Archiv für März 2008
Osterhase
Flurschaden
Spuren
In Frankreich, zumindest außerhalb des Elsaß, färben sich 70% der älteren Frauen die Haare – und die Zahl ist vorsichtig geschätzt. Auch jene alte Dame, die mir stolz erzählte: „Ich bin schon 96 Jahre alt!“ (Stimmte nicht, sie ist im November 22 geboren.) Warum?
Ist es der Traum von der ewigen Jugend? Nein, wohl nicht. Denn daß die Jugend vorbei ist, das merkt man zuerst in den Augen, dann in den Knien, irgendwann am ganzen Körper. Und der Traum der Jugendlichkeit? Als ich noch in Deutschland wohnte, gab es Werbung für Inkontinenzprodukte und für Dritte-Zähne-Produkte, wo Menschen gezeigt wurden, die ihrem Aussehen nach noch ziemlich aktiv im Berufsleben stehen und garantiert keine Dritten Zähne tragen, nicht beim heutigen Hygienestandard, und die sich im Beruf das Knistern der Tenapämpers nicht erlauben dürften. Aber vielleicht haben die ja auch nur die Kraft der zwei
Wir verändern uns ständig. Jeden Tag unseres Lebens. Innerlich, durch Erfahrungen und Erlebnisse. Und äußerlich. (Ich brauch nur meine Waage zu fragen…
)
Jeder Tag, den wir leben, zeichnet sich auf uns ab. Das beginnt mit der Geburt, und das hört erst auf, wenn wir unseren letzten Atemzug hinter uns haben.
Ein Babygesicht, so glatt und rund, ist faszinierend. Aber es trägt schon Spuren des Erlebten – und sei es, daß der Schädel noch von der Geburt gezeichnet ist… Und damit geht es weiter. Alles Erlebte zeichnet sich in Haut und Haaren ab. In Falten, grauen oder weißen Fädchen, Haarausfall, in kleinen oder großen Narben. Ein altes Gesicht, faltig und von grauen Haaren umrahmt, drückt aus: ich habe gelebt. Ich habe erlebt, erfahren, gelacht und gelitten, geseufzt und gejauchzt. (Hoffentlich!) Und es ist schön, weil es spricht.
„Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen“, heißt es in der Bibel. Ehre die Alten… denn von ihnen kannst du lernen. Die Jungen mögen viel wissen, aber Erfahrung haben – eher – die Alten. Manche Menschen wissen leider aus Erlebnissen keine Erfahrung zu machen; auch das ist wahr. Vielleicht ist das der Grund, wenn sie die Spuren des Erlebten verdecken wollen? Weil das Erlebte ihnen nicht zur gewinnbringenden Erfahrung werden konnte, sondern Last bleibt? Weil sie mit den Spuren des Erlebten vielleicht auch die Erinnerung selbst tilgen möchten?
Manches, was ich erleben mußte, hätte ich lieber nicht erlebt. Aber die Erfahrung möchte ich, im Rückblick, nicht mehr missen… Ich lebe! Und darum stört es mich nicht, daß ich – angeblich! – graue Schläfen habe und Fältchen auf der Stirn (waagrechte zumal) und um die Augen.
Aber ich finde es traurig, wenn sich Menschen um die Spuren ihres Lebens bringen, und damit auch leider nur zu oft um die Fähigkeit, ihr Leben und Erleben auszudrücken, denn ihr Gesicht wirkt doch oft maskenhaft…
Irgendwem raucht die Hose
… denn hier stinkts.
Ich hab ja so einen Verdacht…
Geschmack oder G’schmäckle?
Erfüllt
Heute eine Trauerfeier. Der Mann war vermutlich seit seiner Konfirmation nicht mehr in einer evangelischen Kirche…
Sonntag nach Chalon/S., um den Ostergottesdienst vorzubereiten.
Mittwoch Gottesdienst in Châtillon/Seine.
Kommenden Sonntag Ostergottesdienst in Chalon/S.
Und dazwischen noch ein paar Passionsandachten an der Orgel zu begleiten…
Spaziergang in Dijon
Draußen ist Sauwetter.
Darum nehm ich euch mit in die Sonne.
Heute: Dijon, Altstadt, Südost.
Das ist die Kirche St. Michel. Früher war dies die Kathedrale, die Bischofskirche. In der Revolution wurden alle Kirchen entkirchlicht, und später wurde dem Bistum St.Bénigne als neue Kathedrale zugewiesen, denn das dortige Kloster gab es nicht mehr.
St. Michel ist kaum älter als der Petersdom in Rom; wir werden das noch entdecken.
Diese kleine Seitentür ist noch im späten Flamboyant-Stil gehalten, aber die Renaissance kündigt sich schon an.
Die Figuren rechts und links sind wahrscheinlich in der Revolution verschwunden.
Diese Kirche steht gleich nebenan. Ich hab vergessen, wie sie heißt; heute findet sich in ihr ein Museum. Früher diente sie noch ganz anderen Zwecken – das sehen wir später.
Ich mag eigentlich diese schlichte, strenge Frühgotik lieber als das fast schon vorbarock verspielte Getue der Renaissance…
In der Kirche findet sich – neben vielem anderen – diese Pietà. Ich hatte mir Maria eigentlich nie als Nonne vorgestellt…



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