- Text von Kathrin Rohmann
- Illustrationen von Jule Wellerdiek
- KNESEBECK Verlag, Februar 2025, www.knesebeck-verlag.de
- gebunden
- Fadenheftung
- Format: 20.5 x 25 cm
- 48 Seiten
- ISBN 978-95728-949-0
- 16,00 €
- Bilderbuch ab 5 Jahren

VON EISWAGEN-KLINGELN UND ZITRONEN-ZUNGEN-ZISCH
Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©
Nachdem sich der Geräuschehändler am Ende des ersten Bandes (siehe: Der Geräuschehändler) mit zauberhafter Unterstützung durch einen Flaschengeist auf eine Welt-Geräusche-Reise begeben hat, kehrt er nun mit allerlei klangvollen Mitbringseln in sein tönendes Geschäft zurück.
Am Montag will der Geräuschehändler zunächst seine zahlreich mitgebrachten Koffer und Taschen voller Weltenklänge auspacken und sortieren, da bringt der Postbote ein Paket, in dem sich zwei Badehosen befinden. Es stellt sich heraus, daß es sich um eine Rücksendung für das benachbarte Sportgeschäft handelt, und der Geräuschehändler will sich gleich auf den Weg machen, um das Paket beim richtigen Adressaten abzugeben.
Doch die beiden Badehosen beklagen sich beim Geräuschehändler über ihr Schicksal als Ladenhüter und bitten ihn um eine klangvolle „Freibad-Mischung“ mit „Arschbomben-klatschern“, „Tauchgluckern“ und „Wasserprusten“. Gerne erfüllt ihnen der Geräusche-händler diesen Wunsch. Damit haben die Badehosen nun hinkünftig deutlich bessere Verkaufschancen bei schwimmfreudigen Kindern.
Am Dienstag kommt „Super-Marion“, eine bekannte Computerspiel-Figur, ins Geschäft und verkündet, daß sie dringend „Ohr-Laub“ vom ständigen „Dü-de-lü-de-lüt, doing-dong, puff“ ihres Bildschirmdaseins brauche. Nach einigen Hörkostproben entscheidet sich Super-Marion für ein „Geräusche-Müsli“ mit Bauernhoflauten.
Am Mittwoch erscheint in der Nacht ein grünlicher außerirdischer Besucher und bittet um ein Souvenir von der Erde. Der Geräuschehändler öffnet seinen großen Musikvor-ratsschrank und läßt einen vielsaitigen instrumentalen und gesanglichen Klangteppich daraus hervortönen. Der Außerirdische ist entzückt und speichert dieses Souvenir in seinem Herzen.
Am Donnerstag schlendert die als damenhafte Bohnenstange personifizierte Langeweile herein, und der Geräuschehändler spielt mit ihr ein „Gähn-Quiz“, bei dem es darum geht, Müdigkeitsgähnen von Langeweilegähnen zu unterscheiden.
Und so geht es von Wochentag zu Wochentag weiter mit der Suche nach dem perfekten Eiswagenklingeln, dem schwierigen Umgang mit bedrohlichen, schrecklichen Lauten und schließlich mit der ansteckenden Freude verschiedener Lieblingsgeräusche.
Diese sieben Hörgeschichten beginnen stets mit einem Einleitungsrefrain, der das Haus und das Geschäft des Geräuschehändlers mit leichten Variationen beschreibt, sowie mit einigen einstimmenden, teilweise gereimten Geräuschewörterpaaren wie beispiels-weise „Dingeln und Klingeln“, „Schleckern und Kleckern“, „Schnurren und Knurren“.
Die heiteren Illustrationen begleiten den Erzähltext mit dynamischer Bewegtheit und stimmungsharmonischer Farbpalette.
Die Textdramaturgie ist sehr anschaulich und vorlesefreundlich, die Dialoge lebhaft, amüsant sowie gelegentlich situationskomisch und die Beschreibungen voller sinnlicher Details. Der Autorin gelingt die Kunst, hohe sprachliche Qualität mit kindgemäßer Wort-spielfreude zu verbinden. Wir erlesen bei diesen Geschichten nicht nur viele, viele Worte, die Töne benennen, sondern auch viele, viele Worte für die unterschiedlichsten Gefäße, in denen der Geräuschehändler diese Töne sorgsam aufbewahrt.
Auch der zweite Band des Geräuschehändlers bietet Kindern und Erwachsenen anregen-den Sprachspielraum für feinsinnige Wortakustik und phantasievolle Geräuschkulissen. Außerdem lassen sich diese Geschichten gewiß im Gespräch mit Kindern noch weiter-spinnen und um persönliche Geräuschvorlieben ergänzen.
Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.knesebeck-verlag.de/der_geraeuschehaendler_bekommt_post/t-1/1347
Hier entlang zum ersten Band: Der Geräuschehändler
Die Autorin:
»Kathrin Rohmann, geboren 1967, schreibt Bücher und Geschichten für Kinder. Während der Schulzeit wollte sie Bühnenbildnerin oder Journalistin werden – oder Bücher schreiben. Wegen Astrid Lindgren. Wegen eines Hundes wie Bootsmann hat sie dann eine landwirtschaftliche Lehre begonnen und studiert. Kathrin Rohmann lebt in der Nähe ihrer Heimatstadt Hannover und hat oft Fernweh. Weitere Informationen zu Kathrin Rohmann finden Sie unter: https://kathiroman.jimdofree.com/«
Die Illustratorin:
»Jule Wellerdiek zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Als freiberufliche Illustratorin und Autorin widmet sie sich nun dem, was sie am liebsten tut – sich Geschichten aus-denken und diese in Bilder verwandeln, am liebsten mit vielen schrägen Figuren und Details. Weitere Informationen zu Jule Wellerdiek finden Sie unter: www.julewellerdiek.de«
Querverweis:
Thematisch ergänzend bietet sich zudem das Bilderbuch „Was macht Püüüp?“ Was macht Püüüp? von Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels an, in dem ein neugeborenes Geräusch seine Bestimmung sucht und findet.


















