet.
Der Bayerischen Staatsbibliothek gelang es, ein seltenes und interessantes Dokument aus dem Jahr 1932 zu erwerben: Eine von Mitarbeitern der London Underground erstellte Machbarkeitsstudie zum Bau der U-Bahn in Moskau.
Osteuropa im Fokus: Digitalisiertes und lizenziertes Filmmaterial für die Film- und Osteuropaforschung
Begreift man Film als „eye of the twentieth century“1, dann wird der unschätzbare Wert dieser Quellengattung für die Erforschung der jüngeren Geschichte rasch deutlich. Filme dokumentieren nicht nur Ereignisse in bewegten Bildern, sondern spiegeln auch gesellschaftliche Entwicklungen, kulturelle Strömungen und zeitgenössische Wahrnehmungen wider. Die Erforschung der filmgeschichtlichen Diskurse trägt dazu bei, ein lebendigeres und facettenreicheres Bild der Geschichte und Gesellschaft zu zeichnen. Dies gilt für das östliche Europa nicht anders als für andere Großräume.
Die Zugriffsmöglichkeiten auf Filme und Literatur des filmgeschichtlichen Diskurses konnten dabei in den letzten Jahren gerade mit Blick auf den osteuropäischen Raum durch zahlreiche Digitalisierungsprojekte deutlich verbessert werden. Das Material ist ganz heterogen und zumeist in Datenbanken aufbereitet. Von Dokumentarfilmen, Dramen und Animationen über filmwissenschaftliche Fachzeitschriften bis hin zu Kinozeitschriften und Archivdokumenten liegt es teils frei zugänglich, teils lizenzpflichtig vor.
„Miszellen zur Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung“ – neue digitale Reihe eröffnet auf „OstDok“ Einblicke in die Welt der Osteuropastudien
„Nur was gedruckt wird, bleibt!“ – so eine gängige Einschätzung zur modernen geisteswissenschaftlichen Forschungsrezeption. Und auch wenn die Entwicklung des elektronischen Publizierens dieser Sicht seit über zwei Jahrzehnten zunehmend etwas entgegenzusetzen weiß, so lässt sich dennoch nicht leugnen, dass so manches Dokument, manches Manuskript von teils größtem Wert für die Forschung unveröffentlicht in der heimischen Schublade verbleibt und nie den Weg in die wissenschaftliche Öffentlichkeit findet. Mit der Gründung einer digitalen Miszellen-Reihe schließt der Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa (FID Ost), der mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft u.a. für die Informationsversorgung der deutschen Osteuropastudien verantwortlich zeichnet, nunmehr diese Lückei. Bereitgestellt werden die Beiträge dabei auf dem zentralen Fachrepositorium „OstDok – Osteuropa-Dokumente online“ (www.ostdok.de), der weltweit einzigen Rechercheplattform ihres Profils für Open-Access-Volltexteii.
Hinter den Kulissen des Fachinformationsdienstes Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa: Social Media im Fokus
Ende Januar 2025 legte der Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa (FID Ost) seinen Account auf X (ehemals Twitter) still und ersetzte ihn zugleich durch einen neuen auf der Social-Media-Plattform Bluesky.[1] Damit folgten wir vom FID Ost unserer Fachcommunity in Deutschland – Forschenden, Forschungseinrichtungen, universitären Instituten und Verbänden, welche im Bereich der Ost- und Südosteuropastudien tätig sind. Diese wechselten seit 2023 kontinuierlich zur Bluesky-Plattform, die sich in den letzten Monaten zu einem wichtigen Instrument der Wissenschaftskommunikation entwickelt hat.[2] Ob der Schritt hin zu Bluesky für uns lohnt, lässt sich nach knapp drei Wochen Aktivität noch nicht sagen. Der Erfolg wird nicht primär an der Zahl der Followers oder der Likes gemessen. Viel entscheidender ist ein direkter Austausch mit Osteuropaexpertinnen und –experten – im In- und Ausland –, da dieser die Hauptaufgabe des FID Ost beeinflusst: die Erwerbung und die Bereitstellung von Forschungsmaterialien und Fachinformationen für die deutschen Ost- und Südosteuropastudien. Um diese Dynamik zu veranschaulichen, gibt der vorliegende Beitrag einen Einblick in ausgewählte Projekte des FID Ost, die durch seine Aktivität und Vernetzung auf Twitter/X entstanden sind.
Neues Ego-Dokument im Open Access: Der Bericht des Kaufmanns Karl Jörgensen über seine Reise ins revolutionäre Russland
Die vom Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa (FID Ost) bereitgestellte Plattform mit Ego-Dokumenten wurde um eine neue Quelle ergänzt. Dabei handelt es sich um einen Bericht des Hamburger Kaufmanns Karl Jörgensen (1874-1948), der im Mai/Juni 1918 im Auftrag des Reichswirtschaftsamts eine Reise nach Russland unternahm. Seine eindrucksvollen Beobachtungen hielt Jörgensen in dem 15 Seiten umfassenden maschinengeschriebenen Bericht fest. Dieses im Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Wolfenbüttel verwahrte Dokument liegt nun in einer edierten Online-Fassung vor:
Zur Umfrage des FID Ost 2024 – Erwartungen und Feedback der Nutzenden
Im Januar 2024 führte der Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa eine Online-Befragung durch, um besser zu verstehen, wer ihn nutzt, was seine Nutzenden brauchen und wie sie die vorhandenen Angebote bewerten. Um mehr über die Zielgruppe zu erfahren, wurden in einem ersten Frageblock Fragen zu aktuellen Literaturbedarfen, zum beruflichen Status, zu Mitgliedschaften in Fachverbänden sowie zum Informationsverhalten gestellt. Im zweiten Frageblock wurde Feedback zu den einzelnen Angeboten sowie geplanten Weiterentwicklungen eingeholt.