Hier das erste Halbjahr 2024 und das zweite Halbjahr 2024, und hier das erste und zweite Halbjahr 2023.
Januar
Das neue Jahr! Es war kalt und matschig und dunkel, wenn es nicht matschig war, war der Boden gefroren. Ich bin sehr wenig geritten, ich musste mein Pferd erst neu kennenlernen, weil es der erste Winter war, in dem ich überhaupt ja reiten konnte. Und da musste ich merken, dass das Pferd zwar sehr entspannt wirken kann, aber dann doch eine Menge Energie hat, die erstmal raus muss. Also viel vom Boden gearbeitet, viel longiert. Bisschen spaziert, eine Extraunterrichtseinheit mit der Horsemanship-Trainerin für das Aufsteigen und das Schulterdraußenhalten. Das war wie immer super. 3-fach Impfung gab es auch! (Herpes, Influenza, Tetanus)
Februar
Im Februar war der Versuch, Energie über Bewegung rauszunehmen. Es gab also nur vier Stehtage (und das ist immer noch ein Offenstallpferd, die kann immer laufen, wenn sie mag). Aber auch das Energie durch Bewegung rausnehmen hat meistens sehr gut funktioniert, ich war halt dann auch mal ein Mensch, der sein Pferd immer ablongiert. Wir hatten einen wunder-wunder-wundervollen Geländegalopp und sind das erste Mal auf dem Platz galoppiert. Wir hatten ein Durchgehen im Gelände (von dem ich immer noch sage, es war zu 98% mein Fehler, aber das hat wirklich was mit mir gemacht) und auch mal wieder einen Steigespaziergang (das hat nicht mehr so viel mit mir gemacht und ich merke gerade, dass das seitdem (Stand 01.07.2025) nicht mehr passiert ist). Ich bin dank der Bodenverhältnisse auch wieder mehr geritten, aber ich musste wegen meiner Galoppaktion auch tatsächlich das erste Mal aktiv gegen Angst anreiten, sowohl auf dem Platz als auch im Gelände. Und West-Nil wurde geimpft! Alles wird hier geimpft!
März
Im März waren wir von der Angstseite wieder besser beisammen, dafür ging es ausbildungstechnisch gefühlt das erste Mal nicht nur nicht vorwärts, sondern rückwärts – im Trab war das liebe Pferd wieder eine Giraffe, dabei hatten wir da schon eine schöne Anlehnung etabliert. Ich hatte auch mehrfach das Gefühl, dass ich vielleicht nicht mehr reiten sollte, weil wir nur noch verworfen durch die Gegend gerannt sind. Aber wir hatten im März auch zwei Managementtermine: Sattler (denn ich saß wirklich sehr sehr weit rechts) und Zahnarzt. Die Sattlerin nahm den Sattel mit und ich ritt ein, zweimal ohne Sattel und selbst da lief es schon wieder viel besser und der Zahnarzt war so zufrieden mit uns, dass ich danach vor Freude geheult habe. Als hätte ich wirklich was mit den Zähnen gemacht. Aber er fand auch im Umgang alles sehr gefestigt und das hat mich richtig gefreut.
April
Direkt am ersten April hatten wir dann noch Physio und da wurde mir wieder gesagt, wie man sieht, dass viel (und gute!) Arbeit in dem Pferd steckt und dass es prima ist – obwohl einiges schief war. Im April ist sonst nicht so viel passiert, weil wir auch im Urlaub waren und familiär eingespannt. Reiten war immer noch etwas verkrampft von meiner Seite, weil ich wollte, dass es klappt und es nicht immer so gut geklappt hat. Ich war auch selbst ganz schief. Alles war schief. Dafür wog das kleine Pferd 455,5kg und das ist fast Idealgewicht.
Mai
Im Mai haben wir mal wieder einen Ausflug gemacht und waren auf einem Geländeplatz und ich bin auch ein ganz bisschen da geritten (nur Schritt, aber trotzdem sehr gut) und das war fein! Auch im Unterricht sind wir wieder richtig gut zueinander gekommen und ich habe gedacht, vielleicht kann ich doch reiten, das war schön. Wir waren aber tatsächlich immer noch mit der Aufsteigerthematik befasst – sie blieb inzwischen wirklich sehr nett am Aufsteiger stehen, bei Gewicht im Steigbügel wollte sie aber direkt gucken, was da so passiert. Ist aber halt schlecht, wenn ein Pferd sich umdreht, während man noch so halb daneben steht. Und es ist das erste Mal jemand Fremdes (also ich kenne und mag die Person!) mein Pferd geritten. Das war aufregend! Und schön! Achso unser auf dem Platz galoppieren beinhaltete auf einmal leichte Buckler beim Angaloppieren. Das macht doch alles Spaß hier.
Juni
Juni war ein wilder Monat für uns: Aufsteigerproblematik haben wir besiegt (gib dem Pferd zweimal ein Leckerlie von oben und die bleibt einfach stehen wie nichts, auch im Gelände inzwischen) und auch dass wir so wenig Ausreiten waren, weil ich immer nach passenden PartnerInnen gesucht habe, haben wir gelöst: Wir sind jetzt Soloausreiter. Wir sind auch Sologaloppierer. Wir sind auch Auf-dem-Pferd-vor-Freude-Heuler. Wir sind auch wieder Auf-dem-Platz-Galoppierer. Wir sind auch Seitengänger. Wir sind auch jetzt solche, die verschiedene Tempi im Trab reiten können. Wir sind auch die, die in einer wundervollen Anlehnung gehen. Wir sind auch die, die Innen- und Außenstellung und Gewichtshilfen und alles können. Wir sind quasi kurz vor Olympia.
Das Galoppthema war ein großes Thema für uns im ersten Halbjahr mit vielen Höhen und Tiefen und Angst bei mir, von der ich (teilweise) nicht genau weiß, wo die herkam und -kommt. Mal sehen, wie sich das so entwickelt, aber gerade sind wir auf einem guten Stand.
Verrückt auch wie unsicher ich im Januar noch geritten bin, da war es fast noch jedes Mal aufregend, wenn ich aufgestiegen bin, jetzt flitzen wir alleine durchs Gelände und sind bei ca. fünf Mal die Woche reiten. Ich liebe alles daran.
J.