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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Dienstag, 31. März 2020

(Rezension) "Die Königin von Berlin" ~ Charlotte Roth

Die Bühne war ihr Leben -
und ihr Leben war eine Bühne
 

Wo sie auftritt, jubeln die Menschen der geheimnisvollen Carola Neher zu. Die Theater reißen sich um sie. Berlin liegt ihr zu Füßen in jenen letzten Jahren der Weimarer Republik. In durchfeierten Nächten verdreht sie einem berühmten Mann nach dem anderen den Kopf – doch im Herzen bleibt sie allein.
Ausgerechnet sie, die begehrte femme fatale, verliebt sich in den scheuen, zurückhaltenden Dichter, der von der gleichen inneren Glut verzehrt wird wie sie selbst. Was keiner für möglich gehalten hätte, tritt ein: Sie heiratet ihn. Doch eine brave Ehefrau wird Carola nicht, denn schon bald lockt sie das wilde Leben – und die Künstler Berlins, darunter Bertolt Brecht, der ihr die Chance ihres Lebens bietet …

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Verlag Droemer ◄ 

Charlotte Roth - Die Königin von Berlin
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Droemer HC; Auflage: 3. (2. März 2020)
ISBN-13: 978-3426282328  || € 19,99
Gelesen 03/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Sie war die Muse von Bertolt Brecht, so liest man es auf dem Cover. Doch wer war Carola Neher? "Die Königin von Berlin", das ist der Titel von dem neuen Roman der Autorin Charlotte Roth.
Es beginnt in einem kleinen Ort Sommer 1979, Weyher in der Pfalz. Dort öffnet sich der Vorhang zur Geschichte. Viele Menschen hatten das Dorf verlassen, waren in die Welt gezogen. Nicht so Annette, denn ihre Mutter war schwer erkrankt. Annette hatte viele Funktionen im Dort. So war sie auch Leiterin des Heimatmuseums voN Weyher. Doch das wurde kaum besucht. Interessant wird es, als ein Fremder sich nach Dokumenten einer Familie Ziegler erkundigt. Fotos wären für ihn sehr interessant. Er ist auf der Suche nach einer Verwandten der Zieglers, Carola Neher.
Rückblick München 1920. Dort lebt die Familie Baronek-Neher. Mit ihrer Tochter aus zweiter Ehe, Karoline, hatte die Mutter so ihre Probleme. Man könnte sagen, sie hatte Flausen im Kopf. Das Künstlergen des Vaters machte sie untriebig. Bei einem gemeinsamen Einkauf "flieht" Karoline, um ihren Traum zu verwirklichen. Sie will Schauspielerin werden, egal was da komme.
Die jeweiligen Kapitel sind wie eine Art Theaterstück aufgeführt. Zu jedem Akt wird auf die geschilderten Jahre hingewiesen.
Wer also war Karoline/Carola Neher?
Eine Frau aus einem vergangenen Jahrhundert.
Eine Geschichte, die sich nicht immer leicht lesen lies und dennoch sehr interessant.
All das zu einer Zeit, ein Jahrhundert zurück.
Carola Neher gehörte für mich zu den Frauen, bei deren Name ich zunächst kein Bild im Kopf hatte. Schnell stellt sich heraus, sie ist eine Frau für die damaligen Verhältnisse mit einem sehr starken Willen. Sehr gut bringt die Autorin dem Leser das Verhältnis von Brecht und Neher nahe. Den Namen Brecht kennt man und nach diesem Buch wahrscheinlich noch ein bisschen besser. Aber auch den Namen Carola Neher. Das hinter der Person Brecht ein eigensinniger und ziemlich selbstverliebter Mensch steckt, zeigt sich im weiteren Lauf des Romans. Und dann ist da noch Alfred Henschke, der sich Klabund nennt. Carola und Klabund, es ist eine zarte, feine Verbundenheit, eine Liebesgeschichte.
Was alles so durch die Nachforschungen von Annette und Georg herauskommt, ist nicht immer so ganz einfach zu lesen.
"Die Königin von Berlin" ist ein interessanter Zeitroman mit geschichtlichem Hintergrund. War es anfangs doch nicht so ganz einfach in einen Lesefluss zu kommen, es wurde interessant, ansprechend, lesenswert.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert und die Begegnung mit einer Muse

Erinnerungen an einen vergessenen Star

Sonntag, 22. März 2020

(Rezension) "Ein halbes Herz" ~ Sofia Lundberg

Kann man mit einem Herzen voller Geheimnisse wirklich lieben?

Ihre Kamera ist ihr Schutzwall gegen die Welt – denn obwohl die schwedische Fotografin Elin Boals eine glänzende Karriere in New York absolviert, hat sie sich zurückgezogen in ihren ganz eigenen Kosmos. Niemandem gewährt sie Zugang zu ihrem Inneren, nicht einmal ihrer Familie. Als sie völlig unerwartet einen Brief aus ihrer Heimat Gotland erhält, brechen die Erinnerungen mit Macht über sie herein. Denn Elin hütet ein tragisches Geheimnis – eine tiefe Schuld, die sie damals dazu



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Verlag  Goldmann ◄ Vielen Dank an Literaturtest

Sofia Lundberg -  Ein halbes Herz || Geb. Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (2. März 2020)
Sprache: Deutsch ||  ISBN-13: 978-3442314942
Originaltitel: Ett frågetecken är ett halvt hjärta || Kerstin Schöps (Übersetzer)
€ 20,-- ||  Gelesen 03/2020

Mein Leseeindruck: 

"Ein halbes Herz" ist der zweite Roman in Deutsch von Sofia Lundberg. Ich hatte erst vor wenigen Wochen "Das rote Adressbuch" gelesen. Ja, nun war ich wirklich gespannt auf die neue Geschichte.
Eins vorweg: Ich habe versucht, keinerlei Vergleiche zu den beiden Romanen zu ziehen. Und das ist auch gut so. Denn sie sind wirklich unterschiedlich und dennoch so gut!
Es beginnt in New York im Jahr 2017. Die 48jährige Starfotografin Elin kommt wieder einmal nicht pünktlich aus dem Studio. Dabei wartet ihre Familie, Mann und Tochter sowie die Schwiegereltern mit dem Essen. Es ist schon fast Gewohnheit, ihre Lieben zu enttäuschen. Als sie spät heim geht, leert sie nur den Briefkasten und sucht das nächste REstaurant auf. Ein Brief aus Schweden, aus Visby, Gotland ist dabei. Er enthält eine Art Sternenkarte und in Schwedisch steht dort:
Heute wurde ein Stern auf den  Namen Elin getauft.
(Zitat S. 11)
Rückblick: 1979 in dem kleinen Ort Heivide, Gotland.
Hier lebt Elin mit ihren beiden Brüdern und der Mutter Marianne. Der Vater sitzt im Gefängnis. Die Familie leidet unter Geldnot. Elin ist es, die immer wieder sich und ihre Brüder schützt - vor Marianne. So ist es nur gut, dass es Frederik gibt, der dem sie vertraut. Der, der zu ihr hält, sie vor den anderen in der Schule schützt.
Tropf, tropf, tropf. Wie oft hatte Elin in ihrem Versteck gesessen und die Regentropfen gezählt. Wie oft wünschte sie sich den Vater zurück. Alle ihre Briefe, nicht abgeschickt, nicht beantwortet ...
Die Kapitel wechseln jeweils in Vergangenheit und Gegenwart. Aus dem Leben in Gotland und dem Heute in New York. Elin hat eine Tochter, Alice. Sie wohnt nicht mehr daheim, geht ihrem Talent nach, tanzen. Elins Mann Sam ebenfalls Geschäftsmann, und irgendwann ist die Ehe aus der Spur gelaufen.
Es sind die Erinnerungen, die Elin durch die Sternenkarte einholen.
WER war Elin wirklich?
"Du bist ein einziges großes Fragezeichen. Für uns und für dich selbst. Ein Fragezeichen ist immer nur ein halbes Herz. Hast du dir darüber mal Gedanken gemacht? Man kann einen Menschen nicht aufrichtig lieben, wenn er ein Herz voller Geheimnisse hat. Das ist unmöglich."
(Zitat S. 269)
Es kommt der Tag wo ihre Tochter nach und nach von Elins wahrer Herkunft erfährt, woher sie kommt.
Kurzum, sie fliegen nach Schweden.
Die Charaktere Elin - zwei Personen, die man kennen lernt. Während die Elin der Gegenwart sehr unnahbar erscheint, ist die Elin in der Vergangenheit trotz aller Widrigkeiten eine Figur, die man ins Herz schließt. Und genau das Herz von damals hat Elin verpackt und verschlossen. Den Schlüssel dazu hat sie weggeworden.
Alle Charaktere sind gut aufgestellt. Es mag sein, dass es bis zur Klärung für manche zu lang dauert. Es mag sein. Ein rundum guter Lesegenuss.

Erinnerungen - Wenn das Herz Heilung sucht 

Mittwoch, 18. März 2020

(Rezension) "Hotel Inselblick - Stürmische See" ~ Anke Petersen

Der dramatische Abschluss der großen Amrum-Trilogie

Juli 1914. Die Bewohner der Pension Stockmann in Norddorf sind in heller Aufregung, denn die Hochzeit von Tochter Nele mit einem Kaufmannssohn steht unmittelbar bevor. Nele ist überglücklich, einzig die Tatsache, dass ihre geliebten Eltern diesen Tag nicht mehr miterleben können, vermag ihre Freude zu trüben.
Was keiner der anwesenden Gäste ahnt: Dies wird für lange Zeit der letzte unbeschwerte Tag nicht nur für die Insel Amrum sein, denn kurz darauf bricht der Erste Weltkrieg aus und verändert auch das Leben der Insulaner und der Familie Stockmann von Grund auf.


► © Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Verlag  Droemer Knaur TB ◄


Anke Petersen - Hotel Inselblick – Stürmische See
TB 512 Seiten  - ISBN-13: 978-3426522790  - € 9,99
Gelesen 03/2019

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

"Stürmische See" ist der Abschlussband der Amrum-Saga Hotel Inselblick von der Autorin Anke Petersen. Es ist ein ereignisreicher Roman, denn die Geschichte beginnt im Sommer 1914 und endet im Mai 1919.
Handlungsort ist die Insel Amrum. Die Autorin schreibt im Nachwort über ihre Recherchen zur Handlung, die belegt sind. Und gerade die damaligen Umstände auch das Ausmaß der Spanischen Grippe, den betroffenen Menschen, führt gerade in diesen Zeiten vor Augen, wie machtlos der Mensch doch manchmal ist. Nicht nur das. Aber es zeigt auch überzeugend die Hilfsbereitschaft der Bewohner.
Dass es das Hotel wirklich gegeben hat, weiß der Leser aus den ersten beiden Bänden.
Kurz zur Handlung. Endlich ist es soweit. Nele, die Enkeltochter von Marta und dem verstorbenen Wilhelm Stockmann, heiratat Johannes Steglitz. Doch das Glück währt nur kurz. Es wird Krieg geben. Die Urlauber bleiben weg und jeder kämpft ums Überleben. Krieg heißt Tod, Verlust. Und es macht auch nicht vor der Tür der Stockmanns Halt. Nele wird Witwe.
Das Buch hat einen angenehmen Schreibstil, und durch dasn intensive Eingehen der damaligen historischen Ereignisse, die zeitweise sehr ausführlich beschrieben sind, doch eine gut zu lesende Familiengeschichte. Die Personen wie immer gut ausgearbeitet und beschrieben. Gerade die gründlichen Recherchen tragen zu diesem historischen Roman einen enormen Beitrag bei.
Jeweils zu Beginn der Kapitel schreibt Marta in ihr Tagebuch. Es sind ihre stillen Gespräche mit Wilhelm. Der Start ins Buch beginnt mi dem Personenverzeichnis, hilfreich.
Abschließend sei gesagt, dass mir "Stürmische See" schon gut gefallen hat. Und dennoch zogen sich Passagen einfach zu sehr in die Länge. Das fand ich schade.
Der Roman vermittelt viele Stimmungen, lebendig, bedrückend und auch dramatisch.
Empfehlen kann ich die "Hotel Inselblick - Amrum-Trilogie" an alle Leser die bereits die Romane von Anke Petersen (Pseudonym)  lieben, aber auch Neueinsteigern, die an Familiensaga interessiert sind.

Ansich ein guter Abschluß der Familiensaga, aber dennoch nicht ganz befriedigend
Eine Familiensaga in Zeiten des Ersten Weltkriegs

Montag, 16. März 2020

(Rezension) "Verführt auf Guernsey" - Rike Stienen

Rike Stienen
Verführt auf Guernsey

Der Chirurg Theo Herbst steht kurz vor einem Burnout. Sein Freund Levi empfiehlt ihm als sein Hausarzt dringend einen Tapetenwechsel. Auf der Plattform Travel & Date wird Theo kurzfristig fündig und bricht mangels Alternativen zu einer Gartentour auf die Kanalinsel Guernsey auf. Statt der erhofften Erholung schlittert er dort von einem Abenteuer ins nächste. Zusätzlich stürzen ihn die taffe Mary und die alleinerziehende Mutter Carina ins Gefühlschaos. Entspannung sieht anders aus.



► Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei der Autorin

Taschenbuch: 231 Seiten
Verlag: Independently published (27. Januar 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 979-8604732403
€ 8,99
Gelesen 02/2019

Ӝ̵̨̄Ʒ
Mit dem Roman "Verführt auf Guernsey" geht es in der "Travel & Date"-Reihe von der Autorin Rike Stienen auf eine der Inseln im Ärmelkanal. Guernsey gehört zu England. Vielleicht auch schon mal davon gehört, dass der französische Schriftsteller Victor Hugo dort einige Zeit im Exil verbracht hatte. Da mich die damaligen französische Zeit sehr interessiert hat, ist das haften geblieben.
In dem nunmehr 10. Band der Reihe geht es um Theo, Chirurg mit Leib und Seele. Und daran war dann wohl auch das Ende mit seiner Freundin Moni schuld. Sein Hausarzt und Freund rät ihm daher dringend zu einer Auszeit, sprich Tapetenwechsel. Da gebe es eine Plattform, so Levi, die auch Single-Reisen anbieten. Letztendlich bucht Theo eine Reise "für Naturliebhaber" auf die Kanalinsel. Diese Reisegruppe war auf maximal zehn Teilnehmer begrenzt. Am nächsten Morgen bereut er seinen nächtlichen Entschluss, doch zu spät ☺ Allerdings hatte auch Levis Schwiegermutter die Reise gebucht. Ihm blieb aber auch gar nichts erspart. Doch zum Glück wurde er außerhalb der Reisegruppe untergebracht, auf einem Bauerhof. Besitzer war Jack und derzeit unterstützte ihn seine deutsche Enkelin. Sie war nach dem Tod der Großmutter seine Hilfe. Und ihre alleinstehende Schwester mit dem Kleinkind Benny wollte ebenfalls nachkommen. Was für ein Zufall, dass sich Theo und Carina sowie Benni im gleichen Flugzeug befinden.
Das Setting schien sehr vielversprechend. Die Kapitel haben wieder einmal die richtige Länge. Der flüssige Schreibstil lässt einen schnell in die Geschichte eintauchen. So sind auch hier die Charaktere gut aufgestellt, zum größten Teil authentisch und lebendig. Zeitweise hatte ich das Gefühl mitten unter den Personen zu verweilen.
Der Roman war sehr unterhaltend. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Hierbei überrascht am Ende Levis Schwiegermutter, auch wenn man ihren Entschluss fast erahnen kann.
Alles in allem ein wunderbarer Lesegenuss. Für mich aus der Reihe "Travel & Date"-Reihe ein Highlight.
Ӝ̵̨̄Ʒ  5 Lesegenuss-Bücher

Herzlichen Dank an die Autorin für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Ein Gute-Laune-Wohlfühlroman - Lesegenuss pur

Dienstag, 10. März 2020

(Rezension) Leas Spuren - Bettina Storks

Buchkauf

Paris 2016. Ein lukratives Erbe winkt der Stuttgarter Historikerin Marie und dem französischen Journalisten Nicolas, wenn sie eine schwierige Aufgabe lösen: Gemeinsam sollen sie ein lang verschollenes Gemälde finden und es den möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie zurückgeben. Ihre Suche führt sie nicht nur in die Wirren des Zweiten Weltkriegs und an die Abgründe der Besatzungszeit, sondern wird rasch zu einem atemlosen Ringen mit der Vergangenheit ihrer Familien. Im Dickicht des Kunstraubs der Nazis muss sich Marie einem schrecklichen Geheimnis stellen – und bald auch ihren Gefühlen für Nicolas.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 
Rechte: Cover / Info / Zitat  - zum Zeitpunkt der Rezensionsveröffentlichung
Verlag  Diana
Bettina Storks - Leas Spuren
TB Klappenbroschur, 464 Seiten
ISBN: 978-3-453-36046-4
Gelesen 01/2020

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

"Leas Spuren" von der Autorin Bettina Storks - hier begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in die wohl dunkelste Vergangenheit der deutschen Geschichte im Zweiten Weltkrieg.
Handlungsorte sind zum einen in der Gegenwart Stuttgart und Paris als auch in den vierziger Jahren des vergangenen Jh. ebenfalls Paris.
Es ist Oktober 2016 als die Historikerin Marie Bergmann nach Paris einer Einladung nach Paris folgt zwecks Regelung der Erbangelegenheiten von Victor Blanc. Niemanden der Familie war der Name geläufig. Omas Fredis Schwester hatte zwar eine lange Zeit während des Kriegs in Paris verbracht, aber die konnte nun nicht mehr gefragt werden. Beim Notar trifft sie Marie auf den Enkel von Victor, Nicolas. Das Testament birgt eine Überraschung, stellt es doch dar, dass es eine Verbindung zwischen Victor und Charlotte gab. Langjährige Weggefährtin, so hatte Victor von Charlotte im Testament gesprochen. Beide Anwesenden erben eine Wohnung in der Rue Oberkampf im elften Arrondissement. Doch das Erbe ist mit einem Auftrag verbunden, wofür sie ein Jahr lang Zeit haben, ihn zu erfüllen. Ein verloren gegangenes Gemälde des jüdischen Malers soll gefunden und an die rechtmäßigen Besitzer übergeben werden - wenn vorhanden.
S. 20
"Dieses Schreiben setze ich vorsorglich auf", fuhr Maitre Lambert fort. "Ich bin nun fünfundneuzig Jahre alt. Sollte meine Lebenszeit nicht ausreichen, die Angelegenheit selbst zu klären, dann ist es an Euch, Nicolas und Marie, geschehenes Unrecht wiedergutzumachen".
Geschehenes Unrecht wiedergutzumachen


Die Wohnung hatte Victor 1940 gekauft. Marie findet dort Aufnahmen ihrer Großtante. Und nicht nur das. Nicolas und Marie stoßen auf Papiere, Zeugnisse aus der deutschen Nazi-Zeit während der Besatzung von Paris. Charlotte war Bibliothekarin gewesen. Hatte in der Deutschen Botschaft in Paris gearbeitet. Welche Verbindung bestand zwischen den beiden?

Dies ist ein Blick in die Handlung. Je mehr man darüber offen schreibt, es würde einfach zu viel von diesem großartigen Roman preis geben.
Die Autorin entführt den Leser in das Paris zur Zeit der deutschen Besatzung, beschreibt den dort geführten Kunstraub, die Gier nach allem und eben auch die Ängste der betroffenen Menschen. Geschickt gelingt ihr der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dass jeder Protagonist mit seiner eigenen Geschichte dazu beiträgt, zwischen Wahrheit und Fiktion, ist ihr wirklich perfekt gelungen.
Aufgrund der Tatsache, dass ich schon eine Bücher von der Autorin gelesen habe, wurde ich auch mit diesem Roman nicht enttäuscht. Auch wenn es eine Zeitlang leider liegen bleiben mußte, aber das steht hier nicht an. Und es gibt halt auch manchmal Bücher, die nicht einfach nur mal so gelesen werden, sondern der richtige Zeitpunkt dafür abgepasst werden muss. Vieles aus der damaligen Zeit des Zweiten Weltkriegs, des geschehenen Unrechts, die Greueltaten, wir können es uns so gar nicht vorstellen. Auch wenn es wie hier im Roman vielleicht "nur" eine Geschichte ist, steckt sehr sehr viel Wahrheit dahinter.
Noch gibt es sie, die Zeitzeugen aus der Zeit, die überlebt haben. Die ihre Geschichten erzählen könnten, wenn sie es wollten.
Es gibt wenig, womit man mich normalerweise beeindrucken kann. Doch dieser komplexe Roman von Bettina Storks hat mich sehr beeindruckt.
Ich habe diesen Roman noch eine ganze Weile mit mir in Gedanken getragen. Diesem außerordentlichen Leseerlebnis gebe ich meine ausdrückliche Empfehlung.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  5 Lesegenuss-Bücher


Leas Spuren - nicht nur eine Geschichte ...