Rutsch doch, Dachs!

  • Text und Illustration von Susanne Straßer
  • Peter Hammer Verlag, August 2025 www.peter-hammer-verlag.de
  • 26 Seiten mit abgerundeten Ecken
  • Format: 21 x 21,5 cm
  • 14,90 € (D), 15,40 € (A)
  • ISBN 978—3-7795-07881-9
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren


S P I E L P L A T Z A B E N T E U E R

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dieses Bilderbuch setzt alltägliche kindliche Spielplatzerfahrungen anschaulich und lustig in Szene. So findet einmal der Dachs eine freie Rutsche vor und klettert die Leiter hinauf. Oben angekommen, ereilt ihn Höhenangst, und er bleibt erst einmal sitzen und rutscht nicht hinrunter.

Nach und nach kommen ein Wolf, ein Wiesel, ein Reiher und ein Wildschwein hinzu und verlängern die Warteschlange. Schließlich nähert sich auch ein Menschenkind, und dieses klettert kurzerhand die Rutsche auf der Rutschbahn hinauf, um einfach vor dem zögerlichen Dachs die Rutsche zu nutzen. Die Tiere aus der Warteschlange schließen sich dem Kind an, alle halten sich aneinander fest, und dann rutschen sie gemeinsam los.

Nur der Dachs sitzt immer noch oben auf der Rutsche. Ermunternd bieten die Tiere und das Kind dem Dachs an, ihn aufzufangen, wenn er rutscht. So traut sich der Dachs dann doch endlich zu rutschen, und schon laufen alle wieder zur Leiter, um sogleich wieder von vorne anzufangen – einschließlich einer Ameise, die nun auch eifrig mitrutscht.

Diese in einfachen klaren Worten und kurzen Sätzen erzählte Geschichte bietet Kindern leichten Identifikationsstoff. Die im Erzähltext stets nach der Anzahl der zu erklettern-den Leitersprossen aufgezählten Klettergeräusche der verschiedenen Tiere – z.B. TAP, TAP, TAP, TAP, TAP für den Dachs oder STAKS, STAKS für den Reiher – lassen sich vorzüglich vorleselautmalerisch wiedergeben.

Susanne Straßers Illustrationen sind klar umrissen und geben durch die dramaturgische Darstellung von Mimik und Körpersprache den unterschiedlichen Gefühlen des illustren Bilderbuchpersonals lebhaften und nachfühlbaren Ausdruck. So werden Angst, Mut Geduld, Ungeduld, Hilfsbereitschaft, Spielfreude und Miteinandersein heiter und unge-zwungen thematisiert und angesprochen. „Rutsch doch, Dachs!“ ist ein strapazierfähiges Pappbilderbuch mit dicken Seiten und abgerundeten Ecken für Kinder ab zwei Jahren; es dürfte gleichwohl auch noch für Kinder bis zum Alter von vier oder fünf Jahren passen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.peter-hammer-verlag.de/buchdetails/rutsch-doch-dachs

Die Autorin & Illustratorin:

»Susanne Straßer, geboren 1976 in Erding, studierte Kommunikationsdesign in München und London. Ihre Arbeiten wurden international ausgezeichnet und ausgestellt, u.a. auf der Biennale für Illustration in Bratislava. Ihr Bilderbuch Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte (Hinstorff Verlag, 2010), wurde 2013 fürs Kino verfilmt. Ihre Pappbilderbücher So weit oben und So leicht so schwer, Fuchs fährt Auto und Kann ich bitte in die Mitte wurden für den Leipziger Lesekompass ausge-wählt. Das Pappbilderbuch Der Wal nimmt ein Bad erhielt 2019 den Troisdorfer Bilder-buchpreis. Susanne Straßer lebt mit ihrer Familie in München. www.susannestrasser.de «

Susanne Straßers Preise und Auszeichnungen:

Troisdorfer Bilderbuchpreis für Der Wal nimmt ein Bad
White Raven, Empfehlung der Internationalen Jugendbibliothek für Fuchs fährt Auto
Leipziger Lesekompass für Fuchs fährt Auto
Leipziger Lesekompass für So leicht so schwer
Leipziger Lesekompass für So weit oben
Leipziger Lesekompass für Kann ich bitte in die Mitte

Pepe und Sumselinchen

  • Text und Illustration von Daniela Drescher
  • Verlag Urachhaus, Februar 2025 www.urachhaus.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format 23 x 2,8 cm
  • 28 Seiten
  • 18,00 €
  • ISBN 78-3-8251-5415-8
  • Bilderbuch ab 3 Jahren

N A T U R V E R B U N D E N

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Pepe ist ein kleiner Wichtel und Sumselinchen eine kleine Elfe. Die beiden sind befreun-det und wohnen zusammen in einem kuscheligen Nest auf einer Wildblumenwiese. Sie wollen eine Wanderung zu einer alten Baumwurzel machen. Sumselinchen nennt diese Unternehmung ein großes Abenteuer. Nun, blättern wir mal weiter und schauen, was geschieht.

Die beiden streifen durch eine bunt blühende Landschaft, und überall fliegen, hüpfen, krabbeln, schwirren, summen, brummen und zirpen Insekten. Dies ist für naturent-wöhnte Stadtkinder vermutlich bereits abenteuerlich genug. Unterwegs treffen sie einen Igel, der hustet. Hilfsbereit pflücken sie einige Spitzwegerichblätter und geben sie dem Igel als Medizin gegen seinen Husten.

Und so begegnen ihnen auf ihrem weiteren Wege noch eine Raupe, die Bauchweh hat und mit Kamillenblüten behandelt wird, ein Maulwurf, dessen Augen mit Augentrost gepflegt werden, ein Braunkelchen, dessen verstauchtes Bein mit Arnikablüten umwickelt wird usw…

Zeit für ein leckeres Picknick mit Brennesseltee, Löwenzahnsalat und Erdbeeren bleibt ebenfalls noch. Nach der Inspektion der alten Baumwurzel, die von einem Hirschkäfer, Spinnen, Hundertfüßlern und Asseln bezogen wurde, kehren Pepe und Sumselinchen zurück nach Hause in ihr Wiesennest und schlafen auf ihren Lavendelkissen gemütlich ein.

Auf der letzten Doppelseite des Bilderbuches werden die Heilpflanzen (Arnika, Augen-trost,  Brennesel, Kamille, Lavendel, Löwenzahn, Malve, Ringelblume, Spitzwegerich), die im Verlauf der Geschichte zur Anwendung kamen, noch einmal übersichtlich einzeln abgebildet.

Mit dieser Geschichte wird Kindern in warmherzigen Worten und anschaulich bebilderten Szenen auf spielerische Weise ein kleines, überschaubares Grundwissen über pflanzenkundliche Heilmöglichkeiten vermittelt sowie eine atmosphärische Einfühlung in den natürlichen Lebensraum einer Wiese. Das eine oder andere Kind wird so vielleicht auf den Geschmack der Heilpflanzen kommen und sich später auch vertiefend mit Pflanzen und ihren Wirkungen beschäftigen wollen.

Daniela Drescher verbindet in ihren Bildern eine feinfühlige, heiter-märchenhafte Stimmung mit bemerkenswerter botanischer und zoologischer Präzision. Dadurch ver-fügen die dargestellten Pflanzen und Tiere über einen lehrreichen Wiedererkennungs-wert. Darüber hinaus vermitteln Daniela Dreschers Illustrationen Kindern auf zauberhafte Weise ein lebendiges Eingewobensein in die Natur.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Daniela-Drescher/Pepe-und-Sumselinchen.html

Die Autorin & Illustratorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966, ist eine international gefeierte Illustratorin und Autorin. Ihre Bilderbücher und illustrierten Kinderbücher bestechen durch einen Stil, der Kinder wie Erwachsene weltweit begeistert. In ihren mittlerweile über 50 Büchern vermittelt sie ihren jungen Lesern einen unmittelbaren Zugang zur Natur sowie zu sozialen Themen. Darüber hinaus setzt sie sich regelmäßig für Naturschutzorganisationen ein.« www.danieladrescher.com | Instagram: @danieladrescher_studio

Schau genau hin!

  • Das außergewöhnliche Handbuch der Beobachtologie
  • von Giselle Clarkson
  • Originaltitel: »The Observologist. A Handbook for Mounting Very Small Scientific Expeditions«
  • Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier
  • Moritz Verlag, 2025 www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 128 Seiten
  • Format: 26,6 cm x 20,6 cm
  • 22,00 €
  • ISBN 978-3—895654700-1
  • Kindersachbilderbuch ab 8 Jahren

ANIMIERENDE  WAHRNEHMUNGSFÖRDERUNG

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Dieses Kindersachbuch lädt Kinder dazu ein, in der nächsten Umgebung auf spannende natürliche Entdeckungsreisen zu gehen. Schon gleich in der Einführung weist die Autorin darauf hin, daß professionelle Naturwissenschaftler zwar für ihre Forschungen und Entdeckungen oft die weite Welt bereisen, doch kindlichen Beobachtologen bieten ganz nahegelegene Naturerkundungen durchaus vielseitige und faszinierende Entdeckungs-würdigkeiten. Außerdem läßt sich durch aufmerksames Beobachten so manche langweilige Situation beleben.

Neugier ist selbstverständlich eine unerläßliche Voraussetzung für Beobachtologen, und einige Werkzeuge wie Lupe, Taschenspiegel, Taschenlampe und Kamera sowie Papier und Zeichenstift sind nützliche Zugaben beim Suchen, Finden, Kennenlernen und Bestimmen kleiner tierischer Lebewesen.

Die Autorin stellt Insekten, Gastropoden, Würmer und Spinnen sowie Pilze, Flechten und Pflanzensamen vor. Die Beschreibungstexte sind von übersichtlicher Länge und werden stets begleitet von Zeichnungen, die trotz des Comicmalstils mit anschaulichen Details aufwarten. Nicht selten kommen die dargestellten Tiere in witzigen Sprechblasen selbst zu Wort. Die Autorin spricht auch die Kinder immer wieder direkt an und findet zudem oft passende kindliche Bezugsebenen.

Das Buch enthält anatomische Zeichnungen der vorgestellten Tiere und geht auch auf differenzierte Details ein, wie beispielsweise verschiedene Fühlerformen, Insekteneier und Kotformen. So lernen wir u.a., daß die Beine von Hundertfüßlern seitlich abstehen, während sich die Beine von Tausendfüßlern zweipaarig unterhalb des Körpers befinden. Solche Einzelheiten sind für findige Beobachtologen interessant und wissenswert.

Bild & Text von Giselle Clarkson © Moritz Verlag 2025

Außerdem tummelt sich verteilt über das ganze Buch an mehreren Stellen eine winzige rote Spinnmilbe. Dies wird erst am Ende des Buches erwähnt, und wer diese Spinnmilbe tatsächlich bereits ohne diesen Hinweis bemerkt hat, hat sozusagen die Abschluß-prüfung in Beobachtologie schon bestanden.

Einfühlungsvermögen in die Verletzlichkeit der Tiere wird ebenfalls vermittelt, beispiels-weise mit Hinweisen, wie man Schnecken und Würmer vorsichtig mit einem Blatt auf-hebt und nicht zwischen den Fingern quetscht, um sie an einen sicheren und schattigen Standort zu transportieren, oder wie man einer erschöpften Biene oder Hummel mit Zuckerwasser, dargereicht in einem Marmeladenglasdeckel, helfen kann, sich zu stärken.  

Die spielerisch-witzige und gelegentlich sprachlich flapsige Wissensvermittlung wird kombiniert mit gut verdaulichen Prisen wissenschaftlichen Fachvokabulars, mit dem sich die kleinen Beobachtologen durchaus biologisch weiterbilden können. Auch die Zeichnungen im Comicstil wahren eine gute Balance zwischen lustiger dramaturgischer Inszenierung und naturwissenschaftlicher Präzision. Darüber hinaus bietet „Schau genau hin!“ Kindern eine unkonventionelle, animierende Hinführung zur sinnlichen Wahrnehmung der Natur und zum Staunen über die Vielgestaltigkeit des Lebens.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Schau-genau-hin.html

Die Autorin und Illustratorin:

»Giselle Clarkson lebt als freie Illustratorin und Comiczeichnerin in Wellington, Neuseeland. Sie veröffentlicht neben Kinderbüchern, in denen es meist um Themen aus der Natur geht, auch Sachcomics für Kinder. Gerne erlebt sie Abenteuer auf dem Meer oder auf abgelegenen Inseln. Außerdem verfügt sie über das seltene Talent, Motten aus der Dusche zu retten, ohne sie versehentlich zu ertränken.«

Die Pfütze

  • Die Vielfalt einer verborgenen Welt entdecken
  • Text von Angelika Huber-Janisch
  • Illustrationen von Annette Zacharias
  • KNESEBECK Verlag, September 2022 www.knesebeck–verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 24,6  x 33 cm
  • 64 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-95728-53-0
  • Sachbilderbuch ab 8 Jahren


W A S S E R T A N K S T E L L E

Rezension von Ulrike Sokul ©

Das Sachbilderbuch „Die Pfütze“ vermittelt Kindern anschaulich und interesseweckend, welch beachtliche Miniaturlebensräume Pfützen sind und wie viele pflanzliche und tierische Lebewesen von diesen Kleinbiotopen profitieren.

Wir erlesen, wie Pfützen und Tümpel natürlicherweise entstehen und welche Lebens-formen sich in stehenden und regelmäßig auch wieder austrocknenden Kleingewässern einfinden. Wir machen Bekanntschaft mit Klein- und Kleinstlebewesen wie Algen, Urzeit-krebsen, Rädertierchen, Bärtierchen, Wasserflöhen, Pantoffeltierchen, Wasserwanzen, Furchenschwimmern, Wasserläufern, Piratenspinnen, Wasserskorpionen, Silberspinnen, Posthornschnecken, Köcherfliegen, Libellen, Schmetterlingen bis hin zu Gelbbauch-unken, Kreuzkröten, Lurchen, Ringelnattern und Kreuzottern.

Alle Tiere werden hinsichtlich ihrer Lebensbedürfnisse, ihrer Fortpflanzungsstrategie und ihrer Verhaltensweisen beschrieben und durch schöne, naturalistische und detail-reiche szenische Illustrationen sichtbar und wiederkennbar gemacht. 

Auch Vögel brauchen Pfützen. Die einen nutzen sie einfach zum Baden und Trinken, und andere wie die Schwalben brauchen für ihren Nestbau unbedingt feuchte Erdklümp-chen. Pfützen tragen darüber hinaus an sonnigen Tagen durch die Wasserverdunstung zur lokalen Luftabkühlung bei.

Die Informationsdichte des Sachbilderbuches ist kindgemäß übersichtlich und wartet zudem mit sehr einprägsamen, faszinierende Details auf; so erfahren wir beispielsweise, daß die durchsichtigen Panzer der Kieselalgen über eine dermaßen große Stabilität verfügen, daß „es das Gewicht von 20 ausgewachsenen Elefanten bräuchte, um sie zum Zerbrechen zu bringen.“ (Seite 45)

Ergänzend zur Wissensbereicherung gibt es Anregungen zum praktischen Erleben, sei es durch Mikroskopieren oder durch ein einfaches Experiment, um die Oberflächen-spannung des Wassers sichtbar zu machen. Dazu gehört auch eine Anleitung zum Selberbauen von Pfützen, um der weitreichenden Bodenversiegelung und steril aufgeräumten Gärten konstruktiv und erfreulich selbstwirksam entgegenzuwirken.

Ein zweiseitiges Glossar am Ende des Buches erklärt alle Fachbegriffe (Biotop, Fotosyn-these, wechselwarm etc.), die im vorherigen Fließtext vorgekommen sind.

Dieses Sachbilderbuch bietet Kindern nicht nur ansprechendes, theoretisches Wissen, sondern öffnet den Blick für die Natur und das faszinierende Zusammenspiel ihrer Geschöpfe. Darüber hinaus weckt es ganz konkrete Entdeckerfreude.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.knesebeck-verlag.de/die_pfuetze/t-1/1041

Die Autorin:

»Dr. Angelika Huber-Janisch wuchs in einem kleinen oberbayerischen Dorf auf und lebt heute mit ihrem Mann in der Nähe von Landshut. Die Leidenschaft fürs Schreiben hat sie auch nach ihrem Biologiestudium nie losgelassen. Seit über 20 Jahren schreibt sie Artikel für verschiedene Zeitschriften. 2010 wurde sie mit dem Deutschen Preis für Naturjournalismus, Sonderpreis „Der Wilde Rabe“, für Veröffentlichungen in Kinder- und Jugendmedien ausgezeichnet.«

Die Illustratorin:

»Annette Zacharias lebt und arbeitet als freiberufliche Designerin in Berlin und an der Ostsee. Die beiden gegensätzlichen Orte inspirieren ihre Arbeit maßgeblich. Als Freelancerin sowie im Agenturalltag entstanden neben Illustration und konzeptioneller Entwurfsarbeit: Logos, Webseiten, CI, Storyboards, Fotografien, Bühnenbilder und klassische Produkte. Die Vermittlung von Gestaltung liegt ihr sehr am Herzen, ob für Studenten im Rahmen von Lehraufträgen oder als fächerübergreifende Projekte an Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen.«

… und was isst Du?

  • von Agnese Baruzzi
  • minedition, April 2024 www.minedition.com
  • 26 Seiten, mit abgerundeten Ecken
  • Format: 17 x 17 cm
  • durchgehend farbig, mit Lochstanzungen
  • 14,00 € (D), 14,40 € (A)
  • ISBN 978-3-33934-214-3
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren

What Do You Eat_Cov_x.indd

LEICHTE  KOST

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Anders als bei der klassischen „Kleinen Raupe Nimmersatt“ futtert sich in diesem Bilder-buch keine Raupe durch eine ebenso umfangreiche wie abwechslungsreiche Nahrungs-palette, sondern verschiedene Tiere naschen jeweils nur von einem Nahrungsmittel.

Dabei sehen wir zunächst auf der linken Doppelseitenhälfte ein Insekt, das fragt, wer denn da genascht habe, und auf der rechten Doppelseitenhälfte immer nur den ange-pickten Mais oder den angeknabberten Salat usw… Durch die eingestanzten Löcher läßt sich ahnen, wer da gefuttert hat. Wenn wir sodann umblättern, sehen wir, daß die Henne am Mais gepickt und die Schnecke vom Salat geknabbert hat. 

Nach diesem Schema wird vom Käse gebissen, an Karotten genagt und im Apfel gebohrt.
Und auf der letzten Doppelseite mampft ein Kind sein Müsli und wünscht sich zusätzlich all die leckeren Nahrungsmittel, die zuvor vorgestellt wurden. Der nahrungsgesunde pädagogische Imperativ ist zwar nicht zu überhören, gleichwohl dürfte es kleinen Kindern Spaß machen, durch die Lochstanzungen zu linsen und zu erraten, wer was gefuttert hat, und nach dem Umblättern die Bestätigung zu bekommen, daß sie – hoffentlich – richtig geraten haben.

Die kunterbunten, flächigen Illustrationen eignen sich gut für kleine Kinder und für eine erste spielerische Thematisierung von Lebensmitteln sowie von tierischen und mensch-lichen Eßgewohnheiten.

„… und was isst Du?“ bietet leichte Bilderbuchkost für kleine Kinder mit gesundem Appetit.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.minedition.com/books/detail/1280?country_id=1

Die Autorin und Illustratorin:

»Agnese Baruzzi stammt aus Bologna, wo sie heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie studierte Grafik Design an der Universität von Urbino. Seit 2011 konzipiert und illustriert sie Kinderbücher u.a. auch für die minedition.«

Bär ist nicht allein

  • Text von Marc Veerkamp
  • Illustrationen von Jeska Verstegen
  • Originaltitel: »Beer is nooit alleen«
  • Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
  • Verlag Freies Geistesleben, August 2023  www.geistesleben.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • Format: 28,6 x 24,3 cm
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • ISBN 978-3-7725-281-9
  • Bilderbuch ab 5 Jahren

Bär ist nicht allein Titelbild
VOM  MISSKLANG  ZUM  EINKLANG

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Ein Bär spielt im Wald Klavier, und alle Tiere hören seinem schönen Spiel aufmerksam zu. Keiner bemerkt indes, daß der Bär müde wird, gähnt und sich danach sehnt, sich auszuruhen und dem Wind zu lauschen.

Er spielt ein letztes Lied und klappt den Klavierdeckel zu. Doch sein Publikum ist damit gar nicht einverstanden und schreit „Mehr, mehr, Pianobär!“. Da sie ihn mit ihren for-dernden Rufen verfolgen und einfach nicht in Ruhe lassen wollen, gibt der Bär schließ- lich ein LAUTES Bärengebrüll von sich, und die Tiere verkrümeln sich beleidigt-murrend im Wald.

Bär ist nicht allein Titelbild. spielend png

Illustration von Jeska Verstegen © Verlag Freies Geistesleben 2023

Der Bär entspannt sich nun und genießt die Ruhe. Nur das stille Zebra ist noch da und bietet ihm als Dank für sein Klavierspiel an, etwas aus seinem Buch vorzulesen. Zu- nächst antwortet der Bär, er wolle einfach nur allein sein, und das Zebra zieht sich zurück. Doch dann besinnt sich der Bär und erkennt, daß das Zebra anders als die anderen ist, und er bittet das Zebra, ihm doch Gesellschaft zu leisten. Und so sitzen sie  dann zusammen alleine, und das Zebra liest dem Bären im Mondschein aus seinem kleinen roten Büchlein vor.

Bär ist nicht allein Titelbild. mit Zebra png

Illustration von Jeska Verstegen © Verlag Freies Geistesleben 2023

Der Bär in dieser Bilderbuch-Geschichte hat ein musikalisches Talent, und dies wird auch gewürdigt; aber er selbst als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen wird keineswegs wahrgenommen. Sein Publikum will offenbar einfach nur bespielt und unterhalten wer-den, ohne selbst etwas zu geben. So entsteht ein Ungleichgewicht und verständlicher-weise muß sich der Bär zurückziehen und ausruhen.

Die außergewöhnlichen Illustrationen von Jeska Verstegen  geben der Geschichte ein ausdruckvolles Bühnenbild. Die Farbpalette besteht nur aus Schwarz-weiß-Kontrasten akzentuiert von roten Tupfen in Form  von vereinzelten roten Blüten, Blättern, Fliegen und dem roten Büchlein des Zebras. Die farbliche Reduktion betont Formen und Kon-turen und gibt den Bildern eine intensive graphische Dynamik. Die bedrängende, un-ruhige Masse des tierischen Publikums wird – übrigens auch typographisch – ebenso anschaulich eingefangen wie das entspannte stille Alleinsein und das spätere harmo-nische Zuzweitsein. Ein schönes, buchstäbliches Detail sind die Zebrastreifen des Zebras, auf denen Zeilen des Bilderbuchtextes wiederholt werden.

Bär ist nicht allein Mondscheinharmonie_04

Illustration von Jeska Verstegen © Verlag Freies Geistesleben 2023

Das Bilderbuch „Bär ist nicht allein“ zeigt, wie berechtigt und wichtig es ist, sich gegen maßlose Erwartungshaltungen und Forderungen zu wehren, und daß es angemessen, ja, selbstfürsorglich ist, sich auch mal freizubrüllen und anderen die eigenen Grenzen auf- zuzeigen. Ermutigend ist hier zudem, daß der Bär, der sich unverstanden fühlt, schließ- lich doch ein einfühlsames Mitlebewesen trifft und wieder für einen ihm gemäßen, wohltuenden Kontakt aufgeschlossen ist.

Hier entlang zum Buch und zur Betrachtungsprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Buecher-die-mitwachsen/Bilderbuch/Baer-ist-nicht-allein.html

Der Autor:

»Marc Veerkamp, 1971 in Alkmaar geboren, wusste schon als kleiner Junge, dass er Schriftsteller werden wollte. Er begann als Journalist und spezialisierte sich auf pädagogische Themen. Im Lauf seiner Karriere verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Belletristik. Heute arbeitet Marc Veerkamp hauptsächlich für Film, Fernsehen und Theater – und schreibt nebenher Bücher. „Bär ist nicht allein“ ist das erste gemeinsame Bilderbuch mit der Illustratorin Jeska Verstegen. Während er die richtigen Worte fand, hat sie kongeniale Bilder dafür geschaffen.«

Die Illustratorin:

»Jeska Verstegen wurde 1972 in Delft geboren. Als sie klein war, liebte sie nichts mehr, als zu zeichnen, zu fantasieren und sich in ihrer eigenen Traumwelt zu verlieren. Verstegen machte eine Ausbildung zur Webzeichnerin und illustriert seit 1990 Kinder-bücher. Neben ihrer zeichnerischen Arbeit schreibt sie auch.
www.jeskaverstegen.nl «

Der Übersetzer:

»Rolf Erdorf, geboren 1956, studierte Romanistik, Germanistik und Niederländische Philologie und arbeitete im Anschluss einige Jahre als freier Journalist für den niederländischen Rund- funk. Seit 1989 ist er hauptberuflich niederländisch-deutscher Übersetzer mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Für seine Übersetzungen aus der niederländischen Kinder- und Jugendliteratur erhielt er mehrere Preise, darunter den renommierten niederländischen Martinus Nijhoff Prijs sowie den Deutschen Jugend- literaturpreis und den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.«

Mausemüde

  • Das Gute-Nacht-Ideen-Buch
  • für müde Mäusekinder und kluge Euleneltern
  • Text von Bernadette Fennand
  • nach einer Idee von Alva Lammers
  • Illustrationen von Peter Burnett
  • BOHEM Press GmbH AG, 5. Auflage 2020 www.bohem.ch
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • mit Eulentäschchen aus Stoff am Lesebändchen
  • 24 Seiten
  • Format:  19 x 25 cm
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A), 17,90 sFr.
  • ISBN 978-3-­85581-­535-­7
  • Bilderbuch ab 3 Jahren


SCHLAFLOSE  MÜDLINGE

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Die Sonne geht unter, und es ist Schlafenszeit. Matti Maus sitzt auf dem Bett in seinem gemütlichen Mausekinderzimmerchen und kann einfach nicht einschlafen, obwohl er wirklich mausemüde ist.

Kurzentschlossen sucht er Rat bei Ella Eichhorn. Doch auch Ella Eichhorn ist schlaflos und hörnchenmüde. Nun machen sich die beiden hörnchenmausemüde auf den Weg, um den Hasen Hans nach einem Einschlafrezept zu fragen. Hase Hans kann jedoch auch nicht einschlafen. Und so fragen sie hasenhörnchenmausemüde weiter nach Einschlaf- rat bei Wildschwein Wilma und Hieronymus Hirsch. Doch alle befragten Tiere können gerade trotz offensichtlicher Müdigkeit ebenfalls nicht einschlafen.

Mausemüde Waldweg

Illustration von Peter Burnett © BOHEM Press AG 2014

Die Laus Lola empfiehlt den schlaflosen Müdlingen, sich bei der klugen Eule Else nach einer brauchbaren Gute-Nacht-Idee zu erkundigen. Die Eule wird aufgesucht, hört sich das Anliegen der hirschschweinhasenhörnchenmausemüden Tiere an und hat in ihrer Eulentasche eine weise einschlaffördernde Idee… Eine solche Eulentasche ist am Lesebändchen des Bilderbuches befestigt.

Diese Gute-Nacht-Idee ist nun allerdings buchstäblich die kreative Aufgabe der vorlesen-den Eltern und kann ganz individuell gestaltet werden. Die letzte Doppelseite bietet einige Eulentaschen-Ideen, die ohne Vorbereitung funktionieren, wie beispielsweise allen Menschen, denen man im Laufe des Tages begegnet ist, Gute Nacht zu sagen, ein Abendlied zu singen oder das Kind dazu anzuregen, sich einen schönen Traum auszu-suchen.

Hinzu kommen Anregungen, die man vorbereiten sollte, wie z.B. eine Wärmflasche oder eine kleine Streichelmassage oder kleine Geschenke, z.B. ein Leuchtstern für die Zim-merdecke oder ein Naturfundstück, etwa eine Feder, eine Muschel oder ein Stein, zu dem sich die Eltern jedoch vorher oder – bei entsprechendem Erzähltalent – auch spontan eine Geschichte ausdenken. Den Eulenrat, den Sie für Ihr Kind ausgewählt haben, notieren oder zeichnen Sie auf einen Zettel, und diesen legen Sie in das Eulentäschen…

Sie sehen also: Dieses Gute-Nacht-Bilderbuch funktioniert nur durch Ihre Mitwirkung, liebe Eltern! Dafür können sie das Gute-Nacht-Ritual gewissermaßen für Ihr Kind maß-schneidern und auch der jeweiligen Stimmung oder aktuellen Lebenssituation anpassen.

Illustration von Peter Burnett © BOHEM Press AG 2014

Die Illustrationen von Peter Burnett zeigen sehr behagliche, warmausgeleuchtete Interieurs mit putzigen Details. So hängt im Mausekinderzimmer ein Mobile aus Käse-stückchen, und der Hase hat möhrenförmige Spielzeugautos.

Der Erzähltext von Bernadette Fennand ist leicht und eingängig. Vielleicht entfalten die melodischen Namensalliterationen der Tiernamen sowie die häufige Wiederholung des Wortes „müde“ beiläufig ebenfalls eine suggestiv einschläfernde Wirkung.  

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.bohem.ch/katalog/mausemuede/

Die Autorin:

»Bernadette Fennand, geb. 1976, studierte Design und Medienkunst. Neben langjährigen Arbeiten für Agenturen und Verlage, schrieb und konzipierte sie viele Geschichten, vor allem für ihre Tochter, die an einem schlaflosen Abend die Idee zu „Mausemüde“ hatte.«

Der Illustrator:

»Peter Burnett, 1976 in Deutschland geboren, wuchs an mehr als 20 Orten in England und Deutschland auf. Sein wahres Zuhause war stets die Natur, die ihm ein ständiges Vorbild für sein künstlerisches Schaffen bot. Er studierte Bildende Kunst und arbeitete mit unterschied- lichsten Darstellungstechniken von Experimentellem Film bis hin zu klassischer Malerei.«

Das Lied des Stars

  • Text und Illustration von Octavie Wolters
  • Originaltitel:»Het lied van de spreeuw«
  • Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
  • Verlag Freies Geistesleben, Februar 2023 www.geistesleben.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 33,7 x 24,2 cm
  • 32 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,600 € (A)
  • ISBN 978-3-7725-3117-0
  • Bilderbuch ab 5 Jahren und darüber hinaus für jedes weitere Alter

Das Lied des Stars Titelbild 2
N A T U R G E S A N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das Bilderbuch „Das Lied des Stars“ beginnt mit dem Flug eines Stars und seiner Perspektive auf das Land. Er ist von Freude erfüllt über die vielfältige Schönheit der Landschaftsformen, Elemente und Naturerscheinungen, und er beschließt, ein Lied über seine Wahrnehmungen zu singen – und zwar „ein Lied, wie schön alles ist, wenn man so hinschaut wie ich“.

Er trifft verschiedene Tiere und erzählt ihnen von seinem  Vorhaben. Jedes Tier erinnert ihn an weitere Naturschönheiten, die er ebenfalls in sein Lied aufnehmen solle. Der Specht erwähnt die Bäume, die Eule die vielfarbige Dunkelheit der Nacht, der Eisvogel spricht vom Wasser, das Rotkehlchen von den Blüten und ihren Stimmen, die anderen Stare schwärmen vom Einssein im Schwarm usw.

Das Lied des Stars Innenabbildung mit Eule

Illustration von Octavie Wolters © Verlag Freies Geistesleben 2023

Schließlich fügt der Star seine eigenen Empfindungen und die Anregungen der anderen Mitgeschöpfe zu einem Lied zusammen und singt dieses Lied – auch für uns, wenn wir lauschen wollen oder vielleicht sogar mitsingen.

Dieses Bilderbuch besingt in Wort und Bild die Natur und das Leben. Octavie Wolters‘ Text ist leise und doch eindringlich. Mit wenigen naturpoetischen Zeilen erzeugt sie eine Stimmung zärtlicher Naturbetrachtung und dankbarer Würdigung. Ihre kunstvollen Linoldruck-Illustrationen heben durch die grafischen Schwarz-weiß-Kontraste die Formschönheit der einzelnen Tiere und Pflanzen besonders hervor.

Das Lied des Stars Innenabbildung

Illustration von Octavie Wolters © Verlag Freies Geistesleben 2023

„Das Lied des Stars“ ist ein meditatives Bilderbuch, das poetisch-naturverbundene Kinder ansprechen wird, aber es ist auch eine Lese- und Betrachtungseinladung für Erwachsene, die sich gerne auf die lebendige Schönheit der Natur zurückbesinnen mögen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.geistesleben.de/Buecher-die-mitwachsen/Bilderbuch/Das-Lied-des-Stars.html
Und hier bekommen wir ein kleinen sehenswerten Einblick in Octavie Wolters Handwerkskunst: https://www.youtube.com/watch?v=8Un6Bqx7oxc

Die Autorin und Illustration:

»Octavie Wolters wurde 1977 in Sint Odiliënberg in der niederländischen Provinz Limburg geboren und studierte Rechtswissenschaften, Niederländische Sprache und Literatur. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin (ihr Romandebüt ›Voorland‹ erschien 2016) arbeitet sie als bildende Künstlerin und liebt hierbei den Linol- und Holzschnitt und das Illustrieren von Natureindrücken. Ihr Buch ›Het lied van de spreeuw‹ / ›Das Lied des Stars‹ stand auf der Longlist des World Illustration Award 2022, gewann einen Silbernen Pinsel und war für den Jan Wolkers-Preis 2022 für das beste Naturbuch der Niederlande nominiert. www.octaviewolters.nl«

Die Übersetzerin:

»Eva Schweikart absolvierte eine Übersetzerausbildung und arbeitete zunächst etliche Jahre im Lektorat eines Verlages, bevor sie sich 1997 als Literaturübersetzerin aus dem Niederländischen und Englischen selbstständig machte. Seither hat sie über 100 Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur sowie Sachbuch übersetzt. 2010 war sie mit ›Chatroom-Falle‹ (Loewe-Verlag) zum Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, für ihre Übersetzung von ›Emilia und der Junge aus dem Meer‹ (Thienemann Verlag) erhielt sie 2019 den Christoph Martin Wieland-Übersetzerpreis. Eva Schweikart lebt in Hannover. www.eva-schweikart.de «

Wer schläft, wer wacht in der Nacht?

Wer schlaeft, wer wacht in der Nacht 4MB

A N D E R S S C H L Ä F E R

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Viele Tiere haben gänzlich andere Schlafbedürfnisse und -Gewohnheiten als wir Menschlein. Eine kleine Auswahl solcher Andersschläfer werden in „Wer schläft, wer wacht in der Nacht?“ vorgestellt.

Einige Tiere wie beispielsweise Luchs, Uhu, Biber, Koboldmaki, Flußpferd und Tiger sind nachtaktiv und schlafen tagsüber, und andere wie beispielsweise Elefanten kommen mit nur zwei Stunden Schlaf in den frühen Morgenstunden aus. Die Gartenkreuzspinne döst und schläft, während sie darauf wartet, daß sich Beute in ihrem Netz verfängt. Giraffen wiederum verbringen einen Teil der Nacht aktiv und einen Teil schlafend.

Wale und Delphine pflegen den sogenannten „Halbseitenschlaf“. Da sie zum Atmen immer wieder auftauchen müssen, bleibt stets eine Gehirnhälfte wach und überwacht gewissermaßen die schlafende Hälfte. Man kann die aktuelle Schlafseite am geschlos-senen Auge erkennen. Der Pottwal schwebt zudem im Schlaf senkrecht im Wasser.
Kraken verändern im Schlaf ihre Hautfarbe, was vermutlich ihre Traumgefühle spiegelt. Fregattvögel können sogar schlafend und träumend weiterfliegen…

_Wer schlaeft, wer wacht in der Nacht Krake

Illustration von Karolina Benz © Rotfuchs Verlag 2022

Doch neben den Besonderheiten des tierischen Schlafverhaltens werden auch allge- meine Informationen zur Lebensweise der vorgestellten Tiere und interessante Details zu ihren jeweiligen speziellen Fähigkeiten erzählt. So können Elefanten mit den Füßen hören, Uhus können lautlos fliegen, Biber bauen Staudämme, um den Eingang ihrer Biberburg  stets unter dem Wasserspiegel zu halten, und Orang-Utans sagen sich gegenseitig Gute Nacht.

Wer schlaeft, wer wacht in der Nacht Tiger

Illustration von Karolina Benz © Rotfuchs Verlag 2022

Die Wissensvermittlung erfolgt in einem sehr eingängigen, erzählerischen Plauderton mit kindgemäß anschaulichen Beschreibungen.

Die Illustrationen für dieses Bilderbuch wurden in nächtlichen Farbtönungen (blau, schwarz und mondlichtweiß) in Öl gemalt. Innerhalb dieser Farbpalette erscheinen durch entsprechende Schattierungen und Lichteffekte feine Details der dargestellten Tiere und Lebensräume. Die atmosphärischen Bilder sind von traumwandlerischer Schönheit und laden zum verweilenden Betrachten ein. Eine solch gelungene optische Einstimmung und illustratorische Dramaturgie trägt gewiß sehr dazu bei, daß mit diesem Sachbilderbuch neben kindlicher Schaulust auch kindliche Neu- und Wißbegier geweckt werden.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.rowohlt.de/buch/beatrix-mannel-wer-schlaeft-wer-wacht-in-der-nacht-9783499009051

Die Autorin:

»Beatrix Mannel arbeitete nach dem Abschluss ihres Theater- und Sprachwissenschaftenstudiums erst als Redakteurin und später als Autorin für Fernsehsender, Produktionsfirmen und das Radio. Heute schreibt sie Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Ihre Begeisterung für das Schreiben gibt sie auch in ihren Workshops weiter. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München. https://www.beatrix-mannel.de/ «

Die Illustratorin:

»Karolina Benz ist Malerin und Illustratorin. Ihre Bilder entstehen immer analog. Jede Malerei in diesem Buch ist ein Ölgemälde. Heute lebt sie tief im Wald und bleibt genauso wie die Gartenkreuzspinne und der Uhu gerne lange wach.«

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte

Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte

EINE  FICHTE  MIT  GESCHICHTE

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In diesem Bilderbuch erzählt uns eine Fichte ihren Lebenslauf. Diese Fichte wächst nicht so gradlinig, hoch und gleichmäßig wie die anderen sie umstehenden Bäume. Sie ist deutlich kleiner und etwas schräggewachsen und fühlt sich minderwertig.

Die Jahreszeiten wechseln, und eines Winters kommen Menschen in den Wald, um sich einen Weihnachtsbaum auszusuchen. All die schönen, hochgewachsenen Nachbar- fichten werden ausgewählt, gefällt und zum Weihnachtsfest mitgenommen. Nur die kleine, krumme Fichte bleibt ganz allein zurück, ist traurig und empfindet ihr Dasein als sinnlos.

Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte - Abholung anderer Bäume

Illustration von Yuval Zommer © Verlag arsEdition 2020

Doch am nächsten Morgen kommen die Tiere des Waldes, schmücken die kleine Fichte mit allerlei Federn, Blattgirlanden, Beeren und Nüssen und tanzen fröhlich um den Baum herum. So wird die kleine Fichte doch noch ein recht ansehnlicher Weihnachts- baum, und die Tiere leisten ihr feierlich und verspielt Gesellschaft und schlafen schließlich sogar in ihrer unmittelbaren Nähe ein.

Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte - Baumschmückung

Illustration von Yuval Zommer © Verlag arsEdition 2020

Wieder wechseln die Jahreszeiten; doch nun ist die Fichte nicht mehr einsam. Sie teilt ihr Leben mit der tierischen Nachbarschaft, und Vögel nisten in ihrem Geäst. Die kleine Fichte wächst und gedeiht und fühlt sich endlich im Einklang mit sich selbst.

Die Fichte erzählt ihre Geschichte in Ich-Form und in leichten, kurzen Reimfolgen. Die Illustrationen geben dem Erzähltext eine schöne waldige Naturkulisse mit jahreszeitlich passenden Farbstimmungen. Auf jeder Seite bietet sich die Gelegenheit, verborgene Tiere zwischen und in den Bäumen zu entdecken.

Auf einfache und sehr anschauliche Weise behandelt dieses Bilderbuch die Themen Individualität, Selbstakzeptanz und Zugehörigkeit. Die kleine Fichte hat ein nicht der üblichen botanischen Norm entsprechendes Äußeres und vergleicht sich mit den makel-losen und „besseren“ Nachbarbäumen. Immerhin ist positiv zu erwähnen, daß die anderen Bäume – im Gegensatz zu den oft leidigen Gepflogenheiten menschlicher Wesen – nicht abfällig auf die kleinen Fichte herabschauen.

Den Impuls zur Selbstakzeptanz setzen die Tiere des Waldes, welche ausgerechnet diese scheinbar „ungenügende“ Fichte für sich als Weihnachtbaum auswählen. Diese positive Spiegelung verändert die Selbstwahrnehmung der kleinen Fichte, und sie freut sich schließlich, im Kreise der Waldtiere ihren Platz einzunehmen und ganz natürlich in ihrer individuellen Daseinsform weiterzuwachsen.

Und wenn man es recht bedenkt, so gewinnt diese Fichte gleichsam als Zugabe ein wesentlich besseres, längeres und nachhaltiger beglückendes Leben als ihre „Schönheitskonkurrentinnen“.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.arsedition.de/produkt/der-weihnachtsbaum-den-niemand-wollte-9461

 

Der Autor und Illustrator:

»Yuval Zommer schloss das Royal College of Art mit einem Master in Illustration ab. Er arbeitete viele Jahre als Creative Director bei führenden Werbeagenturen, bevor er Autor und Illustrator hochgelobter Sachbuch-Titel wurde. Für seine Bücher erhielt er bereits viele Preise.«

Die Übersetzerin:

»Cornelia Boese studierte Musik und arbeitete als Opernsouffleuse, Kinderkonzert-moderatorin und Bühnenmusikerin an Theatern von Innsbruck bis Stockholm. Ihre Übersetzung einer verschollenen Salieri-Oper ins Deutsche machte sie auch als Autorin bekannt. Sie lebt als freischaffende Dichterin in Würzburg und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Gedichtbände in heiteren Versen für Kinder und Erwachsene.« http://www.boesesouffleuse.de/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/