Archiv für Dezember 2008

31
Dez
08

Zur Wochenmitte – Jahresausklang

Nun ist die Zeit gekommen, das Jahr 2008 in die Hände dessen zurückzugeben, der es uns geschenkt hat. Einen Rückblick erspare ich euch – ihr habt ja eh mitgelesen! 😉

Diese Worte von Johann Heinrich Voss sollen die Stunde beschreiben:

Das Jahr ist hingeschwunden,
Wie Schaum im Wilden Bach.
Denkt seinen heitern Stunden,
Denkt seinen trüben nach.
Zu jenen grauen Jahren
Entfloh’ es, welche waren;
Es brachte Freud’ und Kummer viel,
Und führt uns näher an das Ziel.

In stetem Wechsel kreiset
Des Menschen kurze Zeit;
Es blühet, altert, greiset,
Und geht zur Ewigkeit.
Bald schwinden selbst die Schriften
auf seinen morschen Grüften;
Und Schönheit, Reichthum, Ehr’ und Macht
Sinkt mit hinab in Todesnacht.

Sind wir noch alle lebend,
Wer heute vor dem Jahr,
In Lebensfülle strebend,
Mit Freunden fröhlich war?
Ach mancher ist geschieden,
Und liegt und schläft in Frieden!
Wir wünschen Gottes Ruh’ hinab
In unsrer Freunde stilles Grab!

Wer weiß, wie mancher modert
Ums Jahr, gesenkt ins Grab!
Unangemeldet fodert
Der Tod die Menschen ab.
Trotz lauem Frühlingswetter,
Wehn oft verwelkte Blätter.
Wer von uns nachbleibt, wünscht dem Freund
Im stillen Grabe Ruh’ und weint.

Der gute Mann nur schließet
Die Augen ruhig zu:
Mit frohem Traum versüßet
Ihm Gott des Grabes Ruh’.
Er schlummert kurzen Schlummer
Nach dieses Lebens Kummer;
Dann weckt ihn Gott, von Glanz erhellt,
Zur Wonne seiner bessern Welt.

Wohlauf denn, frohen Mutes,
Auch wenn uns Trennung droht!
Wer gut ist, findet Gutes
Im Leben und im Tod’.
Dort sammeln wir uns wieder,
Und singen Wonnelieder.
Wohlauf, und: Gut seyn immerdar!
Sey unser Wunsch zum neuen Jahr.

22
Dez
08

Bitte lesen!

Und zwar diesem Link folgen.
Ich bin tief betrübt.

God’s own people – ob ja oder nicht, das sei dahingestellt; hier mag man nur noch mit Tevje sagen: „… aber kannst du nicht mal, wenigstens für einen kleinen Moment, ein anderes Volk auserwählen?“

22
Dez
08

dpa: Gezielte Falschinformation?

Ob Tagesspiegel oder ZEIT, man liest quasi wortgleich einen Artikel über neuerliche Qassam-Angriffe auf Sderot, den kleinen Ort im südlichen Israel. Als Quelle ist angegeben: mpr/dpa

Darin der abschließende Absatz:

Bei einem Hubschrauberangriff der israelischen Luftwaffe im nördlichen Gazastreifen wurde eine einsatzbereite Abschussrampe zerstört, wie der Sprecher sagte. Eine sechsmonatige Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen war am Freitag zu Ende gegangen. Mit dem Ablauf der Vereinbarung hatten die Palästinenser ihre Angriffe verschärft. (mpr/dpa)

Falschinformation? Jein.
Nein, denn was da gesagt wird, ist nicht falsch.
Ja, denn damit wird dem nicht 100% aufmerksamen Leser eine deutliche Wahrheit verhüllt, die aber den deutschen Medien immer wieder unangenehm ist.
Lesen wir also noch einmal:

Mit dem Ablauf der [Waffenstillstands-]Vereinbarung hatten die Palästinenser ihre Angriffe verschärft.

Hinter diesem kleinen Wörtchen verbirgt sich, daß die Hamas seit Wochen schon den Waffenstillstand stetig gebrochen hat… was aber europäischen Medien nicht wichtig war. Sie zitieren ja lieber wörtlich die Pressemeldungen aus Gaza und Iran und geben das als unabhängige Berichterstattung aus…
Man erweckt beim oberflächlichen Leser den Eindruck, die Angriffe hätten erst mit dem Ende des Waffenstillstands wieder angefangen. Das nenne ich nicht unabhängige Berichterstattung, das nenne ich Demagogie. Halbwahrheiten sind die schlimmeren Lügen.

16
Dez
08

Christkind, Nikolaus, Weihnachtsmann

Die Haselmaus hatte mich gefragt, wie denn das aussieht in Frankreich mit dem Christkind und dem Weihnachtsmann.
Als Urvater habe ich den Nikolaus noch hinzugenommen; ohne Nikolaus kommen wir nicht zum Weihnachtsmann…

Eine alte Tradition will, daß der Nikolaus, Schutzpatron der Kinder, der Seeleute und weißichvonwemnoch, an seinem Feiertag, dem 6. Dezember, den Kindern Geschenke bringt. Das kann sich regional verschieden ausformen, so gibt es Gegenden, wo die Nacht vom 5. auf den 6. Dezember DIE Nacht ist, in anderen kommt der Nikolaus am Abend des Nikolaustages. Eher neueren Datums dürfte die Sitte sein, die Schuhe vor den Kamin zu stellen bzw. die Socken an den Kamin zu hängen; in den Hütten des Mittelalters fehlte dazu meist die Möglichkeit…
Der Weggenosse des Nikolaus, Knecht Ruprecht oder wie er immer heißen mag, hat wahrscheinlich nur eine Aufgabe: den Nikolaus als den Guten dastehen zu lassen, während die Schelte nicht vom guten Niklas kommt, sondern vom Schwarzen Mann.

Die deutschen Reformatoren, so heißt es, wollten Nikolaus das Wasser abgraben und erfanden das Christkind, Flügelmädchen, Engel oder wie auch immer… aber Nikolaus blieb davon relativ ungerührt. Die Geschenke wurden vielleicht kleiner, aber trotzdem kam Nikolaus jedes Jahr…
In Amerika verlor er, der mit niederländischen Aussiedlern über den Teich gekommen war, dann seine bischöflichen Attribute: Mithra und Hirtenstab. Statt dessen bekam er eine Schlafmütze.
Der rote Mantel allerdings war ursprünglich schon Nikolaus eigen, rot ist Farbe der Bischöfe.

Der Schlafmützenmann, Santa Claus oder nur Santa, kam mit Coca Cola zurück nach Europa und heißt hier Weihnachtsmann oder Père Noël. Mittlerweile nimmt er in der Ikonographie dem Nikolaus die Show; selbst zum Nikolaustag sieht man kaum noch Bischöfe, sondern nur noch Schlafmützige.

Soviel zur Geschichte…
die Nikolaus-Sitte scheint im Westfränkischen, sprich Frankreich, kaum bekannt zu sein. Die meisten Kinder kennen St. Nicolas genausowenig wie St. Martin. Lediglich in den Grenzgebieten nach Belgien und Deutschland wird Nikolaus begangen.
Auch das Christkind ist in Frankreich unbekannt – vom Elsaß einmal abgesehen, das ja ohnehin seine eigenen Traditionen pflegt. So gibt es auch keine Übersetzung für das Wort „Christkind“! (Das verwundert allerdings wenig; haben sich doch die Franzosen gegen die Ideen der Reformation jahrhundertelang zur Wehr gesetzt, und wo die Reformation trotzdem Fuß faßte, war es meist nicht in deutscher Tradition, sondern im etwas kargen Geist Calvins.)
Dafür ist „Père Noël“ in aller Munde, aller Kopf und – äh, ja, in allen Regalen. Den französischen Kindern bringt er die Geschenke – übrigens vom Himmel und nicht aus Groenland!- , und sie widmen ihm dafür viele affektive Lieder. Der Rentierschlitten hat hier wohl keine Zulassung bekommen; Lindt produziert seit ein paar Jahren Gold-Rentiere, die aber relativ wenig Anklang finden. Dafür gibts schokoladig allerlei Arten von Viehzeug zu kaufen, was man in Deutschland nie und nimmer mit Weihnachten verbinden würde!
Und natürlich kommt eines Tages die Frage, ob man noch an den Weihnachtsmann glaubt; da die Kinder ab drei Jahren zur Schule gehen, werden sie auch recht bald mit dem himmelslosen Lehrplan der Republik vertraut gemacht, aber die Frage des Weihnachtsmanns regelt sich eher unter den Kindern.
Auch der Osterhase ist übrigens in Frankreich ursprünglich nicht bekannt, er kam übers Elsaß nach Frankreich gehoppelt. Und auch zu Ostern gibts Schildkröten, (echte) Hasen, Enten, Drosseln, Meisen und sonstiges Gekreuch und Gefleuch aus Schokolade, aber der Eierhase ist wenig vertreten.

Nicht verschwiegen werden soll, daß es auch Leute gibt, die den dicken Fellmützenmann nicht leiden können: alljährlich zeigt das Fernsehen den Film „Le Père Noël est une ordure“ (Der Weihnachtsmann ist ein Dreckstück). 😀

13
Dez
08

Spielkind – gamin

Seit sieben Monaten habe ich, haben wir ein schönes und fast neues Auto. Na ja, fünf Jahre sind nicht alt für ein Auto, oder?
Zum ersten Mal habe ich nun ein Auto mit Klimaanlage. Die macht mir im Winter die Scheibe frei, und wenn ich sie ausschalte, beschlägt die Windschutzscheibe aus den Lüftungsdüsen.
Ich kann die Sitze ausbauen und in die Garage stellen.
Und ich kann das Auto hupen lassen, ohne daß jemand drin sitzt.
Wenn ich nämlich auf die „schließen“-Taste drücke, und das Auto ist schon verschlossen, dann meint das Auto, „man sucht mich“, und meldet sich. Mit wildem Blinken und einem Hupton.
Das geht auch, wenn man in einem Geschäft ist oder im Restaurant, und draußen will sich jemand ans Auto lehnen – so Leute gibts ja… und man kann auch harmlose Fußgänger erschrecken. Wo ist doch gleich die versteckte Kamera?
Aber ich muß wohl die Batterie erneuern lassen, neulich ließ sich das Auto nur mit Schlüsseldrehung abschließen.

Depuis sept mois j’ai, nous avons, une belle nouvelle voiture. Enfin, elle a cinq ans, mais est-ce vieux pour une voiture, de nos jours ?
Pour la première fois, j’ai une voiture avec clim. La clim m’enlève la buée des vitres, et si je l’arrête, elle crée de la buée au-dessus des bouches de l’aération.
Je peux démonter les sièges pour les laisser au garage.
Et je peux claxonner sans être dans la voiture. Car si elle est fermée, et j’actionne le bouton „fermer“ sur la clé, la voiture se dit „on me cherche“, et se manifeste, en clignotant des clignotants [sic] et émettant un coup d’avertisseur.
Ça fonctionne très bien même quand on est dans un magasin ou au restaurant. Il y a parfois des gens qui, en discutant, s’asseyent sur d’autres voitures – moooop ! Et on peut irriter d’innocents piétons – elle est où, la caméra cachée ?
Mais je crois qu’il faut faire changer la pile ; l’autre jour il fallait un tour de clé pour verrouiller la voiture.

12
Dez
08

„geschützt“…

… heißt nicht „keiner darfs lesen“.
Das Sesam-Wort kann bei mir*) erfragt werden.

*) beispielsweise durch einen Kommentar in diesem Eintrag

12
Dez
08

Geschützt: Zum T* mit der Feierei!

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09
Dez
08

Achtung, WordPress-Nutzer!

Im Dashboard, direkt neben der äh, nun ja, neuen Anrede „Howdy, Wolfram“, drängt sich ein neuer Menüpunkt auf: „WordPress beschleunigen“ nennt er sich.
Ich habe das Angebot ausprobiert: es installiert eine Google-Funktion namens „Google Gear“ in den Firefox. Außerdem läuft ein weiterer Prozess im Hintergrund, der sich „Google Update“ nennt.
Nun ist Google nicht gerade für Diskretion bekannt… aber selbst wenn man davon mal absieht: mir hat das Ding den Firefox ziemlich lahmgelegt:
als ich meinen FF-basierten Feedreader laufen ließ, hat er sich beim ersten WordPress-Blog schlicht aufgehängt. Und alle anderen Seiten bauten sich langsamer auf als in jenen Zeiten, als eine Datengeschwindigkeit von 5kB/s noch schnell war und wir die Anmeldegeräusche des Modems mitpfeifen konnten… Nach einem Neustart des Firefox war übrigens keinerlei Geschwindigkeitssteigerung beim Laden von wordpress-Seiten festzustellen. Woher auch? Wenn man seinen Cache ordentlich verwendet und/oder eine schnelle Datenleitung hat, braucht man solche Tools nicht. Davon abgesehen bietet der Fuchs selbst eine Prefetch-Funktion an.
Vor Google Gear kann ich also nur warnen.

Anders als andere Add-Ons kann Google Gear nicht durch den FF selbst deinstalliert werden, man muß über die Systemsteuerung gehen. Das Deinstallieren dauert eine halbe Ewigkeit; sinnvollerweise sollte man nachher noch einen Registryputzer laufen lassen, um alle Spuren dieses Tools zu vernichten.

08
Dez
08

verdorben – pourri

In der Welt des Virtuellen, zu der dieses Blog gehört, gibt es quasi nichts, was man nicht finden kann. Und darum auch mächtige Suchmaschinen: man gibt ein Wort ein und findet vielerlei dazu.
Wordpress bietet mir die Möglichkeit, die Suchbegriffe einzusehen, die zu meiner Seite geführt haben… und, man höre lese und staune:
das Wort, das die meisten Besucher herbrachte, war:
Massenvergewaltigung
mit 14 Treffern, gefolgt von „Glatze“ mit 3 Treffern… ich werde ziemlich nachdenklich.

Dans le monde du virtuel, auquel appartient ce blog, il n’y a rien qui n’existe pas, rien qu’on ne pourrait pas trouver. C’est pourquoi il y a de puissants moteurs de recherche : tu entres un mot ou une phrase, et tu trouveras beaucoup de choses.
Wordpress, l’hôte de ce blog, me liste les mots-clés des recherches qui ont mené des gens à cliquer sur mon blog… et que vois-je ?
Le terme qui m’a amené le plus de lecteurs est
Massenvergewaltigung (viol multiple)
(14 clics), suivi par „Glatze“ (tête chauve), 3 clics.
Il faut que je réfléchisse !

08
Dez
08

Untreu – infidèle

Heute früh mußte ich mir selbst untreu werden…
ce matin j’étais forcé à être infidèle à moi-même… mais lisez vous-même !
hört – nein, lest selbst:
Weiterlesen ‚Untreu – infidèle‘




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