»Wortwiederholungen im Text sind zu vermeiden!« bleute uns Herr Oberlehrer dereinst im Deutschunterricht ein, wenn es einen Aufsatz zu schreiben galt: »Wer sich an diese Regel nicht hält, schreibt keine ordentlichen Texte und wird es mit Schreiben nicht weit bringen.«
(Der kleine Willi aber hatte im Unterricht nicht aufgepasst und hielt sich nicht an diese Regel, darum schrieb er keine ordentlichen Texte, z.B.:
»Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!«
Wortwiederholungen im Text! Kein Wunder dass es der kleine Willi mit Schreiben nicht weit brachte.)
Beim SPIEGEL hält man sich bekanntlich unerbittlich daran und macht es artig vor –
– und darum heißt dort etwa ein Bundestrainer im Text kein zweitesmal hintereinander »Bundestrainer« sondern »Fußball-Lehrer«, und Österreich nicht »Österreich« sondern »die
Alpenrepublik«, »der
Alpenstaat«, oder originellerweise gar »der
Bergstaat«.
(Klar gibts in Österreich auch Berge, ihr Heinis, möchte man ausrufen, es gibt auch Kirchen: ist Österreich deswegen »der Kirchenstaat«? In Deutschland gibts Inseln, ist Deutschland deswegen ein »Inselstaat«?)
Die Gendersternsinger*innen von “Pinkstinks – Magazin, Kampagnenbüro und Bildungsorganisation gegen Sexismus“ bringen es indessen zuwege, in
einem Artikel über »Männer, die sexistisch über Frauen reden« Wortwiederholungen konsequent zu vermeiden, indem sie »Männer« bzw. »Frauen« alternierend durch die Begriffskonstrukte »maskuline Personen«, »maskuline Menschen« bzw. »feminine Personen«, »feminine Menschen« oder »weiblich gelesene Menschen« ersetzen: genderingmanieristischer Schwurbelschwatz in schönster Blüte!
(Männlich gelesene Menschen werden dort hingegen nicht angeführt – bloßes Versehen, oder womöglich ein Fall von geschlechtsspezifischer Diskriminierung?)