Posts mit dem Label Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Der Esel steht - Erik Kormann

 


Kurzbeschreibung:

Erik Kormann ist auf den Esel gekommen: Mit „Narcisse“ durchstreift er die Landschaften Südfrankreichs. Was er dabei erlebt? Die ungeheure Erleichterung, nicht alle Zügel in der Hand haben zu können. Von gänzlich überflüssiger Zeitplanung – wenn Narcisse steht, dann steht er –, über leergefressene Blumentröge, bis hin zu einem einzigartig nahen Naturerlebnis. Wer hier mit wem wandert, wer die Route und das Ziel vorgibt, ändert sich von Tag zu Tag. Daraus entsteht eine skurrile Symbiose zwischen Mensch und Tier und eine witzige, intelligente und feinfühlige Reiseerzählung.


Dienstag, 29. Dezember 2015

Auf den Spuren von Martin Luther - Matthias Gretzschel



Das Luther-Jubiläumsjahr 2017 „500 Jahre Reformation“ wirft seine Schatten voraus, und es gab schon heuer interessante Neuerscheinungen bei den Büchern zu diesem komplexen Thema.

Ein Buch, das ich ganz besonders gelungen finde, ist im Ellert & Richter Verlag erschienen:
„Auf den Spuren von Martin Luther von Matthias Gretzschel

Man kann den Inhalt dieses Buches grob in zwei Große Abschnitte einteilen. Der erste Hauptteil beschäftigt sich mit Luthers Leben, von der Geburt bis zu seinem Tod. Ausführlich, dabei aber nicht ausschweifend, erfährt man alles Wichtige über Lebensdaten und Stationen des Reformators. Die Geschichte von Luthers Leben liest sich kurzweilig und äußerst spannend, denn er hat viel geschafft und Abenteuerliches erlebt. Dass er stets zu seiner Überzeugung stand, erforderte viel Mut, denn er machte sich durch seine Taten und Worte nicht nur Freunde.
Zwar wusste ich bereits vieles über das Leben des Reformators, aber es hier so kompakt und farbig dargelegt zu bekommen, das hat mir richtig gut gefallen und mich nachhaltig beeindruckt.

Im zweiten Hauptteil sind alle Orte und Stätten in Deutschland alphabetisch verzeichnet, die für Luthers Entwicklung wichtig waren, die er besucht hat, wo er wohnte oder predigte. Auch Luther-Gedenkstätten, Denkmale und Ausstellungen sind hier aufgeführt. Zu jeder Luther-Stadt gibt es auch allgemeine Informationen sowie Hinweise zu sonstigen interessanten Sehenswürdigkeiten, und auch dieser Abschnitt ist mit reichlich Bildmaterial versehen.
Einige der angegebenen Lutherstätten habe ich schon besucht, andere waren neu für mich. So konnte ich anhand der Fotografien alte Erinnerungen auffrischen und auch in Ruhe planen, welche Orte ich gerne einmal besuchen möchte. So war ich zwar im letzten Jahr bereits einmal auf der Wartburg, und dort wurde gerade ausgiebig renoviert und restauriert, und vieles war von Verschalungen oder Gerüsten umgeben. Gerne möchte ich diese schöne alte Burg im übernächsten Jahr erneut besuchen,wenn alle Arbeiten abgeschlossen und die Räumlichkeiten wieder komplett zugänglich sind. Beim Schmökern im Buch habe ich viele Anregungen gefunden und so einige Orte entdeckt, die ich auf jeden Fall in nächster Zeit besuchen und besichtigen möchte.

Im Anhang findet man eine Zeittafel, Hinweise zu im Buch verwendeter bzw. weiterführender Literatur, Bildnachweise sowie ein Orts- und ein Namensregister.
Die Mischung aus Bildern und Texten im Buch ist sehr ausgewogen. Man hat hier nicht nur ein tolles Nachschlagewerk, sondern zugleich einen sinnvoll und klug zusammengestellten, informativen Bildband, den man sicher öfter zur Hand nimmt, um darin zu schmökern, die Fotografien zu betrachten oder sich vielleicht zu Ausflugszielen inspirieren zu lassen, denn viele der Lutherstätten sind mit Blick auf das Jubiläumsjahr bereits renoviert und verschönert worden, und es werden sicher auch im Jahr 2016 diesbezüglich noch einige Arbeiten anstehen.

Obwohl das Buch in Klappbroschur mit 272 Seiten nicht allzu dick ist, bringt es über 500 Gramm auf die Waage, was daran liegt, dass es auf hochwertigem, sehr dichtem und glattem Papier gedruckt ist, welches die zahlreichen Fotografien und Kunstdrucke sehr gut zur Geltung bringt.


Alles in allem ist dieses Buch eine sehr gute und sinnvolleInvestition für alle, die sich für Luthers Leben und die Orte seines Wirkens interessieren.




Freitag, 27. März 2015

Couchsurfing im Iran–Stephan Orth

SAM_3121

Stephan Orth war im Iran unterwegs. Seine Erlebnisse als   Couchsurfer hat er in diesem Buch sehr eindrucksvoll geschildert. Es handelt sich um einen chronologischen Reisebericht in ein Land, das die wenigsten von uns näher kennen. Mir geht es zumindest so, dass ich eigentlich nur ab und zu durch negative Pressemeldungen etwas über den Iran erfahren habe. Auch der Autor trat diese Reise mit teilweise recht gemischten Gefühlen an. Er berichtet,  dass die Angst auf Reisen eigentlich immer dabei ist, denn als Ausländer macht man sich schnell verdächtig, wird sogar schnell der Spionage bezichtigt, wenn man zu viel oder die falschen Objekte fotografiert. Der offizielle Eindruck ist wohl der eines States, wo Menschenrechte sehr klein geschrieben werden.

Durch diese spezielle Reiseform, (die, wie könnte es auch anders sein, im Iran verboten ist) hat der Autor jedoch ganz eigene, besondere Einblicke gewonnen. Als Couchsurfer übernachtet man nicht im Hotel, sondern bezieht über eine zentrale Plattform die Adressen von Privatleuten, die dem Reisenden ein Zimmer, Bett, Sofa oder manchmal auch nur einen Teppich zur Verfügung stellen und im Gegenzug, wenn sie selbst auf Reisen sind, ebenfalls von Couchsurfern für eine oder mehrere Übernachtungen aufgenommen werden. Das läuft alles recht spontan und unkonventionell ab, und dadurch ergeben sich natürlich ganz andere Möglichkeiten für Kontakte oder intensive Gespräche. Stephan Orth hat hinter verhängten Fenstern eine Freiheit entdeckt, welche sich die Iraner einfach selbst schaffen. Was offiziell verboten ist, wird im privaten Rahmen intensiv gelebt. So gibt es ein sehr lebendiges Netz an Couchsurfern im ganzen Land, obwohl bei Entdeckung Gefängnisstrafen drohen, weil der Besuch vieler verschiedener Ausländer schon wieder Verdacht erregt. Hinter verhängten Fenstern feiern die jungen Leute genauso wie in anderen Ländern. So vieles ist nicht erlaubt in diesem Land, das andererseits so viel Sehenswertes, landschaftliche Schönheit und überall herzliche, sehr gastfreundliche Menschen zu bieten hat. Das Buch ist in einzelne Abschnitte gegliedert, die Stephan Orths verschiedene Reisestationen dokumentieren. Eingangs gibt es jeweils eine kleine Skizze und Informationen zur genauen Lage und Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt. Ein umfangreicher Fototeil, zusammen mit der lebendigen Erzählweise, lassen ein ganz neues Bild dieses Landes entstehen. Der Autor hat ein gutes Gleichgewicht gefunden, zwischen humorvollen und ernsten Tönen, zwischen der Beschreibung des Landes und seiner Menschen. Er hat erstaunlich viel Schönes und Amüsantes zu berichten, sieht aber gleichzeitig nicht über das Negative und die Kritikpunkte hinweg, die es in diesem Land leider ebenfalls reichlich gibt.

Da der Autor kaum länger als zwei Tage an einem Ort geblieben ist, sondern ständig auf Reisen quer durchs ganze Land war, konnten sich keine wirklich intensiven Freundschaften mit den Einheimischen entwickeln, wie er selbst schreibt. Aber er hat viele sympathische Menschen kennengelernt, interessante Gespräche geführt und oft erfahren, dass es eine tiefe Kluft gibt, zwischen dem, was die Regierung bestimmt oder als das einzig Wahre festlegt und dem, was die Menschen im Land wollen. Letztendlich ist es ein objektives, informatives und kritisches, aber auch ein optimistisches Buch. Trotz aller Untersagungen, Gesetze und Gebote gibt es glücklicherweise die Freiheit des Geistes, denn Wünsche, Hoffnungen und Träume kann man nicht verbieten.

5sterne

Dienstag, 16. April 2013

In meinem kleinen Land - Jan Weiler


Während seiner Lesereise 2005/2006, die ihn quer durch ganz Deutschland geführt hat, schrieb Jan Weiler eine Art Reise-Tagebuch. In seiner Veröffentlichung „In meinem kleinen Land“ berichtet er über alle Städte, die er in dieser Zeit für Lesungen besucht hat. Das ist manchmal Lustiges, Typisches aber auch oft Belangloses zu lesen. Bei manchen Orten hatte ich den Eindruck, dass ihm nicht gerade viel eingefallen ist, denn die entsprechenden Tagesberichte haben nicht wirklich etwas mit der besuchten Stadt zu tun, sondern wirkten auf mich eher zusammenhangslos. Die Beschreibungen des jeweiligen Hotelzimmers, die Hinweise, was der Autor gerade gegessen hat, fand ich nicht übermäßig spannend. Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass die Zeit an jedem Ort sehr begrenzt war und meist nicht für eine Stadtbesichtigung gereicht hat.  Ich habe bei diesem Buch den lockeren Humor vermisst, den ich sonst an den Büchern des Autors so schätze. Viele seiner Scherze wirken hier eher gezwungen. Meinen Humor trifft es leider nicht. Ich weiß nicht so recht, was mir dieses Buch sagen möchte, denn weder habe ich besonders viel Neues über Deutschland gelernt, noch habe ich mich sonderlich prächtig unterhalten. Die Gelegenheiten zum Schmunzeln ergaben sich für mich leider nur an wenigen Stellen. Am Stück konnte ich dieses Buch nicht lesen, aber es eignet sich ganz gut als Pausenfüller, da die einzelnen Kapitel (jeweils zu einer Stadt) recht kurz sind.