12. April 2026, Sonntag
Wie Sex im Wald geht, wollte eine Leserin, eine geschätzte, wissen, verstehe, verstehe.
Ich würde sagen, so: Gucken, ob ein Jäger in der Nähe ist oder sonst jemand, der stört, schön großen Baum aussuchen — die geraden mit Durchmesser von über fünfzig Zentimeter sind gut —, Mann oder Frau (je nach Geschmack) an den Baum lehnen, mit der Gesäßseite zu sich drehen, Pimmel raus und …. ja, normal!
Ich würde den ganzen Vorgang hier gerne auch noch einmal aus Frauenperspektive schildern, klar, einfach, weil ich das literarisch interessant fände, aber, ich merke auch: Da fehlen mir die Wort, das würde nicht gut werden!
Das wissen ja auch alle Schriftstellerinnen und Schriftsteller — die guten sowieso, die schlechteren wissen es oft leider nicht: Nicht über Sex gibt es unbedingt viel Interessantes und Bedeutendes zu sagen, schon eher: über die immer wieder richtig gute, die unfassbare Liebe! (Ich würde ja sagen, dass das Über-etwas-Reden eigentlich immer noch einen Zacken interessanter und vielschichtiger ist als die Sache selbst, außer beim Sex, da sagt man: Kann er, der Schriftsteller, bitte mal klarkommen und aufhören, dummes Zeug zu erzählen? Can‘t we just start with the thing?).
Ich will aber jetzt doch noch etwas über die Liebe im Wald sagen, einfach, weil es Anspruch eines jeden Schreibenden sein muss, im Text/ in the written art dazu etwas zu sagen zu haben, wie folgt:
Es riecht so gut.
Es kratzt immer ein bissl.
Die Eichhörnchen sind so süß.
Mooß wird maßlos überschätzt.
Bissl zu kalt und zu zugig ist genau gut so.
The Luft!
Feel the air.
Atmen nicht vergessen.
Nicht an trockenen Ästen festhalten!
Kommen Sie zum Punkt!
Gegen eine gute Buche oder Eiche spricht natürlich auch nichts.
Nicht ganz ausgezogen sein beim Sex, also nur das Nötigste der Kleidung öffnen ist gut.
Über Sex im Wald zu reden ist natürlich doch besser als der Sex selbst.
ZÄSUR: Heute wird gefeiert, heute fliegst du raus, Viktor, du fetter Krötenhals, you fat prick, du hässlicher Puffgänger — dauert nur noch ein paar Stunden, dann ist es raus (fiebering in Richtung 20-Uhr-Tagesschau). Und der leider auch nicht ganz unkomplizierte Rechte Péter Magyar — sprich: Modschioor — nur ein normaler EU-Gegner, kein militanter EU-Gegner und EU-Zerstörer im direkten Auftrag Putins, übernimmt (ich sage bewusst „nicht ganz unkompliziert“, das Wort problematisch wird bei mir jederzeit und ganz ohne Probleme vermieden).
Friede
Liebe
Zärtlichkeit
Hoffnung.
Und friedlich …
Und friedlich zog die Zeit uns zugeneigt dahin (Rainald Goetz, Ästhetisches System, 1991, Kronos).
31. März 2026, Dienstag
Frau in Hamburg-Altona von Wolf gebissen. Mist, allein diese Nachricht sind wieder 0,1 Prozent für die AfD.
Nach dem kristallklaren Leitartikel von Charlotte Parnack in der Zeit mehren sich die Meinungstexte in großen deutschen Tageszeitungen (gestern in der Süddeutschen), die darauf hinweisen, dass es nicht okay ist, Männer unter Generalverdacht zu stellen, genauer: einen Mann anzuspucken, anzuschreien und ihm die Menschen- und Bürgerrechte abzusprechen, nur, weil er ein Mann ist. Ich fühle mich gut verteidigt, Danke. Gleichzeitig: Heyyyy, das wäre doch gar nicht nötig gewesen! Ich persönlich zum Beispiel kenne noch viele Frauen, die mich nicht allein deshalb hassen, weil ich ein Mann bin.
Männerhass, so erklären die Leitartiklerinnen weiter, sei auch nicht im Sinn des Feminismus und der Revolution — man brauche die Männer schließlich noch als Verbündete. Hier gehe ich ganz klar mit und sage: Count me in.
Claudius Seidl großartiger Text über den Sex der Kim Novak. These: Nicht Sydney Sweeney, die Novak in einem Biopic verkörpern wird, ist zu sexy für Novak, Novak selbst — vor allem, wenn sie hochgeschlossene Kostüme trug (Vertigo) –– war schon immer zu sexy für Kim Novak. Typische Claudius-Seidl-These, es macht ihm halt so einen Spaß: „Man darf in diesem Zusammenhang aber nicht Kim Novak mit Kim Novak verwechseln.“ Klar, klar.
ChatGPT befragt, in welchem Kino — in einem Radius von hundert Kilometern von 95173 Schönwald — Richard Linklaters Nouvelle Vague gezeigt wird. Da gibt es leider nichts. Nächste Kinos: Leipzig, Dresden, München.
21. März 2026, Samstag
„Guten Morgen, ich bin Pierre-Laurent Aimard, ein Musiker, der Klavier spielt — als Interpret. Und als Interpret interessiere ich mich für die Kompositionen anderer Menschen, die ich schätze und die mein Leben nähren.“
Er, le pianiste, in seinem wundervollen Franzacken-Deutsch aus seinem Leben und von der Musik in seinem Leben erzählend, immer den Gedanken, die intellektuelle Verdichtung suchend, seine Virtuosität und nervöse, spielfreudige Intellektualität immer wieder neu ins Verständliche und Populäre übersetzend — ich könnte ihm hundert Stunden zuhören: Lieblingssendung Klassik Pop Etcetera.
Versuch, zum Fernandes-Ulmen-Desaster etwas Sinnvolles zu schreiben. Es geht leider nicht.
Man müsse ja nicht immer nur die dööfsten Frauen zitieren, so meine Freundin Julia eben vollkommen richtigerweise am Telefon — es hätten zu dem Fall ja auch schon viele kluge Frauen viel Kluges gesagt. Richtig, absolut richtig, liebe Julia.
Ich hatte ihr soeben, auf der samstagmittäglichen Autofahrt zum Edeka, erzählt, wie wir am Donnerstag der Leipziger Buchmesse in der Bar des Steigenberger Hotels gestanden hatten, noch gut verwirrt und erschrocken über die zu diesem Zeitpunkt etwa zwei Stunden alte Nachricht — ich hatte vorgeschlagen, mit den URTEILEN über das ehemalige Ehepaar Fernandes/Ulmen und die von ihr zur Anzeige gebrachten Verbrechen ihres ehemaligen Ehemanns eine Minimalzeit von circa 12 Stunden zu warten, worauf mir eine junge Frau — wir waren eine halbe Stunde zuvor vorgestellt worden, ich kannte nur ihren Vornamen und sie offenbar meinen — patriarchalische Denkstrukturen und Victim Blaming vorwarf:
„Das Opfer hat gesprochen! Das Opfer hat gesprochen, Moritz — das reicht! Da brauche ich nicht die andere Seite zu hören!“).
Okay.
Okay.
Mein Gott, bin ich froh, dass ich in einer Woche wie dieser nicht Feuilletonchef der Zeit bin. Bis hier in mein Exil in Oberfranken höre ich, wie in Berlin und Hamburg die Telefone heißlaufen: Wie soll man jetzt da bitte aufmachen, was plant man für ein gleichzeitig stilles, mitfühlendes Hinterstück mit immerhin minimal-symbolischen Neuigkeitswert? Es sind jene Tage, in denen eine creepy sexuelle Entgrenzung im Promi-Milieu öffentlich wurde, nicht die Tage für brillanten oder gar innovativen Journalismus.
Was mich auch interessiert — in die Liste der Solidaritätsbekundigungen für Collien Fernandes reihe ich mich selbstverständlich ein, wer würde das nicht tun, sexualisierte Gewalt ist grauenhaft, was Collien Fernandes erlebt hat, ist grauenhaft, nur ein sehr dummer, brutaler Mensch/ ein Unmensch fühlte jetzt nicht mit ihr mit, aber ich fühle eben auch, wie schon Jesus Christus das getan hat, mit den Schuldigen, den Sündern und den Tätern, es ist praktisch meine literarische Pflicht, auch mit ihnen, den umgehend Ausge-x-ten, den Bösen und Verdammten, zu fühlen: Wo hält Christian Ulmen sich jetzt auf? Wird er sich umbringen? Um Gottes Willen.
Spaziergehen, denn es wurde Frühling.
Unter den vielen klugen Frauen, die ich zitieren könnte, empfehle ich heute — stellvertretend für alle besonders klugen Menschen, von denen es, ganz gleich welchen Geschlechts, dann insgesamt doch nicht soooo viele gibt: Angela Richter, Theaterregisseurin, Autorin.
Read her newest shit on: #Instagram
19. März 2026, Donnerstag
Die Gefühle sind heute wieder sehr 55jährig. Was das heißt? Wie ist man da genau drauf?
Etwa so: bissl ängstlich; müde; wehleidig (oh Gott); null auf Konflikt, auf Schubserei eingestellt; in die Richtung bissl tattrig und debil gut gelaunt. Auch das ist sehr 55jährig: dass das völlig okay ist, ein bissl runtergedimmt, bissl mittelmäßig, bissl doofiemäßig unterwegs zu sein. Sorry. Ihr Süßen, Lieben.
NIE MEHR KRIEG.
Moment, das klingt irgendwie falsch, es muss heißen:
NIE WIEDER KRIEG.
Wie „Nie wieder Krieg“, es IST doch Krieg.
Es müsste also „Make Love Not War“ oder „Stop the War“ heißen — Liebe machen, klar, immer schöner als Krieg (das sind doch zwei völlig unvergleichliche Dinge, wem das noch nicht aufgefallen ist), aber ich will ja, dass der Krieg, jetzt, wo er schon einmal läuft, mindestens noch so lange anhält, bis das angereicherte Uran des Iran außer Landes gebracht ist (so fordern das die Strategen bei Paul Ronzheimer), sonst war ja alles komplett sinnlos. Schwierig.
MAKE LOVE AFTER WAR. Oder um es noch mal ganz klar für alle zu sagen:
Liebe machen, klar, aber wer bringt jetzt das scheiß Uran aus dem Iran?
Auch mit dabei: Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer.
Heute Mittag interviewt uns — das sind Erika Thomalla und mich — der MEISTER und Literaturchef der Zeit Adam Soboczynski auf der Leipziger Buchmesse (Ort: Indie-Bühne, Halle 5, Stand H406) zur Gegenwart von Popliteratur und Popjournalismus etc., etc.. Und zum Text+Kritik Band Nr. 250. Um 13.30 Uhr fangen wir an. Bin gespannt.
16. März 2026, Montag
Ach, Habi.
Ach, Habermasi.
Ach, Jürgen Habermas.
Sehr konkret beunruhigend ist es, in einer Welt ohne ihn zu leben. Man möchte nicht: in einer Welt sein, in der alle Verbrechen, alle Darkness auf Erden nicht mehr von der Urkatastrophe des Holocausts her gedacht werden, man hat sich eben, im Gegenteil und sehr wachen Geistes, dazu entschieden, dass das bleibt (DIE Verantwortung). Ein Mensch kann enorm fehlen — das Denken eines einzelnen Menschen kann enorm fehlen: Den Schwurblern, Lügnern, Leugnern, den Revisionisten und Relativierern stehen die Türen jetzt noch weiter offen.
Ich bin als Habermas-Freund ja nie Leser seines Werks gewesen, lediglich Leser seiner Titel („der zwanglose Zwang des besseren Arguments“) und seiner Zeitungstexte, aber das reichte ja. Einer wie mein Vater, nicht exakt seine Generation (sechs Jahren nach Habermas geboren), brauchte seinen Namen nicht zu erwähnen, so sehr war er in seinem Denken: Sobald mein Vater sprach, ernsthaft sprach, hat er im Grunde genommen den Holocaust immer auch gleich mitgesprochen — es gab keinen Gedanken/ kein Nachdenken, das als Grundlage, als letzte Konsequenz nicht die Verantwortung vor der Menschheits-Urkatastrophe mit in sich trug. Man wusste, war im Gespräch mit meinem Vater eine gewisse Uhrzeit überschritten: Jetzt spricht er den Nationalsozialismus entweder direkt an, oder er spricht, wenn es um Deutung der Gegenwart oder historische Herleitungen ging, im übertragenden Sinn davon (denken hieß, das immer mitdenken, mitsprechen).
Das gab uns, den Nachgeborenen, die Freiheit, über eine Menge ganz anderes Zeug zu sprechen, auch: heavy Unsinn zu erzählen. Es gab uns die Sicherheit, dass einer — in Person und in letzter Instanz war das Habermas — die Vernunft und die Verantwortung nie aus den Augen verlor. Man wusste, mit ihm am Tisch der Öffentlichkeit blieben die letzten ekelhaften Lügen/ der tödliche Mist/ die Verschiebung des Sagbarens nicht unwidersprochen: Wir sind — moralisch — nie fein raus. Das ist jetzt weg.
Kurzkritik von Pinar Karabuluts Sommernachtstraum im Schauspielhaus Zürich: Es hat mir nicht so gut gefallen. Eine gleichermaßen spießige wie trostlos hippiesk anmutende Dauerbummsorgie (Ausdruck der Uninspiriertheit und ökohaft-muffigen Depression und Tristess, die über dem ganzen Abend hing: das gleichermaßen brav-naturalistische wie extrascheußliche Bühnenbild, die brutal downerhafte und abturnende Maske, die bescheurt-albernen Kostüme). Es kann schon sein, das muss man schon auch sagen, wenn der MadW-Kritiker hier gleich wieder so vollkommen haltlos draufhaut (sorry, sorry), dass in der im Prinzip sicher richtigen Dauer-Fiebrigkeit und Dauer-Erregung der Aufführung ein paar gute Pointen und Regie-Einfälle versteckt waren, die sich mir nicht entschlossen haben — wer soll das verstehen, ich habe nicht Shakespeare studiert —, es waren auf jeden Falle viele Pointen, es waren eher: zu viele Pointen als zu wenig (und natürlich waren die Schauspieler gut, oft eher sogar: sehr gut, die Schauspielerinnen und Schauspieler sind sowieso nie schuld).
Vielleicht taugt aber auch die Textvorlage von William Shakespeare nichts, hahaha (wir hatten erst ein paar Stunden vor Premierenbeginn gemerkt, dass wir keine Ahnung hatten, von was diese vielleicht doch bekannteste Theaterkomödie aller Zeiten/ im Grunde genommen ja DER Theatertext schlechthin eigentlich handelt, und hektisch bei Wikipedia nachgelesen. Und, wie schon oft festgestellt, sind Handlungs-Zusammenfassungen von Hochkultur-Klassikern bei Wikipedia leider komplett unverständlich, schade).
Der sympathische und irgendwie noch mal andere ostdeutsche Intellektuelle Lukas Rietzschel, der erklärte AfD-Gegner und „auf angenehme Weise aufgeregte Gesprächspartner“ (Adam Soboczynski in der Zeit) saß gestern zusammen mit Joachim „Der Riss geht durch mich selbst“ Gauck und der wie gewohnt lasch rumlabernden Ex-Verlagsmanagerin Julia Jäkel bei Caren Miosga. Und schockte die Runde mit der so einfachen wie einleuchtenden Aussage, dass das Wählen aller Parteien, auch der AfD, Ausdruck einer gelebten und starken Demokratie sei. Bravo, Rietzschel!
Gleich noch mal Adams Porträt in der Zeit gelesen: Mit Rietzschel und Soboczynski gegen die ANGSTLUST und die wahnhafte Idee, die Leute wählten die AfD im Osten vor allem deshalb, damit die Demokratie abgeschafft werde — hier kann auch ein Hysteriker und ewiger Schwarzmaler wie ich etwas lernen, und das tue ich hiermit auch (das Gegenteil, so Rietzschel von seiner Künstlerresidenz Olevano Romano aus, sei wahr: Die AfD werde aus einem demokratischen Impuls heraus gewählt).
Der schwere Atmen der Passagiere, die gerade Platz genommen haben (#FlixBus)
Im FlixBus heute wieder nur Osteuropäer und Vollblut-Intellektuelle, das ist meine Mischung.
Driving, man, on lindgrünen Bussitzen, driving, driving, I love it so much.
3 Grad in 95173 Oberfranken.
12. März 2026, Donnerstag
Ich bin geschockt von den Folgen des Iran-Krieges am Tag 13 der Operation, so muss man das sagen: Das Desaster ist allumfassend. Die Folgen für den Ukraine-Krieg sind immens — weil Israel und die Golfstaaten unvermindert von iranischen Drohnen beregnet werden, gehen der Ukraine die Patriot-Abwehrraketen aus. Putin triumphiert, macht dem Westen höhnische Angebote, ihm Öl und Gas zu Vorkriegspreisen abzukaufen.
Das sind Nachrichten, die einem körperlich Schmerzen zufügen.
Man kann als kriegsführendes Land (hallo, ekelhafter Pete Hegseth, hallo, USA) hier etwas dazulernen, ich denke, auch etwas wirklich NEUES dazulernen, Achtung: Man kann einen Krieg im Zeitalter der Drohne nicht mehr gewinnen — es geht nicht, man wird ihn immer verlieren, denn selbst ein in Grund und Boden und an den Rand der Funktionslosigkeit gebombter Staat (Iran) kann aus Pappkartons und Erdlöchern noch jahrelang selbstgebaute Drohnen hochsteigen lassen und so Schifffahrtsstraßen blockieren und Niedrig-Steuer-Paradiese ruinieren (Vereinigte Arabische Emirate) usw. usw.. Ja, das ist anders als 2003 oder 1945. Bitte verstehen!
Interessante Momente beim Bühnengespräch zu Erika Thomallas tollem Buch über Pop-Journalismus (Gegenwart machen, Schöffling Verlag, 257 Seiten, 27,99 Euro, viele Abbildungen), eine Veranstaltung der Lit.Cologne im sehr geilen Willy-Millowitsch-Theater.
Erika Thomalla hatte einen alten Text von Christian Kracht vorgelesen, 1994 in der Zeitschrift Tempo erschienen, Thema: ein Porträt des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Rudolf Scharping (das ist der, der zurücktreten musste, weil er für Bunte mit einer Gräfin in einem Pool planschen war). Der Text, ganz normal vorgelesen, löste sofort Beklemmung, Ratlosigkeit, dann auch: Entsetzen aus, im Publikum wie bei uns auf der Bühne. Es war Popjournalismus pur, die damals absolut als toll empfundene Mischung aus Ultra-Snobismus, ja, auch Menschenverachtung, klar, (hier eher: Scharping-Verachtung), irrem Rumgelaber auf Seitenwegen (in diesem Kracht-Text: das Deutsche an sich, schwere Arbeit, schwer Böden, Bäuerinnen mit großen Brüsten, hä?) und ein paar sehr direkten, gut sitzenden Killersätzen.
Danach heftige Diskussion auf der Bühne. Es wurde das Notwendige gesagt — zur Verteidigung Christian Krachts: dass der Gestus der Total-Verhöhnung eben auch ein klassisch jugendlicher sei (Kracht war damals 26) und im Fall des grauseligen SPD-Scharping fast so etwas wie ästhetische Notwehr. Und ich erinnerte mich daran (leider nicht live auf der Bühne, sondern erst jetzt, gut einen Tag später, wo ich das hier tippe), wie ich als sehr junger Tempo-Volontär (18) oft für Entsetzen mit meinen Texten gesorgt hatte, einfach, weil ich so viel Bösheit und schöne, wilde Randalier-Lust in mir hatte und das Prinzip ÖFFENTLICHKEIT noch nicht verinnerlicht hatte, woher denn auch, das Verhältnis von Text und Wirkung konnte ich noch nicht einschätzen.
Die Verkehrsgeräusche in Seefeld setzen nachts aus, zwischen eins und halb sechs früh ist es still. Dann, sehr früh, zieht wieder das Röhren der V8-Motoren unten auf der Straße lang.
Du hast mich voll verletzt mit dem Satz, dass ich dick bin. Einen Bierbauch habe ich!
Echt? Das tut mir leid.
Nein, hast du gar nicht. Ich weiß ja selbst, dass ich dick bin und zu viel Bier trinke.
Sehnsucht nach Oberfranken und meinen klaren Aufgaben dort.
9. März 2025, Montag
Jetzt wird hier schon ernsthaft darüber diskutiert (nicht in meiner Zürcher Kernfamilie, aber bei Bekannten, nur ein paar Hausnummern weiter), ob man wegen der anhaltenden Weltkrisen — Ukraine, Iran, ein Killer in Russland, eine schwachsinnige Faschistenbande in den USA — nach Südamerika auswandern soll.
Es heißt: In den entsprechenden Gespräche im Januar 1933 klang sicherlich auch vieles übertrieben, aber die Klugen seien gegangen. Es heißt auch: Auf was soll man noch warten? Darauf, dass Medjedew Polen noch einmal „seinen Teil radioaktiver Asche“ wünscht, darauf, dass Trump noch einmal demonstrativ noch nie etwas von einer NATO-Beistandsklausel gehört hat — und darauf, dass ein österreichischer Militär-Blogger noch einmal vorrechnet, wie unsere sympathischen Luschi-Truppen innerhalb einer Woche von Putins Killer-Kommandos wegrasiert würden?
Dem Gespräch über das große Auswandern fehlte jede Hysterie. Und ich konnte nur wenig lebensfroh einwenden: In einer Welt, in der vier Fünftel des Firniss von ewiger postatomarer Finsternis bedeckt sind, möchte ich nicht zu den Überlebenden gehören. Ich sagte außerdem: Mein Südamerika ist Oberfranken.
Einwand des Onkels — wir telefonieren in diesen Tagen um die vier Mal täglich, einfach, weil es so viel noch mal zu sagen und abzuwägen gibt: Die Frage, ob man in einem von hier aus komplett ausgedacht und erratisch klingendem Land wie Uruguay weiterleben möchte, sei letztlich keine rational besprechbare, vielmehr eine Frage der Vitalität. True! Und er erinnert an 1983, als die Amerikaner in Deutschland Pershing-II-Raketen stationierten — eine ganz andere, sicher aber eben so irre und konkrete Bedrohung. Damals habe man sich auch gefragt: War‘s das jetzt? Soll man woanders weitermachen?
Im Flugzeug zur Lit Cologne.
Markus Korlek, SPD, gewinnt 51,5 Prozent der 1.754 als gültig abgegebenen Wahlstimmen (48,5 Prozent für Markus Elbel von der CSU) und ist damit gewählter Bürgermeister der Stadt Stadt Schönwald. Herzlichen Glückwunsch.
7. März 2026, Samstag
Noch am dritten Tag ist die Freude über die Rückkehr unserer Leute riesengroß — safe back from Dubai, das klingt doch wie ein Song von Alphaville oder Modern Talking.
Dank allen, die hier an einer Lösung mitgearbeitet haben (verschiedene Emiratis im diplomatischen Dienst wären zu erwähnen, aber auch ein offenbar sagenhaft gut aussehender und groß gewachsener Soldat der United Arab Emirate Air Forces, der plötzlich die vermissten Pässe in den Händen hielt). Aber wirklich: vielen Dank.
„Florian Henckel von Donnersmarck: Seine Tochter liebt den Gucci-Erben“ (Bunte).
6. März, 2026, Freitag
Den Atem: atmen.
Das Bein: ausstrecken.
Die Schultern: nebeneinander legen.
Die Haare: anfassen.
Den Kopf: halten.
Die Nudelsoße: umrühren.
Die Bierdose: stehenlassen.
Den Aschenbecher: in der Nähe haben.
Das Fenster: kippen.
Die Hände: halten.
Die Körper: ruhen lassen.
Die Schlafanzughose: offen lassen.
The Swing: swingen.
Den Schrecken: im Rücken tragen.
Den Atem: atmen lassen.
Den Tod: Tod nennen.
Zum Teufel: Teufel sagen.
Die Worte: stehenlassen.
Aber bloß: nicht zu viel sagen.
Mal weiter: sehen.
Wiedersehen.
Um 12 Uhr dann: Bar Sacchi am Lochergut. Hallo, Sascha Ehlert von der Zeitschrift Das Wetter. Da trifft man sich doch noch mal nach all den Jahren. Gut.
5. März 2026, Donnerstag
Berit Dießelkämpers Blitz-Feuilleton über Influencer in Dubai, die in einer Stadt, auf die iranische Drohnen regnen (brennende US-Botschaft), trotzdem ihre gute Laune nicht vergessen und hübsche Videos posten (Kim Gloss empfiehlt „nudefarbenen Kajalstift“, um wachere, strahlendere Augen zu bekommen, heyyyy).
Unsere Leute hatten aus dem 23. Stock ihres Hotelzimmers in Dubai berichtet. Der Sound von Dubai, das sind die Dröhn- und Pfeifgeräusche der Kampfjets und Abwehrraketen am Himmel und das Brodeln der Lamborghini-Motoren unten in den Straßen.
Hey, super.
Natürlich total unvergesslich.
Endzeit.
Zug nach Zürich.
4. März 2026, Mittwoch
Der erholsame Schlaf ist seit jenem 28. Februar (Kriegseintritt Israel und USA) auch nicht leichter geworden.
Trost bei der Douglasie, dem verpönten Baum. Er gilt als hier nicht-heimischer Wirtschaftsbaum (wächst ordinär schnell, wanderte im 19. Jahrhundert, aus Nordamerika kommend, erst nach Großbritannien, dann zu uns nach Deutschland ein). Ich mag die Douglasie — ihr kalter und eleganter Name erinnert mich an die Erzählungen F. Scott Fitzgeralds, sie riechen nach kalifornischen Orangen, ihr schimmernd helles Grün (im Frühling) bedeckt die Hänge der Rocky Mountains und wird an den Westküsten des amerikanischen Kontinents von der Gischt des Pazifiks benetzt. Ach überhaupt: Heimweh nach dem alten Amerika.
Und tatsächlich, was der Leittrieb in nur einem Jahr zugelegt hat: Schmal und um die vierzig Zentimeter hoch reckt er sich, für die harten Kauplatten des Rehwilds schon nicht mehr erreichbar, in die kalte Sonne.
3. März 2026, Dienstag
Ein paar unserer besten Leute — sie waren auf dem Rückweg nach Zürich, von einer weiten Reise kommend — wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einem Hotel am Internationalen Flughafen in Dubai von einer iranischen Drohne aus dem Hotelbett geworfen. Gottseidank niemand verletzt. Evakuierung ins nächsten Hotel (ohne Handy, Pass, Kleidung, Gepäck). Wo sie bis heute ausharren.
Ich meine: was?
Das ist der Krieg der Regierung Trump. Eben auch: nur fünf Flugstunden entfernt.
Derzeit wird gecheckt, ob man von Riad aus fliegen kann. Privat gecharterte Flüge nach Europa, so Spiegel Online, werden derzeit ab zirka 350.000 Euro angeboten, die Taxifahrt im gepanzerten SUV von Dubai nach Riad (um die 11 Stunden) gibt es ab 10.000 Dollar. Auch das ist eine Realität à la Donald Trump: Es ist eine Welt für Krieger und Milliardäre. Leute unter einer Milliarde Vermögen sind raus.
Auf einer Kachel, die der Nachrichtensender ntv heute auf Instagram stellte — sie zeigt die Skyline Dubais am Persischen Golf, darunter den Text: „Steuervorteile und Luxus: Iran hat Dubais Business-Modell innerhalb von 24 Stunden zerstört.“
Strahlend blauer Himmel über Oberfranken. Eine Luft wie auf zweitausend Metern. Letzter Schnee.
27. Februar 2026, Freitag
Vielleicht, weil ich selber so Vollgas abpalavere: Mein Feind ist das Gewäsch. Am schlimmsten: das therapiegeschädigte Psychotanten-Gewäsch (haltlos wie immer, dabei natürlich auch sympathisch: Hurla von Hurrlisson bei Micky Beisenherz, sorry, sorry).
Was bedeutet es, wenn man gleich nach dem Einschlafen in einem Turbo-Albtraum träumt, dass man von einem Karamell-Honig-Schokoladen-Riegel abbeißt, und gleich der erste Biss bleibt einem wie eine Hartplastik-Füllung im hinteren, linken Backenzahn stecken und kein Stück bewegt sich mehr — eine Masse, die weder die Zunge, noch das eilig geformte Werkzeug aus Daumen und Zeigefinger lockern kann, über Minuten nicht? Angst davor, impotent zu werden? Oder man ist es schon? Alles klar.
Um Himmelswillen, gestern hat ein Gericht in Köln entschieden, dass die AfD nicht als gesichert rechtsextrem bezeichnet werden darf — mir wurde schwindlig, als mein Handy die Nachricht abspielte (war gerade beim nachmittäglichen Heißduschen im mit heißen Dampf zugenebelten Bad, vielleicht lag es auch daran). Das war es dann also für das schon immer ultradumme und komplett falsche AfD-Verbotsverfahren von SPD und Grünen. Also auch schon wieder: GUT!
Das ist immer ein Zeichen dafür, dass ich geistig ZERRÜTTET bin, wenn ich über zehn Minuten mein Handy nicht finde und dabei jammernd durch die Wohnung irre (und dann liegt es, oh Gott, neben dem Klo).
Übers Wochenende nach Berlin.
Kommt alle ins Hipster-Café „Coffee Drink Your Monkey“ am Savignyplatz, Charlottenburg, Samstag, 28. Februar, 12 Uhr, ich unterzeichne Noch wach? von Benjamin Stuckrad-Barre.
Nein, Witz. 😘😘
26. Februar 2026, ich glaube, Donnerstag
Und dann trat zum Abend — es war gegen sieben, als the fading day/ der sich verabschiedende Tag den Büschen, Bäumen, Wiesen, ja sogar dem Alten Forsthaus hinter dem Schienenstrang das Licht ausknipste (Büchsenlicht): ein Fuchs auf den Wildacker.
Ein Fuchs im fetten Winterfell! Ein Walt-Disney-Film-Moment, sehr klassisches Hollywood, Dreißigerjahre. Und alles, was ich vor ein paar Tagen noch so klug und eloquent über die Naturrrrr gesagt hatte, war mit diesem Anblick schon wieder Blödsinn.
Kreuzberg-Anfall, wo kommt denn das jetzt plötzlich her? Aber weißt du was? Ich höre mir jetzt selbst mal einfach zu — wird besser so sein, wie folgt:
Isch habe disch lieb.
Isch habe Liebe, Liebe, Liebe, meine Gute, Gute, Gute.
Du!
Diesen.
Isch!
Isch habe gut … Naturrrr.
Isch habe gut Gefüüüüühl.
Isch macke gute, gute, guuute (Gefüüüühl).
Mach mir einen DÜRUM, Erkek Kardes, Diggsta, Diggele, Digga, mit extraviel extrascharfer Soße, mein Gutster, mein Bruder.
Isch hab disch doll lieb, meini Brudili.
Meine schönste Angebetete, die du misch in meine Traum verfolgst.
Viel Liebe.
Meine (sic!) Guter!
Ach so, ich war ja gestern im herrlichen Hofer Bahnhofsviertel unterwegs gewesen, das man so lieben muss, Sträßchen auf, Sträßchen ab, Kopfsteinpflaster, viel roter Backstein, Blick mal in diesen, mal in jenen Hinterhof. It‘s German workin class back in the 1980s, Baby.
Afiyet olsun, iyi mi yedin? Hadi, benim evimin önünde, güneşin altında birer fincan daha çay içelim. Şerefe, kardeşim!
Nicht klar ist auch nach zwei Jahren in diesem stillen, großen Haus auf dem Land, was man hier abends machen soll: also in den endlosen Stunden, in denen die Menschen in der Stadt in den Lokalen sitzen oder einfach U-Bahn fahren dürfen, von Station zu Station.
Der Fernseher?
Die Netflix-App?
Der Schallplattenspieler?
Das Telefon?
Alles falsch.
Alles total verwirrend.
Es gibt wenig Öderes und Überflüssigeres auf Erden als eine gut sortierte alte Popplatten-Sammlung. Wie ich eben Anna — dann doch wieder — am Telefon sagte (sie ist zur Zeit für sechs Tage, oh Gott, nach Kalkutta gereist, um dort ihre Stoff-Connection zu treffen und, klingt doof, ist aber natürlich toll, ihren Mindset einmal aus- und wieder anzuknipsen): Jeder schlechte neue Popsong ist um Welten besser als der gute, alte Popsong (vorhin versucht, eine alte Talking-Heads-Platte zu hören, es ist so absolut entsetzlich).
Gutes Feuilleton von Claudius Seidl über den Schmunzelbart- und Weinrote-Westen-Träger Harald Martenstein, der als rechter Grattler in der Bild-Zeitung (im Gegensatz zum ZEITmagazin) natürlich neutralisiert wird und seine Wirkung nicht entfalten kann. Sein Renommee hat er auf wirklich erschütternde Weise in rasend schneller Zeit — seit zwei Wochen ist er Bild-Kolumnist? — verspielt (he lost more than he ever had). PS: Claudius Seidl übrigens wieder in Höchstform — eigenwillig, angriffslustig, wenn er Lust hat, ist er eine ganze Klasse klüger als die anderen, die so schöne süddeutsch-barocke Plauderlust ist auch wieder da — seit Wochen schon, seitdem er wieder bei seiner Hauszeitung SZ schreibt, Florian Illies wies mich darauf hin.
Hier noch mal der ganze Stuckrad-Barre der vorgestrigen Tagesthemen — einfach so ein herrlich hartes, hochgeschwindiges Statement, a true BvStB, nur echt mit dem geilen Nazi-Hieb nach hinten raus, wie von einer Theaterbühne herunter gesprochen. Ich wusste bisher noch nicht mal, dass man als denkender Mensch natürlich gegen ein Speichern der KI von Texten zu sein hat, but it feels good to to be — hier rockin‘ Stucki:
„Lasst uns doch das Urheberrecht abschaffen. Alles gehört allen — dann gilt das auch für Patente. Dann mache ich eben Google 2 auf, auch Facebook, und die müssen mir genau zeigen, wie sie programmiert haben. Das kopiere ich dann einfach — und zwar ohne Nazis. Der Markt ist groß.“ #wordup
Ach so, sagte ich das schon mal? Ich finde Bücher ja im Prinzip ganz okay. Und so kam es, dass ich vorhin mal wieder in ein gut aussehendes weiß-rosa-schwarzes Taschenbuch hineinlas (aber es war leider auf Englisch):
Han Kang The Vegetarian (Winner of the 2024 Nobel Prize in literature). „A novel of sexuality and madness that deserves its great success“ (Ian McEwan).
Gespenstergrau da draußen, am frühen Morgen. Kickt.
25. Februar 2026, Mittwoch
„Endlich kam der Morgen. Dieselbe spiegelreine Sonne stieg herauf, wie gestern, und beleuchtete den Reif, der schnell so Blatt als Gras der Veralterung und dem Verfalle entgegenführte.“ (Stifter)
Fuck off.
Nothing else to say.
Wer sind die Menschen, hier im FlixBus nach Kiew? (Tagesthemen, ARD).
„Patent? Scheiß drauf. Alles gehört allen.“ (Benjamin Stuckrad-Barre, ebenfalls in den Tagesthemen — wie immer sehr geladen, bereit, ein ganzes Stadion zu unterhalten — zur Zukunft der KI).
24. Februar 2026, Dienstag
Und heute, bäääääm: die Sonne. Noch nicht stark, aber eben doch: das runde Helle oben am Himmel, das das Blau hinter den schnell ziehenden, weißen Wolkenfetzen anstrahlt.
Und die Bäume standen nackt, und das Schlammgrün des Parks mit den aufgewühlten Rillen, die der Schnee hinterlassen hatte, glitzerte und dampfte nass zum Himmel.
Blick nach draußen, ein paar, ja, natürlich nicht ganz neue, trotzdem absolut notwendige Gedanken zum Unberührten der Natur.
FRAGE: Was sah man denn tatsächlich, guckte man nach draußen — ins Braun, Grau, nasse Grün und in die Bäume hinein? Das war ja offenkundig nicht das Unberührte, das es nicht mehr gibt und eher noch nie gegeben hatte (spätestens seit dem Spätmittelalter oder so nicht mehr).
Man sah:
Den in ein Halbrund eingefassten Park
Die vor langen Zeit — beim Bau des Barockschlosses oder doch nach dem ersten großen Anbau, um 1870? — in ein Halbrund gepflanzten Parkbäume
Zäune
Die Streuobstwiese
Die Terrasse
Die bis Mitte April oder Anfang Mai in ihrer Holzverkleidung eingepackte Diana-Statue
Der heute von kleinen Buchen eingefasste ehemalige Reitplatz (wird fälschlicherweise oft als ehemaliger Tennisplatz bezeichnet, aber es gibt nicht ein Foto, das dort einen Tennisplatz zeigt, wohl aber Fotos von an Longierleinen geführten Pferden)
Die Insel im heute zum Wald hinunter vergrasten Schlossteich
Zäune zwischen großer Wiese und Teich zum Abhalten des Schwarzwilds.
Und weiter:
Die Allee
Die lange Wiese an der Lindenallee, zur anderen Seite hin: das Feld
Die Bahngleise
Am Alten Forsthaus dann die krasse, böse Autobahn, dahinter der Eingang in den Wald.
Im Wald:
Die mit Split und Schotter belegten Waldwege, auch Wald-Autobahnen genannt
Entwässerungsgraben entlang der Wege
Rückegassen, alle 25 Meter in den Wald hinein
Die vor zirka sechzig Jahren (1969?) gelegte Ferngasleitung
Die Schilder des Wasserschutzgebiets
Die zwei, mit Jägerzaun eingefassten Brunnen der Stadtwerke Rehau
Die Wegweiser des Fichtelgebirgsvereins
Die Kameras der Universität Bayreuth, die den Besucherstrom der Spaziergänger und Fahrradfahrer im Wald aufzeichnen
Die Waldteiche, mit dem für Waldteiche üblichen Gerät davor (Bänke, Bottiche, Eimer, Rohre, Netze)
Die Kultur der Pflanzungen, in letzten Resten noch in jener Reihe und Glied erkennbar, wie sie mein Großvater, Urgroßvater und dessen Schwiegervater vor siebzig, hundert und vor 120 Jahren dort gepflanzt haben.
Der heute von allen nicht Doofen im Wald-Business angestrebte Plenterwald: ein Produkt von Schäden durch Naturereignisse (Sturm, Windbruch, Käfer, Trockenheit), vor allem aber Ergebnis eines sehr ausgeklügelten Systems von Durchforstungen, Pflege, Läuterungen, Neupflanzungen und überhaupt das Produkt einer hochtechnisierten Waldwirtschaft mit Harvestern, Rückezügen und den Holz-Transportern der Sägewerke.
Das sieht man. Was ich nicht sehe — das gibt es bei uns logischerweise nicht, das ist in ganz Deutschland nirgends mehr zu sehen: eine in irgendeine Art wild aussehende, sich wild benehmende oder an Wildnis oder an Urwald gemahnende Natur.
Sorry.
Meine These wäre ja, dass das Unberührte gar nicht gemeint ist, wenn der Mensch von der Erholung redet — sondern ganz das Gegenteil: das Kultivierte, Gestaltete, Gefasste, Gebaute, von Menschen und ihren Maschinen Gemachte, eben das, was mit KULTUR immer gemeint ist. #normal
Ich sehe einen Wildacker auf einer Rückegasse und denke: Aaaaaaah.
Ich sehe das im Sommer hoch stehende Gras auf der Ferngasleitung und denke: Tut das gut, mal wieder draußen zu sein!
Ich sehe das große Feld an der Allee nach dem Setzen der Zwischenfrucht im Herbst und denke: Ein Vögel müsste man sein!
Und tatsächlich, nächste These des Waldmenschen: Es ist eine Erholung ja nur dann machbar, ist der Mensch in dem vom Mensch gemachten Kulturraum Wald unterwegs und geht er dort spazieren. Ich etwa, der in Urwäldern selten oder, glaube ich, überhaupt noch nicht unterwegs war und wohl nur erschreckt davon wäre und nichts damit anzufangen wüsste (Buchen-Urwälder in den rumänische Karpaten, Regenwälder im Kongo, in Brasilien und Papua-Neuguinea), kenne ja kaum einen anderen Wald als unseren guten alten mitteleuropäischen, oberfränkischen Wirtschaftswald.
I love hochtechnisierter Wirtschaftswald, I need it für meine Erholung. Alles klar.
Und heute dann noch: Heizungs-Totalausfall, der Keller steht unter Wasser. Die Profis vom Notdienst der Sanitärfirma Münster/ Schauenstein sind schon da und tun ihre Arbeit, schnell, effektiv, mit dieser ganz eigenen, sehr schönen Handwerker-Gelassenheit.
Christl sprach gestern — schon im Moment des Aussprechens war es ganz unvergesslich und ein instant Klassiker — von einem in der Region bekannten Feigling, das ist bis heute sein Spitzname, mittlerweile ist er (geschätzt) 92 Jahre alt. Zu seinem Namen kam er, der heute noch in der Region Prominente, weil er mit dem Trinken, Rauchen, Fleisch-Essen stets zurückhaltend umging: zu feige zum Rauchen, zu feige zum Trinken, zu feige zum Schäufele-Essen, ein Feigling eben. Dafür ist der Feigling heute schon älter als viele andere und hat das ewige Leben.
Am Abend Podiumsdiskussion der Bürgermeister-Kandidaten in 95100 Selb im Rosenthal-Theater. Die AfD hat offenbar keinen Kleinkriminellen, verwirrten Ex-Händyverkäufer oder sonstigen Schwachkopf gefunden, den sie ins Rennen schicken konnte — auch keine abgedriftete Heilpflanzenkundlerin, Anti-Pharmaindustrie-Aktivistin, Großer-Austausch-Spinnerin oder Ex-SED-Funktionärin, die sich dann, wie üblich, doch jeder öffentlichen Diskussion verweigert hätte.
In Selb, so sagen das alle Straßenumfragen und gefühlten Prognosen, wird noch mal der Ulrich Pötzsch gewählt, Ex-Fahrlehrer und Aktiver Bürger (seine Partei) — auch er scheiterte daran, einen ominösen Investor aus dem Saarland auf seine Zusagen zum Neuaufbau der Innenstadt zu verpflichten. Im blauen Anzug aber sieht Uli Pötzsch absolut passabel aus — dem Kleinklein der Lokalpolitik tritt er mit einer noch auf der guten Seite der Resignation stehenden Ruhe und Gelassenheit entgegen und, das wird im Ort honoriert, mit einem Kompass des Anstands und der guten Manieren.
23. Februar 2026, Montag
Was immer so alles los ist hier, an irgend so einem Wochenanfang im Februar! Man denkt, es ist doch nichts, ich habe doch hier praktisch nichts zu tun, und dann ist doch wieder Einiges:
Grüß Gott sagen.
Noch mal Grüß Gott sagen.
„Bis später“ sagen.
„Lang‘ scho‘ nimmer g’sehn, geht‘s Ihnen gut?“ sagen.
„Eine Süddeutsche und die Frankenpost, bitte“ sagen.
„Einen halben Frankenlaib, bitte“ sagen.
Stiefel an.
Die Stiefel wieder aus.
Schwere Jacken ausziehen und zu den anderen schweren Jacken in die Garderobe hängen.
Jacke wieder an.
Fahrt zum Rathaus, Wahlunterlagen abgeben.
Edeka.
Überhaupt viel Fünf-Minuten-Fahrten mit dem Forester, rein in den Wald, vor, zurück, an Waldwegen parken — jetzt verstehe ich, warum mein Großvater, legendär, nie zu Fuß gegangen ist im Wald, jeden Meter mit dem R4 —, und wieder raus.
Ganz wichtig: das Fenster immer offen haben im Forester, auch an Regentagen, damit die LUFT reinkommt.
Gassen ablaufen: oben an der Wildwiese, bis rauf zur Siedlung, den neuen Hieb begutachten. Man sagt dann immer, von Wald-Begutachter zu Waldarbeiter: „Da kommt aber doch wieder Einiges zusammen“ („Einiges“ gleich „einiges an starkem Holz“).
Herr Randolph und Dr. Jacklestone: immer ein Hightlight — die Frisuren sitzen, die Bärte sitzen, die Gags sitzen, die Laune ist top.
Mit super Herrn Kontovski, dem Allround-Handwerker, oben am Friedhof, den neuen Pavillon besprechen.
„Grüßen Sie bitte Ihre Frau.“
Merkwürdige Post angucken (Familienbetriebe Land und Forst, Bayern).
Die Zeitschrift AFZ Der Wald angucken.
„Christl, dürfen wir vorbeikommen später? Wir sind zu zweit.“ Nur Anrufbeantworter.
Zwischendrin im Deutschlandfunk gehört: Die Zölle sind offenbar jetzt echt ab morgen ausgesetzt. Wahnsinn, es geht so ab, es ist zu viel für einen alten Mann, ich komme nicht hinterher. Diese Knapp-Achzigjährigen (Trump) — kann er mich mit seiner Virilität bitte mal 24 Stunden lang in Ruhe lassen!
Die Grönland-Lektion wirkt. Bei diesem Präsidenten kann man zugucken, wie sich die Welt nach der anfänglichen Angststarre und dem ganz falschen Weg des Ihn-besänftigen-Wollens (Ursula von der Leyen und die EU) nun, wegen akutem Wahnsinn, immer mehr von ihm abwendet. Und ihn — Präsident hin, mächtigster Mann der Welt her — einfach wie den armen Irren behandelt, der er ist. Lass ihn reden.
Pornografie.
Und dann ist es wieder Abend.
19. Februar 2026, Donnerstag
Und hier weiter: Bayrischzell.
Mich hatte gerührt, das geht ja gar nicht anders, wie die Burschen, alle um die fünfzig, sechzig, in guter, also streng altmodischer Tracht — die Hüte: die Tegernseer Form mit gerader, langer Krempe — vor dem Klosterhof zur Post gestanden hatten, alle schon gut einen im Tee, Faschingsmontag war es, traditionell offenbar ein Stammtisch-Saufabend, kurz nach neun Uhr abends, also für Bayrischzell-Verhältnisse schon nach Mitternacht. Und der mir aus dem Salomon-Ski-Verleih bekannte Franzl, mega-fröhlich, unsympathischer Typ, hatte mir den Sepp, der schwankend neben ihm stand, vorgestellt.
Sepp, auch ganz normal superfröhlich, mich begeistert anstierend, er machte könnerhaft einen Taumelschritt in meine Richtung:
„Du, wo kommst denn du jetzt hier?“
Dann noch mal, mindestens drei-, viermal, immer wieder von vorne, den selben Satz:
„Du. Wo kimmst denn du jetzt her?“
Abgesehen davon, dass jeder weiß, dass selbst die unlustigsten Sätze durch brachiale Wiederholung irgendwann superlustig werden — das war jetzt schon besonders lustig hier.
Sepp mit dem wunderschönen Hut in Tegernseer Form sagte jetzt, und da verstand auch ich, dass dieser feine Freund des Salomon-Franzl gerade die immer gute bayerische Mischung aus Servus sagen und mich a bissl blöd anmachen anwandte:
„Du, du fährst aber Langlauf, oder? Oder fährst du Ski?“.
Franzl, mir freundlich zur Hilfe eilend: „Spinn ned, Sepp, des ist der Moritz, der fahrt Ski. Des is a Stammkunde, der kimmt seit Jahren zu mir.“
„Guter Hut, Sepp“, so ich jetzt zum Sepp.
Sepp: „Moritz, weiß du scho‘, dass ich in diesem Jahr als Tourismus-Botschafter von Bayrischzell kandidiere?“
Große Freude, Gelächter, ich ging dann wieder an meinen Familientisch nach drinnen.
Nach dem Skifahren dann: Hängen mit den AfD-Wählern, eventuell auch mit den AfD-Funktionären aus Sachsen-Anhalt und aus Thüringen in der Bio-Sauna im anders brutalen, erst vor wenigen Jahren eröffneten (Juli 2020, siehe Website) Sport- und Kinder-Hotel „Das Bayrischzell“.
Wie würde man einer Zürcherin (Anna) erklären, warum Deutschland für immer, wirklich immer — sagen wir, 155 Jahre nach Reichsgründung, gut 35 Jahre nach der Wiedervereinigung und 31 Jahre nach Christian Krachts Faserland — das hassenswerteste Höllenspießerland auf Gottes weiter Erde bleiben wird? Das überlegte ich, während ich mit den AfD-Schinken in der Bio-Sauna schwitzte. In etwa so:
Sie haben gutes Geld, aber Sparen ist trotzdem ihr absolutes Lieblingsthema.
Sie geben sich Tipps, wo sie für einen Euro einen Schlitten leihen können und wo es noch größere Portionen für noch weniger Euros gibt („Da kannste nicht meckern“).
Sie sprechen die ganze Zeit nur von ihren unbegabten Kindern.
Sie sagen „Kids“.
Sie wollen Chicken Wings und Pommes, für sich und ihre Kinder.
Sie wollen Bio (ja, auch Bio Chicken Wings).
Sie trinken noch nicht mal mehr Bier (und wenn doch, dann alkoholfreies Weizen).
Sie tragen ekelhafte Funktionskleidung.
Sie tragen ihre ekelhaften Fitness-Puschen beim Frühstück, draußen im Schnee vor der Hoteltür, wo sie eine rauchen gehen, sogar abends im Hotelrestaurant.
Sie haben schinkengroße Tatoos auf der Brust.
Sie sind gepierct.
Sie sprechen schnelles, hektisches, hanovranisch klingendes Hochdeutsch, damit man nicht hört, dass sie aus den noch immer neuen Bundesländern kommen.
Sie zahlen bar.
Sie wählen AfD.
Sie rechnen mit.
Sie sind für die Kultur.
Sie lesen schon lange keine Zeitung mehr.
Sie wollen ihre Schamhaare immer ganz sauber wegrasiert haben (igitt).
Sie wollen keinen Geruch.
Sie wollen keinen Sex.
Sie wollen den Wunder-Baum „Tannenduft“ fürs Auto.
Sie wollen sich ihre hässliche Meinung nicht verbieten lassen.
Sie wollen sich überhaupt nichts mehr verbieten lassen.
Sie gehen in Swingerclubs.
Haha.
Meine Freundin Anna weiß das ja alles sowieso.
Ihr Lieben.
Süßen.
Meine Freunde.
MEINE Meinung.
Meine NSDAP.
Meine garantiert nicht mehr gesichert rechtsradikale Jugendorganisation der AfD.
Meine Heidi Reichinnek (derzeit in der Kritik wegen eines Audi A8).
Meine Bio Iced Caramel Macchiato Frappuccino (fuck off).
Habe ich — ganz persönlich: ich — verstanden, dass sich Deutschland, wie immer wieder gesagt wird, „in einer Art Kriegszustand“ befindet, oder „noch nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“, wie die Politiker in fast schon verzweifelter Deutlichkeit immer wieder beteuern, weil die Russen seit Jahren — was in uns begriffsstutzige Deutsche auch immer wieder und oft wohl ergebnislos gesagt wird — einen hybriden Krieg gegen uns führen?
Echt: noch nicht.
Also: nein. Noch nicht verstanden.
MadW fordert eine Generalmobilmachung des Geistes. Und, daraus folgend, wie heißt das: des Bewusstseins.
(Und ey, natürlich liebe ich Deutschland.) 😘😘
18. Februar 2026, Mittwoch
Das depperte Skifahren, ich bin zu sensibel dafür — kein besonders originelles Charakter-Merkmal, finde auch. Ich kann mir eigentlich keinen mit vollen Sinnen ausgestatteten Denker, Schreiber, feinen Freund des Hauses vorstellen, der das gerne tut, dieses Sich-in-diese-Plastik-Schuhe-Hineinzwängen (Skischuhe), sich da anstellen (Parkticket kaufen, Skipass kaufen, dann immer wieder im Schieben, Schubsen und Mit-Skistöcken-Stechen am großen Sechser-Lift anstehen), zur Mittagspause beim Germknödel und Pfannakuacha-Suppn bestellen in der Skialp den Prollo-Gabba-Après-Ski-Techno von den Atzen in die Ohren geballert bekommen (Was geht ab/ Wir feiern die ganze Nacht). Andererseits, was soll das sensible Rumgetue: We’re kind of really enjoying it here, folks.
Das wunderbar abgemeldete Bayrischzell (natürlich drängt auch hier schon viel Wellness-Fitness-Salat-Deutschland in den Ort, aber noch geht es): Das einst berühmte Dorf liegt hinter dem im Sommer von scheußlichen Angeber-Cabrios aus München belagerten Schliersee, eben ein paar entscheidende Kurven weiter, aus irgend einem Grund gelten hier andere Gesetze. Man fühlt an vielen Ecken, welchen hübsch bescheidenen Glamour das hier in den Fünfziger- und Sechzigerjahren gehabt haben muss — den von viel Nachkriegs-Erschöpfung, lecker Obstkuchen mit Sahne, Schlager von Roy Black und Peter Alexander und der Kaminbar mit Hammond-Orgel: das schöne Hotel Klosterhof zur Post, Foto-Huber (Fotos und Andenken), Sparkasse, Fünfzigerjahre-Rathaus, das heartbreaking „Haus der Geschenke“. Der in Bayrischzell servierte Schweinsbraten ist angenehmerweise auch nicht besonders gut, eher so eine sympathische 4+. Kommt an meine Herz, deutsche Fünzigerjahre.
Über die Söder-Tochter Gloria-Sophie Burkandt muss ich noch mal diszipliniert nachsitzen, also nachlesen (Süddeutsche, Bild-Zeitung etc.): Wer ist das noch mal? Warum sollen wir uns für sie jetzt noch mal interessieren? „Schon länger gibt es Gerüchte …“, ah ja (die Söder-Töchter, 27, und der neunzigjährige — oder ist er erst siebzig? — Google-Milliardär namens Eric Schmidt). Ein Satz aus der menschenfeindlichen Klatsch-Logik, so in der Süddeutschen: „Weil sich die beiden selbst nicht äußern, bleibt viel Raum für Deutungen.“
Vorschlag aus der hier zum Skifahren angereisten Familie: Heute mal keinen Kaiserschmarren. Wie heute mal keinen Kaiserschmarren, was ist denn das bitte für ein vollkommen in falsche Richtung gehender Vorschlag? 😘😘
Abfahrt von Martin Purwin nach 14974 Ludwigsfelde/ Brandenburg nach zwei Tagen Besuch in Bayrischzell. Jetzt kann er, der liebe Freund, auch noch richtig altmodisch gut und elegant Ski fahren, war ja klar (Parallelschwung, Baby, nichts da Carving), es ist die in Düsseldorf ausgebildete Disco-Schule der späten 1980er-Jahre, die kann alles.
Meldungen aus dem Wald, Telefonat mit dem Herrn Betriebsleiter: Der Harvester ist vom Pfarrhausweg an die Alte Rehauer Straße umgezogen. Die Böden sind wieder hartgefroren — das finden wir natürlich gut, weil der Rückezug so weniger Zerstörung in die Gassen anrichtet.
Jetzt verpasse ich, das kann mir als alter Heimat-Freak auch nicht recht sein, den Lars-Klingbeil-Auftritt am Ascherdonnerstag in 95709 Tröstau, am Freitag dann noch den vom SPD-Ortsverein ausgerichteten Preisschafkopf im Vereinsheim des 1. FC Schönwald 1916 e. V.. Erster Preis: eine 3-Tagesfahrt nach Berlin für zwei. Schenga Gruaß. Haut rein.
14. Februar 2026, it’s Saturday
Anderer Gedanke: Ich würde AUCH gerne mal wieder etwas anderes tragen als meine alte, grüne Trachten-Strickjacke mit Hirschhorn-Knöpfen. Aber ey, mir passt nichts mehr anderes. 😘😘👋 (Verlotterung, aber, sorry, in gut).
Frankenpost: Bitte ganz schnell Karten für die Podiumsdiskussion in der Stadthalle Marktleuthen zur Landratswahl in Wunsiedel buchen, sonst sind die alle ausverkauft. Mit den Kandidaten von CSU und SPD und dem nach magenkrankem Handyverkäufer aussehenden Kandidaten der AfD (fuck off).
Ich glaube leider nicht an den eitlen Bock Gavin Newsom in Kalifornien, leider, leider. Er hat eine Obsession mit der Dummheit und Brutalität des regierenden Präsidenten, nachvollziehbar, wir alle haben die. Aber das reicht nicht, um der nächste Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Kann bitte einer den kalifornischen Gouverneur bei der Münchner Sicherheitskonferenz, wo er gerade krawattenlos Wasser ohne Sprudel trinkt, zur Seite nehmen und ihm sagen, dass er anfangen soll, über ein Land ohne Donald Trump zu reden?
Demokraten: Bitte einen neuen Kandidaten aufbauen — jetzt, JETZT, noch vor den Zwischenwahlen! Danke.
Fernbeziehungen, liebe Freunde, das ist etwas für echte Könner und für sehr erwachsen Leute. Auch immer gut: Wenn man sich echt gut findet, also sehr, sehr sicher ist miteinander. Sorry, sorry.
Do I believe in my Fernbeziehung? Yes, I do.
„Mild und nussig“, das ist so genial getextet (das Käse-Duo von Grünländer, in extra viel Plastik eingeschweißt, zwei mal sieben Scheiben). So vieles im Leben sollte mild und nussig sein.
Margaret Qualley in Vanity Fair und bei Mel Ottenberg, dem Kreativdirektor und Chefredakteur von Interview — das ist die, die in Once Upon a Time in Hollywood am Straßenrand den Daumen rausstreckt und Brad Pitt in zwei Sekunden fertigmacht. Du hast ja vollkommen recht, liebe Margaret Qualley, nutz deine Chance, go, go, go, auch wir hier in Oberfranken schauen da mit Interesse und mit Wohlwollen zu.