Seit 2013 thematisieren die Herforder Architekturgespräche Ideen und Visionen des Lebens in der Stadt sowie aktuelle Fragen zu Architektur und Städtebau – ein anregender Abend mit namhaften und meinungsstarken Persönlichkeiten, nicht nur für Architekt*innen!
Stadt + Vision – Herforder Architekturgespräche 47
mit einem Impulsvortrag von Lina Maria Mentrup / Architekturbüro Mentrup, Kahla:
Architektur im ländlichen Raum: Zwischen Tradition und Innovation
In ihrem Vortrag widmet sich Lina Maria Mentrup der Architektur im ländlichen Raum als einem Spannungsfeld zwischen gewachsenen Strukturen und zukunftsorientierten Ansätzen. Im Zentrum steht die Frage, wie traditionelle Bauweisen, Lebensformen und vorhandene Ressourcen nicht nur bewahrt, sondern als Grundlage für innovative architektonische Strategien weiterentwickelt werden können. Ausgehend von der Auseinandersetzung mit dem Begriff der Tradition wird untersucht, was das Bauen und Leben im ländlichen Raum prägt, die Qualität des Bestehenden rückt in den Fokus – dem gegenüber steht die Innovation. Diese zeigt sich insbesondere in der Transformation von Leerstand, in der Entwicklung neuer Nutzungskonzepte, aber auch in minimalistischen, baukonstruktiven und raumprägenden Lösungen. Anstatt Brüche zu erzeugen, entstehen Weiterentwicklungen aus dem Verständnis regionaler Gegebenheiten heraus. Der Vortrag plädiert für ein Architekturverständnis, das den ländlichen Raum als Chance begreift – einen Ort, an dem aus dem Dialog zwischen Tradition und Innovation eigenständige, zukunftsfähige Lösungen entstehen können.
Lina Maria Mentrup (*1987) studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar und an der Universität der Bildenden Künste in Wien. Erste Berufserfahrungen während des Studiums sammelte sie unter anderem in Amsterdam und in Chile. Während des Studiums erhielt sie das Bauhaus-Stipendium für herausragende Leistungen. 2013 machte sie sich selbstständig und gründet das Architekturbüro Mentrup. 2020 zog das Unternehmen von Seitenbrück nach Kahla, von wo aus es verschiedene Projekte deutschlandweit betreut. Für ihre Arbeit erhält sie mehrere Auszeichnungen und Anerkennungen. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit ist das Bauen im ländlichen Raum. Lina Maria Mentrup ist in Jurys und Preisgerichten tätig und lehrt seit 2025 an verschiedenen Hochschulen. Seit 2021 ist sie berufenes Mitglied im BDA. Seit 2025 vertritt sie außerdem den BDA Thüringen als stellvertretende Landesvorsitzende. Mehr Infos: www.architektur-mentrup.de
Die anschließende Diskussionsrunde wird von Birgit Melisch / Melisch Architekten, Gütersloh, moderiert.
Ermöglicht wird diese Veranstaltungsreihe durch die Kooperation mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, BDA Ostwestfalen-Lippe.
Ticket
5 Euro, erm.* 3 Euro
*Ermäßigt für Personen in Ausbildung (18-27 Jahre) und Menschen mit Behinderung (ab GdB 50), der Nachweis sowie ein Lichtbildausweis sind am Einlass unaufgefordert vorzulegen
Info
Vorverkauf online oder an der Museumskasse (Di bis So 11 bis 18 Uhr, Mi bis 20 Uhr)
Veranstaltung im Marta-Forum
An Mittwochabenden sind die Ausstellungen bis 20 Uhr geöffnet.