Land: USA 2025 Laufzeit: 104 min. Regie: Francis Lawrence Mit: Cooper Hoffman, David Jonsson, Charlie Plummer, Tut Nyuot, Garrett Wareing, Judy Greer, Mark HamillLabel: LeonineFSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
50 männliche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren nehmen an einem langen Marsch einen ländlichen Highway entlang Teil. Das Ziel ist nicht, anzukommen. Das Ziel ist, zu überleben. Sie müssen nicht schnell gehen. Sie dürfen aber nicht langsamer als drei Meilen die Stunde werden. Werden sie es, bekommen sie eine Verwarnung. Bei der dritten Verwarnung werden sie von den Soldaten, die die jungen Männer halb begleiten, halb bewachen, am Straßenrand erschossen. Wer vom Weg abweicht, wird gleich erschossen. Der Weg ist das Ziel. Beendet ist der Todesmarsch, wenn nur noch einer übrig ist. Der ist ein gemachter Mann.
Science Fiction aus Polen? Aber natürlich. Wenn man auch eher an Literatur denn ans Kino denken mag. Greifen wir ganz oben ins Regal: Stanislaw Lem? „Solaris?“ Natürlich tritt man Regisseur Piotr Biedron nicht zu nahe, wenn man feststellt, dass sein Film „The Last Spark of Hope“ (zu Deutsch: „Der letzte Funke Hoffnung“) kein „Solaris“ ist. Aber irgendwelcher Schrott ist der Low-Budget-Streifen (man spricht von ca. 250.000 Euro) auch nicht; weder in Ambition noch in Ausführung.
1953 drehte John Sturges mit Barbara Stanwyck den kleinen, aber feinen Thriller „Jeopardy“ (auf deutsch: „Sekunden der Angst“). Die Stilwins urlauben an einem Strand in Mexiko. Der Vater wird nah am Wasser eingeklemmt, während die Flut steigt. Auf ihrer Suche nach Hilfe wird die Mutter entführt. Wird sie sich befreien können, rechtzeitig zurück am Strand sein und ihren Mann vor dem sicheren Tod retten? 69 Minuten nichts als beständig steigende Spannung. Keine Umwege. Keine Ausflüchte. B-Kino wie es sein muss. Weiterlesen „Monolith – No Way Out“→
Land: GB 2019 Regie: Simon Cellan Jones, Lisa Mulcahy Mit: Emma Thompson, Rory Kinnear, Russell Tovey, Jessica Hynes, Anne Reid, Jade Alleyne Label: StudiocanalVÖ: 8.10.2020 – Ein Beitrag von Julian Dax:
Eigentlich sollte man mit Superlativen vorsichtig umgehen, möchte man als Filmrezensent einigermaßen glaubwürdig bleiben. Doch manchmal bekommt man etwas derart Begeisterndes zu sehen, dass jede Zurückhaltung schlichtweg fehl am Platze wäre. Die sechsteilige britische Serie Years And Years ist ein solcher Fall. Weiterlesen „Years And Years“→
Land: USA 2018 Regie: Robert Rodriguez Dauer: 122 min. Mit: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Keean Johnson, Mahershala Ali Kinostart: 14.2.2019 FSK: 12
Ein Beitrag unseres humanoiden Kampfguckers Julian Dax:
Bereits vor geraumer Zeit hat ein kluger Mensch behauptet, es gäbe lediglich eine Handvoll originärer Geschichten, alles andere seien Variationen davon.
Und bereits in der ersten Szene von Alita: Battle Angel kommt einem der Gedanke, diese Behauptung sei nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn was man auf der Leinwand sieht, erinnert doch stark an „Pinocchio“ von Carlo Collodi, angereichert mit etwas „Frankenstein“ von Mary Shelley. Weiterlesen „Alita: Battle Angel“→
Was ist das nur mit den Verfilmungen von dystopischen Jugendromanen aus den USA?
Nach The Hunger Games, Maze Runner und Divergent, um nur die drei bekanntesten zu nennen, folgt nun mit The Darkest Minds der erste Film einer ebenfalls amerikanischen Romantrilogie, die sich wieder einmal mit dem Überlebenskampf von Kindern und Jugendlichen in einer absolut lebensfeindlichen Umwelt beschäftigt. Weiterlesen „The Darkest Minds – Die Überlebenden“→
Erinnert sich noch jemand an die Schlussszene in Soylent Green, Richard Fleischers beklemmender Dystopie aus dem Jahre 1973? In einer hoffnungslos überbevölkerten Welt im Jahre 2022 (!) entdeckt der von Charlton Heston gespielte Polizist Thorn das entsetzliche Geheimnis hinter der angeblich aus Meeresplankton gewonnenen Nahrung, was sowohl ihm als auch dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegreißt. Weiterlesen „What happened to Monday?“→
Land: GB/Belgien 2015 Laufzeit: 119 min Regie: Ben Wheatley Mit: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller, Luke Evans, Elisabeth Moss, James Purefoy, Keeley Hawes, Peter Ferdinando, Sienna Guillory, Reece Shearsmith Kinostart: 30.6.2016
Irgendwann in den Siebzigern: Ein junger Arzt zieht nach seiner Scheidung in ein neu erbautes 40stöckiges Hochhaus am Rande Londons. Die Bereiche in dem imposanten Kasten sind klar gegliedert: Weiter oben die Betuchten, drunter die Mittelschicht und ganz unten das Prekariat. Im luxuriösen Dachgeschoss mit Privataufzug und Gartenanlage mit Pferd (!) residiert der Architekt dieser außergewöhnlichen Wohnanlage.
Durch integrierte Supermärkte und mannigfaltige Freizeitbereiche brauchen die Bewohner den Betonklotz erst gar nicht verlassen, man gibt sich stattdessen dekadenten Beschäftigungen und Feten hin.
Als sich einige Arme den Weg nach Oben erkämpfen, entzünden sich Konflikte und werden Barrikaden errichtet. Blut fließt. Dann werden die Lebensmittel knapp, der Strom fällt aus und der Müll stapelt sich bis zu Decke. Letztendlich ist nichts ist mehr so, wie es vom Architekten eigentlich konzipiert war… Weiterlesen „High-Rise“→
Originaltitel: The Divergent Series: Allegiant
Land: USA 2016 Laufzeit: 121 min Regie: Robert Schwentke Darsteller/innen: Shailene Woodley, Theo James, Jeff Daniels, Miles Teller, Ansel Elgort, Zoë Kravitz, Maggie Q, Octavia Spencer, Naomi Watts Kinostart: 17.3.2016
Der aus Stuttgart stammende Regisseur Robert Schwentke hatte mich 2003 mit seiner autobiografischen Hodenkrebs-Komödie (!) Eierdiebe ziemlich beeindruckt. Mit Flightplan begab er sich dann über den großen Teich und inszenierte fortan Filme in den USA…
Originaltitel: The Hunger Games – Mockingjay Part 2 Land: USA 2015 Laufzeit: 137 min Regie: Francis Lawrence Darsteller/innen: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Donald Sutherland, Stanley Tucci Kinostart: 19.11.2015
Nun also der Abschluss der Panem-Bücher-Trilogie, die man fürs Kino gewinnmaximierend auf vier Folgen ausgewalzt hat…
Katniss Everdeen, ihr gehirngewaschener Freund Peeta sowie alte und neue Kämpfer blasen zur letzten Schlacht gegen den Diktator. Das spielt sich lautstark, spektakulär in Szene gesetzt und für mich ziemlich langweilig ab. Und alles wieder mit 3-D-Brille, damit die gesamte Handlung durchgehend im Halbdunkel liegt.
Die Außenaufnahmen entstanden teilweise in Berlin und Paris.
Originaltitel: Maze Runner: The Scorch Trials
Land: USA 2015 Laufzeit: 130 min Regie: Wes Ball Darsteller/innen: Dylan O’Brien, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sansgter, Nathalie Emmanuel, Katherine McNamara, Aidan Gillen, Ki Hong Lee, Giancarlo Esposito, Patricia Clarkson, Lili Taylor Kinostart: 24.09.2015
Kurzer Rückblick auf Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth: Thomas und andere Jugendliche finden sich in einem geschlossenen Stück Natur nebst Irrgarten wieder, den sie bald auf eigene Faust zu erforschen beginnen. Am Ende können sie dem tödlichen Labyrinth entfliehen…
Nahtlos geht es in Teil 2 weiter: Nun sind die Heranwachsenden in der Gewalt der dubiosen Organisation WCKD (gesprochen: wicked = böse, gemein, niederträchtig), wo sie für medizinische Experimente bereitgestellt werden. Abermals gelingt die Flucht, man prügelt sich im apokalyptischen New York mit Zombieartigen und tut sich mit anderen Maze Runners zusammen, um gegen das diktatorische System zu kämpfen… Weiterlesen „Maze Runner 2 – Die Auserwählten in der Brandwüste“→
Zwei ungleiche Brüder – Gabriel lehrt an einer Universität und leidet unter plötzlichem Würgreiz, während Elias seine Tage mit Nichtstun und zwanghaftem Onanieren verbringt – erfahren durch ein Video, dass ihr leiblicher Vater der Stammzellenforscher Thanos war. Die beiden reisen zur einsamen dänischen Insel Ork (amtlich: 40 Einwohner) und treffen dort in einen verwahrlosten Anwesen auf drei weitere Brüder, die es mehr mit Tieren als mit Menschen haben… Weiterlesen „Men & Chicken“→
Die junge Frau Casey kommt in den Besitz eines Ansteckpins, der sie beim Berühren in eine parallele Welt versetzt. Dort lernt sie einen resignierten Wissenschaftler kennen, den es als Junge ebenfalls in dieses Tomorrowland verschlagen hat.
Zusammen kämpfen die beiden dafür, diese Variante der Zukunft vor dem Untergang zu retten. Weiterlesen „A World Beyond“→
Land: GB/Rumänien/Frankreich 2013 Laufzeit: 107 Minuten Regie: Terry Gilliam Darsteller/innen: Christoph Waltz, Mélanie Thierry, Tilda Swinton, Matt Damon, David Thewlis, Lucas Hedges, Emil Hostina, Pavlic Nemes Kinostart: 28.11.2014
Der Ex-Monty-Python Terry Gilliam ist ein ruheloser Filmemacher, der nicht immer vom Glück umgeben ist: Einige seiner Regiearbeiten wurden nicht vollendet, andere von Dritten fertiggestellt.
Nun ist sein aktueller Film The Zero Theorem in den deutschen Kinos, der nicht von ungefähr an seine Meisterwerke Brazil (1985) und 12 Monkeys (1995) erinnert. Weiterlesen „The Zero Theorem“→
Land: GB/USA 2014 Laufzeit: 169 min Regie: Christopher Nolan Mit: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Bill Irwin, Ellen Burstyn, Michael Caine, Wes Bentley, Casey Affleck, David Gyasi, John Litgow Kinostart: 6.11.2014
Die Menschheit hat es geschafft, die Erde auszubeuten und ziemlich zu verwüsten. Als die Wetterextreme drastisch zunehmen und die Nahrungsmittel weltweit knapp werden, schickt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern ins All. Die Aufgabe der Handvoll Spezialisten ist es, durch ein Wurmloch zu fliegen, um in einer benachbarten Galaxie nach bewohnbaren Planeten zu suchen. Weiterlesen „Interstellar“→
Originaltitel: Maze Runner
Land: USA 2014 Laufzeit: 115 min Regie: Wes Ball Darsteller/innen: Dylan O’Brien, Aml Ameen, Will Poulter, Kaya Scodelario, Thomas Brodie-Sangster, Ki Hong Lee Kinostart: 16.10.2014
Und schon wieder ein Fantasystreifen für Jugendliche, der auf einem Buchbestseller basiert: Die Trilogie Maze Runner wurde von James Dashner verfasst und erschien ab 2011 auch in Deutschland.
Thomas erwacht ohne Erinnerung an früher in einem Aufzug, der ihn auf eine Lichtung im Wald bringt. Eine Gruppe männlicher Jugendlicher lebt (seit wahrscheinlich 3 Jahren) dort und hat sich fürs Überleben organisiert. Umgeben ist das Stückchen Natur von einem Labyrinth, dessen Wände sich stetig verändern und in dessen Gängen tödliche Monster hausen. Speziell geeignete Jungs – die Runner – erforschen stundenweise das Labyrinth, haben aber bislang keinen Ausgang gefunden.
Als Thomas beschließt, den Irrgarten auf eigene Faust zu erforschen, verstößt er gegen die eisernen Regeln der Gruppe. Fraktionen bilden sich, es kommt zu mehr als heftigen Diskussionen um die künftige Vorgehensweise. Als schließlich ein Mädchen dem Aufzug entsteigt, ist nichts mehr so, wie es bisher war…
Sagen wir es mal so: Für Kinozuschauer, die noch nicht damit begonnen haben, für ihren Führerschein zu büffeln, bietet Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth spannende Unterhaltung. Wer das Buch und/oder den Film zu William Goldings Herr der Fliegen kennt, wird sich hier sofort heimisch fühlen: Denn in beiden Bücher geht es zentral darum, dass sich Heranwachsende in einem isolierten Bereich eine eigene Gesellschaftsordnung schaffen müssen.
Visuell hat der Film einiges zu bieten, auch die weitgehend unbekannten Schauspieler machen ihre Sache gut. Man muss es den Autoren mehr als hoch anrechnen, nach Auftauchen der jungen Frau keine schmalzige Beziehungsnummer integriert zu haben!
Das Ende der Geschichte ist offen, schließlich handelt es sich um eine Trilogie, die im nächsten Buch/Film ihre Fortsetzung findet.
Wer sich an Fragen wie Wo kriegen die Kids eigentlich saubere Unterwäsche her? nicht stört, findet hier kurzweilige Unterhaltung und ist mehr als gespannt, wie das Abenteuer weitergeht.
Originaltitel: The Giver Land: USA 2014 Laufzeit: 97 min Regie: Phillip Noyce Darsteller/innen: Brenton Thwaites, Jeff Bridges, Meryl Streep, Taylor Swift, Katie Holmes, Alexander Skarsgård Kinostart: 2.10.2014
Teenager-Fantasyliteratur verzeichnet der Buchhandel seit Jahren als feste Größe und bietet sie denn gleich meterweise an. Aber auch in den Kinos kann man damit Millionen verdienen, wie die fünf Filme der „Twilight“-Serie oder die noch laufenden „Tribute von Panem“-Adaptionen beweisen.
Kürzlich waren Veronica Roths Bestsellergeschichten „Die Bestimmung“ an der Reihe. Die Romantrilogie wurde knapp drei Millionen Mal verkauft. Nicht von ungefähr ähneln diese Romane den Geschichten aus dem Panem-Universum: Beides sind Dystopien und in beiden steht eine starke Frau im Mittelpunkt…
„Hüter der Erinnerung“ stammt aus der Feder Lois Lowrys und ging über 10 Millionen mal über den Ladentisch, also musste auch hier eine Verfilmung her: Die zukünftige Welt ist scheinbar voller Harmonie. Die Menschen werden gezielt gezüchtet, mit Drogen ruhig gestellt und rund um die Uhr überwacht, über ihr berufliches Schicksal wird von oben herab entschieden. Der Rat der Ältesten (Meryl Streep als Obermutter) weist den Heranwachsenden in einem beeindruckenden Ritual die künftige Bestimmung zu.
Der 16-jährige Jonas wird dabei zum titelgebenden Hüter der Erinnerung auserkoren. Er trifft seinen Vorgänger, einen alten Mann (Jeff Bridges), der ihn all das lehren soll, was die „neue“ Gesellschaft verdrängt und zum totalen Tabu deklariert hat: Liebe und Solidarität, aber auch Agression und Krieg. Bereits nach kurzer Zeit merkt der Pubertärling, wie verlogen, falsch und mörderisch die eigene Gesellschaft ist.
Zusammen mit seinem Vorgänger beschließt Jonas, das System zu stürzen…
„So, mein junger Freund, ich werde dir jetzt ganz viele Dinge erzählen, über die du aber mit niemand reden darfst!“ Jeff Bridges als Hüter und Brenton Thwaites als Azubi.
Wer ist die Zielgruppe für diesen angemessen langweiligen Film?
Sicherlich Heranwachsende, die mit solch federleichter Fast-Food-Kino-Kost nicht überfordert sind, während sie im 10-Minuten-Rhythmus ihre Mobiltelefone abfragen müssen…
Allen anderen Zuschauer werden sich hingegen an hirnrissigen Einfällen (man holpert mit merkwürdigen Fahrrädern durchs vermeintliche Paradies…), der Abwesenheit glaubwürdiger Charaktere und den zahlreichen Logiklöchern dieses Streifens stören.
Die Schlussszene ist der Brüller: Wenn Jonas nach unglaubwürdiger Flucht mit einem Baby die mörderische Gesellschaft hinter sich lässt und vor einer schneebedeckten Almhütte steht, würde man sich vor einem Schild „Tante Resi’s Glühwein-Klause“ auch nicht mehr erschrecken!