Martin Compart


WEISE WORTE by Martin Compart
29. März 2024, 4:24 pm
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Ein Lieblingsthema rechter Populisten ist bekanntlich die innere Sicherheit, die nur sie vollmundig und effektiv herstellen und garantieren können. Die freie Gesellschaft muss einer autokratischen weichen, damit der brave Bürger zumindest in Sicherheit leben kann.

Nun hat der IS-Anschlag in Moskau bewiesen, das nicht mal eine autoritäre, in Teilen faschistische, Oligarchie seinen Bürgern innere Sicherheit garantieren kann. Also kann es nicht mehr argumentativ darum gehen, Freiheit gegen Sicherheit abzuwägen. Das einzig Sichere ist wohl, das am Ende des Lebens der Tod lauert (obwohl ich bis vor wenigen Jahren Sterblichkeit für eine linke Verschwörungstheorie gehalten habe).

Kann dieser echte bio-deutsche Mann und Putin-Verehrer Europa vor dem IS schützen?



CHRIS KURBJUHN über „DANDY IN ASPIK“ by Martin Compart
25. März 2024, 10:33 am
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EASTENDBALLADE – DIE KRAYS 3/ by Martin Compart
22. März 2024, 12:03 pm
Filed under: Die Krays | Schlagwörter: , , , , , ,

Aber auch die Sonne der Krays begann unmerklich unterzugehen, und dieser Mord sollte ihnen zwei Jahre später zum Verhängnis werden. Ihr Mafia-Freund Angelo Bruno hatte es ihnen gesagt: „Seht zu, dass ihr keinen Schmutz an die Hände kriegt. Lasst die Drecksarbeit andere machen. Ihr seid verrückt, euch selbst die Hände schmutzig zu machen.“ Aber das Eastend ist nicht Philadelphia und die Krays waren keine Mafiosi.

Ein Jahr später ermordete Reggie den Gangster Jack the Hat McVitie in der Evering Road 167 in Stoke Newington.

Scotland Yard hatte inzwischen eine Sonderabteilung „Krays“ gegründet. Sie arbeitete unter strengster Geheimhaltung auf der Südseite der Themse im Tintagel-House am Embankment.

„Nipper“ Read

Ihr Leiter, Inspector Read, ebenfalls ein Ex-Boxer, wusste, dass er die Krays nur kriegen könnte, wenn er den Wall of Silence knackt.
Tatsächlich hatten nach den Morden und der zunehmenden Brutalität der Zwillinge einige Leute aus der Firma die Hosen gestrichen voll. Die Krays waren zwar gut darin, ein Imperium aufzubauen, aber wie so viele Eroberer wenig begabt, ihr Königreich zu erhalten und zu verwalten.

Die Zwillinge benahmen sich wie auf einem Selbstmordtrip, und einige fragten sich, wie lange das noch gutgehen konnte. Gegen die Zusicherung von Straffreiheit und einer neuen Identität zwitscherten sie Read schließlich soviel vor, dass ihm die Ohren anschwollen.

Und dann schlug Read zu und brachte die Zwillinge vor Gericht. Der Prozess begann Neujahr 1969 und wurde mit 39 Verhandlungstagen der längste und teuerste Prozess in der englischen Justizgeschichte. Viele Leute aus dem Klerus, der Politik oder der Finanzwelt, die sich mehr oder weniger mit den Krays eingelassen hatten, zitterten. Würden die Krays sie mit hineinziehen? Aber sie sagten nicht aus. „Die brauchten keine Angst zu haben. Wir sind keine Verräter und singen nicht. Ich bin nicht der Meinung, dass man ein Unrecht durch ein anderes Unrecht wieder gut machen kann“, sagte Reggie.

Judy Garland, die oft in den Klubs der Krays zu Gast gewesen war und ein Auge auf Reggie geworfen hatte, sandte ein Aufmunterungstelegramm.
Die Platzkarten für die Verhandlungen gingen auf dem Schwarzmarkt für fünf Pfund weg.
Prominente, wie Charlton Heston, konnten sich das leisten und verfolgten den Prozess.

Die Zwillinge und ihre Verteidiger sahen sich hilflos einem Angriff ausgesetzt, den sie nicht zurückschlagen konnten: Denunziation. Die Mauer des Schweigens war zusammengebrochen. Ehemalige Freunde und sogar Familienmitglieder sagten gegen sie aus, um ihre eigene Haut zu retten.

Am 8.März verkündete Richter Melford Jones das Urteil: Die Zwillinge bekamen lebenslänglich mit der Auflage, dass sie mindestens dreißig Jahre verbüßen mussten.
Ihr Bruder Charlie kam mit zehn Jahren davon und wurde nach sieben entlassen. In seinem Buch ME AND MY BROTHERS jault er am meisten über sein ungerechtes Urteil. Er betrieb eine Weile einen Klub außerhalb Londons. Er war auch in Peter Medaks nicht so tollen Film involviert, als eine Art Berater für die locations.

„Er versucht so eine Art Playboy zu spielen. Aber er ist ein alter Mann. Wenn man ihn und Reg sieht, kann man nicht glauben, dass sie nur sieben Jahre auseinander sind“, sagte Rita.
Wirklich verziehen hat Charlie, der als armes Justizopfer so ein richtig schönes Rechtfertigungsbuch geschrieben hat, seinen Brüdern die sieben Jahre Knast wohl nie. Das konnte Rita nun gar nicht verstehen: „Er war immer dabei. Er machte den großen Macker in den Klubs. Er musste wissen, was abläuft. Wenn er es nicht gewollt hätte, hätte er jederzeit aussteigen können. Ihm gefiel das Geld auch.“

Die Zwillinge nahmen das Urteil stoisch an. „Nachdem der erste Schock vorbei war, sahen wir nur noch nach vorne. Es macht dich fertig mit dem Schicksal zu hadern.“ Harte Jahre folgten, in denen sich immer wieder verblödete Mitgefangene mit Reggie Kray anlegten, um ihre Härte zu beweisen. Wie man auf der Main Street von Dodge City den schnellsten Schützen herausforderte.

1984 erschienen sie beim Begräbnis ihrer Mutter zum letzten Mal gemeinsam in der Öffentlichkeit. Hunderte Journalisten und Polizisten machten die Beerdigung zum Alptraum. Als ihr Vater starb, gingen sie nicht zur Beisetzung. „Dad hätte diesen Rummel nicht gewollt.“

Ronnie lebte in der Psychatrie von Broadmoor in der Grafschaft Berkshire. Jeden Tag bekam er eine hohe Dosis Stematol und Disipal. Alle zwei Tage eine Injektion Modikat gegen Schizophrenie. Er war relativ stabil, hörte viel Musik und konnte ein relativ freies Leben in Broadmoor führen. Dazu gehörten an die hundert Zigaretten täglich und zu wenig Bewegung. Was zur offiziellen Todesursache durch Herzinfarkt geführt haben soll.

Bruder Reggie hatte es schwerer. Bis 1988 bekam er die höchste Sicherheitsstufe. Kein anderer Gefangener war länger als er in der Sichheitstufe A. Er hat die übelsten Gefängnisse Englands durchlaufen. Ihre lange Haftstrafe ließ ihre Legende wachsen. Der erfolgreichste Film des Jahres 1990 in England war THE KRAYS mit Gary und Martin Kemp in der Rolle der Zwillinge. Der Staat scheint nicht zu verstehen, dass er gegen einen Mythos kämpft, der mit jedem Hafttag Reggies größer wird.

1990: Die Zimmer im New Barbican Hotel sind etwas kleiner als Mick Jaggers Schuhschrank. Was ein relativ modernes Hotel mitten in Finsbury zu suchen hat, versteht keiner. Bis auf einige Bürogebäude, verdreckte und düstere Straßen ist hier, nahe der Grenze zu Shoreditch, nichts. Der Nordosten Londons hinter Old Street ist weder richtig Eastend, noch Westend. Stattdessen, von beidem das langweiligste.

Ein paar hundert Meter weiter, in der festungsartigen Anlage Braithwaite House, wurden die Zwillinge um 6.oo Uhr früh am 9.Mai 1968 von Inspector „Nipper“ Read endgültig hochgenommen. Seitdem atmen sie gesiebt. Zwei Pubs, ein Fish & Ships-Laden und kaum Straßenbeleuchtung machen das Nachtleben wahrlich zum Erlebnis. Es ist das östlichste Hotel, dass einem ein deutsches Reisebüro buchen kann. Das Beste am ganzen Laden ist das exzellente Frühstück. Vielleicht denkt man das auch nur, weil man nach dem halbstündigen Platzanstehen so ausgehungert ist.

Ich bin gerade dran, als ich zur Rezeption gerufen werde. Rita, Reggie Krays Kusine, ist am Telefon. „Ich hole dich in einer Stunde ab. Wir fahren zu Reg.“ Zeit genug, um nochmal anzustehen.

Rita ist eine gutaussehende Blondine, ein bisschen wie Billie Whitelaw in jüngeren Jahren. Sie kennt Reggie solange sie denken kann und ist inzwischen eine Vertraute. Eine zentrale Figur im Krays-Clan, zu dem neben vielen Freunden auch ein inoffiziell adoptierter Sohn gehört. Die hübsche Frau hat die Härte, aber auch den Charme des Eastends. Mindestens alle 14 Tage besucht sie Reg oder Ronnie und kümmert sich um vieles, was nur von außerhalb des Gefängnisses zu regeln ist.
Ihre einzige Bedingung: die Krays müssen sie aus jeder Pressegeschichte raushalten.

Sie organisiert meinen Besuch. Ich hatte lediglich Vornamen und eine Telefonnummer. Ich musste einen Tag im Hotelzimmer rumsitzen – was in London einer verschärften Haftstrafe nahe kommt – und auf den Rückruf warten. Alles hatte etwas von einem konspirativen Treff. Kein Zweifel, die Krays haben ihr Gefühl für Dramatik bewahrt.
Bevor unser Zug nach Brighton geht, trinken wir einen Kaffee in Victoria Station. Es ist eine wirkliche Schande, wie sie die alten Traditionsbahnhöfe zu einer Mischung aus Hallenbad und MacDonalds-Filiale restauriert haben. Sonntags braucht der Zug länger. Wir unterhalten uns über Reggies eventuelle Begnadigung. „Als sie ihn vor zwei Jahren nach Lewes verlegt haben, war das ein gutes Zeichen. Lewes ist eines der angenehmeren Gefängnisse in England. Sie haben Reggie gesagt, er solle keine Wellen machen und sich ruhig verhalten. Aber Reggie lässt sich ja nichts sagen. Erst kam der Film, dann sein neues Buch und jetzt auch noch die Schallplatte, auf der Reggie feixend Geschichten aus der wilden Zeit erzählt. Die Krays sind wieder in aller Munde. Nichts, was sich für eine vorzeitige Freilassung auszahlt.

Rita traut mir noch nicht richtig über den Weg. „Reggie ist so leicht von Leuten auszunutzen.“ Klar, dass beweist seine ganze Biographie. Zwei arme, kleine Eastendzwillinge, die im Schneesturm ihr letztes Hemd an Onkel Dagobert verschenken.

Umsteigen in Brighton. Nochmal eine ätzende halbe Stunde. Der Bahnhof von Lewes liegt am Fuße eines Hügels, um den das Zentrum des Ortes gruppiert ist. Eines dieser netten, kleinen Provinzstädtchen mit einem Charme, wie ihn nur englische Provinzstädtchen haben. Und wie alles in England an einem Sonntag: tot.

Die Krone des Hügels ist eine alte Festung, der Hauptwohnsitz von Reginald Kray. „Die schlimmste Zeit waren die 16 Jahre in Gartree und auf Isle of Whight. Sie haben versucht, ihn zu brechen. Das war das dümmste, was sie tun konnten. Sie gaben ihm etwas, gegen das er kämpfen konnte. Dabei hätten sie ihn leicht fertig machen können: mit Freundlichkeit“, sagt Rita. Ein gutes Wort, und schon schmelzen sie dahin, die schlimmen Zwillinge.

Die Seitentür im schweren Holztor ist noch geschlossen. Einige junge Frauen warten darauf, ihre Burschen zu besuchen. Besuchszeit ist von 13.00 Uhr bis 15.15 Uhr. Jetzt ist es gleich zehn nach Eins. Endlose Minuten, wie sie nur Gefangene und Flüchtlinge kennen.

Zu Reggies prominenteren Besuchern, die gelegentlich vorbeischauen, gehören Patty Kensit, Roger Daltrey, Diana Dors, Rick Wakeman, Cliff Richard und Debbie Harry. Morgen ist Daltreys Manager angesagt. Daltrey will schon einige Zeit einen Kray-Film drehen und besonders erfreulich war Peter Medaks Machwerk wirklich nicht. Reggie hat ihn sich nicht mal angesehen. Alter Mist von Gestern interessiert ihn nicht.
Richard Burton hatte Ronnie besucht zu den Vorbereitungen des Drehs von VILLAIN (DIE ALLES ZUR SAU MACHEN), was Ronnie kommentierter: „Ich bin größer als Richard Burton“,

„Ein Wahnsinn. Manche sitzen nur fünf Monate hier. Reggie sagt ihnen, dass sie sich gar nicht erst hinzusetzen brauchen.“

Joe Pyle kommt. Joe war sogar mal für die BBC tätih, hat Kinderfilme gemacht und arbeitet jetzt in den Pinewood Studios. Kein deutscher Fernsehsender würde es zulassen, dass Joe seine sensiblen Hallen betritt. Joe ist wie aus dem Ei gepellt, und golden glitzert es von Ringen und Kettchen. Er ist um die fünfzig und wirkt wie ein gepflegter Rausschmeißer. Unter seinem Maßanzug spielen harte Muskeln. Kein Knabe, dem man ungestraft das Bier verschüttet. Der richtige Mann für Kinderfilme. Der macht den lieben Kleinen schon klar, wie es im Leben läuft.

Joe macht Konversation mit mir. Er kennt Hamburg und München, fragt mich nach seinen deutschen Kumpels. Ausnahmslos Puff- und Bumsbesitzer von der Reeperbahn und Spielhöllenchefs aus München. Als ich Joe mitteile, dass ich bedauerlicherweise keinen seiner Halbweltfreunde kenne, scheint er nicht sicher, ob ich wirklich aus Deutschland komme (inzwischen ist Joe tot, saß auch im Knast. Nachdem Scotland Yard seine Filmproduktion unter die Lupe genommen hat, musste sie feststellen, dass Joe den Hauptumsatz nicht mit Käptn Blaubär macht, sondern mit weißen Pulver. Eine Zeitlang war Joe der Käptn Koks der Londoner Szene. Seine prunkvolle Beerdigung kann man sich ebenfalls auf YouTube ansehen).

FORTSETZUNG FOLGT



EINEN NEUEN HÖHEPUNKT IN DER KORRUPTION… by Martin Compart

.. hat die EU unter der Kommissionspräsidentin Ursula Gertrud von der Leyen (geborene Albrecht) erreicht und spielt nun den Rechten und Putin in die Hände.
Den Job bekam von der Leyen wegen ihrer außergewöhnlichen Inkompetenz, die sie bereits als deutsche Verteidigungsministerin eindrucksvoll bewiesen hatte.

Korrupte EU-Kommissare und -Parlamentarier (von inkompetenten Beamten und Mitarbeitern gar nicht erst zu reden) sind auf einem guten Weg, die ohnehin schwindende Akzeptanz bei der Bevölkerung restlos zu vernichten. Die Europawahl wird zeigen, was der Wähler von ihrer „Aussitzstrategie“ hält.

Rechtzeitig zum Korruptionshöhepunkt hat sich ein neues Journalistennetzwerk gebildet, das über sie Aktivitäten der EU-Korrumpel berichtet. Eine Namensliste mit erhaltenen Zuwendungen ist in Vorbereitung. Sie wird illustrieren, wie billig diese kleinem, gierigen Männchen und Weibchen zu haben sind.

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Bünnagel über „Ein Dandy in Aspik“ (neu) by Martin Compart

Derek Marlowe – Ein Dandy in Aspik



zu unrecht vergessene songs by Martin Compart
16. März 2024, 4:01 pm
Filed under: Allgemein



ZU UNRECHT VERGESSENE SONGS by Martin Compart
15. März 2024, 3:26 pm
Filed under: Zu Unrecht vergessene Songs | Schlagwörter: , ,



Alexander Preuße über John Mairs „Es gibt keine Wiederkehr“ by Martin Compart
11. März 2024, 12:15 pm
Filed under: Elsinor Verlag, John Mair | Schlagwörter: , , , , ,

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EGGENBERGER ÜBER „EIN DANDY IN ASPIK“ und DEREK MARLOWE by Martin Compart

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WEISE WORTE by Martin Compart

Ich hasse den zumindest faschistoiden Netanjahu, dem die Hamas politisch vor der Bevölkerung den Arsch gerettet hat. Dank sei dem Kriegsrecht, das er gerne bis über seine Rente ausdehnen wird.

Aber:

Die Hamas köpft Babys.
Israel führt Krieg.

Warum wählen oder identifizieren sich Palästinenser mit einem selbstsüchtigen Autokratenhaufen, der ein Allah nicht gefälliges Leben in Emiraten oder anderen Schundprovinzen führt?

Mit dem israelischen Volk gibt/gäbe es eine brüderliche Zweistaatenlösung.
Mit israelischen Faschisten nicht.
Selbst wenn man ihnen denselben Lebenskomfort anbieten würde wie der Hamas-Führung (obwohl ihre Interessen identisch sind: dauerhafte Qualen für die eigenen Völker, die einen selbst nicht betreffen dürfen).

P.S.: Hat es jemals eine kriegerische Auseinandersetzung gegeben, über die ein Volk in freier Wahl abgestimmt hat?




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