- Text und Illustration von Lieve Baeten
- Deutsche Übersetzung von Angelika Kutsch und Anne Tüllmann
- Oetinger Verlag, 9. Auflage 2024 www.oetinger.de
- Sammelband aller 5 Bände der Kleinen Hexe
- gebunden
- Fadenheftungormat: 26,2 x 22,2 cm
- 158 Seiten
- 20,00 € (D), 20,50 € (A)
- ISBN 978-3-7891-0837-2
- Bilderbuch ab 3 Jahren

FÜR KLEINE HEXENKINDER
Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©
Dieser Sammelband enthält einen reichen Vorlese- und Betrachtungsvorrat, der von der beliebten kleinen Hexe Lisbet handelt, die von der Autorin und Illustratorin Lieve Baeten im Jahre 1992 mit dem ersten Band „Die neugierige kleine Hexe“ ins Leben gerufen wurde. Es folgten nach und nach weitere Fortsetzungen, und ich kann mich gut daran erinnern, wie gerne ich diese Bilderbücher in meiner aktiven Buchhändlerzeit empfohlen und verkauft habe.
Lisbet ist eine sympathische, aufgeweckte und lebenszugewandte kleine Hexe, mit der sich kleine Kinder leicht identifizieren können. Im ersten Band geht Lisbets Flugbesen bei einer ungeschickten Landung zu Bruch. Sie sucht verschiedene andere große Hexen auf, die ihr gerne ihre speziellen Zaubertalente vorführen. Aber die Musik-, Koch- und Schlafzauber eignen sich nicht zur Reparatur des Besens. Zum Glück findet sich schließlich eine Hexe, die sich auf Bastelzauber spezialisiert hat und Lisbets Besen nicht nur wieder heil macht, sondern zauberhaft raketenmäßig aufmotzt.
Im zweiten Band feiert die kleine Hexe Geburtstag und erlebt dabei zauberhafte Über-raschungen mit den großen Mithexen. Im dritten Band bekommt Lisbet Gesellschaft von Trixi, einem Hexenkind. Nachdem sie Trixi einige Märchen vorgelesen hat und im letzten Märchen von einem fliegenden Teppich die Rede war, beschließt Lisbet, einen fliegen-den Teppich herbeizuzaubern. Mit diesem Teppich fliegen sie den nächtlichen Himmel entlang und landen immer dort, wo sie ein Lichtlein leuchten sehen, und besuchen so einige interessante Hexen. Als sie sich aber verfliegen und verirren, kommt die Ballon-Hexe und bringt sie sicher wieder nach Hause zurück. Dort schlafen dann Lisbet, Trixi und Lisbets getigerte Katze gemütlich zusammengekuschelt ein.
Im vierten Band findet Lisbet einen kleinen roten Koffer vor ihrer Baumhaustür. Ihre Bemühungen, den Koffer mit einem Zauberspruch zu öffnen, führen zu diversen anderen Öffnungen und Turbulenzen, aber nicht zur Öffnung des Koffers. Die Reisehexe rät Lisbet zu warten, denn dieser Koffer sei wahrscheinlich nur für große Hexen und Lisbet sei noch nicht schlau genug dafür. Dies läßt Lisbet jedoch keine Ruhe, und es gelingt ihr endlich, das Schließ-Rätsel zu lösen. Der Koffer öffnet sich, und darinnen befindet sich eine Einladung in die Hexenschule.
Im fünften Band ist Lisbet mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt und paßt wieder auf das Hexenkind Trixi auf (Trixi ist nämlich die Nichte der Weihnachtshexe). Trixis Ver-spieltheit bringt jedoch Lisbets Baumschmückung durcheinander. Zum Glück klopfen einige Hexen bei Lisbet an, um sich aufzuwärmen. Die Besuchshexen beschäftigen sich mit der übermütigen Trixi, während Lisbet den Tannenbaum schmückt, Plätzchen backt und Lichter zaubert. So sitzen sie schließlich alle zusammen rund um den funkelnden Weihnachtsbaum und futtern leckere Kekse. Und von der Weihnachtshexe bekommt Lisbet selbstverständlich auch noch ein schönes Geschenk.
Diese Geschichten sind abwechslungsreich, heiter und sehr stimmungsvoll. Die drama-turgische Spannung bleibt kindlich übersichtlich und der Tonfall stets warmherzig. Der Phantasiereichtum Lieve Baetens zeigt sich besonders in den vielen, vielen liebevollen Details der Illustrationen. Mit dieser gemütlich-überbordende Fülle kann man Kinder vermutlich noch wesentlich länger visuell-entdeckend beschäftigen als mit der reinen Geschichtenvorlesung.
Die Illustrationen bieten eine gelungene Kombination aus kindlicher Verspieltheit und geheimnisvollem Zauber. Die Körpersprache und Mimik der hexischen und tierischen Mitspieler ist von lebhafter Ausdruckskraft. Als analoge Animation kommen noch einige halbe Aufklappseiten zur Szenenverwandlung, einige aufklappbare Türen, ein separater Brief und ein Aufklapposter hinzu. So läßt sich die Vorlesezeit ganz zauberhaft inszenieren und eröffnet Kindern einen reichhaltigen Phantasiespielraum.
Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Die Autorin & Illustratorin:
»Lieve Baeten (1954 – 2001) wurde in Zonhoven/ Belgien geboren. Sie studierte an der Königlichen Kunstakademie in Antwerpen und arbeitete anschließend für Werbeagenturen und Zeitschriften. Als sie eines Tages die Kinderbuchmesse in Bologna besuchte, wusste sie: Das ist es, was ich machen will. Von da an illustrierte sie ausschließlich Kinderbücher und -zeitschriften. Ihre größten Erfolge feierte sie mit ihren Geschichten rund um die „Kleine Hexe“. Sie erschienen in Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Korea und den USA. Als Lieve Baeten 2001 durch einen Unfall mitten aus dem Leben und ihrer kreativen Arbeit gerissen wurde, war der Text für eine geplante Fortsetzung der Geschichten um die kleine Hexe bereits geschrieben und es gab Skizzen sowie fertige Illustrationen. Lieve Baetens Sohn Wietse gelang es, aus dem bereits vorliegenden Material mit Hilfe von Computergrafik das Bilderbuch »Die schlaue kleine Hexe« fertig zu stellen. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, dass dieses Buch doch noch die Kinderhände erreichen sollte, für die es bestimmt war. Wietse Fossey wurde 1977 in Antwerpen geboren und hat Grafikdesign an der Karel de Grote – Schule studiert. Und so bezaubert die kleine Hexe Lisbet nach wie vor ihr Publikum, ob im Pappbilderbuch, im Bilderbuch, im Bilderbuchfilm auf DVD und in Beschäftigungsheften.«




