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Ein letztes Aufbäumen des Winters. Morgen soll es so weit sein: die ersten Plusgrade seit Wochen. Leider mit Regen. Aber Sonntag 9°? Das ist nahezu unvorstellbar. Die letzten Nächte waren widerlich kalt, -12°.

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So seltsam, daß Leute immer wenn sie ihre Kinder ermahnen den ganzen Namen sagen.
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Gänsefüßchen, dieses seltsame Wort. Anführungszeichen. Im Englischen: Quote, unquote. Wie heißen die richtig? Ah, quotation marks. Und dann immer die Leute, die beim Reden die Geste machen: Zwei Finger jeder erhobenen Hand deuten Strichelchen an.
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D. erzählt: Er ist an seinem üblichen Kaffeekoch(rast)platz, als zwei ältere Damen auf ihn zustürmen: „Sie müssen uns helfen.“ Sie wollen nach Timmendorf. Zu einer Beerdigung. Anscheinend haben sie um das zu finden nur einen Zettel mit Wegbeschreibung, kein Navi und keine Karte. Und sie seien nun schon zweimal falsch gefahren.
Ich dachte, wie absolut ungewöhnlich das heutzutage ist, daß Leute wirklich gar keine Hilfe von Internet, Navi usw. hinzuziehen. Eine Seltenheit. Zwei ältere Damen bedeutet dann in diesem Fall auch, so etwa 5-6 Jahre älter als er.
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Leute die Sexehn sagen statt sechszehn.
Und Leute die damals zum 5 Pfennigstück „Sechser“ sagten.
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Nebensächlichkeiten eines Tages
– Das Klopapier war seltsam, eine Rolle war ganz anders als alle anderen
– Nordwind, so daß nur der äußerste Rand der Fensterbänke verschneit war
– Tingeln heißt auf Englisch „to do small time“
– Sah mir Videos an in denen Menschen vortäuschten ohnmächtig zu werden um zu sehen wie ihre Bauernhoftiere reagierten. Kühen, Pferde, Schafe und Ziegen sprangen sofort zur Seite und weg vom Menschen, nur die Gänse eilten zur Hilfe.
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Jedesmal wenn ich irgendeinen Online-Doc auschecke, stoße ich irgendwann auf den link: „Penisgröße, was ist normal?“ Frage: Selbst wenn man jetzt nachläse, was hätte man von der Info? Was tut man im Falle der Abnormität? Dran ziehen? Verbergen? Mit was anderem wettmachen? Und who bloody cares anyway?
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Bei Lidl in B.: An der Kasse eine Frau, die mich fasziniert. Sie ist eine Mischung aus Ethnien, in den USA würde ich sie für eine Mexican/Native American/White woman halten. Gewelltes nach hinten gebürstetes Schwarzhaar, markante Nase, brünetter Hautton, flinke, dunkle Augen. Sie trägt eine schwarze Jacke aus Nickistoff mit allerlei Aufnähern drauf, die eher zu einer 16jährigen passen, Victory Zeichen mit Regenbogenfarben, Pinsel und Farbtopf, ebenfalls farbintensiv, „Be yourself“, Love, Peace etc.. Sie hat eine fröhlich klingende Stimme, die durch den Laden hallt, sehr freundlich, sehr kundennah, irgendwie als amüsiere sie heimlich das, was sie da tut.
Da D. und ich noch nie in dem Laden waren und grundsätzlich auch nie bei Lidl einkaufen, gehen wir da durch, als wären wir im Ausland.
Die Rettertüten interessieren mich. Aber nichts was darin ist, paßt zu uns.
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Es ist so seltsam, daß Menschen, die erfahren, daß ich die xte Blasenentzündung habe, mir immer noch den Rat mitgeben, ich solle viel trinken.
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Entschleunigung garantiert, bei Videos aus Japan. Hier mal wieder ein typisches Beispiel.
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Coincidence: Am selben Tag tauchte zweimal das Wort Shotgun Wedding auf. Einmal in dem Buch „An innocent fashion“ und einmal in einer Doku. Strange.
Das Buch ist ganz amüsant zu lesen. Vor 10 Jahren habe ich es mal fotografiert bei Dussmann in Berlin, weil mich das Cover ansprach. Und wie das immer so ist, stoße ich dann manchmal wieder auf das Foto und checke das Buch aus. Falls es summt, kaufe ich mir das Buch gebraucht.

Es geht da um einen jungen Menschen, der bei einer Modezeitschrift anfängt. Im Buch nennt er die Zeitschrift „Regine“, vermutlich soll es die Vogue oder die Vanity fair darstellen. Der Name klingt irgendwie so 50’s mäßig, so unflott, finde ich.
Witzig ist, daß das Buch damit beginnt, daß er in suizidaler Absicht in höhere Stockwerke strebt und findet, daß auch beim Selbstmord der Unterschied zwischen arm und reich eklatant ist, denn in New York ist es schwierig in die oberen Stockwerke von Häusern zu kommen, wenn man dort nicht wohnt oder arbeitet.
Die Kritiken sagen, es sei eine Mischung aus „Devil wears Prada“ und „Catcher in the rye“. Jedes Werk eines jungen Autoren, das was auf sich hält, kriegt diesen „Catcher“ Stempel. Das ist schon fast komisch, so sehr geht es einem auf den Sacco.
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