Autor: nömix
Schlagzeile der Woche
Wer? und Was?« (Wolf Schneider, “Die Überschrift“)
Es gilt die Unsinnsmutmaßung
Ein gefälschter Pass auf den Namen eines Anderen, obwohl Epsteins Passfoto drinpickt: was soll denn an so einer Fälschung »mutmaßlich« sein?
»Der angebliche Pass«. Dass das falsche Adjektiv »mutmaßlich« häufig an unpassender Textstelle Verwendung findet, wo es stattdessen richtigerweise »angeblich« zu heißen hätte, ist ebenfalls eine traditionelle Unsitte. In welcher Art oder Weise aber sollte ein Pass, ob falsch oder nicht, denn »angeblich« sein? Das ist doch eklatanter Unsinn, wie das dasteht.
.. worden. Grammatisch richtig hieße es freilich, der Pass »wurde gefunden«. Hier aber handelt sichs wie üblich um eine jener unsinnigen APA-Faxen mit der Verwendung des Plusquamperfekts, wo gar keins hingehört, welche der Copy&paste-Beauftragte beim “Standard“ wie üblich unbesehen samt Falschschreibung gecopy&pasted hat. Copy, und passt.
Grundlagenproblematisches
Koinzidentes
| Koinzidenz (aus lateinisch con “zusammen“, und incidere “vorfallen“) ist ein zeitliches und/oder räumliches Zusammenfallen von Ereignissen und/oder Umständen. Den Fehlschluss von der Koinzidenz zweier Ereignisse auf einen kausalen (ursächlichen) Zusammenhang nennt man Scheinkausalität oder “Cum hoc ergo propter hoc“. ▶️ |
- »Gestern fiel in China ein Fahrrad um und ein Erdbeben fand statt.«
- »Frau heißt Elfriede und wird in Hamburg von Wolf gebissen.«*
8. April
Heute vor 125 Jahren, am 8. April 1901, fand in Wien das erste inoffizielle Länderspiel der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft statt, gegen die Schweiz. Da einige der Spieler noch zur Schule gingen und Schülern dazumals, auch wenn sie schon 17 oder 18 Jahre alt waren, das Fußballspielen in Vereinen verboten war, traten diese unter Pseudonymen an und trugen aufgeklebte falsche Bärte, um nicht erkannt zu werden. Als Goalgetter tat sich »der G’stutze« Johann Studnicka hervor, der später zu einer der herausragendsten Persönlichkeiten der österreichischen Fußballgeschichte wurde.
(Das Schweizer Nationalteam kam nicht, wie spöttische Zeitgenossen kolportierten, auf ihrem Mannschafts-Velo nach Wien angereist, sondern per Eisenbahn.)
Österreich gewann das sogenannte Ur-Länderspiel gegen die Schweiz mit 4 : 0.

Die österreichische Nationalmannschaft von 1901, einige Spieler mit aufgeklebten Bärten. Die Trikotfarben weiß/schwarz wurden für Auswärtsspiele bis heute beibehalten.
Essayistisches: Hypotaktisches, ..
Steht als Einleitungssatz eines Essays des Kultur-Ressortleiters in der SZ.
Eh klar: wozu sollte man einen Satz geradeheraus formulieren, wenns auch über drei Ecken geht. Wir sind ja hier beim Föhjetong und nicht im Grundkurs »Verständlich Schreiben«.
In derselben exaltierten Syntax gehts dann auch weiter:
| »Es ist nun zunächst wieder interessant, wie viele Frauen sich in einer immer älter werdenden Gesellschaft mit dem Alter auseinandersetzen in Romanen wie auch Sachbüchern, und wie wenige Männer, das muss man als Mann, der, wie Scheck, die Lebensmitte überschritten hat, so er nicht überraschenderweise älter als 120 Jahre werden wird, einfach mal sagen.« |
Hypotaktische Volten, dass einem beim Lesen schwindlig wird. Tipp zur Erleichterung der Lesbarkeit: denken Sie sich hinter »Männer« anstatt des Beistrichs (=Komma) einen Punkt als Satzende, und streichen Sie die beiden Beistriche vor und hinter »wie Scheck« ersatzlos.
Ich weiß nicht, wie der Essay weitergeht – hab den nimmer weiter gelesen, das Entzwirbeln dieser aufgesetzten Satzverschachtelungs-Faxen ist mir zu strapaziös, als dass mir ein Lesevergnügen daraus erwüchse.
Der 25. Februar ist übrigens der Ehrentag der Hypotaxe, siehe: ▶️ ▶️
Serviervorschlag:
Meteorologisches: Wetter-Wahnsinniges
| »André W. arbeitet am Newsdesk und ist Newsmanager. Er studierte an der Universität Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Nach Abschluss des Magisterstudiums heuerte er bei der Tageszeitung “Heute“ an.« (Heute.at) |
Was sie dem Was-mit-Medien-Akademiker am Newsdesk der Online-Knallpostille “Heute.at“ morgens ins Müesli mischen damit der solche Wettermeldungen raushaut, ist nicht überliefert, aber was rezeptfreies ist es mutmaßlich nicht:
Wetter-Wahnsinn, Rufzeichen. Wenn in Wien Schnee fällt, mitten im Winter.
(SchneeHammer: aus der Reihe “Deppenmajuskel statt Deppenbindestrich“?)
Alliteratives, wohin das Auge blickt:
Hagel-Hammer haut hart hin.
Winter-Peitsche, nicht zu verwechseln mit Eis-Peitsche:
Eis-Peitsche, nicht zu verwechseln mit Kälte-Keule:
Wenn die Schneewalze zuschlägt:
Oder wenn gar die »Schneise« wütet:
Wenn der Wetter-Wahnsinn am Newsdesk zuschlägt.
28. März – Wo warst du als das Licht ausging
(Der Standard)Am Abend des 9. November 1965 fiel im Nordosten der USA und Teilen Kanadas großräumig der Strom aus, es war der denkwürdige New York Blackout: mehrere Bundesstaaten versanken in Dunkelheit, 30 Millionen Menschen saßen im Finstern. Neun Monate später verzeichnete die Statistik im betroffenen Großraum angeblich einen signifikanten Anstieg der Geburtenrate, wie die New York Times in einer Artikelserie kolportierte.
Gestern abend fand zum hehren Zwecke der Rettung des Weltklimas wie immer am letzten Samstag im März die Aktion “Earth Hour – Licht aus für das Klima“ statt.¹ Eh alle brav mitgemacht?
Ob sich mit einer Aktion “Licht aus“ am Samstagabend das Problem des fortschreitenden Geburtenrückgangs in den Industrieländern ebenso angehen lässt wie das mit dem Weltklima, ist allerdings fragwürdig.
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¹ (nicht zu verwechseln mit dem World Jump Day)
Annonciertes: Versuchen Sie Folgendes
25. März
Heute vor 60 Jahren wurde Jeff Healey (1966-2008) geboren, der leider früh verstorbene famose Gitarrist, Trompeter & Sänger. Healey spielte die Gitarre auf unkonventionelle Manier wie eine Steel Guitar, indem er sie auf dem Schoß liegen hatte, oder zuweilen auch mit den Zähnen.
Hier mit einer originellen Vintage-Nummer, among friends: ![]()
21. März – Blümchenpoetisches
Ein Großteil von Goethes Lyrik hat Weltgeltung erlangt und gehört zum bedeutendsten Teil des lyrischen Kanons der deutschen Literatur. Freilich war selbst einer der bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache nicht davor gefeit, nebst erhabener Dichtkunst mitunter auch manch schieren Schmarrn hervorgebracht zu haben, etwa solch süßliche Blümchenpoesie:
Hört, was der Herr Geheime Ratallhier mit einem Blümchen tat:
grub’s aus und grub es wieder ein –
wofür sollt’ das denn nütze sein?
(Stand’s Blümchen nimmermehr im Wald,
so stand’s hernach woanders halt.)
Aufgelesenes (CCI)
18. März
- »Ein Schriftsteller, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte, kann immer noch über einen Schriftsteller schreiben, dem nichts einfällt worüber er schreiben könnte.«
Aufgelesenes (CC)
Es gilt die Unsinnsvermutung
Offenkundig bezichtigte ihn die Frau einer sexuellen Begegnung, was immer man sich darunter vorzustellen hat. Kaum anzunehmen, dass die Frau in ihrer Bezichtigung angab, die Art der sexuellen Begegnung mit Trump wäre eine »mutmaßliche« gewesen.
Sehr häufig findet das virale Unwort »mutmaßlich« dort völlig unsinnige Verwendung, wo es stattdessen »angeblich« heißen müsste. Da steht dann etwa solcher absurde Widersinn:
- »mutmaßliche Opfer« Weißmanns heißt: vermutlich handelt sichs um seine Opfer;
- ergo handelt sichs bei Weißmann mutmaßlich/vermutlich um einen Täter;
- das bedeutet: ergo würde für ihn die Schuldvermutung gelten.
8. März – Internationaler Frauentag
7. März – Im Telephonmuseum
Am 29. April 1913 aber wurde von der Fa. Siemens & Halske in Spandau der Nummernschalter mit Fingerlochscheibe für den Selbstwählbetrieb zum Patent angemeldet, Abb. rechts: manche jungen LeserInnen werden solcherlei antikes Artefakt in natura wahrscheinlich gar nimmer kennen. Damit begann das Zeitalter der Selbstwähltelefonie.
Drei Jahre zuvor waren die ersten Astronauten auf dem Mond gelandet, aber bis ins Jahr 1972 gehörte Neulengbach im schönen Wienerwald zu den letzten Sprengeln im österreichischen Post-Telefonnetz, welche auf den Anschluss an den Selbstwählverkehr warten mussten. Bis dahin hatten wir daheim ein schickes Kurbeltelefon ohne Wählscheibe, wie in Abb. links – noch Anfangs der 70er-Jahre, nicht gelogen. Wenn man jemanden anrufen wollte, musste man zuerst kurbeln, worauf sich das Fräulein vom Amt meldete. Der sagte man sodann die Nummer an, mit der man telefonieren wollte, und draufhin stöpselte sie die Verbindung zum gewünschten Teilnehmer durch. Wenn wir als Kinder beim Neulengbacher Postamt vorbeigingen, konnten wir durchs Fenster das Fräulein vom Amt mit ihren Kopfhörern sehen, wie sie da drinnen emsig am Klappenschrank herumstöpselte. (Kennen Sie die Szene aus den alten “Lassie“-Schwarzweißfilmen? ;)Das allerletzte österreichische Fräulein vom Amt war indessen ein Mann, am 14. Dezember Anno 1972 stellte er in Karlstein/Thaya im Waldviertel die letzte Telefonverbindung durch manuelles Stöpseln her.

(Als ich mir unlängst ein neues Handy anschaffte und dem Verkäufer-Jungspund erzählte, dass mein erstes Handy noch eine Antenne zum rausziehen hatte, da schaute der mich an als käme ich geradewegs aus dem Kuriositätenkabinett. Das mit unserem Neulengbacher Kurbeltelefon aus der Prä-Wählscheiben-Ära hätte der mir bestimmt nicht geglaubt.)
6. März
Heute ist übrigens der Tag des Zahnarztes, falls man dem Kalender glauben will.
- »Der Zahnarzt ist ein armer Hund,
er lebt ja von der Hand im Mund.«
(Bayerisches Sprichwort)
Nomen est omen:
Haben Sie gewusst, dass der Zahnarzt auf österreichisch Pappenschlosser heißt.
[Pappen, mdal. = Mundwerk]
4. März
Dolm-Deutsch der Woche: Sinnfreies
dabei doch auch was denken lassen.« (Johann Wolfgang von Goethe)
Foto Bombe. Dafür gibts den Sonderpreis für sinnfreies Dolm-Deutsch der Woche.
2. März
Wissenswertes über Namen erfahren Sie hieramts unter der Rubrik Nominelles: ▶️, falls Sie dafür Interesse haben.
1. März – Tag des Schweins
Mediensoziolektisches – Über das »Aus«
Mit dessen mutwilligem Gebrauch geht oftmals auch das Aus der Verständlichkeit einher:
Was soll denn das überhaupt heißen:
- Das Aus der Berlinale wäre deren Ende?
- Ihr Ende wäre das Aus der Berlinale?
- Ihr Aus wäre das Aus der Berlinale?
- »Ihr Rücktritt wäre das Ende der Berlinale«.
Ergreifendes*
Aufgelesenes (CXCIX)
Schwurbelkolumnistisches: Pizzalistisches
Wir, schon wieder mal. Aber wen meint der denn mit seinem omnipräsenten »wir«?
| »Aktuell reden wir uns um den Verstand.« |
Aktuell. Wir. Ich bin noch bei Verstand und fühle mich da eigentlich nicht angesprochen, Sie vielleicht?
| »Ich nenne dieses Prinzip „Pizzalismus“: die systematische Überdehnung von Themen, bis sie ihre Wirkung verlieren. Pizzalismus funktioniert wie ein Pizzateig, der endlos ausgerollt wird.« |
Oder meint er mit »wir« womöglich eh sich selber, im Pluralis Auctoris? Überdehnung von Themen ist ja grad seine Spezialdisziplin, als Schwurbelkolumnist.
| »Immer größer, immer dünner, immer mehr Zutaten. [..] Niemand kann diese Pizza essen« |
Da sind sie, schon wieder mal: die schrägen Sprachbilder, die ihm wie vermutet von einer KI als Zutaten auf seinen pizzalistischen Kolumnenteig gestreut werden.
| »Auch im Sport wird endlos geredet. Vorberichte, Nachberichte, Expertenrunden, Prognosen, Taktikdebatten. Im Handball wie im Fußball wird jede Eventualität vorab durchgespielt.« |
Welchen Sport meint der? Offenbar meint er: im Fernsehen, im TV-Sportstudio. Nicht dass im Handball- wie im Fußballmatch endlos geredet würde.
| »Das Spiel wurde auf dem Feld entschieden, nicht im Studio. Genau dort endet das Reden, weil das Ergebnis zählt.« |
Ah so? Und nach dem Spiel würde im Studio oder sonstwo nimmer darüber weitergeredet, über das Spiel und das Ergebnis? Behauptet das der warnende Experte oder behauptet das die KI? Und wovor warnt der denn überhaupt?
| »Der Sport darf reden, weil er letztlich immer entschieden wird.« |
Sport darf reden. Weil er entschieden wird. Schwurbelschrieb, schon wieder mal.
| »Pizzalismus ist keine Stilfrage, sondern ein Strukturfehler unserer Zeit. [..] Eine Pizza muss irgendwann in den Ofen. Sonst bleibt sie Teig. Und Teig macht niemanden satt.« |
Wenn Pizzalismus, wie ihn der Kolumnist nennt, als »die systematische Überdehnung von Themen« definiert wird, dann ist er genau das was am Ende auf diese ausgewalzte Pizzateig-Metaphorik zutrifft.
Wer »wir« sind, die sich angeblich »um ihren Verstand reden«, erfährt man in der Kolumne wiederum nicht.
Exxpressionistisches: Prozentuelles
Da haben sie im rechtspopulistischen Verunglimpfungs- & Aufhussungsorgan (Armin Thurnher: “desinformative Dreckschleuder“) “eXXpress für Selberdenker“ wieder einmal eine ganz große Nummer aufgedeckt:
Das populäre Bashing-Opfer Schilling drückte sich in einer Stellungnahme bissel patschert aus, indem sie von »zehn Haushalten« anstelle »zehn Prozent der Haushalte« spricht, wobei freilich eh jeder versteht was sie damit gemeint hat. Im Verunglimpfungsorgan “eXXpress“ aber wird aus solcher läppischen Petitesse ein angeblich erneuter Beleg für Schillings gern kolportierte mathematische Defizite gedrechselt.
Im “eXXpress“, ausgerechnet. Im Fachorgan für Prozentrechnungs-Falschpropaganda: ▶️ ▶️
13. Februar – Weltradiotag: Wir blättern im Fotoalbum
Heute ist übrigens der Welttag des Radios.
Früher™ erkannte man die lässigsten Typen immer daran, dass sie die längsten Autoradio-Antennen hatten:
Aufgelesenes (CXCVIII)
Essayistisches: Fetischistisches?
.. fragt der Essayist in der “Süddeutschen“, und darunter steht der Teaser:
Wir? Gehen mit Donald Trump ins Bett? – Befremdliche Aussage.
Indes: wie sollte der denn »unser Fetisch« sein, das ist doch völlig abwegig. Ein Fetisch ist per definitionem ein
[1] kultischer Gegenstand, dem besondere Eigenschaften zugesprochen werden; oder ein
[2] ugs.: auf Gegenstände oder bestimmte Körperteile gerichteter Sexualtrieb;
Donald Trump ist weder ein Gegenstand, noch ein faszinierender Sexualtrieb – was soll der Nonsens bedeuten?
| »Donald Trump ist der orangefarbene Planet, um den sich die Welt dreht, [..]« |
Für gewöhnlich dreht sich die Welt um ihren Mittelpunkt, und kreist als Planet um ihre Sonne: gemeint sein soll vermutlich Trump als Mittelpunkt, um den die Welt sich dreht. Oder als orangefarbene Sonne, um die sie kreist. Sinngemäß lässt sich aber eh erraten wie dieser astronomische Vergleich verstanden sein will, auch wenn der reiflich holprig daherkommt. Die Nummer mit seiner orangen Gesichtsfarbe ist halt schon bissel arg überstrapaziert, möchte man meinen.
| »Trump [..] als Referenzgröße für Schreckensgestalten. [..] Donald Trump ist das Monster, auf das wir gewartet haben. Er verkörpert alles, was wir an Ängsten [..] mitgenommen haben.« |
Da stehts nochmal:
| »Denn auch das macht Trump zu unserem albtraumhaft faszinierenden Fetisch:« |
Trump, unser Fetisch. Und weiter oben: Schreckensgestalt, Monster, Ängste. Hat der Essayist hier vielleicht schlicht den Begriff verwechselt, und meint gar nicht Fetisch sondern etwas wie Popanz (= Schreckgespenst) oder Moloch (= albtraumhafter Dämon) oder sonstwas von ähnlicher Bedeutung, oder sowas wie ein Faszinosum? Das könnte den Nonsens erklären.
| »Trump ist die zu Wirklichkeit geronnene Fantasie eines gigantischen Popanzes.« |
Na bitte, da stehts ja, wenn man ein Stück weiterliest: Popanz. Fetisch war wohl die falsche Vokabel.
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[Ungeachtet der hieramts monierten Unstimmigkeiten ist das Essay in der “Süddeutschen“ aber ein durchaus geistreiches & lesenswertes Stück, was die Betrachtungen über das Phänomen Trump anbelangt.]
7. Februar
| Der Unabhängigkeitstag in Grenada wird jährlich am 7. Februar gefeiert und erinnert an die Unabhängigkeit des Inselstaates von Großbritannien im Jahr 1974. * |
In 30 Tagen um die Welt, 12. Tag
.. über den Atlantik, nach Grenada
Auf seiner dritten Reise über den Atlantik landete Kolumbus auf der Karibikinsel Grenada, schau mer mal ▶, wie das Wetter dort ist.
Immer ist dort nicht Schönwetter, im September 2004 richtete ein Hurricane schwere Verwüstungen an. Auch das Staatsgefängnis in der Hauptstadt St. George’s wurde dabei zerstört, fast alle Insassen nutzten die Gelegenheit zur Flucht und verfügten sich unverzüglich von dannen. Ausgenommen ein Fähnlein von einigen Aufrechten, die unter Lebensgefahr in situ ausharrten während ihnen die einstürzenden Trümmer um die Ohren flogen, und anschließend im Freien sitzend die Rückkehr des Gefängnispersonals erwarteten, welches sich vor dem Sturm in Sicherheit gebracht hatte. Es handelte sich um die letzten Mitglieder der marxistischen NJM-Putschistenregierung, welche mit der US-Invasion 1983 entmachtet und inhaftiert worden waren und seitdem einsaßen. Zwei Jahrzehnte lang hatten die Inhaftierten unentwegt ein angemessenes Strafverfahren eingefordert, und nunmehr weigerten sie sich schlicht & einfach aus der Haft zu fliehen, bevor dieser Forderung nicht Genüge getan war. Aus Prinzip. Kein Witz.
Die traditionelle Nationalspeise heißt übrigens Callaloo und ist Spinat. Spinat mit Krabben. Erwähnenswert, dass die Krabben in Grenada nicht aus dem Meer gefischt werden, sondern zu Fuß auf der Insel herumspazieren und bloß aufgeklaubt werden müssen. Und dass der Spinat dort auf Bäumen wächst. Auf Spinatbäumen. Auch kein Witz.






















(Kleine Zeitung)







(Merkur.de)







(FORMAT)
(Heute)




(Kronen Zeitung)




