Ich war ja weiland nicht angetan, einen rheinland-pfälzischen Kultusminister im Radio verkünden zu hören, er hätte die alte Rechtschreibung nicht verstanden, aber die neue auch nicht. Aber der Mann war wenigstens ehrlich.
Die französische Regierung, und ganz speziell die Erziehungsministerin (der Recht schreib Korrektor ändert in „Erziehungsminister in“, Android ist offenbar nicht p.c.), jung und hübsch und Revolverschnauze, hat nun in der offiziellen Kommunikation über die Reform der Mittelschule (Collège) eine besondere Blüte geschaffen. Wo man hinhört, beschwört die Regierung „excellence pour tous“.
Merken die eigentlich nicht, welchen Stuß sie da reden?
Die Synonyme für excellent im Französischen sprechen für sich, und im Deutschen gleichermaßen:
Auserlesene, ausgezeichnet, außerordentlich, erstrangig.
Und das soll es „für alle“ geben? Ja, sicher, bei ARD und ZDF sitzen alle in der ersten Reihe. Aber wenn die Masse das Niveau des Besonderen erreicht, ist es nicht mehr besonders. Wenn das außerordentliche Niveau von vielen erreicht wird, ist es nur mehr ordentlich. Das weiß man beim Sport und anderswo. In der Politik ist es offenbar nicht angekommen.
Bisher allerdings ist selbst „ordentlich“ nach deutschem Maßstab eher exzellent in Frankreich: hier ist der Anteil der Analphabeten an den Abiturabsolventen höher als in der deutschen Gesamtbevölkerung. Übrigens trotz – oder wegen? – Ganztagsschule, Fremdbetreuung ab dem ersten Lebensjahr und 12klassigem Weg zum Abitur…
Exzellenz für alle. Klar. Und keiner darf mehr auffallen. Herausragen ist unerwünscht.


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