QWERT


  • erzählt und mit zahlreichen Illustrationen versehen von Walter Moers
  • PENGUIN Verlag, November 2025 www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
  • Erstauflage mit Kopffarbschnitt
  • 592 Seiten mit Lesebändchen
  • 70 s/w Abbildungen
  • 42,00 € (D), 43,20 € (A), 54,90 sFr.
  • ISBN 978-3-3288-604

QUERVERWEIS

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman:RUMO RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister Der Schrecksenmeister
7. ZAMONIEN-Roman: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
9. ZAMONIEN-Roman: Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Buch: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte, 20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren (PHANTASTIK, ROMAN) QWERT

Der Schrecksenmeister

  • Text und Illustrationen von Walter Moers
  • 5. ZAMONIEN-Roman
  • Penguin Verlag, Juli 2020  www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • 400 Seiten
  • mit über 100 Illustrationen
  • Format: 17  x 24 cm
  • 26,00 €
  • ISBN 978-3-328-60165-4


M Ä R C H E N K O S T

Rezension von Ulrike Sokul ©

Es wird langsam Zeit, daß ich die Rezensionslücken meiner ZAMONIEN-Lektüren schließe, und deshalb folgt nun endlich meine Besprechung des 5. ZAMONIEN-Romans von Walter Moers. Wer sich im literarischen Kosmos Zamoniens nicht auskennt, möge sich bitte durch die Lektüre meiner Rezension des ersten Zamonien-Romans Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär kundig lesen.

Walter Moers spielt gerne mit dem überlieferten Literaturschatz, und so ist dieser Roman eine moers-mythenmetzsche Variation der Novelle „Spiegel, das Kätzchen“ von Gottfried Keller. Der Autor selbst bezeichnet seinen Roman „Der Schrecksenmeister“ als „kulinarisches Märchen aus Zamonien“.

Die Geschichte spielt in der unheilsamen Stadt Sledwaya, die unter der bösartigen Herr-schaft des allseits gefürchteten Schrecksenmeisters Succubius Eißpin leidet. Dieser thront in seinem weitläufigen Schloß über der Ortschaft, und wenn er gerade keine Krankheiten verbreitet oder unschuldige Schrecksen bürokratisch drangsaliert, treibt er in seinem Laboratorium alchimistische Studien, kultiviert Katastrophenmalerei und präpariert die seltensten und gefährlichsten Kreaturen Zamoniens, die er dann dekorativ-abschreckend in seinen heimischen Gängen, Räumen und Mauernischen aufstellt. Außerdem sammelt Eißpin das extrahierte oder ausgekochte Fett zahlreicher zamonischer Geschöpfe, da er diese Fette für bestimmte alchimistische Prozeduren und zum Fixieren flüchtiger Stoffe wie beispielsweise Aurapartikel von Irrlichtern braucht.

Ein Krätzchen (eine zamonische Spielart der Katze, die alle Sprachen sprechen kann und über zwei Lebern verfügt) namens Echo lebt bei einer freundlichen alten Dame in Sledwaya. Nach dem Tode seines Frauchens wird Echo von den neuen Hausbewohnern auf die Straße gesetzt und steht kurz vor dem Verhungern. Während Eißpin mal wieder die Stadt heimsucht, findet er das jämmerlich abgemagerte Krätzchen und kommt mit ihm ins Gespräch.

Eißpin bietet Echo folgenden Vertrag an: Eißpin verpflichtet sich, Echo einen Monat lang bis zum nächsten Vollmond auf das Feinköstlichste zu verpflegen und auch für geistige und sonstige Unterhaltung zu sorgen, und das dadurch fettgewordene Krätzchen erklärt sein Einverständnis, nach Ablauf dieser Frist sein Leben und sein Körperfett Eißpin zu überlassen. Eißpin erklärt, daß  nur solcherart „freiwillig“ gespendetes Fett für alchimistische Verfahren geeignet sei.

Echo überlegt nur kurz, und nach Eißpins Erwähnung, daß er auch blühende Kratzen-minze zur Verfügung stelle, willigt das entkräftete Krätzchen in den Vertrag ein, und Eißpin trägt es schließlich in sein Schloß.

In der Tat verwöhnt Eißpin das Krätzchen mit phantastischen Speisen und Genüssen und verschafft ihm durch gelegentliche Metamorphische Mahlzeiten sogar faszinierende halluzinogene Erfahrungen als Lachs, Ledermaus und Dämonenbiene. Es kommen unglaubliche Delikatessen auf den Tisch, z.B. safranisierte Tomatenessenz, unsichtbarer Kaviar vom Tarnkappen-Stör und blauer Tee.

Neben sorgfältigst zubereiteten feinköstlichen Delikatessen füttert Eißin Echo zudem mit seinem ganzen alchimistischen Wissen, läßt ihn bei seinen Experimenten zuschauen, erlaubt ihm, seine Fachbücher zu studieren und erzählt ihm von der Jahrhunderte alten ebenso dramatischen wie wechselvollen Geschichte des Schlosses und seiner geheimnisvollen einstigen Erbauer. Sogar in sein ausgeklügeltes Sicher-heitsschlössersystem für seinen kostbarsten Besitz weiht er Echo ein. So erfährt Echo beispielsweise, wie man ein Unmusikalisches Schloss aus gejodeltem Stahl durch das unharmonische Vorspielen falscher Flötentöne öffnet.

Echo verfügt über ein fotografisches Gedächtnis und kann sich einfach alles unange-strengt merken, was sich im weiteren Verlauf der Handlung noch als sehr nützlich er-weisen wird. Eißpin ist in der Tat ein solch ausgezeichneter Gastgeber und freundlich-unterhaltsamer Lehrmeister, daß Echo fast vergißt, daß er diese genüßliche Lehrzeit beim nächsten Vollmond mit dem Leben bezahlen soll.

Während Echo nach und nach die zahlreichen Räume, Etagen und auch das verwinkelte Dach des Schlosses erkundet, lernt er einen Schuhu, namens Fjodor F. Fjodor kennen, der in einem der Kaminschlote haust. Dieser Schuhu beobachtet heimlich das Treiben Eißpins und hat einen amüsanten, silbenverdrehenden Sprechfehler bei Fremdwörtern. Das ist aber weder komzipliert noch eine Trögadie, wenn man das Zinprip erst einmal verstanden hat. Die beiden freunden sich an, der Schuhu reißt Echo aus seiner kulinarischen Trance und ermuntert ihn, einen Ausweg aus dem verhängnisvollen Kontrakt mit Eißpin zu finden.

Mehrere Fluchtversuche Echos schlagen fehl, und schließlich verbündet er sich mit der einzigen in Sledwaya verbliebenen Schreckse Inzanuela Anazazi, um Eißpin mit Hilfe eines Liebestranks unschädlich zu machen. Wie erfolgreich dieser Liebeszauber ist, dürfen Sie nun gerne selbst nachlesen…

Walter Moers serviert mit dem Roman „Der Schrecksenmeister“ ein spannendes Grusel-kabinett mit köstlicher Situationskomik, äußerst sinnenfroher Phantasie, dramatur-gischer Präzision und geistreichem Wort- und Dialogwitz. Die Figurenzeichnung ist sehr differenziert, und selbst der ausgekochte Bösewicht zeigt nicht ausschließlich Schatten-seiten. Es läßt sich eben nicht vermeiden, daß sich Eißpin und Echo unwillkürlich etwas näher kommen, und so lasse ich meine Rezension mit nachfolgendem anschmiegsamen Zitat ausklingen:

»Eißpin bewunderte besonders, wie Echo sich zum Schlafen bettete. Das war nicht ein-fach nur Hinlegen – es war eine tänzerische Huldigung an den Schlaf. Wenn die Zeit dafür gekommen war, begab das Krätzchen sich mit dem lässigen Gang eines Löwen, der zur Tränke geht, zu seinem Körbchen, stieg schnurrend hinein und stakste darin majestätisch im Kreis herum, um das Kissen platt zu trampeln. Echo streckte schamlos gähnend die Vorderläufe aus und dehnte den ganzen Körper, um ihn dann regelrecht dahinschmelzen zu lassen, ihn in einer einzigen fließenden Bewegung von aufreizender Langsamkeit an den Untergrund abzugeben.« (Seite 84)

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebeseite:
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Hier entlang zur Taschenbuchausgabe und zur Leseprobe:
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Hier entlang zum Hörbuch-Download und zur Hörprobe: Hörbuch: Der Schrecksenmeister

 

Der Autor:

»Walter Moers ist der Schöpfer des fantastischen Kontinents Zamonien und des dort lebenden Erfolgsschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz, dessen Werke er vorgibt seit 1999 ins Deutsche zu übersetzen. Dazu gehören u.a. »Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär«, »Die Stadt der Träumenden Bücher« und »Die Insel der Tausend Leuchttürme«. Er ist darüber hinaus der geistige Vater von Käpt´n Blaubär, dem Kleinen Arschloch, dem Alten Sack, von Adolf, der Nazisau, dem Fönig und vieler anderer populärer Charaktere. Moers ist eines der großen Multitalente sowohl als Zeichner als auch als Schriftsteller als auch als Drehbuchautor. Seine Auflagen gehen in die Millionen, die Filme nach seinen Büchern waren Blockbuster. Er hat den Grimme- und den Fantastik-Preis gewonnen und wird – weit über den deutschen Sprachraum hinaus – vom breiten Publikum ebenso geschätzt wie von den Feuilletonisten: für seine überbordende Fantasie, seine Fabulierkunst und seinen mal feinen, mal anarchischen Humor. www.zamonien.de «

Querverweis:

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO RUMO
7. ZAMONIEN-Roman: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
9. ZAMONIEN-Roman: Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Buch: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte, 20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren  QWERT

Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

  • Zwanzig zamonische Flabeln
  • von Hildegunst von Mythenmetz
  • übersetzt und illustriert von Walter Moers
  • 11. ZAMONIEN-Band
  • Hörbuch
  • ungekürzte Lesung von Andreas Fröhlich
  • der Hörverlag, September 2024 www.hoerverlag.de
  • Gesamtlaufzeit: 3 Stunden und 32 Minuten
  • 1 mp3-CD in Pappklappschuber
  • 28,00 €
  • ISBN 978-3-8445-5186-0

Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte-jpg
WERWOLF  ODER  WIEWOLF – DAS  IST  HIER  DIE  FRAGE

Rezension von Ulrike Sokul ©

Walter Moers spart auch bei den vergleichsweise kurzen zamonischen Flabeln keines-wegs mit dem Reichtum seiner unerschöpflichen Phantasie, geistigen Wendigkeit und virtuosen Wortverspieltheit. Die Flabel ist ein explizit und exklusiv zamonisches Literaturgenre. Wer mit dem zamonischen Kontinent und seinen eigenwilligen, phantastischen Daseinsformen noch nicht vertraut ist, möge sich bitte durch die Kenntnisnahme meiner Rezensionen der ersten beiden Zamonien-Romane entsprechend weiterbilden:
„Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
„Ensel & Krete“ Ensel & Krete

Die Flabel muß laut der zamonischen Literaturwissenschaft „immer mindestens sieben Schmunzler, drei Lacher und ein Scherzfinale enthalten“ (Seite 158). Bei einigen dieser Flabeln würde ich die Schmunzler zwar eher Gruseler nennen, dennoch ist die Auditüre überwiegend geistreich und amüsant.

Mit diesen Flabeln kleidet Walter Moers sehr unterhaltsam Erscheinungsformen des aktuellen Zeitgeistes und diverser Identitätsprobleme und Befindlichkeiten in die phan-tastischen Geschöpfe Zamoniens und fügt gekonnt Anspielungen auf – dem geneigten Zamonienkenner bereits bekannte – Figuren und Geschehnisse vorhergehender Zamonienabenteuer ein. Im Nachwort erklärt der Autor, daß er diese Modernisierungen vorgenommen habe, um den speziellen zamonischen Humor für heutige Leser ein-gängiger zu gestalten. Ein Schelm, wer sich etwas anderes dabei denkt.

So erhalten nesthockerische Kinder (hier in Gestalt von Vampirgeiern), die nicht flügge werden wollen, eine drastische Lektion in Selbstverantwortung, ein Trollbluthund schlägt aus der Art, entdeckt die Kratze in sich und wird von einem Schrecksenmeister durch Genomumwandlung in eine Kratze verwandelt, zwei ausgebeutete Paketboten (ein Biber und ein Kristallskorpion) finden zu einer vorübergehenden Kooperation, die dann leider doch dem Konkurrenzgeist erliegt usw…    

Mit der Flabel „Die fleischfressende Pflanze, die sich vegetarisch ernähren wollte“ ver-pflanzt der Autor auf augenzwinkernde Weise aktuelle Ernährungstrends in die zamo- nische Kulisse. Die vielstimmigen Kommentare von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Steinen zum Thema Ernährung sind einfach köstlich und ziehen all die verbreiteten Ernährungs- philosophien und Nahrungsüberempfindlichkeiten sehr heiter durch den Kakao.

In der Flabel „Die vier Musiktiere“ lernen wir völlig neue Musikinstrumente kennen, beispielsweise die Erdnussgitarre, die Mandelmandoline, die Walnusstrommeln, den Kastanienbass und das Raupenakkordeon. Die Musiktiere sind eine Arbeitsbiene (Harry), eine Dämonenwespe (Larry), eine Dickhummel (Barry) und ein Glühwürmchen (Gringo). Wir nehmen Anteil an ihrer musikalischen Entwicklung und ihrem Rausch- mittelkonsum (Harmonischer Harfenhanf und Belcantonisches Bilsenkraut) und ihren Hits wie „Chlorophyll Garden“, „Hey Mister Bumblebee, bumble with me!“ und „Diese Fühler sind zum Fühlen“. Die spielerischen Anklänge an bekannte musikalische Ohrwürmer sind nicht zu überhören.

Besonders anrührend ist die letzte Flabel, in der ein Buchling nach einer universellen Sprache sucht, die alle unmittelbar verstehen können. Dazu wählt er keine gesproch- enen Worte, sondern mimisch-gestische Ausdrucksmöglichkeiten, von denen er sich verspricht, daß sie auch von anderen Daseinsformen verstanden werden. Mutig verläßt er seine geschützte Grotte und seine Artgenossen und macht sich auf den Weg, seine neue Sprachidee in die weite Welt Zamoniens zu tragen.

Er begegnet zunächst einem Bücherjäger und zwei rostigen Gnomen (also durchaus gefährlichen Daseinsformen), denen er mit der Geste „Ich komme in Frieden!“ entgegen-tritt. Nach anfänglichen lustigen Mißverständnissen kommt es tatsächlich zu einver- nehmlicher Konversation, und sowohl der Bücherjäger als auch die rostigen Gnome greifen mit Interesse die schöne Idee des kleinen Buchlings auf und nehmen gerne ein Exemplar seines Wörtergestenmanuskripts in Empfang. Die dritte Begegnung endet allerdings nicht so erfreulich; manche Spezies haben eben weder Sinn noch Sinne für große neue Ideen.

„Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte“ serviert auf dem Silbertablet der Hör-CD das mythenmetz-moers-typische abwechslungsreiche und phantasievolle Panoptikum, dramaturgische Präzision, filmreife Dialoge und geistreiche Wortspiele sowie einige neue Namensanagramme zum findigen Austüfteln, kombiniert mit hintersinnigen Bezügen auf die Gegenwart.

Andreas Fröhlich vermag es auch in dieser Vorlesung, all den auftretenden vielfältigen Geschöpfen und Charaktereigenschaften eine stimmlich differenzierte, sehr individuelle Note mit situationsbezogenen emotionalen Schattierungen zu geben. So spricht er ein ebenso überzeugendes Rüsselnasal wie ein kindlich-staunendes Halbtagsfliegisch, ein höhnisches Dummwölfisch, ein gewähltes Schlaufüchsisch sowie die mechanisch-metallische Zahlensprache der rostigen Gnome und diverse eloquent-empfindsame Pflanzenstimmen.

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe:
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Hier entlang zur Buchausgabe: BUCHAUSGABE Penguin Verlag: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

Der Autor:

»Walter Moers ist der Schöpfer des fantastischen Kontinents Zamonien und des dort lebenden Erfolgsschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz, dessen Werke er vorgibt seit 1999 ins Deutsche zu übersetzen. Dazu gehören u.a. »Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär«, »Die Stadt der Träumenden Bücher« und »Die Insel der Tausend Leuchttürme«. Er ist darüber hinaus der geistige Vater von Käpt´n Blaubär, dem Kleinen Arschloch, dem Alten Sack, von Adolf, der Nazisau, dem Fönig und vieler anderer populärer Charaktere. Moers ist eines der großen Multitalente sowohl als Zeichner als auch als Schriftsteller als auch als Drehbuchautor. Seine Auflagen gehen in die Millionen, die Filme nach seinen Büchern waren Blockbuster. Er hat den Grimme- und den Fantastik-Preis gewonnen und wird – weit über den deutschen Sprachraum hinaus – vom breiten Publikum ebenso geschätzt wie von den Feuilletonisten: für seine überbordende Fantasie, seine Fabulierkunst und seinen mal feinen, mal anarchischen Humor.«

Der Vorleser:

»Andreas Fröhlich, bekannt geworden durch seine Rolle als Bob Andrews in „Die drei Frage-zeichen”, ist auch als Synchronsprecher (John Cusack, Edward Norton und Gollum aus „Der Herr der Ringe”) sehr erfolgreich. Für Random House Audio hat er alle vier Teile der „Eragon-Saga“ eingelesen.«

Querverweis:

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister
Der Schrecksenmeister
7. ZAMONIEN-Roman: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
9. ZAMONIEN-Roman: Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren  QWERT

Die Insel der Tausend Leuchttürme

  • Roman
  • von Walter Moers
  • 10. ZAMONIEN-Roman
  • der Hörverlag, September 2023   www.hoerverlag.de
  • Vollständige Lesung  von Andreas Fröhlich
  • 3mp3-CDs
  • in Pappklapp-Schuber
  • Gesamtlaufzeit: ca. 21 Stunden, 22 Minuten
  • 42,00 € (D), 43,20 € (A), 54,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-2971-5

Die Insel der Tausend Leuchttuerme von Walter Moers

D O N N E R K I E L  &  W O L K E N B R U C H
oder: FEUERWERK  DER  PHANTASIE

Hörbuchbegeisterung von Ulrike Sokul ©

Vorwort zur Rezension:

Wer mit den Besonderheiten des zamonischen Kontinents und dem Werdegang von Hildegunst von Mythenmetz noch nicht vertraut ist, möge sich bitte unter den nach-folgenden Links in Hinblick auf diesen eigenwilligen, wunderbar-phantastischen literarischen Kosmos kundig lesen:
„Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
„Ensel & Krete“ Ensel & Krete
„Der Bücherdrache“ Der Bücherdrache

Denn die Erlebnisfülle des aktuellen Romans bzw. Hörbuchs beansprucht schon mehr als genug Raum, selbst für die von mir für diese Rezension nur streiflichternd zusammenge-faßten inhaltlichen und stilistischen Orientierungspunkte.

Rezension:

Hildegunst von Mythenmetz ist ein bekannter Dichter von der Lindwurmfeste, der Heimat der zamonischen Spezies der aufrecht gehenden Lindwürmer bzw. Bergsaurier, und er hat neben recht genüßlichen, sehr literarischen und bibliophilen auch ausge- prägte hypochondrische Neigungen. Seine Leidenschaft für alte Bücher (siehe „Die Stadt der träumenden Bücher“ https://www.penguin.de/Buch/Die-Stadt-der-Traeumenden-Buecher/Walter-Moers/Penguin/e565202.rhd) wird von einer lästigen Allergie gegen Bücherstaub beeinträchtigt, und auf Anraten seines Hausarztes reist er nach Eydernorn, um seine Beschwerden nicht zu verschleppen, sondern endlich auszukurieren.

Eydernorn ist eine Insel im zamonischen Ozean, und sie hat wegen ihrer vielen Leucht-türme den ruhmreichen Beinamen „Die Insel der Tausend Leuchttürme“. Die Insel ist bekannt für ihre besonders gute, heilsame und salzhaltige Luft, aber auch berüchtigt für rauhes, extrem windiges Wetter und eine nicht ungefährliche Fauna und Flora. Die eydernornische Bevölkerung verfügt über eine weit überdurchschnittliche Lebens- erwartung und ein vorbildliches Gesundheitssystem, mit einer Spezialisierung auf die Heilung von Atemwegs- und Lungenerkrankungen.

Hildegunst versieht sich vor der Überfahrt nach Eydernorn mit diversen Mitteln gegen die von ihm befürchtete Seekrankheit und betritt mit mulmigen Gefühlen das Fährschiff „Quoped“, das ihn zur Insel der Tausend Leuchttürme bringen wird. Bereits diese Über-fahrt wird zu einem unerwarteten Abenteuer, denn das Schiff gerät in einen Jahrhun- dertsturm; alle Passagiere und sogar die Besatzung sind ebenso der Seekrankheit ausge- liefert wie dem Wüten des Sturmes. Nur Hildegunst steht felsen- nein, seefest an der Reling und entdeckt schließlich als Erster das Lichtspektakel der Leuchttürme von Eydernorn. Dies reanimiert nun auch die Seeleute zu neuer Tatkraft, und das sturmzerzauste Fährschiff erreicht schließlich den rettenden Hafen.

Nun kann der mythenmetzsche Kururlaub endlich beginnen. Um potenzielle Berührungspunkte mit gefährlichen Bakterien und Viren zu minimieren, bezieht Hildegunst kein Zimmer im Sanatorium, sondern in einem Hotel, so daß er nur für ärztliche Untersuchungen und Therapieanwendungen das auf einem Hügel gelegene Therapiezentrum für Atemwegserkrankungen aufsuchen muß.

Mit seinem Hotelzimmer trifft es Hildegunst sehr gut. Neben behaglicher Einrichtung, üppigem spirituösem Komfort (Rumbuddel) und nützlichen Schreibutensilien (Hotel-Briefpapier, wasserfeste Seemannstinte) befindet sich auf seinem Zimmer auch ein Terrarium mit einem Hummdudel. Hummdudel sind eine amphibische Spezies, die von Myhtenmetz als „Mischung aus Riesenschnecke, Nautilusmuschel, Seestern, Oktopus und Seeanemone“ beschrieben wird. Sie geben ein rhythmisches Hummen, Summen und Brummen von sich, das je nach Tonhöhe angeblich trockenes oder nasses Wetter vorherhummdudelt.

Hummdudel können mehrmals täglich ihr Geschlecht wechseln, und sie haben eine enorme Reproduktionsrate – eine von den harmloseren Forschungs-Erfahrungen, die Hildegunst im späteren  Verlauf der Geschichte noch machen wird, nachdem er ein Hummdudel, das ihm als Nachtisch serviert wird, selbstverständlich nicht verspeist, sondern adoptiert und zu seinem Hotelhummdudel ins Terrarium setzt. Diese harm- losen, musikalischen Geschöpfchen werden übrigens noch eine gewisse tragende Rolle spielen, die zu erlesen oder zu erhören ich gerne dem geneigten Publikum überlasse. Denn ich schweife gerade zu sehr ab ins Detail, was bei mir stets eine Folge oder eine sekundärliterarische Ansteckung mit der Lektüre und Auditüre von mythenmoers- metzschen Romanen ist.

Hildegunst hat sich vorgenommen, neben seinen Kuranwendungen die Insel zu erkunden und möglichst viele Leuchttürme zu besichtigen. Von seinem Arzt Doktor Tefrint De Bong, einem Molchling mit vier Armen, bekommt er außer Algen- und Dünenschlammwickeln, Gruppengurgeln mit Kampfersud, Hals-Nasen-Duschen mit Meerwasser sowie Taschentuchgymnastik noch den traditionellen Inselsport des Kraakenfiekens verordnet – das ist eine Art Strandgolf mit sehr speziellen Regeln.

Die Leuchtturmwärter auf Eydernorn haben nicht zu Unrecht den Ruf verschrobener, eigenbrötlerischer Verschlossenheit und kommunikativer Zurückhaltung. Es kostet Hildegunst durchaus Mühe und Frustrationstoleranz, bis er einige der Leuchttürme betreten darf und mit ihren Wärtern sprechen kann. Doch wenn die Kontaktaufnahme gelingt, erfährt Hildegunst bemerkenswerte Dinge über die Leuchtturmwärter, ihren persönlichen Lebensweg, ihre Erfindungsfindigkeit, die eydernorner Kulturgeschichte und ihr pragmatisches Verhältnis zu den extremen insularen Wetterbedingungen.

Ein Leuchtturmwärter hat beispielsweise zu einer liegenden Acht gefaltete, hallu- zinogene Landkarten mit hypnotischen Strukturen und Schnörkeln, optischen Illusionsillustrationen und poetischen Suggestionen erfunden, die imaginäre Trancereisen in beliebige Gegenden Zamoniens ermöglichen. Hildegunst macht mit einer solchen Karte die atemberaubende ebenso schöne wie schreckliche Erfahrung einer Reise in die Eydernormer Tiefsee und vergißt dabei fast das vereinbarte Reißleinen-Codewort, das ihn wieder aus der Trancereise zurückholt. Diese Szene ist wahrlich geeignet, den Hörer höchstselbst mit auf diese imaginative kartografische Reise zu nehmen.

Im Museum für Eydernornische Kultur erfährt Hildgunst – mehr als ihm lieb ist – von äußerst gefährlichen Meereslebewesen, die teilweise auch an Land kommen können, um Unheil zu verbreiten. Zwar sind viele dieser Meeresmonster und Giftfische inzwischen ausgestorben, aber eben nicht alle. Auch die ausführliche historische Dokumentation unglaublicher, ja lebensbedrohlicher Wetterphänomene trägt nicht zu seiner Beruhigung bei. Denn Hildegunst waren schon kurz nach seiner Ankunft auf Eydernorn die seltsamen Wolkenformation am Eydernorner Himmel aufgefallen. Die Wolken wirken bedrohlich-gestaltwandlerisch und erscheinen ihm fast wie lebendige Wesen.

Der intellektuelle Schöngeist Hildeguns ist keineswegs ein sportlicher Typ. Doch während seines Aufenthaltes auf Eydernorn ändert sich dies zu seinem eigenen Erstaunen. Der alltägliche spaziergängerische Umgang mit Wind und Wetter, der häufige Genuß des stärkenden „Orkanbrotes“ und die gute meersalzhaltige Luft verwandeln ihn in einen wesentlich zäheren und widerstandsfähigeren Lindwurm. Zu seiner nicht geringen Überraschung entpuppt er sich sogar als sensationelles Naturtalent im Kraakenfieken.

Während seiner touristischen Erkundungen beispielsweise bei der Besichtigung eines baufälligen Leuchtturmes oder eines Besuches der geheimnisvollen „Stadt ohne Türen“, die bei Flut unter Wasser steht, gerät Hildegunst immer wieder in äußerst dramatische Gefahren, aus denen er sich manchmal selbst retten kann, manchmal aber auch von anderen Wesen gerettet wird.

Nach und nach, je mehr die Leuchtturmwärter Hildegunst in ihre Geheimnisse und ihre wahre Aufgabe für Eydernorn einweihen, begreift er, daß seine Anwesenheit auf der Insel der Tausend Leuchttürme offenbar kein Zufall ist, sondern Bestimmung. Langsam dämmert ihn auch, warum grundsätzlich alle eydernorner Uhren auf fünf vor zwölf stehen geblieben sind und warum seine Messungen mit dem Nachtigallerschen Erdfieberthermometer stets steigende Temperaturen anzeigen. Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß Eydernorn eine Vulkaninsel ist?

Walter Moers‘ unerschöpfliche Phantasie beschert uns wieder und wieder ein über- quellendes Panoptikum interessanter, eigenwilliger Figuren, Lebensformen und Landschaften, und sein dramaturgisches Organisationstalent verbindet all diese minutiösen Details zu einer spannenden, stimmig zusammenhängenden Erzählung, die zudem oft ganz köstlich humorvolle Saiten hat. Auch diverse anagrammüsante Namens- rätsel buchstabiert er uns wieder vor. Rätseln Sie mal spaßeshalber – ohne im Internet in eine Anagrammaufschlüsselungsliste zu linsen – die Namensanagramme „Yahudir Odenvather“ und „Dr. Albirich Stohbenhocker“ auf.

Zählen wir nur einmal Hildegunsts Begleitpersonal auf: Da wären die arbeitsamen moosbärtigen Küstengnome, die sich mit lebenden Tätowierungen schmücken, die vier-händigen Molchlinge, die wegen ihrer Vierhändigkeit besonders geschickte Chirurgen und Handwerker sind und die bei Verlegenheit nicht erröten, sondern ergrünen, Frosch- linge, Schweinlinge, Grünwaldzwerge, Nattifftoffen, Lurchleute, Unkeriche, Salaman- dinen und Schildkröter. Hinzuzuzählen sind die unter Naturschutz stehenden flugun- willigen, aufdringlichen und gefräßigen Vögel namens Strandlöper sowie der geheim- nisvolle Meeresdämon Quaquappa. Die eydernorner Botanik schmückt sich mit maritimen Gewächsen wie Korallenmoos, Muschelmimose und Salzkaktee, und auf den Muschelbänken wachsen Padparadschamuscheln, in denen anstelle von Perlen kostbare Saphire wachsen.

Hildegunsts Restaurantbesuch im „Fackelfisch“, dem Stammlokal der Leuchtturm- wärter, serviert eine solche Fülle an stimmungsvollen, meeresdekorativen Details und buchstäblichen kulinarischen Tiefseefischabenteuern, daß man alleine schon angesichts der originellen Speisekarte aus dem ebenso bewundernden wie belustigten Staunen für den maritimen, requisitatorischen Ideenreichtum des Autors nicht mehr herauskommt.

Dieses Stammlokal der Leuchtturmwärter ist mit einem geräuschdämpfenden, see- stern- und muschelgemusterten Teppich ausgelegt, die Wände zieren schimmernde Fischschuppentapeten und gerahmte alte Seekarten, und begleitet von dezenter Salzluftorgelmusik wird dort ein einmaliger Dünenwein serviert, der zuvor „jahrzehnte- lang in einer Meeresgrotte gelagert“ worden ist.

Wahrlich, ich bewundere die epische Präzision, dramaturgische Präsenz und das Feuerwerk der Phantasie, die hier bis ins winzigste Detail wortgewandt und stilvoll inszeniert werden!

Die abenteuerlichen Ereignisse auf der Insel der Tausend Leuchttürme werden vom Autor mit lebhaften hildegünstlichen, hypochondrischen Be- findlichkeiten und schriftstellerischer Selbstironie begleitet. Walter Moers entfaltet auch im 10. Zamonienroman unermüdlich seine geistreiche Fabulierlust, kreative Ausgelassenheit und feinsinnig-literarische Wortverspieltheit.

Maestro Moers-Mythenmetz verfügt über eine phantastische schrift- stellerische Darstellungskraft, deren evokative Sogwirkung sich mit dem imaginativen Magnetismus der halluzinogenen Kartografie durchaus messen kann. Ich empfehle bei zu großer Spannung und zu tiefem Leselauscheintauchen das Codewort „Hummdudel“, um wieder in die profane Wirklichkeit zurückzufinden.

Der Vorleser Andreas Fröhlich gibt allen Charakteren mit abwechslungs- reicher Tonlage und feinjustierter Variationsbreite stimmliche und emotionale Gestalt. Seine beachtlichen leseschauspielerischen Klang- schattierungen und Sprechmelodien meistern ebenso das joviale Plattdeutsch der eydernornischen Einheimischen wie das hochsprachliche Filigran des Hildegunst von Mythenmetz, und selbst gelegentlichem Atemwegsröcheln nebst Niesanfällen haucht er echtes Leben ein.

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zur Buchausgabe:
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Hier entlang zur Zamonienabteilung auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zu einem Interview mit Walter Moers zur Entstehung des Romans.
https://www.zamonien.de/aktuelles.php Dort findet sich auch die illustre Zeichnung eines Hummdudels.

Der Autor:

Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit den Romanen rund um Mythenmetz und den phantastischen Kontinent Zamonien weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Der Schrecksenmeister“, „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“, „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ und „Der Bücherdrache“ waren Bestseller.«

Der Vorleser:

»Andreas Fröhlich wurde 1965 geboren und hatte bereits mit sechs Jahren seinen ersten Hörspielauftritt. Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Bob Andrews für die Hörspielserie »Die drei Fragezeichen«. Andreas Fröhlich lebt in Berlin und arbeitet als Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher, Synchronregisseur sowie Dialogbuchautor.«

Querverweis:

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:
1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister Der Schrecksenmeister
7. ZAMONIEN-Roman: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
9. ZAMONIEN-Roman: Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Band: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte 
20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

Dunkelsprung

  • Vielleicht kein Märchen
  • von Leonie Swann
  • Hörbuch
  • vollständige Lesung
  • gelesen von Andrea Sawatzki
  • Der Hörverlag, 2014 www.hoerverlag.de
  • 1 mp3CD
  • in Pappklappschuber
  • Laufzeit ca. 11 Stunden, 26 Minuten
  • 9,99 € (D), 10,30 € (A), 14,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-1732-3

Dunkelsprung 2 Hörbuch

DIE  MÖGLICHKEITEN  DES  UNMÖGLICHEN

Hörbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Leonie Swanns schriftstellerische Spezialität ist es, sehr einfühlsam tierische Charaktere in menschliche Romanhandlungen einzufügen. Diesmal wirkt ein ganzer Flohzirkus mit sowie ein lebhaftes Panoptikum leibhaftiger Fabel- und Märchenmischwesen, mit unter-schiedlich ausgeformter Anpassungsfähigkeit an heutige Daseinsbedingungen.

Julius Birdwell betätigt sich schon seit seiner Kindheit als Flohdompteur. Er benutzt keine Tricks und keine Golddrähte zum Lenken, sondern kommuniziert auf tele-pathischem Wege mit seinen kleinen Artisten.

Julius entstammt einer Familie von Gaunern, und er kann Schlösser knacken und das von seinem Großvater überlieferte Prä-Einbruchsprotokoll („Observation, Dokumen- tation, Aktion“) befolgen, aber er hat nicht die Nervenstärke für eine kriminelle Karriere. Seine Angst bezieht sich nicht nur auf die verständliche Befürchtung  erwischt und bestraft zu werden, sondern auf eine tiefer liegende, irrationale Angst vor einer Bedrohung aus der Dunkelheit.

Seine Begeisterung für den Flohzirkus veranlaßte ihn dazu, statt einer Schlosserlehre eine Goldschmiedelehre zu absolvieren. Denn mit dieser feinen Schmiedekunst kann er passende Requisiten für seine Flohartisten und ihre Kunststücke anfertigen. Und mit seiner beiläufigen Spezialisierung auf Juwelenentfluchung hat er sich zudem einen einträglichen goldschmiederischen Geheimtip-Ruf erworben.

Julius schätzt Ordnung, Licht, Ruhe, Schönheit, grünen Tee und seine Flöhe. Die Flöhe tragen alle eigene Namen und werden von Julius sehr einfühlsam behandelt, was sie wiederum mit ganz besonders feinen artistischen Leistungen honorieren.

Von seiner Goldschmiedekunst kann Julius gut leben, doch leider lauern ihm immer wieder alte Gaunerkumpels seines verstorbenen Großvaters auf, die ihn zur Mitwirkung an ihrer „Arbeit“ überreden wollen. 

Nach einer solchen unerfreulichen Unterredung ist der furchtsame Julius so konfus und panisch, daß er beim Aufschließen seiner Wohnungstür seinen transportablen Floh- palast draußen stehen läßt. Der Nachtfrost bekommt den Flöhen gar nicht gut, und Julius stolpert nach diesem Mißgeschick gleich ins nächste Verhängnis und fällt von einer Brücke in die Themse.

Eine verführerische Nixe rettet ihn vor dem Ertrinken und nimmt ihm dafür das Ver-sprechen ab, ihre Schwester aus der Gefangenschaft eines geheimnisvollen alten Magiers zu befreien. Nun führt das Irrationale, eigentlich Unmögliche Regie in Julius‘ Leben, und das gefällt ihm zunächst gar nicht. Bei seinen widerwilligen, aber dennoch systematischen Recherchen findet er heraus, daß der Magier unter dem Namen Professor Isaac Fawkes außergewöhnliche Wunderkammervorstellungen anbietet, die man nur als geladener Gast besuchen kann.

Vor Fawkes Wohnungstür will Julius ordnungsgemäß das Prä-Einbruchprotokoll durch-führen, doch schon im Treppenhaus trifft er Elizabeth Thorn, die ihn eindringlich davor warnt, diese Tür zu öffnen.

Elizabeth ist sehr schön und sehr schnell, aber auch etwas unheimlich. Sie weiß viel über Isaac Fawkes und erklärt Julius, daß er diverse magische Wesen gefangen halte, sie ihm einst entkommen sei, und sie nun die Absicht habe, alle zu befreien. Nachdem Julius ihr gestanden hat, daß er eine Nixe befreien muß, faßt sie Vertrauen zu Julius und zeigt ihm ihre zuvor unter einer Wollmütze verborgenen gewundenen Hörner und reanimiert seine Flöhe.  

»Elizabeth marschierte in bester Fabelwesenfeldwebelmanier neben dem Sofa auf und ab. Sie hatte einen Kirschblütenzweig in der Hand und bewegte ihn beim Sprechen wie einen Dirigentenstab.« (Seite 219)

Nun sind sie schon zwei Verbündetet mit vierundreißig springlebendigen Flöhen, und es kommen weitere Mitstreiter hinzu. Da wäre noch Rose Dawn erwähnenswert, eine ältere Dame mit einer Schwanenfeder hinter dem Ohr und mit Zugang zu einem laby- rinthischen Wald, in dem sich ein Refugium für magische Wesen verbirgt. Außerdem schließt sich ihnen Frank Green an, ein messergewandter Privatdetektiv mit gespal- tener Persönlichkeit und dementsprechenden Konzentrationsstörungen, aber dafür mit einer sympathischen Aufgeschlossenheit für alles mögliche Unmögliche, wie beispiels–weise einen grünfelligen, gefräßigen Drachenschlüpfling, der sich ihm zutraulich anschließt.

Zwischen dem Jagen und Gejagdwerden bleibt tatsächlich noch Zeit für einige schöne Flohzirkusdarbietungen und sogar für heldenhaftes Flohverhalten im Kampf. Ermutigt von seinen Flöhen verliert auch Julius seine Angst und verwandelt sich im Verlauf der Geschichte ganz erstaunlich …

»Niemand ist einfach nur, was er ist, und niemand ist vollkommen das, was andere in ihm sehen. Wir sind alle etwas dazwischen.«  (Seite 71)

Die Autorin lädt den Leser bzw. Hörer in einen sehr atmosphärisch-geheimnisvollen Erzählraum ein, die stimmungssatten Szenerien wechseln zwischen Stadtkulisse, Wunderkammerspielen, Wildnisfluchten, Blätterflüstern und Blütenlächeln, Traum- phasen, köstlich selbstironischen Therapiesitzungen und durchaus charmanten Begegnungen. Der erzählerische Perspektivwechsel zwischen Menschen und Flöhen eröfftet eine interessante und erstaunlich reizvolle tierliche Wahrnehmungsebene.

Differenziert ausgearbeitete originelle Charaktere, abwechslungsreiche Szenenwechsel und Zeitsprünge, wortwitzig-schlagfertige düstere bis amüsante Dialoge und Betrach-tungen sowie unzählige phantasie- und humorvolle Einzelheiten verflechten sich zu einem komplexen, unterhaltsam-spannenden Textgewebe mit einer raffiniert durch- dachten dramaturgischen Choreografie und einer sehr großzügigen Portion Magie.

Die Vorleserin Andrea Sawatzki verschafft uns eine sehr angenehme Auditüre. Sie leseschauspielt virtuos alle Charaktere, Dialoge und Beschreibungen mit feinen Nuancen und unaufdringlicher Emotionalität.

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zur Buchausgabe und Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zu einem interessanten Interview mit der Autorin:
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Die Autorin:

»Leonie Swann wurde 1975 in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Englische Literaturwissenschaft in München und Berlin. Mit ihren ersten beiden Romanen »Glennkill« und »Garou« gelang ihr auf Anhieb ein sensationeller Erfolg: Beide Bücher standen monatelang ganz oben auf den Bestsellerlisten und wurden bisher in 25 Sprachen übersetzt. Leonie Swann lebt heute umzingelt von Efeu und Blauregen in England.«

Die Vorleserin:

»Die vielseitige Schauspielerin Andrea Sawatzki kam 1963 in Kochelsee/ Bayern zur Welt. Sie wurde in München an der Neuen Münchner Schauspielschule ausgebildet und hatte Engagements an verschiedenen Theatern, bevor sie in den 90er Jahren in TV- und Kino-produktionen mitspielte. In Mehrteilern und Serien, vorwiegend Krimis, ist sie seither auf dem Bildschirm präsent. 2002-2010 ermittelte sie als Charlotte Sänger für den „Tatort” in Frankfurt. Für den Tatort „Herzversagen” hat sie 2005 den Grimme-Preis erhalten. Seit ihrer erfolgreichen Lesung von Leonie Swanns Bestseller „Glennkill” gehört sie auch zu den beliebtesten Hörbuchsprecherinnen.«

Das Antiquariat der Träume

  • von Lars Simon
  • Roman
  • DTV Verlag, Mai 2020  www.dtv.de
  • gebunden
  • 320 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-423-21931-0

LITERARISCHE  HALLUZINATIONEN

Buchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

Im „Antiquariat der Träume“ geht es um wahre Liebe, unsterbliche Hoffnung und um die zeitlose Magie von Büchern und Geschichten sowie um die Einwirkungskraft von Büchern auf die Wahrnehmung und Gestaltung von Welt und Wirklichkeit.

Der Stockholmer Verleger Johan Andersson hat bei einem durch einen Orkan verursach-ten Schiffsunglück in der Ostsee die große Liebe seines Lebens verloren. Lina hatte Johan, der ein Liebhaber der Klassiker ist, kurz zuvor ein ganz besonderes Geschenk überreicht: eine handsignierte Erstausgabe der „Singoalla“ von 1864, die sie bei einem geheimnisvollen und schrulligen Antiquar erworben hatte. Dieser Roman von Viktor Rydberg ist ein berühmtes Werk der schwedischen Spätromantik. Kurz nach der Geschenkübergabe verlor Johan im panischen Durcheinander des leckgeschlagenen Schiffs Lina aus den Augen und das Buch aus der Hand.

Für Johan ist Linas Verlust Grund genug, in seinem Leben als Überlebender nun andere Schwerpunkte zu setzen. Er verkauft seine Anteile am Verlag, zieht sich aufs Land zurück und eröffnet im kleinen Örtchen Hedekas ein Antiquariat mit angeschlossenem Literaturcafé.

Er freundet sich mit dem örtlichen Pfarrer an, und Agnes, die früh verwitwete Schwester des Pfarrers, backt für Johans Café köstliche Kuchen und Torten mit wechselnden litera-rischen Motti, und sie hilft auch beim Bedienen aus. Eine gewisse freundschaftliche Ver-trautheit und Zuverlässigkeit bieten diese zwischenmenschlichen Kontakte; dennoch pocht die schmerzliche Leerstelle in Johans Herzen auch vier Jahre nach dem Verlust Linas weiter.

Immer wieder hatte Johan versucht, Angehörige von Lina zu finden, aber sie scheint nicht nur ertrunken zu sein, sondern auch nirgendwo hingehört zu haben. Seine Nach-forschungen zu Linas Identität führen jedoch zu keinem Ergebnis. So rätselt er weiterhin herum, hadert mit dem Schicksal und kann seine Sehnsucht nicht loslassen.

Trost und auch Inspiration bieten indes die Gespräche, die er mit den Figuren aus seinen Lieblingsbüchern führt. Diese Figuren erscheinen ihm leibhaftig, und sie stehen Johan – stets gemäß ihrem fiktiven Charakter – mit klugem Rat und anteilnehmender Reflexion zur Seite. So spricht er ebenso mit William von Baskerville aus „Der Name der Rose“ wie mit Pippi Langstrumpf oder dem weißen Kaninchen aus „Alice im Wunderland“. Und auch Harry Haller aus „Der Steppenwolf“, Gregor Samsa, Doktor Dolittle und Sherlock Holmes sowie Cyrano de Bergerac erscheinen in passenden und gelegentlich auch unpassenden Situationen und geben ihren Betrachtungen des echten Lebens und Einschätzungen zu Problemlösungen lebhaften Ausdruck.

Manchmal, wenn zufällige Ohrenzeugen Johan bei seinen „Selbstgesprächen“ mit in deren Augen unsichtbaren Dialogpartnern ertappen, gerät Johan in den Verdacht geistiger Verwirrung. Doch Johan genießt diese buchstäblichen Literaturgespräche und empfindet sie als Bereicherung. Den von seinen Freunden gelegentlich angeratenen professionellen psychologischen Beistand lehnt er ab. 

Eines Tages trifft Johan beim Einkaufsbummel für sein Antiquariat auf einen alten Antiquar, der ihn in ein interessantes Gespräch verwickelt und der ihm erklärt, daß er wichtige Bücher nur an jene Menschen verkaufe, die sie auch verdienten. Schließlich verkauft er Johan ein verpacktes Buch, das seiner Ansicht nach zu ihm gehöre – allerdings unter der Bedingung, daß auch Johan dieses Buch innerhalb einer bestimmt- en Frist weiterverkaufen solle – ebenfalls ausdrücklich nur an eine Person, bei der dieses Buch in den richtigen Händen sei.

Fasziniert und verwundert läßt sich Johan auf diesen eigenwilligen Handel ein, und als er zu Hause das Buch auspackt, ist es exakt die Ausgabe der „Singoalla“, die er einst von Lina bekommen hatte …

Wie sich nun daraus ein klassisches Happy-End entwickelt, werde ich hier selbstver- ständlich nicht verraten. Die lange offen bleibende Frage nach Linas Verbleib und Herkunft ist spannend, zumal man nicht umhinkommt, diverse eigene Vermutungen zu ihrer realen oder vielleicht doch fiktiven Existenz anzustellen.

Der größte Reiz dieses Romans geht jedoch nicht so sehr von der Liebes- geschichte, sondern viel mehr von den Gesprächen zwischen Johan und seinen literarischen Lieblingsfiguren aus. Es ist sehr amüsant, wie diese jeweils im Habitus und in der sprachlichen Tonlage ihres fiktiven Charakters in Johans Leben treten und ihn beraten, mit ihm philosophieren und ihn auch ein wenig in die richtige Richtung lenken, ohne ihm dabei das eigene Denken, Erkennen, Suchen und Finden abzunehmen. 

»Alte Bücher sind die Essenz des Lebens, der Quell aller Freude und manchmal sogar der Ursprung revolutionärer Strömungen. Sie konservieren Gedanken und Emotionen, und setzt man sie in Bezug zur Zeit ihrer Entstehung und hat den Mut, sich darauf einzu- lassen, so wird man genau das bei sich selbst erleben, was derjenige beabsichtigte, der das Werk einst verfasst hat,  ganz gleich wie viele Jahre später man es zur Hand nimmt. Eine gute Geschichte, eine brillante Idee und ein tiefempfundenes Gefühl haben immer-währende Gültigkeit, sie verlieren nichts, sie sind wie exquisiter Wein und werden mit der Zeit immer reifer und wertvoller, allerdings – und das ist der Unter- schied zu gutem Wein – erst sobald man sie genossen hat. Sie reifen im Herzen und nicht in Fass und Weinkeller, wenn Sie verstehen.«  (Seite 239/240)

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
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Der Autor:

»Lars Simon, Jahrgang 1968, hat nach seinem Studium lange Jahre in der IT-Branche gearbeitet, bevor er mit seiner Familie nach Schweden zog, wo er als Handwerker tätig war. Heute lebt und schreibt der gebürtige Hesse wieder in der Nähe von Frankfurt am Main. Bisher sind von ihm bei dtv eine dreibändige Comedy-Reihe, das Weihnachtsbuch ›Gustafssons Jul‹ sowie die Urban-Fantasy-Reihe um Zauberlehrling Lennart Malmkvist und seinen sprechenden Mops Bölthorn erschienen. Lars Simon ist ein Pseudonym.«

Querverweis:

Hier entlang zu Lars Simons zauberlehrlingsmagischer Trilogie über Lennart Malmkvist, seinen geerbten Zauberzubehörladen und seinen sprechenden Mops.

Band 1: Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen
Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen
Band 2: Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen
Band 3: Lennart Malmkvist und der überraschend perfide Plan des Olav Tryggvason
Lennart Malmkvist und der überraschend perfide Plan des Olav Tryggvason

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Die Glocke von Whitechapel

  • Band 7 der übersinnlichen Peter-Grant-Reihe
  • von Ben Aaronovitch
  • Originaltitel: »Lies Sleeping«
  • Übersetzung ins Deutsche von Christine Blum
  • DTV Verlag Mai 2019  www.dtv.de
  • Taschenbuch
  • 416 Seiten
  • 10,95 € (D), 11,30 € (A)
  • ISBN 978-3-423-21766-8

DAS  GEWISSE  MAGISCHE  ETWAS  NR. 7

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Erweiterung der alltäglichen Wirklichkeit um eine magische Dimension macht den faszinierenden Reiz dieser phantasievollen Krimi-Serie aus. So wie hier die menschlichen Ermittler der Spezialabteilung der Metropolitan Police von London über magische Fähig-keiten und zauberhafte Kompetenzen verfügen, so tragen die vielfältigen magischen Charaktere durchaus menschliche Züge nebst entsprechend mehr oder weniger liebens-werten Schwächen, und das wiederum läßt die magischen Wesen trotz ihrer übersinn-lichen Überlegenheit fast normal erscheinen.

Für diejenigen, die hier zum ersten Male von Police Constable Peter Grant lesen, erlaube ich mir einen freundlichen Hinweis auf meine ausführliche Besprechung des ersten Bandes: Die Flüsse von London

Im siebten Band hat Peter Grants Karriere bei der Metropolitan Police von London Fort-schritte gemacht; er ist nun staatlich geprüfter Police Detective. Die geheime Sonderab-teilung, für die er dank seiner natürlichen magischen Begabung arbeitet, wird inzwischen auch vom „normalen“ Polizeibetrieb mit Respekt betrachtet, zumal sich die realen Gefahren magieverdächtiger Kriminalfälle nicht mehr ignorieren lassen.

Peter Grants unmittelbarer Vorgesetzter und Meister ist der elegante Detective Chief Inspector Thomas Nightingale, der Peter und einige weitere Magiebegabte in prak- tischer und theoretischer Magie und magischer Kampfkunst sowie übersinnlicher Wahrnehmung ausbildet.

Neben dem ernsthaften Studium der Magie und alter Sprachen gehören lebhafte Kon- takte zu allerlei magischen und halbmagischen Wesen, der sogenannten Demimonde, sowie zu diversen Naturgöttern und -Göttinnen zum Alltag von Peter Grant und Thomas Nightingale.

Peter ist mit einer sehr attraktiven Flußgöttin, Beverly Brook, liiert, die ihrerseits die jüngere Schwester der Flußgöttin Lady Tyburn ist, die wiederum Peter einst im dritten Band (»Ein Wispern unter Baker Street«) das Leben gerettet hat. Diese unsterblichen Fluß- göttinnen haben ganz und gar menschliche und sehr attraktive Gestalt, aber durchaus elementare magische Fähigkeiten, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Und wenn sie einem das Leben gerettet haben, schuldet man ihnen einen Gefallen als Ausgleich.

Erzfeind ist seit dem ersten Band der sogenannte „Gesichtslose“, ein ethisch fragwürdi-ger Magier, der – beiläufig – im vierten Band (»Der Böse Ort«) die einstige Kollegin Peters, Lesley May, auf seine Seite der Macht gezogen hat – ein Verrat und Verlust, der Peter schwer getroffen hat.

Im vorhergehenden sechsten Band („Der Galgen von Tyborn“) konnten die Identität und die üppigen finanzmächtigen Verstrickungen des „Gesichtslosen“ aufgedeckt werden. Leider konnten der „Gesichtlose“ Martin Chorley und seine Komplizin Lesley May der Polizei jedoch entkommen. Immerhin sind nun wenigstens einige Verbündete Martin Chorleys bekannt, und diese werden nun ebenso akribisch wie diskret beobachtet.

Die einvernehmliche Einschätzung, daß Martin Chorley seine unerfreulichen Macht- pläne weiterhin verfolgt, findet im Zusammenhang mit einem magisch-ferngesteuerten Mord und dem gehäuften Diebstahl archäologischer Fundstücke (Ziegel von ehemaligen römischen Kultstätten, die sich auf Londoner Stadtgebiet befanden) Bestätigung.

Die Spuren führen zu einer Glockengießerei, der vom Mordopfer eine Spezialanfertigung in Auftrag gegeben wurde. Bei der Untersuchung erkennt Peter Grant, daß diese Glocke eindeutig „Vestigia“ ausstrahlt. Magische Handlungen und magische Wesen hinterlassen nämlich sogenannte „Vestigia“, magische Spuren, die sich in Materialien, Gegenständen und Gebäuden speichern und von zauberkundig Eingeweihten abgelesen bzw. abgespürt werden können.

Will Martin Chorley etwa ein neues Zeitalter einläuten? Und welche weiteren Machtzu-taten muß er sich dafür beschaffen? Dies herauszufinden und zu verhindern erweist sich als komplex und schwierig. Die magischen Hintergrundrecherchen erfordern die nicht ganz ungefährliche, aber lohnende Kontaktaufnahme mit einigen magischen Wesen, die sich – mehr oder weniger kapriziös – kooperativ verhalten und Peter anschauliche Einblicke in die Stadtgeschichte Londons gewähren.

Singende Schwerter, eine malerisch-musische Fae namens Fingerhut, sprechende Füchse, blutige, rituelle Opferungen, eine Dose Vampirkonfekt und alte Bekannte, wie Mr. Punch, der mörderische Geist des Aufruhrs und der Rebellion, und eine widersprüch- lich taktierende Lesley May sowie eine rätselhafte Prophezeiung machen ihre Aufwartung und halten Peter Grant und seine Kollegen auf Trab.

Vor der vom Autor stets lakonisch, sozioarchitektonisch illustrierten Stadtkulisse Londons erlesen wir rasante Verfolgungsjagden mit dramatischen zauberkampfkünst- lichen Duellen, bei denen sich zeigt, daß Peter in angewandter Magie deutliche Fort- schritte gemacht hat, auch wenn im Vergleich zu Thomas Nightingales langlebiger Zauberbeherrschung immer noch Luft nach oben ist.

„Die Glocke von Whitechapel“ bietet reichlich mitreißende Dramaturgie, lebhafte, kontrastierende Charaktere, phantasievoll-raffinierte Details, amüsante Dialoge, einige köstliche Prisen Genreselbstironie und außergewöhnliches Londoner Lokalkolorit.

Ben Aaronovitch serviert mit dem siebten Peter-Grant-Band eine spannende, quecksilbrige, magische Mischung, in der sich Überraschungs-, Gänsehaut- und Schmunzeleffekte schwungvoll und unterhaltsam abwechseln.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zur interessanten und informativen DTV-Webseite zur Peter-Grant-Serie:
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Der Autor:

»Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter „Doctor Who“, ge- schrieben und als Buchhändler gearbeitet. Seine Urban-Fantasy-Serie um Peter Grant ist nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland sensationell erfolgreich und führt regelmäßig die Bestsellerlisten an. Inzwischen widmet sich Ben Aaronovitch ganz dem Schreiben, zur Freude seiner zahlreichen Fans. Er lebt nach wie vor in London.«

Hier entlang zu Peter Grants vorhergehenden und nachfolgenden magieverdächtigen Fällen:

Band 1: DIE FLÜSSE VON LONDON Die Flüsse von London
Band 2: SCHWARZER MOND ÜBER SOHO Schwarzer Mond über Soho
Band 3: EIN WISPERN UNTER BAKER STREET Ein Wispern unter Baker Street
Band 4: DER BÖSE ORT Der böse Ort
Band 5: FINGERHUT-SOMMER Fingerhut-Sommer
Band 6: DER GALGEN VON TYBORN Der Galgen von Tyburn
Band 8: EIN WEISSER SCHWAN IN TABERNACLE STREET Ein weißer Schwan in Tabernacle Street
Band 9: DIE SILBERKAMMER IN DER CHANCERY LANE Die Silberkammer in der Chancery Lane
Band 10: DIE MEERJUNGFRAUEN VON ABERDEEN Die Meerjungfrauen von Aberdeen

Hier entlang zu einer kurzen Peter-Grant-Geschichte, etwas außerhalb der Reihe:
GEISTER AUF DER METROPOLITAN LINE/Eine Peter-Grant-Story
Geister auf der Metropolitan Line
Hier entlang zu Ben Aaronovitchs Schreibausflug in deutsche Gefilde:
DER OKTOBERMANN/Eine Tobi-Winter-Story Der Oktobermann
Hier entlang zu einer Peter-Grant-Kurzgeschichten-Sammlung: 
DER GEIST IN DER BRITISH LIBRARY UND ANDERE GESCHICHTEN AUS DEM FOLLY 
Der Geist in der British Library
Hier entlang zu einer Abzweigungsgeschichte mit Peter Grants magisch hochbegabter Cousine Abigail und vielen sprechenden Füchsen:
DIE FÜCHSE VON HAMPSTEAD HEATH/Eine Abigail-Kamara-Story
Die Füchse von Hampstead Heath
Hier entlang zu einer Abzweigung mit der FBI-Agentin Kimberley Reynolds
DIE SCHLAFENDEN GEISTER DES LAKE SUPERIOR
Die schlafenden Geister des Lake Superior
Hier entlang zu einer kurzweiligen, jazz-musikalischen Zeitreise in Thomas Nightingales Vegangenheit:
EINE NACHTIGALL IN NY/Eine Thomas-Nightingale-Story Eine Nachtigall in NY

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Der Bücherdrache

  • von Walter Moers
  • 9. ZAMONIEN-Roman
  • Ein Roman aus Zamonien von
  • Hildegunst von Mythenmetz
  • Aus dem Zamonischen übertragen
  • und illustriert von Walter Moers
  • PENGUIN Verlag März 2019 www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • Format: 17 x 24 cm
  • 192 Seiten
  • mit LESEBÄNDCHEN
  • ISBN 978-3-328-600064-0
  • 20,00 € (D), 20,60 (A), 28,90 sFr.

VON BUCHLINGEN, ORMLINGEN UND DRACHEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Um auch den noch nicht mit der faszinierenden Welt Zamoniens vertrauten Lesern das Verständnis dieser Buchbesprechung zu erleichtern, erkläre ich zunächst einige zamo-nische Spezialitäten.

Zamonien zeichnet sich durch vielschichtig-abwechslungsreiche ober- und unterirdische Lebenswelten und noch vielfältigere botanische, zoologische und märchenhafte Daseinsformen aus. Einige dieser Daseinsformen sind der Literatur in besonderer Weise zugeneigt, und zwar die Lindwürmer, zu denen Hildegunst von Mythenmetz gehört, und die Buchlinge, die in den Katakomben von Buchhaim leben.

Hildegunst stammt von der Lindwurmfeste und lernt bei einem Besuch der Katakomben unter der Stadt Buchhaim unfreiwillig einen Teil der zamonischen Untenwelt kennen – dies wird im vierten Zamonien-Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ ausführlich ausgemalt.

Die Buchlinge sind kleine, kluge, kultivierte und friedliebende Zyklopen, die in einem gut verborgenen Teil der Katakomben von Buchhaim, in der Ledernen Grotte, zu Hause sind. Sie leben buchstäblich vom Lesen und brauchen ansonsten nur noch Wasser, sauerstoff-arme Luft und Kerzenlicht. Jeder Buchling sucht sich einen lebenden oder toten Schrift-steller aus, lernt dessen Werke auswendig und nimmt unwillkürlich auch ein wenig die Charakterzüge des von ihm verinnerlichten Schriftstellers an.

Als Hildegunst von Mythenmetz einst in den Katakomben unterwegs war, fand er bei den freundlichen Buchlingen Zuflucht und Gastfreundschaft. Eines Tages präsentierten sie ihm einen kleinen Nachwuchsbuchling, der gerne Hildegunstens Werke auswendig lernen wollte – ein Angebot, das Hildegunst zutiefst anrührte, zumal er zu diesem Zeit- punkt noch garkein Buch geschrieben hatte, aber die Buchlinge waren damals schon von seinem Schreibtalent überzeugt.

„Der Bücherdrache“ handelt nun von einem Abenteuer, welches dem Buchling, Hilde- gunst Zwei, in seiner Jugend widerfahren ist. In der Buchlingsschule wurde Hildegunst Zwei während der Katakombenmythologiestunde über die Legende von Nathaviel, dem Bücherdrachen, unterrichtet. Nathaviel, der in anagrammischer Variation auch Eliva- than, Thanaviel, Levanthia oder Ilathevan genannt wird, solle seit Jahrhunderten im Ormsumpf hausen.

Im Ormsumpf sind durch den Untenweltfluß Magmoss unzählige alte, wertvolle Bücher gestrandet bzw. versumpft. Der riesige Drache, der einst auf der Flucht vor drachen-jagenden Rittern Schutz im Ormsumpf gefunden hatte, legte sich zum Schlafen also unvermeidlich auf einen Untergrund aus Büchern, und diese blieben nach und nach in seiner Schuppenhaut hängen und wuchsen dort fest.

Zunächst vergrößerte diese ganzkörperliche Bücherverschalung nur Umfang und Gewicht des Drachens, doch im Laufe der Jahre drangen die Sprache, das Wissen, der Geist und das Orm (das Orm ist ein zamonischer Fachbegriff für die substanzielle Inspirationsqualität eines literarischen Werkes) dieser Bücher in den Blutkreislauf des Drachen, und er konnte plötzlich denken und lesen.

Nathaviel verwandelte sich vom instinktgesteuerten Tier zu einem literarisch, philo-sophisch und wissenschaftlich hochgebildeten, polyglotten, weisen und gütigen Drachen, der keine sprechenden Lebewesen mehr fraß und auf jede Frage ein Antwort wußte. Zwar neigte er dazu, diese Fragen auf etwas kryptisch-orakelhafte Weise zu beantworten, doch dies mehrte nur seinen Ruhm bei den zahlreichen Ratsuchenden.

Der Lehrer weist seine Buchlingsschüler schließlich darauf hin, daß der Bücherdrache selbstverständlich nur eine Metapher für den Wunsch sei, alles Wissen ohne die Mühen des Lernens, wiederholten Übens, Memorierens und Schlußfolgerns zu erlangen. Als Hausaufgabe gibt er den Buchlingen gleichwohl auf, sich eine gute Frage für den Bücherdrachen auszudenken.

Hildegunst Zwei unterhält sich nach dem Unterricht mit einigen älteren Mitschülern, der sogenannten „Klassikerbande“, denn diese sechs Buchlinge tragen die Namen antiker Klassiker: Estrakos, Arkaneon, Eliastrotes, Eideprius, Steraphasion und Klosophes.

Beiläufig erwähnt Hildegunst Zwei, daß er eine gute Frage für den Bücherdrachen wisse. Estrakos hört sich aufmerksam diese Frage an und ist beeindruckt, und auch die anderen Klassiker bescheinigen Hildegunst Zwei eine erstaunliche Geistesreife. Deshalb weihen sie ihn in ihren Geheimbund der „Ormlinge“ ein und erzählen ihm, daß es den Bücherdrachen wirklich gebe und daß sie ihn selbst schon gesehen hätten.

Als Aufnahmeprüfung in den Bund der „Ormlinge“ soll Hildegunst Zwei den Bücherdra-chen im Ormsumpf aufsuchen, ihm seine Frage stellen und eines der ormgetränkten Schuppenbücher mitbringen. Sie geben ihm noch eine vage Wegbeschreibung mit, und dann überlassen sie den zukünftigen Ormling seinem Schicksal.

Als Leser merkt man selbstverständlich, daß die Klassiker den naiv-unerfahrenen Hildegunst Zwei veräppeln, aber jeder Buchling muß seine eigenen Erfahrungen machen – da können wir als Lesezeugen dem Jungbuchling nur die Daumen drücken.

Hildegunst Zwei macht sich tapfer auf den Weg in den Ormsumpf, und alleine dieses Bio-bibliotop mit seinem morastigen Boden, seinen seltsamen Gewächsen, seinen Bücher-blätterkompostschichten, gefräßigen Bücherwürmern und vielbeinigen größeren und kleineren Insekten und seinem die Weitsicht begrenzenden Bodennebel bietet mehr als genug Gefahren und Fallen für wenig wehrhafte Geschöpfe, wie Buchlinge es von ihrer schöngeistigen Wesensart her sind.

Nach einer stundenlangen mühsamen und zähflüssigen Wanderung, kurz bevor Hilde-gunst Zwei in Erwägung zieht, besser den Rückweg anzutreten, trifft er auf den Bücher-drachen Nathaviel. Dieser beginnt die launige Konversation mit dem unerwarteten Besucher zunächst einmal mit einem Diskurs zur Abstammung der Drachen von Vögeln.

Hildegunst empfindet angesichts des Bücherdrachens tatsächlich mehr Respekt als Angst, und das Gespräch zwischen Buchling und Drachen entwickelt sich recht ange- nehm. Der Bücherdrache ist wirklich enorm groß: Walter Moers verteilt die anschau- liche Illustration des langen Drachenleibes auf dreizehn Buchseiten hintereinander (Seite 93 – 106)!

Nathaviel erzählt Hildegunst Zwei bereitwillig seine Lebensgeschichte und reichert sie mit spannenden Details und amüsanten, persönlichen Drachenbefindlichkeiten an. Wir erfahren von der Verehrung und Verfolgung, die ihm wechselweise im Verlauf der zamonischen Historie widerfahren sind, sowie von den durchaus verständlichen Gründen für seine drastischen Selbstverteidigungsmaßnahmen gegen Bücherschuppen- räuber und seinem sich daran anschließenden Rückzug ins ungestörte – aber auch einsame – Reich der Legende.

Er beantwortet sehr weise und selbsterkenntnisfördernd die Frage des Buchlings, warum er selber kein Buch schreibe, und schwadroniert eloquent über die mühselige Arbeit, ängstliche Besorgnisse und inspirationsbedingte Schlafstörungen des Schrift- stellerdaseins im Vergleich zum unbeschwerten, freudig-gemütlichen Genuß des Lesers. Die Liebe des Bücherdrachens zur Sprache und zu kostbaren Wortschätzen ist dem Buchling (und der Rezensentin) höchst sympathisch und vertraut.

Doch nun weiß unser kleiner Buchling zuviel über die Stärken und Schwächen des Bücherdrachens, und Nathaviel kündigt an – nicht ohne ehrliches Bedauern –, Hildegunst Zwei leider töten zu müssen, denn er könne nicht riskieren, wieder von Scharen von Bücher- und Drachenjägern belästigt zu werden, wenn sich herumspräche, daß es den Ormdrachen wirklich gäbe.

Eine kurze Gnadenfrist bleibt Hildegunst Zwei, weil der Bücherdrache zunächst dringend ein Nickerchen machen muß. Damit der Buchling nicht fliehen kann, sperrt der Drache ihn einfach in seinem großen Maul ein. Er legt den Kopf auf den Boden, damit Hildegunst Zwei nicht in den Drachenmagen herabrutscht, und zieht die Lefzen hoch, damit der kleine Gefangene Luft bekommt.

Da sitzt also Hildegunst Zwei hinter einem Zahngitter, während der Drache seelenruhig und selbstgewiß seinem Drachenschlaf frönt. Indes, Rettung naht, denn die Klassiker-bande hat sich nach dem Verschwinden von Hildegunst Zwei fürsorglich und mit Gewissensbissen auf die Suche nach ihrem Klassenkameraden gemacht.

Wie und ob und mit welchen Folgen es den kleinen Helden gelingt, dem Bücherdrachen und dem Ormsumpf zu entkommen, werde ich jedoch nicht verraten …

Hildegunst von Mythenmetz beschert uns mit „Der Bücherdrache“ einen sprachverlieb- ten, spannenden, phantasievollen, geistreich-unterhaltsamen Roman, mit sehr leben- digen Charakteren, wohldurchkomponierter Handlungsdramaturgie und meisterhafter Dialogroutine. Schelmische literarische Anspielungen und selbstreferenzielle Zitate aus vorhergehenden Zamonienromanen zeigen Hildegunst von Mythenmetz ganz auf der Höhe seines ebenso ruhmreichen wie einfallsreichen und bücherliebhaberischen Könnens.

Dank Maestro Moers‘/Mythemetz‘ Doppelbegabung als Schriftsteller und Zeichner ist dieses Buch mit vielen filigranen, detailreichen Schwarz-weiß-Zeichnungen geschmückt. Jeder Kapitelanfang wird von einer feinen Initiale eingeleitet und mit einer Vignette abgeschlossen. Die Vorsatzblätter wimmeln vor vielgemusterten Bücherschuppen, daß dem Betrachter die Augen flimmern, und die ersten zehn Seiten des Romans sind als Graphik-Novelle gestaltet, sozusagen als Geschichte in der Geschichte, die nur ein Traum in einem Traum oder ein Buch in einem Buch ist …

Köstlich sind auch wieder die von Moers formulierten Anagramme berühmter Schrift-steller. Während sich die Mitglieder der Klassikerbande leicht entschlüsseln lassen: Estrakos ist Sokrates, Arkaneon ist Anakreon, Eliastrotes ist Aristoteles, Eideprius ist Euripides, Steraphasion ist Aristophanes und Klosophes ist Sophokles, verlangt die Buchstabenrekombinatorik angesichts einiger anderer erwähnter Schriftsteller etwas mehr Tüftelei. Oder wissen Sie auf Anhieb, wer sich hinter „Dölerich Hirnfiedler“, Ojann Golgo van Fontheweg“ und „Perla La Gadeon“ verbirgt ???

ACHTUNG!!! Jetzt gibt es hier ein GEWINNSPIEL:

Also, welche berühmten Schriftsteller verbergen sich hinter „Dölerich Hirnfiedler“, „Ojann Golgo van Fontheweg“ und „Perla La Gadeon“ ??? Wer diese drei Anagramme oder wenigstens eines davon löst, kann seine Gripsfindigkeit gerne in der Kommentarsektion kundtun und dabei sogar etwas gewinnen. Leider kann ich keine Bücherdrachenschuppen zur Belohnung verteilen, aber der PENGUIN Verlag war so großzügig, mir ein Verlosungsexemplar des „Bücherdrachens“ sowie drei Buchlings-Broschen zur Verfügung zu stellen. Wem es also gelingt, alle drei Anagramme zu lösen, der bekommt den Roman, und wer nur eine Anagrammlösung schafft, bekommt als Trostpreis eine Buchlings-Brosche. Bei mehreren richtigen Antworten, werde ich unter ormonös-notarieller Aufsicht, die Gewinner auslosen.

Ich werde die korrekte Lösung 48 Stunden nach der Publizierung meiner Rezension bekannt geben.

Nun ist es soweit und die richtige Lösung lautet:

  • Dölerich Hirnfiedler ist Friedrich Hölderlin
  • Ojann Golgo van Fontheweg ist Johann Wolfgang von Goethe
  • Perla La Gadeon ist Edgar Allen Poe

Die glückliche Gewinnerin wurde durch unbestechliches Auslosen ermittelt, und ich werde sie auf dem Kommentarwege benachrichtigen.

»Eine gute Frage erkennt man daran, dass sie das Rätsel erkannt hat, welches einer befriedigenden Erklärung bedarf.« (Seite 27)

Möge das Orm mit Ihnen sein!

Hier entlang zum Buch und zum Buchtrailer auf der Verlagswebseite:
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„Der Bücherdrache“ empfiehlt sich auch vorzüglich als Auditüre! Der Sprecher Andreas Fröhlich erweist sich auch im Ormsumpf als virtuoser Interpret von Hildegunst von Mythenmetz und verstimmlicht den kleinen Buchling Hildegunst Zwei, die Mitglieder der Klassikerbande und den belesenen und kommunikativen Bücherdrachen mit ebenso viel spielerischem Tiefsinn wie mit einfühlsamen und feinsinnig-schelmischen Klangnuancen einschließlich ausgesprochen überzeugender drachenspezifischer Atemakustik.

Der Bücherdrache
von Walter Moers
Gelesen von Andras Fröhlich
Produktion: Der Hörverlag März 2019 http://www.hoerverlag.de
Vollständige Lesung
Laufzeit: 4 Stunden, 25 Min.
4 CDs im Pappklappschachtel
ISBN 987-3-8445-3323-1
20,00 € (D), 20,60 € (A), 28,90 sFr.

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
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Der Autor:

»Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie «Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers», ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.
Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie «Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär», «Die Stadt der Träumenden Bücher», «Der Schrecksenmeister» und zuletzt «Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr» sowie «Weihnachten auf der Lindwurmfeste» waren Bestseller.«

Der Vorleser:

»Andreas Fröhlich wurde 1965 geboren und hatte bereits mit sechs Jahren seinen ersten Hörspielauftritt. Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Bob Andrews für die Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Andreas Fröhlich lebt in Berlin und arbeitet als Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher, Synchronregisseur sowie Dialogbuchautor.«

Querverweis:

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister 
Der Schrecksenmeister
7. ZAMONIEN-Roman
: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Band: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren  QWERT

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Weihnachten auf der Lindwurmfeste

  • oder
  • Warum ich Hamoulimepp hasse
  • 8. ZAMONIEN-Roman
  • von Hildegunst von Mythenmetz
  • Aus dem Zamonischen übertragen von Walter Moers
  • Illustriert von Walter Moers und Lydia Rode
  • PENGUIN Verlag  November 2018  www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • 112 Seiten
  • Format: 17 x 24 cm
  • durchgehend vierfarbig illustriert
  • LESEBÄNDCHEN
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A), 21,90 sFr.
  • ISBN 978-3-328-60071-8

M Y T H E N M E T Z S C H E S   I N T E R M E Z Z O

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Da ich nicht voraussetzen darf, daß alle meine geneigten Leserinnen und Leser lese-lückenlos in Walter Moers‘ Zamonien-Welt zu Hause sind, möchte ich gerne einige auf-klärende Informationen vorausschicken, die das Verständnis des hier besprochenen Werkes erleichtern mögen.

Der fiktive Kontinent Zamonien zeichnet sich durch seine faszinierende, märchenhafte und phantasievolle Daseinsformenvielfalt aus. Zu einer dieser Daseinsformen gehören die Lindwürmer, die auf der Lindwurmfeste, einer kegelförmigen Felsformation im Westen Zamoniens, zu Hause sind. Die Lindwürmer sind aufrechtgehende, zweibeinige, intelligente Echsen, die von den Dinosauriern abstammen und in Zamonien ein sehr zivilisiertes und kultiviertes Leben führen. Sie haben eine Lebenserwartung von 1000 Jahren sowie eine starke Neigung zu Literatur und Schriftstellerei. Deshalb bekommt jedes Kind einen Dichtpaten zur Seite, der über literarische Bildung, poetische Inspirationstalente und anfängliche Schreibversuche der kleinen Lindwürmchen wacht.

Hildegunst von Mythenmetz ist der wohl berühmteste und literarisch produktivste Lindwurm der Lindwurmfeste; sein Dichtpate war Danzelot von Silbendrechsler, der Hildegunst von seinem Sterbebett aus gewissermaßen testamentarisch in sein erstes großes Abenteuer schickt, welchselbiges man in seinem Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ nacherlesen kann.

Die Artenvielfalt Zamoniens führt zu einer Vielzahl von speziesspezifischen Feier- und Festtagen. So feiern die Holzgnome das Borkenfest, die Gurkenzwerge das Essigfest, die Nebelheimer den Trompaunenvollmond, die Venedigermännlein eine Mandolinen- woche, die Buchlinge ihr Silvester-Ormen … – und die Lindwürmer feiern alle Jahre wieder Hamoulimepp.

Das vorliegende, für mythenmetzsche Verhältnisse kurze Buch, streng genommen ist es ein ausführlicher Brief an seinen Freund, den dreigehirnigen Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer aus der Bücherstadt Buchhaim, ist Mythenmetz‘ Abrechnung mit dem zamonischen Fest Hamoulimepp. Dieses dreitägige Fest wird auschließlich von den Lindwürmern gefeiert und hat seltsame Ähnlichkeiten, aber auch Unähnlichkeiten mit unserem Weihnachtsfest.

Neben zahlreichen Belagerungen, die die Bewohner der Lindwurmfeste im Verlaufe ihrer Geschichte schon erleiden mußten, gibt es den alljährlichen, festlichen Ausnahmezustand „Hamoulimepp“. Mit diesem Fest sind einige Bräuche und Zeremonien verbunden, denen Mythenmetz ausdrücklich kritisch bis ablehnend gegenübersteht.

Es gibt eine das Fest legitimierende Legende mit mehr oder weniger glaubwürdigen Haupt- und Nebenfiguren, dazu Geschenkestreß und Dekozwang, umweltschädlichen Verpackungswahn, unglaubliche Materialverschwendung durch die bemalten Hamouli- meppbäume, welche in Ermangelung von Nadelbäumen aus tannbaumförmigen Felsen- spitzen der Lindwurmfestesubstanz bestehen, und eine musikalische Beschallrieselung, für die das Wort Musik eigentlich nicht erfunden worden ist.

Ja, auch die Lindwürmer lassen ihre Kinder anscheinend von einem mythischen Wesen beschenken, selbstverständlich nur, wenn die Kleinen das ganze Jahr über brav waren und immer auf ihren Dichtpaten gehört haben. Im unwahrscheinlichen Falle der Unfolg-samkeit drohen Schläge mit der Hamoulirute, die aus gebündelten Brenndisteln besteht – eine „pädagogische Einschüchterungsmethode“, die Mythenmetz nicht ganz zu Unrecht in Frage stellt.

Hinzu kommt, daß man den Lindwurm-Kindern erst den Glauben an märchenhafte Wesen wie den Hamouli, den Mepp und die Hamoulimeppwurmzwerge eintrichtert, nur um sie dann ab einem gewissen Alter aufklärerisch damit zu desillusionieren, daß es diese Figuren garnicht gibt. Dieser brutale Verlust der kindlichen Unschuld und des märchenhaften Vertrauens ist ein Trauma, das Hildegunst von Mythenmetz seinen Erziehungsberechtigten niemals verzeihen konnte.

Mythenmetz läßt kaum ein gutes Haar an den Hamoulimepp-Feierlichkeiten und zählt nur vier Aspekte auf, die ihm zusagen:

  1. Die Lindwurmfesteschneckengedichte: Dabei werden anläßlich des Festes die Gehäuse der Lindwurmfesteschnecken mit Gedichten beschrieben, die man dank der langsamen Bewegungsweise gemächlich mitlesen kann, wenn man einer solch poetisierten Schnecke über den Weg läuft. Außerdem stehen solcherart beschrif- tete Schnecken unter Artenschutz, was der Vermehrungsrate dieser zamonischen Delikatesse wohlbekommt.
  2. Der Bücher-Räumaus: Hier stellt jeder Bewohner der Lindwurmfeste seine aussortierten Bücher wettergeschützt vor die Türe, damit die Passanten sich nach Leselust und -Laune gänzlich unkommerziell davon bedienen dürfen.
  3. Das Festessen: Nun, das Essen ist auf der Lindwurmfeste schon sehr zamonisch-speziell, ich nenne hier nur stellvertretend die Trilobitensuppe; indes ist die Wirkung gemeinsamen, üppigen, mehrgängigen Schlemmens und die damit verbundene gemütliche, gedankenlähmende, bewegungsverlangsamende Trägheit ein universelles Phänomen, das keiner weiteren Erklärung bedarf.
  4. Das Feuerlose Feuerwerk: Dieses Spektakel erfreut einerseits durch seinen leisen, explosionsfreien Auftritt und anderseits mit seiner wunderbaren Farbenpracht. Es wird aus Lindwurmschuppenmehl hergestellt, welches aus den leuchtendsten Farbpigmenten besteht, die Sie und ich leider noch nie gesehen haben.

Einige Abschweifungen zu zamonischen Pflansekten, Edelsteinen, Rostigen Gnomen, Türen, Tellergerichten usw. werden an passenden Stellen sowohl im Fließtext unter- gebracht als auch im Anhang auf den sechzehn Taxonomischen Tafelns farbenfroh illustrativ dargestellt.

„Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ ist ein vergnüglich-bissiger Lesehappen für zwischendurch, die Textmenge ist überschaubar und die graphische Gestaltung sehr attraktiv. Der Fließtext erscheint auf pergamentfarbenen Briefbögen, die kontrast- effektiv auf fast, aber nicht gänzlich schwarzem Seitenhintergrund aufliegen. Die großformatige, bordeauxrote Texttypographie mutet handschriftlich an, ist dabei jedoch erfreulich klar und lesefreundlich.

Die anhängenden Taxonomischen Tafeln sind kunterbunt illustriert und geben einen anschaulichen und amüsanten Einblick in die exotisch-skurrile, phantastische Gedanken- und Lebenswelt der zamonischen Lindwürmer.

Schutzumschlag und Einband üben mit ihrem feingerillten Papier einen haptischen Reiz aus, ein Lesebändchen rundet die sorgfältige Buchausstattung vorzüglich ab.

Das Buch enthält zudem eine achtseitige Leseprobe des für Frühjahr 2019 zu erwarten-den Romans „Der Bücherdrache“. Dies stimmt mich vorsichtig lesevorfreudig; vorsichtig deshalb, weil Moers alias Mythenmetz schon des öfteren die Geduld seiner Lesege- treuen mit verheißungsvollen Romanankündigungen auf eine harte und ausdauernde Warteprobe gestellt hat. Ich sage dazu nur (für die bezüglich der Buchling-Tradition Leseeingeweihten): „Möge er prangen!“

Hier entlang zur Buchausgabe und LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
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Zum dazugehörigen Hörbuch:

Weihnachten auf der Lindwurmfeste
von Walter Moers
Hörbuch

ungekürzte Lesung von Andreas Fröhlich
erschienen im Hörverlag November 2018 www.hoerverlag.de
1 CD
Laufzeit: 1 Stunde und 8 Minuten
Pappklapphülle mit Begleitheft und 16 taxonomischen Tafeln
14,99 € (D), 16,90 € (A), 21,90 sFr.
ISBN 978-3-8445-3061-2

„Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ kann ich auch zum Belauschen sehr empfehlen!
Andreas Fröhlich erweist sich auch bei dieser Brieflesung als virtuoser Interpret des dramaturgisch-eloquenten, köstlich-selbstherrlichen und phantasieempfindsamen Hildegunst von Mythenmetz. Subtil, sonor, nuancenreich, pointiert und schelmisch gibt er ihm lebhafte, akustische Gestalt.

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
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Der Autor:

»Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie «Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers», ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.

Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen, weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus, in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie «Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär», »Ensel & Krete«, «Die Stadt der träumenden Bücher», «Der Schrecksenmeister» und zuletzt «Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr» waren Bestseller.«

Die offizielle Zamonien-Website mit weiteren Infos www.zamonien.de

Die Mitillustratorin:

»Lydia Rode lebt, malt und zeichnet in Berlin. Ihre Aquarelle für „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ sind ihre ersten veröffentlichten Illustrationen.«

Der Vorleser:

»Andreas Fröhlich wurde 1965 geboren und hatte bereits mit sechs Jahren seinen ersten Hörspielauftritt. Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Bob Andrews für die Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Andreas Fröhlich lebt in Berlin und arbeitet als Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher, Synchronregisseur sowie Dialogbuchautor.«

Hier entlang zu meinen Rezensionshuldigungen einiger Vorgängerwerke Walter Moers‘ alias Hildegunst von Mythenmetz:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete   Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO  RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister Der Schrecksenmeister
7. ZAMONIEN-Roman: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
9. ZAMONIEN-Roman: Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Band: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte 
20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren  QWERT

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Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

  • Ein somnambules Märchen aus Zamonien
  • 7. ZAMONIEN-Roman
  • von Hildegunst von Mythenmetz
  • Aus dem Zamonischen übertragen von Walter Moers
  • und illustriert von Lydia Rode
  • Roman
  • Knaus Verlag August 2017  www.knaus-verlag.de
  • gebunden, mit Schutzumschlag
  • mit hellviolettem Kopfschnitt und LESEBÄNDCHEN
  • Format: 17,0 x 24,0 cm
  • 344 Seiten
  • 24,99 € (D), 25,70 € (A), 33,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8135-0785-0

TRAUMWANDLERISCHE  TRAUMTRUNKENHEIT

Buchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

»Wenn die Minuten durch die Jahre rufen
Erhebt sich der ewige Träumer
Über seine irdische Last
Und reist mitten hinein
Ins dunkle Herz der Nacht«

Anonym

„Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ fabuliert eine kuriose Exkursion in eine schlaflose Nacht mit hellwachen Träumen – abenteuerlustig, humorvoll, spannend, phantasiegesättigt, gedankenbunt, wortverspielt und sprachverliebt und sogar ein bißchen romantisch und wehmütig.

Prinzessin Dylia, die unter chronischer, periodischer Schlaflosigkeit leidet, bezeichnet sich selbstironisch als Prinzessin Insomnia. Sie stellt sich tapfer ihrer Krankheit nebst deren unangenehmen Begleiterscheinungen und kultiviert eine ebenso selbstreflexive wie phantasievolle philosophische Perspektive. Langeweile ist ein Fremdwort für ihren regen Geist, sie ist empfindsam, kapriziös, neugierig, musikalisch, sprachbegabt, synästhetisch, tagträumerisch, wißbegierig, aber auch Weltmeisterin im Verdrängen unangenehmer Erfahrungen und Gedanken.

Ihre Strategien, sich von der Schlaflosigkeit abzulenken, sind höchst kreativ. So denkt sie sich beispielsweise neue Traumfarben von A bis Z aus,  sie nimmt ausgiebige Mondlichtbäder, die ihr Mondlichtekstasen bescheren, und sie entspannt sich durch ridikülisierendes Anagrammieren – so wird aus Blutdruck Drutbluck und aus Zuckerspiegel Spuckerziegel …

Jeden Morgen wählt Dylia aus dem Zamonischen Wörterbuch dreizehn neue Lieblings-wörter aus, die sogenannten Pfauenwörter, und sie macht es sich zur Aufgabe, diese schillernden Vokabeln im Verlaufe des Tages sinnvoll unterzubringen. Versuchen Sie einmal nach achtzehn schlaflosen Nächten Worte wie „Amygdala, Hoyotojokomeshi, Linguamundivagant, Mamihlapinatapaai, Niemalsweh, Quoggonophobie, Pisanzapra“ usw. sinnvoll in einen Tagesablauf zu integrieren – das schafft nur Prinzessin Dylia.

Eines Nachts wird ihre kreative Nichtschlafroutine durch einen überraschenden Besucher unterbrochen: Havarius Opal, ein versierter Nachtmahr, stellt sich unverblümt-selbstgefällig vor und erklärt ihr nonchalant, daß er gekommen sei, um sie in den Wahnsinn zu treiben.

Dylia vermutet zunächst einen Scherz des Hofnarren oder einen neuen Therapieversuch des Hofalchemisten, aber der kleinwüchsige Gnom mit der vielfarbig-changierenden Mosaikschuppenhaut ist echt und auch kein Traum, wie er ihr greifbar-handgreiflich versichert.

Gönnerhaft bietet er Prinzessin Dylia jedoch an, zuvor mit ihr eine Reise nach Amygdala, ins dunkle Herz der Nacht, zu unternehmen. Das ist eine Versuchung, der die entdecker-freudige Dylia nicht widerstehen kann, und so reisen die beiden nach Innen, in Dylias Gehirn.

Der Weg führt von der Großhirnrinde in der Höhe des Scheitellappens über den Cortex cerebri zum Thalamus, von dort geht es von der Stria terminalis über den Nucleus accumbens bis nach Amygdala. Das klingt jetzt etwas neurologisch, aber keine Angst, es wird wirklich abenteuerlustig, und diversen Ängsten werden wir auch unvermeidlich begegnen.

In den Gehirnwindungen wimmelt es von unglaublichen Lebens- und Gedankenformen: seifenblasenzarthäutige Geistgeister und Zwielichtzwerge, Ideenschmetterlinge, Zweifelspfützen, Gehirnschnecken, bürokratische Egozetten und systematische Thalamiten, Gedankenblitze, Gedankenfalten, Gedankenfäden, Gedankensplitter, Grillos, Ideennebel, rationale und irrationale Geome, Irrschatten und nicht zu vergessen die vielgestaltigen, verfressenen Zergesser und der Subconsciounelle Sumpf, in den abzustürzen weniger empfehlenswert ist.

Gedankenendlosschleifen und kognitive Teufelskreise sind noch das Harmloseste, was einem im eigenen Gehirn passieren kann – da ist beispielsweise der hypnotische Zwangsoptimismus viel bedrohlicher.

Auch den hirnjuristischen Verwaltungsapparat sollte man nicht unterschätzen. Havarius Opal und Prinzessin Dylia müssen einiges an amtsbürokratischer Willkür-Logik ertragen, als sie im Großraumbüro des Thalamus eine Durchreisegenehmigung zur Amygdala nebst Eigenrisikobescheinigung beantragen und von einer gnadenlos-sachlichen Egozette einer Befragung unterzogen werden. So etwas Nervenaufreibendes haben Sie noch nie zuvor erlesen …

Walter Moers beginnt dieses Märchen zunächst gemächlich mit der ausführlichen, detailreichen Ausmalung von Prinzessin Dylias Charakter und ihren Lebensumständen. Mit dem Erscheinen des täuschend-trügerischen, seltsam-sympathischen, launisch-unberechenbaren Nachtmahrs Havarius Opal bekommt Dylias beschauliches Leben aufregenden Gegenwind. Havarius Opal ist ein ambivalenter Mentor, ein unterhalt- samer Reisebegleiter, ein irritierend-irisierender Schelm und Meister traumhafter Täuschungsmanöver. Er funktioniert gewissermaßen „spiegelverkehrt und gegen den Uhrzeigersinn …“ (Seite 212)

Der Autor verbindet die neckische Beziehungsdynamik des ungleichen Paares, ihre gehirngeographischen Erkundungen und traumphilo- sophischen Diskussionen, die erlesenen Gedankenspiele und die phantasievollen Requisiten zu einer raffinierten epischen Dramaturgie, die uns ein traumsinniges Lesevergnügen bereitet.

Der ausgeprägte Sinn für geistreich-sprachspielerischen Humor, der alle Werke Walter Moers‘ aus- und kennzeichnet, kommt besonders in der Figur Prinzessin Dylias zu Wort. Diesmal wortschöpft Moers wahrlich aus dem vollen und erfindet solch köstliche Pfauenwörter, daß ich es kaum erwarten kann, wenigstens ein paar davon in den Duden einwandern zu sehen. Er ist einfach unübertrefflich „linguamundivagant“ …

Die zahlreichen Bilder, die den Text stimmungsvoll schmücken, stammen diesmal nicht vom Autor selbst, sondern von Lydia Rode. Ihre bunten Aquarellzeichnungen illustrieren das märchenhaft-neurologisch-zamonische Panoptikum ganz vortrefflich und bereichern die Geschichte um lebhaften Formenreichtum und feminine Farbenfreude.

In einer Nachbemerkung berichtet Walter Moers, wie Lydia Rode, die von der Krankheit Chronisches Fatiguesyndrom (CFS) betroffen ist, brieflich in Kontakt zu ihm aufnahm und ihn wissen ließ, wie sehr ihr seine Zamonienromane beim Ertragen ihrer Schlaf- losigkeitsphasen geholfen hätten. Aus der gemeinsamen Korrespondenz entstand die Idee zu einer zamonischen Erzählung, die Lydia Rode gerne illustrieren wollte. Dieser Inspirationskeim wuchs sich dann zu vorliegendem traumiversellen Roman aus.

Mit dem siebten Zamonien-Roman beschert uns Maestro Moers von Mythenmetz also nicht die Fortsetzung von „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“, sondern ein originäres zamonisches Märchen: eine regenbogen- bunte Traumreise mit neuen eigenwilligen, unvergeßlichen Charakteren und mit einer Gebrauchsanweisung für Nachtmahre, die Sie sich nicht hätten träumen lassen.

Ich bin absolut begeistgeistert!

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Prinzessin-Insomnia-&-der-alptraumfarbene-Nachtmahr/Walter-Moers/Knaus/e529505.rhd
Hier entlang zur Taschenbuchausgabe: Taschenbuchausgabe: Prinzessin Insomnia und der alptaumfarbene Nachtmahr

 

Der Autor:

»Walter Moers ist der Schöpfer vieler erfolgreicher Welten und Charaktere. Von ihm stammen unter anderem die Comicwelten um „Das kleine Arschloch“ und dem „Alten Sack“, „Adolf, die Nazisau“ und die Figur des Käpt`n Blaubär. Seit fast 20 Jahren schreibt er fantastische Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen. Dazu gehören unter anderem die internationalen Bestseller „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“ und zuletzt „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“. „Prinzessin Insomnia“ ist der siebte Zamonienroman.«
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Die Illustratorin:

»Lydia Rode lebt, malt und zeichnet in Berlin. Ihre Aquarelle für „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ sind ihre ersten veröffentlichten Illustrationen.«

Zum dazugehörigen Hörbuch:

„Prinzessin Insomnia  & der alptraumfarbene Nachtmahr“ gibt es auch kongenial vertont in vollständiger szenischer Vorlesung von Andreas Fröhlich.

 

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
von Walter Moers
Gelesen von Andreas Fröhlich
Produktion: der Hörverlag  August 2017 www.hoerverlag.de
1mp3-Cd
Laufzeit: ca. 11 Stunden, 23 Minuten
Pappschuber
Begleitheft mit Romantextschnipseln
und Zeichnungen von Lydia Rode
ISBN: 978-3-8445-2809-1
24,99 € (D), 28,10 € (A), 35,50 sFr.

Andreas Fröhlich erweist sich erneut als virtuoser Vorleser der moeresken Vielstimmigkeit und verleiht den Charakteren munter und nuancenreich mit einfühlsamer Dramaturgie akustische und emotionale Gestalt. Er spricht fließend Anagrammisch, Bürokratisch, Drehsilbisch, Nachtmarisch und Prinzessisch sowie Traumtrunkisch.

Summa summarum: Eine Hörgelegenheit, die Sie nicht verträumen sollten!

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zur Neuausgabe des Hörbuches für 9,99 € Hörbuch-mp3-CD: Prinzessin Insomnis und der alptraumfarbene Nachtmahr
Und hier entlang zum Hörbuch-Download: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr

Der Sprecher:

»Andreas Fröhlich, geboren 1965, wurde im Alter von sieben Jahren im Kinderchor des SFB entdeckt. Mittlerweile ist er als „Hörspieler“ Interpret unzähliger Hörbücher und erhielt 2010 nach drei Nominierungen den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret für den Titel „Doppler“, der in seiner eigenen Hörbuchreihe „Edition Handverlesen“ erschien. Für den Hörverlag übernahm er unter anderem Rollen in den Hörspielen von Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“, den „Wallander“-Hörspielen, der „Otherland“-Saga, sowie „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ von Tad Williams. Darüber hinaus liest er den Bestseller „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ von Walter Moers. Andreas Fröhlich zählt zu den bekanntesten Synchronsprechern Deutschlands und leiht u.a. John Cusack und Edward Norton seine Stimme. Zudem ist er als Dialogbuchautor und Dialogregisseur tätig und u.a. für die deutsche Synchronfassung der „Herr der Ringe“-Trilogie verantwortlich, in der er auch die Rolle des Gollum übernahm.«

Hier gibt es noch ein amüsantes Interview mit Andreas Fröhlich zur Hörbucharbeit an „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“:
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Querverweis:

1. ZAMONIEN-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
2. ZAMONIEN-Roman: Ensel & Krete Ensel & Krete
3. ZAMONIEN-Roman: RUMO RUMO
5. ZAMONIEN-Roman: Der Schrecksenmeister 
Der Schrecksenmeister
8. ZAMONIEN-Roman: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
9. ZAMONIEN-Roman:
Der Bücherdrache Der Bücherdrache
10. ZAMONIEN-Roman: Die Insel der Tausend Leuchttürme
Die Insel der Tausend Leuchttürme
11. ZAMONIEN-Band:Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte 

20 zamonische Flabeln
Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
12. ZAMONIEN-Roman: QWERT
, Ein Prinz-Kaltbluth-Roman in 43 Aventiuren  QWERT

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