Archiv der Kategorie: Comic

Weihnachtsspezial 2025. Weise rieselt der Schnee.

Dieses Jahr fang ich mal ganz optimistisch an. Mit einem Ausblick der Ältesten der Indigenen Völker vom vorletzten Klimagipfel: „(…) dass der menschlichen Spezies vielleicht noch fünf Jahre bleiben, um zu entscheiden, ob wir überleben werden oder nicht.“

Halleluja – fünf Jahre! Also noch genug Zeit, um unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten anzupassen. Was nicht immer mit Verzicht einhergehen muss, wie wir ebenfalls von den weisen Ältesten lernen können.

Und es gab schon viele Jahre zuvor jemanden, der genau wusste, worauf´s hinausläuft – David Bowie. Fast zehn Jahre nicht mehr unter uns, aber seine Musik ist still alive. Den Song 5 Years nahm er 1972 auf, also vor über 53 Jahren. Er singt:

News guy wept and told us
Earth was really dying
Cried so much his face was wet

Im nexten Jahr noch ein Todestag – der hundertste von Rainer Maria Rilke. Er hob die Lyrik auf ein neues, modernes Niveau. Auch ihm wurden geradezu prophetische Gaben nachgesagt. Er war ein äußerst spiritueller Mensch und hat uns Schriften hinterlassen, die so frisch wirken, als hätte er sie gestern zu Papier gebracht.

Eine Menge Alltagsweisheit steckte Charles M. Schulz in seine Peanuts, von denen ich einfach nicht genug bekommen kann. Verzeiht mir! Neben Charlie Brown ist sicher Snoopy der größte Philosoph unter dem Comic-Himmel.

Für Phantasien, was die Zukunft so alles an Überraschungen für die Menschheit bereithalten kann, war auch der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick berühmt. Warum es sich lohnt, mehr über den Erfinder des Blade Runner zu erfahren, weiß Emmanuel Carrère in seiner Romanbiografie über den schrägen Amerikaner zu berichten.

Siemens, Krupp, Bayer, Daimler – diese Namen stehen wahrlich nicht für Weisheit. Sie stehen für Macht, Geld und Gier. Und für das spannendste Buch, das ich seit langer Zeit über den Kapitalismus gelesen habe.

Dazu erwarten euch Momente der Stille, Lektüre für die Zeit zwischen den Jahren und ein Ausblick aufs Literaturjahr 2026.

Mit aller bescheidenen Weisheit lade ich euch ein auf eine Reise voller Geschenke, eine Reise in die Zukunft. Die bekanntlich gerade begonnen hat.

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Nur noch schnell die Welt retten.

Da liegt er vor mir, Der wichtigste Comic der Welt, und er verspricht nicht weniger, als Geschichten zur Rettung der Welt. Das sind hehre Ansprüche, selbstbewusst formuliert. Obendrein sprengt der Umfang dieses Buches den eines Comics um Welten – kiloschwer und hunderte Seiten stark.

Das Thema ist ja auch nicht leicht. Zumal der Band noch mit den Beiträgen von Berühmtheiten aufwartet: Peter Gabriel, Jane Goodall, Luisa Neubauer und Yoko Ono, um nur ein paar zu nennen. Also jede Menge großer Namen für ein großes Anliegen.

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Weihnachts-Spezial 2023 – Wie wär´s mit mehr Solidarität?

Nie zuvor war die Menschheit besser informiert als heutzutage. Das Ergebnis nach einem weiteren Jahr: ein neuer Krieg. Und der Höhenflug einer populistischen Partei, die so gut wie keine Inhalte hat, sondern vor Vorbehalte. Schlimmer noch: Sie plädiert für eine Abkehr von der Solidarität und möchte Menschen, die bei uns Schutz suchen, die Tür vor der frierenden Nase zuschlagen. Ob diese Partei in ihrer Zentrale auch einen Weihnachtsbaum aufstellt? Wenn ja, sollte man sie dringend an das christliche Ideal der Humanität erinnern.

Humanität bedeutet nichts anderes als Empathie, Toleranz und Respekt gegenüber anderen Menschen. Woher sie auch immer kommen. Setzt allerdings voraus, dass man als Mensch einen anderen versteht und mitfühlt. Da müssen wir noch nicht einmal an den rechten Rand rutschen, auch in der sogenannten Mitte der politischen Parteienlandschaft wird laut gerufen: „Weg mit dem Bürgergeld!“ Von wegen, es würde die Menschen von der Arbeit abhalten. Da könnten sie auch gleich rufen: „Zurück zur Zwangsarbeit!“ Und Friedrich Merz kontrolliert das Ganze aus seinem eigenen Flieger, ob dann auch die faulen Finger fleißig am Ausbau der Autobahnen schuften. Mehr Autos, weniger Solidarität! Sollte den Slogan der CDU verkaufen und das Geld dann spenden. Zum Beispiel für die Tafeln, die mit immer weniger Geld immer mehr Menschen zu versorgen haben. Was kaum jemanden zu stören scheint. Was kann also helfen? Mehr Solidarität in jedem Fall. Und gute Literatur, die ja, wenn sie wirklich gut ist, zum Nachdenken anregt und Horizonte erweitern kann.

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Ein Aufruf zur Rettung der Welt in Bildern.

Die Buchbranche steht weiterhin vor großen Herausforderungen. Selbst die großen, aber vor allem die kleineren unabhängigen Verlage sind von den erhöhten Produktions- und Vertriebskosten stark betroffen. Jüngst hat der unabhängige Verlag Edition Moderne zu einer Crowdfunding-Aktion aufgerufen. Der Verlag braucht dringend Geld, ansonsten ist das Programm für 2024 gefährdet. Schlimmer noch: Stand heute könnte der Verlag 2024 kein Programm publizieren. Das wäre ein großer Verlust – vor allem in der bereichernden Welt der Comics und Graphic Novels. Schaut hier vorbei, dort erfahrt ihr mehr über die Aktion, die noch bis zum 23. Juni 2023 läuft.

Diesen akuten Hilferuf nehme ich zum Anlass, um meine Liebe zu den Comics erneut mit euch zu teilen und auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Denn Comics und Graphic Novels haben es hierzulande immer noch schwerer als beispielsweise in Frankreich. Ich hatte das Glück, während meiner Jahre in Berlin die Arbeit des Reprodukt Verlags näher kennenlernen zu dürfen. Dort wurde mir deutlich bewusst, wie viel Power hinter der Entwicklung steht. Sind es bei normalen Büchern „lediglich“ die Texte, steckt hinter einem Comic viel mehr: Texte müssen übersetzt, das passende Lettering gefunden und gesetzt werden. Und wie lange man an einem Bild sitzt, wissen viele von uns ja noch aus dem Kunstunterricht.

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Die unterhaltsame Naturgewalt des Monsieur Depardieu.

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Alexandre Dumas war ein Erlebnis, eine kolossale Erscheinung von 130 kg, Schlossbesitzer und Autor von Werken, die man durchaus zu den Klassikern zählen kann, wie „Die drei Musketiere“ und „Der Graf von Monte Christo“. Im 19. Jahrhundert reiste Dumas durch den Kaukasus, begleitet von dem Maler Jean-Pierre Moynet, der das 1859 erschienene Buch mit dem blumigen Titel „Gefährliche Reise durch den wilden Kaukasus“ mit seinen Radierungen illustrierte.

Etwas über 150 Jahre später macht sich ein anderer, ebenfalls gewichtiger Franzose, Schlossbesitzer und weltberühmter Schauspieler, für eine Film-Doku auf den Spuren Alexandre Dumas´ auf den Weg durch den Kaukasus. Heute keine besonders gefährliche Reise mehr, aber durchaus ein Abenteuer, wenn es sich bei dem Schauspieler um Gérard Depardieu handelt.
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