Am 29. April 1913 aber wurde von der Fa. Siemens & Halske in Spandau der Nummernschalter mit Fingerlochscheibe für den Selbstwählbetrieb zum Patent angemeldet, Abb. rechts: manche jungen LeserInnen werden solcherlei antikes Artefakt in natura wahrscheinlich gar nimmer kennen. Damit begann das Zeitalter der Selbstwähltelefonie.
Drei Jahre zuvor waren die ersten Astronauten auf dem Mond gelandet, aber bis ins Jahr 1972 gehörte Neulengbach im schönen Wienerwald zu den letzten Sprengeln im österreichischen Post-Telefonnetz, welche auf den Anschluss an den Selbstwählverkehr warten mussten. Bis dahin hatten wir daheim ein schickes Kurbeltelefon ohne Wählscheibe, wie in Abb. links – noch Anfangs der 70er-Jahre, nicht gelogen. Wenn man jemanden anrufen wollte, musste man zuerst kurbeln, worauf sich das Fräulein vom Amt meldete. Der sagte man sodann die Nummer an, mit der man telefonieren wollte, und draufhin stöpselte sie die Verbindung zum gewünschten Teilnehmer durch. Wenn wir als Kinder beim Neulengbacher Postamt vorbeigingen, konnten wir durchs Fenster das Fräulein vom Amt mit ihren Kopfhörern sehen, wie sie da drinnen emsig am Klappenschrank herumstöpselte. (Kennen Sie die Szene aus den alten “Lassie“-Schwarzweißfilmen? ;)Das allerletzte österreichische Fräulein vom Amt war indessen ein Mann, am 14. Dezember Anno 1972 stellte er in Karlstein/Thaya im Waldviertel die letzte Telefonverbindung durch manuelles Stöpseln her.

(Als ich mir unlängst ein neues Handy anschaffte und dem Verkäufer-Jungspund erzählte, dass mein erstes Handy noch eine Antenne zum rausziehen hatte, da schaute der mich an als käme ich geradewegs aus dem Kuriositätenkabinett. Das mit unserem Neulengbacher Kurbeltelefon aus der Prä-Wählscheiben-Ära hätte der mir bestimmt nicht geglaubt.)








Das Fahrschulmotorrad war damals eine R68er BMW mit Seitenwagen, wie 






Als Kindern wurde uns manchmal, wenn unerwartet Besuch kam, aufgetragen Sodawasser zu holen. Die Erwachsenen spritzten ihren Wein damit, und auch die Kinder kriegten zu solchen Anlässen ihr Himbeerwasser mit Soda, was es für gewöhnlich nur mit Leitungswasser gab. Mit peinlicher Achtsamkeit, sie nicht fallen zu lassen, trugen wir die Siphonflasche aus Glas (Abb. rechts) über die Hechtlbrücke, um sie drüben beim Ondra gegen eine gefüllte einzutauschen. (Mittlerweile wurden die Gebäude samt Geschäftslokalen dort planiert und eine breite Schneise für die Durchzugsstraße quer durch den Ortskern geschlagen, wo der Hauptverkehr unablässig vorüberbrettert – heute fiele es gewiss keinen Eltern mehr ein, kleine Knirpse mutterseelenallein loszuschicken und sie unbegleitet überqueren zu lassen.) Das Pfand für die Sodawasserflasche kostete 10 Schilling, der Aufpreis für eine gefüllte nur einen: die Leerflasche war somit wesentlich kostbarer als der Inhalt, daher unsere gebotene Vorsicht beim hin- und heimtragen.
Als Kinder wurden wir in den Sechzigerjahren von der Mutter zum Milchholen geschickt: mit den abgezählten Schilling und Groschen in der einen und der Milchkanne (Abb. rechts), welche es dazumals in jedem Haushalt eine gab, in der andern Kinderhand stiefelten wir los, um sie auffüllen zu lassen.

Heute vor 110 Jahren fand das erste Slalomrennen der Schigeschichte statt, nämlich am Muckenkogel bei Lilienfeld, Niederösterreich. Veranstalter war Herr Mathias Zdarsky, Erfinder der sogenannten »Lilienfelder Skilauf-Technik« und damit des alpinen Schilaufs.







