Rezension

Colin Hadler – Firewatch

Kurzbeschreibung
Robin kennt den Mörder seines besten Freundes. Und wenn die Polizei ihn nicht überführt, wird er es tun.

Ein Jahr zuvor: Aaron übernimmt bei einem Ferienjob die Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Stationiert im Firetower nebenan: Der gleichaltrige Schriftsteller Kian, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Aaron ausübt – obwohl er spürt, dass Kian etwas verbirgt. Für ihn verlässt Aaron heimlich seinen Posten – und kehrt nie zurück. Als die Ermittlungen eingestellt werden, fasst sein bester Freund Robin einen riskanten Plan: Er will Kian daten, um sein Vertrauen zu gewinnen und Aaron zu rächen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
„Firewatch“ gehörte zu den Büchern, die schon vor dem Erscheinungstag in aller Munde waren. Ich habe immer wieder das Cover entdeckt und somit steigerte dies auch direkt meine Neugierde, denn die Geschichte klingt auf den ersten Blick sehr interessant, sodass das Buch direkt in meinem Warenkorb landete. Ich hatte hohe Erwartungen an die Geschichte rund um Aaron, Kian und Robin und muss gestehen, dass ich am Ende doch ein wenig enttäuscht war.

An sich ist der Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Die Kapitel besitzen die perfekte Länge und man kann die Geschichte aus Sicht von den Protagonisten gut verfolgen. Allerdings hatte ich auch ein paar Probleme mit der Sprache. So fand ich die spicy Szenen hier tatsächlich unnötig, denn diese hat man nicht unbedingt gebraucht, dazu empfinde ich Bezeichnungen wie „mein Loch“ alles andere als ansprechend. Das wirkt so, als hätte man diese Szenen auf Biegen und Brechen unterbringen wollen, was für mich nicht funktioniert hat.

Leider muss ich auch sagen, dass ich nahezu alle Figuren nicht sonderlich sympathisch fand, was sehr schade ist, da die Geschichte an sich so viel zu bieten hat. Robin ist z.B. ein Charakter, den man grundsätzlich mögen könnte, allerdings ist er so verbissen und dadurch auch phasenweise arrogant, dass es schade ist, wie er dargestellt wird. Gleiches gilt für Kian, der ebenfalls arrogant wirkt, aber gleichzeitig auch eine zerbrechliche Seite von sich zeigt, die oft nicht zu seinen Handlungen passt.

Auch das Ende war für mich leider zu vorhersehbar, denn ich habe bereits im ersten Drittel gewusst, worauf die Geschichte letztendlich hinauslaufen wird. Das ist sicherlich schade, weil ich somit nicht mehr überrascht werden konnte, aber ich bin der Meinung, dass viele andere Leser*innen die Auflösung dagegen sehr gut finden werden.

Obwohl das alles erstmal sehr kritisch klingt, muss ich sagen, dass „Firewatch“ mich dennoch auch auf seine eigene Art und Weise faszinieren konnte, denn ich bin nur so durch die Seiten geflogen und wollte mehr von der Atmosphäre im Nationalpark spüren, aber auch Robin bei seiner Suche nach Antworten, was letztendlich mit seinem besten Freund Aaron passiert ist, begleiten.

Kurz gesagt: Obwohl ich teilweise von „Firewatch“ enttäuscht bin, kann ich diesem Thriller nicht eine gewisse Faszination absprechen, denn man bekommt hier viele Blickwinkel rund um Aarons Verschwinden und eine Auflösung, die zwar nicht ganz unüberraschend daher kommt, aber dennoch Sinn macht. Wer keine harten Thriller mag, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

Rezension

Riley Sager – Hope’s End

Kurzbeschreibung
1929 erschüttert eine schreckliche Bluttat ganz Maine. Die 17-jährige Lenora Hope wird verdächtigt, ihre Eltern und ihre Schwester grausam ermordet zu haben. Sie streitet die Tat jedoch vehement ab. Erst als fast fünfzig Jahre später die junge Pflegerin Kit nach Hope’s End, den Familiensitz und Schauplatz der Tragödie, kommt, scheint sich das Geheimnis um die grausamen Morde zu lüften. Denn Lenora Hope, die nach einem Schlaganfall nur noch mithilfe einer Schreibmaschine kommunizieren kann, will Kit die ganze Geschichte erzählen. Doch Kit begreift schnell, dass sie niemandem trauen kann. Und schon bald weiß sie, dass sie in tödlicher Gefahr ist… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
„Hope’s End“ gehört zu den Büchern, bei denen die Meinungen stark auseinander gehen. Während einige das Buch feiern, gibt es auch sehr kritische Stimmen. Wenn Meinungen so stark auseinandergehen, erregt dies immer meine Aufmerksamkeit und sollte wollte ich dem Buch eine Chance geben und hatte doch recht hohe Erwartungen. Leider muss ich mich doch eher den negativen Stimmen anschließen. Das Buch ist zwar nicht schlecht, konnte aber meine Erwartungen nicht erfüllen.

Dabei ist der Schreibstil zunächst gar nicht schlecht. Die Geschichte liest sich bis zur Hälfte sehr angenehm, flüssig und auch spannend. Danach empfand ich diesen aber als hektischer, der rote Faden war teilweise nicht mehr zu spüren und das war für mich der Genickbruch bei dem Ganzen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, allerdings hätte es auch hier etwas mehr Tiefe gebraucht, um mit ihnen mitzufiebern und mitzufühlen.

Und das ist dann auch der große Kritikpunkt, weshalb ich von dem Werk am Ende dann doch etwas enttäuscht bin: Die Tatsache, dass sich das Ende und somit auch die Auflösung teilweise viel zu überladen anfühlt. Es passiert zu viel auf einmal und gleichzeitig passiert auch irgendwie nichts, denn obwohl das alles eher überschaubar ist, hatte ich das Gefühl, dass man sich hier immer wieder selbst übertrumpfen wollte, was für mich nicht funktioniert hat. Es wäre besser gewesen, wenn man sich mehr auf die Charaktere konzentriert hätte, die für mich aber oftmals viel zu blass daher kommen.

Zunächst ist die Idee, dass die 17-jährige Lenora Hope im Jahr 1929 eine schlimme Bluttat als einzige Person in der Familie überlebt und nun von vielen als die einzige Verdächtige der Tat angesehen wird, gar nicht mal so schlecht. So wird die Geschichte nicht nur in der Perspektive erzählt, sondern auch in der Zeit, in der Lenora als betagte und kranke Frau gepflegt werden muss. Dabei ist nie so ganz klar, was man glauben soll, was damals passiert ist. Es ist oft ein einziges Fragezeichen, bei dem man sich nicht ist, was nur im Kopf von Lenore stattfand und was tatsächlich passiert ist. Die Familiengeschichte ist tragisch, geheimnisvoll, aber auch phasenweise mitreißend. Daher ist es besonders schade, dass das Ende dann nicht die nötige Zeit erhalten hat.

Kurz gesagt: „Hope’s End“ ist zwar im Großen und Ganzen ein atmosphärischer Thriller, allerdings ist dieser leider auch ziemlich stark eingebrochen, nachdem dieser doch anfänglich sehr stark gestartet ist. Wer bereits andere Werke von Riley Sager gelesen hat und von diesen begeistert war, sollte auch diesem Buch eine Chance geben.

Rezension

Daisy Johnson – Das Hotel

Kurzbeschreibung
Mit seinen langen Schornsteinen und hohen Glasfenstern erhebt sich das Hotel über die Moorlandschaft. Es war nicht immer ein Hotel. Früher einmal war es nur eine Idee, in der Erde vergraben. Dann war es ein Bauernhof, ein See, ein Fluch. Auch heute ist es nicht immer ein Hotel: Es sieht für jeden und jede anders aus, tritt auf als Ort der Erinnerungen und Geheimnisse, als Spukhaus für die Lebenden und die Toten. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Nachdem ich von Dasy Johnson bereits „Die Schwestern“ gelesen habe und von diesem Werk nur halbwegs begeistert war, wollte ich der Autorin noch einmal eine faire Chance geben und habe zu ihrem neuesten Werk „Das Hotel“ gegriffen. Meine Erwartungen waren nicht enorm hoch, was an sich ganz gut war, denn leider konnte mich auch diese Anthologie rund um ein mysteriöses Hotel nicht sonderlich begeistern.

Auf knapp 160 Seiten sind insgesamt fünfzehn Kurzgeschichten zu einem Hotel gestanden, in welchem es nicht nur zu einigen Vermissten- und Todesfällen gekommen ist, sondern es wird auch über die Entstehung des Hotels erzählt. Die jeweiligen Geschichten beziehen sich dabei auf Einzelschicksale, aber auch auf das Hotel selbst, welches nicht nur mysteriös ist und sich immer wieder verändert, sodass es für nahezu jeden Menschen anders aussieht.

An sich hätte das wirklich gut funktionieren und ein interessantes Gesamtbild zum Hotel abgeben können, aber leider ist dies der Autorin meiner Meinung nach nicht gelungen, denn sie verstrickt sich immer wieder in Erklärungen rund um das Hotel und die Geschichten kratzen lediglich immer nur an der Oberfläche, sodass es mir deutlich an Tiefe gefehlt hat.

Es sind zwar hier und da durchaus Horrorelemente enthalten, allerdings kommen mir diese viel zu selten vor, als wirklich mit den Figuren und ihren Schicksalen mitfiebern zu können. Obwohl viele der Geschichten tatsächlich sehr kurz sind, habe ich dennoch oft das Gefühl gehabt, dass sich viele davon wie Kaugummi gezogen haben, weil einfach viel zu sehr auf kleinere Details eingegangen wurde, die am Ende noch nicht einmal wichtig erscheinen. Auch die Figuren in den Geschichten blieben mir stets fremd, sodass ich keinerlei Bezug zu ihnen aufbauen konnte.

Letztendlich werden hier Geschichten rund um ein Hotel erzählt, die man leider viel zu schnell wieder vergessen hat, da es nicht nur an Tiefe mangelt, sondern auch an Spannung und Dramatik. Ich hätte diese Anthologie wirklich gern gemocht, aber leider sollte es nicht sein. Ob ich der Autorin auch noch eine dritte Chance geben werde, ist mehr als unwahrscheinlich.

Rezension

Alice Hunter – Die Schwester des Serienkillers (Serienkiller #3)

Kurzbeschreibung
Nachdem sie viele Jahre mit ihrem Bruder Henry in einem Kinderheim verbracht hat, geht es Anna Price jetzt gut im Leben. Sie ist eine geachtete Lehrerin und führt ein perfektes Leben mit einem schönen Haus am Meer und einem treuen Ehemann, den sie liebt. Bis eines Tages DI Walker ihr mitteilt, dass ihr Bruder ein Serienmörder ist. Seine letzten Morde hat er an ganz bestimmten Tagen begangen, einer davon ist Annas Geburtstag. Keine zwei Tage entfernt. Die Polizei braucht Annas Hilfe, um Henry rechtzeitig zu fassen. Denn er spielt ein altes »Katz-und-Maus-Spiel« aus Kindertagen, das nur Anna kennt. Doch warum? Will er, dass sie ihn findet? Oder ist sie sein nächstes Opfer? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Nachdem mir bereits „Die Frau des Serienkillers“ und „Die Tochter des Serienkillers“, der ersten beiden Bücher der „Serienkiller“-Trilogie, gut gefallen haben, stand für mich schnell fest, dass ich auch den dritten und letzten Band lesen möchte. Die jeweiligen Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und es wird kein Vorwisssen aus dem beiden Vorgängern benötigt. Meine Erwartungen an „Die Schwester des Serienkillers“ waren hoch und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn diese Geschichte bewegt sich ungefähr auf dem selben Level wie die ersten beiden Bände.

Der Schreibstil ist insgesamt ganz angenehm, bietet viele spannende, aber auch ruhigere Momente und wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Die Gedanken und Gefühle sämtlicher Figuren, die man hier kennen lernt, kann man gut nachvollziehen und sie sind meistens auch sehr authentisch. Schwachpunkt sind zwar nach wie vor die Dialoge, die sich manchmal nicht ganz authentisch, sondern eher holprig lesen, allerdings ist das schon etwas besser ausgearbeitet als beim ersten Band und auf ähnlichem Niveau wie der zweite Band.

Erzählt wird hierbei die Geschichte von Anna, die gemeinsam mit ihrem Bruder Henry in Pflegefamilien und in Kinderheimen aufgewachsen ist und keine gute Kindheit hatte. Mittlerweile hat sich Anna jedoch ein schönes Leben erarbeitet: Sie arbeitet als Lehrerin und lebt mit ihrem Mann in einem schönen Haus und ist beliebt in der Stadt. Auf dem ersten Blick ist Annas Leben perfekt, doch dann erfährt sie von der Polizei, dass ihr Bruder Henry, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, ein Serienmördern sein soll. Für Anna bedeutet dies nicht nur, dass sie möglicherweise selbst auch in Gefahr stecken könnte, sondern auch, dass ihr aktuelles Leben mehr Schein als Sein ist. So muss sich Anna nicht nur mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, sondern auch mitansehen, wie ihr aktuelles Leben immer mehr zerbricht.

Die Art, wie Annas Leben hier dargestellt wird, hat mir sehr gefallen, ebenso wie sie gezwungen ist, mit der Polizeit zusammenzuarbeiten, aber dennoch einige Geheimnisse für sich behält. Von Henry hat man meiner Meinung nach leider viel zu wenig erfahren. Da hätte ich mir deutlich mehr Input gewünscht. Dennoch hat mir das Katz- und Mausspiel zwischen Anna, der Polizei und Henry und die vielen Geheimnisse sehr gefallen.

Das Ende selbst fand ich phasenweise verwirrender als bei den anderen Büchern, denn dieses war sehr holprig geschrieben, sodass ich es noch ein zweites Mal lesen musste. Das ist etwas schade, weil es so bei der finalen Auflösung etwas an Spannung genommen hat. Dennoch kann man sagen, dass am Ende fast alle offenen Fragen beantwortet wurden.

Kurz gesagt: „Die Schwester des Serienkillers“ ist insgesamt ein guter und spannender Thriller, der zwar hier und da seine Schwächen hat, aber mich durchaus insgesamt begeistern konnte. Gleichzeitig rundet der Band auch gleichzeitig die insgesamt gute Trilogie bestens ab, sodass Thriller-Fans hier auf ihre Kosten kommen.

Reihenfolge
Die Frau des Serienkillers
Die Tochter des Serienkillers
Die Schwester des Serienkillers

Rezension

Caroline Wahl – Die Assistentin

Kurzbeschreibung
Eine Karriere als Musikerin – das war eigentlich Charlottes größter Wunsch. Aber jetzt ist es ja eh zu spät, und sie muss sich um einen vernünftigen Job kümmern, schon wegen der Eltern. Sie findet eine Stelle in einem Verlag, auch nicht schlecht, und München ist eine schöne Stadt, vor allem im Sommer.

Im Vorzimmer des Verlegers sitzt Charlotte ganz nah am Zentrum der Macht. Dass der seine Assistentinnen oft auswechselt, kriegt sie schnell mit. Aber sie entwickelt ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der ihre Stärken erkennt, ihr vertraut. Und dafür muss sie eben viel in Kauf nehmen, sehr viel, vielleicht auch selbst mit harten Bandagen kämpfen, vielleicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Vielleicht sogar Bo verlieren, in den sie sich doch gerade erst verliebt hat… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Nachdem ich bereits „22 Bahnen“ und „17 Wellen“ von Caroline Wahl gelesen habe und ehrlich gesagt nicht so begeistert war, wollte ich der Autorin noch einmal eine dritte und letzte Chance geben und habe mir somit ihr neuestes Werk „Die Assistentin“ als Hörbuch in meiner Flatrate heruntergeladen.

Leider entpuppte sich dies jedoch als sehr großer Fehler, denn hier muss man ganz klar sagen, dass es besser gewesen wäre, wenn die Autorin das Buch lieber nicht selbst eingesprochen hätte, denn das war, noch nett ausgedrückt, eine Qual. Hier verstehe ich auch nicht, wieso weder Verlag, noch Hörverlag eingegriffen haben, um die Autorin davon abzuhalten, denn die Geschichte wird so lustlos und monoton vorgelesen, dass ich Mühe hatte, der Geschichte überhaupt zu folgen, weil es mich immer wieder verwirrt hat, dass viele Wörter so unendlich langgezogen werden und auch oft so mancher Satz wie eine Frage klingt, obwohl es definitiv keine Frage ist.

Dazu kommt leider auch, dass der Inhalt mehr als überschaubar ist und mich in keinster Weise abholen konnte. So gibt es nicht nur haufenweise Wortwiederholungen, sondern allgemein einen sehr unangenehmen Schreibstil. Wieso auf einmal in einem Buch sogar Namen abgekürzt werden und man nur noch von „sch“ und „mu“ spricht, weiß wohl nur der liebe Gott. Dazu kommt, dass das Buch auch direkt zu Anfang schon triggert, ohne, dass eine Warnung im Buch enthalten ist. So wird bereits auf den ersten Seiten das Thema Selbstverletzendes Verhalten romantisiert, indem man davon spricht, dass die Narben so schön gleichmäßig sind und wie an schöne Armbänder erinnern. Muss man dazu wirklich noch mehr sagen?

Ein weiterer Minuspunkt ist wieder einmal die Gestaltung der Figuren, denn es ist mal wieder so, dass die Protagonistin sterbenslangweilig und unsympathisch ist. So kommt sie aus gutem Hause, ihre Eltern haben haufenweise Geld und sie, das arme Mädchen, muss nun arbeiten, nachdem ihr Vater sich entschieden hat, ihr kein weiteres Studium zu finanzieren. So landet sie bei einem Verlag und fängt dort als Assistentin bei dem Verleger an und muss sich dort nicht nur Schikanen aussetzen, sondern auch für sich selbst einstehen.

Was hier auf dem Papier zunächst noch gut klang, entpuppt sich zu einem absoluten Reinfall, denn Charlotte ist so dermaßen verbittert, engstirnig, oftmals lustlos und so oft am schmollen, dass es schon fast weh tut. Dazu werden ständig die selben Arbeitsprozesse immer und immer wieder wiederholt, bis man das Gefühl hat, selbst dort zu arbeiten, um die nächste Assistentin zu werden.

Für mich hat es dazu ein Geschmäckle, dass die Autorin selbst auch bei einem Verlag eine Assistentinnenstelle angenommen hatte und dort nahezu ähnliche Erfahrungen wie ihre Protagonistin gemacht hat. Ich finde es an sich nicht schlecht, wenn Autor*innen ihre Erlebnisse in Geschichten einbauen, aber hier wirkt das Ganze wie eine große Jammerei und ein Rachefeldzug für das, was man selbst alles in der bösen, bösen Branche erleben musste.

Ich wollte der Autorin mit „Die Assistentin“ wirklich gerne noch einmal eine letzte Chance geben, da ich bis zum Schluss immer gehofft habe, dass sie mich doch noch mit einer Geschichte kriegen kann, aber mittlerweile bin ich so dermaßen frustriert, dass dies definitiv mein letztes Buch von ihr gewesen ist.

Rezension

Jeneva Rose – The Perfect Marriage (Perfect #1)

Kurzbeschreibung
Sarah Morgan ist eine erfolgreiche und einflussreiche Anwältin in Washington D.C. Mit 33 Jahren ist sie Partnerin in ihrer Kanzlei und das Leben verläuft genau so, wie sie es geplant hat. Dasselbe kann man von ihrem Ehemann Adam nicht behaupten. Er ist ein unbeachteter Schriftsteller, der bisher wenig Erfolg hatte, und frustriert ist von der Beziehung mit Sarah, die mehr Zeit in der Kanzlei verbringt, als mit ihm. Um dem ehelichen Frust zu entfliehen, geht Adam eine leidenschaftliche Affäre mit Kelly Summers ein.

Dann ändert sich eines Morgens alles: Adam wird wegen Mordes an Kelly festgenommen, die erstochen in Adams und Sarahs Zweitwohnung aufgefunden wurde. Sarah tritt vor Gericht als Verteidigerin ihres eigenen Mannes auf. Aber ist Adam wirklich unschuldig? ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Nachdem ich von Jeneva Rose bereits „Home Is Where The Bodies Are“ gelesen habe und restlos begeitert war, wollte ich auch alle weiteren Bücher der Autorin lesen. Den Anfang macht dabei „The Perfect Marriage“, Band 1 der „Perfect“-Reihe, von dem ich mir sehr viel versprochen habe und nicht enttäuscht wurde.

Die Geschichte besitzt einen ansprechenden und flüssigen Schreibstil, der dafür sorgt, dass das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt und immer wieder mit unvorhersehbaren Plottwists daher kommt. Die Geschichte wird abwechselnd von den Eheleuten Adam und Sarah erzählt, was eine interessante Sichtweise bietet und gleichzeitig auch mehr über die Ehe der beiden Figuren verrät, aber auch mehr über die Art und Weise, wie Sarah Adams Unschuld beweisen möchte.

„The Perfect Marriage“ ist dabei schnell zusammengefasst: Adam und Sarah feiern ihren zehnten Hochzeitstag. Alles könnte so schön sein, wenn Adam nicht gerade eine Affäre hätte und Sarah viel zu viel Zeit in ihre Arbeit stecken würde. Obwohl Adam stolz auf Sarah ist, die zu einer einflussreichen und erfolgreichen Anwältin geworden ist, ist Adam ein erfolgsloser Autor, der sich mit gelegentlichen Jobs an Universitäten über Wasser hält und ansonsten kaum ein Wort zu Papier bringt.

Adams Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er sich mal wieder mit seiner Affäre Kelly an seinem Haus am See trifft und diese am nächsten Morgen in Adams Bett tot aufgefunden wird. Adam wird noch am selben Tag wegen dem Mord an Kelly verhaftet, während Sarah nicht nur mit dem Ehebruch zu kämpfen hat, sondern Adam auch noch trotz aller Enttäuschung verteidigen möchte. Unterstützt wird Sarah dabei von ihrer Assistentin Anne und ihrem besten Freund Matt, allerdings muss Sarah feststellen, dass der Fall ihr schwierigster überhaupt werden könnte, der ihr alles abverlangt.

„The Perfect Marriage“ bietet alles, was ich mir unter einem guten Thriller vorstelle: Spannende Szenen, unvorhergesehene Twists, eine Handlung, die zwischen Groß- und Kleinstadt hin- und herswitcht, eine ausführliche Polizeiarbeit und Figuren, die mit Ecken und Kanten glänzen, aber nicht immer zwingend sympathisch sind.

Kurz gesagt: „The Perfect Marriage“ ist ein gelungener Auftakt der „Perfect“-Reihe, der mich voll und ganz begeistern und überraschen konnte. Ich freue mich bereits auf den zweiten Band „The Perfect Divorce“.

Reihenfolge
The Perfect Marriage
The Perfect Divorce
??? (voraussichtlich Sommer 2026)

Rezension

Ryuya Kasai – The Vote #1

Kurzbeschreibung
Japan, Yanagizawa-Privatschule – eigentlich eine Schule wie jede andere. Die Schüler*innen genießen das moderne Leben der Generation Smartphone. Minato ist neu und versucht sich in das bestehende Klassengefüge zu integrieren. Eines Abends ploppt auf Minatos Smartphone eine ihr unbekannte App auf: The Vote! Ein virtuelles Spiel, dessen Teilnehmer alle aus Minatos Klasse sind. Von nun an muss jeder Schüler am Vorabend einen anderen Mitschüler auswählen, der eine Aufgabe lösen soll, andernfalls droht dem Auserwählten der »soziale Tod« – gleichbedeutend mit der Zerstörung seines gesellschaftlichen Lebens. Anfangs schenken die wenigsten der App ernsthafte Beachtung, bis es zu einem höchst dramatischen Zwischenfall kommt, der allen Beteiligten auf einen Schlag klar macht, dass The Vote keine normale App ist, sondern ein gnadenlos pervertiertes Spiel um Leben und Tod! ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Auf der Suche nach neuen, interessanten Mangas bin ich auf die Reihe „The Vote“ von Ryuya Kasai gestoßen. Die Idee, dass eine App das Leben von einer ganzen Schulklasse bestimmen soll, fand ich interessant und somit habe ich mich ohne allzu hohe Erwartungen an die Geschichte herangewagt und wurde am Ende sehr positiv überrascht.

Ryuya Kasai erzählt dabei die Geschichte einer Schulklasse an der Yanagizawa-Privatschule in Japan. Dort haben sich bereits einige Grüppchen gefunden, die, wie es leider häufig der Fall ist, in beliebte Schüler und Außenseiter unterteilt ist. Minato ist noch neu in der Klasse und hat ihren Platz in der Klassengemeinschaft noch nicht so wirklich gefunden, allerdings bleibt ihr dafür auch kaum Zeit, als auf einmal bei allen Schüler*innen ungefragt eine neue App auf dem Smartphone installiert wird. In der App „The Vote“ geht es explizit um die Klasse, in der die Schüler*innen fortan gezwungen sind, gegenseitig für sich abzustimmen, sie zu nominieren oder sich auch vor der Wahl zu schützen. Wer am Ende ausgewählt wird, muss sich einer letzten Aufgabe stellen. Scheitert diese, stirbt man einen sogenannten sozialen Tod, was bedeutet, dass in den meisten Fällen ein Geheimnis ans Licht kommt.

Durch diese App stellt sich nicht nur die Frage, wie gut ein Zusammenhalt wirklich ist, wenn es darauf ankommt, sondern auch, was die sozialen Medien heute mitterweile für einen Einfluss auf das Leben von nahezu allen Menschen haben. In der einen Minute ist man beliebt, in der anderen wird man aufgrund einer Tat, eines falschen Wortes oder wegen irgendwelcher Intrigen von außerhalb gemieden.

Die Charaktere lernt man bislang wenig kennen. Man erfährt lediglich, wer neu ist, wer auf der Seite der beliebten Schüler*innen steht und wer eher zu den Außenseitern gehört. Einzelne Schicksale erfährt man bislang nur, wenn eine Person bereits den sozialen Tod gestorben ist oder kurz davor steht. Die aufgedeckten Geheimnisse sind schockierend und regen zum Nachdenken an, sodass man sich selbst die Frage stellt, was in der heutigen Gesellschaft alles schief läuft und wie man wieder mehr miteinander als gegeneinander agiert.

Die Zeichnungen wurden von Edogawa Edogawa beigesteuert. Diese sind allesamt sehr gelungen, detailliert, aber auch oftmals sehr brutal, sodass man hier bedenken sollte, dass die Reihe für Leser ab 16 Jahren empfohlen und für jüngere Leser somit eher mit Vorsicht zu genießen ist.

Kurz gesagt: Der erste Teil von „The Vote“ ist ein vielversprechender Auftakt mit vielen Intrigen, kleineren und größeren Schockmomenten und Twits, die ich zuvor nicht erwartet habe. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände und bin schon sehr gespannt darauf zu erfahren, was es mit der App genau auf sich hat und wie die Schüler*innen mit der neuen Situation umgehen werden.

Reihenfolge
The Vote #1
The Vote #2
The Vote #3
The Vote #4
The Vote #5
The Vote #6
The Vote #7

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Abgebrochen] Kerri Maniscalco – Stalking Jack the Ripper (Die grausamen Fälle der Audrey Rose #1)

Kurzbeschreibung
London, im Jahr 1888. Audrey Rose Wadsworth ist die Tochter eines Lords und hat ein Leben voller Reichtum und Privilegien vor sich. Doch zwischen Teeverabredungen und Kleideranproben führt sie ein verbotenes Doppelleben. Entgegen den Wünschen ihres strengen Vaters und den Erwartungen der Gesellschaft schleicht sich Audrey oft in das Labor und den Hörsaal ihres Onkels, um Gerichtsmedizin zu studieren.

Dabei arbeitet sie an einer Reihe grausam zugerichteter Leichen und stößt auf Ungereimtheiten. Gemeinsam mit dem attraktiven Thomas Cresswell fängt sie an zu ermitteln – schnell wird klar, dass sie sich auf der Spur des berüchtigten Serienmörders Jack the Ripper befinden. Die Suche nach Antworten führt Audrey zurück in ihr eigenes Umfeld … und zu einem furchtbaren Geheimnis. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Seit „Stalking Jack the Ripper“ Ende 2023 herausgekommen ist, schleiche ich schon um dieses Buch herum und habe lange Zeit gebraucht, bis ich mich daran herangewagt habe. Schuld ist dabei jedoch nicht, dass ich Angst hatte, dass es mir nicht gefallen könnte, sondern weil ich vielmehr warten wollte, bis alle Bände der Reihe erschienen sind, damit ich alle hintereinander lesen konnte.

Da ich den Fall rund um Jack the Ripper schon immer sehr faszinierend finde und ich es toll finde, dass man hier Realität mit Fiktion vermischt hat, habe ich mich schon sehr auf die Geschichte von Kerri Maniscalco gefreut. Meine Erwartungen an den ersten Band der „Audrey Rose“-Reihe waren somit enorm hoch und ich wurde bitterlich enttäuscht, denn am Ende kam ich so schlecht in die Reihe hinein und konnte mich auch nicht mit den Figuren anfreunden, sodass ich das Buch frustriert abgebrochen habe.

Dabei ist die Geschichte an sich gar nicht mal schlecht, denn besagte Audrey Rose möchte sich im Jahr 1888 in der Männerwelt durchsetzen und heimlich Gerichtsmedizin studieren. Dank ihres Onkels, der nicht nur an der Uni lehrt, sondern auch gleichzeitig selbst Gerichtsmediziner ist, kommt sie ihrem Traumberuf immer näher und lernt dabei mehr als so mancher Student, denn ihr Onkel wird auch unter anderem mit den Leichen konfrontriert, die höchstwahrscheinlich durch Jack the Ripper ermordert wurden. Audrey ist nicht nur von dem Job fasziniert, sondern auch von Jack the Ripper und möchte möglichst viel über diesen und die Fälle herausfinden. Dabei bekommt sie auch Unterstützung von Thomas Cresswell, der sich ebenfalls für die Fälle interessiert.

An sich klingt das doch gar nicht mal so furchtbar, das Problem ist jedoch, dass die Geschichte nicht nur voller Klischees ist, sondern auch viele Widersprüche mit sich bringt. So wird Feminismus in diesem Buch enorm groß geschrieben, was ich an sich klasse finde. Wieso jedoch andere Frauen dafür immer wieder kleingeredet werden müssen, finde ich furchtbar und sollte definitiv nicht die Botschaft sein. So möchte Audrey unbedingt mehr sein als andere Frauen, mehr erleben, mehr lernen und sich weniger häuslich einrichten. Wieso immer wieder der Vergleich mit anderen Frauen aufkommt und sie sich besser darstellt, weiß wohl nur die Autorin.

Auch die Klischees sorgten dafür, dass ich zunehmends von allem genervt war. So ist Thomas selbstverständlich extrem gutaussehend und ein absoluter Hauptgewinn, gleiches gilt aber auch für Audrey selbst, was immer wieder erwähnt wird. Dadurch, dass die Geschichte aus der Perspektive von Audrey erzählt wird, bekommt man auch immer wieder Superlativen aufgetischt, wenn es um Thomas geht, was im Laufe der Zeit dann doch sehr anstrengend wurde.

All das führte dazu, dass ich an Audrey und Thomas, aber auch an dem Fall selbst, immer mehr das Interesse verloren habe und das Buch letztenlich nach etwas mehr als 70% abgebrochen habe.

Reihenfolge
Stalking Jack the Ripper
Hunting Prince Dracula
Escaping from Houdini
Capturing the Devil

Ich habe abgebrochen... · Rezension

[Abgebrochen] Claire Cooper – Elevator

Kurzbeschreibung
Als Cerys auf dem Weg zu einem wichtigen Meeting den Aufzug im Bürokomplex betritt, nimmt sie die Frau neben ihr zunächst kaum wahr. Doch kurz nachdem der Lift angefahren ist, gibt es einen plötzlichen Ruck. Der Aufzug hält, die Lichter gehen aus. Beide versuchen, Hilfe zu rufen, aber der Notruf funktioniert nicht, und die Handys haben keinen Empfang. Um nicht durchzudrehen, beginnen die beiden Frauen, sich zu unterhalten und entdecken viele Gemeinsamkeiten. Schließlich vertraut Cerys ihrer vertrauenserweckenden Mitgefangenen ihre dunkelsten Geheimnisse an. Bestimmt werden sie sich nie wiedersehen. Aber Cerys irrt sich: Die andere Frau ist keine Fremde… ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Von „Elevator“ von Claire Cooper habe ich mir so viel erhofft, dass ich nicht einmal den Taschenbuch-Release abgewartet, sondern mir direkt as eBook gekauft habe, um es noch früher lesen zu können. Ein Thriller, der auf so engem Raum spielt, besonders in einem Fahrstuhl, hat mich sehr angesprochen und somit waren meine Erwartungen enorm hoch. Leider war ich am Ende so enttäuscht, dass ich das Buch nicht nur zwischendurch quergelesen, sondern auch abgebrochen habe.

Das liegt vor allem am Schreibstil und den vielen Perspektivwechseln. An sich wird die Geschichte nur aus zwei Sichten erzählt, aber diese schwanken ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her un beide Protagonistinnen lesen sich quasi so identisch, dass ich immer wieder die Perspektiven untereinander verwechselt habe und mich nur sehr selten auf die beiden Frauen Maeve und Cery einlassen konnte.

Dazu kommt, dass die beiden Frauen leider alles andere als sympathisch sind. Während Maeve sehr narzisstische Züge besitzt und in allem das Schlechte sieht und sehr nachtragend ist, wird Cery eiskalt, viel zu perfektionistisch und somit sehr berechnend und unsympathisch.

Als die beiden dann auch noch im Aufzug feststecken und sich gegenseitig nicht nur Anekdoten aus ihrem Leben, sondern auch noch ihre Geheimnisse erzählen, habe ich gehofft, dass die Geschichte dann doch nochmal an Fahrt aufnimmt. Leider plätscherte jedoch alle weiterhin fröhlich vor sich, was mir so gar nicht zugesagt hat, denn hier war kaum eine Gefahr, noch eine Spannung zu führen.

Wären die Figuren insgesamt sympathischer und hätte ich mehr mit ihnen mitfiebern können und wären die verschiedenen Perspektiven übersichtlicher und nachvollziehbarer gewesen, hätte die Geschichte für mich sicherlich deutlich spannender und packender sein können. So war es allerdings so seicht, dass ich das Buch nach etwas mehr als 70% abgebrochen habe.

Rezension

Jeneva Rose – Home Is Where The Bodies Are

Kurzbeschreibung
Was, wenn die Menschen, die du liebst, ein dunkles Geheimnis hüten?

Als Beth und ihre Geschwister nach dem Tod ihrer Mutter nach Hause zurückkehren, geht der Albtraum für sie erst richtig los, als sie auf ein altes Video stoßen, das ihren seit Jahren vermissten Vater mit einem lange ungelösten Verbrechen verbindet. Die Wahrheit über das Verschwinden von Emma Harper liegt tief vergraben – genauso wie die Geheimnisse ihrer Familie. In einer Stadt, in der jeder jeden kennt, ist Vertrauen gefährlich, und die Vergangenheit lässt sich nicht einfach verdrängen. ~ Quelle (Cover & Kurzbeschreibung)

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Meine Meinung
Ich habe schon so viel Gutes über die Bücher von Jeneva Rose gehört und wollte somit der Autorin auch endlich mal eine faire Chance geben. Meine Wahl fiel dabei auf ihr neuestes Werk „Home Is Where The Bodies Are“ und ich muss sagen, dass ich mich direkt in die Geschichte und vor allem in die Atmosphäre verliebt habe.

Jeneva Rose besitzt einen sehr angenehmen, leicht zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der direkt auf den Punkt kommt un auf blumige Beschreibungen verzichtet. Die Dialoge sind gut ausgearbeitet und die Figuren gut gezeichnet, sodass man diese gut kennen lernt und mit ihnen mitfühlt und mitfiebert. Die Kapitel sind kurz und knackig und die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der Geschwister Beth, Nicole und Michael erzählt, sodass man sich gut in diese hineinversetzen kann.

Die Geschichte ist dabei schnell erzählt: Während Michael Karriere macht und mit seiner Heimatstadt nicht mehr viel zu tun haben möchte, ist Beth nach einer gescheiterten Ehe bei ihrer Mutter geblieben, um diese bis zu ihrem Tod zu pflegen. Die andere Schwester, Nicole, lebt dagegen in ihrer ganz eigenen Welt: Schwer drogenabhängig, keinerlei Erfolge mit dem Schreiben und ohne Perspektive. Erst der Tod der Mutter führt die Geschwister wieder näher zueinander, denn sie kümmern sich nicht nur gemeinsam um die Beerdigung ihrer Mutter, sondern müssen sich auch mit dem Nachlass auseinandersetzen.

Ihre Mutter, die vor einigen Jahren von ihrem Mann verlassen wurde und dieser seitdem für die Familie nicht mehr erreichbar ist, hat den Geschwistern nur wenig hinterlassen. Allerdings finden die Geschwister auf dem Dachboden auch Videokassetten aus ihrer Kindheit, sowie Tagebücher ihrer Mutter. So erleben Beth, Nicole und Michael nicht nochmal ihre Kindheit völlig neu, sondern erfahren auch Familiengeheimnisse, die ihr gesamtes Weltbild verändert.

So geht es in „Home Is Where The Bodies Are“ nicht nur um die Familie rund um Beth, die nun das neue Familienoberhaupt ist, sondern auch um die geamte Stadt, deren Atmosphäre sich komplett verändert hat, seit vor etlichen Jahren zwei Jugendliche verschwunden sind. So geht es hierbei nicht nur um die Suche nach der Wahrheit, sondern auch um die Suche nach sich selbst, aber auch ums Berzeihen und wiedergewonnen Familienzusammenhalt.

Wer hier jedoch eine Horrogeschichte oder einen besonders harten Thriller erwartet, der wird bei „Home Is Where The Bodies Are“ enttäuscht sein, denn das Buch wird meiner Meinung nach falsch beworben. Ja, es ist durchaus ein Thriler, aber eher der seichteren Sorte, Horror ist dagegen nicht sonderlich viel zu spüren. Vielmehr geht es hier um ein Familiendrama, das eine komplette Kleinstadt seit Jahren beeinflusst.

Kurz gesagt: „Home Is Where The Bodies Are“ ist eine spannende und tragische Familiengeschichte, die mit interessanten Charakteren und einem tollen Plot und vielen Twits zu überzeugen weiß. Jeneva Rose hat in mir definitiv einen neuen Fan gefunden und ich freue mich schon auf viele weitere Werke von ihr.