In einem Kommentar zu diesem Eintrag der Kollegin Pressepfarrerin sah ich den folgenden Filmspot, den ich euch nicht vorenthalten möchte.
Ich weiß nicht, was Nenne dazu sagt, aber ich glaube, die Pfarrfrau findet den Film nicht zum Lachen…
Archiv für August 2009
Mißbrauch…
Das Stoppschildgesetz der Bundesregierung liegt derzeit auf Eis. Der Bundespräsident hat es noch nicht gesehen, und außerdem muß die EU es noch prüfen.
Und falls der Bundespräsident wirklich seine Unterschrift druntersetzt, druntersetzen kann, bevor der neue Bundestag im Oktober zusammentritt, bleibt die Frage offen, ob dieses Gesetz überhaupt rechtmäßig zustandegekommen ist: es behandelt Fragen, die nach dem Grundgesetz einzig in die Kompetenz der Länder fallen…
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Seit einigen Tagen bombardiert mich ein KV-Mitglied mit Nachrichten über „Grippe A“ in Frankreich. Tatsächlich gibt es einige tausend „mögliche oder bestätigte“ Infektionen und drei oder vier Todesfälle im Land. Gestorben sind immer Menschen mit ohnehin grottenschlechtem Gesundheitszustand.
Meine Gemeinderätin meint jedenfalls, ab September müßten (!) wir die Einzelkelche beim Abendmahl einführen, und „wahrscheinlich bleiben die Schulen erst mal geschlossen.“
Na gut, wir sind in Frankreich, dem Mutterland der Hysterie. Wahrscheinlich werden überall schon Antibiotika gebunkert, gegen das H1N1-Virus…
Aber dennoch: es gibt bisher keinerlei Anzeichen, daß diese Grippe schlimmer wäre als alle bisherigen Grippe-Viren der letzten 30 Jahre. Und da wurde auch keine Massenimpfung durchgeführt, sondern bestenfalls bei Risikogruppen mit viel Menschenkontakt (speziell: Krankenhauspersonal, Lehrer, Altenpfleger…) eine Impfung empfohlen. Ich habe mal drüber nachgedacht und dann doch nicht.
Warum also jetzt dieses Trara?
Ich vermute: weil ganz viel Geld dahintersteckt. UNd weil die maßgeblichen Leute, die sich ständig über die Gefahren äußern, nur zu oft mit Pharmakonzernen lukrative Verbindungen unterhalten.
Mit meiner Zustimmung wird es hier jedenfalls keine Einzelkelche geben: die Infektion wird schon durch die Begegnung weitergegeben, da macht es keinen wesentlichen Unterschied, ob man noch aus dem – alkoholhaltigen – gemeinsamen Topf trinkt. Wer infiziert ist mit gleich welchem Erreger, sollte sich eh fernhalten von dem Kelch, das nimmt dem Abendmahl nichts von seiner Wirksamkeit. Ich habe letzten Sonntag auch nicht vom Kelch getrunken, obwohl ich der letzte in der Kette war: ANtibiotikum und Alkohol…
und gerade die gesundheitlich schwächsten Menschen wären diejenigen, die nicht aus dem Schnapspinnchen, sondern aus dem Gemeinschaftskelch trinken würden: „ich bin auch ohne so neumodischen Unfug über 90 Jahre alt geworden“, ich hör’s doch schon…
Nein, ich lasse mich nicht verrückt machen.
Predigttext für Sonntag: Wem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern.
Splitter.
Die Beerdigung am Nachmittag konnte ich natürlich nicht selbst halten, da war es doch gut, daß Ferien sind und wir eine Studentin zur Pfarrvorsorgung zusätzlich hier haben. Auf diese Weise erwerben Studenten schon etwas Erfahrung in dem Beruf, in den sie später ziemlich brüsk hineingeworfen werden; ein richtiges Vikariat wie in Deutschland ist aus finanziellen Gründen nicht möglich.
Nach der Pflicht war sie dann noch bei uns, zum Kennenlernen und auch, um mir alles Nötige zu erzählen, damit ich nachher die Witwe ein wenig betreuen kann. Wenn die denn will…
Dabei haben wir unter anderem auch über den Gebrauch des Talars gesprochen. In deutschen Landeskirchen ist er ja allgemein üblich, in Freikirchen dagegen gar nicht; manche Kollegen tragen mittlerweile Albe und Stola… und hier gibt es je nach Gemeinde einen gewissen Widerstand gegen dieses ach so klerikale Kleidungsstück.
Für mich ist es ja schlicht Amtstracht, und ich würde auch jeden „Laien“-Prediger mit dem Talar ausstatten, aber das sehen eben viele Leute anders, und in Frankreich dürfen den Talar nur Magister oder höher promovierte Menschen tragen…
Allgemein hilft der Talar aber gerade kirchenfernen Menschen, den Pastor unter allen anderen zu erkennen. Er enthebt der Frage, ob der Pastor nicht schon mehrfach die gleiche Krawatte getragen hat, ob die Pastorin nicht den Rocksaum tiefer und das Decolleté dafür höher hätte tragen sollen, und ermöglicht es auch, die Person des Predigers ein wenig in den Hintergrund treten zu lassen, damit die Botschaft im Vordergrund steht. Der Prediger soll da schließlich nicht sich selbst beweihräuchern (lassen), sondern Sprachrohr für die Botschaft eines anderen sein. Gewissermaßen Resonanzboden…
Nun, der Talar ist vielen Menschen, die man so fragt, zu schwarz. Zu trist. Darum die Albe, die Stola… und darum hat auch die nachkonziliare römische Kirche großen Gefallen an bunten Farben. Allerdings gibt es manchmal auch Fehlgriffe. Ein englischsprachiges Blog stellt sie vor, und eine ausgewählte Verirrung möchte ich besonders hervorheben. Luftballons auf dem liturgischen Gewand? Aber sonst geht es gut, ja?
Zugegeben: der Tonfall in diesem Blog ist ziemlich drastisch, und ein wenig Mäßigung stünde dem Autor vielleicht genausogut an wie den Urhebern der farblichen und symbolischen Verirrungen, die er aufgreift. Aber bei aller Freude an den Farben und dem Licht komme ich doch manchmal erleichtert auf die calvinistische Schlichtheit zurück…


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