So etwas ist um 1900 für junge Frauen chic, Blusen, die wie Herrenhemden aussehen, für die new woman der Jahrhundertwende. Heißen shirtwaists und kosten auch nur einen Dollar. Wir ahnen schon, dass bei solchen Preisen die Näherinnen der Hemden ausgebeutet werden. Die Geschichte der Oberhemden und der Damenblusen ist eine Geschichte der Ausbeutung. Schon 1843 veröffentlichte Thomas Hood sein Gedicht Song to the Shirt, das ich hier auch in einer deutschen →Übersetzung habe. Wenn man bei Googles KI das Wort shirtwaist eingibt, erhält man den Satz: Der Begriff ist zudem eng mit der Triangle Shirtwaist Factory Katastrophe 1911 verbunden.

Heute vor 115 Jahren brannten in New York die obersten Stockwerke des zehnstöckigen Asch Buildings aus. Ich habe mit Thomas Hoods Gedicht Song to the Shirt begonnen, ich bleibe mal bei Gedichten. Da gibt es nämlich zu dem Thema ein Gedicht, das ganz simpel Shirt heißt, aber nicht wirklich simpel ist. Geschrieben hat es Robert Pinsky, ein in Amerika berühmter Dichter. Er war einmal Poet Laureate, hat viele Preise bekommen und den Ehrendoktor von einem halben Dutzend Universitäten. In Deutschland ist er erstaunlicherweise so gut wie unbekannt. 

Pinskys Gedicht, das 1989 im New Yorker erschien (und ✺hier vom Dichter gelesen wird), handelt von den anonymen Näherinnen, die weltweit Hemden nähen. Es geht letztlich um die Ausbeutung von Frauen. Das Gedicht Shirt fängt harmlos an, mit den Einzelteilen eines Hemds (the back, the yoke, the yardage. lapped seams), kommt dann zu den Näherinnen, die sich in einer Pause unterhalten (Koreans or Malaysians gossiping over tea and noodles on their break), aber dann kommt es, das Schreckliche: junge Mädchen stürzen sich aus dem neunten Stock eines Hochhauses in den Tod.

Geht hier die Phantasie des Dichters durch? Nein, the infamous blaze at the Triangle Factory in nineteen-eleven, das hat es gegeben. Eine ✺Katastrophe, bei der mehr als hundertvierzig ganz junge Mädchen, zumeist jüdische und italienische Immigrantinnen, in den Flammen umkamen, erstickten oder in den Tod sprangen. Töchter von Einwanderern, die alle vom American Dream träumten. Aber der Brand der Triangle Shirtwaist Factory wiederholt sich immer wieder auf der Welt. Hundert Jahre nach der Katastrophe in New York haben wir den Brand der Ali Enterprises in Pakistan, das Tazreen Fashions Feuer in Bangladesch (wo auch C&A produzieren ließ) und den Einsturz des Rana Plaza Building in Bangladesch. Was wir am Körper tragen, ist einen langen Weg gegangen, häufig einmal um die Welt. Unter welchen Bedingungen es entstanden ist, wissen wir selten. Und damit sind wir beim Thema des Gedichts Shirt:

The back, the yoke, the yardage. Lapped seams,

The nearly invisible stitches along the collar
Turned in a sweatshop by Koreans or Malaysians

Gossiping over tea and noodles on their break
Or talking money or politics while one fitted
This armpiece with its overseam to the band

Of cuff I button at my wrist. The presser, the cutter,
The wringer, the mangle. The needle, the union,
The treadle, the bobbin. The code. The infamous blaze

At the Triangle Factory in nineteen-eleven.
One hundred and forty-six died in the flames
On the ninth floor, no hydrants, no fire escapes—

The witness in a building across the street
Who watched how a young man helped a girl to step
Up to the windowsill, then held her out

Away from the masonry wall and let her drop.
And then another. As if he were helping them up
To enter a streetcar, and not eternity.

A third before he dropped her put her arms  
Around his neck and kissed him. Then he held
Her into space, and dropped her. Almost at once

He stepped to the sill himself, his jacket flared
And fluttered up from his shirt as he came down,
Air filling up the legs of his gray trousers—

Like Hart Crane’s Bedlamite, “shrill shirt ballooning.”
Wonderful how the pattern matches perfectly
Across the placket and over the twin bar-tacked

Corners of both pockets, like a strict rhyme
Or a major chord. Prints, plaids, checks,
Houndstooth, Tattersall, Madras. The clan tartans

Invented by mill-owners inspired by the hoax of Ossian,
To control their savage Scottish workers, tamed
By a fabricated heraldry: MacGregor,

Bailey, MacMartin. The kilt, devised for workers
To wear among the dusty clattering looms.
Weavers, carders, spinners. The loader,

The docker, the navvy. The planter, the picker, the sorter
Sweating at her machine in a litter of cotton
As slaves in calico headrags sweated in fields:

George Herbert, your descendant is a Black
Lady in South Carolina, her name is Irma
And she inspected my shirt. Its color and fit

And feel and its clean smell have satisfied
Both her and me. We have culled its cost and quality
Down to the buttons of simulated bone,

The buttonholes, the sizing, the facing, the characters
Printed in black on neckband and tail. The shape,
The label, the labor, the color, the shade. The shirt.

Es gibt im Internet Interpretationshilfen, um das Gedicht besser zu verstehen, hier ist eine davon. Und dann habe ich hier noch ein →Interview mit Robert Pinsky, in dem man sehr viel über das Gedicht erfährt. Ein Jahr nach der Katastrophe von 1911 gab es ✺The Crime of Carelessness im Kino zu sehen, produziert von der Thomas A. Edison Incorporation. Und bezahlt vom Verband der Unternehmer. 1950 hat Jack Armold, der ansonsten auf SF Filme und Horror spezialisiert war, den Film ✺With These Hands gedreht. Der Dokumentarfilm war eigentlich nur für die Mitglieder der International Ladies‘ Garment Workers‘ Union gedreht worden, wurde aber trotzdem für einen Oscar nominiert; die Brandkatastrophe kommt allerdings nur randständig in dem Film vor. 1979 erschien das Ganze mit dem ✺Triangle Factory Scandal als Spielfilm, aber den Schrecken der Wirklichkeit, wie sie David von Drehle in →Triangle: The Fire That Changed America beschrieben hat, gibt das alles kaum wieder.

Die Besitzer der Fabrik Max Blanck und Isaac Harris, zwei jüdische Immigranten, werden wegen Totschlags angeklagt. Aber dank des Geschicks des Anwalts Max David Steuer (auch ein jüdischer Immigrant aus Osteuropa) in allen Punkten freigesprochen. Da es ihnen nicht zweifelsfrei nachzuweisen war, dass sie alle Türen verschlossen hatten, sodaß es kein Entkommen für die Mädchen gab. Steuer nutzt es aus, dass viele Zeuginnen der Brandkatastrophe der englischen Sprache nicht ganz mächtig sind, und nicht klar sagen können, dass die Türen verriegelt waren.

Max Blanck und Isaac Harris werden von der Versicherung 64.925 Dollar bekommen, das bedeutet, dass sie an jedem toten Mädchen 445 Dollar verdient haben. Nach jahrelangem Rechtsstreit wird die Versicherung den Eltern der Mädchen 75 Dollar pro totem Kind zahlen. Der Staatsanwalt →Charles T. Bostwick hat sich in dem Prozess nicht durchsetzen können, er wird es im nächsten →Jahr noch einmal versuchen, wird aber abgewiesen. 1913 wird Max Black in seiner neuen Fabrik dabei ertappt, dass wieder alle Fluchttüren verschlossen sind. Ermuss vor Gericht erscheinen, der Richter verurteilt ihn zu einer Strafe von zwanzig Dollar und entschuldigt sich bei ihm, dass er ihn vorgeladen hat.

Es wird politische →Konsequenzen geben. Die Frau rechts auf dem Bild ist Frances Perkins. Sie war Augenzeugin des schrecklichen Geschehens an dem Märznachmittag 1911. Und sie war der Überzeugung, dass etwas geschehen müsse: There was a stricken conscience of public guilt and we all felt that we had been wrong, that something was wrong with that building which we had accepted or the tragedy never would have happened. Moved by this sense of stricken guilt, we banded ourselves together to find a way by law to prevent this kind of disaster. Durch die Vermittlung von Ex-Präsident Theodore Roosevelt wird sie die Vorsitzende der →Factory Investigating Commission. In den nächsten drei Jahren wird es 36 Gesetze zur Besserstellung der Arbeiter geben, the golden era in remedial factory legislation hat man die Zeit genannt. 

Zwanzig Jahre später ist Frances Perkins die erste Frau in Amerika, die Ministerin in einer Regierung ist. Franklin D. Roosevelt hatte sie zur Arbeitsministerin berufen, dem wichtigsten Posten in der Great Depression. Die heutige Sozialgesetzgebung verdankt ihr viel, sehr viel. Frances Perkins wird die Architektin des New Deal sein, und sie wird sagen: The New Deal began on March 25th, 1911. The day that the Triangle factory burned. So kann aus etwas Schrecklichem etwas Gutes werden. Oder, wie Hölderlin sagt: Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.

Im Jahre 1881 gründen die Herren Heinrich van Laack, Wilhelm Schmitz und Gustav Eltschig in Berlin eine Wäschefirma. Die Firma van Laack existiert heute noch. Auf der ✺Homepage der Firma können wir lesen: Als Heinrich van Laack sein Unternehmen 1881 in Berlin gründete, hatte er ein klares Ziel vor Augen: er wollte das beste Hemd der Welt fertigen. Seine Vision hat bis heute Bestand. Und auf dieser Seite sagt Christian von Daniels, der jetzige Besitzer der Firma, in einem kleinen ✺Video, dass Heinrich van Laack auf der Suche nach den besten Stoffen der Welt zu Thomas Mason nach Bergamo reiste. Das ist nun kompletter Quatsch, denn zu Lebzeiten von Heinrich van Laack war die renommierte Weberei von Thomas Masonin →Lancashire. Nach Bergamo kam sie erst 1992, als die italienische Firma Albini den Firmenamen Thomas Mason kaufte. Wenn man solch fette Lügen in einem Werbevideo in die Welt setzt, dann scheint einiges mit der Vision der Firma nicht zu stimmen. 

Vor allem, wenn man weiß, dass dieser Heinrich van Laack mit seiner angeblichen Vision vom besten Hemd der Welt zehn Jahre nach der Firmengründung gar nicht mehr in der Wäschefirma ist. Da gehört die Firma, die Kragen, Manschetten, Hemden und Schlafanzüge herstellt, ganz allein Gustav Eltschig. Der hat in Berlin Spuren hinterlassen. Nämlich dieses →Prunkgrab aus weißem Marmor auf dem Luisenstädtischen Friedhof. Das Grab wurde von dem Kaiserlichen Baurat Jürgen Kröger entworfen, der Trauerengel stammt von dem Bildhauer Richard Grüttner. Da muss man schon Millionär sein, um sich so etwas leisten zu können. Von seinem ehemaligen Kompagnon Heinrich Bernhard van Laack, der schon 1894 starb, gibt es keine solcher Spuren. Da ist nur der Firmenname geblieben. 

Gustav Eltschig kam aus dem sächsischen Pegau, er hatte mit siebzehn Jahren sein Abitur gemacht und war danach Einjährig Freiwilliger gewesen, die richtige Basis, um im kaiserlichen Deutschland Karriere zu machen. Er besaß neben seiner Wäschefabrik eine Dampfwäscherei, vielleicht hat er den gleichaltrigen Heinrich Bernhard van Laack aus Niedermörmter nur wegen des wohlklingenden Namens mit in die Firma genommen. Denn so ein holländischer Name mit einem van klingt doch schon beinahe wie ein deutscher Adelsname. Damit kann man Hemden verkaufen, deren Kragen berühmt sind. Schon in den ersten Anzeigen wies die Firma im 19. Jahrhundert darauf hin, dass sie auch den van Heusen Kragenproduzierte, einen besonders weichen halbsteifen Kragen. Wir müssen bedenken, dass damals Hemd und Kragen noch voneinander getrennt sind.

Eltschig starb 1903 als reicher Privatier, da hatte er seine Firma schon an den englischstämmigen Brasilianer Newton Joseph Bennaton verkauft. Nach dessen Tod leitet seine Witwe Irmgard Bennaton die Firma. Es scheint ihr finanziell an nichts gefehlt zu haben, denn 1925 ließ sie sich von der Architektin Emilie Winkelmann ein großes Landhaus bauen, das heute die Residenz des belgischen Botschafters ist. 1930 geht die Firma, die inzwischen auch Damenwäsche herstellt, an ihren Neffen Alfons Schnoeckel. Der steht noch 1949 als Inhaber von van Laack, Schmitz & Eltschig im Handelsblatt; aber das ist auch das Jahr, in dem er von der Sowjetischen Militärverwaltung enteignet wird. Weil der Firmensitz Greifswalder Straße 5 im Osten der jetzt zweigeteilten Stadt Berlin liegt.

Der neue Besitzer des Firmennamens wird Heinrich Hoffmann aus Mönchengladbach, das man einmal das rheinische Manchester genannt hat. Hoffmann kommt aus der Textilbranche, er war der Syndikus der Textilfirma Hermann Meyer, die 1938 arisiert wurde. Hoffmann produziert jetzt Hemden mit dem Namen van Laack, die Herren Schmitz & Eltschig tauchen nicht mehr im Firmennamen auf. Ich nehme an, dass aus der Familie Hoffmann auch die Hemden Création Otto Hoffmann kommen, die von guter Qualität und den van Laack Hemden gleichwertig waren. 1970 übernimmt Hoffmanns Sohn Rolf Hoffmann die Firma van Laack, die inzwischen so floriert, dass er sich eine große →Kunstsammlung zulegen kann. Bevor Hoffmann die Firma 1986 verkauft, lässt er sich 1981 zum 100-jährigen Firmenjubiläum von dem Kunsthistoriker Manfred Schneckenburgereine kleine Kulturgeschichte schreiben.

Der nächste Besitzer der Firma van Laack, die inzwischen so weit oben ist, dass sie ihre Hemden und Blusen mit Wim Wenders und Ute Lemper bewerben kann, kommt aus der Familie Quandt. Und der möchte mit Hilfe seines Geschäftsführers Rolf Schuemann aus van Laack einen Weltkonzern machen. Flagship Stores in New York, an der Rue de Fauborg St. Honoré in Paris, der Old Bond Street in London und solche Dinge. Man entwickelte einen Zehnjahresplan, um ganz oben in der Welt dabei zu sein. Und dazu gehörte natürlich nicht nur ein Ziel von 35 Luxusboutiquen weltweit, dazu gehörte eine Vollkollektion. Also kaufte man die traditionsreiche Firma Regent in Weißenburg. Und seitdem haben die Jacketts und Anzüge von Regent den berühmten Dreilochknopf der Firma van Laack.

Man kann hier natürlich mit Brecht sagen Ja, mach nur einen Plan Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ’nen zweiten Plan Geh‘ n tun sie beide nicht. Der gesunde Menschenverstand hätte Stefan Quandt sagen können, dass das nichts wird, aber mit dem gesunden Menschenverstand ist das so eine Sache, wenn die Marke ganz oben direkt unter der Luxusschiene positioniert werden soll. Dazu gehörte, dass Regent seine Preise verdoppelte, weil man ja jetzt das deutsche Äquivalent zu Brioni oder Kiton sein wollte. Was erstmal dazu führte, dass die meisten gutbürgerlichen Herrenausstatter in Deutschland Regent aus dem Sortiment schmissen. Irgendwann, als die Firmen nur noch rote Zahlen schrieben, verlor Stefan Quandt das Interesse an seinem Spielzeug. Feuerte Schuemann, und van Laack und Regent standen zum Verkauf.

Christian von Daniels, der keinen Wikipedia Artikel, aber eine ✺YouTube Seite hat, kaufte 2002 die Firma van Laack. Zwanzig Jahre später erwarb er einen seiner Hauptkunden, die insolvente SØR Rusche GmbH von Thomas Rusche und machte da seine Tochter Celina von Daniels zur Geschäftsführerin. Wie es mit den SØR Filialen weitergeht, steht noch in den Sternen. Aber Online existiert SØR auf jeden Fall noch, man kann da auch van Laack Hemden kaufen.

Die Corona Krise, die die Textilwelt schwer traf, wurde für van Laack eine goldene Zeit. Im Geschäftsjahr 2020 verkaufte van Laack mehr als 100 Millionen Alltagsmasken (der Werbeträger Johannes B. Kerner trägt hier eine) und zwölf Millionen Kittel. Damit verdoppelte die Firma ihren Umsatz. Aber dieser Gewinn bringt auch viel Schmutz mit sich, der an der Firma van Laack kleben bleibt. Dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet, dessen Sohn als Influencer für van Laack Reklame macht, wird vorgeworfen, die Aufträge an van Laack ohne →Ausschreibung vergeben zu haben. 

Und die in Tunesien schnell genähten Kittel sind offenbar Schrott. Die Uniklinik Köln sortiert im Dezember 48.000 Corona Schutzkittel aus, in der Uniklinik Essen werden 40.000 Kittel ausgemustert. Die Firma van Laack hat auf ihrer Homepage inzwischen eine eigene Seite, die Medical heißt, wo wir lesen können: Seit Beginn der Pandemie hat van Laack seine Expertise im Bereich Medical unter Beweis gestellt und ganz Deutschland mit Masken ausgestattet. Die Expertise aus den Erfahrungen der vergangen Jahre ist nun in die Entwicklung einer Medical-Fashion Kollektion geflossen. Von mangelnder Qualität oder rechtswidrig erschlichenen Aufträgen ist da nicht die Rede. In England hat Emma Willis, die auch Oberhemden für den König näht (und schon in dem Post englische Oberhemdenerwähnt wird) auch Kittel nähen lassen. Ohne Skandale, und ohne etwas daran zu verdienen.

Hemden stellt van Laack in Tunesien und Saigon natürlich auch noch her. Im Laufe der Firmengeschichte haben sie irgendwann das Epitheton ornans das königliche Hemd bekommen. Kriegten das Wort Royal unter dem Kragen eingestickt und bekamen eine kleine Krone auf die Brusttasche, die später auf die Manschette des rechten Arms wanderte. Ich weiß nicht, ob es die besten deutschen Hemden sind, die besten der Welt auf keinen Fall. Die Hemden, die den Namen Werner Baldessarini trugen, als er noch bei Hugo Boss war, die waren besser. Was heute Baldessarini heißt, ist nicht erwähnenswert. Windsorhatte mal gute Hemden, aber die Zeiten sind auch lange vorbei. Die einzige wirklich gute erwähnenswerte Firma ist → Emanuel Berg, die ihren Firmensitz in Rösrath hat und die Hemden in Danzig schneidern lässt. Viele deutsche Herrenausstatter beziehen die Maßhemden für ihre Kunden von dieser Adresse.

Mein erstes van Laack Hemd kam von Stiesing aus der Sögestraße, das ist über sechzig Jahre her. Mein zweites kam von dem Herrenausstatter von Alten in der Knochenhauerstraße, der immer preiswerte van Laack Hemden im Schlussverkauf hatte. Bremen war in der Adenauerzeit, als es nur weiße Hemden gab, keine besonders gute Adresse für Oberhemden, das steht schon etwas detaillierter in dem Post Made in Italy. Seit den Sixties begleiten mich die Hemden aus Mönchengladbach, aber Werbung für die Firma würde ich nicht unbedingt machen. Ich habe mir aber gerade im SSV bei kleinanzeigen eins gekauft, ein Modell, das Meisterwerk heißt, eine Komposition aus erlesenen Stoffen und einer modernen Schnittführung, vollendet durch meisterliche Handwerkskunst, definiert das luxuriöse Hemd neu. So etwas hatte ich noch nicht. Es hat eine Passe, das finde ich mit den Diagonalstreifen ja ganz charmant. Aber die Streifen der Schulter sind nicht an die Streifen des Ärmels angepasst, das ist wirklich ärmlich. Das Hemd hat sehr gute Knopflöcher, aber das ist auch das einzig Gute an dem Hemd.

Ich habe dreißig Euro dafür bezahlt. Das, was es im Laden kostet, ist das Hemd nicht wert. Einher mit diesem Kauf ging ein anderer Kauf bei kleinanzeigen, bei dem ich für zwanzig Euro ein nagelneues Bruli Hemd erstand. Die Firma nimmt für ihre Hemden inzwischen 450 Euro, die Ign. Joseph Hemden, die sie auch herstellen, kosten die Hälfte. Als die beiden kleinanzeigen Käufe nach dem Waschen auf der Leine nebeneinander hingen, konnte man die Unterschiede der Qualität sehr schön sehen. Da hing Champions League neben Amateurliga. Noch einmal Christian von Daniels: Als Heinrich van Laack sein Unternehmen 1881 in Berlin gründete, hatte er ein klares Ziel vor Augen: er wollte das beste Hemd der Welt fertigen. Seine Vision hat bis heute Bestand. Es bleibt aber nur eine Vision. Etwas, was weit weg ist.


Mehr zu van Laack in den Posts: Made in Germanyenglische OberhemdenBielefelder QualitätshemdenHemdenkauf bei ebayOberhemden. Noch mehr Hemden in den Posts: Retouren OberhemdenPapierkragenHandschuhknopfRalph Lauren Purple LabelHaikragenJermyn Streetgatsby-weißTab KragenNordstromfliegende TaubenKieler Chicdie PasseWISICASchweizer OberhemdenMad MenHemdenkauf bei ebayMade in Italy: Ign. JosephMade in Italy: Luciano BarberaMade in ItalyMade in Italy: LorenziniMade in Italy: FinamoreMade in Italy: FrayManschetten

Kaiser, König, Edelmann, 

Bürger, Bauer, Bettelmann, 

Schuster, Schneider, Leinenweber,

Köhler, Bettler, Totengräber

Ein alter Abzählreim, es gibt zahlreiche →Varianten davon. Jahrhundertelang wusste man, wer im gesellschaftlichen System oben und unten war, die Kleidung verriet die Stellung. Und das Tragen der Kleidung war geregelt, schon Karl der Große hatte im Jahre 806 ein Aufwandgesetz erlassen, in dem festgelegt war, wieviel jeder für Kleidung ausgeben dürfe. Und im Jahre 1530 konnte man in der Augsburger →Kleiderordnung lesen: Nachdem ehrlich, ziemlich und billich, daß sich ein jeder, weß Würden oder Herkommen der sey, nach seinem Stand, Ehren und Vermögen trage, damit in jeglichem Stand unterschiedlich Erkäntüß seyn mög, so haben Wir Uns mit Churfürsten, Fürsten und Ständen nachfolgender Ordnung der Kleidung vereiniget und verglichen, die Wir auch bey Straff und Pön, darauff gesetzt, gänzlich gehalten haben wöllen.

Kleiderordnungen gibt es immer noch, aber sie scheinen sich aufzulösen. Dieses →Bild aus England aus dem Jahr 1937 zeigt uns, dass Kleidung die Klasse definiert. Die beiden jungen Herren links besuchen die Public School Harrow, die drei auf der rechten Seite kommen aus der Working Class. Sie können über die beiden Harrow Schüler nur lachen. Seit dem Jahre 1769 bringt Debrett’s in England Bücher heraus, in denen wir alles über die englische Aristokratie und die Etikette erfahren. Debrett’s New Guide to Etiquette & Modern Manners ist immer noch erhältlich.

Die Tradition von Benimmbüchern, die uns Ratschläge geben, wie wir uns in der feinen Gesellschaft bewegen sollen, ist lang. Polonius gibt seinem Sohn im ersten Akt von Shakespeares Hamlet viele gute Ratschläge für die Reise nach Paris; ähnliche Dinge schreibt Lord Chesterfield seinem Sohn in den berühmt gewordenen →Briefen. Und als John Debrett im 18. Jahrhundert seinen Verlag mit den Adelsverzeichnissen und Büchern der Etikette aufmacht, da gibt es Baldassare Castigliones →Il Cortegiano schon seit Jahrhunderten. War schon 1561 von →Thomas Hoby ins Englische übersetzt worden, Shakespeare hat es gekannt. Seit 1593 gab es eine deutsche →Übersetzung.

In Deutschland gilt der Freiherr Adolph Knigge als der Erfinder der guten Manieren, aber da hat man den Schriftsteller der Aufklärung mit seinem Buch →Über den Umgang mit Menschen wohl gründlich missverstanden. Das Deutschland der Adenauer Zeit bezieht seine Richtlinien von der Protokollchefin von Konrad Adenauer, einer gewissen →Frau Pappritz. In deren Benimmratgeber wird geregelt, wie häufig man die Klospülung in Neubauwohnungen betätigen darf. Wir Deutschen sind schon gründlich. Heute haben wir gar keine Manieren mehr. Im August des letzten Jahres empfahl der Bundeskanzler seiner Koalition gutes Benehmen. Wir wissen, was dann geschah: Straff und Pön

Die Amerikaner haben natürlich überhaupt kein gutes Benehmen. Das wissen wir seit 1832, als Franny Trollope ihr Buch über die Amerikaner veröffentlichte. Sie seien unhöflich und vulgär und nur hinter dem Geld her. Auf Donald Trump trifft das sicher zu. Hier trägt der Hofnarr der Trump Regierung, die eine Art Reality Show ist, eine rote Narrenkappe auf der Trump was right about everything steht. Und sein Chef ist nicht in der Lage, bei der Beerdigung des Papstes einen schwarzen Anzug anzuziehen. Postet stattdessen ein Bild von sich als →Papst. Das ist der Augenblick, indem ein Engländer sagen würde: How daft can you get?

Die meisten Präsidenten Amerikas im 20. Jahrhundert waren ordentlich gekleidet, das können Sie in dem Post Made in America lesen. Kennedy kam noch mit Cutaway und Zylinder zu seiner Amtseinführung, Jimmy Carter nicht mehr. Das war ein politisches Zeichen, ich bin einer von euch, sollte das heißen. George Washington war der erste Präsident, der ein solches Zeichen gesetzt hatte. Er kam zu seiner Amtseinführung in einem schlichten braunen Anzug, dessen Stoff in Amerika gewebt worden war. Harry S. Truman, der auch gut Klavier spielen konnte, wusste alles über die Herrenmode, er hatte als haberdasher gearbeitet, wir können ihn hier in seinem Laden sehen.

Über Trump kann man kaum sagen, dass er gut und ordentlich gekleidet ist, der Guardian hatte da mal einen Artikel Donald Trump’s weird clothes. Seine Anzüge passen ihm an keiner Stelle, die Schlipse sind zu lang, wahrscheinlich sollen die ein Penissymbol sein. Und das Jackett kann er offenbar nicht zuknöpfen, kriegt er nicht hin. Auch nicht, wenn er neben der →englischen Königin eine Parade abnimmt. Auch wenn er mal Brioni getragen haben soll und seine Anzüge jetzt von Martin Greenfield kommen sollen, er sieht furchtbar damit aus. Und niemand würde über ihn sagen, dass er diese Sprezzatura besitzt, die für Castiglione das Zeichen des Weltmannes ist.

Das bringt mich dahin, wohin ich eigentlich kommen wollte. Nämlich zu diesem Herrn, der immer erstklassig gekleidet ist. Nicht so outriert wie sein Verwandter, der Duke of Windsor, aber immer zurückhaltend vornehm. Heute ist er zwei Jahre König von England, und da stelle ich einmal ein Gedicht des Hofdichters Simon Armitage ein, das ich schon bei seiner Krönung hätte einstellen können. Die englischen Hofdichter, die schon alle in dem Post Hofdichter: Gott schütze die Königin erwähnt werden, haben ihren Job nicht immer ernstgenommen. Wordsworth hat kein einziges Gedicht für das Königshaus geschrieben. Aber Armitage nimmt die Berufung ernst, er war schon häufig in diesem Blog, zuletzt wohl mit seinem Gedicht für Queen Elizabeth. Das Gedicht für Charles An Unexpected Guesthat den Untertitel featuring Samuel Pepys. Den hat es, weil die dritte Strophe aus den Tagebüchern von Samuel Pepys stammt. Der war nämlich 1661 bei der →Krönung von Charles II dabei.

An Unexpected Guest


featuring Samuel Pepys

She’s treated herself to new shoes, a window seat
on the fast train, a hotel for a night.
She’s been to the capital twice before,
once to see Tutankhamun when she was nine
and once when it rained. Crossing The Mall
she’s just a person like everyone else
but her hand keeps checking the invitation,
her thumb strumming the gilded edge of the card,
her finger tracing the thread of embossed leaves.
In sight of the great porch she can’t believe
the police just step aside, that doors shaped
for God and giants should open to let her in.

*

She’s taken her place with ambulance drivers
and nurses and carers and charity workers,
a man who alchemised hand sanitiser
from gin, a woman who walked for sponsored miles,
the boy in the tent. The heads of heads of state
float down the aisle, she knows the names
of seven or eight. But the music’s the thing:
a choir transmuting psalms into sonorous light,
the cavernous sleepwalking dreams
of the organ making the air vibrate,
chords coming up through the soles of her feet.
Somewhere further along and deeper in
there are golden and sacred things going on:
glimpses of crimson, flashes of jewels
like flames, high priests in their best bling,
the solemn wording of incantations and spells,
till the part where promise and prayer become fused:
the moment is struck, a pact is sworn.

*

And got to the abby . . . raised in the middle . . .
Bishops in cloth-of-gold Copes . . .
nobility all in their parliament-robes . . .
The Crowne being put on his head
a great shout begun. And he came forth . . .
taking the oath . . . And Bishops . . . kneeled
. . . and proclaimed . . . if any could show
any reason why Ch. . . . should not be the King . . .
that now he should come and speak . . .
The ground covered with blue cloth . . .
And the King came in with his Crowne . . .
and mond . . . and his sceptre in hand . . .

*

She’ll watch it again on the ten o’clock news
from the armchair throne in her living room:
did the cameras notice her coral pink hat
or her best coat pinned with the hero’s medal she got
for being herself? The invitation is propped
on the mantelpiece by the carriage clock.
She adorned the day with ordinariness;
she is blessed to have brought the extraordinary home.
And now she’ll remember the house sparrow
she thought she’d seen in the abbey roof
arcing from eave to eave, beyond and above.

In dem Film ✺Sway aus der Serie Endeavour findet der Detektiv Endeavour Morse am Tatort einen silbernen Manschettenknopf mit dem Buchstaben Alpha. Wenn er noch den zweiten mit dem Omega findet, hat er den Mörder. Glaubt er, aber das ist ein red herring, der Manschettenknopf wurde dort nachträglich plaziert. Er befragt den Kaufhauserben Allan Burridge (Joe Bannister), aus dessen Haus die seidenen Strümpfe stammen, mit denen drei Frauen ermordet wurden. Burridge, in einem eleganten Covert Coat,zeigt ihm seinen Hemdsärmel, keine Manschettenknöpfe, nur ein Knopf. Cuff links are old hat. Not to mention liable to fall out, sagt er. Wir sind im November 1966, Manschettenknöpfe haben offenbar ausgedient.

Auf jeden Fall in dieser Fernsehserie. Nicht bei mir, ich trug 1966 noch Hemden mit Doppelmanschetten. Also dem, was der Engländer French Cuffnennt. Aber nur zu Anzügen, zu Sportjacken, Tweed oder Cord, passen keine Manschettenknöpfe. Das steht in diesem Blog schon 2010 in dem Post OberhemdenSeit ich nicht mehr in der Uni bin, trage ich selten Anzüge. Zu Anzügen habe ich immer Hemden mit Doppelmanschetten getragen, das gehört sich so. Es geht viel verloren in dem, was man so schön Kleidungskultur nennt. Neuerdings reicht ein weißes T Shirt unter dem Jackett, das sieht man im TV immer wieder. Als ich letztens ein Hemd mit einer Doppelmanschette trug, musste ich die Manschettenknöpfe erst suchen, weil ich sie gut weggeräumt hatte. Fand dann aber den kleinen Karton mit den Knöpfen, ich nahm die schlichten goldenen. Die hatte meine Mutter mal meinem Vater geschenkt. Er hat sie nie getragen, il ne faut jamais rien outrer. So wie bei diesem Herrn aus dem 17. Jahrhundert hat es mit den Manschetten angefangen, einem Wort, das wir aus dem Französischen haben. Da heißt manchette Ärmelchen.

Mr Burridge trägt in Sway eine Manschette mit einem Knopf. Englische Hemdenhersteller (sogar Charles Tyrwhitt) bieten heute bevorzugt Manschetten mit zwei Knöpfen an, das sieht eleganter aus als die Einknopfmanschette. Und dann gibt es noch die sogenannte Wiener Manschette, die auch Kombimanchette heißt. Das ist eine einfache (nicht doppelte) Manschette, die geknöpft oder mit Manschettenknöpfen getragen werden kann, weil sie zwei Knopflöcher hat. Es ist ein Typ der Manschette, den man vermeiden sollte, ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Etwas ganz Besonderes ist dagegen diese Manschette, die zuerst hier 2010 in dem Post Secret Agents auftauchte. Als Michael Fish, dem England die →Peacock Revolutionverdankt, noch bei Turnbull &Asser war, hat er für Sean Connery die Hemden mit diesen rattenscharfen Manschetten geschneidert. Man nennt diese Manschette allgemein →Cocktail Cuff, sie hat aber noch viele andere Namen. T&A hat solche Hemden noch im Programm, in Deutschland wird man die kaum finden. 

Die Firma hatte in den siebziger Jahren (also damals, als ich Turnbull & Asser trug) als signature cuff drei Knöpfe an der Knopfmanschette. Das fand ich damals scharf: It’s just another little detail – like the fact that all of our ready-to-wear shirts come with either double, cocktail or three-button cuffs – that have been signature styles for more than a half a century. A three-button cuff may sound excessive, but it allows the wearing of a bigger watch, for example, and will probably be around long after the fashion for big watches has gone. It’s those details that make wearing a Turnbull & Asser shirt like being in a club. We wouldn’t put a logo on our shirts but people who wear our shirts know each other from those little touches.

Die Manschettenknöpfe sollen am Hof Ludwig des Vierzehntens zuerst aufgetaucht sein. Da waren die boutons de manchettes schmuckverzierte Knöpfe, die von einer kleinen Kette aus Edelmetall gehalten wurden. In dem Augenblick, in dem man die Manschetten eines Hemdes zeigt, wird es zu einem Kleidungsstück. Vorher waren Hemden nur Unterwäsche. Manschettenknöpfe, wie wir sie heute kennen, kamen in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England auf. Weil die Manschetten der viktorianischen Leinenhemden derart gestärkt waren, dass man da keinen Knopf mehr hätte dran nähen können. Zuerst waren die Manschetten noch nicht am Hemd. Es waren kleine separate Röllchen, die man über den Ärmelabschluß stülpte oder an das →wristband des Hemdes knöpfte. Man konnte jeden Tag ein neues Röllchen überstülpen und damit vorgaukeln, man träge eine neues frisches weißes Hemd. Denn das weiße Hemd, das tägliches Waschen voraussetzt, ist das ultimative Modestück in dem schmutzigen viktorianischen Zeitalter. Über diese Leinenröllchen heißt es bei Claudia Wiesniewski in ihrem Kleinen Wörterbuch des Kostüms und der Mode: Von eleganten Herren ungern getragen, dennoch weit verbreitet. Erst seit 1871 die Firma Brown, Davis & Co. ein Patent für ihre →→Hemden bekommt, haben die englischen Hemden Knöpfe an der Vorderseite. Vorher zog man sie wie ein Nachthemd über den Kopf.  

Die Bezeichnung French Cufffür die Doppelmanschette (die manchmal auch Klapp- oder Umschlagmanschette heißt) kommt wahrscheinlich aus Amerika. Webster’s Wörterbuch kennt die Bezeichnung seit 1916. Und das ist auch ungefähr die Zeit, in der die Doppelmanschette en masse in die Herrenmode kommt. Erfunden haben diese Manschette wohl die shirt makers der Jermyn Street. Angeblich hatten die ersten Doppelmanschetten zwei Knopflöcher mehr, damit man das Hemd einen zweiten Tag tragen konnte, wenn die untere Manschettenkante schmutzig geworden war. Dann wanderten die Manschettenknöpfe in die tiefer liegenden Knopflöcher.

Manschettenknöpfe gibt es zuhauf, bei ebay ab einem Euro. Bei Longmire in London oder Boucheron in Paris sind sie teurer. Man findet bei ebay auch sehr preiswert Donald Trump Manschettenknöpfe, falls man so etwas braucht. RolexManschettenknöpfe gibt es auch. Ich habe eine Schachtel voll mit alten Manschettenknöpfen, ein Paar von meinem Opa sind da auch noch drin. Meinem Freund Georg, der uns allen Cricket beigebracht hat, habe ich mal ein Paar geschenkt, das wie kleine Cricketbälle aussieht. Ich selbst besitze noch ein Paar Manschettenknöpfe, die noch ausgefallener sind als die Cricketbälle. Es sind kleine Uhrwerke, ein Geburtstagsgeschenk vom Barni.

In dem Endeavour Film Sway(der im Deutschen Dunkle Mächte heißt) gibt es einen Song namens Sway von ✺Dean Martin, den ich hier natürlich auch für Sie habe. I can hear the sounds of violins Long before it begins Make me thrill as only you know how Sway me smooth, sway me now. Und dann habe ich hier noch eine →Seite, auf jemand namens →Chris Sullivan alles zusammengetragen hat, was irgendwie mit diesem Film zusammenhängt. Als ich letztens eine Woche kein Fernsehen hatte und mir die ganze Woche die besten englischen Krimis auf DVD anguckte, habe ich natürlich auf die kleinen Details der Herrenmode geachtet. Und immer wieder gestaunt, welchen Aufwand die Kostümabteilung bei der Produktion der Englischen Krimiserien betrieben haben. Leider ist der Film Sway nicht im Internet. Aber wenn Sie einmal einen wirklich guten Krimi mit dem Chief Inspector Morse und seinem Sergeant Lewis sehen wollen, dann klicken Sie hier ✺Death Is Now My Neighbour aus dem Jahre 1987 an.Noch mehr Hemden in den Posts: englische OberhemdenRetouren OberhemdenPapierkragenHandschuhknopfRalph Lauren Purple LabelHaikragenJermyn Streetgatsby-weißTab KragenBielefelder QualitätshemdenNordstromfliegende TaubenKieler Chicdie PasseWISICASchweizer OberhemdenMad MenHemdenkauf bei ebayMade in Italy: Ign. JosephMade in Italy: Luciano BarberaMade in ItalyMade in Italy: LorenziniMade in Italy: FinamoreMade in Italy: Fray

Da sitzen Jill Biden und Donald Trump bei der Wiedereröffnung von Notre Dame beinahe nebeneinander. Das französische Protokoll hat das offenbar so gewollt. Zwischen ihnen steht der Stuhl von Madame Macron, aber die hat noch nicht Platz genommen. Die Gattin des amerikanischen Präsidenten, die an diesem Tag Amerika vertritt, lächelt. Eine nette Szene. 

Wenig später sieht das so aus. Brigitte Macron und ihr Ehemann haben Platz genommen, und Trump scheint Madame Macron zu lauschen. Sie wird Englisch sprechen, Trump kann kein Französisch. Sieben Jahre zuvor hatte er zu ihr gesagt: You know, you’re in such good shape. Und zu ihrem Ehemann gewendet: She’s in such good physical shape. Brigitte Macron hat diese peinlichen sexistischen Bemerkungen jetzt höflicherweise vergessen. Die Première dame und die First Lady haben beide studiert und haben einen Universitätsabschluss. Ashley Biden links neben ihrer Mutter auch. In dieser Reihe ist Trump der einzige, der keine akademische Meriten und keine Fremdsprachenkenntnisse hat, das muss einmal so gesagt werden.

Aber kommen wir zu dem ersten Bild zurück. Denn dieses Bild aus der Kathedrale taucht wenige Tage später in einem ganz anderen Zusammenhang wieder auf, und nun wird es ein klein wenig schamlos und geschmacklos. Denn Donald Trump benutzt das Bild als ✺Werbung für sein neues Duftwasser Victory. Und wir können auf der Anzeige lesen: A fragrance your enemies can’t resist. Jill Biden lächelt offenbar nur deshalb so nett, weil sie dem Parfüm von Donald Trump nicht widerstehen kann. Mit Frauen hat Donald Trump ja seine Schwierigkeiten, man kann diese Werbung auch als eine Verhöhnung der First Lady lesen. Über das neue Eau de Cologne erfährt man: ‚Victory‘ is the signature scent of strength and success, encased in a luxurious gold bottle. This cologne, a part of President Trump’s exclusive line, is for the decisive and the bold. A crisp opening of citrus blends into a cedar heart, underpinned by a rich base of leather and amber, crafting a commanding presence. ‚Victory‘ is more than a fragrance— this cologne is for the movers, the shakers, and the history makers. Crowned with a Trump Collector’s cap, splash on a bit of Victory and own every room you step into.

Im Mai des Jahres  schrieb Robert B. Reich, der unter Clinton Arbeitsminister war, in seinem Blog den Post→Mit Trump ist alles käuflich. Da war gerade die Trump Bibel auf den Markt gekommen. Den neuen Duft kannte Reich damals noch nicht. Die goldene Trump ‚Victory‘ Uhr für 100.000 Dollar auch nicht. Der Guardian beschrieb die Uhr (die vielleicht aus China stammt) als This ostentatious gold monstrosity might just be the tackiest thing he – or indeed anyone – has brought out, ever. Auf seiner Plattform Social Truth schreibt Trump über sein neues Parfüm: Here are my new Trump Perfumes & Colognes! I call them Fight, Fight, Fight, because they represent us WINNING. Klingt großartig, es sind aber eher Worte der Verzweiflung. Donald Trump braucht jetzt jeden Cent, denn er hat Milliardenschulden. Im Parfümgeschäft war er vor zwanzig Jahren ja schon einmal mit einem Duft, den ihm Annie Buzantian gemischt hatte. Es bleibt natürlich die Frage, die sich auch Rowan Pelling im Independent stellte: wer gibt 199 Dollars aus, um wie Donald Trump zu riechen?

Lesen Sie auch Aftershave und  Äquivalenzparfüm

Nach dreiundfünfzig Jahren schließt Uli Knecht sein Stuttgarter Stammhaus. Das ist das Ende vom schleichenden Untergang seines kleinen Modeimperiums, das er mit neunzehn Jahren begründete. Im letzten Jahr hatte er seinen Laden auf der Düsseldorfer Königsstraße aufgegeben, den er vierzig Jahre gehabt hatte. Da sollte ein Luxus Tempel namens Calatrava Boulevard entstehen, aber das Projekt scheint schon wieder beerdigt zu sein. Vor drei Jahren schlossen Knechts Geschäfte in Berlin und in Frankfurt. Mal sehen, wie lange ich noch mache, sagte er damals gegenüber der Textilwirtschaft. 2017 hatte er schon seinen Laden in Hamburg in den Großen Bleichen schließen müssen, die Miete war zu hoch geworden. Wir haben 450 Quadratmeter, und pro Quadratmeter zahlen wir mehr als 100 Euro, sagte er der Bild Zeitung. Es geht ihm jetzt wie Thomas Rusche, der 2020 seine Soer Filialen an die Bonavest GmbH übergab, die aber in diesem Sommer auch schon Insolvenz anmelden musste. Hinter dem Namen Bonavest steht Christian von Daniels, dem die Firma van Laack gehört. Rusche verlor nicht nur seine Ladenkette, er verlor auch seine große Kunstsammlung, aber seinen Glauben an Gott hat er nicht verloren, wie man diesem ✺Video entnehmen kann. 

Kunstsammler war Uli Knecht auch gewesen, er kaufte moderne Kunst, wie diesen Baselitz hier und solche Sachen. Eine Lavender Marilyn von Andy Warhol besaß er auch. Thomas Rusche kaprizierte sich auf die alten Niederländer, er besaß auch die größte private Sammlung von Bildern von Wolfgang Heimbach. Uli Knecht war gelernter Photograph, in den siebziger Jahren hatte er, was die Mode betrifft, die Zeichen der Zeit erkannt. Gleichzeitig mit Leuten wie Dietmar Kirsch, Thomas Friese (Thomas-I-Punkt), Dolf Selbach,  Heinrich Zapke oder Hans Carl Kapelle (Kelly’s) hatte er eine Marktlücke entdeckt. Es geht um Kleidung, die raffiniert einfach ist, sportiv und bequem, aus den besten Materialien und ausgezeichnet durch den unnachahmlichen Stil ihrer Schöpfer, war seine Devise. Bei Uli Knecht gab es Hemden von Guy Rover und Orian. Und Pferdelederschuhe von Alden. Und ansonsten gab es Kitonund Caruso. Und Lederjacken. Aus dem Laden ist ein kleines Imperium geworden, und wenn es mit den großen Marken mit der Zeit ein wenig nach unten gegangen war, die Lederjacken von Uli Knecht hatten einen sprichwörtlich guten Ruf.

Aber Knechts kleines Reich hört am Ende des Jahres auf zu bestehen. Tatsache ist, dass immer weniger Leute in die Stadt zum Einkaufen kommen und Tatsache ist, dass die Leute immer mehr sparen müssen. Im Grunde spricht alles gegen den stationären Handel, hat Knecht gesagt. Auf seiner Homepage gibt es einen Text, der jetzt schon reine Nostalgie ist: Uli Knecht trifft in den 70er Jahren mit diesem Credo stilsicher den Puls der Zeit. Erst 19 Jahre jung aber als ausgebildeter Fotograf bereits mit dem geschulten Blick für das Detail und dem Gespür für das große Ganze, schließt er mit seinem Angebot an ‚Casual Chic‘ souverän eine Marktlücke. Wohlklingende Namen wie Armani oder Brioni sind zu dieser Zeit nur Kennern ein Begriff, doch was international als ‚Sportswear‘ bekannt ist, stößt auch hierzulande rasch auf Begeisterung. Mittlerweile finden sich Stores in allen angesagten deutschen Großstädten von Stuttgart bis Berlin. Das Sortiment fasziniert neben großen Traditionsmarken auch durch jüngere Luxus-Labels sowie die Eigenmarke. Denn was Uli Knecht ganz zu Beginn in Worte fasst, beschreibt auch heute treffend eine Philosophie, die Sie in jedem einzelnen Stück wieder finden werden.  Der Photograph Uli Knecht scheint in wenig kamerascheu zu sein, denn im Netz findet sich auf der Seite von Burkhard Maus nur ein einziges Photo.

Als ich vor neun Jahren den Post Herrenausstatter schrieb, war das schon ein Abgesang auf viele Geschäfte. Inzwischen mussten noch mehr Läden schliessen, eines Tages wird es nur noch Online Shops geben. Die großen sartorialen Platzhirsche wie Braun in Hamburg und Werner Scherer in München (der mittlerweile die Reste von R. Böll vertickt) werden sicher bleiben. Aber Uli Knecht hat Recht, bei der Verelendung der deutschen Innenstädte spricht im Grunde alles gegen den stationären Handel. Die Multilabel Filialisten aus dem Premium Genre, wie die Textilwirtschaft sie nennt, haben keine Chance mehr. Mey und Edlich (die mal in Paris und London vertreten waren) hatten das als erste erfahren. Die hatten mal einen netten Laden in der Sögestraße in Bremen. Da ist nur noch Stiesing übrig geblieben, aber die haben ihr Angebot weit heruntergefahren, dem Masculin Modekreis gehören sie auch nicht mehr an. Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit Si bene calculum ponas, ubique naufragium estzu zitieren. Nicht nur wegen des Modegeschäfts, auch wegen der Politik.

Wissen Sie, was das ist? Ein Äquivalenzparfüm? Bevor die Werbung diesen schönen Namen fand, hieß das ganz einfach Duftzwilling. So wie in Tim Mälzers Sendung Kitchen Impossible Köche ein Gericht nachkochen, das sie nicht kennen, so finden Parfümeure die Formel von einem teuren Parfüm heraus und bauen das nach. Natürlich preiswert. Hinter allen Markennamen steht ein ParfümeurCoco Chanel hat ihr gleichnamiges Parfüm nicht erfunden. In dem Buch Obsession: The Lives and Times of Calvin Klein findet sich die schöne Geschichte, dass Calvin Klein ein richtig gutes Parfüm haben will. Nicht diese billigen synthetischen Wässerchen, die niemals aus der Stadt Grasse kommen (dort beginnt ja auch der Held von Patrick Süskinds Das Parfum seine Karriere). Eine Duftprobe, die bei Calvin Klein gleich als zu billig riechend rausfliegt, verkauft die Firma, die für Calvin Klein den Duft kreiert, später an seinen Konkurrenten Ralph Lauren.

Es gibt ja alte Parfüms, die sehr teuer sind. Der englische König soll jetzt angeblich Creeds Green Irish Tweed benutzen, da kostet das Fläschchen 245 £. Für die Königin Victoria war Creed in Paris schon eine wichtige Adresse. Henry Creed hatte als Schneider begonnen, die Kaiserin Kaiserin Eugénie trug seine Kleider (und Mata Hari wurde in einem Creed Kostüm erschossen). 1845 schuf er für Victoria das Parfüm Fleurs de Bulgarie, das immer noch hergestellt wird. Green Irish Tweed kam 1986 auf den Markt, geschaffen von dem Parfümeur Pierre Bourdon; der wenig später das Cool Water für Davidoff kreierte. Das soll angeblich so ähnlich riechen wie Green Irish Tweed, kostet aber nur einen Bruchteil davon. Exklusiv ist das Zeuch nicht unbedingt, man kann es schon bei Amazon kaufen.

Das Internet ist voll mit angeblichen Duftzwilligen von Green Irish Tweed, da liest man dann Sätze wie: Ein klassischer, holzig-blumiger Duft, der Sie unvergesslich machen wird. Seine außergewöhnlich frischen Aromen erinnern an üppiges irisches Grün und frisch gemähtes Gras, verwoben mit der kühlen Meeresbrise. Das Beste an Parfüms sind die Beschreibungen. Die sprachlich wunderbar sind und auf jeden Fall das Wort Nuttendiesel, das in den siebziger Jahren aufkam, vermeiden. Das erste Parfüm, das man mit Charles assoziierte, war Penhaligons Blenheim Bouquet. Das hatte ihm Diana zur Verlobung geschenkt. Hat aber den beiden kein Glück gebracht.

Ich hatte das auch mal, ist mir aber viel zu teuer geworden. Das 100 ml Fläschchen kostet 150 Euro. War vor Jahrzehnten die Hälfte. Wenn man unbedingt diesen Duft haben will, dann sollte man das Wellington von Geo. F. Trumper nehmen, riecht genauso, ist aber viel preiswerter. Charles hat inzwischen einen eigenen Duft, den er zusammen mit Penhaligon entwickelt hat. Der heißt nach seinem Landsitz Highgrove Bouquet; ist teurer als das Blenheim Bouquet, das vor über hundert Jahren von Penhaligon geschaffen wurde, um den Duke of Marlborough zu ehren. So furchtbar exklusiv ist das Highgrove Bouquet nicht, man kann es auch schon bei Amazon kaufen.

Ich war letztens auf der Suche nach einem neuen Rasierwasser. Es sollte mal was Neues sein, etwas, was nicht jeder hat. Das wiederbelebte DDR Rasierwasser Tüff  kam allerdings nicht in die engere Wahl. Ich habe zwar noch einige Flaschen Aftershave, aber das sind Flaschen von Düften, die es nicht mehr gibt. Fällt schon unter Vintage. All die englischen Wässerchen, die ich früher verwendet habe, sind vom Markt verschwunden oder sind so teuer geworden, dass man sich nach einer preiswerten Alternative umsieht. Viele Firmen haben auch ihre Ingredienzien verändert. Das Malmaison, das einst das Lieblingsparfüm von Oscar Wilde war, gibt es bei Floris immer noch, aber mit veränderten Zutaten. Ein Freund von mir, der jahrzehntelang Givenchys Gentleman benutzte, hat einen langen Briefkrieg mit der Firma geführt, bis sie zugab, ihre Formel geändert zu haben. 

Ich fand beim Aufräumen eine kleine Packung mit Duftproben, die mir Lothar Ruff von The English Scent mal geschickt hatte. Machte probeweise ein kleines Gläschen auf und Wow, was war das ein Duft. Hieß Russian Water und kam von der Anglia Perfumery. Dazu kann man bei The English Scent lesen: Russian Water ist eine Hommage an die traditionelle Parfümerie aus der viktorianischen Zeit. Der Duft eröffnet mit einer frischen und belebenden Kombination aus Zitrusfrüchten und Lavendel, die von würzigem Zimt und süßer Vanille begleitet wird. Im Herzen des Duftes vereinen sich florale Noten mit einem Hauch von exotischen Gewürzen, die dem Duft Tiefe und Sinnlichkeit verleihen. Abgerundet wird der Duft von einer warmen und sinnlichen Basis aus edlen Hölzern und orientalischen Noten, die eine geheimnisvolle Aura um den Träger des Duftes schaffen. Ein Eau de Toilette für den modernen Gentleman, der seine Wurzeln in der Vergangenheit ehrt und zugleich eine zeitlose Eleganz ausstrahlt. Das sind Sätze, die man zweimal lesen sollte, weil sie so schön sind und nichts bedeuten. Die in den 1980er Jahren entstandene Anglia Perfumery stellt, wenn man so will, Duftzwillinge der 1872 gegründeten Crown Perfumery her. Allerdings scheint es die Firma nicht mehr zu geben. Und der Name Russian Water hat in unseren Tagen auch keinen guten Klang mehr.

Ein Äquivalenzparfüm habe ich mir einmal gekauft. Es heißt Meet Me Extrême und kommt von einer Firma namens Omerta. Da holt man sich die Mafia ins Badezimmer. Es soll ein Duftzwilling von Diors Sauvage Elexir sein, kostet aber nur ein Zehntel von Dior. Hinter dem Namen Omerta steht eine holländische Firma namens Coscentra B.V., die seit zwanzig Jahren im Markt für Duftzwillinge tätig ist. Ihre Wässerchen sollen in Frankreich hergestellt und in Shanghai abgefüllt werden. Warum, fragt man sich. Angeblich werden sie in 45 Ländern vertrieben. Aber wenn sie in Shanghai abgefüllt werden, dann sind sie wahrscheinlich für den asiatischen Markt gedacht. Doch das Meet Me Extrême war für 12 Euro ein guter Kauf. 

Es gibt auch preiswerte gute Aftershaves, die nichts mit der Imitation anderer Düfte zu tun haben. Ich denke da an das Windsor des tschechischen Unternehmens Alpa. Die sind seit über hundert Jahren im Geschäft und waren einst berühmt für ihren Franzbranntwein. Ein Rezensent äußert sich zu dem Aftershave so: Ein überraschend großartiges, nostalgisches und günstiges Rasierwasser aus Tschechien. Es erfrischt, pflegt und lässt einen duften, als käme man in den 1930ern eben frisch rasiert vom Herrenbarbier in Prag, Wien oder Budapest: nach Cognac, Menthol, Wacholder und Lorbeer. Mit 71% Alkohol, belebendem Menthol und hautberuhigendem Allantoin. Das kann man so stehen lassen. Es ist im ersten Augenblick ein wenig gewöhungsbedürftig, aber spätesten am dritten Tag mag man es. Ich habe es vor Jahren von einem Freund geschenkt bekommen, dacht zuerst Igitt, aber dann mochte ich es doch. Ich habe es mehrfach wieder gekauft, das Experiment ist nicht teuer. Die 100 ml Flasche kostet zehn Euro. 

Alpa hat noch ein anderes Rasierwasser im Angebot, das 378 heißt. Das gibt es nur im 50 ml Fläschchen. Die Zahl bezieht sich auf die Hausnummer in der Hornoměstská Straße des mährischen Velké Meziříčí (Groß Meseritsch). Da imitiert man offenbar die Kölner Firma, die auch eine Hausnummer verwendet: 4711. Auf der Seite vom Pomade Shop kann man dazu lesen: Das Alpa 378 duftet nach den 1930ern oder 1970ern. Der Duft ist maskulin, aber unaufdringlich, holzig-aromatisch, frisch-würzig, leicht vanillig-süß. Er erinnert klar an das deutsche Rasierwasser Irisch Moos. Doch während das deutsche After Shave herb-trocken im Stil der 1970er bleibt, duftet das 378 in eine holzig-pudrige Chypre-Richtung der 1930er und wirkt dadurch eleganter ohne seine männlich-animalische Ausstrahlung zu verlieren. Das mit dermännlich-animalischen Ausstrahlung ist natürlich der übliche Werbequatsch. Dass das Rasierwasser gut riecht, kann man nicht bestreiten, es ist allerdings doppelt so teuer wie das Windsor. Das Charmante an der Firma Alpa ist, dass alle ihr Produkte auch gut zu der Haut sind. Und dass sie keine Werbung betreiben. Auf der Flasche steht Voda Po Holen (Wasser zum Rasieren), das scheint noch nicht für den ausländischen Markt gedacht gedacht zu sein.

Man kann Fortuny Kleider immer noch kaufen, es gibt Geschäfte in Venedig, Paris und München. Und den Palastvon Fortuny kann man besichtigen. Das Multitalent Mariano Fortuny y Madrazowurde am 11. Mai 1871 in Granada als Sohn eines Malers geboren. Er hat Malerei studiert. Unter anderem bei James Tissot, der das berühmte Bild der Pariser Gentlemen im Jockey Club gemalt hat (es findet sich hier in dem Post Notre Dame d’Amiens), die wahrscheinlich alle in Marcel Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit vorkommen. Fortuny hat zwar auch Bilder gemalt, aber er ist für etwas ganz anderes berühmt geworden. Nämlich für solch plissierte Seidenkleider wie dieses hier, das die Comtesse Greffulhe trägt. Die macht Marcel Proust in seinem Roman zur Herzogin von Guermantes. Und Proust hat Mariano Fortuny auch in seinem Roman hineingeschrieben: Ces toilettes n’étaient pas un décor quelconque, remplaçable à volonté, mais une réalité donnée et poétique comme est celle du temps qu’il fait, comme est la lumière spéciale à une certaine heure. De toutes les robes ou robes de chambre que portait Mme de Guermantes, celles qui semblaient le plus répondre à une intention déterminée, être pourvues d’une signification spéciale, c’étaient ces robes que Fortuny a faites d’après d’antiques dessins de Venise. Est-ce leur caractère historique, est-ce plutôt le fait que chacune est unique qui lui donne un caractère si particulier que la pose de la femme qui les porte en vous attendant, en causant avec vous, prend une importance exceptionnelle, comme si ce costume avait été le fruit d’une longue délibération et comme si cette conversation se détachait de la vie courante comme une scène de roman.

Das Zitat steht schon in dem Post Damenmode. Und in den Posts Une fillette d’un blond roux und Orchideen finden Sie ganz viel zu dem Thema Mode bei Proust. Die Comtesse Greffulhe ist natürlich auch dabei. In dem Roman Im Schatten junger Mädchenblüte sagt der Maler Elstir zu Albertine: Sie werden vielleicht schon bald die herrlichen Stoffe betrachten können, die man da unten getragen hat. Man sah sie früher nur auf den Bildern der venezianischen Maler oder sonst ganz selten irgendwo in einem Kirchenschatz, ab und zu geriet ein Stück auch einmal auf eine Versteigerung. Aber jetzt heißt es, ein venezianischer Künstler, Fortuny, habe das Geheimnis ihrer Herstellung wieder entdeckt, und schon in ein paar Jahren würden die Frauen in ebenso herrlichen Brokaten mit orientalischen Mustern wie denjenigen, mit denen Venedig seine Patrizierinnen schmückte, spazierengehen oder noch besser zu Hause bleiben können. Ich weiß nicht einmal, ob ich mich darüber so sehr freuen soll, ob es nicht zu sehr nach einem Anachronismus in der Kleidung aussehen wird für die Frauen von heute, selbst wenn sie bei Regatten darin paradieren, denn um auf unsere modernen Vergnügungsjachten zurückzukommen, so sind sie ganz das Gegenteil von dem, was man zu den Zeiten hatte, als Venedig noch die ‚Königin der Adria‘ war. 

Marcel wird seiner Albertine Kleider von Fortuny schenken. Weil die ihn an das geliebte Venedig erinnern: Das Fortuny-Kleid, das Albertine an jenem Abend trug, erschien mir wie ein verführerisches Phantom aus jenem unsichtbaren Venedig. Es wimmelte von arabischen Ornamenten auf dem Stoff, wie die venezianischen Paläste, versteckt wie Sultaninen hinter einem orientalischen Paravent, wie die Einbände in der Bibliothek von Ambrosius von Mailand, wie die Säulen, auf denen die orientalischen Vögel, die abwechselnd Leben und Tod symbolisierten, im Spiegel des Stoffs sich wiederholten, von einem intensiven Blau, das, als mein Blick darüber schweifte, zu schmiedbarem Gold wechselte durch dieselbe Wandlung, die vor dem Vorbeigleiten der Gondeln das Azurblau des Canale Grande in ein flammendes Metall verwandelt. Und die Ärmel waren eingefasst in einem Kirschrosa, das so eigentümlich venezianisch ist und Tiepolo Rosa genannt wird. Das Zitat verwendet die Firma Fortuny heute auf ihrer Seite zu Werbezwecken.

Das erste Kleid,  mit dem Fortuny und seine Frau Henriette (hier von ihm gemalt) 1909 die Modewelt überraschen, heißt Delphos. Vorbild für das Kleid war der Wagenlenker von Delphi, den man zehn Jahre vorher entdeckt hatte. Er gab auch den Namen für das Modell. Das mit einer speziellen Technik plissierte Seidenkleid umfliesst den Körper der Trägerin. Die am besten sehr schlank und nackt ist. Wenn man etwas molliger ist, dann geht man am besten zu Paul Poiret, der einmal Assistent bei dem Erfinder der Haute Couture Charles Frederick Worth war. Berühmtheiten wie Isadora Duncan, Sarah Bernhardt, und Lilian Gish tragen Fortuny. Aber auch die Damen der Halbwelt, für die es hier schon die Posts Demimonde und les grandes horizontales gibt, tragen Fortunys Kleider. Und wenn Sie alles über das Delphos Kleid wissen wollen, dann klicken Sie einmal diese Seite bei Google Arts & Culture an.

Die Welt der Herzogin von Guermantes ist vergangen. Fortunys Roben kosten ein kleines Vermögen, wenn sie heute bei Auktionen auftauchen. Große Museen wie das Metropolitan besitzen mindestens ein Kleidungsstück von Fortuny. Sein Palazzo in Venedig ist heute ein Museum. Dass der Name Fortuny nach Henriette Fortunys Tod im Jahr 1965 weiterlebt, verdankt Venedig einem Unternehmer namens Lino Lando, der das Internet mit Fortuny Seiten vollgepflastert hat. Ich weiß nicht, ob Marcel Proust das gefallen hätte.

Ich fange mal eben mit diesem Hemd an, für so etwas war die italienische Marke Etro früher mal berühmt. Sieht man heute selten. Dies hier habe ich gerade für 9,95 € bei ebay gekauft. Ein guter Preis für ein Etro Hemd, denn die 350 Euro, die die Firma für ihre Hemden verlangt, die sind die Hemden nicht wert. Qualitativ gesehen können sie mit Borrelli,Fray oder Finamore nicht mithalten. Nicht ansatzweise, da braucht man sich nur die Qualität der Knopflöcher anzugucken. Und die bunten Hemden mit Streifen oder Paisleymuster, mit denen Etro berühmt wurde, die sind auch ein wenig aus dem Programm verschwunden. Tauchen aber immer wieder mal auf. Oder man muss sich die Hemden in London bei Duchamp oder Paul Smithkaufen. Die Firma Etro gehört der Familie Etro heute auch nur noch zum Teil; da hat sich über eine Firma namens L Catterton längst die Louis Vuitton Gruppe eingekauft.

Gerolamo (Gimmo) Etro hatte 1968 eine kleine Weberei geerbt und beschlossen, das nachzuweben, was seine Frau Roberta und er bisher gesammelt hatten: Stoffe mit dem Paisley Muster. Zuerst wanderten die Stoffe auf Sofas, Kissen und Handtaschen. Dann gingen die Muster in die Konfektion, die siebziger Jahre schienen nur noch aus Paisley zu bestehen. So etwas trug man im Swinging London, Mick und Bianca Jagger wurden zu einer Art Etro Botschafter. Die Paisley Muster tauchten auch in der Hippie Kultur auf. Vielleicht hat das dirty red bandana, von dem Janis Joplin in ✺Me and Bobby McGee singt, auch ein Paisley Muster.

Die kleine Etro Weberei wurde zu einem internationalen Modeunternehmen, das sich im übrigen mehr als die Hälfte seiner Stoffe heute noch selbst webt. Die Firma wurde nach dem Ausscheiden des Gründers von Gimmos Söhnen geleitet. Ippolito Etro ist für die Finanzen zuständig, und Jacopo kümmert sich um die Lederwaren. Der kreative Kopf des Unternehmens ist Kean Etro, der die Herrenkollektion entwirft. Und für alles Schrille und Bunte in den letzten Jahrzehnten verantwortlich war. Seine Schwester Veronica machte die Damenmode. Wir sehen Kean Etro hier mit den Schauspielerinnen Katja Flint und Ursula Karven bei der Eröffnung der Berliner Etro Filiale. Die Damen tragen selbstverständlich Etro. Der einst so mächtige Kean Etro scheint zu einem Frühstücksdirektor geworden zu sein. Seit zwei Jahren heißt Etros Kreativdirektor Marco De Vincenzo. Der wird vieles ändern, wie wir dem kurzen Dokumentarfilm ✺Radical Etro entnehmen können.

Das Muster, das heute den Namen einer schottischen Stadt trägt, kommt nicht aus Schottland, es kommt aus dem Fernen Osten. Indien oder Persien, da sind sich die Fachleute nicht so ganz einig. Aber die East India Company bringt die Muster der Stoffe nach England. Die indische Herkunft des Musters brachte auch die amerikanichen Hippies, die Hermann Hesses Siddharthazu einem Bestseller machten, dazu, sich in Paisley Stoffe zu kleiden. Auch die Beatles haben so etwas getragen. In der Industrial Revolution war die kleine schottische Stadt Paisley zu einem Zentrum der Weberei von ganz fein gedrehter Baumwolle geworden, die die Seide ersetzen sollte. Die preiswerte Nachahmung der edlen Cashmere Schals und Tücher wurde ein Welterfolg. Obgleich man in Spitalsfield eine eigene Seidenproduktion hatte, wurde im 18. Jahrhundert mehr und mehr Baumwolle getragen. Lesen Sie mehr dazu in 18th century: Fashion.

Dies ist Margaret Kemble Gage, die Gattin des englischen Generals Thomas Gage. Gemalt um 1771 von John Singleton Copley. Sie trägt solche edlen Tücher, die Jahrzehnte später in Paisley nachgeahmt werden. Das turbanähnliche Gebilde, das sie auf dem Kopf trägt, ist ein hauchdünner Cashmere Schal, das ist damals eine große Mode. Die Schals waren so gewebt, dass man sie angeblich durch einen Ring ziehen konnte. Wir haben jetzt im 18. Jahrhundert etwas, das Historiker als Türkenmode bezeichnen. Mozarts Entführung aus dem Serailund sein ✺Rondo alle turca haben auch etwas damit zu tun. Das Paisley Muster hat man früher auch einmal als türkische Gurke bezeichnet.

Die großen Textilfabriken von Paisley, die William Blakesicherlich als dark satanic mills bezeichnet hätte, stehen heute leer. Die Zeit, in der King Cotton herrschte und man die fein gedrehte Bauwolle spann, dauerte nur ein halbes Jahrhundert. Unter der Führung von Thomas Coats war Paisley zum Weltmarktführer im Garnhandel geworden, aber die Wirtschaftskrise der 1840er Jahre setzte der Stadt schwer zu. Die Cotton Panic von 1861 verschlimmert die Lage noch. Die Coats Viyella Grupppe gibt es heute immer noch, doch Paisley spielt für sie keine Rolle mehr. An die stolze Zeit erinnert heute cin Museum für die Garnindustrie. Der Premierminister Robert Peel setzte sich persönlich energisch für die Stadt ein. Und bat die Königin Victoria, in der Öffentlichkeit doch Paisley Schals zu tragen, was sie auch tat. 1842 kaufte sie siebzehn Paisley Schals. Und zum 400-jährigen Jubiläum der Stadt stattete sie Paisley einen Besuch ab.

Ein solches Etro Hemd habe ich nicht, würde ich auch nicht haben wollen. Ich habe ein paar Etro Hemden und ein paar ganz wilde Etro Schlipse in Pink. Mit ganz großen roten Paisley Mustern. Bunte Hemden sind nicht so mein Ding. Aber mein Freund Peter hat früher bunte Hemden mit floralen Mustern getragen, sozusagen als Berufskleidung. Er war nämlich Professor für Kinderheilkunde, und die Kiddies mochten im Krankenhaus einen Arzt in bunten Hemden lieber als einen im steifen weißen Eppendorf Kittel. Ich habe diesen Post mit meinem Etro Lieblingshemd geschrieben. Das ist nicht ganz weiss, hat eher einen Stich ins Gelbliche. Und hat in unregelmäßigen Abständen violette, dunkelblaue, gelbe und braune Streifen da drauf. Dick und dünn. Ein klein bisschen exzentrisch ist das schon.

Dass der Brillenkönig Fielmann tot ist, erfuhr ich durch meine Leser. Weil plötzlich aberhunderte Leser den Post Caspar von Saldern lasen, den ich 2011 geschrieben hatte. War was mit dem? Ich las mir den Post noch einmal durch, fügte noch einen Link zu Katharina der Großen ein (ich hätte uach einen Link zu Bolotow einfügen können) und klappte den Post wieder zu. Aber kurz vorm Einschlafen, sagte ich mir: Fielmann. Die lesen den Post alle, weil da Günther Fielmann drin vorkommt. Der Post Caspar von Saldern ist ebenso wie der Post Ingahild Grathmer auf der Top Ten Liste der letzten Woche nach oben gewandert. Wir wissen natürlich, dass Ingahild Grathmer nur der Künstlername der dänischen Königin ist, die demnächst abdanken will. Sie ist hier auch schon in dem Post skandinavische Mode; und in dem Post des Königs Jaguar können Sie lesen, wo ich die einundzwanzigjährige Prinzessin zum ersten Mal gesehen habe.

So sieht es bei Fielmann in Kiel aus, wenn da keine Kunden drin sind. Vor vierzig Jahren hat Fielmann hier sein erstes Super Center eröffnet. Wenn da Kunden drin sind, dann sieht es nicht so aus, dann ist man froh, wenn man eine der vier Kassen hier vorne erreicht hat. Und dann zur Tür geleitet wird. Das ist dem Laden wichtig, dass man beim Kommen und Gehen die Tür aufgehalten bekommt. In feinen Geschäften ist das so, aber Fielmann ist kein feines Geschäft. Als ich dort eine kleine Reparatur bezahlen wollte, sagte mir ein schnöseliger Geschäftsführer: Lass man stecken. Das ist ein Satz, den hört man auf dem Flohmarkt oder in St Pauli, aber nicht in einem Laden, der was Besseres sein will. Ich bin da auch nie wieder gewesen.

Es gibt ja bessere Läden. Zum Beispiel mein Optiker um die Ecke. Das Geschäft heißt Brillen Galerie, weil da neben den Brillen auch immer Kunst hängt. Meine Computerbrille (handmade) und meine Fernsehbrille habe ich von Herrn Ludwig. Die Fernsehbrille ist gerade ganz neu, die alte war zwischen Bücherstapeln verschwunden. Ich habe sie wiedergefunden, aber ich brauchte eh eine neue. Die ist jetzt von Rodenstock aus Eco Friendly Acetate. Was es nicht alles gibt. Wenn ich einen QLED Fernseher hätte, würde ich vielleicht keine Brille brauchen. Außer für Computer und den Fernseher benutze ich sowieso keine Brille. Die Zeitung lese ich morgens ohne Brille, Bücher auch, wenn sie nicht zu kleingedruckt sind.

Warum war ich damals bei Fielmann? Weil mir ein Student erzählt hatte, es gäbe da Ray Ban Wayfarer Kopien für zehn Euro. Die gab es, aber die hatten kein langes Leben. Wenn man wie die Blues Brothers aussehen will, findet man auf Flohmärkten immer noch ein preiswertes Vintage Modell. Es braucht auch keine Ray Ban zu sein, die deutsche Firma Röhm hat da in ihrer Blue Matrix Kollektion auch gute, preiswerte Modelle. Diese Ray Ban hier habe ich vor vielen Jahren geschenkt bekommen, die gab es damals gar nicht im Handel. Hat mir meine Schwägerin gesagt, die aus einer Augsburger Optikerfamilie kommt. Inzwischen gibt es die Brille auch im Handel, ist aber sauteuer. Man erkennt sie sofort an den goldenen Ray Ban Plaketten auf den Brillenbügeln. Meine zweitliebste Sonnenbrille ist eine Menrad, bei der das ganze Gestell farblos ist.

Auch wenn ich keine Brillen brauchte, Sonnenbrillen hatte ich immer. Niemals diese verspiegelten Pilotenbrillen, die heute Pornobrillen heißen. Eher so etwas, das Zbigniew Cybulski, der polnische James Dean, auf der Nase hatte. Es hat noch nie am Theaterhimmel einen Schauspieler gegeben, der spielen konnte, ohne seine Augen zu gebrauchen, und ich weiß, es wird auch keinen mehr geben. Umso besser! Man wird sich ewig an ihn erinnern, und das ist mehr, als man über viele Schauspieler sagen kann, hat Marlene Dietrich gesagt.

Der Brillenkönig Günther Fielmann, den man einmal den Robin Hood der Fehlsichtigen genannt hat, ist im Alter von vierundachtizg Jahren auf seinem Hof Lütjensee gestorben. Er war nicht nur Brillenkönig, er war auch Öko-Landwirt. Er hat Milliarden verdient und viele gute Werke getan. Er hat Axel Springers Schierensee und das Plöner Schloss gekauft, die richtigen Immobilien für einen König. Aber er hat da nie gewohnt, sein Bauernhof in Lütjensee war seine Welt. Seine Angestellten haben von all dem wenig gehabt, Fielmann zahlt nur den Mindestlohn und mit dem Betriebsklima steht es in vielen Filialen nicht zum Besten.

Aber auf der Fielmann Homepage ist das Unternehmen natürlich ganz großartig. Irgendwann schreibe ich mal über Sonnenbrillen, über Leute wie Marcello MastroianniElvis, Zbigniew Cybulski, Udo Lindenberg (its never too dark to be cool) und Karl Lagerfeld. Und alle die, die durch ihre Sonnenbrille berühmt geworden sind.

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