Dienstag, 24. Februar 2026

schwarz-weiß und weiß-schwarz

Eigentlich ist doch schwarz-weiß und weiß-schwarz das Gleiche. Könnte man meinen, aber dem ist nicht so:

Schon im letzten Jahr hatte ich die Idee einen Gelmerodaquilt in schwarz-weiß zu nähen, denn die Idee von Regina mit den schwarz-weiß Quilts gab den Ausschlag für meine Gelmerodanäherei. Da ich nicht so viele schwarz-weiße Stoffe habe, hatte ich Regina gefragt, ob sie eventuell aushelfen könnte. Konnte sie und so erhielt ich ein Päckchen mit ganz vielen schwarz-weißen Stoffen. Diese habe ich mit Stoffen aus meinen Kisten kombiniert und heraus kam das erste weiß-schwarze Top.

 

In diesem Top habe ich ganz viele verschiedene Stoffarten miteinander kombiniert: Im Himmelbereich habe ich weißen Afrikadamast verarbeitet, im unteren Bereich habe ich viele Spitzenstoffe verwendet. Das Top sieht sehr hell und luftig aus. Allerdings war es gar nicht so einfach, den Musterverlauf passend zusammenzusetzen. Gerade bei der Spitze und den kleinen Karos habe ich Ewigkeiten probiert und getrennt und neu probiert und wieder getrennt.

Nachdem das Top fertig war, stellte sich mir die Frage, wie es in schwarz-weiß wirken würde. Die Beantwortung musste aber noch eine Weile warten, irgendetwas kam immer dazwischen. Als ich beim Aufräumen dann auch noch ein Stück der Hose gefunden habe, die wir seinerzeit für Katharinas schwarz-weiß Quilt verwendet haben, wusste ich, dass dieser Stoff der Hintergrund für den zweiten Quilt werden sollte. 

An dem dunkleren Top musste ich noch ein wenig ändern, denn im Haus und an der rechte Seite des Dachs waren Stoffe, die ungünstig waren. Also habe ich dort anderen Stoffe aufgesteckt und überlegt, was besser aussieht. An das Dach kam ein dunkler, ruhiger Stoff und unter den Uhrenkasten ein weiß-schwarz gemusterter Stoff. So sah es dann besser aus. Nein, ich habe nicht alles wieder aufgetrennt, sondern die Stoffe wieder einfach aufgequiltet.

Jeder Quilt für sich ist, sagen wir mal, nichts Besonderes, aber so nebeneinander sehen beide aus, als gehörten sie zusammen. Ich finde, die beiden Quilts wirken nur zusammen. Das sind dann übrigens Nr. 49 und 50 in meiner Sammlung. Ich hatte ja mal überlegt, nach 50 Quilts aufzuhören, das hat nicht geklappt, das kann ich schon sagen. 😊

Sonntag, 22. Februar 2026

Ich frage mich, wie das passieren konnte.

Im Moment ist es hier etwas ruhiger, dabei hätte ich soviel zu zeigen: Schwarz-weiße Gelmerodaquilts, meinen Protestquilt mit schon zwei Wechselschildern, einen orangenen Gelmerodaquilt... Ach, da gäbe es so Vieles, aber das muss warten. Heute steht etwas nun etwas anderes auf dem Programm.  2020 hat Katharina zum Geburtstag die Stiftedecke bekommen, 2022 hat sie den Koalaquilt bekommen (der es - wohl auf Grund des Fernstudiums und Steffens erster Krebserkrankung - nie in den Blog geschafft hat). Diese Decken nimmt sie abwechselnd zum  Schlafen. Nun erzählte sie mir vor einiger Zeit, dass die Decken zu kurz (!) sind und beim Schlafen immer ihre Füße rausgucken. Ich frage mich, wie konnte das passieren, sie ist doch erst 13. 😂Egal, ein neuer Quilt musste her!

Beim Aufräumen im Januar habe ich Blöcke gefunden, von denen ich die ersten bereits 2014, ja, ihr lest richtig: 2014, genäht habe. Immer mal wieder habe ich daran genäht und irgendwann alles in einer großen Tüte irgendwo im Regal verstaut. Beim Aufräumen habe ich mal in die Tüte geguckt, ach herrje, die Blöcke waren ja auch noch da. Diese Blöcke habe ich Katharina gezeigt und sie gefielen ihr und so haben wir irgendwann Anfang des Jahres entschieden, dass diese Blöcke ihr neuer Schlafquilt werden. Wir haben dann zusammen weitere Blöcke genäht.

Das Finden des passenden Layouts war gar nicht so einfach, aber nach vielen Hin- und Herlegen der Blöcke hatten wir uns für dieses Layout entschieden: 

Die beiden Lücken haben wir mit zwei Blöcken mit blauen Stoffen gefüllt. Diese habe ich gestern genäht. Heute habe ich dann die Blöcke und die Randdreiecke zusammengenäht. Damit wir auf eine passable Größe für einen Schlafquilt kommen, habe ich oben und unten einen breiteren Randstreifen angenäht. An den Seiten mussten es schmale Randstreifen sein, damit ich das Kuschelfleece als Rückseite verwenden kann. Schließlich hat sich Katharina einen schönen kuscheligen Quilt gewünscht.
 
Ich habe heute den ganzen Tag genäht, dann mit Katharina den Quilt geheftet und dann heute nachmittag gequiltet. Es fehlte dann nur noch das Binding. Das MUSSTE dann heute auch noch sein!
Katharina konnte entscheiden, wie der Quilt gequiltet werden sollte: Gerade Linien oder freihand Muster passend zu den Blöcken. Sie hat sich für die Linien entschieden und ich finde, es ist gut geworden. Gut, sie sind nicht immer ganz gerade, aber darauf kommt es sich nicht an.
 
In das Binding habe ich kleine Label mit eingenäht. Nun (20.11 Uhr) dreht der Quilt seine Runden im Trockner und ich hoffe, dass er bald trocken ist, damit Katharina ihn heute gleich zum Zudecken nehmen kann und es dann beim Schlafen schon muckelig hat. Ich liebe dieses Wort. 😉 In den nächsten Tagen mache ich dann auch noch bessere Fotos. Katharina hat sich ganz doll über ihren neuen Quilt gefreut und mich ganz oft gedrückt und geherzt. Dafür haben sich die ganze Mühe heute und meine Rückenschmerzen doch gelohnt. 

Montag, 16. Februar 2026

Willkommensquilt für Nele

Vor ein paar Wochen fragte mich eine Freundin, ob ich vielleicht einen fertigen Babyquilt zu Hause hätte und wenn nicht, ob ich vielleicht einen Babyquilt nähen könnte. Nein, fertig habe ich keine Quilts und ja, ich kann einen nähen und ja, für bestimmte Menschen mache ich es aus (nein, nicht für jeden).

Der Farbwunsch stand von Beginn an fest: Pink/rosa. Ups. Pink? Rosa? Das ist ja nun eher weniger meine Farbe. Zunächst hatte ich überlegt, einen Block aus dem Quilt "Show and tell" zu nähen, nur dass das Tier nicht einen Quilt, sondern ein Schild mit dem Namen des Babys hält. Viele Babyquilts habe ich aus Panelen genäht, die sind aber inzwischen, wie Stoffe überhaupt, so teuer geworden, dass ich mich zunächst dagegen entschieden habe. Als ich dann jedoch Werbung bekam, dass in einem Patchworkshop Panele im Angebot sind, habe ich meinen Plan geändert und mich doch für ein Panel entschieden.

Ich habe dann auch gleich noch passende Stoffe und Hintergrundstoff mit bestellt. Um eine schöne Auswahl an rosa/pink zu haben, habe ich mich für zwei Stoffpäckchen von 15 cm-Quadraten entschieden. So  musste ich nicht viele Stoffe in rosa kaufen und die Arbeit des Schneidens fiel weg. Naja, nicht ganz, denn ich musste die Quadrate alle nachschneiden, da sie doch minimal unterschiedlich groß waren.

Die Bilder aus dem Panel habe ich ausgeschnitten und mit dem rosa Hintergrundstoff eingefasst. Für den Namen habe ich Buchstaben nach einem Pattern genäht, welches ich vor einigen Jahren mal im Netz gefunden habe. Und dann kommt immer die schönste Arbeit am Quiltnähen: Blöcke sortieren! Das habe ich im Wohnzimmer mit Katharina zusammen gemacht, auch Steffen hat den ein oder anderen Block umsortiert (also er hat gesagt und wir haben gemacht 😂) und so haben wir am Ende ein sehr schönes Layout gefunden.
Als Rückseite habe ich graues Wellnessfleece genommen, das hatte ich noch zu Hause. Gequiltet habe ich rechts sparsam, nur in der Naht der Blöcke. Die Bilder habe ich in den Bilder noch einmal gequiltet, um ihnen ein bisschen Stabilität  zu geben. In das Binding habe ich ein Label eingenäht, natürlich passend in roas. Der Quilt ist auch schon abgeholt, ob er schon beim Baby angekommen ist, weiß ich nicht. Meine Freundin fand ihn sehr schön und hat sich darüber sehr gefreut.
 

Den Quilt habe ich gleich gewaschen, deswegen sieht er auch schon schön "quiltig" aus. Ich habe den Quilt gleich ein wenig größer, ca. 1 x 1,40 Meter, gemacht, so hat das Baby ein wenig länger was davon.

Samstag, 14. Februar 2026

Vote

Ups, hier war es lange ruhig, wobei ich nicht untätig war, aber irgendwie war mir nicht nach Laptop anschalten. Na, dann habe ich es eben gelassen. Zum Glück merke ich momentan, wenn es dunkler zu werden droht und dann versuche ich, etwas dagegen zu tun. So habe ich mich zum Beispiel in der letzten Woche mit meiner ehemaligen Arbeitskollegin getroffen. Ich hatte sie in ihrem Büro abgeholt und wir waren in Wernigerode in einem sehr schönen Laden mit Café Kaffee trinken. Das war ein richtig schöner Nachmittag und er tat mir so so gut. In dem Geschäft gibt es so wundervolle Dinge, da könnte ich mein halbes Monatsgehalt lassen. Es war nicht mein ganzes Monatsgehalt, was ich dort gelassen habe, aber ein klein wenig. An den gestrickten Spüllappen mit dem farblich passenden Abtrockenhandtuch konnte ich nicht vorbeigehen.

Die musste einfach mit, das sind genau meine Farben. Und weil ich manchmal ne kleine Macke habe, habe ich dann am nächten Tag gesucht, ob ich vielleicht noch Spülis in orange bekomme. Und ja, bekam ich:
Ok, farblich passt es nicht ganz, aber fast und ich bin über meine neuen Sachen unheimlich happy und glücklich. Als ich jünger war, hätte ich mir nie, niemals vorstellen können, dass ich mich über ein Abtrockenhandtuch und Abwaschlappen freue. Ich glaube, ich werde alt. 😂
 
Gut, aber eigentlich wollte ich von meinem Vote-Quilt erzählen. Da dieser ja auszieht, wollte ich ihn nun gern fertigstellen. Also habe ich ihn gestern geheftet und gequiltet. Beim Quilten war ich zunächst skeptisch, ob es mit den vielen, dickeren Nahtzugaben funktionieren wird. Meine Sorge war unbegründet, es ging sehr gut. 
 
Ich habe die Schrift in der Naht gequiltet, die Hand freihand und den Hintergrund in geraden, parallelen Linien. So gefällt es mir richtig gut und ich hatte Glück, ich habe von HIntergurndstoff tatsächlich noch ein Stück gefunden, welches für das Binding gereicht hat. So ist nun mein Vote-Quilt fertig geworden.

Ich werde meinen Quilt nachher sorgfältig einpacken und mit dem Päckchen mit den Schwarz-weiß Quilts (die sind Nurmmer 49 und 50 in meiner Sammlung, sind irgendwie besonders und gehören einfach zusammen 😍) und meinem Stoffbriefquilt zur Post bringen.
 
Weil die Lappen und das Abtrockenhandtuch genau meine Farben sind, gibt es ein Kreuzchen im Bingo von Antetanni im Feld "Meine Lieblingsfarbe". 

Samstag, 31. Januar 2026

Gesagt - getan

In meinem letzten Beitrag habe ich ja geschrieben, dass ich den Votequilt verschenken und mir einen neuen nähe werde. Für den zweiten Quilt wollte ich gern nach der Briefmarke mit den Stolpersteinen einen Schnitt erstellen. Einen hatte ich schon einmal gemacht, auch ausgedruckt, ausgeschnitten und dann - weggeworfen. Zu dem Zeitpunkt des Aufräumens war ich der Meinung, ein Protestquilt reicht. 😂 Naja...

Ich habe also vor ein paar Tagen noch einmal einen Schnitt erstellt. Der war sogar irgendwie besser als der vorige. Das Nähen dieses Blocks ging realtiv fix, es waren auch nicht so viele kleine Teile.

Auf die Rundungen unten am Stolperstein bin ich schon ein klein wenig stolz, dass die mir so gut gelungen sind. Den Block werde ich denn noch von Hand mit dem Slogan "Nie wieder ist jetzt" besticken. Meinen Block habe ich dann zur Probe mal auf das schon fertige Top aufgesteckt: 

Ja, das sieht auch gut aus, aber irgendwie ist der Block ein wenig groß für das Top. Naja, kommt ja noch ein Rand drumherum. Gestern habe ich dann mit der Hand begonnen, wieder habe ich mit Resten genäht. Ich hatte - vermeintlich - passende Stoffe rausgesucht. Zusammen vernäht sieht man dann doch schon einen ganz schönen starken Kontrast. Das hätte ich so nicht vermutet.
Heute habe ich dann an der Hand weitergenäht. Und ja, es ist schon ein ganz schöner Kontrast: 
Nachdem ich den Daumen gestern genäht hatte und schon den Kontrast gesehen hatte, habe ich einfach gedacht, "Augen zu und durch", denn ein weiteres Mal wollte ich den Daumen nicht nähen. Ja, es ist eine sehr helle Hand, die das Protestschild hält, aber so ist es nun einmal. Es könnte ja auch sein, dass die Hand das Schild am Abend hochhält und dadurch die Farben ganz anders aussehen. 😂😉
 
Ich habe mir dann überlegt, den Quilt so zu nähen, dass ich das Schild wechseln kann. Ich werde aus dem Stolpersteinblock also einen kleinen Quilt nähen und den dann mit Klettverschluss an dem Quilt mit der Hand befestigen. So kann ich das "Schild" immer nach meiner Stimmung wechseln. Für den Quilt habe ich mir einen Stoff genommen, der mir auch ohne Aussage gefällt:
Als ich meine beiden Tops im Schlafzimmer nebeneinander an den Schrank gehängt habe, habe ich gesehen, dass sie unterschiedlich groß sind:
 

Besser kann man es erkennen, wenn die Tops aufeinander liegen.

 

Ähm, ja... Ich glaube, den ersten Schnitt habe ich direkt vom Handy ausgedruckt, den zweiten dann direkt vom Laptop. Die Abweichung beim Vergleichsquadrat war minimal, in der Summe kommt dann aber eine doch recht ordentliche Abweichung bei raus. Das blaue Top hat übrigens die richtige Größe. Deswegen war der Stolpersteinblock für den Votequilt auch so groß. Für das zweite Top passt er dagegen tatsächlich besser.

Unabhängig von der Größe der Tops freue ich mich darüber und finde beide schön. Nun warte ich auf das bestellte Thermolam und dann kann ich die beiden Tops heften und quilten. Bis dahin habe ich auch noch ein wenig Zeit, das Papier rauszuzupfen. Das wird eine reine Sisyphusarbeit... Das erste Top möchte ich dann ja verschenken, wenn es ein Quilt ist, das blaue Top ist nun wirklich für mich, deswegen kreuze ich im Bingo von Antetanni das Feld "Das ist für mich" ab.

Mittwoch, 28. Januar 2026

...ich zeig euch mal den Finger...

...also nicht DEN Finger, sondern eher DIE Finger. Und nicht aus dem Grund, wie man das jetzt vielleicht denken könnte, sondern anders. 😉Und schon gar nicht, weil ich euch vielleicht nicht leiden mag, sondern, weil ich etwas mit euch teilen möchte. Eben die Finger. 

Also mal von vorn. Vor ein paar Tage habe ich auf Insta den Aufruf zu einem Sewalong gelesen. Weil bei uns in Sachsen-Anhalt im September Landtagswahlen sind und ich das Muster schon immer gut fand, habe ich mich spontan, ja wirklich spontan, dazu entschieden, da nähe ich mit. Ok, durch meinen Quilt geht wohl nicht einer mehr oder weniger zur Wahl, aber ich kann mir ja einbilden, es würde etwas helfen.

Zunächst habe ich das Protestschild genäht, welches die Hand hochhält. Regina ist hoffentlich jetzt dolle stolz auf mich: Ich habe alles aus Resten genäht und keinen neuen Stoff gekauft oder angeschnitten. Meine PP-Teile, die ich in der letzten Zeit genäht habe, waren, bis auf den Kabel-versteckt-euch-Quilt doch recht klein und so war das große Muster doch eine Herausforderung für mich. Aber: Es hat geklappt.

Dieses Teil ist 12 mals 12 Inch groß. Ich finde es sehr schön, dass das "o" so schräg liegt. Das bringt Spannung in den Block.
 
Am Sonntag habe ich zunächst mein Vote-Schild eingefasst und dann endlich mit der Hand begonnen.
 
Auch dafür habe ich Reste verwendet, deswegen haben die Finger teilweise ein lustiges Muster. Allerdings ist das nur aus der Nähe zu erkennen, aus der Ferne sieht es tatsächlich wie Schattierungen aus. Ich muss schon sagen, manche der Teile, gerade bei den Fingern und den Nägeln, waren schon seeeehr klein.
Obwohl ich Montag bis 17 Uhr arbeiten musste und dann anschließend noch eine Weile bei meinem Vater war, habe ich abends dann doch noch an meiner Hand weitergenäht. Ich wollte gern wissen, wie es komplett aussieht. Wirlich viel war nicht mehr zu nähen und die Teile wurden auch wieder ein wenig größer. Das hat es einfacher gemacht.
Ja, das sieht richtig klasse aus. Und ich freue mich, dass ich an diesem Sewalong teilgenommen habe. Bei meiner Hand muss ich noch zwei kleine Änderungen vornehmen. Auch wenn man sie nicht gleich sieht (ich schon), stört es mich und mein Blick fällt immer darauf. Also werde ich demnächst noch einmal ein wenig trennen. wenn das dann erledigt ist, muss das viele Papier rausgezupft werden. 😏
 
Diesen Quilt werde ich, wenn er dann fertig ist, verschenken. Ich werde für mich einen weiteren Quilt nähen, dieses Mal hält die Dame dann aber ein Schild mit der Abbildung eines Stolpersteins hoch, so wie auf den Briefmarken meiner letztjährigen Weihnachtspost. Ich habe schon angefangen, dazu ein PP-Pattern zu erstellen. Ich muss es nur noch auf die richtige Größe bekommen und schauen, ob die Rundungen nähbar oder eventuell zu klein sind.

Sonntag, 25. Januar 2026

Zwischentöne

Im Frühjahr finden die Patchworktage in Suhl statt und da werden Steffen und ich hinfahren. Schon im letzten Jahr haben wir ein Hotel in Ilmenau gebucht, wir machen daraus wieder einen Wochenendkurztrip und ich freue mich schon darauf. Im Herbst habe ich in der Gildezeitschrift gelesen, dass das Thema der diesjährigen Stoffbriefausstellung "Zwischentöne" ist. Das Prinzip ist ganz einfach: Man fordert bei der Gilde einen Stoffbrief an, überweist den Unkostenbeitrag und bekommt dann den Stoffbrief zugesandt. Alles was darin ist, muss sichtbar auf der Vorderseite des Quilts verwendet werden. Die Stoffe empfinde ich meist als... ...naja. Kaufen würde ich sie mir nicht.

In diesem Jahr enthielt der Stoffbrief zusätzlich zu den Patchworkstoffen noch Stickgarn, Nähgarn und einen - für mich nicht - definierbaren Stoff:

Zwischentöne sind ja oftmals nicht so einfach zu erkennen, sei es ein Zwischenton zwischen verschiedenen Farben, sei es ein Zwischenton in der Musik (den ich niemals erkennen würde) oder sei es ein Zwischenton im Gesrpräch. Immer muss mann genau hinsehen oder -hören, sonst kann es ganz schnell passieren, dass man eben diese Zwischentöne übersieht oder überhört und dann das Gesagte/Gesehene völlig anders interpretiert, als es beabsichtigt war. Man muss sich auch ein wenig darauf einlassen, die Zwischentöne erkennen zu wollen. 

Und genauso habe ich meinen Quilt gearbeitet. Dass ich diesen in der Technik "Cut and away applique" fertigen wollte, stand für mich bereits von Anfang an fest. Ich hatte dazu mal einen Onlinekurs belegt und fand das unheimlich spannend, schließlich entwickelt sich das Motiv erst beim  Arbeiten und es ist am besten, sich dabei von allem freizumachen und einfach drauflos zu arbeiten.

Ich habe meinen Quilt in 12 Blöcke unterteilt und jeden Block separat gearbeitet. Kurz bevor ich mit der Arbeit am Quilt angefangen habe, kam mir die Motividee: Warum nicht einfach "Zwischentöne"?

Ganz unten liegt ein groß gemusterter Stoff, darauf taupefarbige Seide, darauf der Stoff aus dem Stoffbrief und ganz oben liegt ein orange gestreifter Stoff. Darauf habe ich mit dem beigefügten Stickgarn Motive und Buchstaben gestickt und dann immer die Lagen weggeschnitten. So habe ich dann nach und nach meine zwölf Blöcke gearbeitet. Ich habe diese dann immer nebeneinander gelegt und manchmal hier und da noch was weggeschnitten, so dass das Aussehen harmonisch ist. Auf manche Blöcke habe ich noch Organza gelegt.
 
Den letzten Block habe ich nicht mit der taupefarbigen, sondern mit orangener Seide gearbeitet, denn manchmal interpretiert man etwas anders als es gemeint war, manches wirkt anders, als es ist und so ist der unterschiedliche Block zustande gekommen.
Ich habe dann alle meine Blöcke in Reihen und die Reihen untereinander zusammengenäht. Und was soll ich sagen?
 

Ups, da hat sich wohl ein kleiner Fehler eingeschlichen, aber hey, auch das passt zum Thema Zwischentöne und so habe ich den C-Block einfach so gelassen: 

Ein Problem war dann immer noch der undefinierbare Stoff. Ich hatte zunächst überlegt, mit diesem Knöpfe zu beziehen und diese als Ö-Striche zu verwenden. Aber ich denke, dafür war der Stoff einfach zu fest. Als ich auf den Stoff geguckt habe, habe ich gesehen, dass ich die einzelnen Fäden rausziehen kann. Na, wenn das mal kein Zeichen ist: Also habe ich ein kleines Bündel Fäden rausgezogen, diese in der Mitte mit dem roten Nähgarn zusammengebunden und dieses kleine Bündel als Ö-Striche angenäht. So habe ich auch gleich das rote Garn verwendet.

Meinen kleinen Quilt habe ich dann nur sparsam in der Naht gequiltet, alles andere wäre zu viel gewesen. Da ich die Knopfrohlinge ja nun hatte, habe ich sie mit dem Hintergrundstoff bezogen und noch die Knöpfe auf den Quilt aufgenäht. Ohne irgendeine Bedeutung, einfach nur so. 😉Ich werde in den nächsten Tagen meinen Quilt bei der Gilde anmelden und ihn dann in Richtung Dortmund absenden und dann freue ich mich, wenn ich ihn dann im Mai in Suhl bei den Patchworktagen sehe.

Eigentlich sieht es irgendwie nach "Chaos" aus, aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man gut die Zwischentöne erkennen. Und so habe ich eine Premiere, denn mit diesem Beitrag kreuze ich das erste, das allererste Bingofeld in meinem Leben ab: Nämlich Chaos im Bingo 2026 von Antetanni.