Land: Australien/USA 2025 Laufzeit: 103 min. Regie: Michael Shanks Mit: Dave Franco, Alison Brie, Damon Herriman, Mia Morrissey, Karl Richmond Label: Leonine FSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos

„Together – Unzertrennlich“ (2025) ist Michael Shanks Spielfilmregiedebüt. Man muss das so herausstellen, denn der Erfolg des Films verdankt sich zu 50% einer sicheren, selbstbewussten, intelligenten und mutigen Regie, die man von einem Debütanten nicht unbedingt erwarten würde. Shanks weiß, dass er seinem Publikum in den nächsten 100 Minuten einiges abverlangen wird und geht die Herausforderung frontal an. Die zweiten 50% gehen auf das Konto von Dave Franco und Alison Brie. Sie sind Tim und Millie, deren Beziehung „Together“ seziert. Ob es während der Dreharbeiten geholfen hat, dass die beiden auch im wirklichen Leben ein Paar sind, ist schwer zu sagen. Es hat ihnen mit Sicherheit geholfen, einige der fraglos nicht einfachen Momente hinter sich zu bringen.
An dieser Stelle ist eine technische Anmerkung nötig: „Together“ zählt zu den wenigen Filmen, die nicht rezensierbar sind, ohne entscheidende Entwicklungen des Plots zu offenbaren. Genau das verbietet sich aber, will man dem Film sein Geheimnis lassen, ohne das er seine beabsichtigte Wirkung beim Publikum nicht vollständig entwickeln kann. Natürlich könnte man kryptisch sagen, „Together“ vermisst, was Anziehung bei einem Paar ausmacht, dass es manchmal notwendig ist, Abstand zu halten, um zusammen zu bleiben und dass die sexuelle Vereinigung weitaus gravierendere Folgen hat als erotische.
Aber das klingt nach Ingmar Bergman, während die beiden wirklichen Fixsterne Michael Shanks im filmischen Universum Roman Polanskis „Repulsion“ (1965) und eigentlich alles von David Cronenberg, dem Großmeister des Body Horrors, sind. Denn „Together“ dekliniert das Beziehungsdrama als Horror-Film durch. Und das Beziehungsdrama rückt dem Zuschauer so nahe, weil der Film ein sehr effektiver Horror-Film ist, in dem Körper ein – auch libidinöses – Eigenleben entwickeln, unabhängig vom Geist ihrer Besitzer. Tatsächlich ist das eine der beunruhigenden Fragen, die Michael Shanks stellt: Gehört uns unser Körper? Ist er unserem Geist Untertan? Und was bedeutet es für den Geist, wenn nicht?
Das jedoch klingt nach einem philosophischen Proseminar, während der Film eindeutig auf einer weitaus physischeren Ebene funktioniert. Deshalb nur noch so viel: „Together“ ist ein Film, der aus dem Massenangebot sehr positiv herausragt. Er ist ein Horror-Film, der weitaus tiefer gehen will, als sein Publikum mit einer Folge von jump scares zu erschrecken und mit viel Blut zu ekeln und darin sehr erfolgreich ist. Wer ihn anschaut, wird ihn so bald nicht vergessen. Die letzte Einstellung schließlich, verfolgt einen noch lange nachdem man sich wieder dem Alltag zugewandt hat. Absolute Guckempfehlung.


















