Für das erste Buch, das ich seit dem letzten Update beendet habe, habe ich leider keine Coverabbildung, da es nur noch antiquarisch erhältlich ist. Es handelt sich um Die Frau im Mittelalter von Erika Uitz. Zunächst muss ich dazu feststellen, dass ich den Titel für etwas irreführend halte. Genauer wäre „Die Frau in der spätmittelalterlichen Stadt“, denn es geht tatsächlich vorwiegend darum, welche Tätigkeiten, Berufe und gesellschaftlichen Stellungen in mittelalterlichen Städten ausüben bzw. innehaben konnten. Das Buch ist mit einer ordentlichen Anzahl von Quellen und Bildquellen versehen, insbesondere letztere stammen aber eben überwiegend aus dem späten Mittelalter, manche sogar aus dem 16. Jahrhundert, das meiner Kenntnis nach schon der frühen Neuzeit und nicht mehr dem Mittelalter zuzurechnen ist.
Es ist interessant, zu lesen, in welch großem Spektrum an Berufen Frauen tatsächlich wirkten und somit ist das Buch auch sehr informativ. Meiner Meinung nach kommen allerdings die Frauen, die eben nicht die Möglichkeit oder die Fähigkeiten hatten, eine solche Stellung zu erlangen, ein wenig zu kurz. Und ich hätte gerne auch etwas über die Landbevölkerung erfahren.
Das Buch ist recht anspruchsvoll und dicht geschrieben, also nicht unbedingt eine leichte Lektüre, aber auch nicht anstrengend zu lesen. Ich habe drei Sterne vergeben.
Als Nächstes las ich eine Ausgabe von Geo und griff dann zur Geo Epoche Nr. 91: Der Kalte Krieg.

Ich muss gestehen: Der Kalte Krieg ist jetzt nicht so mein Thema. Obwohl oder vielleicht gerade, weil ich ihn noch in Teilen miterlebt habe. Zudem frustriert die Lektüre etwas, wenn man bedenkt, dass der Kalte Krieg leider nun wieder aufgeflammt ist und seine Fortsetzung erlebt. Dennoch habe ich das Heft mit Interesse gelesen. Wie bei allen Themen, die nicht weit zurückliegen und daher mit unzähligen Fakten und Informationen daherkommen, ist dieses Heft besonders dicht, ich habe lange dafür gebraucht. Besonders eindrücklich waren für mich die Themen, in denen klar wurde, wie oft und wie knapp die Menschheit im Verlauf des Kalten Kriegs an einer atomaren Katastrophe vorbeigeschlittert ist. Etwa 1983, als ein sowjetischer Computer fälschlicherweise den Anflug von fünf US-Raketen anzeigte, der zuständige Oberst aber Ruhe bewahrte, die Situation richtig beurteilte (da bei einem echten Angriff sicher mehr als fünf Raketen abgefeuert würden) und einen Fehlalarm meldete. Dieser Vorfall ist bis heute eher unbekannt. Ein wenig schmerzlich war außerdem der Artikel über Michail Gorbatschow. Wenn man heute bedenkt, was er bewirkt hat, nämlich das Ende all dessen, und dann darüber nachdenkt, wie Putin das nun zunichtemacht. (Das Magazin macht aber durchaus auch deutlich, dass Gorbatschow mit seinen wirtschaftlichen Reformen gescheitert ist.) Eine wirklich gelungene Ausgabe des Geschichtsmagazins.
Mein beendetes Hörbuch im August war The Lord God Made Them All von James Herriot.

Dauer: 12 h, 2 min
Sprecher: Nicholas Ralph
Zu diesem Hörbuch habe ich eigentlich in meinem letzten Update schon alles gesagt. Ich kann aber noch ergänzen, dass ich inzwischen auf Nicholas Ralphs Instagram-Kanal erfahren habe, dass er wieder im Studio ist und offenbar ein weiteres Hörbuch einliest :-)
Als nächstes Hörbuch habe ich mir Das zweite Gesicht von Kai Meyer heruntergeladen.

Dauer: 15 h 6 min
Sprecherin: Luise Helm
Das fing nicht gut an mit uns beiden. Es war sehr schnell absehbar, dass die Protagonistin eine Entscheidung treffen würde, die ich blöd finde, und hatte befürchtet, dass das Buch damit in eine Richtung geht, mit der ich wenig anfangen kann. Ich war kurz davor, es abzubrechen. Tatsächlich traf „Chiara Mondschein“ (ich weiß, den Namen „Mondschein“ gibt es, aber trotzdem…) diese Entscheidung, ich konnte mit dem sich abzeichnenden Plot dann aber mehr anfangen als gedacht und bin dabei geblieben. Es geht grob gesagt um eine junge Frau in den 20ern, die in die Fußstapfen ihrer durch Suizid gestorbenen Schauspieler-Schwester tritt, der sie sehr ähnlich sieht. Außerdem um Spiritismus und etwaige dunkle Machenschaften eines Filmschaffenden. Ein Mystery-Thriller also. Ich habe schon in einem anderen Post angedeutet, dass ich mich nach langer Gruselabstinenz ein bisschen schwertue mit Hokuspokus, allerdings dominiert dieser das Buch auch nicht und gerade hat der Thriller-Aspekt die Oberhand (ich bin über die Hälfte hinaus). Ich bin jetzt also tatsächlich gespannt, was dabei herauskommt.
Angefangen habe ich mit den beiden Büchern, die ich aus der Saarbrücker Stadtbibliothek ausgeliehen habe. Dabei handelt es sich einmal um Lost & Dark Places: Saarland – 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte von Holger Mathias Peifer.

„Lost & Dark Places“ ist eine ganze Buchreihe des Verlags, die sich mit verschiedenen Regionen Deutschlands befasst. Das Buch über das Saarland macht erst mal stutzig, da sich einige der beschriebenen Orte überhaupt nicht im Saarland befinden, einer liegt sogar bei Bad Kreuznach. Aber gut, nehmen wir das Buch einfach als Ratgeber für Ausflugstipps, sind das sicher Ziele, die man vom Saarland aus gut im Rahmen einer Tagestour besuchen kann.
Zunächst einmal gefällt mir, dass dem Text Verhaltensregeln für Lost Places vorangestellt sind. Trotz der übertriebenen Bemühungen des Autors, mittels abenteuerlicher Bezüge (sinngemäß z. B. könne Spielbergs Poltergeist auch in Saarbrücken spielen, weil da ja auch ein alter Friedhof heute anderweitig genutzt wird. Okayyyyy…) eine gewisse gruselige Atmosphäre zu schaffen, hat mir das erste Kapitel gleich gut gefallen. Der alte Friedhof in Alt-Saarbrücken plus jüdischer Friedhof und Deutschherrnkapelle, das ist sicher ein interessantes Ziel, werde ich mir anschauen. Zumal ich von der Deutschherrnkapelle gar nicht wusste, dass sie aus dem 13. Jahrhundert stammt und somit das älteste Bauwerk Saarbrückens ist. Auch das Kapitel über den in meiner Ecke allseits bekannten „Stiefel“ (eine Felsformation) und seine Umgebung fand ich gut, auch das notiere ich mir als Ziel. An einer Stelle brachte mich ein Sprung von den Neandertalern (Faustkeil von Ludweiler) zu den Kelten zum Husten. Da lag doch ein klitzekleiner Zeitraum dazwischen… Die weiteren Kapitel haben mich bisher nicht ganz so interessiert, ich bin inzwischen aber auch im Teil über neuere Bauten angelangt und wie ihr wisst, ich mag es alt ;-) Ich bin kurz vor der Hälfte, lese jeden Abend drei Kapitel.
Meine aktuelle Hauptlektüre ist Die vollständige Maus von Art Spiegelman.

Ich glaube, über das Buch muss ich euch dank seines hohen Bekanntheitsgrades nicht viel erzählen. Art Spiegelman schildert in zwei Teilen das Überleben seiner Eltern als polnische Juden im Zweiten Weltkrieg. Dabei sind Juden als Mäuse, Nazis als Katzen, Polen als Schweine (nicht despektierlich) dargestellt.
Zunächst dachte ich, als ich den Kommentar von Christine Brink und Josef Joffe las, die das Buch übersetzt haben, dass ich es doch besser auf Englisch gelesen hätte. Tatsächlich haben die beiden das aber so gut gemacht (jiddisch gefärbtes Englisch wurde in jiddisch gefärbtes Deutsch übersetzt), dass ich sogar froh bin, zu der Übersetzung gegriffen zu haben, könnte mir vorstellen, dass das Jiddisch im Deutschen stärker nachwirkt als im Englischen.
Ich bin bereits im zweiten Teil, der bisher in Auschwitz spielt, und wirklich begeistert. Was für eine eindringliche Darstellung der Grauen des Holocaust, aufbereitet in einer so persönlichen und besonders zugänglichen Form. Auch wenn man wenig Affinität zu Comics hat, sollte man sich diesen unbedingt anschauen.
Soweit mein aktuelles Leseupdate. Ich erwarte, dass ich noch heute (Freitag) mit „Maus“ fertigwerde, und werde mir dann erst mal eine weitere Ausgabe von Geo vornehmen (muss endlich mal ein wenig aufholen mit der Lektüre).
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!




