Dieses Fundstück wollte ich euch nicht vorenthalten:
Archiv für Mai 2010
Hausbesetzer
So titelt die Kollegin Kanzelschwalbe in ihrem neuesten Eintrag und verweist auf einen Artikel von Präses Nikolaus Schneider, in dem dieser in etwa „nein“ zu dieser Frage sagt. „In etwa“, weil das nein nur in der Zusammenfassung so deutlich klingt und im ausführlichen Artikel wesentlich differenzierter wird.
Aber so ganz stimme ich mit ihm nicht überein.
Ja, mit der Taufe werde ich Mitglied einer bestimmten Kirche und sogar einer bestimmten Gemeinde. Reformierte Theologie, die ja der rheinischen Kirche nicht fremd sein sollte, legt besonders Wert darauf, daß nicht erst eine regionale Organisation (Landeskirche) oder gar eine Weltorganisation (römische Weltkirche) Kirche ist, sondern daß Kirche sich lokal konstituiert. Wie Präses Schneider selbst zitiert: „Wo zwei oder drei in [Jesu] Namen beisammen sind…“
Aber mit jedem Umzug werde ich fast zwangsläufig aus dieser Ortsgemeinde herausgerissen, oft genug auch aus der Landeskirche. (Ich hatte Wohnsitze im Bereich der Ev. Kirche von Westfalen, der Ev. Kirche Kurhessen-Waldeck, der Ev. Kirche in Baden und der Ev. Kirche von Hannover.) Ich finde mich in eine neue Kirchengemeinde ein – oder auch nicht, muß mich neu orientieren. Was bleibt von der alten Gemeinde? Ein Gesangbuch, das am neuen Ort nur noch teilweise nützt?
Und wenn eine Gemeinde mir in wesentlichen Punkten wirklich nicht entspricht – da gibt es vielerlei Gründe, wiewohl auch vieles da angeführt werden kann, was nicht zur Trennung führen sollte – dann gehe ich eben woandershin.
In Ostfriesland ist es sogar einfach: aus der Hannoverschen aus- und in die Reformierte Kirche in Bayern und Nordwestdeutschland eintreten. Oder umgekehrt. Woanders ist es schwerer.
Aber wie die Kirche nun heißt, ob Landeskirche oder Freikirche, ändert nichts am Taufbund Christi mit mir.
Es stimmt, was Präses Schneider schreibt – wenn man es anders formuliert:
„Abseits jeder Kirche und Gemeinde an Gott glauben – das geht nicht.“
Aber so, wie er es formuliert, eben nicht. Denn ob man dazu einer Gemeinde formell mit Unterschrift angehört, oder ob man sich einfach nur geistig-geistlich dazu zählt und an ihrem Leben eifrig teilnimmt, das macht keinen Unterschied. (In der Evangelisch-Reformierten Kirche Frankreichs, Partnerkirche der Rheinischen Kirche, gibt es keine formelle Mitgliedschaft. Und doch ist sie Kirche.)
Zum Gemeindeleben gehört auch die finanzielle Seite. Und viele Menschen, die einer nicht kirchensteuerberechtigten Kirche angehören, geben wesentlich mehr ihres EInkommens für ihre Kirche aus – ohne es immer von der Steuer absetzen zu können, wie das bei der KiSt. möglich ist.
Und ich habe das dumme Gefühl, letztendlich geht es Präses Schneider viel weniger um geistliche Teilnahme als um den „denier du culte“ – die Kirchensteuer. Sonst hätte er anders gesprochen, hätte auch von den vielen gesprochen, die zwar Kirchenmitglieder sind, aber geistig längst ausgetreten.
Der Herr von Stand
Der Herr von Stand hat beschlossen:
Plastikgeschirr ist was für Kinder und profane Leute.
Ab sofort trinke ich nur noch aus Porzellangeschirr.
Demnächst steht wohl eine Reise nach Meißen an. Oder nach Limoges. (Lunéville-Geschirr ist ihm sicher nicht fein genug!)
Vorerst wird er sich aber mit „Villeroy und Boch“ begnügen müssen.
Ich hab…
… schon meine Steuererklärung abgegeben.
Und ich weiß auch, wer nicht…

Hinweis
Sprichst du französisch? Oder liest es wenigstens halbwegs? Und kennst du Urlaub auf dem Campingplatz?
Dann könnte dich eine Predigt meines Kollegen Rudi Popp aus Reims ansprechen.
Pfingsten.
Es ist Erntefest, und das Fest der Toragebung. Fünfzig Tage nach Passa das zweite Hochfest der Juden. Die Tora, das Gesetz – Symbol für den Bund Gottes mit seinem Volk. Passa, Fest der Befreiung, und nun das Fest der Weisung. DasFest der Auserwählten.
Die Stadt ist voll mit Pilgern aus aller Herren Länder. Alle sprechen in ihren Sprachen, es ist ein babylonisches Durcheinander.
In die Feststimmung hinein ein Geräusch. Ein lautes Brausen. Es ist am lautesten bei einem Haus – dort, wo zwölf Männer beieinandersitzen und beten. Sie sprechen zu den Pilgern, und jeder hört sie in seiner Sprache reden. Dabei sind alle 12 Galiläer. Ihr Dialekt ist ungefähr so markant wie der des Bayrischen Waldes oder Ostpreußens. Nicht unbedingt, was ein Ausländer am besten versteht. Aber sie verstehen. Alle. Griechen und Türken, Syrer und Judäer, Römer und Angelsachsen…
Aus dem Fest der Auswahl, der Absonderung, wird das Fest der Einheit. Fest des Gottes, der nicht trennt, sondern vereint. Der nicht absondert, sondern verbindet.
Mancher hätte sich vielleicht mehr von diesem Brausen gewünscht, letztens in München. Mehr Gemeinsames, Überwindung dessen, was trennt. Mancher hätte vielleicht mehr von diesem Brausen gewünscht, an vielerlei Orten in Deutschland, wo diejenigen waren, die nicht nach München gefahren sind, die nicht glauben, daß ökumenischer Einsatz noch was bringt, weil die anderen sich ja nicht bewegen.
Aber warum so weit wegsehen, auf die anderen? Warum die Institutionen anklagen, die doch von Natur aus schwerfällig sind, die auf die Langsamsten Rücksicht nehmen müssen? Warum nicht zuerst mal an uns selbst denken, haben wir ihn nicht selbst nötig, diesen Geist, der Frieden schenkt, durch den wir unseren Nächsten annehmen können, statt uns vor ihm zu fürchten? Durch den wir vergeben können, statt Vorwürfe zu machen? Durch den wir verbinden können, statt zu trennen? Sehnen wir uns nicht danach, so sehr, daß es weh tut?
Aber der Geist, der über ihnen weht, berührt nicht alle. Einige werden durch ihn verändert, umgewendet, bekehrt. Andere machen sich darüber lustig. Aber die Apostel sind nicht betrunken. Seit wann auch kann man im Suff Sprachen sprechen, die man nüchtern nicht kennt? Das wäre neu…
Nein, sie sind allesamt nüchtern. Was in ihnen wirkt, ist nicht der Weingeist, sondern der Heilige Geist.
Zwischen allen, die von ihm verändert werden, schafft dieser Geist Verbindung. Sie sind tausende allein an diesem Tag. Die anderen bleiben außenvor. Sie beobachten, begutachten, kommentieren… machen sich lustig. Sie bleiben außen vor. Wie schade!
Wir haben heute ein Kind getauft. Es hat einen Vater, eine Mutter, einen Paten und eine Patin im Taufregister stehen – und es hat über fünfzig Taufzeugen. In gewisser Weise sind wir alle seine Paten; es kann uns fragen, und es kann uns in Frage stellen. Uns selbst erinnert diese Taufe vielleicht auch an unsere eigene Taufe. Vielleicht auch an unsere Konfirmation, als wir mit eigenen Worten bestätigt haben, was bei unserer Taufe Eltern und Paten versprochen haben… und in Frankreich ist traditionell der Pfingsttag Konfirmationstag.
Einer von über 86’000…
bin ich, die diese Petition mitgezeichnet haben.
Es geht um folgendes:
Die niedergelassenen Hebammen, die Geburten zuhause, im Geburtshaus oder auch in Belegbetten in Kliniken und Krankenhäusern betreuen, müssen eine Haftpflichtversicherung abschließen. Die Versicherung tritt ein für Schäden, die durch unsachgemäßes Vorgehen, Irrtümer etc. entstehen – schließlich sind alle Menschen, die in Heilberufen arbeiten, Menschen und somit fehlbar.
Die Prämie dieser Haftpflichtversicherung ist in den letzten 20 Jahren von unter 400 Mark auf 2370 Euro jährlich gestiegen. Ab ersten August sollen es fast 3700 Euro werden.
Bereits jetzt ist nur noch jede vierte Hebamme überhaupt bereit (bzw. dafür versichert), eine Geburt zu betreuen. Demnächst werden es noch viel weniger…
Damit wird zum einen den Müttern die Möglichkeit genommen, ihre Schwangerschaft und Geburt nicht als Krankheit zu erleben, sondern mit einer Fachfrau einen besonderen Abschnitt im Leben betreut zu gehen.
Zum anderen wird mal wieder die öffentliche Gesundheitskasse belastet, denn die Betreuung der Schwangeren durch Ärzte und klinische Hebammen ist wesentlich teurer… unter anderem, weil die Pauschale für die Hebamme nur die Hälfte beträgt von der für die Klinik.
Dagegen hat unsere Hebamme (im Krankenhaus; die nächste, die auch Geburtsvorbereitung und -nachsorge macht, wenn auch keine Geburten, ist weit weg!) uns gesagt, die niedrigste Quote an Komplikationen hätte man bei weitem nicht in Frankreich, wo die Geburtshilfe am stärksten medikalisiert ist, sondern in den Niederlanden, wo jede zweite Geburt zuhause geschieht!
Alles spricht also für die Stärkung der Hausbetreuung der Schwangeren durch niedergelassene Hebammen – aber die Politik der „Gesundheitskassen“ (welch ein Unwort) und der Haftpflichtversicherer konterkariert diesen sinnvollen Ansatz.
Und darum werbe auch ich für eure Stimmen zu dieser Petition.
und noch eins…
Und eins sag ich euch: das geht bei uns nicht so.
Denn ich geh nicht aufs Sofa! Wuff!
Schnelltipper
Airedale-Freuden
gefunden hier.
Der Junghund aus dem Film ist auch jetzt schon vier, die Hündin 10 (und mächtig zu schwer, würd ich sagen: „75 lbs, she should have 65“ sagt die Besitzerin, und wenn ich mich mit den lb nicht verrechnet hab, dann wiege ich grad mal 45 lbs und bin damit bestimmt nicht unterernährt genau richtig), aber die zwei sind schon hübsch anzusehen so zusammen.
Ein zweites Video zeige ich euch nicht hier im Blog, sondern verweise auf Sunshades Blog, denn sie möchte damit einen Preis gewinnen.
Ich frage mich nur: ich habe etwas Zahnstein, aber wieso hat Sunshine so abgestumpfte Reißzähne? Sind die so abgenutzt – oder hat die ein Zahnarzt abgeschliffen? Die sind zwar nicht in USA, aber in Canada sind die Menschen vielleicht ja genauso verrückt…
Schaut auch mal, etwa bei 0:54, da hat sich der andere Hund so lange aufgeregt und wußte nicht, wie er mit der geifernden Hündin umgehen sollte – und da kollert er ihr einen Apfel hin. Oder sowas in der Art.
Auch der „Junghund“ hat sein Blog. Ob der allerdings wirklich so sprachunbegabt ist, wie es in dem Blog scheint, weiß ich nicht. Er sieht eigentlich schlauer aus. 😉


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