Land: USA 2020 Laufzeit: 96 min. Regie: Sean Ellis Mit: Orlando Bloom, Caitriona Balfe, John Torturro, Clare Dunne Label: PlaionFSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
Kino und Sport – das ist eine lange und fruchtbare Liebesaffäre. Die Dramaturgie des Films und die des Wettkampfs weisen zahlreiche Parallelen auf: Die Vorbereitung, erste Erfolge gefolgt von ersten Misserfolgen, private Probleme und ihre Auflösung, die große Chance, Endkampf und Triumph. Die Filmregie nutzt dabei jeden Trick, um dem bequem sitzenden Zuschauer, die physische Anstrengung des Sportlers nach-fühlbar werden zu lassen. Was wäre Martin Scorseses „Wie ein wilder Stier“ (1980) ohne Michael Chapmans virtuose Kamera, die sich wie losgelöst von Raum und Zeit zwischen den Kämpfern bewegt, mal die Position des einen, mal die des anderen einnimmt, bis der Zuschauer sich mittendrin wähnt im Gewitter der Boxhiebe?
1976 kam ein Low Budget-Boxerfilm namens Rocky in die Kinos, der unbekannte Drehbuchautor Sylvester Gardenzio Stallone (* 1946) übernahm auch gleich die Hauptrolle… Der Rest ist Geschichte, die in diesem großartigen Bildband dokumentiert wird.
Land: USA 1970 Laufzeit: 108 min. Regie: Michael Ritchie Mit: Robert Preston, Roger E. Mosley, Lotte Lenya, Bert Convy, Jill Clayburgh, Kris Kristofferson, Burt Reynolds, Richard Masur Label: PlaionFSK: 12 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
Michael Ritchie? Na? Klingelts? Wahrscheinlich nicht. Name und Werk dieses 2001 verstorbenen Regisseurs sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Wer den Tiefpunkt seines Schaffens – das Eddie-Murphy-Vehikel „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ (1986) – gesehen haben sollte, wird sich jetzt denken: zu Recht. Wer aber einen Blick in das 1984 überarbeitet erschienene ,wichtige Buch „American Film Now“ von James Monaco wirft (auf Deutsch 1989 bei Hanser erschienen), wird vielleicht zum eigenen Erstaunen feststellen, dass Monaco, ein verlässlicher Kenner der Materie, Michael Ritchie in einem Atemzug mit Robert Altman oder William Friedkin, noch vor Martin Scorsese oder Francis Ford Coppola nennt.
„Eine Klasse für sich“ (1992) ist ein wundervoller Film über Baseball und Frauen. Er wird aber auch all jenen ein Lächeln um die Mundwinkel zaubern, denen Baseball komplett egal ist. Wem Frauen komplett egal sind, der hat im Kino sowieso nichts verloren, aber das nur am Rande.
Land: USA 1981 Laufzeit: 116 min. Regie: John Huston Mit: Péle, Sylvester Stallone, Max von Sydow, Michael Caine Label: PlaionFSK: 6 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
„Die Spur des Falken“ (1941), „Der Schatz der Sierra Madre“ (1948), „Gangster in Key Largo“ (1948), „Asphalt-Dschungel“ (1950), „African Queen“ (1951), „Moby Dick“ (1956), „Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ (1961), „Die Nacht des Leguan“ (1964), „Spiegelbild im goldenen Auge“ (1967), „Fat City“ (1972), „Der Mann, der König sein wollte“ (1975) und „Der Ketzer“ (1979). All das sind Filme, die meisten davon Klassiker, die der Regisseur John Huston vor „Flucht oder Sieg“ (1981) inszeniert hat. Danach folgten noch „Unter dem Vulkan“ (1984), „Die Ehre der Prizzis“ (1985) und „Die Toten“ (1987). Der Mann ist also nicht irgendwer. Weiterlesen „Flucht oder Sieg“→
Die FIA-Rallye-WM 1983 ist für Anhänger des Sports eine geschichtsträchtige. Sie war die erste, die von einem Fahrer, dem Finnen Hannu Mikkola, auf einem allradbetriebenen Auto, dem Audi Quattro, gewonnen wurde. Und sie war die letzte, in der die Konstrukteursmeisterschaft an einen Wagen mit Hinterradantrieb ging, dem Lancia 037. Damit scheint aber schon das erste Problem eines Films auf, der sich „Race for Glory: Audi vs. Lancia“ nennt. Die Sache ging irgendwie unentschieden aus. Erschwerend kommt hinzu, dass der Chef des Lancia-Teams, Cesare Fiorio, gleich zu Beginn des Films mitteilt, die Fahrer-WM sei ihm egal, ihm ginge es nur um den Konstrukteurstitel. An der Stelle wäre die Spannung also schon mal abgeräumt. Weiterlesen „Race for Glory – Audi vs Lancia“→
Land: D 2023 Laufzeit: 276 min. Regie: David Dietl Mit: Markus Krojer, Paul Wellenhof, Moritz Lehmann, Jan-David Bürger, Max Hubacher, Maximilian Brückner, Michael A. Grimm, Sascha Alexander Gersak, Martin Brambach, Rafael Stachowiak Label: LeonineFSK: 12 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
Der FC Bayern München ist ein Reizthema. Es gibt wohl kaum einen erfolgreichen Verein, der diesseits von RB Leipzig intensiver gehasst wird als die Rot-Weißen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Kann man sich heute noch vorstellen, dass sich dieser FC Bayern einmal hinter den 1860ern hat anstellen müssen? Gerade 60 Jahre ist das her. Und genau in diese Zeit, Mitte der 1960er beginnend, führt uns die Serie „Gute Freunde – Der Aufstieg des FC Bayern“, deren ersten sechs Folgen jetzt nicht nur auf RTL+ zu sehen, sondern auch auf Scheibe zu haben sind. Weiterlesen „Gute Freunde – Der Aufstieg des FC Bayern“→
Gemessen an der Popularität des Fußballs in ganz Europa und beinahe dem Rest der Welt, ist es doch erstaunlich, wie wenige und um wie vieles weniger erfolgreiche Filme über Fußball oder Fußballer existieren. Sicher, Sönke Wortmanns „Wunder von Bern“ (2003) fällt einem ein, aber in dem ging es primär um die Legende des WM-Titels 1954 für Deutschland, der Fußball war nur Mittel zum Zweck. Und bei den Frauen? Da ist es wie im richtigen Leben. Spielfilme über Frauenfußball sind noch rarer gesät. War da etwas Nennenswertes jenseits von „Kick It Like Beckham“ (UK 2002)? Weiterlesen „Marinette – Kämpferin. Fußballerin. Legende.“→
Land: USA 1949 Laufzeit: 99 min.Regie: Mark Robson Mit: Paul Stewart, Marilyn Maxwell, Kirk Douglas, Arthur Kennedy Label: PlaionFSK: 16 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
Wir haben es an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt: Die Liebesgeschichte Hollywoods mit dem Boxsport bildet beinahe schon ein Sub-Genre eigener Art. In diesem markiert Mark Robsons „Champion“ aus dem Jahr 1949 einen Meilenstein. Erstmals wurde der Sport, bei dem die Nehmerqualitäten mindestens so wichtig sind wie die Fähigkeit gehörig auszuteilen, weder verniedlicht noch überhöht, sondern in unbarmherzigen Realismus auf die Leinwand gebannt – was sowohl die Aktivitäten im Ring wie außerhalb des Rings betraf. Weiterlesen „Champion – Zwischen Frauen und Seilen“→
Sportfilme folgen am Ende alle denselben Regeln. Junge Menschen, denen in der Regel von ihrer Umwelt nicht viel zugetraut wird, finden zu ihrem Sport und über den Sport zu ihrem wahren Selbst, wodurch sie lernen, ihr ganzes Potenzial zur Entfaltung zu bringen. Auf dem Weg zum Erfolg gilt es, das ist dramaturgisch wichtig, zwei oder drei mehr oder weniger heftige Rückschläge zu überwinden. Da ist das Happy End aber auch schon nicht mehr allzu weit entfernt und sie sind nicht nur bessere Sportler, sondern auch bessere Menschen geworden. Da macht auch „The First Slam Dunk“ keinen Unterschied. Weiterlesen „The First Slam Dunk“→
Land: USA/GB 2006 Laufzeit: 94 min.Regie: Paul Crowder (Amazing Journey, Riding Giants), John Dower (Live Forever) Mit: Franz Beckenbauer, Pelé, Carlos Alberto, Giorgio Chinaglia, Steve Ross Label: AtlasFSK: 12 – Ein Beitrag von Georgios Tsapanos
Es gibt einfach nichts, das es nicht bereits gegeben hätte. So wie heutige Superstars des Fußballs, kurz bevor sie das nicht mehr sind, gen Saudi Arabien pilgern, um sich das feine Füßchen nochmal so richtig vergolden lassen, zog es ihre Kollegen Ende der 1970er Jahre ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Älteren werden sich vielleicht an die Fort Lauderdale Strikers erinnern, bei denen der Bomber der Nation, Gerd Müller, aufschlug und dort trotz aller Wertschätzung auch nicht glücklich wurde. Ganz anders als sein ehemaliger Mit-Bayer Franz Beckenbauer, der bei er Deluxe-Version eines US-Fußballvereins jener Jahre unterkam: New York Cosmos. Weiterlesen „Fußball vom anderen Stern – Die Geschichte von Cosmos New York“→
Buchtitel: Die Rocky-Saga: Alle Filme Autoren: Sylvester Stallone / Paul Duncan Verlag: TASCHEN, Dezember 2018 ISBN: 978-3-8365-4999-8 (Deutsch, Englisch, Französisch) Preis: 750 Euro
Zugegeben, der Boxfilm war nie mein Lieblingsgenre im Kino. Gleichwohl habe ich natürlich ScorsesesRaging Bull mit Robert De Niro gesehen und die meisten der Rocky-Streifen, in denen Sylvester Stallone gut 40 Jahre lang in den Ring stieg… Weiterlesen „Die Rocky-Saga: Alle Filme“→
Mit Ausnahme von Boxern, ganz gleich ob real oder fiktiv, gibt es keine anderen Sportler, für die sich besonders viele Kinogänger so sehr interessieren, dass sie sich einen Film über deren Leben und Karriere anschauen. Das ist insofern bedauerlich, als in den besten Filmen dieser Art der Sport im Grunde nur als Folie dient, um eine Geschichte zu erzählen, in der es in Wirklichkeit um gesellschaftliche Zustände, Missstände und Hintergründe geht, um Moral und Doppelmoral, Wahrheit und Lüge.
Ein solcher Film ist I, Tonya. Weiterlesen „I, Tonya“→
Fragt man Kinogänger, welche Sportart filmisch am häufigsten verarbeitet wird, so bekommt man wohl von den meisten die Antwort: Boxen. Und in der Tat, ob nun fiktiv wie in den Rocky– Filmen und Clint Eastwoods Meisterwerk Million Dollar Baby oder real (Wie ein wilder Stier, Ali) – auch wenn diese Sportart nicht unbedingt zu den populärsten gehört, geht von ihr offensichtlich doch eine gewisse Faszination aus. Beinahe umgekehrt sieht es beim Tennis aus, denn trotz der nach wie vor bestehenden Beliebtheit des „weißen Sports“ gibt es kaum Spielfilme darüber. Mit Borg/McEnroe liegt nun jedoch einer vor, der sich mit dem längst zur Legende gewordenen Zweikampf dieser beiden Champions 1980 in Wimbledon beschäftigt. Weiterlesen „Borg McEnroe“→
Originaltitel: Eddie the Eagle
Land: GB/USA/Deutschland 2015 Laufzeit: 110 min Regie: Dexter Fletcher Darsteller/innen: Taron Egerton, Hugh Jackman, Christopher Walken, Iris Berben, Keith Allen, Jim Broadbent, Tim McInnerny, Jo Hartley, Ania Sowinski Kinostart: 31.3.2016
Es war einmal ein junger Mann namens Michael ‚Eddie‘ Ewards, den man optisch und intellektuell nicht unbedingt als Wunsch-Schwiegersohn bezeichnet hätte. Aber Eddie hatte einen Traum: er wollte unbedingt an den Olympischen Spielen teilnehmen!
Nachdem er – mit mäßigem Erfolg – diverse Sportarten durchexerziert hatte, entschied er sich schließlich dafür, Skispringer zu werden! Obwohl sein Heimatland Großbritannien noch nie solche Sportler zur Olympiade entsandt hatte und Eddie noch nie gesprungen war… Weiterlesen „Eddie the Eagle – Alles ist möglich“→
Originaltitel: Concussion Land: USA/GB/Australien 2015 Laufzeit: 123 min Regie: Peter Landesman Darsteller/innen: Will Smith, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin, Luke Wilson, Stephen Moyer, Eddie Marsan, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Albert Brooks Kinostart: 18.2.2016
Trotz der sensationsheischenden Sprüche auf dem Plakat bleibt Concussion ein solider bis leider grenzwertiger Film. Der Originaltitel lautet übersetzt Schädel-Hirn-Verletzung und genau darum geht es auch: So fand der Pathologe Dr. Bennet Omalu im Jahr 2002 eher zufällig heraus, das professionelle Footballspieler durch die jahrelangen Kollisionen beim Training und beim Spiel schwere Schädelschäden und daraus resultierende Hirn-Degenerationen erlitten haben. Doch der Dachverband NFL leugnet dies, schließlich geht es um eine US-Volksbelustigung Number One und viele Milliarden Dollars… Weiterlesen „Erschütternde Wahrheit“→
Originaltitel: The Program
Land: GB/Frankreich 2015 Laufzeit: 103 min Regie: Stephen Frears Darsteller/innen: Ben Foster, Lee Pace, Chris O’Dowd, Guillaume Canet, Dustin Hoffman Kinostart: 8.10.2015
Der Ire David Walsh ist Redakteur der Sunday Times (London) und Sportreporter.
2013 publizierte er sein Buch Seven Deadly Sins: My Pursuit of Lance Armstrong, welches als Sportbuch des Jahres ausgezeichnet wurde.
Thema ist der Profirennradler Lance Armstrong (siebenfacher Gewinner der Tour de France), der seine Dopingpraktiken derart perfektioniert hatte, dass niemals ein Nachweis gelang… Weiterlesen „The Program – Um jeden Preis“→